merz Zeitschrift für Medienpädagogik
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    Stichwort  Solarpunk

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    Solarpunk ist ein aktuelles utopisches Genre der Science-Fiction-Literatur, zu der auch eine Bewegung gehört, die versucht, die Ziele dieser Fiktion zu erreichen. Angelehnt ist der Begriff an den Cyberpunk, der wiederum eine dystopische Science-Fiction-Richtung ist, die mit der literarischen Bewegung um William Gibson, Bruce Sterling und weiteren Autor*innen in den 1980er-Jahren entstanden ist. Solar soll in diesem Fall für ökologische Nachhaltigkeit stehen, Punk für Rebellion, Inklusion, Diversität sowie ein Alternativmodell zum Kapitalismus. Anhänger*innen des Solarpunk kommen zum Beispiel aus dem Umweltschutz, der Open-Source-Bewegung und der Softwareentwicklung. Ziel ist es, die Klimakrise und die Umweltverschmutzung zumindest teilweise zu überwinden, und eine inklusive und diverse Gesellschaft zu schaffen. Solarpunk hat einen optimistischen Blick auf die Zukunft und stellt sich dystopischen, postapokalyptischen Visionen und Geschichten (z. B. des Cyberpunk) entgegen. Ganz praktische Beispiele für die Bewegung des Solarpunk sind Menschen, die ihre Häuser oder Dörfer autark mit Solaranlagen versorgen oder sich zusammenfinden, um Community Gardening zu betreiben. Auch Kleidung, die dazu entwickelt wurde, um Strom zu erzeugen, oder Sonnenschirme mit eingewebten Solarzellen, an denen Geräte geladen werden können, zählen dazu. Es geht der Bewegung darum, Menschen zu aktivieren und zu motivieren, ins Handeln zu kommen. Damit soll einem durch Angst vor der Klimakrise entstandenen Ohnmachtsgefühl entgegengewirkt werden. Das Science-Fiction-Genre des Solarpunk liefert einen Teil der Vorstellungen und Narrative, die von der Bewegung aufgegriffen und umgesetzt werden

    Risiken von Lootboxen in Games

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    Rund ein Drittel der Lootbox-Systeme in Games sind riskant. Sie dienen als Vehikel in einem wesentlich weiter reichenden System aus Manipulationsmechanismen. Zu diesem Ergebnis kommt jugendschutz.net in einer Analyse, in welcher die Risiken von Lootboxen in Spielen unter Jugendschutzgesichtspunkten betrachtet wurden. Der Bericht erschien im Juni 2024 und basiert auf Recherchedaten aus dem Februar und März 2024. Dafür wurden eine Vielzahl an Lootboxen aus rund 20 Spielen auf ihre spezifischen Merkmale hin überprüft. Bei den Spielen handelt es sich um nutzer*innenstarke Spartentitel wie League of Legends, mobile Spiele mit hoher Reichweite wie Clash Royale, sowie ältere Spiele von in Deutschland ansässigen Publishern wie Innogames. Eine Lootbox ist ein virtueller Behälter mit einer zufälligen Sammlung von Spielgegenständen wie Waffen oder Ausrüstung. Heutzutage sind diese Gegenstände häufig mit dem Belohnungs- bzw. Monetarisierungssystem des jeweiligen Spiels verknüpft. Welches Risiko von einer Lootbox ausgeht, hängt mit dem Umfang der Methoden zum emotionalen Engagement der Spielenden mit dem Spiel zusammen. Kommen mehrere Strategien zusammen, können Lootboxen zu exzessivem Nutzungsverhalten von Gamer*innen beitragen. Riskante Faktoren können die Seltenheit des Inhalts und die Öffnung der Boxen getrennt von der Spielumgebung sein. Auch durch die Emotionalisierung des Öffnens der Boxen können sie Züge eines Glücksspiels annehmen. Doch wie können Lootboxen gezielt reguliert werden? Zunächst fallen sie in Deutschland unter das Jugendschutzgesetz, Verstöße können demnach auch geahndet werden. Grundsätzlich muss das gesamte Monetarisierungssystem eines Spiels überprüft werden. Durch die breite Vielfalt an Lootboxen müssen sie individuell eingeordnet werden, ein generelles Verbot ist daher nicht zu empfehlen. Konkrete Handlungsansätze wären die Unterbindung von Bündelungen vieler Lootboxen. Auch könnte der Erwerb von Lootboxen mit ausschließlich realem Geld zu mehr Transparenz und elterlicher Ausgabenbegrenzung beitragen und damit mögliche Risiken verringern. Als ergänzende Maßnahme könnten außerdem spezielle Werbeeinschränkungen sinnvoll sein. https://jugendschutz.ne

