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Extreme precipitation events in Austria caused by low pressure systems originating over the Mediterranean Sea
Diese Arbeit untersucht verschiedene großräumige Wetterlagen, welche für starke Niederschläge in Österreich verantwortlich sind. Grundlage der Analyse ist die tägliche Wetterlagenklassifikation des Instituts Geosphere Austria, welche statistisch ausgewertet wurde. Im Fokus standen dabei die Tiefdrucklagen Vb (Tief auf der Zugstraße Adria-Polen), TS (Tief südlich der Alpen) und TwM (Tief über dem westlichen Mittelmeer). Eine Trendanalyse wurde durchgeführt, um die zeitliche Entwicklung dieser Wetterlagen zu erfassen. Die Ergebnisse zeigen insgesamt eine Zunahme in der Häufigkeit aller drei untersuchten Wetterlagen im Beobachtungszeitraum, wobei der Anstieg für die Wetterlage TS statistisch signifikant ist. Die saisonale Analyse ergab, dass alle drei Wetterlagen vermehrt in den Herbst- und Wintermonaten auftreten, während sie im Sommer am seltesten sind. Ergänzend wurden Fallstudien zu Extremwetterereignissen analysiert, mit Fokus auf Überschwemmungen und extremen Schneefallereignissen in Österreich, die durch die genannten Mittelmeertiefs verursacht wurden. Dabei wurde der Temperaturverlauf während dieser Extremereignisse im Zusammenhang mit dem Niederschlagsverlauf untersucht. Zudem wurde die Auswirkung dieser Ereignisse auf verschiedene Messstationen in unterschiedlichen Höhenlagen betrachtet. Unterschiede in den Regen- und Schneefallmengen sowie in den Gesamtniederschlagsmengen wurden analysiert, um höhenbedingte Muster zu erkennen. Auch die räumliche Verteilung des Niederschlags wurde untersucht, um festzustellen, ob bestimmte Regionen besonders anfällig für extreme Wetterereignisse im Zusammenhang mit Mittelmeertiefs sind. Die Ergebnisse zeigen, dass insbesondere der Süden Österreichs stark von extremen Schneefällen betroffen ist, während der Norden Österreichs häufiger unter Überschwemmungen leidet. Besonders hervorzuheben ist das Vb-Ereignis im September 2024, bei dem ungewöhnlich große Schneemenge für diese Jahreszeit registriert wurden.This study examines various synoptic-scale systems responsible for heavy precipitation events in Austria. The daily classification of weather conditions from the Geosphere Austria institute was utilized and statistically analyzed. Specifically, the low pressure systems Vb (low pressure system on the Adriatic-Poland pathway), TS (low pressure system south of the Alps) and TwM (low pressure system over the western Mediterranean Sea) were investigated. A trend analysis was conducted to assess the temporal evolution of these weather conditions. The results indicate an overall increase in the frequency of all three weather conditions over time, with a statistically significant rise observed for the weather condition TS. The seasonal analysis revealed that all three weather conditions occur more frequently in fall and winter and least frequently in summer. Additionally, case studies of extreme weather events were analyzed, focusing on major flood and extreme snowfall events in Austria caused by the Mediterranean low pressure systems. The evolution of temperature during such extreme events was examined in relation to precipitation. The impact on different measurement stations was assessed by considering stations at various elevations. Differences in the amounts of rainfall to snowfall, as well as variations in total precipitation amounts, were analyzed to identify altitude-dependent trends. Furthermore, the spatial distribution of precipitation was evaluated to determine whether certain regions are more prone to extreme events associated with Mediterranean low pressure systems. The findings indicate that southern Austria is particularly affected by extreme snowfall events, whereas northern Austria experiences more frequent heavy flood events. Especially, the Vb event in September 2024 exhibited an unusual high snow depth for that time of year.Theresa Johanna TiefenbacherMasterarbeit Universität Graz 2025Zusammenfassung auf Deutsch und Englisc
