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Climate activism under legal scrutiny : administrative (criminal) considerations
Diese Diplomarbeit untersucht die verwaltungsrechtlichen Konsequenzen sogenannter „Klimakleber“ – Personen, die durch das Festkleben an Straßen oder anderen öffentlichen Orten auf die Klimakrise aufmerksam machen und den Verkehr blockieren. Eine zentrale Frage ist, inwieweit solche Protestformen durch die verfassungsrechtlich garantierte Versammlungsfreiheit gedeckt sind und wo deren Grenzen liegen. Es werden insbesondere die einschlägigen Bestimmungen des Sicherheitspolizeigesetzes (SPG), der Straßenverkehrsordnung (StVO) und des Verwaltungsstrafgesetzes (VStG) untersucht. Es wird erörtert, welche verwaltungsstrafrechtlichen Folgen den Aktivisten drohen: Neben Geldstrafen werden häufig Ersatzfreiheitsstrafen verhängt und in besonderen Fällen kann es auch zu primären Freiheitsstrafen kommen. Die Arbeit beleuchtet, inwiefern solche Sanktionen mit den Grundrechten – der Versammlungsfreiheit und der Bewegungsfreiheit – vereinbar sind. Anhand aktueller Rechtsprechung der österreichischen Gerichte, als auch anhand der Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte (EGMR) wird aufgezeigt, in welchen Fällen eine Beschränkung der Versammlungsfreiheit bzw. der persönlichen Freiheit zulässig ist.This thesis examines the administrative law considerations of so-called “Klimakleber” – individuals who sticks themselves to roads or other public places to draw attention to the climate crisis and block traffic. A central question is the extent to which such forms of protest are protected by the fundamental right to freedom of assembly. The study focuses in particular on the relevant Austrian provisions in the Sicherheitspolizeigesetz (SPG), the Straßenverkehrsordnung (StVO) and the Verwaltungsstrafgesetz (VStG). It discusses the administrative penalties that activists may face: in addition to fines, imprisonment for failure to pay a fine are imposed and in special cases, primary prison sentences may also be ordered. The thesis examines whether such sanctions are compatible with fundamental rights —specifically freedom of assembly and right to personal freedom. Drawing on current case law of the Austrian courts as well as the jurisprudence of the European Court of Human Rights (ECHR), it identifies circumstances in which restrictions on the right to freedom of assembly or right to personal freedom are permissible.vorgelegt von Julia SattlerDiplomarbeit Universität Graz 202
Between East and West. The Occupation Period in Linz (1945–1955) Through the Eyes of Contemporary Witnesses – Differences and Similarities Between the Soviet and American Occupation Zones
Die vorliegende Masterarbeit beschäftigt sich mit der Versorgungslage in der oberösterreichischen Landeshauptstadt Linz während der Besatzungszeit von 1945 bis 1955. Im Fokus steht der Vergleich zwischen den beiden Besatzungszonen, dem amerikanisch verwalteten südlichen Teil der Stadt Linz und dem sowjetisch kontrollierten Stadtteil Urfahr, auf Grundlage von Interviews mit Zeitzeug:innen. Ergänzend wird untersucht, welche Anpassungsstrategien die Linzer Bevölkerung im Umgang mit Mangel und Besatzungsrealität entwickelte und wie sich die alltäglichen Lebensumstände unter den jeweiligen Besatzungsmächten gestalteten. Die Arbeit stützt sich methodisch auf Ansätze der Oral History sowie auf Konzepte des kollektiven Gedächtnisses. Ziel ist es, nicht nur materielle Unterschiede in der Versorgungssituation herauszuarbeiten, sondern auch subjektive Wahrnehmungen, Erinnerungsnarrative und deren Einbettung in gesellschaftliche Deutungsmuster zu analysieren. Die Untersuchung zeigt, dass die Erinnerung an die Besatzungszeit stark von politischen, sozialen und kulturellen Rahmenbedingungen geprägt ist und bis heute einen Platz im kollektiven Gedächtnis der Stadt Linz einnimmt.This master's thesis explores the supply situation in the Upper Austrian capital Linz during the occupation period from 1945 to 1955. The focus lies on comparing the two occupation zones—namely the American-administered southern part of Linz and the Soviet-controlled district of Urfahr—based on interviews with contemporary witnesses. In addition, the