    Erlebte Utopien: Das Potenzial aktiver Medienarbeit für die Zukunftsgestaltung

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    In einer Welt multipler Krisen und globaler Herausforderungen braucht es sichere Räume und kluge Methoden, in denen wir gemeinsam eine gerechtere und lebenswertere Zukunft gestalten können. Utopien sind nicht nur Träume, sondern kraftvolle Entwürfe für alternative Gesellschaftsmodelle, die uns inspirieren und motivieren, einen Wandel aktiv mitzugestalten. Medienarbeit eröffnet uns dabei die einzigartige Möglichkeit, diese Zukunftsmodelle sichtbar, fühlbar und erfahrbar zu machen

    Kinder berichten: Krieg aus erster Hand: Ukraine – wie wir den Krieg erleben

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    Ukrainische Kinder halten ihre Flucht- und Kriegserfahrungen mit der Kamera fest. Gedanken, Gefühle und Strapazen werden in der Dokumentation authentisch festgehalten und nachvollziehbar gemacht. Die Doku sensibilisiert die Zuschauer*innen im Umgang mit Geflüchteten und zeigt, dass ein offenes und neugieriges Miteinander eine Bereicherung für alle sein können. Dass die Betroffenen in ihrer schrecklichen Situation Hilfe erhalten, kann Kinder motivieren, selbst aktiv zu werden und Unterstützung anzubieten

