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The influence of social media on the consumer behavior of children and young people
Die vorliegende Masterarbeit untersucht den Einfluss von Social-Media-Plattformen auf das Konsumverhalten von Kindern und Jugendlichen im Alter von 10 bis 14 Jahren. Ausgangspunkt ist die zunehmende Verbreitung digitaler Medien im Alltag junger Menschen und die Frage, inwiefern Plattformen wie Instagram, TikTok, YouTube oder WhatsApp ihr Kaufverhalten beeinflussen. Ein weiterer Fokus wurde auch auf den wachsenden Einfluss von Influencerinnen und Influencern gelegt. Die Arbeit besteht aus einer umfassenden Literaturrecherche und einer eigens durchgeführten empirischen Umfrage in einer Mittelschule in der Steiermark.Insgesamt nahmen 76 Schülerinnen und Schüler an einer Online-Umfrage teil. Die Ergebnisse zeigen, dass Social-Media tief im Alltag der Kinder und Jugendlichen verankert ist. WhatsApp, YouTube und TikTok zählen zu den meistgenutzten Plattformen. TikTok wurde von einem Drittel der Befragten als wichtigste App genannt. 85 % folgen Influencerinnen und Influencern, vor allem aus den Bereichen Sport, Gaming und Lifestyle. Unterhaltung ist das Hauptmotiv, ihnen zu folgen. Der direkte Einfluss auf das Konsumverhalten variiert. Während fast die Hälfte angibt, noch nie aufgrund einer Empfehlung etwas gekauft zu haben, hat rund ein Fünftel schon Käufe aufgrund des Einflusses von TikTok und fast die Hälfte aufgrund des Einflusses von YouTube getätigt. Meist handelt es sich um Kosmetik-, Mode- und Gaming-Produkte.Auffallend ist, dass viele Kinder und Jugendliche Werbung nicht bewusst wahrnehmen oder kritisch gegenüberstehen. Als Kaufhindernisse nannten sie mangelndes Geld, elterliche Kontrolle oder schlechte Bewertungen. Auch gesundheitliche Auswirkungen von Social-Media wurden thematisiert. Neben Kopfschmerzen und Schlafproblemen wurden auch psychische Belastungen wie Konzentrationsmangel und Ablenkung erwähnt. Trotz intensiver Nutzung sehen sich über 70 % der Befragten in der Lage, einen Tag ohne Smartphone auszukommen.Die Ergebnisse der Arbeit zeigen, dass soziale Medien für junge Konsumentinnen und Konsumenten sowohl positive Potenziale als auch problematische Aspekte mit sich bringen. Daher ist es besonders wichtig, bereits im Kindes- und Jugendalter Medienkompetenz und ein reflektiertes Konsumverhalten gezielt zu stärken.This master’s thesis explores the influence of social media platforms on the consumer behavior of children and adolescents aged to 10 to 14. With the growing integration of digital technologies into everyday life, the study focuses on how platforms such as Instagram, TikTok, YouTube and WhatsApp – particularly through influencer marketing – affect young people’s purchasing desicions. The research combines an extensive literature review with an empirical online survey conducted at a secondary school in Styria, Austria.A total of 76 students participated in the survey. Findings reveal a strong presence of social media in their daily routines. WhatsApp, YouTube and TikTok are the most commonly used platforms, with TikTok being the most favored by a third of respondents. Around 85 % follow influencers, primarily from sports, gaming and lifestyle sectors. Entertainment is the main reason for following them. Although almost half claim they have never purchased a product due to influencer promotion, about 20 % have made purchases based on TikTok content and nearly half on YouTube, especially in categories like cosmetics, fashion and video games.Many students show critical awareness, citing lack of money parental restrictions and negative reviews as reasons for not buying promoted products. While many students see no harm, some reported physical symptoms such as headaches and fatigue, as well as psychological effects like reduced concentration or social isolation. Interestingly, over 70 % stated they could spend a day without their smartphone, despite high daily usage.The study concludes that while social media offers opportunities for entertainment and information, it also poses risks in terms of overconsumption and psychological strain. Strengthening media literacy and consumer awareness among young users is therefore crucial.Denise JohamEnthält Literaturangaben 62-64Masterarbeit Universität Graz 2025Zusammenfassung auf Deutsch und Englisc
The role of the human claustrum in generating subjective visual experience
Das menschliche Claustrum, eine dünne, hochgradig vernetzte Struktur der grauen Substanz, gibt der Neurowissenschaft seit Langem Rätsel auf. Seine einzigartige, blattartige Morphologie erschwert die nichtinvasive Bildgebung erheblich und behindert so ein tieferes Verständnis seiner vielfältig diskutierten Funktionen – von der multisensorischen Integration und dem Bewusstsein bis hin zu Aufmerksamkeit und der kognitiven Kontrolle. Die vorliegende Dissertation begegnet diesen Herausforderungen mit fortgeschrittenen bildgebenden Verfahren der Neurowissenschaft und liefert eine umfassende Untersuchung des menschlichen Claustrums, die von seiner detaillierten Anatomie bis hin zu seinen funktionellen Eigenschaften bei der Verarbeitung sensorischer Reize reicht.Im ersten Teil der Arbeit steht die anatomische Identifizierung des Claustrums im Mittelpunkt. Aufgrund der begrenzten Auflösung konventioneller anatomischer MRT-Aufnahmen ist es bisherigen Segmentierungsversuchen häufig nicht gelungen, die vollständige Ausdehnung – insbesondere den fragmentierten ventralen Abschnitt – präzise zu erfassen. Um diese Lücke zu schließen, wurde erstmals ein hochaufgelöstes, manuell erstelltes Segmentierungslabel des gesamten Claustrums angefertigt, das sowohl dorsale als auch ventrale Anteile einschließt. Grundlage hierfür bildeten ultra-hochauflösende postmortale MRT-Daten einer Person. Die sorgfältige Strukturkennzeichnung, durchgeführt von unabhängigen Ratern und hinsichtlich der Interrater-Reliabilität überprüft, liefert eine bislang einzigartige anatomische