Hamburger Journal für Kulturanthropologie (HJK)
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Ein Dorf, sein Schützenverein – unsere Geschlechterrollen? Über die Konstruktion von Geschlechterrollen innerhalb einer Gemeinschaft
Mit einer kulturwissenschaftlichen Perspektive hebt der Aufsatz binäre Geschlechterrollen, Vorstellungen von ›Weiblichkeit‹ sowie geschlechterspezifische kodierte Sanktionen innerhalb eines Schützenvereins hervor. Auch zeigt die Empirie wie die Akteur:innen eine Geschlechterperformativität betonen und wie diese mit Vorstellungen von Gemeinschaft zusammenwirken.With a cultural anthropological perspective, the essay highlights binary gender roles, notions of ›femininity‹, and sexually charged sanctions within a shooting club. The empirical material also shows how the actors emphasize a performance of gender and how this interacts within the social community
Die Darstellung homosexueller Männer in der Datingshow ›Prince Charming‹
Mit ›Prince Charming‹ stehen zum ersten Mal homosexuelle Männer im Fokus einer Datingshow in Deutschland und erfahren auf diese Weise mehr Sichtbarkeit in der Gesellschaft. Diese Arbeit untersucht, wie die Community dies online bewertet und welche Kritik an der Serie angebracht wird.The reality show ›Prince Charming‹ is the first show where homosexual men have been the focus of a dating show in Germany and have thus gained more visibility in society. This paper examines how the community views this and what criticism is leveled at the series via online forums
Geschlechterdarstellungen in Grundschulbüchern
Schulbücher gelten als die wichtigsten Medien im Rahmen der Schulbildung für Kinder und Jugendliche. Sie bilden spezifische Wirklichkeiten ab. Wie sehen diese Realitäten aber eigentlich aus und wie werden sie dargestellt? Dieser Beitrag setzt sich mit der Veranschaulichung von Geschlechtern in Grundschulbüchern auseinander.School books are among the most important media in school education. They supposedly specific realities. But how do these look like and how are they represented? This paper deals with the depiction of genders in primary school books
›Your queerness is not the same‹. Intersektionale Normalisierungen und Diskriminierungen in lsbt* Kontexten in Bremen
Personen, die Normen nicht erfüllen oder sich Kategorien widersetzen, erfahren auch in lsbt* Räumen Diskriminierungen. Gemeinsam mit sechs queeren BPoC untersuche ich, wie rassistische, klassistische, sexistische, Körper- und cis-heterosexuelle Normen in Verständnisse von lsbt* eingeschrieben sind.People who do not fulfil norms or resist categorisations experience discriminations in lgbt* spaces. Together with six queer BPoC activists I examine how racist, classist, sexist, body, and cis-heterosexual norms are inscribed into dominant understandings of lgbt*. We close with recommendations
Woof! Sexualität, Geschlecht und Fetisch in der Pup-Play-Community
Mit Hilfe von empirischem Material stellt dieser Beitrag die Pup-Play-Community vor, deren Mitglieder sich selbst als Rollenspieler:innen begreifen und deren Praktiken auch Parallelen zu BDSM (= Bondage & Discipline, Dominance & Submission, Sadism & Masochism) und anderen Fetischen, also erotischen und/oder sexuellen Vorlieben, aufweisen. Dabei wird ein (kultur-)wissenschaftliches Forschungsdefizit identifiziert und gleichzeitig aufgezeigt, welche Herausforderungen und Chancen ethnografische Forschungen zu und mit Fetischen bieten.The article deals with a rather new and unresearched phenomenon called pup play. Sharing similarities with kinks like a preference for rubber, leather or BDSM, pup play sees itself as part of the broader fetish-spectrum, although it’s not inherently sexual. I present some key aspects of my own research with and within the German pup play community. Since there hasn’t been done a lot of research yet, I argue to take different aspects of kinks and affiliated practices into consideration for further academic research
Das Selfie zwischen Kontrolle und Befreiung
Im Beitrag wird der Netzfeminismus historisch eingeordnet sowie bildstrategisch besprochen. Das Selfie, im Zusammenhang mit der reglementierten Social-Media-Plattform Instagram, wird dabei als Verstärker stereotypischer Inszenierungen und als Ort der Neuverhandlung von Körperdiskursen besprochen.In the article, net feminism is historically contextualised and discussed under the aspect of image strategy. The selfie is discussed in the context of the regulated social media platform Instagram as an amplifier of stereotypical stagings and as a site for the renegotiation of body discourses
Using Assemblage Theory in Policy Anthropology. Assemblages as Claims on Scientists and Readership
Dieser Beitrag zeigt im Rahmen der Policy Anthropology und seiner Forschungsfrage nach der Handlungsfähigkeit der Mitarbeiter*innen in Kulturverwaltungen, wie die ethnographische Forschung durch die Debatte um die Assemblage Theorie bereichert werden kann. Damit stößt er auf ein kritisches Argument gegenüber der dominanten Rezeption der Assemblage-Theorie wie dem Konzept des Essentialismus und des Begehrens.Located within the framework of policy anthropology and its research question about the agency of staff members in cultural administration offices, this article shows how ethnographic research can be enriched by the debate around assemblage theory. In doing so, it encounters a critical argument against the dominant reception of assemblage theory such as the concept of essentialism and desire
Abtreibung in Deutschland als kulturelle Praxis – erste Zugänge
In diesem Beitrag stelle ich meine ersten Berührungspunkte mit dem Feld ›Abtreibungen‹ in Deutschland vor. Neben der kulturanthropologischen Forschung und gesellschaftlichen Relevanz des Themas werden potenzielle Forschungsfragen im Rahmen meiner Masterthesis und weitere Schritte präsentiert.This paper introduces my first points of contact with the research field of abortions in Germany. In addition to the cultural anthropological research and social relevance of the topic, initial research questions in context of my master\u27s thesis and further steps are presented
Dialoge über Sexualitäten, Körper und Geschlechter
In diesem Beitrag reflektiert Kim Chanel Winterhalter (sie/ihr) die Fachlogiken und Arbeitsweisen der Empirischen Kulturwissenschaft, vor allem im Kontext ihrer biografischen Studienerfahrungen an der Universität Hamburg. Sie konzentriert sich dabei auf die Forschungsfelder um die und -zugänge zu den Themen Körper, Sexualitäten und Geschlechter.In this paper Kim Chanel Winterhalter (she/her) reflects on the methods and research logics of Cultural Anthropology. She does this while talking about her experiences studying at the University of Hamburg and concentrates on the research topics bodies, sexualities and gender and their specific research methods
Feministische Wissenschaftskritik und die Notwendigkeit von Allianzen im Forschungsalltag – ein Kommentar
In diesem Kommentar beschäftigen wir uns mit den aktuellen Bedingungen universitärer Wis-sensproduktion und diskutieren am Beispiel des Studios ›Soziale Ungleichheiten/Diversität‹ am Hamburger Institut für Empirische Kulturwissenschaft, welche Rolle Räume zum kollaborativen Denken und Forschen haben können.In this commentary we are dealing with the current conditions of university knowledge produc-tion and discuss the role of collaborative research, using the example of the Studio on ›Social Inequalities/Diversity‹ at the Institute for Anthropological Studies in Culture and History in Hamburg