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The origin and beginning of life: Annual conference 2024, 26 to 27 September 2024 : programme and abstracts of the lectures
Die Zukunft der Arbeit
Spätestens seit der SARS-CoV-2-Pandemie gibt es eine neue Debatte über Arbeit und ihre Rolle im persönlichen wie im öffentlichen Leben. Gesellschaftliche Transformation, die Orientierung auf das Gemeinwohl und die dafür unerlässliche Sicherung des Wohlstands breiter Bevölkerungsschichten sind ohne Arbeit nicht vorstellbar. Arbeit soll schließlich auch Lebensfreude steigern und nicht mindern. Die Union der deutschen Akademien der Wissenschaften und die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina bieten politischen und sonstigen gesellschaftlichen Akteuren mit der Stellungnahme „Die Zukunft der Arbeit“ Anregungen, um sich über Veränderungen von Arbeit in den multiplen Krisen der Gegenwart zu orientieren
Progress and Breakthrough in Preclinical and Clinical Cardiac Xenotransplantation
Introduction: Before starting clinical cardiac xenotransplantation the International Society for Heart and Lung Transplantation (ISHLT) advisory board recommended a 90-days-survival of 60 % in a life-supporting orthotopic pigto-baboon model (oXHTx). We achieved this with a new costimulation blockade immunosuppression (CD40mAb). Problems like perioperative xenograft dysfunction (PCXD) and cardiac xenograft (over)growth (CXO) were solved with a cold perfusion preservation and anti-proliferative drugs. Methods: Eight baboons were transplanted with GalKO/hCD46/hTM transgenic pig hearts. Immunosuppression consisted of antithymocyte globulin (ATG), rituximab, mycophenolate-mofetil (MMF), cortisone and CD40mAb(2C10). To prevent PCXD we used a non-ischemic 8oC cold perfusion solution with oxygenated blood. To inhibit CXO/hypertrophy, antihypertensive drugs and temsirolimus were given. Results: With cold perfusion no PCXD occurred. After growth control 6 recipient baboons reached the end of study (90 days), two were prolonged up to day 182 / day 195. Two baboons died on day 14 / day 26 of sepsis (pCMV- positive donor hearts). No hyperacute or delayed rejection occurred. All baboons were in excellent general conditions (Längin et al. 2018). With the same immunosuppression and cold perfusion in 2021 Prof. Mohiuddin in Baltimore (MD, USA) achieved with 7- to 10-fold genetically modified donor pigs in oXHTx a maximal survival of 264 days. The second, clinical breakthrough was a worldwide first-in-man cardiac xenotransplantation (January 7th, 2022) in Baltimore: Mr. David Bennett (57 years old, non-transplantable on extracorporeal membrane oxygenation (ECMO) support) received a pig heart with 10 gene modifications as “compassionate use”. During implantation a type-A-aortic-dissection occurred as complication. During recovery next weeks, xenograft showed normal function. Bowl problems led to laparotomy and mobilization was difficult. After day 50 situation deteriorated, and after change to a palliative concept the patient died (po day 60, histologically no major signs of xenograft rejection) (Griffith et al. 2022). Despite the marginal patient (immobilized, ECMO, redo-operation, non-compliance) and the complicated operation (A-dissection), this two-months-survival can be classified as a great success. Conclusion: After 25 years of experimental research, we achieved in Munich in the last 5 years a major progress and breakthrough with a constant reproducible long-term-survival of 3 – 6 months. This was the essential milestone on the way to clinical cardiac xenotransplantation, which was started with the patient in Baltimore and pushes this new key technology also for other organs (kidney, lung, islet cells). In Munich a first clinical pilot trial is planned in the year 2024 and eventually in 2022 a compassionate use
Monitoring-Bericht 2023
Der Monitoring-Bericht der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina – Nationale Akademie der Wissenschaften über das Jahr 202
Jahrbuch 2023
Das Jahrbuch enthält den Bericht des Präsidenten der Akademie für das Jahr 2023. Außer über die Jahresversammlung zum Thema „Gesetz(e): Regeln der Wirklichkeit – Regeln für die Wirklichkeit“, die eine weitgefassten Gesetzesbegriff unter mannigfaltigen Perspektiven verschiedener Fächer diskutierte, berichtet der Band über eine Anzahl von Veranstaltungen der Sektionen und anderen Struktureinheiten der Akademie, die ein vielfältiges wissenschaftliches Programm im zurückliegenden Jahr widerspiegeln. Es enthält eine Zusammenstellung aller durchgeführten Veranstaltungen, die Hinweise auf weiterführende Inhalte bietet. Diese sind in der Internetversion der Publikation direkt aufrufbar. Die Satzung der Akademie ist in der deutschen und englischen Sprache dokumentiert und wird durch die im Jahr 2023 veränderte Wahlordnung in beiden Versionen vervollständigt. Die Dokumentation des Wirkens der Akademie wird durch Beiträge zur Frühgeschichte der Akademie und zu den Bücherverlusten der Leopoldina-Bibliothek in der Zeit um 1945 sowie die übliche historische Chronologie ergänzt
