aliceOpen – Der Publikationsserver der Alice Salomon Hochschule Berlin
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Auf dem Weg zu einer Kritischen Psychotherapie
Der Autor reinterpretiert wesentliche Bestandteile der personzentrierten Therapiekonzeption auf der Grundlage kritisch-psychologischer Kategorien und versucht auf diesem Wege, Impulse für die Konzeptionalisierung einer Kritischen Psychotherapie zu erarbeiten. Dabei fasst er erstens das personzentrierte Inkongruenzkonzept als Auseinanderfallen von emotionaler und kognitiver Weltbegegnung. Zweitens reinterpretiert er das Konzept der therapeutischen Alter-Ego-Beziehung als Überführung der Klient*innensicht in eine auf dem Bedeutungs-Begründungs- Zusammenhang basierende Sichtweise. Und drittens ordnet er die Konzeption der Dialog-Beziehung vor dem Hintergrund der Holzkamp’schen Auffassung zur Sozialen Selbstverständigung ein.Towards a Critical Psychotherapy-Impulses from (a critique of) personcentered therapy
The author reinterprets essential aspects of the conception of person-centered therapy using categories of critical psychology. Based on this analysis, he attempts to develop conceptual impulses for a Critical Psychotherapy. Firstly, he conceptualizes the person-centered concept of incongruency as a discrepancy between the emotional and the cognitive mode of encountering the world. Secondly, he reinterprets the concept of the therapeutical alter- ego-relationship as a transformation of the client’s point of view into a view based on the meaning-reason-complex. Thirdly he contextualizes the dialogue-relationship in light of Holzkamp’s ideas of social self-understanding
"Ja, in Quarantäne war ich auch noch."
Wie erleb(t)en junge Menschen und Familien, welche Hilfen zur Erziehung (HzE) oder Hilfen für Junge Volljährige (HfJV) gemäß SGB VIII in Anspruch nehmen, die Zeit der COVID-19 Pandemie? Diese Frage wurde bereits im März 2020 mit Beginn des ersten Lockdowns von Fachkräften des Jugendamtes Berlin Mitte gestellt und in einem Praxisforschungsprojekt mit Studierenden des Masterstudiengangs „Praxisforschung in Sozialer Arbeit und Pädagogik“ der Alice-Salomon-Hochschule (ASH) Berlin unter Leitung von Prof. Dr. Regina Rätz in den Jahren 2020 und 2021 erforscht. Insbesondere die Erfahrungen der Menschen mit dem Hilfesystem, u.a. um Anregungen und Verbesserungen daraus ableiten zu können, standen im Fokus der Untersuchung. Im vorliegenden Text werden der Forschungsprozess und die Ergebnisse aus der zweiten Erhebungsphase im Jahr 2021 vorgestellt.
Dies ist eine der ersten Studien, die Einblicke aus der Sicht von Adressat_innen, die Leistungen der Kinder- und Jugendhilfe gem. §§ 27, 41 SGB VIII/KJHG in Anspruch nehmen, gibt.
