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Der Einfluss eines sozialen Referenzpunkts auf das Risikoverhalten bei finanziellen Entscheidungen : eine experimentelle Untersuchung auf Basis der Prospect Theory
Ein sozialer Referenzpunkt entsteht, wenn Individuen die eigenen Ergebnisse in Relation zu den Ergebnissen anderer bewerten (Lindskog et al., 2022). Der individuelle Nutzen ergibt sich nicht ausschliesslich aus dem eigenen Ergebnis, sondern wird auch durch den Vergleich mit anderen beeinflusst (Lindskog et al., 2022). Hingegen berücksichtigt die Prospect Theory keine sozialen Einflüsse (Kahneman & Tversky, 1979). Die Prospect Theory beschreibt, wie Menschen Entscheidungen unter Unsicherheit treffen (Kahneman & Tversky, 1979).
Gegenstand dieser Arbeit ist die Integration zweier Perspektiven: risikoreiche finanzielle Entscheidungsprozesse im Rahmen sozialer Kontexte. Ziel ist es, den Einfluss eines sozialen Referenzpunkts auf das Risikoverhalten bei finanziellen Entscheidungen zu untersuchen.
Die Fragestellung wird in einem experimentellen Design untersucht. Dabei werden die Teilnehmenden zufällig in eine von vier Gruppen eingeteilt, die sich hinsichtlich der Position zu einem sozialen Referenzpunkt unterscheiden: Die Teilnehmenden befinden sich entweder in einem sozialen Verlust oder Gewinn. Abhängig von der Gruppenzuteilung wird den Teilnehmenden ein unterschiedlich hohes Startkapital in «Geldeinheiten» zugewiesen. Im Anschluss werden die Teilnehmenden vor die Entscheidung gestellt, ob sie ihre Geldeinheiten in eine Lotterie investieren möchten. Vor dieser Entscheidung erhalten die Teilnehmenden eine Information über das durchschnittliche Endkapital aller Teilnehmenden. Das durchschnittliche Endkapital fungiert als sozialer Referenzpunkt.
Die Ergebnisse demonstrieren, dass Personen unterhalb eines sozialen Referenzpunkts zu risikofreudigerem Verhalten neigen, im Vergleich zu Personen oberhalb eines sozialen Referenzpunkts, die tendenziell risikoaverser handeln.
Zwischen den Gruppen ultraarm und arm konnte im Investitionsverhalten kein signifikanter Unterschied festgestellt werden. Obwohl der soziale Referenzpunkt für die Gruppe ultraarm ausser Reichweite war, verhielten sie sich in etwa gleich risikofreudig wie die Gruppe arm, welche den sozialen Referenzpunkt erreichen konnte.
Ein anderes Verhalten zeigten die Gruppen reich und ultrareich: Individuen leicht über dem sozialen Referenzpunkt investierten den geringsten Teil in die Lotterie. Die Gruppe reich agierte im Vergleich zur Gruppe ultrareich risikoaverser. Allerdings war der Unterschied im Investitionsverhalten zwischen den Gruppen reich und ultrareich statistisch nicht signifikant.
Insgesamt bietet die Prospect Theory eine theoretische Grundlage für die Interpretation der Position gegenüber einem sozialen Referenzpunkt. Wenn es um die Distanz zum sozialen Referenzpunkt geht, stehen die Befunde aus dieser Untersuchung im Widerspruch zu den Annahmen der Prospect Theory.
Zusammenfassend verdeutlichen diese Ergebnisse, dass nicht nur die relative Position gegenüber dem sozialen Referenzpunkt relevant ist, sondern auch der Abstand zum sozialen Referenzpunkt. Ein sozialer Referenzpunkt beeinflusst das Risikoverhalten bei finanziellen Entscheidungen erheblich und hat weitreichende Implikationen
Decarbonising maritime shipping through multi-fuel solid oxide fuel cell pathways : synergies and trade-offs between environmental and social sustainability metrics
With the maritime shipping industry being responsible for the emission of about 2.5% of global greenhouse gas (GHG) emissions, decarbonising this sector has become a key regulatory target on the European as well as global level. A solution for a more sustainable operation of maritime vessels is proposed by the Horizon Europe project FuelSOME, which pursues the central goal of reducing the GHG emissions of the shipping sector by 50% until 2050. The approach of the project is to develop a multi-fuel capable propulsion system based on Solid Oxide Fuel Cell (SOFC) technology for maritime shipping. The envisioned fuel cell-based propulsion system is to be operated on ammonia, methanol and hydrogen. Regarding these fuels, short- and long-term sustainable supply chains are explored, and their life cycle sustainability impacts are explored.
In cooperation with project partners, foreground data on the life cycle of the multi-fuel energy generation system was used to perform a cradle-to-grave life cycle sustainability assessment (LCSA). With a focus on e-fuels from different electricity sources, the environmental and social impacts of a maritime vessel operated on ammonia, methanol and hydrogen were assessed, using a comprehensive set of indicators. The outcomes were compared to a reference case of a fossil-fuel powered vessel, which allows for a discussion of synergies and trade-offs.