Referenz im standardisierten MNI-Raum und ermöglicht dadurch eine deutlich präzisere Lokalisierung des Claustrums in typischen in-vivo-MRT-Studien mit gesunden Probandinnen und Probanden.Aufbauend auf dieser anatomischen Grundlage widmet sich der zweite Teil der Dissertation den funktionellen Eigenschaften des menschlichen Claustrums. Mithilfe hochauflösender, ultra-hochfeldbasierter (7-Tesla) funktioneller Magnetresonanztomographie konnte in einer Machbarkeitsstudie erstmals Aktivität innerhalb des Claustrums während der Verarbeitung natürlicher audiovisueller Reize nachgewiesen werden. Die Ergebnisse belegen deutliche visuelle Reaktionen in beiden Claustra sowie Deaktivierungen im rechten Claustrum als Reaktion auf auditive Stimulation. Diese modalitätsspezifische Aktivität liefert den ersten Hinweis auf eine funktionelle Differenzierung innerhalb des menschlichen Claustrums und eröffnet neue Perspektiven für die Erforschung seiner Rolle bei höherstufigen sensorischen Prozessen.Der dritte Teil der Arbeit geht schließlich der Frage nach, welche Reizmerkmale Aktivität im visuellen Claustrum auslösen. Analysiert wurden Reaktionen auf eine Reihe nieder- und mittelstufiger visueller Merkmale – darunter Kontrast, Luminanz, Farbe und Bewegung – sowie deren Zusammenhang mit behaviorale Bewertungen zur Erregung, der Valenz und des Interesses für dieselben natürlichen Stimuli. Die Ergebnisse zeigen eine ausgeprägte Präferenz des Claustrums für Luminanz und Erregung. Diese Befunde, kontrolliert für unspezifische Erregungseffekte in anderen visuellen und auditiven Arealen, sprechen dafür, dass das Claustrum in der visuellen Verarbeitung nicht nur einfache sensorische Kodierungen vornimmt, sondern auch eine zentrale Rolle bei der Salienzdetektion und der Modulation von Aufmerksamkeit spielen könnte.Insgesamt liefert diese Dissertation eine vielschichtige Analyse, die das Verständnis des menschlichen Claustrums entscheidend vertieft. Durch die Bereitstellung einer detaillierten anatomischen Karte sowie den Nachweis funktioneller Spezifität und Sensitivität gegenüber zentralen Reizmerkmalen wie Luminanz und Erregung schafft diese Arbeit eine solide Grundlage für zukünftige Studien, die die präzise Rolle dieser rätselhaften Struktur in komplexen kognitiven Prozessen weiter aufklären sollen.The human claustrum, a thin and highly interconnected grey matter structure, has long remained an enigma in neuroscience. Its unique sheet-like morphology poses significant challenges for non-invasive imaging, hindering our understanding of its diverse hypothesized functions ranging from multisensory integration and consciousness to attention and cognitive control. This thesis addresses these challenges by employing advanced neuroimaging techniques to provide a comprehensive investigation of the human claustrum, spanning its detailed anatomy and functional properties in response to sensory stimuli.The first part of this thesis tackles the anatomical identification of the claustrum. Due to the limitations of standard anatomical MRI, previous attempts to segment the claustrum often failed to capture its entire extent, particularly the fragmented ventral portion. To overcome this, we generated the first high-resolution manual segmentation label of the entire claustrum, including both dorsal and ventral regions, using ultra-high resolution postmortem MRI of one individual. This meticulous labeling, performed by independent raters and validated for inter-rater reliability, provides an unprecedentedly detailed anatomical reference in standard MNI space, enabling more accurate localization of the claustrum in typical in vivo MRI studies of healthy individuals.Building upon this improved anatomical foundation, the second part of the thesis delves into the functional characteristics of the human claustrum using high-resolution ultra-high field (7 Tesla) functional magnetic resonance imaging (fMRI). In a proof-of-concept study, we demonstrated the feasibility of measuring activity within the claustrum during the processing of naturalistic audiovisual stimuli. Our findings revealed distinct visual responses in both left and right claustra, alongside deactivations in the right claustrum in response to auditory stimulation. This sensory-specific activity provides the first evidence for functional differentiation within the human claustrum, opening new avenues for exploring its role in higher-level sensory processing.Finally, the third part of this thesis further investigates the stimulus properties that drive activity within the visual claustrum. By examining responses to a range of low- and mid-level visual features, including contrast, luminance, color, and motion, alongside behavioral ratings of arousal, valence, and interest for the same naturalistic stimuli, we identified a significant preference for luminance and arousal within the claustrum. These findings, controlled for unspecific arousal effects in other visual and auditory areas, suggest that the claustrum's involvement in visual processing extends beyond basic sensory encoding, potentially playing a crucial role in saliency detection and the modulation of attention.In conclusion, this thesis presents a multi-faceted investigation that significantly advances our understanding of the human claustrum. By providing a detailed anatomical map and revealing its functional specificity and sensitivity to key stimulus features like luminance and arousal, this work paves the way for future research to further elucidate the precise role of this enigmatic structure in complex cognitive functions.Adam CoatesDissertation Universität Graz 202
Between code and culture : the role of machine translation for the future of Nahuatl in Mexico
