Biologie in unserer Zeit (BiuZ - E-Journal)
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Es gibt nur noch zwei nördliche Breitmaulnashörner auf der Welt, beide sind weiblich. Kann man diese Tiere noch vor dem Aussterben retten? Zusammen mit internationalen Partnern aus Wissenschaft, Artenschutz und Wirtschaft will das BioRescue-Konsortium durch die Entwicklung fortschrittlicher Methoden der assistierten Reproduktion (aART) und Stammzell-assoziierter Techniken (SCAT) das scheinbar Unmögliche möglich machen
Dinosaurier im Zoo Leipzig
Dieses Jahr werden im Zoo Leipzig 20 lebensgroße Dinosaurierexponate gezeigt. Die in Deutschland einzigartige Ausstellung ist von Don Lessem kuratiert, der für die Jurassic-Park-Filmreihe als Berater für Steven Spielberg tätig war. Im Zoo Leipzig übernahmen Biologiedidaktiker aus Frankfurt in enger Zusammenarbeit mit der Zooschule die didaktische Aufbereitung der komplexen Thematik. Ein Ziel der Ausstellung ist es, Bezüge zu rezenten und im Zoo gepflegten Tierarten herzustellen, um so allgemeinbiologisch relevante Themen zu vermitteln
Invasive tropische Landplanarie Obama nungara in Deutschland: Verhalten und Beutespektrum
Die aus Argentinien und anderen Regionen Südamerikas stammende, seit 2008 wiederholt über Blumenerde importierte, u. a. in Frankreich vorkommende räuberische Obama nungara konnte erstmals für Deutschland nachgewiesen werden. Ein im April 2021 in Regensburg (Bayern) gefundenes, ca. 4 cm langes Exemplar wurde kultiviert und untersucht. Die Landplanarie meidet stehendes Wasser; sie ernährt sich von kleinen Regenwürmern und Gehäuseschnecken. Einheimische Süßwasserplanarien werden von O. nungara gejagt und verschlungen, Mückenlarven und Kellerasseln hingegen ignoriert. Ob es zu einer Bioinvasion kommen wird, ist derzeit noch unbekannt
Waldschutz versus Artenschutz
Das Buch informiert über den Zustand und die Bedeutung des Waldes in Deutschland. In 30 Kapiteln betont es die Bedeutung des Waldes für den Klimaschutz und zur Bewahrung der Biodiversität. Die Autoren sind Gründer oder leitende Personen deutscher Nationalparks oder Führungskräfte von Naturschutzorganisationen, aber auch Leiter von Forstbehörden, Wissenschaftler und Juristen
The carbon cycle in the era of global change and the contribution of biomass to the sustainability goals:
Biologische Prozesse sind die wesentlichen Triebkräfte im globalen C-Kreislauf. Das Ausmaß der anthropogenen CO2-Freisetzung ist nicht tolerabel und gefährdet die Biosphäre. Die steigende CO2-Konzentration der Atmosphäre ist Ausdruck des Akkumulationseffekts seit Beginn der Industrialisierung und muss gestoppt werden. Die Steigerung derPhotosynthese durch die erhöhte CO2-Konzentration in der Atmosphäre könnte einen größeren Beitrag zur Bindung des zusätzlichen CO2 leisten, wenn nicht andere Wachstumsfaktoren, insbesondere die N- und P-Verfügbarkeit, das Wachstum begrenzten. Düngung könnte helfen, diese Limitierung zu überwinden. Allerdings würde dies die natürlichen Biome stören, die Bodenzusammensetzung ändern, vielfach zu Verlusten an Biodiversität führen und vermehrt andere klimaschädliche Gase wie CH4 und N2O freisetzen. Deshalb ist ein solcher Ansatz nur sehr eingeschränkt anwendbar und keine globale Lösung. Weltweite Aufforstung kann einen wichtigen Beitrag zur CO2-Reduktion leisten. Allerdings wird die Kapazität dieser Maßnahme in manchen Modellen überschätzt. Die Konsequenzen insbesondere für die Landnutzung, den Erhalt natürlicher Biome, die Kosten für Nahrungsmittel und sozio-ökonomische Traditionen sind zu bedenken. Die Reduktion der CO2-Emission durch weniger Verbrennung muss hohe Priorität erhalten. Daneben müssen die technische Entwicklung und ökonomische Umsetzung „negativer Emissionstechnologien“ einen Beitrag leisten. Die Entscheidungen im Kontext des Klimawandels müssen in den Gesamtrahmen weiterer Nachhaltigkeitsziele wie die Überwindung der Armut und der Zugang zu bezahlbarer und gesunder Nahrung eingebettet sein.Biological processes represent the major driving forces in the global carbon (C) cycle. The extent of anthropogenic CO2 release threatens our future and is not tolerable. The increase in atmospheric CO2 reflects the cumulative effect of human activities over more than a century and must be stopped. The contribution of photosynthesis to the binding of excess CO2 could be increased if other limitations such as limited N- and P-availability were overcome. The productivity of various types of vegetation increases upon application of fertilizers. However, N-fertilization jeopardizes natural biomes, alters the rhizosphere, decreases the biodiversity and stimulates the release of potent greenhouse gases such as CH4 and N2O. Therefore, fertilization must be restricted and fails as global solution to increase CO2 binding in biomass in context of climate action. Worldwide afforestation appears a powerful action. However, its capacity to reduce CO2 is sometimes overestimated. The consequences of afforestation on land use change, conservation of natural biomes, crop food prices and socio-economic traditions need to be considered. High priority must be given to the reduction of CO2 emission by combustion. In addition, there is urgent need to technically develop and economically implement negative emission technologies. Decisions in context of climate actions must be placed in the framework of all sustainable development goals including no poverty and no hunger
