Publikationsserver der Leopoldina
Not a member yet
1046 research outputs found
Sort by
Global Insect Declines and the Potential Erosion of Vital Ecosystem Services: G7 Science Academies' Statement 2020
This statement was prepared by the National Academies of Sciences of the G7 states under the leadership of the U.S. National Academy of Sciences to provide scientific advice to the G7 consultations in 2020. A great majority of insects provide unique and irreplaceable ecosystem services, including pollination, recycling, and nutrient provisioning. Striking declines in diversity and abundance, in some cases upwards of 75% in less than 30 years, have been documented in insect communities. Because loss and degradation of habitats and other contributing factors usually cross political boundaries, international cooperation is essential to mitigate or reverse such declines. Human activities clearly are the major causes of declines in the abundance and diversity of animals, including insects. Insects occupy virtually all terrestrial habitats. Their spectacular diversity reflects their small size and short life cycles, which allow them to partition habitats and resources and adopt specialized lifestyles. Their specialization, however, makes insects vulnerable to changing environmental conditions. Hence, it is important to assess and ideally to predict where and how anthropic pressure affects insects, in order to support policy measures for their conservation and sustainable ecosystem services.Diese Stellungnahme wurde von den Nationalen Akademien der Wissenschaften der G7-Staaten unter Federführung der U.S. National Academy of Sciences zur Beratung des G7-Prozesses im Jahr 2020 erarbeitet. Die große Mehrheit der Insekten erbringt einzigartige und unersetzliche Ökosystemleistungen, einschließlich Bestäubung, Wiederverwertung und Nährstoffversorgung. In Insektengemeinschaften wurde ein eklatanter Rückgang der Vielfalt und Häufigkeit dokumentiert, in einigen Fällen um mehr als 75 % in weniger als 30 Jahren. Da der Verlust und die Zerstörung von Lebensräumen und andere Faktoren, die dazu beitragen, in der Regel grenzüberschreitend sind, ist eine internationale Zusammenarbeit unerlässlich, um solche Rückgänge zu mildern oder umzukehren. Menschliche Aktivitäten sind eindeutig die Hauptursache für den Rückgang der Häufigkeit und Vielfalt von Tieren, einschließlich Insekten. Insekten besiedeln praktisch alle terrestrischen Lebensräume. Ihre spektakuläre Vielfalt spiegelt ihre geringe Größe und kurzen Lebenszyklen wider, die es ihnen ermöglichen, Lebensräume und Ressourcen aufzuteilen und spezialisierte Lebensweisen anzunehmen. Ihre Spezialisierung macht Insekten jedoch anfällig für sich ändernde Umweltbedingungen. Daher ist es wichtig, zu bewerten und idealerweise vorherzusagen, wo und wie sich der menschliche Druck auf Insekten auswirkt, um politische Maßnahmen für ihren Schutz und nachhaltige Ökosystemleistungen zu unterstützen
Institutes of Advanced Study: Chancen und Probleme für Nachwuchswissenschaftler*innen
Der Wissenschaftsrat hat sich zum Ziel gesetzt, die gegenwärtig unübersichtliche Landschaft der Institutes of Advanced Study (IAS)1 in ihren Strukturen und Funktionen für das Wissenschaftssystem zu sichten und Empfehlungen für die Weiterentwicklung von IAS im deutschen Gefüge der Wissenschaftsinstitutionen zu formulieren. Hierbei soll die Perspektive des wissenschaftlichen Nachwuchses – im Folgenden early career researchers (ECR)² – berücksichtigt werden. Das vorliegende Papier möchte dazu einen Beitrag leisten, indem es die Bedürfnisse und die häufig konfliktgeladene Situation von ECR beschreibt und daraus Vorschläge für konkrete Maßnahmen zur zukünftigen Ausrichtung und Arbeitsweise von IAS entwickelt. Eine