Lithologic, structural and morphological controls on the formation of landslides in large areas : a case study of Lobnigbach catchment area, Eisenkappel-Vellach
Die Identifikation tiefliegender Hangrutschungen stellt eine besondere Herausforderung dar, da diese Prozesse meist langsam verlaufen, großflächig auftreten und sich im Gelände nur schwer eindeutig abzugrenzen lassen. Ziel dieser Arbeit war es, ein geologisch-morphologisches Konzeptmodell zu entwickeln, mit dem sich solche Massenbewegungen durch digitale Analyseverfahren sichtbar machen lassen. Im Fokus stand die Forschungsfrage, wie sich ein digitales Modell, gestützt auf hochauflösende Höhenmodelle und morphometrische Parameter, zur Identifikation tiefliegender Massenbewegungen anwenden lässt. Die Methode basiert auf einem DEM gestützten Ansatz, bei dem die morphometrischen Parameter Hangneigung und planare Krümmung mit definierten Schwellenwerten gefiltert wurden. Kern der Methodik war ein SAGA GIS gestützter Workflow unter Verwendung hochauflösender Laserscandaten zur Ableitung dieser Parameter. Auf dieser Basis wurden potenziell betroffene Flächen im Untersuchungsgebiet Bad Eisenkappel in Kärnten untersucht und identifiziert. Ein entscheidender Bestandteil der Arbeit war die anschließende Überprüfung und Bestätigung der digitalen Analysen im Gelände. Dabei wurden Lithologie, Mächtigkeiten, Gesteinsgefüge, Exposition und geomorphologische Indikatoren dokumentiert und interpretiert. Die Ergebnisse zeigen, dass die typischen morphometrischen Signaturen in Kombination mit dünnbankigen, mergeligen Kalken und ungünstiger Gefügestruktur charakteristische Bedingungen für tiefliegende Hangrutschungen darstellen. Die Methode ermöglicht eine objektive Eingrenzung bereits umgeformter Hänge. Ihre Stärke liegt in der einfachen Reproduzierbarkeit und in der Möglichkeit, große Gebiete systematisch zu analysieren. Für eine weiterführende Bewertung dieser Prozesse sind jedoch weitere Untersuchungen, wie z.B. geophysikalische Methoden zur Bestimmung der Tiefe und Volumina, notwendig. Die vorgestellte Herangehensweise bietet dennoch eine solide Grundlage zur digitalen Erfassung und Bewertung tiefliegender Hanginstabilitäten in komplexem Gelände.Identifying deep-seated landslides poses a particular challenge, as these processes are typically slow-moving, affect large areas and are often difficult to clearly delineate in the field. The aim of this study was to develop a geological-morphological conceptual model to better visualize and understand such mass movements using digital analysis techniques. The central research question focused on how high-resolution elevation data and morphometric parameters can be used within a digital framework to identify deep-seated mass movements. The approach relied on a DEM-based method, using slope and plan curvature as key parameters filtered by defined thresholds. The methodology was implemented in a SAGA GIS workflow supported by high-resolution LiDAR data to derive these values. Based on this, potentially affected areas in the region of Bad Eisenkappel, Carinthia, were identified and analyzed. A key part of the study involved validating the digital analyses in the field. Lithology, layer thickness, rock structure, slope orientation and geomorphological indicators were documented and interpreted. The results show that characteristic morphometric signatures, in combination with weathered, thin-bedded, marly limestones and unfavorable structural conditions, represent typical settings for deep-seated landslides. The method provides an objective way to delineate hillslopes that have already been modified by deep-seated mass movements. Its strength lies in its easy reproducibility and the ability to systematically analyze large areas. Further investigations, such as geophysical methods to determine depth and volume of displaced material, are required to gain a more comprehensive understanding of these processes. Nevertheless, the presented approach provides a solid foundation for the digital detection and evaluation of deep-seated slope instabilities in complex terrain.Lis-Marie Velik, BScMasterarbeit Universität Graz 2025Zusammenfassung auf Deutsch und Englisc