Politik und Gesellschaft
Ein besonderer Tag im Labor: Politik an der Genschere / Ulrike Mittmann, Heike Ziegler und Wolfgang Nellen
Wie ich auszog, mehr Wissenschaft in die Politik zu bringen / Dr. Dorothea Kaufmann
Wandel durch Corona / Margarete Radermacher
Perspektiven digital / Sebastian Neufeld
The subdivision of species into races: Again and again misunderstood
Würden sich alle Individuen einer Art rein zufällig miteinander paaren, so gäbe es innerhalb der Art keine genetisch verschiedenen Subgruppen, weil jedes Allel eines Gens gleichmäßig über das geografische Verbreitungsgebiet der Art verteilt wäre. Dies ist jedoch bei den meisten Tierarten nicht der Fall. Rassen sind durch Absonderung von Teilgruppen aus der Stammgruppe entstanden und unterscheiden sich daher in den meisten Genen kaum voneinander. Sie weichen nur in wenigen Rasse-charakterisierenden Merkmalen voneinander ab, die als Folge der selektiven Aussonderung in geografischer Distanz entstanden sind. Aus diesen Merkmalen kann die geografische Herkunft der Angehörigen einer Rasse hergeleitet werden. Die Rasse unterscheidenden Merkmale sind also nicht subjektiv oder gar willkürlich ausgewählt, sondern es sind Adaptionen an die unterschiedlichen Lebensverhältnisse in unterschiedlichen geografischen Regionen. An der Kombination mehrerer solcher Merkmale sind Rassen zu erkennen und gegeneinander abzugrenzen. Da die Individuen verschiedener Rassen sich miteinander reproduzieren können, sind Rassen auf die Dauer nicht stabil und verschwinden allmählich, wenn sie die geografischen Grenzen überschreiten und in das Areal anderer Rassen einwandern. Beim Menschen ist der Rassebegriff umstritten, weil die Rassenunterschiede gering sind und als Folge der Globalisierung verschwinden. Populationsgenetische Untersuchungen haben aber ergeben, dass Menschen unterschiedlicher geografischer Herkunft auch heute noch Merkmalsgemeinsamkeiten haben, die eine Gruppenzuordnung möglich machen. Für die humanmedizinische Forschung und die Patientenbehandlung ist es wichtig, die unterschiedlichen genetisch fundierten Risikofaktoren in der Anfälligkeit für bestimmte Krankheiten zu berücksichtigen und Menschen mit unterschiedlicher geografischer Herkunft zu unterscheiden. Alle Kriterien, die zoologische Rassen definieren, sind auch auf menschliche Rassen anwendbar, so dass eine Zurückweisung des Rassebegriffs beim Menschen auch viele Tierarten mit einbeziehen müsste.If all individuals of a species would mate with one another purely by chance, there would be no genetically different subgroups within the species, because each allele of a gene would be evenly distributed over the geographical distribution area of the species. However, this is not the case with most animal species. Races originated by separating subgroups from the core group and therefore hardly differ from each other in most genes. They differ from each other only in a few race-characterizing features that arose as a result of the selective separation in geographical distance. The geographic ancestry of the members of a race can be traced from these characteristics. The race-distinguishing features are therefore not chosen subjectively or even arbitrarily, but are adaptations to the different environmental conditions in different geographical regions. Races can be recognized by the combination of such characteristics and differentiated from one another. Since the individuals of different races can reproduce with each other, races are not stable in the long run and gradually disappear when they cross the geographical boundaries and migrate into the area of other races. The concept of race is controversial in humans because race differences are small and disappear as a result of globalization. However, population genetic studies have shown that people of different geographical origins still have features in common that make group recognition possible. For human medicine research and patient treatment, it is important to take into account the different genetically based risk factors in the susceptibility to certain diseases and to differentiate between people with different geographical origins. All criteria that define zoological races can also be applied to human races, so that rejecting the concept of race in humans would also have to include many animal species