Tübingen Open Journals (Univ. Tübingen)
Not a member yet
1973 research outputs found
Sort by
Steffen Führding, Jenseits von Religion?
Rezensiertes Werk: Steffen Führding. 2015. Jenseits von Religion? Zur sozio-rhetorischen »Wende« in der Religionswissenschaft. Bielefeld: transcript-Verlag. 267 Seiten, 34,99€. Print-ISBN: 978-3-8376-3138-
Sufismus als Esoterik: Religio duplex und Offenbarungserleben
In meist älteren, vergleichenden Studien findet sich häufig zur Umschreibung des Sufismus neben mystisch auch das Attribut esoterisch, ohne jedoch dessen Verwendung theoretisch zu untermauern. Der folgende Beitrag stellt einen Versuch dar, den Esoterikbegriff mithilfe der Einbeziehung zweier Theorien Jan Assmanns in der Sufismusforschung zu erneuern, nachdem er im Zuge der Cultural Turns in den Geisteswissenschaften weitestgehend verdrängt wurde. Im Mittelpunkt steht hier die Bestimmung der Struktur sufischen Wissens anhand einiger Klassiker der Sufi-Literatur. Für diesen Zweck dienen die Religio-duplex-Theorie Assmanns sowie dessen Charakterisierung des alexandrinischen Hermetismus als heuristische Modelle. Der vorgestellte Ansatz zur Erforschung der Epistemologie des Sufismus bietet ferner die Möglichkeit, die Machtverhältnisse zu analysieren, die jenes Wissen konstituiert. In most older, comparative studies of Sufism the term esoteric appears in addition to mystic, yet there is no theoretical justification for this. The following article aims to present a theoretical basis for the use of esoteric in the context of Sufism with the help of two models of Jan Assmann. The focus here is on the analysis of the structure of Sufi knowledge with reference to some classics of Sufi literature. The theory of the twofold religion (religio duplex) of Assmann as well as his characterisation of the Alexandrian Hermetism both serve as heuristic models. The proposed approach to the study of Sufi epistemology further enables the analysis of the power that is constituted by that knowledge
Surviving Disaster, Reviving Religion: Transformations & Reconfigurations of Religious Communities in Fukushima after 3.11
Seit der dreifachen Katastrophe am 11. März 2011 (3.11) unterliegt die Region an der Küste Nordjapans einem steten Wandel. Besonders in der Präfektur Fukushima, in der es durch verschiedene Unfälle am Fukushima Daiichi AKW zu einer hohen radioaktiven Kontamination kam, sind die Folgen noch immer omnipräsent. In derart beschwerlichen Zeit erleben lokale religiöse Gemeinschaften ein angestiegenes Bedürfnis nach religiösen Riten und kümmern sich gleichzeitig um den regionalen Wiederaufbau. Sie erlebten die Katastrophe selbst mit und mussten ihre Kirchen, Tempel und Schreine neu errichten. Viele Studien untersuchten bereits, welche entscheidende Rolle Religionen in der Bewältigung von Katastrophen haben. Dieser Artikel liefert nun auf der Basis von Feldforschung unter Baptisten und einer Shinto-Gemeinschaft erste Schlussfolgerungen darüber, wie Religionsgemeinschaften in Fukushima von der dreifachen Katastrophe beeinflusst wurden. Verlust und Wiederaufbau werden zu entscheidenden Parametern in der Reorganisation des Gemeindelebens nach der Wiederkehr in die Region. Mit ihren neuen religiösen Gebäuden versuchen die Gemeinden, das Wiederbeleben der Region als entscheidende Akteure mitzuprägen. After the triple disaster of 3.11, the region along the coast of Northeast Japan has been continuously transforming. Especially in Fukushima Prefecture, where a series of accidents at the Fukushima Daiichi Nuclear Power Plant resulted in high radioactive contamination, the event’s aftermath still lingers on. In this challenging time, local religious communities show a heightened need for religious ritual and socio-communal reconstruction. They experienced the disaster first-hand and had to re-establish their religious sites and recreate their communities, while simultaneously becoming a source for coping strategies and a hope for those in distress. This article provides initial findings of how the triple disaster has impacted religious communities in Fukushima by drawing from the results of fieldwork done among a Shinto and a Baptist community in 2018. Loss and reconstruction become defining parameters for the reconfigurations of communal life upon return. With their re-claimed spaces in the region, the communities try to decisively shape the reviving of the region