Historisches Jahrbuch der Stadt Graz / Ein weitgehend vergessenes Kapitel des Luftschutzes : Luftschutzstollen im Nordwesten von Graz aus der Zeit des Zweiten Weltkrieges
A comparison of socio-ecological transformation discourses: Buen Vivir and Degrowth
Die vorliegende Arbeit untersucht die Analogien und Differenzen zwischen den Diskursen Buen Vivir und Degrowth, um mögliche Anknüpfungspunkte für einen fruchtbaren Austausch zu identifizieren. Methodisch erfolgt ein systematischer Vergleich entlang historischer, geopolitischer und epistemologisch-ontologischer Gesichtspunkte. Beide Diskurse teilen eine enge Verknüpfung von Theorie und zivilgesellschaftlicher Praxis und die grundlegende Kritik am kapitalistischen Wachstums- und Entwicklungsparadigma, welches ökologische, soziale und ökonomische Krisen verschärft. Die Differenzen ergeben sich aus ihren jeweiligen historischen und geopolitischen Kontexten. Buen Vivir entstand aus der Kritik an den postkolonialen Abhängigkeiten lateinamerikanischer Länder als „Alternative zu Entwicklung“ und beruht auf andin-amazonischen Kosmovisionen. Degrowth hingegen reflektiert kritisch die Herausbildung des Wachstumsparadigmas, das eng mit der vorherrschenden Dichotomie zwischen Natur und Gesellschaft verflochten ist, bleibt aber in im westlichen Wissenschaftssystem verankert. Während Buen Vivir die Anerkennung vielfältiger Wertesysteme innerhalb eines Pluriversums fordert, priorisiert Degrowth politische und institutionelle Strategien zur Reduzierung des Material- und Energieverbrauchs. Die Analyse kommt zu dem Schluss, dass institutionelle Reformen allein nicht genügen: Nur ein tiefgreifender kultureller und ontologischer Wandel kann die Grundlage für eine sozial-ökologische Transformation bilden. Ein Austausch auf Augenhöhe, der die Machtasymmetrien zwischen Globalem Norden und Süden berücksichtigt, ist unerlässlich, um die Entfaltung eines Pluriversums vielfältiger Wissenssysteme und regional verorteter Praktiken voranzutreiben.This thesis examines the analogies and differences between the discourses of Buen Vivir and Degrowth to identify possible connections for a fruitful exchange. Methodologically, a system-atic comparison is conducted along historical, geopolitical and epistemological-ontological aspects. Both discourses share a close link between theory and civil society practices and a fundamental critique of the capitalist growth and development paradigm, which exacerbates ecological, social and economic crises. The differences arise from their respective historical and geopolitical contexts. Buen Vivir emerged from criticism of the postcolonial dependencies of Latin American countries as an ‘alternative to development’ and is based on Andean-Amazonian cosmovisions. Degrowth, on the other hand, critically reflects on the emergence of the growth paradigm, which is closely intertwined with the prevailing nature-society dichotomy, but remains anchored in Western science systems. While Buen Vivir calls for the recognition of diverse value systems within a pluriverse, Degrowth prioritises political and institutional strategies to reduce material and energy throughput. The analysis concludes that institutional reforms alone are not enough: Only a profound cultural and ontological metamorphosis can form the basis for a socio-ecological transformation. An exchange on equal terms that considers the power asymmetries between the Global North and South is essential to promote the development of a pluriverse of diverse knowledge and value systems and regionally based practices.Autorin: Louisa WankEnthält Literaturverzeichnis auf Seite 86-95Masterarbeit Universität Graz 202