Diese Masterarbeit untersucht die Rolle der maschinellen Übersetzung (MÜ) für die indigene Sprache Náhuatl in Mexiko. In einer zunehmend digitalen und technologieorientierten Welt, die von dominanten Sprachen wie Englisch oder Spanisch angetrieben wird, geraten viele indigene Sprachen in Vergessenheit. Die Arbeit beleuchtet dabei, inwiefern moderne Übersetzungstechnologien – insbesondere die neuronale maschinelle Übersetzung (NMÜ) und Large Language Models (LLMs) – zur Revitalisierung oder Marginalisierung des Náhuatl beitragen. Einen zentralen Teil der Arbeit bildet ein Experiment, in dem ein Nahua-Text zunächst von Google Translate und ChatGPT aus dem Spanischen ins Náhuatl und wieder zurück übersetzt wird. Die spanischen Rückübersetzungen werden danach anhand von Fehlerkategorien nach Katrin Kirchhoff (2012) sowie einer Diskursanalyse nach Ian Mason (1994) analysiert. Die Ergebnisse zeigen, dass die MÜ zwar helfen kann, Sprachen wie Náhuatl sichtbarer zu machen, aber aufgrund fehlender Trainingsdaten und kultureller Unterschiede klar an ihre Grenzen stößt. Außerdem ergab das Experiment, dass trotz vieler technologischer Fortschritte, die MÜ-Systeme dazu tendieren, sprachliche Hierarchien und koloniale Diskurse zu reproduzieren. Um angemessene und inklusive Übersetzungen zu ermöglichen und die digitale Zukunft indigener Sprachen wie Náhuatl nachhaltig zu gestalten, ist allem voran eine aktive Einbindung indigener Sprecher:innen in der Entwicklung von MÜ-Systemen notwendig.This master’s thesis examines the role of machine translation (MT) for the indigenous language Náhuatl in Mexico. In an increasingly digital and technology-driven world dominated by languages such as English and Spanish, many indigenous languages are falling into oblivion. The thesis highlights the extent to which modern translation technologies – in particular neural machine translation (NMT) and large language models (LLMs) – contribute to the revitalization or marginalization of Náhuatl. A central part of the thesis is an experiment in which a Nahua text is first translated from Spanish into Náhuatl and back again using Google Translate and ChatGPT. The Spanish back-translations are then analyzed using error categories by Katrin Kirchhoff (2012) and a discourse analysis by Ian Mason (1994). The results show that MT can help make languages such as Náhuatl more visible, but clearly has its limitations due to a lack of training data and cultural differences. The experiment also revealed that, despite many technological advances, MT systems tend to reproduce linguistic hierarchies and colonial discourses. In order to enable appropriate and inclusive translations and to shape the digital future of indigenous languages such as Náhuatl in a sustainable manner, it is necessary, above all, to actively involve indigenous speakers in the development of MT systems.vorgelegt von Julia Seidler, BAMasterarbeit Universität Graz 2025Text überwiegend Deutsch, Textbeispiele SpanischZusammenfassung in deutscher und englischer Sprach
Exploring barriers to high-quality carbon offsetting in Sub-Saharan Africa : insights from Kenya
Die CO2-Kompensation hat sich zu einem wichtigen Instrument im weltweiten Kampf gegen den Klimawandel entwickelt, da sie es Akteuren ermöglicht, ihre Treibhausgasemissionen durch Projekte auszugleichen, welche Emissionen an anderer Stelle reduzieren oder entfernen. Während Subsahara-Afrika, und im speziellen Kenia, als besonders vielversprechend für hochwertige Kompensationsprojekte gilt, hat die Region historisch nur im geringem Maße von der Kohlenstoffkompensation profitiert. Bedenken hinsichtlich Glaubwürdigkeit, Additionalität sowie problematischer sozial-ökologischer Auswirkungen bestehen nach wie vor. Diese Arbeit untersucht die Barrieren, welche die Implemetierung hochwertiger Kohlenstoffkompensationsprojekte in Kenia behindern, mit Fokus auf die Wahrnehmung von Qualitätskriterien durch verschiedene Akteure, die Herausforderungen bei deren Umsetzung sowie auf Strategien zur Überwindung von bestehenden Berrieren.In dieser Arbeit wurde ein qualitatives, exploratives Forschungsdesign angewandt, das eine umfangreiche Literaturrecherche sowie leitfadengestützte Experteninterviews mit unterschiedlichen Interessengruppen umfasst. Befragt wurden Projektentwickler, Vertreter von Nichtregierungsorganisationen sowie Marktanalysten.Die Ergebnisse zeigen, dass die Befragten robuste Quantifizierung, nachhaltige Entwicklung und Additionalität als die wichtigsten Qualitätsindikatoren betrachten, gefolgt von Dauerhaftigkeit, Transparenz und der Vermeidung von Doppelzählung. Gleichzeitig erweisen sich robuste Quantifizierung, nachhaltige Entwicklung und Additionalität auch als die am schwierigsten zu erfüllenden Qualitätsmerkmale, was auf systemische und strukturelle Barrieren zurückzuführen ist. Die größten Herausforderungen ergeben sich aus (1) Governance- und regulatorischen Hürden, darunter politische Unsicherheit, begrenzte institutionelle Kapazitäten und langsame Genehmigungsverfahren, (2) technischen und operativen Herausforderungen, wie methodischer Komplexität, unsicheren Datenlagen und eingeschränkten MRV-Kapazitäten, sowie (3) Markt- und Finanzbarrieren, welche durch hohe Startkosten, Einnahmeunsicherheiten aufgrund volatiler Kohlenstoffpreise und eingeschränkten Zugang zu Finanzmitteln entstehen.Strategien zur Überwindung dieser Barrieren, die von den Beteiligten eingesetzt werden, umfassen den Aufbau lokaler technischer Kapazitäten, die Diversifizierung von Finanzierungsmechanismen, die Verbesserung der Stakeholder-Einbindung sowie die Implementierung von strickten international anerkannten Qualitätsstandards. Die Ergebnisse dieser Arbeit deuten darauf hin, dass eine Verbesserung der Glaubwürdigkeit und operativen Umsetzbarkeit von Projekten erfordert, dass politische Entscheidungsträger einen sicheren Rechtsrahmen für Projekte unter Artikel 6 schaffen, Investitionsrisiken reduzieren, Nutzenverteilungsmechanismen für Gemeinschaften klar definieren und starke Maßnahmen zum Aufbau lokaler technischer Kapazitäten ergreifen, um mehr Kapital in den Projekten und in der Region zu halten.Diese Arbeit trägt zum wissenschaftlichen Verständnis der Kohlenstoffmärkte in Subsahara-Afrika