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Rezension zu: Koller, Hans-Christoph (2018). Bildung anders denken. Einführung in die Theorie transformatorischer Bildungsprozesse
Doing governance - eine praxistheoretische Perspektive auf Governance im Bildungswesen
Die Educational Governance-Perspektive ist geprägt von den theoretischen Prämissen einer akteurtheoretischen Position, sekundiert von Konzepten des Akteurzentrierten Institutionalismus. Dieser Beitrag diskutiert die Herausforderungen, mit einem Fokus auf die Intentionen der Akteure bzw. der Institutionen das „transintentionale Wirken“ der Akteurkonstellation theoretisch fassen zu wollen. Als Alternative wird eine praxistheoretische Perspektive auf das doing governance vorgeschlagen. Mit einem praxistheoretischen Fokus auf Vollzug von Governance kommt das Zusammenwirken der Konstellation in den Blick, das sich weder auf Intentionen noch auf das Umsetzen von Institutionen reduzieren lässt. Schließlich wird am Beispiel eines ethnographischen Forschungsprojekts skizziert, wie eine praxistheoretische Erforschung von Governance umgesetzt werden kann
Praktiken der Durchlässigkeit als Ausdruck einer spezifischen Selektionskultur
Durchlässigkeit auf der Sekundarstufe I gilt bildungspolitisch als wichtiges Instrument zur Gewährung von Chancengleichheit, da sie es ermöglicht, frühere Selektionsentscheide zu korrigieren. Im Kontrast dazu analysiert dieser Beitrag Durchlässigkeit als Ausdruck einer spezifischen Selektionskultur. Basierend auf einer ethnografischen Studie zur kommunalen Governance wird analysiert, wie kommunale Akteur_innen die Durchlässigkeit ihrer Schule interpretieren und dabei unterschiedliche Deutungen offenbaren. Mit Mary Douglas und Bruno Latour wird die in dieser Gemeinde praktizierte Durchlässigkeit in Relation zur Klassifikation, zur Überschreitung der Klassifikationsgrenzen sowie zu damit verbundenen Trennungs- und Reinigungspraktiken analysiert. Im diskutierten ethnografischen Beispiel wird Durchlässigkeit in Selektionspraktiken übersetzt, welche die ‚Reinheit‘ der fachspezifischen Klassifikation erhöhen und damit die hierarchisierende Ordnung verfestigen
Lehrberuf: Vorbereitung, Berufseinstieg, Perspektiven: Beiträge aus der Professionsforschung
Forschungsprojekt «Erfolgreich in die Schule»: Erste Ergebnisse und Rückmeldung an die Teilnehmenden
Grunderfahrungen, Werte und Normen begründen und reflektieren: Didaktische Rekonstruktion des Kompetenzbereichs 11 als Grundlage zur Entwicklung von Lernarrangements
Children of the crisis: ethnographic perspectives on unaccompanied refugee youth in and en route to Europe
This special issue explores the ways unaccompanied refugee youth in and en route to Europe actively deal with the intensification of exclusionary practices towards migrants and refugees. In the Introduction we aim to set the scene for the individual articles by sketching the various political, historical and discursive levels at which the unaccompanied minor has come to be constructed as a crisis figure in Europe. We show how the sense of exceptionality attached to this figure translates into ambiguous and at times extremely contradictory social practices that have far-reaching effects on the lives of refugee youth. In paying attention to the conceptual flaws and dangers inherent in linking unaccompanied minors to ideas of crisis, we aim to demonstrate the importance of taking seriously the ways young people themselves make sense of the ascriptions, ideas and practices they are subject to. We suggest that ethnographically driven research that lays the focus on the ways young people actively navigate the ambiguous social landscapes they are confronted with can form an important means to move beyond the simplistic and ahistorical models of explanation put forward by frameworks of crisis