Publikationsserver (OPUS) der Filmuniversität Babelsberg KONRAD WOLF
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Film und Fang am Amazonas
This work investigates the 1925 German film Urwelt im Urwald, directed by Adolf Freiherr von Dungern and produced during a Ufa-funded expedition to Brazil’s Amazon region to document the local fauna. At the time, the film was a critical and commercial success, hailed as a masterpiece of the Tierfilm and Kulturfilm genres; today, however, it is considered a lost film. The work reconstructs the film’s narrative and production context, analyzes its reception in Germany, and discusses its visual and ideological portrayals of the Amazon and Brazil. Special attention is given to the film’s colonial dimensions, including the exoticization of nature, the racialized depictions of Brazilian society by members of the expedition, and the associated practices of hunting and animal collecting. The study is structured around two parallel levels: first, the cinematic work, through a possible reconstruction of the film, based on available textual and visual sources, and its immediate reception through the analysis of reviews in specialized magazines and daily newspapers; and second, the expedition’s history and its material outcomes, i.e., the animal specimens brought back to Germany. This work contributes to the fields of film history and film heritage, postcolonial studies, history of science and natural history and transnational cultural exchange between Germany and Brazil in the early 20th century
Die Fünfte Wand : Film als kreatives Werkzeug für das immersive, zeitgenössische Bühnenerlebnis
Die Masterarbeit, "Die Fünfte Wand - Film als kreatives Werkzeug für das immersive, zeitgenössische Bühnenerlebnis", untersucht die innovative Nutzung von Film im Theater, um immersive und zeitgenössische Bühnenerlebnisse zu schaffen. Die Arbeit beinhaltet ein Experteninterview mit dem Chefchoreograf des Nürnberger Staatsballetts ‘Goyo Montero’ und analysiert, wie filmische Techniken und audiovisuelle Medien die traditionellen Grenzen des Theaters erweitern können. Dabei wird das Konzept der "Fünften Wand" eingeführt, das die Interaktion zwischen Bühne und Publikum durch filmische Mittel beschreibt und vertieft. Anhand von praktischen Beispielen werden die Potenziale und Herausforderungen der Integration von Film in Bühneninszenierungn dargelegt und es wird aufgezeigt, wie diese Symbiose zur Schaffung neuer künstlerischer Ausdrucksformen und intensiverer Zuschauererlebnisse beiträgt
Die Zukunft der Filmförderung in Deutschland : Veränderungen im Produktionsablauf und Cash Flow durch Virtual Production
Die Netflix-Serie 1899 ist eine der teuersten Serienproduktion Deutschlands. Das Projekt wurde mittels Virtual Production mit einer LED-Wand im Filmstudio Babelsberg realisiert. Die Dark Bay war zur Drehzeit das größte Virtual Production Volume Europas. Nach der Serie blieb der Hype für die Nutzung der Produktionstechnologie in Deutschland aus, obwohl weltweit Teilwerke von Filmen und Serien weiterhin damit umgesetzt werden. Das Ziel in der vorliegenden Arbeit ist es, Veränderungen im Produktionsablauf und Cashflow bei Virtual Production zu klären und damit Empfehlungen für die Anpassung der Filmförderung in Deutschland auszusprechen. Dazu wird die folgende Forschungsfrage gestellt: „Welche Rolle spielen Filmförderungen in Deutschland bei der Unterstützung von Virtual Production, und wie müssen ihre Förderstrategien angepasst werden, um den neuen Anforderungen im Produktionsablauf und Cashflow gerecht zu werden?