Ethnoscripts
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    Hide and Seek a Share: The Ethics of Sharing between Presence and Distance

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    Hiding and sharing things can go together. Haiǁom and other San hunter-gatherers in southern Africa are considered to be a group in which there is a lot of sharing. At the same time, hiding what could be shared is not rare. The ethnographic situation that I explore in this contribution is that of hiding tobacco and other consumables. What happens when Haiǁom divide their tobacco into two pouches, one for sharing with others and one that is kept hidden? I argue that creating presence but also maintaining a degree of distance characterise Haiǁom sharing practices and their way of dealing with numerous sharing demands in everyday interaction. At a comparative theoretical level, I argue that safeguarding minimal interpersonal distance is part of habitualising a performative ethical sense of how to share. In this context, trying to store things is not necessarily considered unethical as long as those who do still continue to be appropriately responsive to the demands made. What is at stake is the learnt judgement of when demands need to be fulfilled and when other responses are in order

    Sharing Your Hand: Unhelpful Help and the Ethics of Sharing in Mbuke, Papua New Guinea

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    In anthropological literature on gift exchange, Melanesia plays a major role since it is characterised by elaborate ceremonial exchange and reciprocity across the region. However, sharing is also widely found in Melanesia. In presentations of ethnographers, sharing has often been overshadowed by reciprocal exchange, but as described in this article, it is an integral part of the everyday in Melanesia. Not only is sharing part of solidarity among close kin but, as the case of boat building discussed in the article illustrates, it is also a mode of transfer with integrative force beyond kinship. I argue that sharing is particularly relevant in many contemporary settings such as the Mbuke Islands in Papua New Guinea that are characterised by work migration and an increasing dependency on the cash economy. These ongoing changes contribute to an increasingly uneven access to important resources. This, I argue, causes sharing to grow in scope and importance since it helps to even out growing inequalities. This is remarkable as the increasing influence of money has in other cases been considered as necessarily threatening sharing arrangements. In Mbuke it is the other way around: sharing is on the increase not despite growing monetarisation but, rather, because of it

    Afghanistaneinsatz während der Mission Resolute Support: Erfahrungen aus der Perspektive eines Soldaten

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    Die Rückkehr der letzten deutschen Soldaten von der Resolute Support-Mission in Afghanistan im vergangenen Juni 2021 blieb in der Öffentlichkeit so weitgehend unbemerkt, wie in den vergangenen Jahren das Thema Afghanistan selbst unbeachtet geblieben war. Erst als Kabul fiel, verwandelte sich das jahrzehntelange freundliche Desinteresse in eine breite Diskussion über das deutsche (militärische) Engagement in Afghanistan. Während scheinbar jede:r, Politiker:innen und Medien eingeschlossen, vom schnellen Vormarsch der Taliban verblüfft war, waren meine Kamerad:innen und ich es nicht – unabhängig davon, welchen Rang wir innehatten oder wann wir in Afghanistan gedient hatten

    Landkrieg. Boden, Zusätze und Leid in Afghanistan

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    In diesem Artikel lenke ich die Aufmerksamkeit darauf, inwiefern der afghanische Erdboden und das, was aus ihm genommen und ihm zugesetzt wird, mit gegenwärtiger Gewalt im Land zu tun hat. Ich betrachte, wo und wie der Erdboden in Modernisierungskonzepten des 20. Jahrhunderts vorkam; wie Ackerdüngung und Sprengsätze zusammenhängen; und wie sich all das heute in physischem und sozialem Leiden niederschlägt. Zunächst schaue ich agrikulturelle Praktiken näher an, die synthetische und stickstoffhaltige Düngermittel beinhalten, und schlage dann eine Verbindung zur gegenwärtigen Verbreitung von militärtechnischen Landminen und behelfsmäßigen Sprengvorrichtungen. Anschließend lege ich dar, dass der afghanische Erdboden heute eine unvorhersehbare Ausweitung von Konfliktgeschehen und körperlicher Versehrung bedeutet. Indem ich Zusätze als eine begriffliche Brille zuhilfe nehme, mit der ich die genannten Aspekte betrachte, mache ich sichtbar, wie neuartige in den Boden eingebrachte Stoffe und Gegenstände sowohl zur Quelle von Bodenkontamination werden konnten als auch zur Ursache von verstümmelten Menschen – die dann wiederum prothetischer Hilfsmittel bedürfen

