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Rezension zu: Florian Hitz, Auf den Spuren der Hugenotten und Waldenser. In 28 Tagen von Genf nach Schaffhausen. Mit einem historischen Überblick von Margrit Wiek-Werder, Pfäffikon (Schwyz)/Bern, Fink Medien AG/Stiftung VIA, 2023, 96 S., ISBN 978-3-905865-30-1
Chancengleichheit durch Elterntrainings? Analysen zur Erreichbarkeit von Eltern für einen Elternabend zum Thema Lernbegleitung
Im Beitrag wird der Frage nachgegangen, inwiefern ein Elternabend mit einem Elterntraining zum Thema Lernbegleitung zur Chancengleichheit beitragen kann. Im Fokus steht die Frage, welche Elterngruppen (in Bezug auf die Merkmale Geschlecht, Geburtsland, Muttersprache, Bildungsabschluss, Kind mit sonderpädagogischen Massnahmen, Zeit- und Energieressourcen) für einen Elternabend gewonnen werden konnten. Die Ergebnisse zeigen, dass mehrheitlich alle Elterngruppen erreicht werden konnten. Väter sowie im Ausland geborene Erziehungsberechtigte waren jedoch signifikant weniger vertreten. Zudem zeigte sich, dass die Teilnahme der Eltern insbesondere mit deren Zeit- und Energieressourcen zusammenhängt
„Es stand einst eine Burg …“ Rekonstruktion von geschichtlichem Wissen am Beispiel von Burgruinen (Inkl. Material: Arbeitsblätter und Wimmelbild)
In diesem Praxisbeitrag geht es darum, dass Lernende an dem konkreten Beispiel einer Burgruine aus dem Hochmittelalter die Arbeits- und Erkenntnismethoden von Archäolog:innen und Historiker:innen nachvollziehen lernen. Sie arbeiten ausgehend von ihren eigenen Vorstellungen, erschließen sich Informationen und rekonstruieren im Austausch mit anderen das Leben auf einer Burg im Hochmittelalter
Interviews entwickeln, durchführen und auswerten
Leitfadeninterviews zählen in den Sozialwissenschaften zudenqualitativen Methoden. Werden die Entwicklung, Durchführung und Auswertung von Leitfadeninterviews im Unterricht als Zugangsweise didaktisch angeleitet, dann arbeiten Schüler*innen im propädeutischen Sinn und üben verschiedene Denk-, Arbeits- und Handlungsweisen: Auf vielfältige und kognitiv herausfordernde Weise rekonstruieren sie subjektive Einstellungen, hier zur Frage nach dem Glücklichsein, indem sie Menschen befragen und die gesammelten Aussagen ordnen und auswerten
Aktuelle Forschungsprojekte: Digital unterstützte Spontansprachanalyse: DigiSpon 1
Die zunehmende Digitalisierung und das Fortschreiten der Entwicklung von Anwendungen der Künstlichen Intelligenz (KI) eröffnen für die logopädische Diagnostik neue Perspektiven. Besonders erstrebenswert ist eine Automatisierung von Abläufen, die aufgrund ihres Zeitaufwandes und ihrer Komplexität andernfalls kaum Anwendung in der logopädischen Praxis fänden. Dies trifft insbesondere auf die Spontansprachanalyse zu. Darunter versteht man die Analyse von kindlichen Sprachdaten, die in alltäglichen Kontexten, also z.B. im Spiel oder beim Erzählen, anfallen. Die Spontansprachanalyse wird international als wichtigste Methode der informellen Sprachdiagnostik beschrieben (Bawayan & Brown, 2022). Aufgrund ihrer hohen ökologischen Validität gelten Spontansprachdaten als bestes Fenster in die alltäglichen kommunikativen Kompetenzen von Kindern (Overton et al., 2021) und werden unter anderem für den Einsatz mit kulturell und linguistisch diversen Populationen empfohlen (Escobedo et al., 2023). Darunter fallen beispielsweise mehrsprachige Kinder, aber auch Dialektsprechende, denn vorhandene Sprachassessments sind in der Regel auf „mainstream monolingual speakers“ ausgerichtet (Heilmann & Miller, 2023). Dem großen Potenzial steht der ernüchternde Befund gegenüber, dass systematische Spontansprachanalysen in der logopädischen Praxis nur ansatzweise genutzt werden, wie internationale Befragungen mehrfach gezeigt haben (Bawayan & Brown, 2022, Klatte et al., 2022). Zwei Gründe halten Praktikerinnen und Praktiker davon ab, Spontansprachanalysen durchzuführen: der hohe Zeitaufwand für die Durchführung sowie die Komplexität der Auswertung