Diskussion zu ECR an IAS lässt sich aufgrund der systemischen Relevanz von IAS nicht von einer Kritik des universitären Gesamtsystems trennen. Die Vorschläge dieses Papiers zielen letztlich auf ein insgesamt reformbedürftiges System. Das Papier bezieht sich ferner vor allem auf die Situation von ECR in den Sozial- und Geisteswissenschaften, da diese vornehmlich das Angebot von IAS nutzen. Naturwissenschaftler*innen können die Angebote der IAS aus disziplininternen Gründen nur begrenzt in Anspruch nehmen. Die „Nachwuchsphase“ im deutschen System ist gerade in den Sozial- und Geisteswissenschaften exzeptionell lang, mit vielfältigen und oft nicht formalisierten Qualifikationsanforderungen; hierin sehen wir ein Hauptproblem des deutschen wissenschaftlichen Systems (siehe 2. Die Herausforderungen der ECR-Phase und das Potenzial der IAS). Diese Karrierephase überschneidet sich zudem mit einer existenziell herausfordernden Lebensphase aufgrund prekärer Beschäftigungsverhältnisse, der gleichzeitigen Karriereentwicklung von Lebenspartner*innen sowie der eigenen Familiengründung, die oft in diesem Lebensabschnitt stattfindet. Der sich daraus ergebenden Vielfalt an Bedürfnissen, die wir im Folgenden klarer herausarbeiten möchten, steht eine Vielfalt an verschieden konzipierten IAS- Formaten gegenüber. Wir sehen diese grundsätzlich sehr positiv; es gilt aus unserer Sicht aber, sie klarer zu benennen und bewusster zu gestalten. Das vorliegende Papier ist das Resultat zweier Workshops der Arbeitsgruppe Zwei Kulturen der Wissenschaften der Jungen Akademie. Danken möchten wir an dieser Stelle dem Netherlands Institute for Advanced Study in the Humanities and Social Sciences in Amsterdam und dem Historischen Kolleg in München, die jeweils als Gastgeber*innen der beiden Workshops fungierten
Zentrale und dezentrale Elemente im Energiesystem: Der richtige Mix für eine stabile und nachhaltige Versorgung : Kurzfassung der Stellungnahme
Nur mit einem Mix aus zentralen und dezentralen Technologien kann die Energieversorgung klimafreundlich, sicher und wirtschaftlich werden. Die Herausforderung liegt darin, die einzelnen Elemente zu einem funktionierenden Gesamtsystem zu integrieren. Die Arbeitsgruppe „(De-)zentrale Energieversorgung“ des Akademienprojekts „Energiesysteme der Zukunft“ schlägt vor: Damit Deutschland bis 2050 treibhausgasneutral werden kann, müssen alle Potenziale beim Ausbau der Wind- und Photovoltaikanlagen erschlossen werden. Photovoltaikanlagen auf Dach- und Gebäudeflächen, Doppelnutzungen wie Wind- oder Solarenergie und Landwirtschaft, Windenergie auf See und Energieimporte können die entstehenden Flächenkonflikte entschärfen. Ohne den Ausbau der Übertragungs- und Verteilnetze wird die Energiewende scheitern – egal, ob das Energiesystem zentraler oder dezentraler ausgerichtet ist. Kommt der Netzausbau wegen fehlender Akzeptanz nur langsam voran, können dezentrale Ansätze dazu beitragen, die kurz- bis mittelfristigen Ausbauziele der erneuerbaren Energien dennoch zu erreichen. Digitale Anwendungen sind unabdingbar, um das Energiesystem effizient zu steuern. Je dezentraler das Energiesystem, desto mehr Akteure prägen es – dadurch steigt die Komplexität. Intelligente Verteilungsnetze vernetzen Erzeuger, Speicher und Verbraucher. Ein neues, entschlacktes Regulierungssystem kann Innovationen fördern und systemdienliches Prosuming ermöglichen. Werden Erneuerbare-Energieanlagen netzdienlich ausgebaut und betrieben, spart dies Kosten für zusätzlichen Netzausbau. Die Energiewende kann nur gelingen, wenn sie von der Bevölkerung aktiv unterstützt wird. Politische und ökonomische Beteiligungsmöglichkeiten können dazu beitragen
Globale Biodiversität in der Krise: was können Deutschland und die EU dagegen tun?
Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus verschiedenen Disziplinen der Biodiversität, Ökologie, Ökonomie, Anthropologie und integrierten Landsystem-Forschung haben sich mit Fragen der globalen Krise der biologischen Vielfalt befasst. In dem daraus resultierenden Diskussionspapier „Globale Biodiversität in der Krise - Was können Deutschland und die EU dagegen tun?“ und in dem dazugehörenden Dokumentationsband zeigen die Autorinnen und Autoren auf, wie Deutschland und Europa reagieren sollten, um das gemeinsame Ziel zu erreichen, den Verlust an Biodiversität zu stoppen. Die Vielfalt von Pflanzen und Tieren ist eine unserer wichtigsten Lebensgrundlagen. Teil der Evolution war und ist immer auch das Aussterben und die Neuentstehung von Arten. In den letzten Jahrzehnten ist jedoch ein in der Geschichte der Erde bisher nie erreichtes Massenaussterben von Pflanzen- und Tierarten zu beobachten. Der Einfluss des Menschen auf alle Bereiche unserer Umwelt hat so nicht nur zu Klimawandel geführt, sondern auch dazu, dass ein großer Teil der biologischen Vielfalt unwiederbringlich verloren gegangen ist. Was dies für das langfristige Überleben der Menschheit bedeutet, ist aktuell kaum abschätzbar. Wichtig ist jedoch, dass sowohl der Schutz des Klimas als auch der Schutz der Biodiversität untrennbar miteinander verbundene Herausforderungen für die Menschheit sind. Die Weltgemeinschaft hat bereits bei der Konvention von Rio 1992 die Dringlichkeit anerkannt, die dem Biodiversitätsschutz zukommt. In den letzten fast 30 Jahren verpflichteten sich die Vertragsstaaten zu verschiedenen Zielen, die dem Schutz der Biodiversität dienen sollen und den Verlust der Vielfalt möglichst stoppen sollten. Vieles wurde erreicht, aber der Verlust der Vielfalt geht kaum gebremst weiter
Development and Distribution of Vaccines against COVID-19
The COVID-19 pandemic continues to spread in most countries around the globe, resulting in significant morbidity and mortality, as well as economic challenges to individuals and nations alike. This global pandemic of a serious, highly transmissible disease poses an ongoing threat for all. COVID-19 anywhere in the world presents risk of COVID-19 everywhere. While public health tools such as physical distancing, wearing of masks and proper hygiene, along with testing and tracing, have been shown to help control the spread, it is widely recognized that vaccines will be essential to our ability to control the current pandemic, protect against likely future outbreaks of COVID-19 and allow populations to return to their daily lives
Netzengpässe als Herausforderung für das Stromversorgungssystem: Optionen zur Weiterentwicklung des Marktdesigns
Energiewende und europäische Energieunion stellen neue Anforderungen an die Stromnetze. Damit drohen hohe Kosten und zusätzliche Gefahren für die Netzstabilität durch anhaltende Netzengpässe. Anpassungen des Marktdesigns können dem entgegenwirken. Diese Stellungnahme stellt fünf Handlungsoptionen vor. Folgende Punkte lassen sich festhalten: Geeignete Preissignale können dafür sorgen, verfügbare Transportkapazitäten bei der Einsatzplanung von Erzeugungs-, Speicher- und Verbrauchsanlagen zu berücksichtigen und Netzengpässe bereits im Vorfeld zu vermeiden. Sie können sowohl beim Stromgroßhandelspreis als auch bei den Netzentgelten ansetzen. Solche Ansätze sollten verstärkt geprüft werden. Auslastungsorientierte Netzentgelte haben den Vorteil, dass sie sich in das System einer einheitlichen deutschen Stromgebotszone integrieren lassen. Allerdings müsste ein solcher Ansatz zunächst ausgearbeitet und erprobt werden. Die marktbasierte Beschaffung von Flexibilität zur Behebung verbleibender Netzengpässe entspricht dem Leitbild einer Wettbewerbsordnung. Sie würde Anreize setzen, Flexibilitätspotenziale gerade auch auf der Lastseite besser zu nutzen und Innovationspotenziale zu erschließen. Die Funktion der Strom- und Flexibilitätsmärkte müsste allerdings kontrolliert werden. Ähnliches gilt, wenn erhöhte finanzielle Anreize das heutige System einer kostenbasierten Beschaffung ergänzen würden. Solche Ansätze sollten weiterverfolgt werden. Alle Handlungsoptionen sind mit Vor- und Nachteilen verbunden. Für ein bestmögliches Ergebnis sollte daher auch eine Kombination von Handlungsoptionen in Betracht gezogen werden
