BfN-e-dition - Institutional repository of the Federal Agency for Nature Conservation
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    Monitoring der erholungsrelevanten Grünflächen in Deutschlands Städten

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    Erholungsrelevante Grünflächen in Städten sind wertvoll für das Wohlergehen der Bevölkerung, indem sie Freizeitaktivitäten ermöglichen, Platz zur Entspannung bieten und zur Erhaltung der Gesundheit beitragen. Neben Parks und Gärten können weitere Grün- und Freiräume diese Rolle ausfüllen. Um das Angebot an urbanen Grünflächen zu erweitern und deren Ökosystemleistungen zu stärken, werden ein Monitoring der Lage und Größe relevanter Grünflächen sowie Kennwerte zur Berechnung der Wirksamkeit dieser Grünflächen für die Erholung benötigt. Mit dem vom Bundesamt für Naturschutz (BfN) geförderten Vorhaben "Monitoring des Indikators 'Grünversorgung' und Fortschreibung des nationalen Ökosystem-leistungsindikators 'Erreichbarkeit öffentlicher Grünflächen' in Städten" wurden die bestehenden Indikatoren in Hinblick auf ihre Aussagekraft überprüft und an die aktuell verfügbare Datenlage angepasst. Zudem wurde die Berechnungsmethodik weiterentwickelt. Im vorliegenden Beitrag werden die aktuellen Berechnungsergebnisse zu folgenden Indikatoren vorgestellt und diskutiert: (1) Erreichbarkeit erholungsrelevanter Grünflächen (kurz Grünerreichbarkeit; prozentualer Anteil der Stadtbevölkerung, der im direkten Wohnumfeld eine erholungsrelevante Grünfläche mit definierter Mindestgröße erreichen kann), (2) Versorgung mit erholungsrelevanten Grünflächen (kurz Grünversorgung; prozentualer Anteil der Stadtbevölkerung mit angemessener, erholungsrelevanter Grünfläche pro Person im direkten Wohnumfeld) sowie (3) Ausstattung mit erholungsrelevanten Grünflächen (kurz Grünausstattung; Anteil erholungsrelevanter Grünflächen an der gesamten administrativen Stadtfläche bzw. an der Ortslage). Im Zeitraum 2019 - 2021 ist die Durchgrünung der deutschen Städte weitgehend konstant geblieben. Die Grünausstattung der administrativen Stadtgebiete liegt im Jahr 2021 bei 42,9 %, innerhalb der Ortslagen sind es 10,3 %. 78,5 % der Stadtbevölkerung sind im Jahr 2021 mit mindestens 6 m² Grünflächen pro Person im Umkreis von max. 300 m Luftlinie um den Wohnort versorgt. Insgesamt können im Jahr 2021 83,3 % der Bevölkerung der untersuchten Städte erholungsrelevante Grünflächen mit einer Mindestgröße von 1 ha in dieser Distanz fußläufig erreichen und zur Naherholung nutzen

    Das Naturschutzgroßprojekt Baar – eine Zwischenbilanz nach fünf Jahren Umsetzung

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    Die Fördergebietskulisse des Naturschutzgroßprojekts Baar befindet sich im Südwesten Baden-Württembergs. Das Projekt wird durch das Programm „chance.natur − Bundesförderung Naturschutz“ gefördert. Zu den wesentlichen Teilzielen des Projekts zählen die Sicherung und Aufwertung der Biotope für den Artenschutz, die Verbesserung des naturbasierten Klimaschutzes und die Förderung des Biotopverbunds. Zu den prioritär umzusetzenden Maßnahmen zählen daher die Wiederherstellung von Niedermooren und Magerrasen in Kerngebieten. Weiterhin müssen vorhandene Refugialräume für den Biotopverbund gesichert sowie vertikale und horizontale Wanderbewegungen für Arten ermöglicht werden. Dem Naturraum Baar kommt durch seine Lage innerhalb der europäischen Großlandschaften eine Schlüsselbedeutung im Biotopverbund zu. Nach fünf Jahren Projektumsetzung erfolgte eine erste vorläufige Evaluation. Dabei wurde der bisherige Zielerreichungsgrad u. a. anhand der Umsetzung der Biotoppflegemaßnahmen überprüft. Wenngleich eine Aussage nach fünf Jahren nur bedingt möglich ist, lässt sich erkennen, dass einige Maßnahmen – wie die Pflege extensiven Grünlands, die Schaffung von Waldrefugien und eine Verbesserung des Biotopverbunds durch die Gestaltung der Waldränder – erfolgversprechend umgesetzt wurden. In den Waldbereichen wurde eine Zunahme einiger Lichtwaldarten unter den Gefäßpflanzen und Tagfaltern verzeichnet. Andere Maßnahmen, die längere Abstimmungsprozesse benötigen, wie die hydrologische Stabilisation von Moorflächen, bedürfen noch der Nachbesserung und der Lösung von Zielkonflikten, wenn bspw. dynamische Anstauprozesse, die durch den Biber angestoßen werden, sensible Zielarten lokal verdrängen

