Biologie in unserer Zeit (BiuZ - E-Journal)
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    Auf parlamentarischem Parkett: Künstliche Intelligenz und Biowissenschaften

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    Das Kuratorium des Vereins „Baum des Jahres e. V.“ hatte als Nachfolger für die Moorbirke die Mehlbeere (Sorbus aria) zum Baum des Jahres 2024 gewählt. Nach Speierling (1994), Vogelbeere (1997) und Elsbeere (2011) war die Mehlbeere letztes Jahr die vierte heimische Sorbus-Art, die zum Baum des Jahres gewählt wurde

    Biologie in unserer Zeit 1/25

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    Manipulation of host behaviour by parasites:

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    Der Lanzettegel Dicrocoelium dendriticum nutzt Pflanzenfresser als Endwirte, während Schnecken und Ameisen als Zwischenwirte fungieren. Den Wirtswechsel von der Ameise zum Herbivoren erreichen die genetisch identischen Parasitenlarven innerhalb einer Ameise durch eine Arbeitsteilung: Eine Larve invadiert das Gehirn der Ameise und zwingt ihren Wirt dazu, sich während der kühlen Nachtstunden an Pflanzen zu exponieren. Dieser „Hirnwurm“ kann sich im Endwirt, der die infizierte Ameise mit dem Futter aufgenommen hat, nicht weiterentwickeln. Hingegen erreichen die Klongeschwister aus dem Hinterleib der Ameise in der Leber des herbivoren Endwirts die Geschlechtsreife. Die „Aufopferung“ des Hirnwurms erklärt sich durch Verwandtenselektion (kin selection). Die induzierte Verhaltensänderung erfordert bislang unbekannte Mechanismen der Kommunikation innerhalb des Parasitenklons und mit dem Wirt. Der komplexe Lebenszyklus des Lanzettegels ist an Trockenrasenbiotope gebunden, die wegen ihrer Artenvielfalt schutzwürdig sind. Die Erhaltung solcher Biotope könnte auch den Lanzettegel vor dem Aussterben bewahren.The lancet fluke Dicrocoelium dendriticum uses herbivores as final hosts, while snails and ants act as intermediate hosts. The genetically identical parasite larvae within an ant achieve the host change from ant to herbivore through a division of labour: A larva that does not develop further invades the brain of the ant and forces its host to expose itself on plants during the cool night hours. If an infected ant is accidentally eaten by a herbivore, the clone siblings in the abdomen of the ant invade the liver of its definitive host, the herbivore, and reach sexual maturity. The sacrifice of the brainworm is explained by kin selection. The induced behavioural change requires still unknown mechanisms of communication within the parasite clone and with the host. The complex life cycle of the lancet fluke is linked to dry grassland biotopes, which are worth protecting for their biodiversity. Preserving such habitats could also save the lancet fluke from extinction

    Im nächsten Heft

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    Biologische Datenbanken in Gefahr

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    Distelfalter kennen keine Winterruhe, sondern folgen den jahreszeitlichen Schwankungen des Sonnenstands. Sie pendeln von Süden nach Norden und zurück, im Extremfall zwischen Zentralafrika und Skandinavien. An diesem jährlichen Zugzyklus sind bis zu zehn Generationen beteiligt

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    Millionen Menschen in aller Welt, die durch seine großartige Entdeckung gerettet worden sind, bedauern seinen Tod, würdigte der BBC-Nachrichtensprecher den Bakteriologen Alexander Fleming. Der Nutzen, den er der Menschheit gebracht habe, sei unschätzbar

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    Magazin 3/202

    What does “extinct” mean with regard to a species?

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    Die globale Rote Liste der IUCN (IUCN Red List) definiert Aussterben global: Kein lebendes Individuum einer Art ist nach gründlichen Untersuchungen, die in der Dauer mindestens dem Lebenszyklus der Art entspricht, im Verbreitungsgebiet nachweisbar, was ein irreversibles Ereignis ist. Die Roten Listen Deutschlands definieren „ausgestorben oder verschollen“ als das Verschwinden einer Art im Bezugsraum Deutschland (in den aktuellen politischen Grenzen). Die Definitionen führen zu unterschiedlichen Ergebnissen: Nach der IUCN sind in Deutschland nur vier Wirbeltierarten ausgestorben, nach der Roten Liste 32 Arten. Beispiele wie die Bayerische Kleinwühlmaus zeigen, dass „Aussterben“ oft schwer nachzuweisen ist. Die Definition der Kategorie „ausgestorben“ sollte klar zwischen globalem und lokalem Verschwinden unterscheiden, um Ressourcen für gezielte Schutzmaßnahmen sinnvoll einzusetzen.The global IUCN Red List defines extinction globally as follows: No living individual of a species is detected within its distribution range after thorough surveys, which correspond in length at least to the species’ life cycle, which is an irreversible event. Germany’s Red Lists define “extinct” or “missing” as the disappearance of a species within the reference area of Germany (within current political borders). These definitions lead to divergent results: According to IUCN only four vertebrate species are extinct in Germany, while the German Red List reports 32. Cases like the Bavarian pine vole illustrate that “extinction” is often difficult to prove. The definition of the category “extinct” should clearly differentiate between global and local disappearance to invest resources sensibly for targeted protective measures

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