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Thermochromie und die Funktionsweise von Thermopapier
Thermopapiere werden zum schnellen Ausdruck von Belegen eingesetzt. Sie enthalten ein thermochromes Dreikomponentengemisch aus Leukofarbstoff und einem sauren phenolischen Entwickler, eingearbeitet in einen langkettigen Alkohol, das Solvens. Der Entwickler ist wegen der Verkapselung des Leukofarbstoffs im Solvens nicht in der Lage, diesen zu protonieren und damit in seine farbige Form überzuführen. Erst durch Einwirkung von Hitze schmilzt das Solvens, wodurch die Farbreaktion des Entwicklers mit dem Leukofarbstoff ermöglicht wird. In diesem Beitrag werden thermochrome Dreikomponentengemische aus Kristallviolettlacton (CVL) als Leukofarbstoff, Alkylgallat als Entwickler und 1-Tetradecanol als Solvens vorgestellt, die sich sehr gut dazu eignen, den Einfluss der Löslichkeit vom Entwickler im Solvens in Abhängigkeit der Alkylkettenlängendifferenz ihrer Moleküle auf das thermochrome Verhalten experimentell zu zeigen. Auch der Einfluss hoher bzw. geringer Solvensanteile auf den Farbkontrast wird deutlich. Wir untersuchen, weshalb heißes Wasser Thermopapier schwarz färbt, heißes Öl hingegen keine Farbreaktion auslöst, womit die Thematik um thermochrome Gemische für die Schule in einen interessanten Kontext mit starkem Alltagsbezug gesetzt wird
Wollen wir ewig leben?
Philosophieren... kann man auch Zuhause:
Da die Veranstaltungsreihe «Philosophieren...» unterbrochen werden musste, werden hier die Anregungen zum geplanten Gesprächsthema «Wollen wir ewig leben?» online veröffentlicht. Für kleine Philosophinnen und Philosophen wird das Gedankenexperiment in einen Stop-Motion-Film verpackt.
Das Gesprächsformat «Philosophieren... mit Kindern, mit Erwachsenen», welches gemeinsam von der Dampfzentrale Bern, dem Schlachthaus Theater Bern und dem Alpinen Museums der Schweiz entwickelt und durchgeführt wird, hat zum Ziel Kinder und Erwachsene mittels Gedankenexperimenten zum Philosophieren anzuregen. Die Veranstaltungsreihe findet voraussichtlich ab Herbst 2020 wieder monatlich im Wechsel in der Dampfzentrale Bern, Schlachthaus Theater Bern oder Alpinen Museum der Schweiz statt
Experimentieren in Natur und Technik
Wer eigenständig und selbstverantwortlich handeln kann, ist im Zeitalter der Digitalisierung bestens gewappnet. Ein Mittel das zu erreichen sind Unterrichtsformen des selbst organisierten Lernens (SOL). Dieses Studienbuch beinhaltet die Grundlagen sowie ein Modell zur Analyse und Weiterentwicklung des SOL. Beispiele aus der Praxis helfen bei der Umsetzung. Erfahren Sie, wie Sie Lerngruppen etablieren und reichhaltige Aufgaben für die Fächer Deutsch, Mathematik, Fremdsprachen und Natur, Mensch, Gesellschaft gestalten
Latente Fingerabdrücke auf Thermopapier
Fingerabdrücke sind eines der wichtigsten Beweismittel bei der Aufklärung von Kriminalfällen, ihre Sicherung zählt daher zu den Hauptaufgaben der Forensik. Beim Sichtbarmachen latenter Fingerabdrücke auf Quittungsbelegen stehen Forensiker vor einer schwierigen Aufgabe, da viele gängige Nachweismethoden die Farbreaktion im Thermopapier auslösen, womit dieses schwarz, der Aufdruck unleserlich und damit die Beweiskraft des Belegs zunichte gemacht wird. Die Zusammenhänge um thermochrome Dreikomponentengemische helfen, die Entwicklung eines Fingerabdrucks auf Thermopapier durch gezielte Wärmeeinwirkung zu verstehen. Die Schwärzung des Thermopapiers am Ort des Fingerabdrucks beruht nach unseren Ergebnissen auf Zwischenmolekularen Kräften. Neu ausgebildete Kräfte zwischen den Molekülen der hydrophoben Fingerabdrucksekrete und den Komponenten des thermochromen Gemischs im Thermopapier führen dazu, dass der im Papier eingelagerte Farbentwickler und Leukofarbstoff schon bei geringerer Hitzeeinwirkung mobilisiert werden und so den schwarzen Entwickler-Farbstoff-Komplex bilden können. Diese Hypothese wird durch eine neu entwickelte Methode gestützt, wonach Fingerabdrücke auch durch Eintauchen des Quittungsbelegs in heißes Wasser entwickelt werden können