Zentrale Ergebnisse: Während der mehr als einjährigen Pandemie entstanden neue (Hilfe-)Strukturen, aber: Diese sind aus Sicht der Interviewten diffus und entgrenzt, so dass der Überblick und die Orientierung verloren gingen. Der zweite Lockdown wurde in seiner Länge in der Lebenswelt der Interviewten zum Alltag. Die anhaltende COVID-19 Pandemie und die damit verbundenen Maßnahmen zu deren Eindämmung verstärkten die Heteronomie der Adressat*innen im Hilfesystem. Es wurde deutlich, dass es Räume zum Erzählen über die Erfahrungen der Pandemie bedarf. Die Menschen in den HzE und HFJV brauchen für die Erledigung der Aufgaben, die sich aus den Hilfeplanzielen ergeben, mehr Zeit, die ihnen bei Bedarf durch die Verlängerung der Hilfen zugestanden werden sollte. Der individuelle Hilfeplan bedarf unter Berücksichtigung der Chancenungleichheiten in der Pandemie und zu deren Ausgleich einer Anpassung u.a. bei der Formulierung von Zielen. Von Seiten der Fachkräfte und der Institutionen wird Verlässlichkeit in den Abläufen und Terminen der Hilfeplanung benötigt. Druck durch das Hilfesystem auf die Adressat*innen gilt es zu vermeiden, um die mit der Pandemie veränderten Anforderungen, bekannte und neu entstandene Benachteiligungssituationen und den Verlust von Routinen im Alltag bewältigen zu können
Zum Verhältnis von Kritischer Psychologie und ›systemischem Denken‹ in Bezug auf die Möglichkeit, Psychotherapie theoretisch zu fundieren
Im Aufsatz wird das »systemischen Denken« als junges Paradigma für psychotherapeutische Konzepte vorgestellt, in dessen Abgrenzung zu anderen psychotherapeutischen Traditionen der Autor gemeinsame Bezugspunkte mit der Kritischen Psychologie erkennt. Mit dem Ziel, den theoretischen Kern des systemischen Denkens zu identifizieren, wird auf die theoriegeschichtliche Entwicklung eingegangen, deren Anfänge in den Arbeiten Gregory Batesons gesehen werden. Die kursorische Rekonstruktion das Ansatzes zielt vor allem darauf ab aufzuzeigen, inwiefern es im systemischen Denken theoretisch kohärent ist, eine eigenständige
Konzeption von Psychotherapie im engeren Sinne entwickelt zu haben. Ein fiktives, historisches Fallbeispiel von Hysterie soll die Unterschiede zwischen den Theoretisierungen einer psychopathologischen Problematik im Sinne der Freud’schen Psychoanalyse, der Kritischen Psychologie und der Systemik weiter
explizieren, veranschaulichen und die sozialgeschichtlichen Bedingungen für die Verbreitung der systemischen Therapiepraxis seit den 1970er Jahren erkennbar machen. Im Fazit stellt der Autor die Tabuisierung von gesellschaftskritischen Wahrheits- bzw. Geltungsansprüchen als Wesensmerkmal und Kernproblem des
systemischen Ansatzes heraus.On the relationship between critical psychology and ›systemic thinking‹ in relation to the possibility of theoretically grounding psychotherapy
In the essay, »systemic thinking« is presented as a young paradigm for psychotherapeutic concepts, in whose differentiation from other psychotherapeutic traditions the author recognises common points of reference with Critical Psychology. With the aim of identifying the theoretical core of systemic thinking, the historical development of the theory is discussed, the beginnings of which are seen in the work of Gregory Bateson. The cursory reconstruction of the approach aims above all to show to what extent it is theoretically coherent in systemic thinking to have developed an independent conception of psychotherapy in the narrower sense. A fictitious, historical case study of hysteria is used to further explicate and illustrate the differences between the theorisations of a psychopathological problematic in the sense of Freudian psychoanalysis, Critical Psychology and systemics, and to make the socio-historical conditions for the spread of systemic therapy practice since the 1970s recognisable. In the conclusion, the author highlights the tabooing of sociocritical truth or validity claims as a characteristic and core problem of the systemic approach
PartNet-Diskussionspapier: Beteiligte an Partizipativer Gesundheitsforschung
Das PartNet-Diskussionspapier: Beteiligte an Partizipativer Gesundheitsforschung (PGF) hat das Ziel einer eindeutigeren Bezeichnung und Darstellung von Beteiligten in der PGF und entstand im Rahmen eines breiten Diskussionsprozesses im PartNet.
Am 20.09.2019 begann innerhalb von PartNet eine kritisch-konstruktive Auseinandersetzung unter dem Motto: „Praxispartner*innen - Konkretisierung eines „naiven“ Begriffs“. Die Ergebnisse wurden dokumentiert und im Zuge von weiteren Workshops sowie Rückmeldungs¬schleifen innerhalb von PartNet zu diesem Diskussionspapier weiterentwickelt.