study examines the coping strategies developed by the people of Linz in response to scarcity and the realities of occupation, as well as how everyday life was shaped under the respective occupying forces. Methodologically, the thesis draws on approaches from oral history and concepts of collective memory. The aim is not only to identify material differences in supply conditions, but also to analyze subjective perceptions, memory narratives, and their embedding in broader societal patterns of interpretation. The findings demonstrate that memories of the occupation period are strongly influenced by political, social, and cultural contexts and continue to occupy a significant place in the collective memory of the city of Linz to this day.Lea StipanitzMasterarbeit Universität Graz 2025Zusammenfassung auf Deutsc
Museum visits in history lessons: A guide to historical learning
Diese Masterarbeit untersucht, wie Museen als außerschulische Lernorte systematisch in den Geschichtsunterricht integriert werden können. Im Zentrum steht die Entwicklung und Evaluation eines universell einsetzbaren Wegweisers, der Lehrpersonen und Schüler:innen bei der Planung, Durchführung und Nachbereitung von Museumsbesuchen unterstützt. Der Wegweiser umfasst vielfältige methodisch-didaktische Aufgaben, die an den österreichischen Lehrplan angelehnt sind und historisches Lernen im Sinne des Modells von Jörn Rüsen (Erfahrung, Deutung, Orientierung) fördern. Die Wirksamkeit des Wegweisers wurde anhand einer Fallstudie zur Ausstellung „Nationalsozialismus in der Steiermark“ im Geschichte Graz Museum überprüft. Mittels eines Mixed-Methods-Ansatzes wurden sowohl quantitative als auch qualitative Daten erhoben, um Motivation, Verständnis und Aufgabenpräferenzen der Schüler:innen zu analysieren. Die Ergebnisse zeigen, dass insbesondere kreative, visuelle und digitale Aufgabenformate ein hohes Maß an Selbstständigkeit, Reflexion und Engagement ermöglichen – vorausgesetzt, die Aufgabenstellung ist klar formuliert und die Lehrperson begleitet den Lernprozess aktiv. Die Arbeit leistet einen Beitrag zur Vermittlungsforschung im musealen Kontext und bietet praxisorientierte Ansätze zur Förderung kultureller Bildung und historischer Identitätsentwicklung in einer pluralistischen Gesellschaft.This master's thesis explores how museums can be systematically integrated into history education as extracurricular learning environments. The focus lies on the development and evaluation of a universal guide that supports both teachers and students in planning and implementing museum visits. The guide offers a variety of methodical and didactic tasks aligned with the Austrian curriculum and aims to promote historical learning according to Jörn Rüsen's model (experience, interpretation, orientation). Its effectiveness was assessed through a case study of the exhibition "Nationalszialismus in der Steiermark" at the History Museum Graz. Using a mixed-methods approach, both quantitative and qualitative data were collected to analyze students’ motivation, comprehension, and task preferences. Results indicate that creative, visual, and digital activities were particularly well-received, fostering a high level of independence and reflection – provided that expectations were clearly communicated and the learning process was actively guided by the teacher. This thesis contributes to educational research in museum contexts and offers practical approaches for promoting cultural education and historical identity development within a pluralistic society.Victoria ZEHENTNERMasterarbeit Universität Graz 2025Zusammenfassung auf Deutsch und Englisc
The impact of bilingualism on the onset and progression of Alzheimer's disease
