Tübingen Open Journals (Univ. Tübingen)
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Blótgemeinschaften: eine Religionsethnografie des >germanischen Neuheidentums
Rezensiertes Werk: René Gründer. 2010. Blótgemeinschaften: eine Religionsethnografie des ‚germanischen Neuheidentums‘. Grenzüberschreitungen Band 9. Würzburg: Ergon. 403 Seiten, 49,00€. ISBN: 978-3-89913-798-
Islam: Eine Ideengeschichte
Rezensiertes Werk: Rüdiger Lohlker. 2008. Islam: Eine Ideengeschichte. Wien: Facultas.wuv UTB. 282 Seiten, 18,90€. ISBN: 987-3-8252-3078-
Glaube und Gesetz: Die Identitätsbildung Messianischer Juden in Israel
Messianische Juden, die in Israel leben, befinden sich auf Grund ihres Glaubens an Jesus als den jüdischen Messias bei gleichzeitigem Festhalten an ihrer jüdischen Identität in einer prekären Lage: Auf der einen Seite müssen sie sich gegen missionarische Vereinnahmungsversuche von christlicher Seite wehren, auf der anderen Seite sind sie im einzigen jüdischen Staat der Erde einem hohen Konformitätsdruck, vor allem von jüdisch-orthodoxer Seite, ausgesetzt. Die Bildung ihrer individuellen und kollektiven Identität erscheint vor diesem Hintergrund »paradox«. Der Artikel befasst sich mit der Forschungsfrage, wie Messianische Juden in Israel mit der Kluft zwischen Judentum und Christentum leben oder diese überwinden. Auf der Grundlage einer theoriegeleiteten Analyse zehn biografisch-narrativer Interviews mit Messianischen Juden in Israel gelangt der Autor zu dem Schluss, dass diese ihre religiösen Aktivitäten in eine dezidiert jüdisch anmutende praktische (und damit sichtbare) Dimension, die in Israel unproblematisch ist, und eine weniger offensichtliche theoretische Dimension, deren im israelischen Kontext problematischer christlicher Inhalt eher im Verborgenen bleibt, aufspalten. Messianic Jews can most easily be described as Jews that believe in Jesus as the Jewish Messiah. Those Messianic Jews living in Israel are in a difficult position: on the one hand they are forced to defend themselves against Christian missionaries that attempt to strip them of their »Jewishness«, on the other hand they are targeted by orthodox Jews that perceive them as a threat to the Jewish identity as a whole. The building of an individual and collective Messianic-Jewish identity thus seems paradoxical. This article is focused on the question how Messianic Jews bridge the gap between the antagonistic Jewish and Christian poles. Based on a theory-governed analysis of ten biographical interviews with Messianic Jews in Israel, the author of this article concludes, that they split their religious activities into a decidedly Jewish-appearing practical (and therefore visible) dimension, which is uncomplicated in Israel, and a far less apparent theoretical dimension, dominated by Christian implications which are problematic in the Israeli context, but, however, remain hardly visible
Mathias Tietke, Yoga im Nationalsozialismus
Rezensiertes Werk: Mathias Tietke. 2011. Yoga im Nationalsozialismus: Konzepte, Kontraste, Konsequenzen. Kiel: Ludwig. 220 Seiten, 24,90 €. ISBN: 978-3-86935-013-
Hanns Lessing et al. (Hrsg.), Umstrittene Beziehungen / Contested Relations
Rezensiertes Werk: Hanns Lessing, Tilman Dedering, Jürgen Kampmann, Dirkie Smit in Verbindung mit Rudolf Hinz, Christine Lienemann-Perrin, Christoph Marx, Kirsten Rüther (Hrsg.). Im Auftrag der Träger und des Wissenschaftlichen Beirats des Studienprozesses zur Rolle der Kirchenbeziehungen zwischen Deutschland und dem südlichen Afrika. 2015. Umstrittene Beziehungen: Protestantismus zwischen dem südlichen Afrika und Deutschland von den 1930er Jahren bis in die Apartheidzeit / Contested Relations: Protestantism between Southern Africa and Germany from the 1930s to the Apartheid Era. Studien zur Außereuropäischen Christentumsgeschichte (Asien, Afrika, Lateinamerika) / Studies in the History of Christianity in the Non-western World. Band 26. Wiesbaden: Harrassowitz. 771 Seiten, 68,00 €. ISBN: 987-3-447-10424-
Religion erzählen: Tagungsbericht zu »Fiktion - Imagination - Phantastik«, Jahrestagung der Schweizerischen Gesellschaft für Religionswissenschaft (SGR). Abgehalten an der Universität Basel, Schweiz, 17. - 18. November 2016.
Detlef Pollack, Religion und gesellschaftliche Differenzierung
Rezensiertes Werk: Detlef Pollack. 2016. Religion und gesellschaftliche Differenzierung: Studien zum religiösen Wandel in Europa und den USA III. Tübingen: Mohr Siebeck. 383 Seiten, 39.00 €, ISBN: 978-3-16-154283-
Animismus: Neue Betrachtungen eines evolutionistischen Begriffes
Edward Burnett Tylor (1832-1917) definierte und prägte in seinem Werk Primitive Culture den Begriff des Animismus als "primitive" Religion in einem evolutionistischen Entwicklungsmodell. Als solcher in den Sozialwissenschaften lange Zeit abgelehnt, erfuhr der Animismus-Begriff vor allem ab den 1990er-Jahren in der Sozialanthropologie eine Revitalisierung, während er in der Religionswissenschaft weiterhin zurückhaltender, vor allem in Bezug auf Materialität verwendet wird. In diesem Artikel werde ich die Frage beantworten, worin sich das zeitgenössische sozialanthropologische Verständnis des Animismus von Tylors Konzept unterscheidet. Hierzu werde ich Tylors Animismus-Theorie mit vier sozialanthropologischen Definitionen des Animismus vergleichen und abschließend argumentieren, dass sich die sozialanthropologische Konzeption des Animismus als Ontologie fundamental von Tylors Animismus-Verständnis unterscheidet und als solche auch in der Religionswissenschaft verstärkt Anwendung finden kann. In his book Primitive Culture Edward Burnett Tylor (1832–1917) defined the term animism as the supposedly "primitive" form of religion in an evolutionistic model of religious development. Rejected in this sense for a long time in Social Science the term animism underwent a revitalisation in the 1990s in Social Anthropology, whereas in Religious Science the term is currently used more reserved, mostly with regard to materiality. In this paper I will analyse the differences between the new anthropological and the Tylorian understanding of animism. For this purpose, I will compare Tylor’s concept of animism with four contemporary anthropological definitions of animism. Finally, I will argue that the anthropological concept of animism as an ontology differs fundamentally from Tylor’s theory. As such, the new animism can be used as a fruitful concept in Religious Science, too