Overall, certain scenarios and processes were identified as hotspots regarding environmental as well as social impacts. The fuel production was found to be the primary contributor to a majority of environmental and social impact categories. It was further found that a vessel powered by the proposed SOFC system must be operated on hydrogen produced from hydro or wind power, to reach the overarching decarbonisation goal
Ukrainian public opinion and the path to peace with Russia
A central question in the Russo-Ukrainian war is under what circumstances Ukraine will make territorial concessions in order to end the war. Ukrainian public opinion will be a crucial factor. Initially, Ukrainian public opinion rejected territorial concessions, but as costs have risen, Ukrainians have expressed more willingness to accept territorial losses in return for peace. This war helps us reassess the influence of casualties on public opinion and of public opinion on bargaining over peace. The article offers important insights both about this case and about the broader relationship between casualties and public support for war
Kontinuierliche Glukoseüberwachung in der Lehre : ein Pilotprojekt zum Erwerb wissenschaftlicher Kompetenzen in den Gesundheitsberufen
Das Abstract dieses Posters wurde veröffentlicht in Aktuelle Ernährungsmedizin 2025; 50(02): e20, verfügbar unter https://doi.org/10.1055/s-0045-1809128.Introduction: Der Einsatz von kontinuierlichen Glukosemesssensoren (CGM) in der Ausbildung von Gesundheitsberufen eröffnet innovative Wege des praxisnahen Lernens.
Objectives: In einem Pilotprojekt sollen erste Erkenntnisse dazu gewonnen werden.
Methods: Im Zuge des Lebensmittelpraktikums nahmen 27 Studierende des Studiengangs «Ernährung und Gesundheit» der Fernfachhochschule (FFHS) an 6 Lektionen im HS 24 teil. Auf freiwilliger Basis konnten sich die Teilnehmenden einen CGM, Freestyle Libre® von Abbott, applizieren (N=27). Dazu wurde eine Nicht-Zuständigkeitserklärung bei der kantonalen Ethikkommission des Kantons Zürich eingeholt (ID Req-2024-00895). Die Studierenden erhielten eine theoretische Einführung und Anleitungen zur Dokumentation nach wissenschaftlichen Kriterien. Sie führten mehrere Versuche, basierend auf wissenschaftlicher Literatur, durch. Die generierten Daten wurden statistisch ausgewertet. Die Evaluation der Veranstaltung wurde mittels Mentimeter® durchgeführt. Dazu unterlief das Modul die reguläre Modulevaluation.
Results: Die Studierenden gewannen wertvolle Einsichten in die Beeinflussung des Glukosestoffwechsels. Sie wurden zudem vor Herausforderungen bei der praktischen Erhebung von Forschungsdaten gestellt. Nicht alle Sensoren wurden über die gesamte Laufzeit von 14 Tagen getragen. Laut Teilnehmer stellte den Sensor keinen grossen Stressfaktor dar (N=18, Likert-Skala 4.1/10) und beeinflusste das üblichen Essverhalten kaum (Likert-Skala 2.9). 83% der Studierenden fühlten sich ausreichend auf die Durchführung vorbereitet. Als positive Aspekte wurden u. a. „spannende Beobachtungen“, als negative Aspekte u. a. „die Angst Diabetes zu haben“ benannt. In der Modulevaluation wurde die CKM-Aufgabe mehrmals (5/17) als eine der Lehrreichsten Übungen genannt.
Conclusion: Das aktive Erleben der Forschungsrealität bietet Studierenden grundsätzlich eine gute Gelegenheit, wissenschaftliche Kompetenzen zu erlangen. Allerdings erscheint es bei Experimenten, die wie hier im Selbsttest erfolgten, die Subjektivität/Objektivität notwendig, das subjektive Erleben bewusst vom objektiven Erheben von Forschungsdaten abzugrenzen. Neben theoretischem Fachwissen konnten auch klinisch-praktische Fähigkeiten erworben werden. Das vorgestellte Pilotprojekt kann dazu beitragen, zukünftige Fachkräfte mit einem tieferen Verständnis und einer gesteigerten Sensibilität auf die Herausforderungen des wissenschaftlichen Berufsalltags vorzubereiten. In weiteren Pilotierungen soll der wissenschaftliche Kompetenzerwerb von Anfang visualisiert und möglichst longitudinal implementiert werden
Soziale Arbeit und Strafe : was beeinflusst die Punitivität von Studierenden der Sozialen Arbeit in der Schweiz?