    Sagen, was man meint, und meinen, was man sagt. Über vermeintliche und tatsächliche blinde Flecken der Naturschutzkommunikation

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    Mit dem Slogan „Der Köder muss dem Fisch schmecken, nicht dem Angler“ werben Marketingfachleute für eine Kommunikation, die sich an den Vorlieben des Gegenübers orientiert. Als Replik auf einen Artikel mit einem daran angelehnten Titel, der in der Ausgabe 2/3-2025 in „Natur und Landschaft“ erschienen ist, begründet der vorliegende Beitrag aus umweltethischer Perspektive, warum diese Metapher für die Naturschutzkommunikation kein geeignetes Leitbild ist. Zum einen ist die Interaktion zwischen Fischen und Angelnden keine unter Gleichen. Sie nimmt die Verletzung vitaler Interessen des Gegenübers in Kauf. Zum anderen gelingt Verständigung nur, wenn alle sagen, was sie meinen, und meinen, was sie sagen. Ein Verschweigen unbequemer Tatsachen aus strategischen Gründen ist der Verständigung nicht förderlich. Als blinder Fleck der Naturschutzkommunikation wird die Differenz zwischen langfristigem Gemeinwohl und kurzfristigen Partialinteressen ausgewiesen. Angesichts dieser Differenz ist es erforderlich, sich über die Legitimität der Beschränkung von Eigeninteressen zugunsten der Allgemeinheit und zukünftiger Generationen zu verständigen. Statt die Eigeninteressen des Gegenübers fraglos hinzunehmen, müssen wir in einen Diskurs über die Berechtigung von Ansprüchen und die Akzeptabilität von Zumutungen eintreten

    Digitaler Wandel beim Monitoring häufiger Brutvögel

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    Das Monitoring häufiger Brutvögel (MhB) ist von seinen Abläufen das komplexeste und vom Artenspektrum das umfangreichste Modul im bundesweiten Vogelmonitoring. Seit 2004 werden mit Hilfe des MhB Bestandstrends für rund 100 Vogelarten berechnet. Grundlage ist die ehrenamtliche Mitarbeit von rund 1.500 Personen, die nach vorgegebener Methode jedes Jahr und bundesweit auf mehr als 1.800 Probeflächen Brutvogelkartierungen durchführen. Seit 2020 werden Datenerfassung und -auswertung schrittweise digitalisiert. Ziel der Digitalisierung ist es, die ehrenamtlichen Kartiererinnen und Kartierer und die Koordinatorinnen und Koordinatoren durch Vereinfachung und Automatisierung von Arbeitsabläufen zu entlasten, die Datenqualität zu erhöhen, Datenformate und Ergebnisse stärker zu standardisieren und somit eine schnellere Bereitstellung der Resultate zu ermöglichen. Dabei sollte der Übergang in das digitale Zeitalter so gestaltet werden, dass alle Ehrenamtlichen mitgenommen werden sowie dass es durch die Digitalisierung der Datenerfassung und Revierauswertung nicht zu einem Bruch mit der bestehenden Datenreihe kommt. Um diesen Herausforderungen zu begegnen, wurde die Transformation mit Umfragen unter den Ehrenamtlichen und mit Methodenvergleichen eng begleitet. Im Fokus des Beitrags stehen die neuen digitalen Werkzeuge NaturaList, Digibird und Autoterri, die speziell für die Anforderungen des MhB und die Bedürfnisse der Kartiererinnen und Kartierer entwickelt wurden. Mit der neu entwickelten MhB-Kartieroberfläche der App NaturaList können Beobachtungen im Gelände direkt digital erfasst werden. Für Ehrenamtliche, die im Gelände weiterhin mit Stift und Papier arbeiten möchten, bietet Digibird die Möglichkeit, Papierkarten zu digitalisieren. Anschließend werden die digital erfassten Beobachtungsdaten gemäß den geltenden MhB-Regeln durch den Algorithmus Autoterri zu Revieren zusammengefasst. Der Artikel stellt die neuen Werkzeuge detailliert vor und evaluiert, inwieweit die angestrebten Ziele erreicht wurden