Open-label placebos and the positive pickle: Effects on disgust and neural activity in healthy women
Ekel spielt eine wichtige Rolle im Alltag und bei verschiedenen psychischen Störungen, insbesondere bei Zwangsstörungen mit Wasch- & Reinigungszwang sowie spezifischen Phobien (z.B. Spinnen-Phobie). Ziel dieser funktionellen Magnetresonanztomographie (fMRT)-Studie war es, die Wirksamkeit eines Open-Label-Placebos und einer neuen Intervention, namens „Positives Gürkchen“ zur Reduktion von Ekelempfinden während der Betrachtung ekelerregender Bilder zu untersuchen. Die neue Intervention bestand aus einer kleinen Stofffigur, gepaart mit einer positiven Suggestion, die den Glauben an die eigenen Emotionsregulationsfähigkeiten stärken soll. An der Studie nahmen 152 gesunde Frauen im Alter von 18 bis 61 Jahren teil, die einer von drei Gruppen zugeteilt wurden: Positives Gürkchen, Open-Label-Placebo oder Passive Viewing. Während eines fMRT-Scans betrachteten die Probandinnen ekelerregende und neutrale Bilder und bewerteten diese hinsichtlich des ausgelösten Ekels, Arousals und der Valenz. In den Interventionsgruppen wurden zusätzlich die Effektivität der jeweiligen Intervention vor und nach der Bildbetrachtung und die Plausibilität zur Ekelreduktion bewertet. Das Positive Gürkchen und das Open-Label-Placebo führten zu keiner statistisch signifikanten Reduktion des erlebten Ekels im Vergleich zur Passive-Viewing-Gruppe. Allerdings zeigten sich statistisch signifikant geringere Aktivierungen in der rechten Insula und der rechten Amygdala in der Positiven-Gürkchen-Gruppe im Vergleich zur Passive-Viewing-Gruppe. Die erwartete Effektivität beider Interventionen war größer als die wahrgenommene Effektivität am Ende der Studie. Sie konnten die Erwartungen der Probandinnen nicht erfüllen. Das Positive Gürkchen wurde insgesamt als effektiver und plausibler zur Ekelreduktion wahrgenommen als das Open-Label-Placebo. Die Ergebnisse liefern Hinweise für die Wirksamkeit der neuen Intervention auf neuronaler Ebene, welche sich nur teilweise im subjektiven Erleben widerspiegelt.Disgust plays an important role in everyday life and in various mental disorders, particularly in obsessive-compulsive disorders involving compulsive washing and cleaning, as well as specific phobias (e.g. arachnophobia). The aim of this functional magnetic resonance imaging (fMRI) study was to investigate the effectiveness of an open-label placebo and a new intervention, named positive pickle for reducing feelings of disgust while viewing disgusting images. The new intervention consisted of a small stuffed animal paired with a positive suggestion designed to strengthen belief in one’s own emotion regulation abilities. The study involved 152 healthy women aged 18 to 61 who were assigned to one of three groups: positive pickle, open-label-placebo, or passive viewing. During an fMRI scan, the participants viewed disgusting and neutral images and rated them in terms of elicited disgust, arousal, and valence. In the positive pickle and open-label placebo groups, the effectiveness of the respective intervention before and after viewing the images and the plausibility of reducing disgust were also evaluated. The new intervention and open-label placebo did not lead to a significant reduction in the disgust experienced compared to the passive viewing group. However, significantly lower activation was observed in the right insula and right amygdala in the positive pickle group compared to the passive viewing group. The expected effectiveness of both interventions was greater than the perceived effectiveness at the end of the study. They did not meet the expectations of the participants. Overall, the positive pickle was perceived as more effective and plausible for reducing disgust than the open-label placebo. The results provide evidence for the effectiveness of the new intervention at the neural level, which is only partly reflected in subjective experience.Isabelle TedersMasterarbeit Universität Graz 2025Zusammenfassung auf Deutsch und Englisc
