ForAP: Forschungsergebnisse von Absolventen und Promovierenden der Fakultät für Sprach-, Literatur- und Kulturwissenschaften
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    Sprachliche Diskriminierung. Voraussetzungen und Wirkungsweise einer sozialen Praxis in Gesellschaft und Schule

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    Diskriminierung aufgrund von Sprache ist ein wenig beachtetes Phänomen. Die negativen sozialen Folgen, die damit einhergehen, verlangen von der Linguistik jedoch, über die Mechanismen ihres Zustandekommens aufzuklären. Als zentrale Bausteine erweisen sich dabei sprachliche Ideolo-gien und Mythen, auf deren Basis bestimmte Sprechweisen entweder auf- oder abgewertet werden. Sprachliche Diskriminierung als soziale Praxis wird bereits in der Schule eingeübt. Der vorliegende Beitrag legt die Überzeugun-gen von und Einstellungen zu Sprache offen, die sprachlicher Diskriminie-rung zugrunde liegen, und verdeutlicht, wie mit ihrer Hilfe soziale Hierarchien hergestellt werden. Im Anschluss daran wird anhand des Lehrwerks Deutsch-buch (Cornelsen-Verlag) gezeigt, dass ebendiese sprachlichen Ideologien und Mythen auch dem schulischen Nachdenken über Sprache nicht fremd sind

    „Sonne im Überfluß“. Zur Darstellung mallorquinischer Strände in deutschen Reisekatalogen (1963–1972/73)

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    Kaum ein touristischer Raum wird so sehr idealisiert wie der Strand, denn an dessen positiver Konnotation arbeitet die Werbeindustrie stetig und intensiv mit. Sie trägt dazu bei, den Traum vom sonnigen, sandigen Paradies aufrechtzuerhalten und generationenübergreifend zu verbreiten. Am Beispiel der mallorquinischen Stranddarstellungen in Reisekatalogen des Unternehmens Scharnow-Reisen lassen sich die Entwicklungslinien der Strandbilder von den Anfängen des Pauschaltourismus bis hin zu modernen ‚Paradiesen‘ eines massenhaften Tourismus aufzeigen. Im folgenden Beitrag wird exemplarisch auf die Darstellung des ‚Sonnenbadens‘ in den 1960er Jahren eingegangen und untersucht, wie das Reiseunternehmen mallorquinische Strände zwischen 1963 und 1972/73 diesbezüglich inszeniert, welche Requisiten zum Einsatz kommen und welche Sehnsüchte der damaligen deutschen Gesellschaft sich daraus ablesen lassen

    Vom prickelnden Sektbläschen zur Powerfrau: Genderbilder in der spanischen Freixenet-Werbung seit 1977

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    Der Artikel untersucht die Entwicklung der Frauendarstellung in der spanischen Freixenet-Werbung seit 1977. Diese stellt jedes Jahr vor Weihnachten ein großes Fernsehevent dar. Sie bietet sich als Analysegegenstand an, weil das Fernsehen eine breite Gesellschaftsschicht erreicht bzw. beeinflusst und die Marke sowie Alkoholwerbung tief in der spanischen Gesellschaft verankert sind. Exemplarisch werden die Burbujas Freixenet, d. h. die Allegorien der Sektbläschen des Cava-Schaumweins durch weibliche Darstellerinnen, analysiert. Über verschiedene Stufen wird gezeigt, wie traditionelle Frauenbilder nach und nach um moderne ergänzt werden und dabei eine Tendenz zum weiblichen ‚Empowerment‘ sichtbar wird

    Die Spaltung des Selbst: Identitätskrise in Arthur Schnitzlers Frau Beate und ihr Sohn und Fräulein Else

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    Mit der Veröffentlichung von Sigmund Freuds psychoanalytischen Theorien und Ernst Machs Definition des ,Ichs‘ als Bündel subjektiver Wahrnehmungen rückt die menschliche Psyche und Psychopathologie um 1900 ins Zentrum des allgemeinen Interesses. Wiener Schriftsteller, wie Arthur Schnitzler, widmen sich unter dem unmittelbaren Einfluss der Ideen Machs und Freuds intensiv den seelischen Prozessen des Menschen und versuchen sie anhand neuer literarischer Techniken, wie dem inneren Monolog, minutiös zu erfassen. Schnitzler geht es dabei vor allem darum, auf Problemstellen der bürgerlichen Gesellschaft Wiens um 1900 hinzuweisen, die sich negativ auf das Individuum auswirken. Besonders die Auseinandersetzung mit der eigenen Identität erscheint in seinen Texten angesichts der strengen gesell-schaftlichen Rollenanforderungen als enorme seelische Herausforderung. In folgendem Beitrag wird dargelegt, wie in Schnitzlers Erzählungen Frau Beate und ihr Sohn und Fräulein Else der Selbstfindungsversuch der jeweiligen Protagonistin in eine psychische Spaltung mündet, die aus einem inneren Konflikt zwischen dem Einfluss gesellschaftlicher Normen und Konventionen und eigenen Interessen und Wünschen erwächst. In beiden Texten müssen die Frauenfiguren scheitern, weil sie sich nicht von widersprüchlichen Weiblichkeitsmustern lösen können. Die Erzählungen weisen daher darauf hin, wie sehr gesellschaftliche Konventionen, die im Inneren des Menschen verankert sind, ihm von dort aus Schaden zufügen und ihn in seiner Identitätsfindung und Selbstverwirklichung hemmen