bei, indem sie fundierte Einblicke aus Kenia liefert. Sie gibt praxisorientierte Empfehlungen für politische Entscheidungsträger, Projektentwickler und Investoren mit dem Ziel, hochwertige Kohlenstoffprojekte in der Region zu fördern. Zudem wird der Bedarf an weiterer Forschung zu den langfristigen Auswirkungen aktueller politischer Entwicklungen, zu übergeordneten strukturellen Herausforderungen in der Region sowie zu spezifischen Barrieren durch vertiefte qualitative Studien unter Projektentwicklern, Prüfern und lokalen Interessengruppen hervorgehoben.Carbon offsetting has become an important tool in the worldwide effort to fight climate change by enabling entities to compensate their greenhouse gas emissions through projects that reduce or remove emissions elswhere. While Sub-Saharan Africa, and Kenya in particular, is considered to hold great potential for high-quality offset projects, the region historically missed out on carbon offsetting and concerns over credibility, additionality, and socio-environmental impacts persist. This thesis explores the barriers, which hinder the implementation of high-quality carbon offsetting projects in Kenya, focussing on stakeholder perceptions of quality criteria, implementation challenges, and strategies to overcome them.In this thesis, a qualitative, exploratory research design was applied, including an extensive literature review and semi-structured expert interviews from diverse stakeholder groups. Intwerviewees were conducted with project developers, NGO representatives, as well as market analysts.The results show that stakeholders widely agree that robust quantification, sustainable development and additionality are the most important quality indicators, followed by permanence, transparency and the avoidance of double counting. At the same time robust quantification, sustainable development and additionality are also the most challenging quality features to meet, due to systemic and structural barriers. This thesis reveals, that the most challenges are created by (1) governance and regulatory barriers, including policy uncertainty, limited institutional capacity, and slow permitting processes, (2) technical and operational challenges, from methodological complexity, data availability gaps, and limited MRV capacity, as well as market and financial barriers caused by high upfront costs, revenue uncertainty due to volatile carbon prices, and limited access to finance. Strategies to overcome these barriers, employed by stakeholders, include building local technical capacity, diversifying financing mechanisms, improving stakeholder engagement, and aligning projects with internationally recognized quality standards. The finding of this thesis suggest that improving the markets credibility and operational feasibility requires policymakers to introduce a coherent legal framework for projects under the Article 6 reducing risks for investors clearly defining benefit-sharing mechanisms for communities, as well as strong efforts to build local technical capacity, in order to keep more capital within the projects and the region.This thesis contributes to the academical understanding of the Sub-Sahara African carbon markets by providing grounded insights from Kenya. It gives practical recommondations for policymakers, project developers and investors with the aim to scale high-quality carbon projects in the region. It also highlights the need for further research on long-term effects of recent policy development, broader structural challenges in the region, as well as further qualitative research on specific barriers, targeting project developers, auditors, and local stakeholders.Severun Kiehling, BScMasterarbeit Universität Graz 202
Electromyographic analysis of strengthening exercises with different ranges of motion
Einleitung: Ziel dieser Untersuchung war es, den Einfluss unterschiedlicher Bewegungsamplituden (ROM) auf die Muskelaktivierung beim Bankdrücken und Horizontalen Rudern mit der Langhantel mittels Oberflächen-Elektromyographie (sEMG) zu analysieren. Methoden: Neunzehn trainierte männliche Probanden (27 ± 3,4 Jahre) führten ein 10-Wiederholungsmaximum (10 RM) im Bankdrücken durch; 16 von ihnen zusätzlich im Horizontalen Rudern. Beide Übungen wurden über die volle Bewegungsamplitude (FROM), obere Bewegungsamplitude (UROM) und untere Bewegungsamplitude (LROM) ausgeführt. Erfasst wurden sEMG-Daten der primär beanspruchten Muskeln. Analysiert wurden sowohl die mittleren als auch die Spitzen-sEMG-Amplituden.Ergebnisse: Beim Bankdrücken zeigte die UROM die höchste Aktivierung des Triceps brachii. Sowohl UROM als auch LROM führten im Vergleich zur FROM zu einer stärkeren Aktivierung des Pectoralis major und des Deltoideus anterior. Auch die Spitzenaktivierung war in der UROM teils signifikant erhöht. Beim Horizontalen Rudern zeigte der Latissimus dorsi in der UROM die höchste mittlere Aktivierung, während der Trapezius transversus hier eine signifikant geringere Spitzenaktivierung zeigte.Conclusio: Die ROM beeinflusst die die Muskelaktivierung bei Oberkörperübungen im Krafttraining deutlich. Vor allem beim Bankdrücken führen partielle ROMs zu erhöhten sEMG-Aktivitäten. Methodische Faktoren wie Ausführungsgeschwindigkeit und Time-under-Tension spielen dabei eine zentrale Rolle. Da akute EMG-Werte nicht direkt mit langfristiger Hypertrophie korrelieren, sollten Trainingsentscheidungen evidenzbasiert und im Kontext integrativer Modelle getroffen werden.Introduction: The aim of this study was to analyze the influence of different ranges of motion (ROM) on muscle activation during barbell bench press and horizontal rowing using surface electromyography (sEMG).Methods: Nineteen trained male participants (27 ± 3.4 years) performed a 10-repetition maximum (10 RM) in the bench press; 16 of them additionally in horizontal rowing. Both exercises were performed using three ROM conditions: full (FROM), upper (UROM), and lower (LROM). sEMG data were collected from the primary