Disney songs over time : a multimodal approach
Die vorliegende Arbeit untersucht die Übersetzung von Disney-Songs im Wandel der Zeit aus einer multimodalen Perspektive. Im Mittelpunkt steht die Analyse dreier Filmsongs aus verschiedenen Jahrzehnten („Das Dschungelbuch“ 1969, „Der König der Löwen“ 1994 und „Die Eiskönigin“ 2013) anhand des „Triangle of Aspects“-Modells von Reus (2017). Dabei werden die musikalische, visuelle und verbale Ebene der Original- und Zieltexte miteinander verglichen, um mögliche Entwicklungen in der Übersetzungsmethodik sowie den Einfluss translationswissenschaftlicher Überlegungen zu untersuchen.Die Analyse zeigt, dass sich die Herangehensweisen an die Übersetzung im Laufe der Jahrzehnte verändert haben, jedoch kein eindeutiges Muster ableitbar ist. Unterschiede ergeben sich insbesondere in der Silbenanzahl, dem Reimschema und der Synchronität. Die technischen Fortschritte in der Animation haben zudem Auswirkungen auf die visuelle Gestaltung und die Möglichkeiten der Anpassung der Songtexte. Besonders auffällig ist die Variabilität in der Stil- und Sinnübertragung, die je nach Film unterschiedliche Prioritäten setzt.Die Untersuchung zeigt, dass die Übersetzung von Filmsongs nicht nur sprachlichen, sondern auch multimodalen Herausforderungen unterliegt. Die Ergebnisse unterstreichen die Bedeutung interdisziplinärer Ansätze in der audiovisuellen Translation und legen nahe, dass die zunehmende Technologisierung einen wesentlichen Einfluss auf die Übersetzungspraktiken hat. Eine abschließende Übersetzungspolitik des Disney-Konzerns lässt sich nicht eindeutig ableiten, weshalb weitergehende Forschungen mit einem breiteren Korpus notwendig wären, um nachhaltige Erkenntnisse zu gewinnen.This study examines the translation of Disney songs over time from a multimodal perspective. The focus is on the analysis of three film songs from different decades ("The Jungle Book" 1969, "The Lion King" 1994, and "Frozen" 2013) using Reus' (2017) "Triangle of Aspects" model. The musical, visual, and verbal levels of the original and target texts are compared to investigate potential developments in translation methodologies and the influence of translation studies considerations.The analysis shows that translation approaches have evolved over the decades, though no clear pattern can be identified. Differences are particularly evident in syllable count, rhyme schemes, and synchronization. Technological advancements in animation have also influenced visual design and the possibilities for adapting song lyrics. Notably, there is variability in style and meaning transfer, with different priorities being set depending on the film.The study highlights that translating film songs presents not only linguistic but also multimodal challenges. The results emphasize the importance of interdisciplinary approaches in audiovisual translation and suggest that increasing technologization has significantly impacted translation practices. A definitive translation policy for Disney cannot be clearly determined, making further research with a broader corpus necessary to gain sustainable insights.vorgelegt von Viktoria Riedl, BAMasterarbeit Universität Graz 2025Text überwiegend Deutsch, teilweise Englisc
PeaceTech and contemporary peacebuilding : between local empowerment and structural constraints