    Kommunikative Kompetenz

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    Die Kommunikationsmöglichkeiten in den letzten Jahren haben sich – sehr zu meiner Freude – enorm weiterentwickelt. In meiner Kindheit bestanden die einzigen Möglichkeiten zur Verständigung über weite Distanzen im Schnurtelefon mit zwei Dosen oder dem selbst gebastelten Megaphon aus Pappe; beides funktionierte eigentlich nur, wenn ich hineinbrüllte. Später bekam ich zu Weihnachten ein Walkie Talkie (mit Kabel!) geschenkt, so dass ich mit meiner kleinen Schwester über mehrere Zimmer hinweg kommunizieren konnte. Dann zog ein Telefon in unser Haus ein, das aber -vor allem bei Ferngesprächen- enorme Kosten produzierte und dessen Benutzung nur zur Übermittlung von äußerst wichtigen Botschaften erlaubt war. Zudem war das Telefon im Flur platziert, so dass die Privatsphäre ein wenig litt, was vor allem im Teenageralter ein Problem darstellte. Also war Kleingeldsammeln angesagt: Mit meiner Münzsammlung machte ich mich für die wirklich wichtigen Gespräche auf zu einer gelben öffentlichen Fernsprechzelle und richtete dort meine Kommunikationszentrale ein. Ich musste lediglich meine Fokussierung auf das Gespräch trainieren und die immer länger und ungeduldiger werdende Schlange, die sich vor der Telefonzelle bildete, ausblenden. Dies gelang mir zwar für den Moment, sorgte aber in unserem Dorf für anderweitigen Gesprächsstoff oder direkte Nachfragen bei mir, mit wem ich denn aus welchem Grund gar so lange sprechen müsse. Mehrere Jahre entwickelte sich nach meiner Erinnerung dann wenig in der Kommunikationsbranche, bis eine meiner vier Schwestern bei ihren Heimatbesuchen nicht nur ihr Kind, sondern auch ein Babyphon mitbrachte. Ich, wenig vertraut mit dieser neuen Abhörtechnik, lästerte in der Küche über meinen Schwager und meine Schwester – ohne zu ahnen, dass dieses Babyphon nicht nur Babysprache verstand, sondern auch alles andere ohne Kabel über eine beträchtliche Reichweite übertragen konnte. Dann kam das Handy und damit viele peinliche Anrufe meines Handys aus der Hosentasche, fehlgeleitete E-Mails mit brisanten Inhalten, plötzlich auf laut gestellte Sprachnachrichten, die nur für mich bestimmt waren und vieles mehr. Das alles habe ich mittlerweile aber einigermaßen im Griff. Ein Problem bekomme ich jedoch einfach nicht geregelt. Auf meinen Rechner kommen ständig Nachrichten auf Teams, von Whats App oder Mails an. Das ist ja erstmal auch recht praktisch. Weniger praktisch ist aber folgende Situation: Ich schließe meinen Rechner für einen Vortrag an einen Beamer an (ich nehme gerne meinen eigenen Rechner, denn sonst funktioniert immer irgendwas nicht) und beginne mit meiner Präsentation. Nach kurzer Zeit ploppen auf meinem Bildschirm Nachrichten aus den verschiedenen Nachrichtenkanälen auf Die Besprechung Forum Jugendarbeit entfällt morgen! - die Teamsitzung hat begonnen, du kannst jetzt beitreten -  to do für heute: Abgabefrist für den Jahresbericht nicht vergessen - bitte denk heute Abend an den Einkauf und bring nicht wieder zwei Kilo Puderzucker statt Haushaltszucker mit, Kuss …Spätestens jetzt wird es peinlich. Der spontane Einfall, die Nachrichten zu verdecken, indem ich die Hand vor meinen Bildschirm halte, ist natürlich ein untauglicher Versuch. Der zweite Bildschirm mit seiner Diagonale von drei Metern ermöglicht es auch den Zuschauer*innen in der 10. Reihe noch klar und deutlich Kuss Andizu lesen. Wer jetzt denkt, mir ist der unverhofft aufgetauchte Inhalt peinlich, irrt allerdings. In meinem Alter ist mir eigentlich nichts mehr peinlich. Was mir aber wirklich die Schamesröte ins Gesicht treibt, ist dass ich nach 40 Jahren Medienpädagogik nicht in der Lage bin, diese Kommunikationsmaschine so einzustellen, dass sie macht, was ich möchte – und nur das. Natürlich darf zur Auflockerung meines Vortrags ab und zu mal eine Nachricht auftauchen, aber bitte nur dann, wenn ich möchte. Und an alle meine Kolleg*innen (jung wie alt), die sich jetzt über mein Unvermögen lustig machen: Ich bin längst nicht der Einzige, dem das immer wieder mal passiert - ich bin da in guter Gesellschaft.   Klaus Lut

    Stichwort Threads

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    Die bisher am schnellsten wachsende App in der Geschichte, die gerne eine ernsthafte Konkurrenz für X wäre: Threads weckte in den ersten Tagen nach der Veröffentlichung das Interesse von Millionen von Menschen. Threads ist eine mobile Anwendung von Mark Zuckerbergs Firma Meta. Die App ist textfokussiert und erlaubt Beiträge von bis zu 500 Zeichen. Threads ist eng mit der Schwesterplattform Instagram verknüpft und ermöglicht das Teilen von Fotos, Videos und Audioinhalten. Der Fokus liegt auf Textbeiträgen und der anschließenden Diskussion innerhalb der Community. Die Plattform wurde am 5. Juli 2023 in den USA und weiteren 100 Ländern veröffentlicht und erreichte innerhalb von zwei Monaten 100 Millionen Nutzer*innen. In der EU war die App erst fünf Monate später verfügbar, nachdem die Datenschutzbestimmungen geklärt waren. Nach der Übernahme durch Elon Musk und der Umbenennung von Twitter zu X erhielt die Plattform starke Kritik und befand sich in einer Krise. Zuckerberg profitierte davon und veröffentlichte Threads genau zum richtigen Zeitpunkt, um unzufriedene Nutzer*innen von X für Threads zu gewinnen. Threads eignet sich gut für Nutzer*innen, denen auf Instagram der Fokus auf Gespräche und Austausch in Echtzeit, vor allem durch Text, gefehlt hat. Die App ermöglicht es, mit Freund*innen zu kommunizieren und den eigenen Status zu teilen. Threads ist außerdem eine gute  Alternative für diejenigen, die sich in X nicht (mehr) wohl fühlen, aber etwas Ähnliches suchen. Außerdem ermöglicht Threads eine Kompatibilität mit anderen Plattformen und Instanzen wie dem datenschutzsensiblen Mastodon, was X bisher nicht zulässt. Obwohl der Start vielversprechend war, ist derzeit noch unklar, ob Threads wirklich in der Lage ist X langfristig Konkurrenz zu machen. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Plattform weiterentwickelt