muscles involved. Both mean and peak sEMG amplitudes were analyzed.Results: In the bench press, UROM showed the highest activation of the triceps brachii. Both UROM and LROM led to greater activation of the pectoralis major and anterior deltoid compared to FROM. In the UROM condition, peak activation was significantly increased in certain cases. In horizontal rowing, the latissimus dorsi showed the highest mean activation in the UROM condition, whereas the transverse trapezius exhibited significantly lower peak activation.Conclusion: ROM significantly influences muscle activation in upper-body resistance exercises. Especially in the bench press, partial ROMs resulted in increased sEMG activity. Methodological factors such as movement tempo and time under tension play a central role. As acute EMG values do not directly correlate with long-term hypertrophy, training decisions should be evidence-based and made within integrative frameworks.Autor: Adrian SchöpflinMasterarbeit Universität Graz 2025Zusammenfassungen auf Deutsch und Englisc
"<<The>> settlement rules in Austria and Germany with focus on the role of the civil courts"
Sowohl in der österreichischen als auch deutschen Rechtsordnung wurde ein Vergleichssystem normiert, um hinsichtlich der Konfliktlösung Alternativen zu einem gerichtlichen Urteil zu schaffen. So entstanden in beiden Zivilprozessordnungen Vergleichsarten, die unter Einbeziehung der Zivilgerichte geschlossen werden. In Österreich sind die Zivilgerichte jedenfalls in den Abschluss eines Prozessvergleichs nach § 204 ZPO, eines prätorischen Vergleichs gem § 433 ZPO sowie eines in § 433a ZPO normierten Mediationsvergleichs eingebunden. In Deutschland stehen den Parteien neben dem Prozessvergleich nach § 794 Abs 1 Z 1 dZPO zwei Formen des Beschlussvergleichs nach § 278 Abs 6 dZPO zur Verfügung. Ebenso Teil des deutschen Vergleichssystems sind die Güteverhandlung und der Güterichter gem § 278 dZPO und die Möglichkeit des Zivilgerichts, den Streitenden gem § 278a dZPO eine außergerichtliche Konfliktbeilegung vorzuschlagen. Das Ziel dieser Arbeit ist es, die Vergleichssysteme unter Analysierung der zuvor genannten Normen darzustellen, um sie in weiterer Folge vergleichen zu können. Einleitend wird dazu das Zustandekommen der österreichischen Vergleichsarten thematisiert. Weiters wird auf die Wirkungen, die Einbeziehung der Richter und die Protokollierung eingegangen. Mit dem Fokus auf denselben Punkten wird das deutsche Vergleichssystem bearbeitet. Im Zuge des rechtsvergleichenden Kapitels gilt zu klären, welche Gemeinsamkeiten und Differenzen bestehen. Insbesondere wird auch der Frage nachgegangen, ob hinsichtlich der Fehlerfolgenregelungen Unterschiede bestehen.In both the Austrian and German legal systems, a settlement system has been established to provide alternatives to a judicial decision for conflict resolution. As a result, both civil procedural codes feature types of settlements, which are concluded with the involvement of civil courts. In Austria, civil courts play a significant role in the conclusion of settlements pursuant to § 204 ZPO, settlements pursuant to § 433 ZPO as well as mediation settlements pursuant to § 433a ZPO. In Germany, in addition to the settlement in the course of proceedings under § 794 (1) Nr 1 dZPO, the two parties have two forms of the settlement by court order under § 278 (6) dZPO. Also part of the German settlement system are the conciliation hearing and the conciliation judge according to § 278 dZPO, as well as the possibility for the court to propose an out-of-court dispute resolution to the parties under § 278a dZPO. The aim of this paper is to present the settlement systems by analysing the aforementioned legal norms, in order to subsequently compare them. Initially, the formation of the Austrian settlement types will be addresses. Furthermore, the effects, the involvement of judges, and the documentation of the settlements will be discussed. With a focus on the same aspects, the German settlement system will be examined. In the course of the comparative legal chapter, the aim is to clarify similarities and differences and to determine the extent to which judges are involved in the settlement process. In particular, the question will be explored as to whether there are differences in the rules regarding the consequences of errors.vorgelegt von Katharina FritzDiplomarbeit Universität Graz 202
Artificial intelligence in Austrian education : status quo, challenges and alternative solutions
Die rasante Entwicklung Generativer Künstlicher Intelligenz (GenKI), insbesondere seit der Veröffentlichung von ChatGPT, stellt das Bildungssystem vor große Herausforderungen. Während internationale Institutionen wie die OECD die Förderung von KI-Kompetenzen (AI Literacy) zur Bildungspriorität erklären, ist unklar, wie es um die Nutzung, die Kompetenzen und die Rahmenbedingungen im österreichischen Schulwesen bestellt ist.Diese Masterarbeit untersucht den Status quo der GenKI-Nutzung in der österreichischen Sekundarstufe aus Sicht der Lehrpersonen. Sie identifiziert zentrale Herausforderungen bei der Implementierung und leitet daraus Handlungsempfehlungen für relevante Akteur:innen der Bildungslandschaft ab. Im Fokus stehen die Forschungsfragen, wie sich der Einsatz von GenKI gestaltet und welche Hürden einer effektiven Integration entgegenstehen.Mittels eines Mixed-Methods-Ansatzes wurde eine Online-Befragung unter 677 Lehrpersonen in fünf österreichischen Bundesländern durchgeführt. Das Erhebungsinstrument kombinierte geschlossene und offene Fragen, um sowohl quantitative Daten zur Nutzungshäufigkeit und Kompetenzeinschätzung als auch qualitative Einblicke in Herausforderungen und Bedarfe zu gewinnen. Die quantitative Auswertung erfolgte deskriptiv- und inferenzstatistisch, die qualitativen Daten wurden thematisch analysiert.Die Studie zeigt ein ambivalentes Bild: Weniger als die Hälfte der Lehrpersonen (47,7 %) nutzt GenKI regelmäßig für schulische Zwecke, primär