    Zwei Blicke auf Sowjetrussland: Walter Benjamin und Oskar Maria Graf

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    Der Beitrag analysiert das Moskauer Tagebuch von Walter Benjamin und Oskar Maria Grafs Reise in die Sowjetunion aus literatur- und kulturwissen-schaftlicher Perspektive. Es soll aufgezeigt werden, wie die Reiseberichterstat-tung zwei unterschiedliche Blicke auf Sowjetrussland generiert. Einerseits werden die unterschiedlichen Wahrnehmungen Sowjetrusslands bzw. Moskaus sowie deren sprachliche Umsetzung und Form mithilfe der spezifischen Gattungsmerkmale des Reiseberichts herausgearbeitet, andererseits wird die Darstellung von Alterität kulturwissenschaftlich untersucht. Ziel ist es, zu zeigen, wie sich durch die Verbindung eines kultur- und eines literaturwissen-schaftlichen Zugangs zum Reisebericht zwei unterschiedliche Blicke auf Sowjetrussland eröffnen

    Vorwort

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    „Denn dann war nur Klang in mir". Die Verwandlung Russlands in ,hörbare Landschaft´´ Rainer Maria Rilke und die russische Soundscape

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    „Rilke und Russland“ präsentiert sich als ein literaturwissenschaftliches Gebiet, das im Hinblick auf Rilkes Gottesvorstellung und Kunstverständnis bereits ausführlich untersucht worden zu sein scheint. Betrachtet man das Thema jedoch in dem aktuellen Forschungsdiskurs, der sich intensiv mit Rilkes Musikvorstellung auseinandersetzt, eröffnet sich eine gänzlich neue Perspektive. Theoretische und ästhetische Überlegungen, autobiographische Zeugnisse sowie literarische Texte zeigen, dass sich Rikles Kunstbegriff in jener Zeit signifikant erweitert: Seine Anschauungen zu Mu-sik rücken in den Fokus und verdeutlichen, dass Rilkes poetologisches Prinzip ein primär akustisches ist. Mithilfe einer Soundscapeanalyse als einer neuen Form der Textanalyse wird versucht darzustellen, welche Geräusche, Töne und Klänge Rilke während seiner beiden Russlandreisen wahrnimmt und wie er diese klangästhetisch zu einer komplexen Soundscape Russlands verarbei-tet

    Tauschen als alternative Konsumform im urbanen Raum? Kulturelle Praxen und Perspektiven im Umgang mit Überfluss und Konsumgütern am Beispiel von Kleidertauschpartys in Regensburg

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    Sharing Economy, kollaborativer Konsum, Nutzen statt Besitzen – diese Bezeichnungen beschreiben den gemeinsamen, meist kostenlosen Gebrauch von Dingen und gewinnen innerhalb des Konsumbereichs seit einigen Jahren an Popularität. Doch wie lässt sich diese Entwicklung konkret gesellschaftlich verorten? Der vorliegende Beitrag gewährt mithilfe einer teilnehmenden Beobachtung Einblicke in die Praktiken und Strukturen einer Kleidertauschveranstaltung in Regensburg und deckt mittels eines Leitfadeninterviews vor allen Dingen individuelle Verhaltensweisen sowie Wahrnehmungsweisen über Konsum und Überfluss auf. Dabei stellt sich heraus, dass eine soziale Innovation wie das Kleidertauschen nicht einfach nur als nebensächlicher Zeitvertreib, sondern als komplexer Ausdruck sozialer sowie kultureller Phänomene dient

    Von der Virgel zum Komma. Ein korpusbasierter Vergleich verschiedener Textsorten im 18. Jahrhundert

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    Das Komma stellt heute neben dem Punkt das am häufigsten gebrauchte Interpunktionsmittel dar. Bis zu Beginn der Aufklärung jedoch hatte der Vorgänger des Kommas, die Virgel, diese dominante Position inne. Der Beitrag analysiert die Entwicklung und Verwendung des Kommas und dessen historischem Vorläufer als wichtige und variationsreiche satzinterne Markierungszeichen. Die diachrone Interpunktionspraxis wird dabei als Ausdruck schriftsprachlichen Wandels im Zusammenspiel von Textpragmatik, System und Norm verstanden. Anhand von Drucken des 18. Jahrhunderts soll der Wechsel von der Virgel zum Komma synchron wie diachron an verschiedenen Textsorten untersucht werden

    Das transnationale Praktikum in der Berufsausbildung. Eine qualitative Untersuchung einer deutsch-französischen Mobilitätsmaßnahme für Auszubildende im Gastgewerbe

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    Der deutsch-französische Gruppenaustausch der Pro Tandem Agentur ist ein einzigartiges Austauschformat, das Auszubildenden ermöglicht, in ihrer Disziplin ein mehrwöchiges Praktikum im Partnerland zu absolvieren. Am Beispiel des Austauschverfahrens zwischen dem Börde Berufskolleg in Soest und dem Lycée Jean-Monnet in Libourne im März 2018 werden Erfolgsfaktoren der Begegnung identifiziert. Die Evaluierung erfolgt auf Basis von Interviews mit den Auszubildenden und einer anschließenden qualitativen Inhaltsanalyse nach Mayring. Die Begegnung erweist sich dabei vor allem hinsichtlich der beruflichen Entwicklung als Erfolg. Bedarf besteht allerdings noch in der Vor- u. Nachbereitung des Austauschverfahrens, um bei den Teilnehmenden der Verhärtung von stereotypisierendem Denken vorzubeugen

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