Diese Masterarbeit untersucht die Auswirkung von Zweisprachigkeit auf das Auslösen, die Entwicklung und den Verlauf einer Alzheimer-Demenzerkrankung. Auf Basis aktueller theoretischer und empirischer Studien aus der Neuro- und Soziolinguistik wird analysiert, inwiefern das lebenlange Beherrschen und Verwenden zweier Sprachen mit einer Verzögerung der Demenzsymptome verbunden ist und welche kognitive Vorteile bilinguale Menschen möglicherweise haben. Die Ergebnisse der Studien zeigen wiederholt, dass die zweisprachigen Demenz-Patient:innen ihre Diagnose im Durchschnitt vier bis sieben Jahre später bekommen haben als die monolingualen. Dieser Vorteil bleibt auch dann bestehen, wenn andere soziale Faktoren wie Bilgund oder Migration kontrolliert werden. Mögliche Erklärung für die nachweisbare Schutzwirkung sind die höhere kognitive Reserve und die neuroplastische Reorganisation des bilingualen Gehirns. Bilinguale Prband:innen weisen eine stärkere Ausdifferenzierung präfrontaler Areale und eine effizientere interhemisphärische Vernetzung auf. Daraufhin setzt sich die Arbeit auch mit praktischen und gesellschaftlichen Konsequenzen im Folge der Schutzwirkung der Bilingualität gegen Alzheimer-Demenz auseinander. Zweisprachigkeit erweist sich als potenzieller schützender Faktor in der Demenzprävention, was neue Arbeitsfelder für die Bildungspolitik und die Sprachförderung liefert.This master's thesis examines the impact of bilingualism on the onset, development, and progression of Alzheimer’s disease. Drawing on current theoretical and empirical studies from the fields of neurolinguistics and sociolinguistics, it analyzes the extent to which lifelong command and use of two languages is associated with a delay in the manifestation of dementia symptoms and what cognitive advantages bilingual individuals may have. The results of numerous studies repeatedly show that bilingual dementia patients receive their diagnosis, on average, four to seven years later than monolinguals. This advantage persists even when other social factors such as education or migration are controlled for. Possible explanations for the demonstrated protective effect include a higher cognitive reserve and the neuroplastic reorganization of the bilingual brain. Bilingual individuals show greater differentiation in prefrontal brain regions and more efficient interhemispheric connectivity. Based on these findings, the thesis also addresses the practical and societal implications of bilingualism’s protective role against Alzheimer’s disease. Bilingualism emerges as a potential protective factor in dementia prevention, opening new fields of action for education policy and language promotion.vorgelegt von Mariya G. KavaldzhievaMasterarbeit Universität Graz 202
Coconut and palm oil : a comprehensive analysis of health, environmental, and economic aspects
Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit einer vergleichenden Analyse von zwei weit verbreiteten Pflanzenölen, dem Kokos- und Palmöl. Diese finden nicht nur in der Lebensmittelindustrie, sondern ebenso in der Kosmetik und Energiewirtschaft Verwendung. Ziel dieser Untersuchung ist es, sowohl die Unterschiede als auch die Parallelen von Palm- und Kokosöl hinsichtlich ihrer Produktion, chemischer Zusammensetzung, gesundheitlicher Aspekte, Umweltbilanz sowie ihrer sozialen und ökonomischen Auswirkungen zu beleuchten. Das erste Kapitel beschäftigt sich mit der Taxonomie der Kokospalme (Cocos nucifera) und der Ölpalme (Elaeis guineensis). Während die Kokospalme überwiegend in tropischen küstennahen Regionen mit hoher Luftfeuchtigkeit wächst, wird die Ölpalme vorrangig in Südostasien, vor allem in Indonesien und Malaysia, großflächig angebaut. Die Arbeit beleuchtet im Anschluss die unterschiedlichen Produktionsprozesse beider Öle, wobei Palmöl den höheren Ertrag pro Hektar liefert und sich wirtschaftlich am effizientesten erweist. Neben den ökonomischen Auswirkungen werden auch die ökologischen Aspekte detailliert untersucht. Beide Öle stellen für die Umwelt Probleme dar, wie beispielsweise die Rodung von Regenwald aufgrund des exzessiven Ölpalmenanbaus, was neben gesellschaftlichen Spannungen auch zum Verlust von Biodiversität führt. Zwar stellt auch die Kokospalme eine Problematik für die Umwelt dar, jedoch nicht in dem Ausmaß wie die Ölpalme, da sich ihr Anbaugebiet im Vergleich noch geringer hält. Die gesundheitlichen Effekte werden ebenfalls diskutiert, indem festgehalten wird, dass beide Öle einen hohen Anteil an gesättigten Fettsäuren aufweisen, welche gravierende Folgen auf das Herz-Kreislauf-System haben können. Anders als Palmöl enthält Kokosöl jedoch einen hohen Anteil an mittelkettigen Fettsäuren, denen potenzielle positive Wirkungen zugeschrieben werden. Palmöl kann durch industrielle