zur Unterrichtsvorbereitung. Der direkte Einsatz im Unterricht ist marginal. Ein zentrales Ergebnis ist das erhebliche Kompetenzdefizit; 72,7 % der Befragten fühlen sich nicht ausreichend auf den KI-Einsatz vorbereitet. Die größten Barrieren sind fehlendes Wissen (genannt von 20,4 %), unklare rechtliche Richtlinien (nur 5,2 % kennen welche), mangelnde technische Infrastruktur und fehlende Lizenzen für KI-Tools (68 % erhalten keine). Praktische Erfahrung korreliert am stärksten mit der selbsteingeschätzten Kompetenz, während kurze Fortbildungen kaum Wirkung zeigen.Die Befunde deuten auf einen Teufelskreis aus fehlenden institutionellen Rahmenbedingungen und mangelnder praktischer Erfahrung hin, der die Kompetenzentwicklung hemmt. Die Arbeit bestätigt fünf von sechs Hypothesen, insbesondere das Vorhandensein unzureichender KI-Kompetenzen und mangelnder Unterstützung durch Stakeholder. Dringendste Maßnahmen sind die Entwicklung klarer Richtlinien, die Bereitstellung von Lizenzen und Infrastruktur sowie praxisorientierte, umfangreiche Fortbildungsangebote. Langfristig müssen KI-Kompetenzen fest in der Lehramtsausbildung verankert werden, um die digitale Transformation nachhaltig zu gestalten.The rapid development of generative artificial intelligence (GenAI), especially since the release of ChatGPT, poses major challenges for the education system. While international institutions such as the OECD have declared the promotion of AI literacy to be an educational priority, it is unclear what the situation is regarding its use, skills and framework conditions in the Austrian school system.This master's thesis examines the status quo of GenAI use in Austrian secondary schools from the perspective of teachers. It identifies key challenges in implementation and derives recommendations for action for relevant actors in the educational landscape. The focus is on the research questions of how GenAI is used and what obstacles stand in the way of effective integration.Using a mixed-methods approach, an online survey was conducted among 677 teachers in five Austrian federal states. The survey instrument combined closed and open questions in order to obtain both quantitative data on frequency of use and competence assessment as well as qualitative insights into challenges and needs. The quantitative evaluation was carried out using descriptive and inferential statistics, while the qualitative data was analysed thematically.The study paints an ambivalent picture: less than half of teachers (47.7%) use GenKI regularly for school purposes, primarily for lesson preparation. Direct use in the classroom is marginal. A key finding is the considerable skills deficit; 72.7% of respondents feel they are not sufficiently prepared for the use of AI. The biggest barriers are a lack of knowledge (cited by 20.4%), unclear legal guidelines (only 5.2% are aware of any), a lack of technical infrastructure and a lack of licences for AI tools (68% do not receive any). Practical experience correlates most strongly with self-assessed competence, while short training courses have little effect.The findings point to a vicious circle of a lack of institutional framework conditions and a lack of practical experience, which inhibits competence development. The study confirms five of six hypotheses, in particular the existence of insufficient AI skills and a lack of support from stakeholders. The most urgent measures are the development of clear guidelines, the provision of licences and infrastructure, and practical, comprehensive training opportunities. In the long term, AI skills must be firmly anchored in teacher training in order to make the digital transformation sustainable.Dominik Freinhofer, BA BEd MAMasterarbeit Universität Graz 202
Organizational legitimacy and occupational work : a qualitative study of work expectations, understanding of care and strategies to legitimise and increase competition in nursing homes
Die stationäre Altenpflege ist zunehmend durch Rationalisierungs- und Ökonomisierungsprozesse geprägt, die eine steigende Arbeitsbelastung, widersprüchliche Anforderungen sowie eine Dominanz von Effizienz und Produktivität mit sich bringen. Diese Dissertation untersucht anhand einer qualitativen Studie die Arbeitserwartungen und das Pflegeverständnis von Pflegekräften in stationären Pflegeeinrichtungen des Profit- und Nonprofit-Sektors. Mithilfe einer Kombination aus Leitbild- und Institutionenanalyse, Experteninterviews sowie episodischen Interviews werden zudem die Strategien der Pflegeheime zur Wettbewerbssteigerung und Legitimation erforscht. Des Weiteren wird analysiert, inwiefern zentrale Merkmale der von Goffman beschriebenen „Totalen Institution“ nach wie vor in den Einrichtungen erkennbar sind. Die Ergebnisse zeigen, dass die Arbeitserwartungen der Pflegekräfte ein Zusammenspiel individueller, zwischenmenschlicher und institutioneller Faktoren darstellen. Neben arbeitsrechtlichen und strukturellen Bedingungen sind Aspekte wie Vertrauen, Respekt, Wertschätzung und die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben entscheidend. Pflege wird nicht lediglich als Dienstleistung verstanden, sondern als ein ganzheitlicher Ansatz, der körperliche, emotionale und soziale Dimensionen integriert. Organisatorische Zwänge erschweren jedoch die Umsetzung dieses Pflegeverständnisses. Pflegeheime verfolgen unterschiedliche Strategien zur Sicherung ihrer Marktposition. Einige setzen auf interne Stärken und Mundpropaganda, andere auf strategische Marktanalysen und digitale Medien. Die Diskrepanz zwischen der externen Darstellung und der internen Realität führt zu gezieltem Fassadenmanagement, um Legitimität gegenüber Gesellschaft, Angehörigen, Kontrollbehörden und potenziellen Mitarbeitenden zu wahren. Die Verknüpfung des soziologischen Neoinstitutionalismus mit Goffmans Theorie der „Totalen Institution“ ermöglicht eine neue Perspektive auf Pflegeheime. Trotz fortschreitender Entwicklungen lassen sich weiterhin Merkmale totaler