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Prozessintegrierte Verbindungsausbildung hybrider FKV-Metall-Systeme im Fließpressverfahren
Die Vereinigung artverschiedener Werkstoffe mit vorteilhaften gewichtsspezifischen Eigenschaften zu einem Hybridsystem bietet ein hohes Leichtbaupotenzial. Herausforderungen bestehen jedoch in der Wirtschaftlichkeit und der Rezyklierbarkeit. Ein vielversprechender Ansatz ist der Einsatz der Kunststoff-Metall-Hybridtechnik auf Basis des kostengünstigen Polymers Polypropylen. Durch die reversible Schmelzbarkeit ist eine effiziente Verarbeitung sowie eine Rückführung in die Wertschöpfungskette nach dem Lebenszyklus möglich. Zur Reduktion der Zykluszeiten und des Energieverbrauchs wird die Verbindungsausbildung zum Metall in den Formgebungsprozess des Kunststoffes integriert. Das Verfahren des Fließpressens wird gewählt, da es ein optimales Verhältnis aus mechanischen Eigenschaften und Gestaltungsfreiheit des Polymers bietet. Aufgrund der geringen Affinität von Polypropylen zu metallischen Werkstoffen wird ein Haftvermittler in der Grenzschicht eingesetzt, um eine leistungsstarke Fügeverbindung zu gewährleisten. Die systematische Analyse der Einflussgrößen auf die Verbindungsausbildung ermöglicht die Entwicklung von allgemeingültigen Verarbeitungsrichtlinien. Gleichzeitig wird die grundsätzliche Anwendbarkeit durch die Betrachtung betriebsrelevanter Belastungssituationen bewertet und durch Auslegungsrichtlinien ergänzt. Abschließend verdeutlicht die Analyse eines Technologiedemonstrators die Bedeutung der Haftfestigkeit für die Tragfähigkeit von Hybridstrukturen. Diese Arbeit liefert wesentliche Grundlagen für die Prozess- und Strukturoptimierung hybrider Bauteile und trägt zur wirtschaftlichen sowie nachhaltigen Fertigung von Leichtbaustrukturen bei.Combining dissimilar materials with advantageous weight-specific properties into a hybrid system offers significant lightweight construction potential. However, challenges arise in terms of cost efficiency and recyclability. A promising approach is the use of plastic-metal hybrid technology based on cost-effective polymer polypropylene. Its reversible meltability enables efficient processing as well as reintegration into the value chain at the end of its life cycle. To reduce cycle times and energy consumption, the bonding process with metal is integrated directly into the shaping process of the polymer. Compression molding, as a manufacturing process, is chosen because it provides an optimal balance between the mechanical properties and design flexibility of the polymer. Due to the low affinity of polypropylene to metallic materials, an adhesive promoter is applied at the interface to ensure a strong bond. Systematic analysis of factors influencing joint formation enables the development of universally applicable processing guidelines. At the same time, the general applicability is evaluated by considering operationally relevant loading conditions, leading to the development of design guidelines. Finally, the analysis of a technology demonstrator illustrates the importance of adhesive strength for the load-bearing capacity of hybrid structures. This work provides an essential basis for the process as well as structural optimization of hybrid components, contributing to the economical and sustainable production of lightweight structures.von Julian Lückenkötter ; Referent: Prof. Dr. rer. nat. habil. Thomas Tröster, Korreferent: Prof. Dr.-Ing. Elmar MoritzerTag der Verteidigung: 21.03.2025Universität Paderborn, Dissertation, 202
Allgemeine Bestimmungen der Prüfungsordnungen für die Bachelorstudiengänge der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften an der Universität Paderborn : vom 25. April 2025
Workplace Health Promotion for supervisors in the context of the prevention principle of 'Healthy Leadership'
Führungskräfte (FK) übernehmen in der betrieblichen Gesundheitsförderung (BGF) eine zentrale Rolle. Der Leitfaden Prävention empfiehlt daher BGF-Maßnahmen, die sich speziell an FK richten, doch die Evidenz zur Wirksamkeit dieser spezifischen Interventionen ist bislang unklar. Das Forschungsvorhaben zielt darauf ab, empirische Evidenz zur BGF für FK vor dem Hintergrund des Präventionsprinzips „Gesundheitsgerechte Führung“ zu erfassen, zu analysieren und zu bewerten. Studie 1, eine qualitative Interviewstudie in kleinen und mittleren Unternehmen bestätigte, dass FK hohen arbeitsbedingten Stressoren ausgesetzt sind, die sich negativ auf Gesundheit, Arbeitsqualität sowie berufliche und private Beziehungen auswirken. Studie 2, ein systematisches Review mit Meta-Analyse, zeigte, dass