“ Um die Forschungsfrage zu beantworten, wurden drei qualitative Expert:innen-Interviews geführt mit Personen der VFX-Firma Trixter GmbH, der Investitionsbank des Landes Brandenburg und dem regionalen Filmförderer Medienboard Berlin-Brandenburg. Des Weiteren wurde eine SWOT-Analyse für den regionalen Filmförderer Medienboard Berlin-Brandenburg durchgeführt, um den IST-Zustand für eine Virtual Production Fördermaßnahme einzuordnen. Mittels der studentischen Kurzfilm Virtual Production XVI. TOWER wurden Veränderungen im Produktionsablauf und Cashflow durch eine Virtual Production festgestellt. Die Interviews zeigten, dass die Filmförderung in Deutschland angepasst werden muss, um Virtual Production zu ermöglichen. Die SWOT-Analyse ergab, dass das Medienboard Berlin-Brandenburg durch die Erfahrungen der Serie 1899 passende Grundvoraussetzungen für eine eigenständige Virtual Production Förderung hat. Die Beschreibung der Virtual Production XVI. TOWER zeigt, dass die Vorproduktion aufwendiger wird und der Cashflow in der Vorproduktion und beim Dreh verstärkt belastet wird. Um nachhaltige Strukturen für die Anwendung von Virtual Production zu schaffen, müssen tiefgreifende Veränderungen der deutschen Filmförderung umgesetzt werden
Die Renaissance des Puppenspiels : Traditionelle Techniken im digitalen Zeitalter
Die vorliegende Bachelorarbeit beschäftigt sich mit Puppenspiel im Kontext traditioneller Techniken und ihrer Bedeutung im digitalen Zeitalter. Ziel ist es, Anwendungsbeispiele von Puppenspiel im (Animations-)film aufzuzeigen und ein Interesse für das Live-Puppenspiel im bewegten Bild zu wecken. Dabei soll es nicht um die Arbeit mit Stop-Motion-Puppen gehen, die eine offensichtliche Schnittstelle zwischen Animation und Puppenspiel darstellen, sondern vielmehr um den Vergleich von Zeichentrick- bzw. Computeranimation mit Stab- bzw. Handpuppenspiel und die Möglichkeiten, diese vor allem im bewegten Bild miteinander zu verbinden. Die Techniken „Pixilation“, „Motion Capture“ und „Machinima“ sowie Tools wie „Leap Motion Rig“ und „MetaHuman Animator“ werden vorgestellt und ihr Bezug zum Puppenspiel in der digitalen Welt hergestellt. Ferner zeigt diese Arbeit neue Animations- und Puppenspieltechniken der modernen Theater und die Entwicklung des Puppenspiels im Fernsehen auf. Eine Reihe bekannter und weniger bekannter Produktionen zeigt beispielhaft, wie die Integration des Puppenspiels die Medienlandschaft bereichert. Im anschließenden Interview mit der Animatorin Prof. Katrin Albers spricht sie über ihre Leidenschaft für Animation und Puppenspiel, die emotionale Tiefe des Puppenspiels und ihre Kritik an Deutschlands konservativer Haltung gegenüber dieser Kunstform. Zum Abschluss werden die Zukunftsperspektiven des Puppenspiels im digitalen Zeitalter erläutert. Mit dieser Arbeit möchte ich einen Beitrag zur Erkenntnis leisten, wie das Puppenspiel durch technologische Innovation bereichert und neu interpretiert werden kann
Filmflut : Eine Gegenüberstellung verschiedener Perspektiven zur Anzahl deutscher Kinofilme
Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit der Diskussion um die Anzahl der deutschen Kinofilme. Es wird erkannt, dass das Thema zwar stattfindet in der öffentlichen Branchendiskussion, es aber wenig Forschung zu der Fragestellung gibt. Im ersten Teil der Masterarbeit wird das Kinojahr 2023 analysiert und anschließend die Entwicklung der Ticket- und Umsatzzahlen seit 2015 betrachtet. Ebenso wird die Entwicklung der Neustarts, der Kinos und Leinwände und der Startkopien behandelt, bevor die Besuchsverteilung der Filmcharts analysiert wird. Anschließend wird der aktuelle Stand der Debatte nachgezeichnet. Während ökonomische oder kulturelle Argumente aufgeführt werden, die für oder gegen eine Reduktion der Anzahl der Filme sprechen, taucht häufig die Forderung auf, dass Qualität und Sichtbarkeit der Filme verbessert werden müssten. Es wird deutlich, dass verschiedene Marktteilnehmer:innen unterschiedliche Interessen verfolgen. In dieser Masterarbeit wird versucht, die verschiedenen Perspektiven der Marktteilnehmenden zusammenzutragen. Um diese zu erfassen, werden qualitative Interviews mit Expert:innen geführt, die aus den unterschiedlichen Stationen entlang der Wertschöpfungskette eines Kinofilms entstammen. Bewertet wird die Anzahl der Kinofilme von den Befragten anhand 5 verschiedener Dimensionen: ökonomisch, kulturell, politisch, sozial und ökologisch. Die Ergebnisse werden anschließend analysiert und verglichen, dabei werden unterschiedliche Interessen deutlich. Auch in den Interviews wird ein Fokus auf Qualität und Sichtbarkeit der Filme gelegt. Darüber hinaus bewerten die Interviewten die Anzahl der Filme unterschiedlich, bieten aber Lösungsvorschläge für die jeweils genannten Probleme an. Für die kommenden Jahre prognostizieren die meisten einen Rückgang der Zahl der Filme