Institutionen identifizieren, wie die umfassende Organisation des Alltags und die begrenzte Teilhabe an der Außenwelt. Gleichzeitig streben moderne Einrichtungen nach mehr Individualität und Freiheiten, weshalb sie als „Pseudo-Totale Institutionen“ bezeichnet werden können. Die Erkenntnisse verdeutlichen, dass Pflegeheime nicht nur funktionale Organisationen sind, sondern auch soziale Räume, in denen individuelle Bedürfnisse und institutionelle Zwänge ausgehandelt werden. Eine verstärkte Berücksichtigung dieser Interaktion könnte zur Verbesserung der Pflegequalität und zur langfristigen Zufriedenheit der Mitarbeitenden beitragen.Inpatient nursing care for the elderly is increasingly characterised by rationalisation and economisation processes, which entail an increasing workload, contradictory requirements and a dominance of efficiency and productivity. This dissertation uses a qualitative study to analyse the work expectations and understanding of care of nursing staff in inpatient care facilities in the profit and non-profit sectors. Using a combination of mission statement and institutional analysis, expert interviews and episodic interviews, the strategies of nursing homes to increase competition and legitimisation are also investigated. Furthermore, the extent to which central characteristics of the ‘total institution’ described by Goffman are still recognisable in the facilities is analysed. The results show that the work expectations of nursing staff represent an interplay of individual, interpersonal and institutional factors. In addition to labour law and structural conditions, aspects such as trust, respect, appreciation and work-life balance are decisive. Care is not merely understood as a service, but as a holistic approach that integrates physical, emotional and social dimensions. However, organisational constraints make it difficult to implement this understanding of care. Nursing homes pursue different strategies to secure their market position. Some rely on internal strengths and word of mouth, others on strategic market analyses and digital media. The discrepancy between the external presentation and the internal reality leads to targeted façade management in order to maintain legitimacy in the eyes of society, relatives, supervisory authorities and potential employees. The link between sociological neoinstitutionalism and Goffman's theory of the ‘total institution’ provides a new perspective on care homes. Despite ongoing developments, characteristics of total institutions can still be identified, such as the comprehensive organisation of everyday life and limited participation in the outside world. At the same time, modern institutions strive for more individuality and freedom, which is why they can be described as ‘pseudo-total institutions’. The findings make it clear that care homes are not only functional organisations, but also social spaces in which individual needs and institutional constraints are negotiated. Greater consideration of this interaction could contribute to improving the quality of care and to the long-term satisfaction of employees.Magdalena Csandl, BA MScLiteraturverzeichnis: Seite 285-308Dissertation Universität Graz 2025Archivierung/Langzeitarchivierung gewährleistet AT-OeNB pdage
Embodied cognition and authenticity : a Heideggerian perspective on psychopathology
Diese Dissertation konzeptualisiert die Psychopathologie neu, indem sie Heideggers existenzielle Analytik und die zeitgenössische enaktivistische Kognitionswissenschaft miteinander verbindet. Sie argumentiert, dass die vorherrschenden Modelle in der Psychiatrie, insbesondere biomedizinische und repräsentationalistische Rahmenkonzepte, nach wie vor durch cartesianische Annahmen eingeschränkt sind und die verkörperte, relationale sowie weltöffnende Natur psychischer Erkrankungen nicht berücksichtigen. Ausgehend von Heideggers Unterscheidung zwischen Zuhandenheit und Vorhandenheit interpretiert diese Arbeit Zusammenbrüche in der praktischen Bewältigung nicht als interne Dysfunktionen, sondern als Störungen in der existentiellen Struktur des In-der-Welt-Seins. Der gelebte Körper ist dabei kein mechanistisches Substrat, sondern ein Körper, der sich durch seine partizipative Rolle in der Weltkonstitution offenbart. Wenn eine Krankheit auftritt, signalisiert dies nicht ein Versagen der Körperfunktionen, sondern einen Zusammenbruch der Integration von Selbst, Körper und Welt.Unter Verwendung einer vergleichenden phänomenologischen Analyse integriert die Dissertation Konzepte aus der ökologischen und Entwicklungspsychologie, dem Pragmatismus, der Phänomenologie sowie der enaktivistischen Theorie – insbesondere Autopoiesis und partizipative Sinnbildung –, um zu untersuchen, wie die Identität des Daseins durch verkörperte Interaktion und relationale Reaktionsfähigkeit umgesetzt wird. Sie entwickelt eine nicht-dualistische Darstellung des Selbst, in der Psychopathologie als Versagen der adaptiven Gleichgewichtung und nicht als Abweichung von der Normativität verstanden wird. Psychische Erkrankungen werden somit als Transformation der Struktur von Affordanzen und Weltbeziehungen neu definiert; sie offenbaren oft die fragile, rekursive Natur der Identität und ihre Abhängigkeit von sinnvollem Interagieren.Im Mittelpunkt dieses Projekts steht eine Neuinterpretation von Heideggers Konzept der Eigentlichkeit. Anstatt als normatives Ideal wird Eigentlichkeit als existenzielle Dynamik dargestellt, als eine Weise, durch die Konfrontation mit Fragilität, Gefallenheit und zeitlicher Zerrissenheit wieder Kohärenz zu erlangen. Eigentlichkeit ermöglicht die Wiedereingliederung in den Alltag, nicht indem sie die Unechtheit überwindet, sondern indem sie diese als notwendigen Horizont für die Sinnfindung sichtbar macht. Unter Rückgriff auf phänomenologische und enaktivistische Perspektiven zeigt die Arbeit, wie die existenzielle Freiheit des Daseins verortet, verkörpert und abhängig von seiner Fähigkeit ist, angesichts von