Unter dem markanten Schlagwort „PeaceTech“ haben in den vergangenen Jahren digitale Technologien vermehrt Einzug in Peacebuilding-Aktivitäten erhalten. Hierzu gehören neben vergleichsweise simplen und bereits längst etablierten Beispielen wie Social Media und Online-Kommunikationsplattformen auch komplexere Technologien – unter anderem künstliche Intelligenz, Virtual Reality oder Machine Learning. Abseits von operationalen Vorteilen verspricht man sich von „PeaceTech“ im Einklang mit den Prinzipien des modernen Peacebuilding vor allem eines: die Stärkung lokaler Friedensinitiativen. Diese Masterarbeit stellt den Themenkomplex „PeaceTech“ vor und widmet sich der Frage, ob das Versprechen „Local Empowerment“ auch tatsächlich realistisch ist oder ob nicht viel mehr das Gegenteil bewirkt wird – in der Stand heute noch recht überschaubaren Literatur zum Thema ist dieser Zusammenhang bislang eher wenig beleuchtet worden. Mithilfe der gängigen Peacebuilding-Definitionen von u.a. Johan Galtung und John Paul Lederach und eines Rückblicks auf die vergangenen Peacebuilding-Jahrzehnte wird dabei die zunächst die Notwendigkeit lokaler Initiativen herausgearbeitet. Die darauffolgende Analyse der wichtigsten „PeaceTech“-Einsatzgebiete zeigt, dass digitale Technologien eine ganze Bandbreite an Potenzialen zur Förderung dieser lokalen Initiativen bieten. Jedoch wird auch schnell ersichtlich, dass der in Konfliktregionen verbreitete Mangel an finanziellen Ressourcen, Infrastruktur und digitalem Know-How oftmals dazu führt, dass diese Potenziale einerseits nicht zur Gänze genutzt werden können und gleichzeitig neue Risiken entstehen. Um zu verhindern, dass „PeaceTech“ die Wiederbelegung akademisch eigentlich längst begrabener Peacebuilding-Prozesse unter nahezu ausschließlicher und ineffektiver westlicher Kontrolle bewirkt, gilt es einige Prinzipien zu beachten – darunter die Zusammenarbeit mit lokalen Initiativen, das Vermitteln von digitalen Skills und die gründliche Analyse von tatsächlichen Bedürfnissen, Kontexten und Risiken.Under the buzzword “PeaceTech,” digital technologies have increasingly found their way into peacebuilding activities in recent years. These include not only comparatively simple and long-established tools such as social media and online communication platforms, but also more complex technologies – including artificial intelligence, virtual reality, and machine learning. Beyond operational advantages, PeaceTech is primarily expected to contribute to one central goal in line with the principles of contemporary peacebuilding: the empowerment of local peace initiatives. This master’s thesis introduces the topic of PeaceTech and examines the question of whether the promise of "local empowerment" is truly realistic – or whether, in fact, the opposite may be the case. In the still relatively limited body of literature on this topic, this particular connection has received little attention to date. Drawing on widely accepted peacebuilding definitions from scholars such as Johan Galtung and John Paul Lederach, and by reflecting on past decades of peacebuilding efforts, the thesis first highlights the essential role of local initiatives. The subsequent analysis of the most important PeaceTech application areas demonstrates that digital technologies indeed offer a broad range of potential to support these local efforts. However, it also quickly becomes evident that the widespread lack of financial resources, infrastructure, and digital know-how in conflict regions often prevents these potentials from being fully realized and, at the same time, creates new risks. In order to prevent PeaceTech from reviving peacebuilding processes that, from an academic perspective at least, were long considered outdated and largely under ineffective Western control, several principles must be followed – including cooperation with local initiatives, the promotion of digital skills, and thorough analysis of actual needs, contexts, and risks.John BölkerMasterarbeit Universität Graz 202
Identification handbook for some important Auchenorrhyncha families of the Seychelles