    Naturschutz im 21. Jahrhundert – in Afrika entscheidet sich vieles

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    Der Beitrag konzentriert sich auf die Nutzung der natürlichen Ressourcen in Afrika und die dreifache Krise durch Klimawandel, Biodiversitätsverlust und Pandemien. Er soll das Bewusstsein dafür schärfen, dass die Lebensweise der Menschen in Afrika nicht die Hauptursache des Klimawandels ist, aber die Menschen und die Natur in Afrika stark von dessen Auswirkungen betroffen sind und dass der Globale Norden eine wichtige Rolle bei der Abschwächung dieser Auswirkungen spielen muss. Der Kontext des Naturschutzes in Afrika sowie Fragen der Verantwortung und Möglichkeiten des Einflusses werden diskutiert. Dies schließt die Themen Bevölkerungswachstum, Korruption, wirtschaftliche Ausbeutung und nicht nachhaltige Nutzung von Ressourcen ein. Darüber hinaus wird die Notwendigkeit von Kernschutzgebieten für Wildnis in Afrika betont, um den Verlust der biologischen Vielfalt einzudämmen. Eine wichtige Rolle bei deren Realisierung kommt sowohl nationalen Schutzgebieten als auch von lokalen Gemeinschaften verwalteten Gebieten zu. Die Realisierung dieser Ziele leidet unter Herausforderungen in der Governance sowie unter einer unzureichenden und unsicheren Finanzierung. Letztendlich ist es Aufgabe des Globalen Nordens, es zu ermöglichen, dass dem Schutz der afrikanischen Biodiversität Priorität eingeräumt werden kann: von Menschen und für Menschen

    Automatische Klassifizierung von Fotofallenbildern mithilfe künstlicher Intelligenz: Benutzerfreundlichkeit und Effektivität des Programms „DeepFaune“

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    Der Einsatz künstlicher Intelligenz (KI) hat sich bei der Analyse großer Mengen an Fotofallenbildern als fester Bestandteil in der Wildtierforschung etabliert. Dennoch existieren zum jetzigen Zeitpunkt unserer Kenntnis nach keine Untersuchungen, die für die Analyse von Fotofallendaten in mitteleuropäischen Regionen neben der Güte der Algorithmen auch die Benutzerfreundlichkeit betrachten. Vor diesem Hintergrund untersucht die vorliegende Studie die Effektivität, Effizienz und Anwendbarkeit des KI-Algorithmus DeepFaune> (DF) in der Auswertung von Fotofallenbildern im Vergleich zu menschlichen Bearbeiterinnen und Bearbeitern. Dafür wurden 1.013 Fotofallenbilder von drei Standorten in Deutschland manuell von fünf kundigen Personen sowie durch DF klassifiziert. Zuvor wurden 20 Klassen von Tierarten, Tierartengruppen, weiteren Objekten sowie die Klassen "Nicht erkennbar" und "Leer" festgelegt. Anschließend wurde ein korrekter Datensatz erstellt, der als Referenz für die Bewertung der Güte der menschlichen und der durch den Algorithmus generierten Analyseergebnisse diente. Die menschliche Vergleichsgruppe erreichte im Mittel eine korrekte Klassifikation von 91,9% der Bilder, während DF 72,85% der Bilder richtig klassifizierte. Im Durchschnitt brauchten die Personen 5,75h und DF 15min für die Klassifikation des Datensatzes. Die Genauigkeit ist momentan für seltene Arten in vielen Fällen noch gering, wird aber durch die schnelle Weiterentwicklung der KI-Technologie in Zukunft zunehmen. Algorithmen wie DF bieten daher ein hohes Potenzial für eine automatisierte Auswertung großer Mengen von Fotofallenbildern