Verarbeitungsschritte gesundheitlich bedenkliche Stoffe enthalten, die bei der Raffination entstehen können. Schlussendlich wird deutlich, dass Palmöl aufgrund seiner vielseitigen Anwendung und Effizienz weltweit eine wichtige Rolle besetzt, weswegen der Nachhaltigkeitsgedanke bei der Produktion unabdingbar ist. Aus ökologischer Sicht stellt Kokosöl eine weniger problematische Alternative dar, dennoch kann es Palmöl aufgrund geringerer Erträge und eingeschränkter Anbauflächen global nicht vollständig ablösen.This thesis presents a comparative analysis of two widely used plant-based oils, coconut oil and palm oil, which are applied not only in the food industry but also in cosmetics and the energy sector. The aim is to highlight the differences and similarities between palm oil and coconut oil regarding their production, chemical composition, health effects, environmental footprint, and social and economic impacts. The first chapter outlines the taxonomic origin of the coconut palm (Cocos nucifera) and the oil palm (Elaeis guineensis). While coconut palms primarily grow in tropical coastal regions with high humidity, oil palms are mainly cultivated on a large scale in Southeast Asia, particularly in Indonesia and Malaysia. The study then examines the different production processes of both oils, showing that palm oil yields a higher output per hectare, making it more economically efficient. In addition to economic factors, the environmental impacts are analyzed in detail. Both oils pose environmental challenges, such as rainforest deforestation caused by extensive oil palm cultivation, leading to loss of biodiversity and social tensions. Coconut cultivation also affects the environment, but to a lesser extent due to its smaller cultivation scale. Health aspects are also discussed, noting that both oils contain high levels of saturated fatty acids, which can negatively affect cardiovascular health. Unlike palm oil, coconut oil contains a high proportion of medium-chain fatty acids, which are associated with potential health benefits. Palm oil, however, may contain harmful compounds formed during industrial refining processes. In conclusion, palm oil plays an important global role due to its versatility and efficiency, making sustainable production essential. From an environmental perspective, coconut oil is a less problematic alternative but cannot completely replace palm oil on a global scale due to its lower yields and limited cultivation areas.vorgelegt von Julia SchauerMasterarbeit Universität Graz 2025Enthält Zusammenfassung in englischer Sprach
Endometriosis, the invisible illness : a study of patient narratives
Endometriose ist eine unheilbare, chronisch-entzündliche Erkrankung, von der schätzungsweise 10 % aller Mädchen, Frauen und Personen, denen bei der Geburt das weibliche Geschlecht zugewiesen wurde, betroffen sind. Obwohl Endometriose eine systemische Erkrankung ist, ist sie vor allem dafür bekannt, den Menstruationszyklus negativ zu beeinflussen. Diese enge Verknüpfung mit dem Menstruationszyklus trägt wesentlich zur gesellschaftlichen Tabuisierung der Erkrankung bei. Stigmatisierende kulturelle Diskurse über Menstruation prägen in erheblichem Maße auch den medizinischen Diskurs über Endometriose. Infolge jahrhundertelanger medizinischer Misogynie und systemischen Sexismus bleibt Endometriose eine wenig erforschte und vielfach missverstandene Erkrankung.In der vergangenen Dekade lässt sich jedoch ein kultureller Wandel beobachten: Patientinnen mit Endometriose artikulieren zunehmend ihre Erfahrungen mit mangelhafter medizinischer Versorgung sowie sozialer Ungerechtigkeit, geschlechtsspezifischer Voreingenommenheit und Diskriminierung. Dies führte zur Entstehung neuer aktivistischer Räume und zu wachsendem Interesse an Endometriose-Forschung innerhalb der Sozialwissenschaften. Eine Forschungslücke besteht insbesondere im Bereich patientinnenzentrierter Forschung – insbesondere in der mangelnden Aufmerksamkeit gegenüber autobiografischen Krankheitsnarrativen. Die vorliegende Dissertation vertritt die These, dass das vermehrte Auftreten literarischer, buchlanger Werke, die das Leben mit Endometriose thematisieren, ein bedeutendes kulturelles, literarisches und politisches Ereignis darstellt, das