Krisen ontologische Flexibilität zu bewahren.Die Arbeit schließt mit der Forderung nach einem therapeutischen Modell, das eher auf der Wiederherstellung der existenziellen Orientierung als auf der Beseitigung von Symptomen basiert. Gesundheit wird neu definiert als die Fähigkeit zur Wiederaufnahme der Auseinandersetzung mit der Welt, nicht als Gleichgewicht oder Normalität. Krankheit offenbart die Grenzen und Möglichkeiten der Sinnfindung; sie legt die konstitutive Rolle der Fragilität im Selbst offen. Dieser Ansatz erfordert ein hermeneutisches und relationales Verständnis der Psychopathologie, das die verkörperten Strukturen von Stimmung, Fürsorge und Zeitlichkeit berücksichtigt.Durch die Verbindung von Heideggers Ontologie mit enaktivistischen Modellen der Kognition bietet die Dissertation eine konzeptionelle Grundlage für eine phänomenologisch fundierte, ethisch sensible und klinisch relevante Darstellung psychischer Erkrankungen. Damit leistet sie einen Beitrag zu den laufenden Debatten in der Philosophie der Psychiatrie und der Kognitionswissenschaft und hinterfragt gleichzeitig reduktive Annahmen, die die gelebte Bedeutung des Leidens verschleiern.This dissertation reconceptualizes psychopathology through a synthesis of Heidegger’s existential analytic and contemporary enactivist cognitive science. It argues that dominant models in psychiatry, particularly biomedical and representationalist frameworks, remain constrained by Cartesian assumptions and fail to account for the embodied, relational, and world-disclosing nature of mental illness. Drawing on Heidegger’s distinction between ready-to-hand and present-at-hand, this work reinterprets breakdowns in practical coping not as internal dysfunctions but as disruptions in the existential structure of being-in-the-world. The lived body, rather than being a mechanistic substrate, is revealed through its participatory role in world constitution. When illness emerges, it signals not a failure of bodily function but a collapse in the integration of self, body, and world.Using comparative phenomenological analysis, the dissertation integrates concepts from ecological and developmental psychology, pragmatism, phenomenology, and enactivist theory, particularly autopoiesis and participatory sense-making, to explore how Dasein’s identity is enacted through embodied interaction and relational responsiveness. It develops a non-dualistic account of selfhood in which psychopathology is understood as a failure of adaptive equilibration rather than as a deviation from normativity. Mental illness is thus reframed as a transformation in the structure of affordances and world-relation; it often reveals the fragile, recursive nature of identity and its dependence on meaningful engagement.Central to this project is a reinterpretation of Heidegger’s concept of authenticity. Rather than being a normative ideal, authenticity is presented as an existential dynamic; a mode of regaining coherence through the confrontation with fragility, fallenness, and temporal rupture. Authenticity allows for reintegration into everyday life not by transcending inauthenticity but by making it visible as a necessary horizon for sense-making. Drawing on both phenomenological and enactivist perspectives, the work shows how Dasein’s existential freedom is situated, embodied, and contingent upon its capacity to maintain ontological flexibility in the face of crisis.The thesis concludes by arguing for a therapeutic model rooted in the restoration of existential orientation rather than the elimination of symptoms. Health is reframed as the capacity for world re-engagement, not as equilibrium or normality. Illness discloses the limits and possibilities of sense-making; it exposes the constitutive role of fragility in selfhood. This approach calls for a hermeneutic and relational understanding of psychopathology, attentive to the embodied structures of mood, care, and temporality.By bridging Heidegger’s ontology with enactivist models of cognition, the dissertation offers a conceptual foundation for a phenomenologically grounded, ethically responsive, and clinically relevant account of mental illness. In doing so, it contributes to ongoing debates in philosophy of psychiatry and cognitive science while challenging reductive assumptions that obscure the lived meaning of suffering.submitted by Toma GruicaDissertation Universität Graz 2025Archivierung/Langzeitarchivierung gewährleistet AT-OeNB pdage
Journal of Geophysical Research: Space Physics / Spectral Structures of Jovian Broadband Kilometric Radiation Revealed by Cassini and Juno
Cassini flew past Jupiter in 2000/2001, and Juno has been orbiting the gas giant since mid-2016. Here we focus on the spectral properties of Jovian broadband kilometric radiation (bKOM), and we classified them according to their slope in the time–frequency spectrum and distinguish four categories with negative, positive, mixed, or no slope in frequency. These bKOM structures had mostly negative slopes during the inbound portion of the Cassini Jupiter flyby, whereas they were mostly positive for the outbound. The reason for this could be higher intensities of bKOM emissions from midnight to dawn local times. We interpret the semi-circles of the Jovian radio emission nicknamed “bullseyes” as negatively sloped bKOM connected with positively sloped bKOM, and we detected 40 bullseyes in Juno Waves data until the end of 2017. Cassini and Juno show similar distributions of bKOM with respect to the Jovian Central Meridian Longitude like the Voyagers and Ulysses. This means that bKOM has not changed over several decades and “rotates” with the system III period. Several features of the bKOM structures suggest emission cones with thick mantles and moderate beaming angles around . We found an enhancement of the occurrence probability of southern bKOM for certain phases of Ganymede and Callisto.Fonds zur Förderung der Wissenschaftlichen Forschung 10.55776/I4559Version of recor