Diese Arbeit enthält Artbeschreibungen und einen Bestimmungsschlüssel für ausgewählte Familien der Zikadenfauna (Auchenorrhyncha) der Seychellen. Das Material wurden vom Ökoteam Graz zur Verfügung gestellt. Die behandelten Familien der Fulgoromorpha umfassen die Achilidae, Derbidae, Flatidae, Meenoplidae, Ricaniidae und Tropiduchidae.Außerdem werden die Membracidae (Cicadomorpha) der Seychellen behandelt. Die Beschreibungen und Schlüssel enthalten hochaufgelöste Fotografien der Zikaden, die mit dem Digitalmikroskop Keyence VHX-5000 aufgenommen wurden.Drei Arten wurden zum ersten Mal fotografiert: Akotropis sp. (Achilidae) und zwei bisher unbeschriebene Arten der Flatidae.This work provides species descriptions and an identification key for some families of the planthopper and treehopper fauna (Fulgoromorpha p.p., Membracidae) of the Seychelles. The specimens were provided by Ökoteam Graz. The Fulgoromorpha families covered are Achilidae, Derbidae, Flatidae, Meenoplidae, Ricaniidae and Tropiduchidae. In addition the Membracidae (Cicadomorpha) are addressed. The keys include high-resolution photographs made with the digital microscope Keyence VHX-5000. Three species were photographed for the first time: Akotropis sp. (Achilidae) and two yet undescribed Flatidae species.submitted by Jana MeixnerMasterarbeit Universität Graz 2025Zusammenfassungen in Deutsch und Englisc
Strategic litigation against critical voices : SLAPP lawsuits as a threat to freedom of expression under article 10 ECHR
Die vorliegende Diplomarbeit widmet sich dem in Europa zunehmend auftretenden Phänomen sogenannter "Einschüchterungsklagen", auch genannt „Strategic Lawsuits Against Public Participation“ (kurz: SLAPP). Als eine besondere Form strategischer Prozessführung, stellen sie ein Instrument dar, welches genutzt wird, um unliebsame Kritiker:innen einzuschüchtern und die öffentliche Debatte zu dominieren. Aufgrund des Umstandes, dass die Ursprünge jenes Phänomens in den USA liegen, werden auch die in diesem Rechtsraum entwickelten Kriterien zur Qualifikation von Klagen als SLAPP im Zuge einer Analyse ausgewählter österreichischer Fälle herangezogen. Auch wird das grundrechtliche Spannungsfeld, in welchem sich SLAPP bewegen, dargestellt, wobei die mit dem Recht auf Meinungsfreiheit nach Art 10 EMRK konfligierenden Positionen untersucht werden. Untersucht wird ferner, inwieweit die österreichische Zivilprozessordnung Schutz vor missbräuchlichem Prozessieren bietet und inwiefern gewisse Regelungslücken zu verorten sind. Schließlich wird die Anti-SLAPP-Richtlinie der EU (RL [EU] 2024/1069) als erster unionsrechtlicher Rahmen gegen SLAPP analysiert. Die im Zuge der gegenständlichen Arbeit erarbeiteten Feststellungen resultieren in der abschließenden Erkenntnis, dass der österreichische Gesetzgeber seinen aus Art 10 EMRK fließenden staatlichen Schutzpflichten bislang nicht in hinreichendem Maße nachkommt, es daher zur Sicherung der Meinungsfreiheit als erforderlich erscheint, die in der österreichischen Zivilprozessordnung zur Hintanhaltung missbräuchlichen Prozessierens geregelten Vorschriften in einem neuen Licht, nämlich als Instrumente zur Sicherung der Meinungsfreiheit, zu betrachten sowie entsprechend weiterzuentwickeln.This thesis addresses the increasingly prevalent phenomenon in Europe known as “Strategic Lawsuits Against Public Participation” (short: SLAPP). As a particular form of strategic litigation, they constitute an instrument used to intimidate unwelcome critics and dominate public debate. Given that the origins of this phenomenon lie in the USA, the criteria developed in this legal system for classifying lawsuits as SLAPP are also applied in the analysis of selected Austrian cases. Furthermore, the tension within fundamental rights in which SLAPP operate is presented, examining the positions conflicting with the right to freedom of expression under Art 10 ECHR. In addition, it is examined to what extent the Austrian Code of Civil Procedure provides protection against abusive litigation and where certain regulatory gaps can be identified. Finally, the EU Anti-SLAPP Directive (Directive [EU] 2024/1069) is analyzed as the first Union-level framework addressing SLAPP. The findings developed in the course of this work result in the concluding insight that the Austrian legislator has so far not sufficiently fulfilled its state obligations under Article 10 ECHR. It therefore appears necessary, for the protection of freedom of expression, to consider the provisions in the Austrian Code of Civil Procedure aimed at preventing abusive litigation in a new light, namely as instruments for safeguarding freedom of expression, and to further develop these instruments accordingly.vorgelegt von Victoria Mir ToloueiDiplomarbeit Universität Graz 202