Additive Fertigung – Entwicklungen, Möglichkeiten und Herausforderungen
Die Additive Fertigung ist ein junges, dynamisches Feld der Technologieentwicklung, das durch die Einführung von 3D-Druckern populär wurde. Materialien werden Schicht für Schicht aufgetragen. So entstehen Objekte mit bisher kaum erreichten variablen Formen und filigranen inneren Strukturen. Diese Technologie könnte die Entwicklung und Herstellung zahlreicher Produkte für Industrie, Medizin und den privaten Gebrauch tiefgreifend verändern. In der Stellungnahme „Additive Fertigung – Entwicklungen, Möglichkeiten und Herausforderungen“ beschreiben die Wissenschaftsakademien die mittel- und langfristigen Potenziale der Technologie, notwendige Forschungs- und Entwicklungsaufgaben und Handlungsoptionen für den Umgang der Gesellschaft mit den Möglichkeiten dieser Verfahren. Das Papier ergänzt eine 2017 erschienene Stellungnahme der Wissenschaftsakademien zum Thema
Coronavirus Pandemic – Measures Relevant to Health: 2nd Ad-hoc-Statement
The National Academy of Sciences Leopoldina has published a second ad-hoc-statement entitled “Coronavirus Pandemic – Measures Relevant to Health”. The paper focuses on measures relevant to health, which can contribute to a gradual normalisation of public life. Three measures are particularly important: (1) general use of mouth and nose protection, (2) short-term use of mobile phone data and (3) increase in testing capacities
The Coronavirus Pandemic: towards a Crisis-Resistant Education System: 5th ad-hoc statement
The coronavirus pandemic and all measures taken to curb the spreading of the infection have led to a situation where many childcare facilities and schools were temporarily unable to fulfill their educational mandate. Others were only able to comply with this mandate to a very limited extent. A reliable technological and organizational infrastructure, which could compensate for a complete shutdown of educational institutions, is not yet available in Germany. Children and young people, their families and educational professionals are therefore particularly affected by the current crisis. In the ad-hoc statement “The Coronavirus Pandemic: Towards a Crisis-Resistant Education System”, the German National Academy of Sciences Leopoldina indicates suitable measures, outlining how the existing education system can become more resilient and react more flexibly under crisis conditions. The document is a translation of the original statement published in German that was addressed to the responsible stakeholders in the national education system, i.e. state ministries, state institutes, education providers as well as day-care centers and schools
Coronavirus pandemic: Use the end of year holidays to impose a strict lockdown: 7th ad-hoc statement
Since the end of July, the number of new infections with the coronavirus has been on the rise again in Germany. Because of falling temperatures and group activities being relocated indoors, the pandemic's development is at risk of becoming difficult to control again. In its ad-hoc-statement “Coronavirus pandemic: Establishing effective rules for autumn and winter” the German National Academy of Sciences Leopoldina points out that to counter this threat in time and maintain public life in the coming months, protective measures must be taken now. The Leopoldina appeals to all responsible parties at the federal and state levels to quickly agree on national, effective, and standardized rules for preventive measures and to ensure that these measures are implemented and complied with more consistently than has been the case to date