Der Westerborkfilm
1944 wird im Auftrag der SS im »Judendurchgangslager« Westerbork in den besetzten Niederlanden ein Film gedreht. Auch die Abfertigung eines Zuges, der fast 1000 Personen nach Bergen-Belsen und Auschwitz deportiert, wird aufgezeichnet. 1956 verwendet Alain Resnais Einstellungen dieser Szenen in seinem Film NUIT ET BROUILLARD. Damit beginnt die Bilderreise des Westerborkfilms, der bald zum festen Bestandteil einer neu entstehenden, mitfühlenden Holocaust-Erinnerung wird und heute zu ihren Bildikonen gehört. Fabian Schmidts Buch erzählt diese Rezeptionsgeschichte auf der Basis empirisch gewonnener Filmdaten und rekonstruiert die Bedeutung des Westerborkfilms für die Formierung der Erinnerungskultur
Mit Wolkenkratzer und Handtasche
Museen und Ausstellungen gehörten zu den ersten Orten, an denen Filme öffentlich zu erleben waren. Als sich das Kino als dominierende Vorführstätte durchsetzte, wurde in verschiedenen Ländern die Einrichtung von eigenständigen Filmmuseen gefordert. Mit dem Begriff waren verschiedene Vorstellungen verbunden.
Eine Hochzeit erlebten museale Fimausstellungen und die Debatten um die Einrichtung eines Filmmuseums in den 1920er und frühen 1930er Jahren. Im Kontext von kommerziellen, temporären Ausstellungen wurden museografische Methoden umgesetzt, mögliche Exponate gefunden und Präsentationsweisen erprobt. Sowohl die Konzeptionen der Ausstellungen in Europa und den USA als auch die zuweilen ablehnenden Debatten waren von filmtheoretischen Prämissen und der Filmkultur der Zeit bestimmt. Zugleich entstanden an Technikmuseen eigene Filmabteilungen innerhalb der Dauerausstellungen. Zwar herrschte eine Pluralität von Methoden zwischen den einzelnen Einrichtungen, doch waren sie durch grenzüberschreitende Vernetzungen voneinander beeinflusst. Erst nach dem Zweiten Weltkrieg setzte sich die museografische Methode der Cinémathèque française international durch. Die Ausstellung zum 60. Jubiläum des Kinos exportierte sie in den 1950er Jahren international, sodass auch Besucher in München und Berlin die Gelegenheit bekamen, eine bestimmte Art des Ausstellens mit dem Begriff Filmmuseum zu verbinden. Das Deutsche Filmmuseum in Frankfurt am Main entstand im Wissen um die kanonisierte Stellung der Pariser Institution, nahm zugleich aber die Geschichte des Filmausstellens auf
David Lynchs »Mulholland Drive« verstehen
»Mulholland Drive« (2001) von David Lynch ist ein Filmklassiker und ein Stück Popkultur. Seine Attraktion beruht vor allem auf der bedeutungsoffenen und »verrätselnden« Erzählweise, welche Zuschauende zur Interpretation einlädt. Christine Lang legt in einer detaillierten Studie dar, wie sich diese Rezeptionsbeziehung realisiert. Sie analysiert die narrative Struktur und die ästhetischen Strategien mit Methoden und Begriffen der Dramaturgie und macht den Film und seine avancierte Erzählweise dadurch inhaltlich nachvollziehbar
Alles nur geklaut? : Die Wirkung von Inspirationen und Eindrücken auf das filmische Schaffen
Die hier vorliegende Bachelorarbeit untersucht, inwiefern sich Einflüsse, Inspirationen und Eindrücke auf das kreative und filmische Schaffen auswirken. Anhand von verschiedenen Beispielen aus Filmen und ausgewählten Regiearbeiten wird erläutert, aus welchen Gründen Kunstschaffende sich auf bereits bestehende Werke beziehen, welche Arten des Einflusses auf eine Person wirken und wie ein kreativer Prozess diesbezüglich aufgebaut sein kann. Darüber hinaus wird betrachtet, in welchen Fällen eine Reproduktion von bereits existierenden Vorlagen als kreativer Diebstahl angesehen wird, wann das Benutzen fremder Vorlagen unrechtmäßig und wann es nicht vermeidbar ist. Ebenso wird die Wirkung von Inspirationen und Eindrücken anhand der eigenen studentischen Regiearbeit reflektiert