    Das Ende des Projekts Aufklärung? KI als Herausforderung für die Medienpädagogik

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    Selbst Anbieter generativer KI fordern, dass die Artefakte bzw. deren Ergebnisse kritisch genutzt werden sollten, was mindestens eine Vermittlung entsprechender kritisch-reflexiver Kompetenzen erfordert. Darüber hinaus ist zu fragen, welche Anforderungen an Medien-, Daten- oder Digital-Kompetenz Künstliche Intelligenz bzw. deren absehbare weitere Entwicklung stellt. Weiterhin muss die Frage erlaubt sein, ob die Idee des (verantwortlich) handelnden Subjekts, das in medialen Kontexten kompetent agiert, angesichts der rasanten Verbreitung von KI an sich in Frage gestellt ist. Ist KI demnach nur ‚das nächste große Ding‘ oder eine qualitativ neue Herausforderung für die Medienpädagogik

    "KI ist doch nur ein Werkzeug": Ein Gespräch über KI in der Aktiven Medienarbeit mit Jugendlichen

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    KI hält auch in Projekten der Aktiven Medienarbeit immer mehr Einzug, die Konzepte sind aber erst am Entstehen. Sonja Breitwieser vom Medienzentrum Parabol in Nürnberg gibt Einblick in ihre Arbeit mit Jugendlichen und berichtet über Hürden und Potenziale des Einsatzes von KI in Medienprojekten