Bridging the Gap: Wie wissenschaftliche Beratung für die Umweltpolitik gelingen kann: Ein Debattenbeitrag der AG Nachhaltigkeit
Umweltschutz erfordert zentrale politische Maßnahmen. Doch inwieweit sind umweltpolitische Reformen von wissenschaftlichen Erkenntnissen geleitet? Viele Forschende im Bereich der Umwelt-, Klima- und Nachhaltigkeitsfragen erachten ihre eigene Arbeit als politikrelevant. Aber wann finden Forschungsergebnisse im politischen Prozess tatsächlich Beachtung? Welche Maßnahmen können insbesondere Nachwuchsforscher*innen ergreifen, um die Sichtbarkeit der eigenen Arbeit im Politikbetrieb zu erhöhen? Der vorliegende Debattenbeitrag geht diesen Fragen nach. Der Fokus liegt dabei auf nicht-institutionalisierten Formen der wissenschaftlichen Politikberatung jenseits von Fachgremien und Auftragsforschung. Insbesondere sprachen die Mitglieder der AG Nachhaltigkeit der Jungen Akademie im Herbst 2023 in einer strukturierten Diskussionsrunde mit 13 politischen Entscheidungsträger*innen darüber, wie Forschung zu Umweltfragen ihre Arbeit konkret beeinflusst. Die Gesprächspartner*innen arbeiten auf Bundes- und Landesebene in der öffentlichen Verwaltung in Deutschland sowie in internationalen Institutionen. Viele von ihnen haben einen wissenschaftlichen Hintergrund, insbesondere im Bereich Umweltökonomik. Die politischen Entscheidungsträger*innen identifizierten insgesamt fünf Bedingungen als förderlich, damit Wissenschaft sie möglichst gut erreicht. In der Publikation werden die Themenfelder Reputation, Kontakte, Kanäle, Prägnanz und Zeitpunkt vorgestellt
Intergroup Biases Need No Biased Processes
Although it seems natural and plausible to explain biased behaviors through biasing processes and motives, attributing conflict and discrimination between “we and others” to lopsided stereotypes, prejudiced evaluations, cultural expectancies, and biological instincts, intergroup and intergroup conflicts may as well arise from fully unbiased processes. One possibility of biases without biases, which is the focus of the present contribution, derives from Bernoulli’s law (1713) of large numbers that renders prevailing norm-abiding (positive) behavior more visible in large samples (majorities, ingroups) than in small samples (minorities, outgroups). Other origins of biases in spite of fully unbiased processes include regressive shrinkage (Campbell and Kenny 1999; more pronounced for other-referent than for self-referent judgments, Moore and Healy 2008), hot-stove effects (Denrell and Le Mens 2023), selftruncated sampling (Prager and Fiedler 2021), pseudocontingency illusions, and semiotic overlap between cue patterns producing illusory correlations. Traditional explanations in terms of biased motives, schemas, cultural norms and biological instincts are not simply refuted. Such assumptions may be sufficient to induce or reinforce intergroup or intercultural biases, but they are not necessary. The research reviewed in the present contribution shows that ruling out all biased processes will by no means eliminate all problems in the interface of “we and others”.Obwohl es natürlich und plausibel erscheint, verzerrendes und diskriminierendes Verhalten durch verzerrende Prozesse und Motive zu erklären und damit Konflikte und Animositäten auf Stereotypen, Vorurteile, kulturelle Erwartungen und biologische Instinkte zurückzuführen, können Konflikte zwischen Gruppen und Kulturen auch gänzlich ohne verzerrte Prozesse entstehen. Die Möglichkeit von „biases without biases“, die im Fokus des vorliegenden Beitrags steht, leitet sich etwa von Bernoullis Gesetz (1713) der großen Zahl ab, wonach das vorherrschende positive Verhalten in großen Stichproben (Majoritäten, eigene Gruppen) stärker sichtbar wird als in kleinen Stichproben (Minoritäten, fremde Gruppen). Andere Quellen für Konflikte trotz völlig ausgeglichener Prozesse sind Regression zur Mitte (Campbell and Kenny 1999; stärker ausgeprägt für Fremd- als für Selbsturteile, Moore and Healy 2008), „Hot-Stove“-Effekte (Denrell and Le Mens 2023), selbstbestimmter Abbruch der Informationssuche (Prager and Fiedler 2021) und semiotische Überlappung von Schlüsselreizen (Cues) als Ursprung von illusorischen Korrelationen. Traditionelle Erklärungen aufgrund einseitiger Motive, egozentrischer Schemata, kultureller Normen und biologischer Instinkte werden nicht verworfen. Sie stellen hinreichende, aber keine notwendigen Bedingungen für intergruppale und interkulturelle Verzerrungen dar. Die in diesem Beitrag behandelten Forschungen zeigen, dass keineswegs alle Probleme in der Schnittstelle von „Wir und die Anderen“ gelöst sind, selbst wenn alle verzerrenden Prozesse kontrolliert werden