Im Diskussionspapier werden „Beteiligte“ in der PGF genauer bestimmt. Für die Konkretisierung verschiedener „Beteiligter“ werden Begriffe (Wissenschaftler:innen, Fachkräfte, Expert:innen aus Erfahrung) angeboten, definiert, anhand eines grafischen Modells zueinander in Beziehung gesetzt, durch Projektbeispiele verdeutlicht und damit zur Diskussion gestellt. Am Ende des Papieres finden sich Begriffe, die im Laufe des Prozesses diskutiert wurden, aber aus bestimmten Gründen nicht für die weitere Verwendung im Kontext PGF empfohlen werden.
Das Wording in deutscher Sprache kann für Publikationen oder der Definition von Beteiligtengruppen im Rahmen von Projekten genutzt werden. Die Begriffsbestimmungen und Visualisierungen stellen ein Angebot für eine kompakte Projektdarstellung dar. Darüber hinaus soll es die Reflexion von Beziehungen und Machtverhältnissen der Beteiligten in partizipativen Projekten unterstützen.
Erste Rückmeldungen zur Nutzung des Diskussionspapier zeigten, dass das Diskussionspapier die passende Bezeichnung von Beteiligten in Forschungsprojekten unterstützte oder als konzeptuelle Grundlage für die inhaltliche Rahmensetzung eines Diskussionsformates herangezogen wurde. Der Austausch zum Diskussionspapier wird weitergeführt.The PartNet Discussion Paper: Participants in Participatory Health Research (PHR) aims to provide a clearer and precise definition and illustration of the various groups involved in PHR and has been developed in the frame of a broad discussion process in the Network for Participatory Health Research (PartNet).
On 20.09.2019 a critical-constructive debate was set off within PartNet under the motto: “Practice partners – towards a concretisation of a ‘naïve’ notion.” The results were documented, developed further during several workshops and iterative feedback loops and was systematised in the current discussion paper.
The discussion paper specifies more precisely the term „participants” in PHR. Undertaking an attempt for a more accurate and clear definition the paper outlines terms for main participants in PHR (scientists, professionals from practice and experts from experience), determines and showcases their mutual relations through visual models, provides project-based examples and puts these up for discussion. Terms that have been intensively discussed in the definition’s development process, but for certain reasons are not recommended for further use in PHR context are described in the last section of the paper.
The suggested German wording can be used in publications or definitions of participants’ groups in the frame of participatory projects. The definitions and visualisations can be understood as an offer for a compact presentation of a project and all involved groups in PHR. Furthermore, it can support the reflection on relations and power distribution among the participants in participatory projects.
Initial feedbacks from users of the discussion paper confirmed that it was helpful when defining the various groups of participants in research projects with suitable terms. Once the paper was also applied as a conceptual framework when planning and conducting a workshop on various groups in participatory research projects. The debate on the discussion paper will be continued
Evaluation des Modellprojekts "Housing First Berlin"
Vom 01.10.2018 bis 30.09.2021 wurden in Berlin zwei Modellprojekte „Housing First“ von der Senatsverwaltung für Integration, Arbeit und Soziales gefördert. Mit der Evaluation der Projekte wurde die ASH Berlin beauftragt. Eines davon ist „Housing First Berlin“ in Trägerschaft der Neue Chance gGmbH sowie dem Verein für Berliner Stadtmission. Die Studie wurde in einem partizipativ angelegten Verfahren mit quantitativen und qualitativen Instrumenten der Sozialforschung durchgeführt. Dabei wurde die Wirksamkeit von „Housing First Berlin“ auch mit dem internationalen Forschungsstand abgeglichen. Ende 2021 wurde der Abschlussbericht vorgelegt, der aufzeigt, dass dieser Ansatz nicht nur funktioniert, sondern eine Lücke im bereits sehr differenzierten Angebot der Berliner Wohnungsnotfallhilfe schließt.