    Trendwende zur Erhaltung der Biodiversität: Dimensionen einer sozial-ökologischen Transformation

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    Bisherige Bemühungen zum Schutz der biologischen Vielfalt waren nur teilweise erfolgreich. Der Weltbiodiversitätsrat forderte daher bereits 2019 einen transformativen Wandel, dessen Realisierung und Umsetzbarkeit aber weiterhin offenbleiben. In der Wissenschaft wird die Ansicht geteilt, dass dieser Wandel im Sinne einer sozial-ökologischen Transformation ausgestaltet werden soll, in der Natur und Gesellschaft gleichermaßen berücksichtigt werden. Aus der Perspektive der Sozialen Ökologie wird der Rückgang der biologischen Vielfalt als globale Krise der gesellschaftlichen Naturverhältnisse verstanden. Sozial-ökologische Transformationen, die eine Trendwende zur Erhaltung der Biodiversität ermöglichen, sehen daher einen grundlegenden Wandel der gesellschaftlichen Naturverhältnisse hin zur Nachhaltigkeit vor, der die Bereiche Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft umfasst. Ein solcher Prozess erfordert die Auseinandersetzung mit den drei Dimensionen des Gegenstands (Welche Natur wollen wir schützen?), der Ziele (In welcher Natur wollen wir leben?) sowie des Prozesses (Wie können verantwortungsvolle Akteurskooperationen gestaltet werden?). Die Forderungen nach einem transformativen Wandel bieten auch die Chance für den Naturschutz, sich auf die bestehenden gesellschaftspolitischen Dynamiken einzustellen und diese proaktiv mitzugestalten. Ein Paradigmenwechsel im Naturschutz erscheint dabei notwendig: Naturschutz sollte nicht länger als das Gegenteil von Naturnutzung verstanden werden. Somit schließt eine sozial-ökologische Transformation für und durch den Naturschutz ebenso eine Transformation des Naturschutzes selbst ein

    Politikintegration von Biodiversitätszielen als Teil einer sozial-ökologischen Transformation

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    Die Aufnahme von Biodiversität in unterschiedliche politische Sektoren und Ebenen ist eine zentrale Voraussetzung für eine sozial-ökologische Transformation. Um die globalen Ziele des Kunming-Montreal Global Biodiversity Framework (GBF) zu erreichen und dessen nationale Umsetzung sicherzustellen, müssen insbesondere die indirekten Treiber des Biodiversitätsverlusts adressiert werden. Die wissenschaftliche Debatte zur Politikintegration von Biodiversität (Biodiversity Policy Integration - BPI) sieht derzeit nur eine limitierte Berücksichtigung der Biodiversität in den meisten Sektoren in Deutschland und identifiziert entsprechende Ansatzpunkte, um die BPI zu verbessern. Im vorliegenden Beitrag gehen wir der Frage nach, wie sich Biodiversitätspolitiken in unterschiedlichen Sektoren und politischen Ebenen in Deutschland weiterentwickeln müssen, um die direkten und indirekten Treiber des Biodiversitätsverlusts zu adressieren. Wir nutzen dazu Erkenntnisse aus sechs Workshops mit 137 Expertinnen und Experten zu den Themenfeldern (1) Wiederherstellung von Ökosystemen, (2) Schutzgebiete und Erhaltungszustand, (3) Klima und Biodiversität, (4) Meere und Küsten, (5) Wirtschaft und Konsum sowie (6) Bildung, Kommunikation und gesellschaftliches Bewusstsein. Anhand der drei Hebel einer gemeinsamen Planung und Vision, einer Anpassung des regulativen Rahmens sowie eines adaptiven institutionellen Lernens zeigt der Beitrag auf, wie diese Transformation im Querschnitt gelingen kann. Dabei wird klar, dass der angestoßene Prozess sein transformatives Potenzial nur entfalten kann, wenn der bestehende regulative Rahmen sowie die zu Grunde liegenden administrativen Routinen und Mandate in Frage gestellt und in Hinblick auf ihre Biodiversitätswirkung neu ausgerichtet werden