Auf den Spuren muslimischer Identitätspolitiken im NSU-Diskurs: Eine Untersuchung des Online-Magazins IslamiQ anhand des Identitätskonzepts von Stuart Hall und der Kritischen Diskursanalyse
Dieser Artikel stellt eine Auseinandersetzung mit Stuart Halls Theorie zum Identitätsbegriff anhand von Artikeln eines muslimischen Online-Magazins zum NSU (Nationalsozialistischer Untergrund) dar. Ausgehend von Halls Verständnis von Identität als niemals abgeschlossener Prozess lässt sich Identität lediglich als Positionierung in Diskursen und in der Differenz zum Anderen erfassen. Durch eine Kritische Diskursanalyse des Online-Magazins IslamiQ wird deutlich, wie sich die Ungerechtigkeitserfahrung der NSU-Attentate, NSU-Ermittlungen, politischen Aufklärung und des gesamtgesellschaftlichen Diskurses auf muslimisch-türkische Identitätspolitiken auswirken können. Es wird die These vertreten, dass im NSU-Diskurs in IslamiQ Religion einen Ort der Identifizierung ermöglicht und Zugehörigkeiten markiert. This paper is an examination of articles from an Islamic online magazine about the NSU (National Socialist Underground), with regard to Stuart Hall's theory about the concept of identity. Based on his concept of identity as a never-ending process, identity can only be understood as a positioning in discourses and in distinction to the Other. Through a critical discourse analysis of the online magazine IslamiQ, it becomes evident how the experience of injustice of the NSU assassinations, the NSU investigations, political enlightenment, and the discourse of society as a whole can affect Muslim-Turkish identity politics. The thesis postulated here is that in the NSU discourse in IslamiQ, religion enables a place of identification and marks affiliations
Christian Funke, Ästhetik, Politik und schiitische Repräsentation im zeitgenössischen Iran
Rezensiertes Werk: Funke, Christian. 2017. Ästhetik, Politik und schiitische Repräsentation im zeitgenössischen Iran. Iran Studies 15. Leiden: Brill. 498 Seiten, € 121, ISBN: 978-90-04-34527-
Legitimation und Konkurrenz: Divergierende Deutungsmuster der archäologischen Fundstätte in Avebury: Eine wissenssoziologische Untersuchung zur Bedeutung von Religion und Wissenschaft im Feld der alternativen Archäologie.
Dieser Artikel untersucht Interpretationen der archäologischen Ausgrabungsstätte in Avebury (UK) mittels wissenssoziologischer Diskursanalyse. Diese Perspektive erlaubt es, von normativen Stellungnahmen zu sogenannten alternativ-archäologischen oder pseudo-archäologischen Deutungen abzusehen, um die Argumentationsstrategien und deren Vertreter*innen ins Zentrum zu rücken. So wird herausgearbeitet, wie religiöse Auffassungen der Ausgrabungsstätte strukturierend auf das Feld der alternativen Archäologie wirken, Religion also einen entscheidenden Faktor bildet, um deren Struktur verstehen zu können. Zugleich verweist das Fallbeispiel auf die Konkurrenz zwischen akademischer Wissenschaft und alternativen Lesarten, wobei die Position der religionswissenschaftlichen Forschung es ermöglicht, sowohl religiöse als auch wissenschaftliche Interpretationen unabhängig von ihrer Gültigkeit gleichermaßen zu berücksichtigen. This article examines interpretations of the archaeological site at Avebury (UK) by deploying a sociology of knowledge approach to discourse. Rather than (in)validating normative claims about such interpretations which are characterized as “alternative archaeological” or “pseudo-archaeological”, the article focuses on the argumentation strategies and their proponents. By this shift in perspective, the paper aims to demonstrate how religious views of the excavation site have had a structuring effect on the field of alternative archaeology. It argues that religion constitutes a decisive factor in understanding its making. At the same time, the case study points to the competition between academic and alternative readings. A study of religions approach, it is argued, makes it possible to consider alternative as well as academic interpretations equally, regardless of their validity