    Beziehungen statt Staaten sehen: Afghanistan aus inter-asiatischer Perspektive

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    Forschende aus den Geistes- und Sozialwissenschaften haben in den letzten Jahren versucht, Afghanistan mithilfe eines inter-asiatischen Ansatzes zu fassen. Das bedeutet, dass die Aufmerksamkeit weniger isolierten Studien über einzelne Sub-Regionen galt, und stattdessen inter-asiatische Verbindungen, zirkuläre Bewegungen und Vergleiche in den Blick genommen wurden – innerhalb, zwischen und jenseits von asiatischen Kontexten. Solche Ansätze ermöglichen eine interdisziplinäre Asienforschung und stellen die bisher als gegeben angenommenen Grenzen von Nationalstaaten, Kulturräumen und großen aggregierten Gesellschaften in Frage – und auch die Tendenz, Asien mit ‚dem Westen‘ zu vergleichen. Nach dem Rückzug der NATO-Truppen aus Afghanistan 2021 und der erneuten Machtübernahme der Taliban bietet es sich an, die Bedeutung von inter-asiatischen Ansätzen für Afghanistan-Analysen kritisch zu betrachten. Etwa Historiker:innen erkennen zunehmend, dass sich in Afghanistan inter-asiatische kulturelle, politische und ökonomische Dynamiken überschneiden, dem Land aber weiterhin nur eine marginale Bedeutung für die Welt und Asien zugeschrieben wird. Dieser Beitrag baut auf inter-asiatischen Forschungsbeiträgen auf und betont die Bedeutung verschiedener Netzwerke hochmobiler Afghan:innen: Für die Verbindung des Landes zu anderen Regionen, und für die Vermittlung und Rückwirkung politischer Entwicklungen von anderswo auf Afghanistan

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    Fotografiegestütztes Bezeugen und Nachdenken über Gewalt: „Wir essen kein Obst, weil unser Garten verbrannt wurde“

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    Zwei Wochen vor dem vollständigen Rückzug der US-amerikanischen und NATO-Truppen am 30. August 2021 nahmen die Taliban Kabul ein. Viele Medien lieferten Bilder von Chaos und Unbeständigkeit, vor allem vom Flughafen in Kabul. Begründet wurden diese Zustände damit, dass die von den USA ausgebildeten afghanischen Soldaten daran gescheitert seien, ihr Volk zu beschützen, und außerdem mit einer zu schwachen Regierung. Kaum erwähnt wurde dagegen, wie Frauen familiäre und gemeinschaftliche Netzwerke im Alltag funktionsfähig erhielten – ein Thema, an dem ich bereits 2008 und 2009 in Afghanistan geforscht hatte. Um die Überlebensstrategien afghanischer Frauen zu würdigen, konzentriere ich mich in diesem Beitrag auf fotografiegestütztes Dokumentieren und Bezeugen: Eine Herangehensweise, die anerkennt, dass die Vergangenheit in der Gegenwart lebendig bleibt und kollektiv durch Fotografien erinnert wird. Fotografien sprechen eine ganz eigene Sprache, die dazu auffordert, sich alternative Seinsumstände vorzustellen. Wenn man Fotos wie jene, die Afghanistans jüngere Geschichte dokumentieren, schichtweise deutet, wird zuvor verborgene oder verschleierte Gewalt sichtbar. Dann nehmen Fotos die Betrachtenden in die Pflicht zur kritischen Reflexion

    Bindungen, Brüche, schwankende Identitäten: Konfliktnarrative der afghanisch-schweizerischen Diaspora

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    Dieser Beitrag thematisiert, warum und wie jahrzehntelange Konflikte Afghan:innen entwurzelt haben und zeigt insbesondere auf, wie unterschiedliche und doch ähnliche Kriegserfahrungen durch Afghan:innen in Diaspora-Kontexten interpretiert werden – und fortlaufend weiter in ihnen wirken. Um diese Fragen zu beleuchten, stütze ich mich auf biografische Erzählungen afghanischer Geflüchteter, die zwischen 1978 und 2015 in die Schweiz kamen. Ich werfe dabei erzählerische Schlaglichter auf die besonderen Verwicklungen in Krieg und Kriegserzählungen von drei Menschen. Der Artikel beschreibt, warum diese drei Personen aus Afghanistan weggegangen sind und zeigt auf, welche Brüche und/oder welche aktive Beteiligung an Konflikten Auslöser für den Weg von Afghan:innen nach Europa sein können. Die gesammelten Geschichten erhellen darüber hinaus Fragen wie etwa: Wie verstehen ganz normale Afghan:innen das Konzept des Dschihad? Was sind für sie Gründe, aus denen es sich zu kämpfen lohnt? Wie erleben sie die volksgruppenbezogenen Dimensionen und die Auslandsbezüge von afghanischen Konflikten? Und inwieweit wirken sich stillschweigend weitergegebene Konflikterinnerungen auf die jüngere Diaspora-Generation aus

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    A Stay in Afghanistan during Resolute Support: Recent On-the-Ground Experiences. A soldier’s perspective

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    The return in late June 2021 of the last German soldiers from the Resolute Support Mission to Afghanistan remained as unnoticed by the German media as the topic Afghanistan itself during the last years. Only when Kabul fell to the Taliban did the decades-long friendly disinterest turn into a broad public discussion of German (military) efforts in Afghanistan. Though seemingly everyone, including politicians and the media, was stunned by the Taliban’s swift progress, my comrades who had served in Afghanistan were not, no matter what rank they carried or when they had been posted there

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