    Fit for news – Der Podcast

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    Europäisches Institut für Journalismus- und Kommunikationsforschung & detektor.fm (2024). Fit for news – der Podcast. Podcast, kostenlos, verfügbar auf diversen Podcast-Plattformen. Wie erfahre ich, was wirklich los ist in der Welt? Kann man allen Medien vertrauen? Sind Informationen bei Social Media meist Desinformationen – oder vielleicht auch mal verlässlich? Sind TikTok und X gute Quellen? Und was bringen mir eigentlich KI-Tools, wenn ich mich informieren will? Diese und weitere Fra- gen werden in Fit for news – Der Podcast besprochen. Dabei wird einfach erklärt, wie man zuverlässige Nachrichten erkennen und richtig nutzen sowie Desinformation durchschauen kann. Der Podcast richtet sich vor allem an junge Menschen und ist ein Projekt des Europäischen Instituts für Journalismus- und Kommunikationsforschung und des Podcast-Radios detektor.fm, gefördert von der Madsack Stiftung und der Sächsischen Landesanstalt für privaten Rundfunk und neue Medien. Der Podcast hat aktuell neun veröffentlichte Episoden mit je unterschiedlichen Aspekten von Nachrichten. Eine Folge dauert circa 15 bis 20 Minuten und wird von den detektor.fm-Moderator*innen Lars Feyen und Charlotte Thielmann moderiert, die sich mit dem Experten Prof. Michael Haller, Leiter des Europäischen Instituts für Journalismus- und Kommunikationsforschung, unterhalten. In Folge 1 Ist das wirklich wahr? wird grundlegend besprochen, weshalb Informations- und Medienkompetenz wichtiger denn je sind und wie man zu einem kompetenten Nachrichtenumgang kommt. Dabei erläutern die Moderator*innen anhand verschiedener Beispiele auch, wie sie selbst in der Vorbereitung ihres Nachrichten-Podcasts vorgehen. Haller wiederum ergänzt, wo der Unterschied zwischen einem Eindruck bzw. einer Meinung und einer Nachricht liegt. In Folge 2 Was schreibst du denn da? geht es darum, was zu tun ist, wenn auf WhatsApp, Instagram & Co. Gerüchte auftauchen. Anhand vieler Beispiele aus der letzten Zeit, die auch Jugendliche mitbekommen haben, analysieren Haller und die Moderator*innen, woran man ein Gerücht erkennt und wie man dazu beitragen kann, dass es sich nicht weiterverbreitet. Auch allgemeine Regeln für Kommunikation im Netz werden besprochen und erklärt. Folge 3 Woher weiß ich, was los ist? behandelt den richtigen Umgang mit Urheber*innen und Quellen. Dabei legen die Moderator*innen offen, welche Quellen sie selbst für ihren Nachrichten-Podcast nutzen und geben den Hörenden Tipps, wie sie das auf ihr eigenes Mediennutzungsverhalten anwenden können. Neben solchen Folgen mit grundlegenden Inhalten gibt es interessante Folgen mit einem besonderen Fokus. Folge 8 Wie kann ich KI zur Informationsgewinnung nutzen? thematisiert zum Beispiel die Rolle von KI beim Nachrichtenkonsum. Anhand von Beispielen wird erklärt, wie Chatbots wie ChatGPT, Copilot und Gemini funktionieren, welche Rolle Quellen dabei spielen, warum man nur begrenzt ausgewogene Antworten erwarten kann und wie man sie im Wissen um ihre Schwächen trotzdem sinnvoll nutzen kann. Auch die neunte, bisher neueste Folge Echokammern und Hass im Netz geht sehr ins Detail. Die Moderator*innen fordern dazu auf, verschiedene Blickrichtungen einzunehmen, wenn man wissen will, was wirklich in der Welt passiert – also nicht immer die Meinungen zu hören, die genau der eigenen entsprechen, sondern auch ungewohnte Ansichten kennenzulernen. Es wird thematisiert, wie genau diese ‚Bubbles‘ entstehen, wie man merkt, dass man in einer Echokammer gelandet ist, und wie man es schafft, auch wieder aus ihr herauszukommen. „Bei allen Tipps, Verhaltensregeln und Empfehlungen ist doch am Ende unser Kopf das wichtigste Werkzeug. Also, sachlich bleiben, seine Emotionen im Auge behalten, sich nichts vormachen, das Besserwissen sein lassen, zuerst nach den Fakten suchen und diese unter die Lupe nehmen soweit man kann, und dann erst seine Meinung äußern. Wer sich so verhält, der durchschaut doch auch Echokammern, erkennt meistens auch Fake News und schützt sich letztlich auch vor dem Verschwörungsgerede irgendwelcher Populisten.“ (Michael Haller, Folge 9) Insgesamt eignen sich die Folgen gut, um Jugendliche dafür zu sensibilisieren, wie wichtig es ist, Inhalte aus dem Netz genau zu prüfen und gegebenenfalls zu hinterfragen, bevor sie geliked oder weiterverbreitet werden. Die Sprache, vor allem die des Experten Michael Haller, ist teilweise recht anspruchsvoll. Das wird durch die lockere, leichter zugängliche Art der Moderator*innen gut ergänzt. Wer den eigenen Umgang mit Nachrichten und Quellen checken oder sich über weitere Themen weiterbilden möchte, kann auf der Website https://fitfornews.de/onlinekurse-schule verschiedene Selbstlernkurse besuchen. Pädagog*innen können dieses Tool sehr gut in den Unterricht oder in Projekte zum Thema Nachrichten- und Informationskompetenz integrieren. https://detektor.fm/podcasts Kati Struckmeyer ist verantwortliche Redakteurin von merz | medien + erziehung