Expedition Anthropocene
Viele Gigabyte gesammelter Daten, verschiedenartigste Eindrücke und Erfahrungen, festgehalten in Fotografien und Audioaufnahmen, und vor allem die Erkenntnis, was Wissenschaft heute leisten kann und leisten muss: Damit reist die Expedition Anthropozän der Jungen Akademie im März 2020 zurück nach Deutschland. Zuvor untersuchen siebzehn Tage lang die Wissenschaftler*innen Miriam Akkermann, Martin-Immanuel Bittner, Christian Hof, Robert Kretschmer, Dirk Pflüger und Ricarda Winkelmann als interdisziplinäres Forschungsteam die Auswirkungen des Anthropozäns in verschiedenen Höhenlagen Ecuadors. Im Fokus der Expedition stehen die folgenden Fragen: Wie verändert der vom Menschen verursachte Klimawandel die belebte und unbelebte Umwelt? Und wie kann der Mensch seiner Verantwortung als geologische Einflussgröße gerecht werden? Diese Fragen führen das Team von der Großstadt über Gletscher in der dünnen Luft es Hochgebirges bis in den artenreichen Nebelwald Ecuadors. Es sind intensive, zum Teil auch von Strapazen und Regenwetter geprägte Tage. Die ungewöhnliche Konstellation von Fachgebieten – von der Musikwissenschaft bis zur Informatik – und Methoden – von Eiskernbohrungen bis zu Klangaufnahmen – erfordert Kooperation, Flexibilität und Anpassung an das übergeordnete Ziel. Nur so wird die Expedition der Komplexität des Themas gerecht – und es ist anzunehmen, dass sich auch die Herausforderungen des globalen Klimawandels nur durch Interdisziplinarität bewältigen lassen werden. Das Anthropozän betrifft alle Menschen, weltweit. Mit dem vorliegenden Dokumentationsband machen die Wissenschaftler*innen ihre Forschung in Ecuador und die daraus gewonnenen Erkenntnisse einem breiten Publikum zugänglich. Die Gliederung des Bandes folgt chronologisch den auf der Expedition beforschten Klimazonen und Siedlungsräumen. Texte, Bilder und weitere Medien laden dazu ein, mitzureisen: Wissenschaftliche Praxis mitzuerleben, beeindruckende Landschaften, Tiere und Pflanzen zu entdecken – und dem Anthropozän dort zu begegnen, wo seine Auswirkungen bereits deutlich spürbar sind.With many gigabytes of collected data, a wide variety of impressions and experiences captured in photographs and audio recordings, and above all the realisation of what science can and must achieve today the Expedition Anthropocene of Die Junge Akademie traveled back to Germany in March 2020. The scientists Miriam Akkermann, Martin-Immanuel Bittner, Christian Hof, Robert Kretschmer, Dirk Pflüger and Ricarda Winkelmann had spent seventeen days as an interdisciplinary research team investigating the effects of the Anthropocene age at various altitudes in Ecuador. The expedition focused on the following questions: How is human-induced climate change altering the living and non-living worlds? And how can humans fulfil their responsibility as a significant influencing factor capable of demarcating an entire geological age? These questions took the team all the way from cities to glaciers in the thin air of the high mountains and to the species-rich cloud forests of Ecuador. It was an intensive trip, and some days were marked by exertion and rainy weather. The unusual constellation of disciplines – from musicology to computer science – and methods – from ice core drilling to sound recording – require cooperation, flexibility and adaptation to the overall goal. Only in this way could the expedition do justice to the complexity of the topic – and it is fair to assume that the challenges of global climate change can likewise only be overcome by means of an interdisciplinary approach. The Anthropocene affects all people, worldwide. In this documentary volume, the scientists make their research in Ecuador and the insights gained from it accessible to a broad audience. The structure of the volume chronologically follows the climatic zones and settlement areas explored on the expedition. Texts, pictures and other media invite you to be part of the journey: to experience scientific practice, to discover impressive landscapes, animals and plants – and to encounter the Anthropocene where its effects are already clearly noticeable