Stressmanagement-Interventionen für FK eine wirksame Maßnahme zur Förderung psychischer Gesundheit sowie arbeits- und führungsbezogener Endpunkte sein können. Studie 3, ein systematisches Review, identifizierte zehn Studien zur Wirksamkeit gesundheitsorientierter Interventionen für FK hinsichtlich ihrer Wirkungen auf Mitarbeitenden. Bei vier von insgesamt 21 erfassten Endpunkten zur psychischen sowie arbeitsplatzbezogenen Gesundheit von Mitarbeitenden konnten statistische signifikante Effekte festgestellt werden. Das Forschungsvorhaben liefert empirische Evidenz zur Bedeutung und Wirksamkeit von BGF-Maßnahmen für FK. Es unterstreicht die Notwendigkeit zur Durchführung weiterer qualitativ hochwertiger Forschung und identifiziert erste wichtige Ansatzpunkte, die zur Qualitätsentwicklung von BGF-Maßnahmen für FK, gemäß dem Präventionsprinzip „Gesundheitsgerechte Führung“, genutzt werden können.Supervisors (SV) play a central role in workplace health promotion (WHP). The prevention guideline therefore recommends WHP interventions that are specifically aimed at SV. However, the evidence on the effectiveness of these specific interventions is still unclear. The research project aims to collect, analyze and evaluate empirical evidence on WHP for SV in the context of the “Healthy leadership” prevention principle. Study 1, a qualitative interview study in small and medium-sized enterprises, confirmed that SVs are exposed to high work-related stressors that have a negative impact on health, quality of work and professional and private relationships. Study 2, a systematic review with meta-analysis, showed that stress management interventions for SV can be an effective approach for improving mental health and work- and leadership-related outcomes. Study 3, a systematic review, identified ten studies on the effectiveness of health-oriented interventions for SV concerning their impact on employees. Statistically significant intervention effects were observed for four of a total of 21 outcomes related to employees´ mental and workplace health. The research project provides empirical evidence on the importance and effectiveness of WHP interventions for SV. It underlines the need to carry out further high-quality studies and identifies key starting points that can be used for the qualitative development of WHP interventions specifically targeted at SV in accordance with the prevention principle of “Healthy Leadership”.vorgelegt von Indra Dannheim ; Erstgutachterin: Prof.'in Dr. Anette E. Buyken (Universität Paderborn) Zweitgutachterin: Prof.'in Dr. Anja Kroke (Hochschule Fulda)Tag der Verteidigung: 23.04.2025Kumulative Dissertation Universität Paderborn, Dissertation, 202
Clarifying the Concept of Power : Towards a Shared Language for the Social-Scientific Power Debates
‚Macht‘ ist ein zentraler politischer und weithin genutzter alltagssprachlicher Begriff. Zugleich handelt es sich um einen der unklarsten und am meisten umkämpften Begriffe der Sozialwissenschaften. Die vorliegende Arbeit zeigt Probleme, Widersprüche und Reduktionismen der sozialwissenschaftlichen Diskussion um den Machtbegriff auf, die einer produktiven Verständigung über Machtphänomene zwischen verschiedenen wissenschaftlichen Denkschulen sowie zwischen Wissenschaft und Gesellschaft im Wege stehen. Die Arbeit soll einen Beitrag zur Entwicklung einer gemeinsamen Sprache für die Machtdiskussion leisten, indem sie die grundlegenden Bedeutungen machttheoretischer Schlüsselbegriffe rekonstruiert. Ausgehend vom allgemeinen Sprachgebrauch werden die Unterscheidungen zwischen ‚Machtbesitz‘ und ‚Machtausübung‘ sowie zwischen ‚Macht zu‘ und ‚Macht über‘ analysiert. Sodann werden Definitionen für ‚Macht zu‘, ‚Macht über‘, ‚Machtbeziehungen‘ und ‚soziale Macht‘ vorgeschlagen. Untersucht werden auch die sachverwandten Begriffe ‚Gewalt‘ und ‚Einfluss‘ und deren Beziehungen zu ‚Macht‘. Inhaltlich greift die Arbeit auf die avanciertesten Beiträge der umfangreichen anglophonen Machtdebatten zurück. Sozialontologisch fundiert und antireduktionistisch ausgerichtet werden die Analysen mit Hilfe des Critical Realism, der auch ein dezidiert nicht-positivistisches Verständnis von Kausalität beisteuert.