„Nachhaltigkeit“: Ja klar, aber welche? Nachhaltigkeitskonzepte und ihre Implikationen für die Philosophiedidaktik
Effects of mobility on dialect change: Introducing the linguistic mobility index
Increased geographical mobility prompts dialectologists to factor in survey participants' exposure to linguistic variation in their research. Changing mobility patterns (e.g. longer-distance commuting; easier relocation to distant places for work, study or marriage) have caused linguistic connections to become much more diverse, potentially contributing to the acceleration of dialect change. In this methodological work we propose the Linguistic Mobility Index (LMI) to estimate long-term exposure to dialectal variation and thereby to provide a reference of localness about survey participants. Based on data about a survey participant's linguistic biography, an LMI may comprise combinations of influential agents and environments, such as the dialects of parents and long-term partners, the places where participants have lived and worked, and the participants' level of education. We encapsulate the linguistic effects of these agents based on linguistic differences, the intensity and importance of the relationship. We quantify the linguistic effects in three steps. 1) The linguistic effect of an agent is represented by a linguistic distance, 2) This linguistic distance is weighted based on the intensity of the participant's exposure to the agent, and 3) Further weighted according to the relationship embodied by the agent. LMI is conceptualised and evaluated based on 500 speakers from 125 localities in the Swiss German Dialects Across Time and Space (SDATS) corpus, and guidance is provided for establishing LMI in other linguistic studies. For the assessment of LMI's applicability to other studies, four LMI prototypes are constructed based on the SDATS corpus, employing different theoretical considerations and combinations of influential agents and environments to simulate the availability of biographical data in other studies. Using mixed-effects modelling, we evaluate the utility of the LMI prototypes as predictors of dialect change between historic and contemporary linguistic data of Swiss German. The LMI prototypes successfully show that higher exposure to dialectal variation contributes to more dialect change and that its effect is stronger than some sociodemographic variables that are often tested for affecting dialect change (e.g. sex and educational background)
Reflexionen von Schüler*innen zu Rassismus und Geschichte im Kontext globalhistorisch perspektivierten Unterrichts
Der Beitrag thematisiert Perspektiven von Schüler*innen auf globalhistorischen Geschichtsunterricht mit dem thematischen Fokus auf Rassismus und daraus resultierende Möglichkeiten zur kritischen Auseinandersetzung mit Macht- und Ungleichheitsverhältnissen. Empirische Grundlage sind Interviews mit neun Schüler*innen, in welchen sie den selbst erlebten Unterricht reflektierten. Die Ergebnisse zeigen, dass die Unterrichtseinheiten es ihnen ermöglichen, bereits behandelte historische Inhalte neu zu perspektivieren. Zudem schreiben die Schüler*innen Rassismus eine gesellschaftliche Relevanz zu, wobei dieser Gegenwartsbezug nicht zwingend mit der Reflexion eigener Subjektpositionen einhergeht. Dies zeigt die Bedeutsamkeit von Lebensweltbezügen für eine vertiefte Auseinandersetzung auf. Eine Diskussion von Gegenwarts- und Lebensweltbezügen im Unterricht ist deshalb entscheidend. Erst so können Schüler*innen Rassismus als ein globales Phänomen der Gegenwart historisch verorten sowie damit einhergehende Macht- und Ungleichheitsverhältnisse (selbst-)kritisch reflektieren