s. auch den Evaluationsbericht "Housing First für Frauen Berlin": https://opus4.kobv.de/opus4-ash/frontdoor/index/index/docId/49
Rapid Review zu Interaktionen sozial assistiver Roboter mit Senior_innen
Vor dem Hintergrund der Diskrepanz zwischen Angebot und Nachfrage nach Pflegepersonal wird seit einigen Jahren im Bereich sozial assistiver Roboter (SAR) geforscht. SAR nutzen dabei verschiedene Fähigkeiten, um ältere Menschen in der Häuslichkeit zu unterstützen. Ziel der Arbeit: Beschreibung der Interaktion der SAR mit Senior_innen und Identifizierung von möglichen positiven und negativen Effekten der Intervention. Material und Methoden: Für die Übersichtsarbeit wurde eine Literaturrecherche in den Datenbanken MEDLINE (PubMed) und CINAHL durchgeführt. Ergebnisse: Zum Einsatz kommt SAR unter anderem zur Unterstützung bei Alltagsaktivitäten. Es lassen sich positive (bspw. Akzeptanz des SAR als Kommunikationspartner) wie negative (bspw. Angst vor dem Verlust der Eigenständigkeit) Effekte identifizieren. Diskussion: SAR können vielfältig zur Unterstützung der Alltagsaktivitäten von Senior_innen eingesetzt werden. Einsatzszenarien und die Evaluation sind allerdings
häufig limitiert.Against the background of the mismatch between supply and demand for caregivers, research in the field of socially assistive robots (SAR) has been ongoing for several years. In this context, SAR use different capabilities to support elderly people in their home environment. Aim of the work: to describe the interaction of SAR with seniors and to identify possible positive and negative effects of the intervention. Material and Methods: A literature search of the MEDLINE (PubMed) and CINAHL databases was conducted for the review. Results: Among other uses, SAR are used to assist with activities of daily living. Positive
(e.g. acceptance of the SAR as a communication partner) as well as negative (e.g. fear of losing independence) effects can be identified. Discussion: SAR can be used in a variety of ways to support the everyday activities of seniors. However, application scenarios and evaluations are often limited
Einflüsse von Normalitäts- und Abweichungsdiskursen auf Heimunterbringung und Heimerziehung in Deutschland - Untersuchung historischer und aktueller Entwicklungen
Die Arbeit beleuchtet das Feld der Heimerziehung von Kindern und Jugendlichen als Teilgebiet der Sozialen Arbeit in Deutschland. Es wird dargelegt, dass in der Geschichte der Heimerziehung Prozesse der Markierung und Einteilung von Verhaltensweisen junger Menschen in „normales“ und „abweichendes“ Verhalten von großer Bedeutung sind. Darauf aufbauend setzt sich die Arbeit mit der Frage auseinander, wie sich Konstruktionen von Normalität und Abweichung im Kindes- und Jugendalter und dementsprechende Zuschreibungen über das Verhalten junger Menschen auf die Unterbringung in Heimerziehung und deren Durchführung bis heute auswirken und welche geschichtlichen Kontinuitäten in diesem Zusammenhang sichtbar werden. Die Fragestellung wird, neben der Analyse historischer und aktueller Texte, mittels eines qualitativen Forschungsvorhabens beantwortet, das im Rahmen dieser Bachelorarbeit durchgeführt wurde. In drei qualitativen Expert*innen-Interviews wurden Fachkräfte der Kinder- und Jugendhilfe, die in unterschiedlicher Form mit Heimunterbringungen und Heimerziehung betraut sind, zum Thema der Arbeit befragt. Die Daten wurden mittels der inhaltlich strukturierenden qualitativen Inhaltsanalyse nach Jürgen Kuckartz ausgewertet. In der Ergebnisdarstellung und Diskussion wird gezeigt, wie der Normalitäts und Abweichungsdiskurs über Kinder und Jugendliche und damit verbundene Zuschreibungen und Kategorisierungen die Unterbringung von Kindern und Jugendlichen in Erziehungsheimen sowie die Durchführung von Heimerziehung in Deutschland bis heute beeinflusst.This paper examines the field of residential care (resp. children’s homes or stationary care) of children and adolescents as a sub-area of social work in Germany. It shows that in the history of residential care, processes of marking and dividing young people's behavior into "normal" and "deviant" behavior are of great importance. Building on this, the study addresses the question of how constructions of normality and deviation in childhood and adolescence