    Last Swim

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    Die Berlinale hat sich selbst wiederholt als ein politisches Festival deklariert, auch das Festival an sich ist hin und wieder ein Politikum und der Ablauf oft ein turbulenter Spiegel unruhiger Zeiten. Doch hinter der Politik stehen Menschen und persönliche Blicke – die Filme spiegeln das Leben wider und so ist die Berlinale auch ein Film-Festival, das Politik auf sehr menschliche Weise nahbar machen kann. Ein erstes Beispiel dafür ist der britische Film Last Swim, der als Eröffnungsfilm der Sektion Generation 14 Plus lief. Hinter Last Swim stehen exemplarisch Filmschaffende, die persönliche Berührungspunkte mit den Krisenherden der Welt haben und eine Geschichte erzählen, die sich weit davon entfernt abspielt und dennoch davon beeinflusst wird. Für die junge Hauptdarstellerin Deba Hekmat sind aufgrund ihrer Herkunft die Geschehnisse im Iran und der Nahost-Konflikt ganz nah, auch wenn sie in London lebt. Nach der erfolgreichen Eröffnungs-Premiere und dem Beifall des Publikums dankte sie tief gerührt dafür, dass es, angesichts der Herausforderungen für die vielen Zivilist*innen anderenorts, überhaupt möglich ist, frei Filme zu drehen und damit bewegende Geschichten zu erzählen. Auch der Regisseur Sahsa Nathwani griff das Thema auf und wies mit seiner persönlichen Erfahrung als Sohn einer iranischen Mutter auf die Situation der Frauen im Iran hin. Er erzählte, die Frauen in seiner Familie seien vielseitig begabt, alle spielten beispielsweise ein Musikinstrument, sprechen mehrere Sprachen – „Doch was machst du, wenn du deine Talente nicht zur Geltung bringen darfst?“, so die Frage des Regisseurs an das Publikum. Und hier verbindet sich das große Weltgeschehen mit dem persönlichen Mikrokosmos der Hauptfigur des Films, Ziba. Im Film hat die junge Ziba zielstrebig alles dafür getan, dass ihre Leistung einfach zu gut ist, als dass sie übergangen werden könnte und hat dabei einen klar definierten Weg vor Augen – doch alles wird plötzlich in Frage gestellt. Es ist der Tag der Zeugnisübergabe, für Ziba und ihre Mitschüler*innen ist die Schulzeit zu Ende, sie erhalten ihr Abschlusszeugnis und wollen den Tag gemeinsam feiern. In einem ausgewogenen Wechsel zwischen Rückblenden und dem Tag der Zeugnisübergabe entwickelt sich nach und nach die persönliche Innenwelt Zibas. Das Publikum erfährt von ihren Wünschen und Vorhaben, erlebt den Schock, als ihr der Boden unter den Füßen weggezogen wird, sowie die Sorgen, die sie nun wie ein Schatten begleiten. Ihre sorgfältig erarbeiteten Pläne für ihr weiteres Leben sind völlig über den Haufen geworfen, daher möchte sie den Schulabschluss mit ihren besten Freund*innen feiern und einen sorgenfreien Tag in vollen Zügen genießen. Sie möchte das Leben ganz bewusst noch einmal perfekt erleben. Organisiert, wie sie bisher war, ist auch dieser Tag durchdacht und sie bringt allen einen Ablaufplan dafür mit, der lachend akzeptiert wird. Bei aller Unbeschwertheit, die die Beteiligten an den Tag legen, sind die Zukunftsfragen aller spürbar – genauso wie das gegenseitige Wohlwollen. Es wird ein Freundschaftsbild entworfen, in dem echte Entspannung genauso möglich ist, wie kurzer Jähzorn, Streit und auch Raum für Zweifel. Der Film arbeitet mit sanftem Schnitt und gezielten Rhythmus-Wechseln und entwirft so ein Tempo, das der inneren emotionalen Achterbahnfahrt Zibas entspricht. Wenn am Ende des Tages dieser völlig entgegen alle Erwartungen verlaufen ist, bricht mit der Morgendämmerung nicht nur neue Hoffnung durch die Wolken der Endzeitstimmung Zibas. Nach einem innigen Moment mit ihrer Mutter bricht sich die Erkenntnis Bahn, dass die Zukunft ungewiss ist – und dass das auch etwas Gutes sein kann. Last Swim erhielt mit seiner Balance zwischen der Schönheit des Lebens und Träumen, die eventuell nicht in Erfüllung gehen, den Gläsernen Bären von der Kinderjury für den besten Film in der Kategorie Generation 14Plus. Nicole Lohfink arbeitet als freie Journalistin, Film- und Theaterkünstlerin und medienpädagogische Referentin.   Last Swim Vereinigtes Königreich 2024, 100 Minuten, Regie: Sasha Nathwani, Drehbuch: Sasha Nathwani, Helen Simmons, Darstellende: Deba Hekmat, Narges Rashidi, Jay Lycurgo, Solly McLeod, Lydia Flemin

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