nicht unbeachtet bleiben darf. Dieses Phänomen wird im Rahmen der Medical Humanities mit einem Fokus auf die American Studies untersucht.Die Arbeit schlägt die Etablierung einer Subgattung der Krankheitsnarrative vor, bezeichnet als endo pathographies – gemeint sind autopathographische Texte über Endometriose. Die Analyse der Primärtexte zeigt eine auffällige Kohärenz hinsichtlich wiederkehrender Themen, narratologischer Strategien und gattungsspezifischer Konventionen. Endo pathographies sind Texte, die sowohl die gelebten Erfahrungen von Endometriose-Patient:innen literarisch darstellen als auch gut recherchierte Informationen über (bio)medizinisches Wissen vermitteln. Sie thematisieren zudem das Phänomen der patient expert, Praktiken des medical gaslighting, chronische Schmerzen (sowie deren Verhältnis zur Sprache), die Verbreitung medizinischer Misogynie und die Auswirkungen all dessen auf die Lebensqualität der Betroffenen. Die Textanalyse offenbart, dass endo pathographies literarischen, kulturellen und medizinischen Wert besitzen und als aktivistische feministische Texte zu verstehen sind.Die Primärliteratur besteht aus in den Vereinigten Staaten verfassten endo pathographies bis einschließlich 2024, namentlich: My FemTruth: Scandalous Survival Stories von Silvia Young (2017), Ask Me About My Uterus: A Quest to Make Doctors Believe in Women's Pain von Abby Norman (2018), The Tiger and the Cage: A Memoir of a Body in Crisis von Emma Bolden (2022), ergänzt durch internationale Pathographien wie Show Me Where It Hurts: Living with Invisible Illness von Kylie Maslen (2020) sowie BLEED: Destroying Myths and Misogyny in Endometriosis Care von Tracey Lindeman (2023).Ziel dieser Dissertation ist es, sowohl einen Beitrag zu den American Studies als auch zu den Medical Humanities zu leisten, indem der (potenzielle) kulturelle Einfluss eines aufkommenden literarischen Trends eingehend analysiert wird. Endo pathographies erweitern das Korpus der Krankheitsnarrative um eine neue Facette, die darauf abzielt, Patient:innen zu humanisieren und die Kluft zwischen biomedizinischer Wissenschaft und den Geisteswissenschaften – und damit zwischen Ärztinnenschaft und Patient:innenschaft – zu überbrücken.Endometriosis is an incurable chronic inflammatory condition which is estimated to affect 10% of girls, women, and people assigned female at birth. While endometriosis is a systemic disease affecting all organs of the body, it is mostly known for negatively affecting the menstrual cycle by causing debilitatingly painful and excessive menstrual bleeding. This strong association with the menstrual cycle makes endometriosis a highly tabooed condition. Stigmatizing cultural discourses surrounding menstruation heavily influence the medical discourse surrounding endometriosis. Resulting from centuries of medical misogyny and systemic sexism, endometriosis remains an under-researched and misunderstood disease. The last decade has seen a cultural shift: endometriosis patients have become significantly more vocal about the poor treatment and social injustices, gender-bias, and discrimination they face while seeking medical attention. This resulted in the creation of new activist spaces and a rise in social sciences endometriosis research. A research gap has been observed when it comes to patient-centered research—the lack of attention to autobiographical illness narratives. This dissertation argues that the emergence of literary book-length works focused on describing life with endometriosis is a significant cultural, literary, and political event that must not be overlooked. This event is observed through the lens of medical humanities in an American Studies framing. The dissertation proposes the establishment of a subgenre of illness narratives called endo pathographies—referring to endometriosis autopathographies. Upon analyzing the primary texts, a unity in recurring themes, narratological devices, and genre conventions was noticed. Endo pathographies are texts which both illustrate the lived-experiences of endometriosis patients and present well-researched findings on the (bio)medical information known about endometriosis, the phenomenon of the patient expert, the practices of medical gaslighting, chronic