The ban of surrogacy in Austria : a fundamental rights analysis in comparison with other ECHR states
Die Leihmutterschaft begleitet die Menschheit schon seit Jahrhunderten, hat jedoch durch die Fortschritte der Reproduktionsmedizin besonders in den letzten Jahren erheblich an Bedeutung gewonnen. Bei der Leihmutterschaft erklärt sich eine Frau (die Leihmutter) dazu bereit, für die Wunscheltern ein Kind auszutragen und ihnen dieses nach der Geburt zu übergeben – sie „verleiht“ also ihre Gebärmutter. Die Leihmutterschaft ist in Österreich gem. FMedG strengstens verboten. Ziel der vorliegenden Arbeit ist es, das Verbot der Leihmutterschaft in Österreich einer verfassungsrechtlichen Analyse zu unterziehen und zu prüfen, ob es mit Art 8 EMRK – Recht auf Achtung des Privat- und Familienlebens, Art 12 – Recht auf Eheschließung und Familiengründung und Art 14 EMRK – Diskriminierungsverbot vereinbar ist. Untersucht wird dabei insbesondere, ob das Kindeswohl, die Menschenwürde und der Schutz vor Ausbeutung legitime Ziele sind, die das Verbot rechtfertigen. Im Zuge dessen wird einschlägige Judikatur des EGMR sowie die Rechtsprechung des VfGH analysiert. Außerdem erfolgt ein Rechtsvergleich mit dem Vereinigten Königreich und der Ukraine, um verschiedene gesetzliche Regelungen der Leihmutterschaft aufzuzeigen und deren Unterschiede zu diskutieren. Ergänzt wird dies durch eine Auseinandersetzung mit aktuellen unionsrechtlichen Entwicklungen, nämlich der Richtlinie (EU) 2024/1712, mit der die Ausbeutung durch Leihmutterschaft in den Katalog der Straftatbestände des Menschenhandels aufgenommen wurde. Abschließende Stellungnahmen der UN-Sonderberichterstatterin zu Gewalt gegen Frauen und der von der deutschen Bundesregierung eingerichteten Kommission zur reproduktiven Selbstbestimmung und Fortpflanzungsmedizin zeigen die rechtliche und gesellschaftliche Tragweite dieses Themas auf.Surrogacy has existed for centuries but has especially gained increasing significance in recent years due to major advances in reproductive medicine. Surrogacy means that a woman (the surrogate mother) agrees to carry a child for other parents and to relinquish it to them after birth – in other words, she ‘lends’ her womb. In Austria, surrogacy is strictly prohibited by the FMedG. This thesis subjects the Austrian ban on surrogacy to a fundamental rights analysis and examines whether it is compatible with Article 8 of the ECHR – right to respect for private and family life, Article 12 – right to marry and found a family, and Article 14 of the ECHR – prohibition of discrimination. It discusses whether the welfare of the child, human dignity and protection against exploitation are legitimate aims that justify the ban. The analysis includes relevant jurisprudence of the European Court of Human Rights and of the Austrian constitutional court. In addition, a legal comparison with the United Kingdom and Ukraine is made to highlight different approaches to regulating surrogacy and to discuss their differences. Also, there is an examination of recent developments in EU law, in particular Directive (EU) 2024/1712, which recognises exploitation through surrogacy as a form of human trafficking. Finally, concluding statements by the UN Special Rapporteur on violence against women and the Commission on Reproductive Self-Determination and Reproductive Medicine established by the German Government highlight the legal and social implications of this issue.eingereicht von Alexandra Marie HerbsthoferDiplomarbeit Universität Graz 202