Zeitgeschichte Open - Repositorium des IFZ
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Besatzeralltag in Warschau und Minsk 1939 - 1944
Erste wissenschaftliche Untersuchung des Besatzeralltags: Stephan Lehnstaedt untersucht anhand von Warschau und Minsk, unter welchen Bedingungen sich viele Deutsche aktiv an Okkupation und Massenmord beteiligten. Er zeichnet ein Bild von der Besatzergesellschaft, dem Alltag der Deutschen zwischen gelenkter Freizeitgestaltung und individuellen Freiheiten, zwischen ungeliebtem Dienst in Osteuropa und den Möglichkeiten, als "Herrenmenschen" aufzutreten. In der abgeschlossenen Welt der Okkupanten waren ihre wenigen Kontakte mit den Einheimischen oft von einseitiger Brutalität geprägt. Deshalb sucht das Buch vor allem nach Erklärungen für die Wahrnehmung und Legitimierung der Gewalt gegen Polen, Weißrussen und Juden.
Stephan Lehnstaedt, geboren 1980, ist wissenschaftlicher Mitarbeiter des DHI Warschau
Entschädigungspolitik, Rechtsprechung und historische Forschung
Das Institut für Zeitgeschichte führt erstmals Historiker, Rechtspraktiker und Betroffene zusammen, um die Problematik des Ghettorentengesetzes zu diskutieren.
Der Deutsche Bundestag verabschiedete im Jahr 2002 einstimmig das "Gesetz zur Zahlbarmachung von Beschäftigungszeiten in einem Ghetto". Damit sollte eine Lücke bei der Wiedergutmachung nationalsozialistischen Unrechts geschlossen und Holocaust-Überlebenden der Bezug einer Rente für Arbeit im Ghetto ermöglicht werden. Die Umsetzung des Gesetzes erwies sich indes als problematisch. Weit über 90 Prozent der rund 70.000 Anträge wurden von den Rentenversicherungsträgern abgelehnt. Tausende von Prozessen vor Sozialgerichten sind die Folge, in denen nicht zuletzt komplexe historische Aspekte beurteilt werden müssen.
Der vorliegende Band vereint Beiträge von Historikern und Juristen, die die vielschichtige Problematik aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchten. Mit Noach Flug, dem Präsidenten des Internationalen Auschwitzkomitees und Vorsitzenden des Dachverbands der Holocaust-Überlebenden in Israel kommt auch ein Betroffener und hochrangiger Repräsentant der Opferverbände zu Wort
Romane des 20. Jahrhunderts in zeithistorischer Sicht. 10 Essays für den 100. Band
Die renommierte Schriftenreihe feiert ihren 100. Band
Geschichte muss erzählt werden. Wo dies nicht geschieht, wird sie zur stummen Last für den Menschen, und er verliert seine Orientierung in der Zeit. Das gilt ganz besonders für die Zeitgeschichte, deren Einflüsse die Gegenwart unmittelbar prägen. Seit 50 Jahren trägt die Schriftenreihe der Vierteljahrshefte für Zeitgeschichte zum großen „Epos Zeitgeschichte“ bei, analytisch, deskriptiv, dokumentarisch. Im Jubiläumsband Nr. 100 nähern sich Historiker den großen Erzählungen von Schriftstellern. Zehn bemerkenswerte Romane werden als Spiegel ihrer Zeit gelesen. Der Brückenschlag zwischen Geschichtsschreibung und fiktionaler Literatur zeigt, wie die beiden unterschiedlichen Genres bei der Deutung der jüngsten Vergangenheit oft Hand in Hand gehen.
Aus dem Inhalt:
Helmut Altrichter: Jewgenij Samjatin, Wir
Hermann Graml: Ernst von Salomon, Der Fragebogen
Johannes Hürter: Ivo Andric, Die Brücke über die Drina
Manfred Kittel: Siegfried Lenz, Heimatmuseum
Horst Möller: Hans Fallada, Bauern, Bonzen und Bomben
Hans-Peter Schwarz: Daniel Silva, Gabriel-Allon-Romane
Udo Wengst: Wolfgang Koeppen, Das Treibhaus
Andreas Wirsching: Heinrich Mann, Der Untertan
Hans Woller: Giorgio Bassani, Die Gärten der Finzi-Cortini
Jürgen Zarusky: Bernhard Schlink, Der Vorleser
Johannes Hürter, geboren 1963, ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Zeitgeschichte München-Berlin; Redakteur der Vierteljahrshefte für Zeitgeschichte; Redakteur der Schriftenreihe der Vierteljahrshefte für Zeitgeschichte, Lehrbeauftragter an der Universität der Bundeswehr München und Privatdozent an der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz.
Jürgen Zarusky ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Zeitgeschichte, München-Berlin. Redakteur der Schriftenreihe der Vierteljahrshefte für Zeitgeschichte, Redakteur der Vierteljahrshefte für Zeitgeschichte, Lehrbeauftragter an der Katholischen Universität Eichstätt