pain (and its relationship to language), the prevalence of medical misogyny, as well as the influence of all of the above on a person’s quality of life. The text analysis reveals that endo pathographies have literary, cultural, and medical value, and are activist feminist texts in nature. The primary literature consists of endo pathographies written in the United States of America up until 2024, namely: My FemTruth: Scandalous Survival Stories by Silvia Young (2017), Ask Me About My Uterus: A Quest to Make Doctors Believe in Women's Pain by Abby Norman (2018), The Tiger and the Cage: A Memoir of a Body in Crisis by Emma Bolden (2022), supported by international pathographies Show Me Where It Hurts: Living with Invisible Illness published by Kylie Maslen (2020), and BLEED: Destroying Myths and Misogyny in Endometriosis Care by Tracey Lindeman (2023).This dissertation aims to contribute to the field of American Studies as well as the field of Medical Humanities by thoroughly examining the (potential) cultural impact of an emerging literary trend. Endo pathographies are a new part of the corpus of illness narratives which attempt to humanize the patient and help bridge the divide between biomedical science and the humanities, which translates to bridging the doctor-patient divide.eingereicht von Alekszandra Rokvity, MADissertation Universität Graz 202
Legal classification of holiday employment in labour and social law
Ferialarbeit, Praktika und Volontariate stellen für viele Schüler und Studenten den ersten Schritt in das Berufsleben dar. Sie bieten die Möglichkeit, theoretisches Wissen praktisch anzuwenden, berufliche Orientierung zu gewinnen und nicht zuletzt ein eigenes Einkommen zu erzielen. Insbesondere in den Sommermonaten steigt die Beschäftigung unter 25-Jähriger in Österreich deutlich an. Statistiken zeigen, dass etwa jede zehnte Beschäftigung in dieser Altersgruppe auf eine Ferialtätigkeit entfällt. Trotz ihrer gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Bedeutung fehlt im österreichischen Recht eine einheitliche gesetzliche Definition dieser Beschäftigungsformen. Dies führt in der Praxis häufig zu Unsicherheiten bei der Einstufung, ob ein Arbeits- oder Ausbildungsverhältnis vorliegt. Die rechtliche Qualifikation beeinflusst zentrale Fragen wie den Entgeltanspruch, die Urlaubsberechtigung, die Kollektivvertragszuordnung, die Sozialversicherungspflicht und ferner auch die steuerrechtliche Behandlung. Fehlerhafte Einstufungen können für beide Vertragsparteien erhebliche Konsequenzen nach sich ziehen. Die vorliegende Diplomarbeit klärt diese Unschärfen, indem sie Ferialarbeitsverhältnisse sowie verwandte Formen wie Praktika und Volontariate systematisch arbeitsrechtlich und sozialrechtlich einordnet. Im Mittelpunkt steht die Leitfrage: Liegt ein echtes (Ferial-)Arbeitsverhältnis mit umfassendem arbeitsrechtlichem Schutz vor oder ein Ausbildungsverhältnis, das weitgehend von diesen Regelungen ausgenommen ist? Die Analyse stützt sich auf die maßgeblichen gesetzlichen Grundlagen sowie auf die weiterführende Rechtsprechung und die Literatur. Sie zeigt, dass nicht die vertragliche Bezeichnung, sondern die tatsächliche Ausgestaltung der Tätigkeit entscheidend ist. Abgrenzungskriterien wie persönliche Abhängigkeit, Weisungsgebundenheit, Eingliederung in den Betriebsablauf und der überwiegende Zweck der Tätigkeit (Ausbildung oder Arbeitsleistung) spielen dabei eine zentrale Rolle. Die Untersuchung verdeutlicht, dass die Rechtslage fragmentiert ist und eine bereichsübergreifende, einheitliche Legaldefinition von Ausbildungsverhältnissen fehlt. Zunächst werden dafür die zentralen Begriffe erläutert und die Unterschiede zwischen Ferialarbeit, Praktikum und Volontariat rechtlich wie praktisch aufgezeigt. Es folgen die arbeitsrechtlichen Rahmenbedingungen von Vertragsabschluss und Pflichten bis zu Beendigungsmöglichkeiten und kollektivrechtlichen Aspekten. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf den sozialversicherungsrechtlichen Folgen, einschließlich Auswirkungen auf Beihilfen und steuerrechtliche Aspekte. Zudem wird die besondere Situation ausländischer Schüler und Studierender unter aufenthalts- und beschäftigungsrechtlichen Vorgaben beleuchtet. Abschließend gibt die Arbeit praxisorientierte Empfehlungen, um Rechtssicherheit zu schaffen, Ausbildungsziele zu sichern und den Schutz junger Menschen am Arbeitsmarkt zu stärken.Holiday employment, internships, and voluntary placements are for many pupils and students the first step into working life. They offer the chance to put theoretical knowledge into practice, gain career orientation, and, not least, earn an income. In Austria, employment among people under 25 rises sharply in the summer months. Statistics show that roughly one in ten jobs in this age group during this period is holiday employment. Despite their social and economic importance, Austrian law lacks a unified legal definition for these types of employment. As a result, it is often unclear in practice whether a position should be classified as an employment relationship or a training relationship. This legal classification affects key issues such as entitlement to pay, holiday rights, collective agreement coverage, social insurance obligations, and taxation. Incorrect classification can have serious consequences for both parties to the contract. This thesis addresses these uncertainties by systematically examining holiday employment as well as related forms such as internships and voluntary placements from both a labour law and a social law perspective. Fundamentally, the essential question is: Is the arrangement a genuine employment relationship with full labour and social law protection, or is it a training relationship largely exempt from these rules? The analysis draws on relevant legislation, “case law”, and academic literature. It demonstrates that the decisive factor is not the contractual title, but the actual nature of the work performed. Criteria such as personal dependency, subordination to instructions, integration into the workplace, and the primary purpose of the activity, training or productive work, play a central role. The study highlights that the current legal framework is fragmented and lacks a cross-sector, unified legal definition of training relationships. The thesis first explains the key terms and outlines the legal and practical differences between holiday employment, internships, and voluntary placements. It then examines the labour law framework, from contract formation and the obligations of the parties to termination options and collective agreement issues. Another focus is the social security, including effects on benefits and tax implications. The specific situation of foreign pupils and students who want to work or undertake training placements in Austria is also explored, with attention to residence and employment regulations. Finally, the thesis offers practical recommendations to improve legal certainty, safeguard training objectives, and strengthen the protection of young people in the labour market.von Florian KlöschEnthält Literaturverzeichnis auf Seite 84-99Diplomarbeit Universität Graz 202
Jahrbuch für Politik Steiermark 2025 / Poier, Klaus ; Stelzl-Marx, Barbara ; Dolezal, Martin ; Praprotnik, Katrin / Die Kirche als Change Agent? : Von Franziskus zu Leo XIV.: Sozialverkündigung zwischen Nachhaltigkeit und digitaler Transformation
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Contemporary Southeastern Europe / Another Brick in the (Russian) Wall: Graffiti Propaganda in Serbia
This paper examines pro-Russian political graffiti in Serbia, which proliferated after 2016 as a reaction to Russian aggression in Ukraine, both following the annexation of Crimea and the start of the full-scale invasion in 2022. Since their main purpose was to emphasize Serbian-Russian friendship and support for Russia, the study explores their creation and removal as part of propaganda efforts by both Serbian and Russian regimes. Right-wing organizations and football hooligans played a significant role in their production, often acting as ventriloquists for the regime. The paper also considers the involvement of Russian refugees in Belgrade and local anti-war activists in the destruction of the graffiti. The rise and disappearance of these visual messages highlight how Serbia navigates its relationship with Russia, while simultaneously pursuing closer ties with the West and the EU and supplying arms to Ukraine