    Empfehlungen für Partizipationsprozesse im Moorbodenschutz

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    Die Umsetzung von Moorbodenschutz und insbesondere die notwendige Wiedervernässung früherer Moore erfordern eine Einbeziehung bzw. Beteiligung regionaler Akteure, bei den größtenteils land- oder forstwirtschaftlich genutzten entwässerten Mooren v. a. der Eigentümerinnen und Eigentümer sowie der Nutzerinnen und Nutzer der Flächen. Partizipative Ansätze sind hierfür bedeutsam. Bislang ist die Thematik der Partizipation im Moorschutz in Deutschland wenig systematisch erforscht. Weiterhin bestehen Defizite in Hinblick auf spezielle Empfehlungen oder geeignete Praxisleitfäden. Auf Basis ihrer eigenen Erfahrungen geben die Autorinnen und Autoren Empfehlungen für Partizipationsprozesse, v. a. in Hinblick auf Vollständigkeit und Transparenz, Interessenlage, Zielstellungen, Formate und Neutralitätsgebote, umweltfachliche Anforderungen und Verfahrensfragen, Mitteleinsatz sowie Begleit- und Evaluationsforschung

    Auswertung der Monitoringdaten zu Landwirtschaftsflächen mit hohem Naturwert in Baden-Württemberg – regionale Ergebnisse und Entwicklungen der ersten 15 Kartierungsjahre

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    Das Land Baden-Württemberg beteiligt sich seit 2009 an den bundesweiten Kartierungen der Landwirtschaftsflächen mit hohem Naturwert (High-Nature-Value[HNV]-Farmland-Flächen). Zunächst beschränkten sich die Erfassungen auf 97 jeweils 1 km² große Stichprobenflächen. Seit dem Jahr 2018 wurde der Umfang schrittweise erhöht. Seit 2021 werden insgesamt 372 Stichprobenflächen im vierjährigen Turnus bearbeitet. Der Anteil an Landwirtschaftsflächen mit hohem Naturwert lag 2024 landesweit bei 19,4 % der Agrarlandschaftsfläche. Er war damit knapp eineinhalb Mal so hoch wie der gesamtdeutsche Wert und 1,5 Prozentpunkte höher als der Wert für Baden-Württemberg im Jahr 2009. Der größte Teil der HNV-Farmland-Fläche in Baden-Württemberg entfällt auf artenreiches Grünland. Extensiv genutzte Ackerflächen als Teil der HNV-Farmland-Flächen sind hingegen stark rückläufig. Regional werden deutliche Unterschiede sichtbar: Der Schwarzwald erreichte 2024 mit 47,1 % HNV-Farmland-Anteil den höchsten Wert, während sich im Naturraum Donau-Iller-Lech-Platte mit nur 5,8 % der niedrigste Anteil fand. In Biosphärengebieten und der Kulisse der Berggebiete der gemeinsamen Agrarpolitik der Europäischen Union ist der HNV-Farmland-Anteil wesentlich höher als außerhalb dieser Gebiete in Baden-Württemberg. Eine Auswertung von Förderdaten zeigt, dass Grünland und Streuobstflächen, deren extensive Nutzung über die landesweite Landschaftspflegerichtlinie gefördert wird, zu einem großen Teil als HNV-Farmland kartiert werden. Insgesamt ermöglicht das erweiterte Monitoring detaillierte regionale Auswertungen und zeigt wichtige Handlungsschwerpunkte für den Naturschutz in der Agrarlandschaft auf

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