and corresponding attributions about the behavior of young people affect the placement in residential or stationary care and its implementation up to the present day, and which historical continuities become visible in this context. In addition to analyzing historical and current texts, this question is answered by means of a qualitative research project that was carried out as part of this bachelor's thesis. In three qualitative expert interviews, professionals of child and youth welfare who are entrusted in different forms with institutional and residential care were interviewed on the topic of the thesis. The data was analyzed using the qualitative content analysis (“Qualitative Inhaltsanalyse”) according to Jürgen Kuckartz. The presentation and discussion of the results show how the discourse of normality and deviance about children and adolescents and the associated attributions and categorizations still influence the placement of children and adolescents in residential care homes and the implementation of upbringing in stationary care institutions in Germany today
Widerständige Praktiken von Betroffenen im System der DDR-Jugendwerkhöfe
Die vorliegende Forschungsarbeit untersucht die widerständigen Praktiken von Betroffenen im System der Jugendwerkhöfe zur Zeit der Deutschen Demokratischen Republik (DDR). Zunächst werden die politisch-ideologischen Rahmenbedingungen der Heimerziehung in der DDR skizziert, wobei die Bestrebungen der Obrigkeit, eine sozialistische Menschengemeinschaft zu erziehen und ihre damit verbundenen Konstruktionen von Norm und Abweichung thematisiert werden. Dabei werden auch die Aufgaben und Funktionen der Jugendhilfe beleuchtet. Im Anschluss erfolgen theoretische Ausführungen zum System der Jugendwerkhöfe als Orte der Umerziehung, die vor allem durch die Kollektiv- und Arbeitserziehung sowie Disziplinierung geprägt war. Dem folgen eine theoretische Rahmung und Einbettung des Widerstandsbegriffs, der den vorliegenden Daten zur Analyse dient. Die Daten wurden mittels narrativer Interviews mit drei Betroffenen erhoben, die in diesem Rahmen von ihren Erfahrungen während der Zeit in den Jugendwerkhöfen der DDR erzählten. Der Forschungsprozess erfolgte in Anlehnung an das qualitative Forschungsdesign der Reflexiven Grounded Theory, an der auch das Auswertungsverfahren ausgerichtet wurde. Die Ergebnisse dieser Auswertung werden in der Darstellung der Ergebnisse ausgeführt und in der Analyse im Hinblick auf die theoretischen Darlegungen der Arbeit analysiert. Dabei werden drei Ebenen der widerständigen Praktiken beleuchtet: Die inneren Widerständigkeiten, die Gestaltung von Handlungsspielräumen und der aktive Widerstand. Es wird aufgezeigt, wie die Betroffenen durch widerständige Praktiken die Umerziehungsversuche der Jugendwerkhöfe mittels Disziplinierung und Kollektiverziehung abwehrten und einschränkten, sich gegen sie auflehnten und sich ihr entzogen.This research examines the practices of resistance by those affected by the system of residential institutions ("Jugendwerkhöfe") at the time of the German Democratic Republic (GDR). First, the political and ideological conditions in the GDR are outlined, whereby the goals of the authorities to educate a socialist community of people and their associated constructions of norm and deviation are addressed. The tasks and functions of youth welfare are also described. This will be followed by theoretical explanations of the system of residential institutions as places of re-education ("Umerziehung"), which was primarily characterized by collective and work education as well as discipline. This is followed by a theoretical framing and embedding of the concept of resistance, which serves to analyze the present data. The data were collected by means of narrative interviews with three individuals who recounted their experiences during their time in the residential institutions of the GDR. The research process was based on the qualitative research design of Reflexive Grounded Theory, which also guided the evaluation procedure. The results of this evaluation are detailed in the presentation of the results and analyzed with regard to the theoretical considerations of this thesis. In doing so, three dimensions of the practices of resistance are illuminated: The inner resistances, the shaping of scopes of action and the active resistance. It is shown how the interviewees resisted and restricted the re-education attempts of the residential institutions by means of disciplining and collective education and how they rebelled against them and withdrew from them