‚Power‘ is a central political concept and a widely used ordinary-language term. At the same time, it is one of the most ambiguous and contested concepts of the social sciences. This dissertation identifies problems, contradictions, and reductionisms in the social-scientific debate on power, which impede a productive discussion of power phenomena across different scientific schools of thought and between science and society. The dissertation aims to contribute to the development of a shared language for the ongoing power debate by reconstructing the fundamental meanings of key terms in the discourse on power. Starting from ordinary language usage, the distinctions between ‚having power’ and ‚exercising power’ as well as between ‚power to’ and ‚power over’ are analysed. Definitions for ‚power to’, ‚power over’, ‚power relationships’, and ‚social power’ are proposed. The study also investigates the meanings of the related concepts of ‚violence‘ and ‚influence‘ and their relationship to ‚power‘. It draws substantially on the most sophisticated contributions to the extensive Anglophone power debate. The analysis is grounded in the anti-reductionist social ontology of Critical Realism, which also provides a distinctly non-positivist conception of causality.Hartwig Schuck ; Erstgutachterin: Prof. Dr. Birgitt Riegraf, Zweitgutachter: Prof. Dr. Uwe SchimankTag der Verteidigung: 07.05.2024Universität Paderborn, Dissertation, 202
III-V surface physics for photoelectrochemical water splitting
InP und AlInP werden aufgrund ihrer herausragenden elektronischen und optischen Eigenschaften in zahlreichen Anwendungen genutzt. Insbesondere zeigen beide Materialien großes Potenzial für die photoelektrochemische Wasserspaltung. Die Effizienz sowie die Haltbarkeit der Elektroden werden jedoch durch Korrosion stark beeinträchtigt. Um die Leistungsfähigkeit der Systeme zu verbessern, ist es notwendig, nicht nur den Oxidationsprozess der Oberflächen, sondern auch den Mechanismus der Wasserspaltung an der Grenzfläche zwischen Wasser und Halbleiter zu verstehen. In dieser Arbeit werden die elektronischen Eigenschaften oxidierter Al/In-reicher AlInP- und InP-Oberflächen mithilfe von Dichtefunktionaltheorie (DFT)-Berechnungen untersucht. Die Sauerstoff- und Wasserstoffentwicklungsreaktionen für die Wasserspaltung auf der In-reichen InP-Oberfläche werden analysiert. Die absoluten Positionen der Leitungs- und Valenzbänder werden in Bezug auf die Redoxpotentiale der Wasserspaltung unter Verwendung hybrider Funktionale berechnet. Für die P-reiche InP-Oberfläche werden H-Defekte als mögliche Ursache der experimentell beobachteten starken Bandverbiegung untersucht. Zudem wird berechnet, wie H-Vakanzen mit Wassermolekülen wechselwirken. Schließlich werden Reflexionsanisotropiespektren (RAS) für verschiedene AlInP(001)-Oberflächen durch Lösung der Bethe-Salpeter-Gleichung berechnet. Die Ursprünge der spektralen Signaturen werden analysiert und spezifischen Oberflächenmotiven zugeordnet.InP and AlInP are used extensively in numerous technological applications, in grand part due to their astounding electronic and optical properties. In particular both materials are used show promise in solar-powered photoelectrochemical water splitting devices. These devices are often limited by factors like corrosion that hinder the water-splitting reaction. In order to increase the efficiencies of these devices it is necessary to understand not only how the surfaces of the semiconductors oxidize but also how the water-splitting mechanism takes place in the water/surface interface. In this work the electronic properties of oxidized Al/In-rich AlInP and InP surfaces are investigated from density functional theory (DFT) calculations. Oxygen evolution and hydrogen reduction reactions are investigated for the water splitting mechanism on top of the In-rich InP surface. The absolute position of the conduction and valence bands are calculated in respect to the water evolution and reduction potentials utilizing hybrid functionals. For the P-rich InP surface H defects are looked into as the origin behind experimentally observed strong band bending. How the H vacancy interacts with water molecules is also computed. Finally the reflectance anisotropy spectroscopy (RAS) is calculated for different AlInP(001) surfaces by solving the Bethe-Salpeter equation. The origin behind the spectra fingerprints is explored and assigned to specific surface motifs.Isaac Azahel Ruiz Alvarado ; Promotionskommission Vorsitzender: Prof. Dr. Donat As (Optoelectronic semiconductors – Group III-nitrides Department Physik – Universität Paderborn), Gutachter: Prof. Dr. Wolf Gero Schmidt (Theoretical Materials Physics Department Physik – Universität Paderborn), Gutachter: Prof. Dr. Friedhelm Bechstedt (Institut für Festkörpertheorie und Optik – Friedrich-Schiller-Universität Jena), Vertreter des Mittelbaus: Dr. Tobias Henksmeier (Optoelectronic materials and devices Department Physik – Universität Paderborn)Tag der Verteidigung: 09.04.2025Universität Paderborn, Dissertation, 202