Sozialarbeitende sind in Bezug auf Strafeinstellungen von besonderem Interesse, da sie in ihrer beruflichen Praxis oft soziale Kontrolle ausüben und über Strafen bzw. Sanktionen entscheiden. Entsprechend sollte ein angemessener Umgang mit Sanktionierung bereits in der Ausbildung der Sozialen Arbeit eine wichtige Rolle spielen. Dieser Beitrag untersucht daher die Entwicklung der Strafeinstellungen von Studierenden der Sozialen Arbeit an einer schweizerischen Hochschule seit 2018. Die Studie nutzt verschiedene Instrumente (Einstellungen zur Todesstrafe, Punitivitätsskala, Fallvignetten), um Strafeinstellungen in Abhängigkeit der Messung zu untersuchen und Verzerrungen zu minimieren; zugleich wird eine Reihe von Einflussfaktoren auf die Strafeinstellungen geprüft. Im Zeitverlauf lässt sich eine zunehmende Punitivität insbesondere für den Bereich häusliche Gewalt konstatieren. Zudem zeigen die Analysen auch einen großen Einfluss der Messung auf: Prädiktoren wie Mediennutzung, Institutionenvertrauen und autoritäre Einstellungen beeinflussen in erster Linie allgemeine Strafeinstellungen, jedoch nur in einem geringen Maße Punitivität gemessen mit konkreten Fallvignetten
The role of insurance in flood risk management – revisited from a sustainability perspective
Parasitic plants in Europe : ecological niches and spatial patterns
Parasitic plants inhabit a wide range of ecosystems worldwide, where they may have critical roles as “ecosystem engineers”. We examined the ecology of parasitic plants in Europe. We aimed to identify habitat preferences, spatial distribution, and environmental drivers of parasitic plant functional types: euphytoid hemiparasites, obligate root parasites, and parasitic vines, and assess individual species' ecological niches.
We analysed 244 parasitic plant species in a dataset of 819,452 vegetation plots across European natural vegetation. We used a boosted regression tree model to assess the effects of macro‐climate, topography, and habitat descriptors (open, wet, saline) on the distribution of parasitic plant functional types. We analysed their distribution along the gradients of ecological indicator values. Finally, we determined the niches of individual species along all the environmental gradients.
Parasitic plants occur across Europe and in nearly all habitats. Euphytoid hemiparasites (173 species) are most abundant in colder environments with moderate to high precipitation and low precipitation seasonality. In contrast, obligate root parasites (52 species) and parasitic vines (12 species) are primarily associated with warm‐temperate to Mediterranean dry climates. All three functional types prefer nutrient‐poor to moderately rich conditions. Some species diverge from the trend of their functional type.
The spatial distribution and niches of parasitic plant functional types correspond to their fundamental physiological properties, including mode of resource acquisition and level of photosynthesis. Euphytoid hemiparasites are likely to be negatively affected by climate warming, while obligate root parasites and parasitic vines might benefit from future warmer and drier climates
Dramafreie Zusammenarbeit dank psychologischer und innerer Sicherheit schaffen
Psychologische Sicherheit ist der stärkste Prädiktor für Teamperformance. Sie zeigt sich in gleichberechtigten Redeanteilen, sozialer Sensibilität und angstfreier Kommunikation — Merkmale, die in der Zusammenarbeit leicht messbar sind
Deep retrieval at CheckThat! 2025 : identifying scientific papers from implicit social media mentions via hybrid retrieval and re-ranking
We present the methodology and results of the Deep Retrieval team for subtask 4b of the CLEF CheckThat! 2025 competition, which focuses on retrieving relevant scientific literature for given social media posts. To address this task, we propose a hybrid retrieval pipeline that combines lexical precision, semantic generalization, and deep contextual re-ranking, enabling robust retrieval that bridges the informal-to-formal language gap. Specifically, we combine BM25-based keyword matching with a FAISS vector store using a fine-tuned INF-Retriever-v1 model for dense semantic retrieval. BM25 returns the top 30 candidates, and semantic search yields 100 candidates, which are then merged and re-ranked via a large language model (LLM)-based cross-encoder.
Our approach achieves a mean reciprocal rank at 5 (MRR@5) of 76.46% on the development set and 66.43% on the hidden test set, securing the 1st position on the development leaderboard and ranking 3rd on the test leaderboard (out of 31 teams), with a relative performance gap of only 2 percentage points compared to the top-ranked system. We achieve this strong performance by running open-source models locally and without external training data, highlighting the effectiveness of a carefully designed and fine-tuned retrieval pipeline
Die Stimme der Zuhörenden : wie die Gestaltung von Podcasts deren Nutzung prägt
Das Team der ZHAW (Fachgruppe Medienpsychologie) führt leitfadengestützte Interviews mit Rezipierenden ausgewählter deutschsprachiger Podcasts, um deren Nutzung zu erforschen. Fragestellungen, die im Beitrag thematisiert und auf Basis der Interviews beantwortet werden sollen, sind u.a.: Welche Nutzungsmotive berichten Rezipierende von Podcasts? Wie selektieren Rezipierende Podcasts und nonmediale Paralleltätigkeiten? Welche Rolle spielen Nutzungsmotive bei der Podcastselektion? Wie hängen die unterschiedlichen Podcastgenres und deren Gestaltung mit der Einbettung in den Alltag der Rezipierenden zusammen