Selbst- und Fremdwahrnehmung von Unterricht anhand von Schülerrückmeldungen
Schülerfeedback bietet für Lehrpersonen eine wichtige Zusatzinformation zur eigenen Unterrichtsbeurteilung und kann sehr wertvoll für die Reflexion des Unterrichts, die Unterrichtsqualität sowie die Entwicklung der professionellen Kompetenz der Lehrperson sein. Für Lehrpersonen kann dabei insbesondere die Auseinandersetzung mit der Fremdbeurteilung, dem Feedback der Schülerinnen und Schüler, im Vergleich zur eigenen Wahrnehmung, aufschlussreich sein. Blinde Flecken in der Eigenwahrnehmung können dadurch aufgedeckt, das Selbstbild erweitert sowie der Unterricht weiterentwickelt werden. Im Projekt SelFreflex haben Studierende im Rahmen des Quartalspraktikums Schülerrückmeldungen zum eigenen Unterricht eingeholt und zeitgleich auch eine eigene Einschätzung des Unterrichts vorgenommen. Am Projekt nahmen zwei Studienjahrgänge der Sekundarstufe I der PH Zürich teil (FS17 & FS18, total N = 235). Die Erkenntnisse der Schülerbefragung mussten die Studierenden in einem vorstrukturierten Reflexionsbogen erläutern, wobei der Vergleich von Fremd- und Selbsteinschätzung explizit eingefordert wurde. Die Reflexionsbögen wurden anschliessend eingesammelt und inhaltsanalytisch anhand eines sowohl induktiv als auch deduktiv gebildeten Kategoriensystems ausgewertet. Die Ergebnisse zeigen, dass die angehenden Lehrpersonen die Arbeit mit Schülerfeedback grundsätzlich als wertvoll erachten. Bei der Analyse der Reflexionsbögen wird ersichtlich, dass die Studierenden ihren Unterricht überwiegend positiv bewerten und Aspekte thematisieren, die hauptsächlich die Sichtstruktur des Unterrichts betreffen. Eine Orientierung am Lernen der Schülerinnen und Schüler findet kaum statt. Viele Studierende berichten, dass der Unterricht von ihnen und den Schülerinnen und Schülern sehr ähnlich wahrgenommen wurde, fast ebenso viele Studierende haben unterschiedliche Wahrnehmungen des Unterrichts festgestellt. Eine Mehrheit der Studierenden fühlt sich jedoch in ihrer Unterrichtseinschätzung bestätigt. Unterschiedliche Wahrnehmungen werden zumeist auf interessensbezogene oder andere persönlichkeitsabhängige Gründe zurückgeführt und als dem Unterricht inhärent angesehen. Es bleibt damit unklar, inwiefern die Schülerrückmeldungen eine kritische Reflexion der Selbstwahrnehmung anstossen und Unterrichtsentwicklung unterstützen konnten. Auf der Grundlage der Erkenntnisse sind weitere Bemühungen in Forschungs- und Entwicklungsprojekten notwendig und wünschenswert
Ich versteh euch nicht
Der Übergang vom Elternhaus in den Kindergarten ist für alle Kinder ein wichtiger Schritt. Sie müssen zwei unterschiedliche Entwicklungsumgebungen nebeneinander bewältigen. Kinder aus Migrantenfamilien sind in besonderem Masse gefordert, denn sie sind einerseits mit einer neuen Sprache und andererseits mit anderen kulturellen Werten, Abläufen und Regeln konfrontiert
Videobasierte Unterrichtsforschung: Aufnahmen mit zwei Kameras – und dann?
Videobasierte Verfahren erfreuen sich insbesondere in dersozialwissenschaftlichen Schul- und Unterrichtsforschung zunehmender Beliebtheit fürunterschiedliche Untersuchungsanlagen. Oft wird für die Erhebung ein mehrperspektivischerZugang gewählt und mittels zwei Kameras umgesetzt (Zwei-Kamera-Strategie). Wie in dennachfolgenden Arbeitsschritten mit Aufnahmen aus zwei Kameras umgegangen wird, ist jedochhäufig nicht nachvollziehbar, da detaillierte Informationen zur Handhabung der Mehrperspektivitätwährend der Datenaufbereitung bzw. -analyse in den entsprechenden Publikationen weitgehendfehlen. Anhand von drei Situationen aus einem videobasierten Projekt, das wir auf derKindergartenstufe in der Schweiz durchgeführt haben, identifizieren wir möglicheErkenntnisgewinne. Diese können insbesondere durch den systematischen Einbezug der zweitenKamera während der Datenaufbereitung erzielt werden. Damit leisten wir einen Beitrag zu denlaufenden, methodischen Diskussionen, die mit der zunehmenden Verbreitung von Videoseinhergehen