Biologie in unserer Zeit (BiuZ - E-Journal)
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Synergistisch wirkende Isolationsmechanismen bei der Artbildung
Damit Arten entstehen können, muss sich eine Fortpfanzungsbarriere zwischen verschiedenen Populationen einer Ausgangsart aufbauen. An Petunien konnte jetzt gezeigt werden, dass sich dabei Mechanismen, die vor der Bildung einer Zygote wirken, und Mechanismen, die nach der Befruchtung wirken, gegenseitig verstärken können
Wie sich Vogelspermien bei der Fixierung verändern
Um Vogelspermien für spätere Untersuchungen zu konservieren, werden sie meist in Formalin oder Ethanol fxiert. Welchen Einfuss dies auf die Beschaffenheit der Spermien hat, wurde nun am Naturhistorischen Museum der Universität Oslo untersucht
Multitasking in the ancestral epitheliomuscular cell:
Epithelien sind tierspezifsche Erfndungen. Sie grenzen bei den Eumetazoen (= echte Gewebetiere) seit mindestens 600 Millionen Jahren Gewebe und Organe durch einen fest verankerten Gewebeverband nach außen oder innen hin ab. Wegen der gegenseitigen Adhäsion der Epithelzellen und ihrer Verankerung in der basal liegenden, selbst sezernierten, elastischen extrazellulären Matrix (Basalmembran) ändert sich die Gewebeform, sobald einzelne Epithelzellen ihre Form ändern. Hierbei spielt das kortikale Aktin- Cytoskelett, ein Netz aus Aktinfasern und vernetzenden Proteinen direkt unterhalb der Zellmembran, die entscheidende Rolle. Es erlaubt fexible und dynamische Formveränderungen z. B. während der Embryonalentwicklung, bei Regenerationsvorgängen oder während der adulten Morphogenese. Bei Nesseltieren (Cnidaria) übernehmen Epithelzellen als Epithelmuskelzellen zusätzlich die Funktion einer Muskulatur. Wie die beiden Funktionen innerhalb der Epithelmuskelzelle der Nesseltiergattung Hydra kontrolliert werden, ist ein schönes Beispiel für subzelluläre Kompartimentierung von Signalwegen.For us, it seems natural that motility is brought about by specialized muscle cells in the body of multicellular animals. Studies in extant members of the evolutionary ancestral taxon Cnidaria, however, suggest a different scenario during early evolution with multifunctional epitheliomuscular cells of the body surface combining both the function of an epithelial cell as well as that one of a muscular cell. Within the single-cell layered ecto- and endodermal epithelia of the freshwater polyp Hydra, contractile, basally-running elongations (myonemes) of epitheliomuscular cells ensure body movement. And like “true” muscles these cells use actomyosin flaments (myonemes) for contraction. Additionally, epitheliomuscular cells control morphogenesis when e. g. tentacles sprout from the body column as isolated structures. In this case, actomyosin interactions take place within the cell cortex thus changing the shape of the tissue locally due to changes in the shape of single epitheliomuscular cells. Cell and tissue shape changes depend on the activation of actomyosin interactions within the cortical actin cytoskeleton which is located right below the cell membrane. The double function of actomyosin in body movement and morphogenesis is controlled separately – via the compartmentalization of signaling systems inducing dynamic actomyosin-II interactions either in myonemes or in the cell cortex
Invasive neophytes in Germany:
Unter den absichtlich eingeführten gebietsfremden Pflanzen befinden sich drei sehr auffällige invasive Pflanzen, die in den letzten 15 bis 20 Jahren große Flächen besetzt haben. Dieses sind die „Bauernorchidee“ Impatiens glandulifera und die Herkulesstaude (Heracleum mantegazzianum), die einst als Bienenpflanzen angesalbt wurden, sowie zwei Knöterich-Arten: der Japanknöterich und der Sacchalinknöterich (Fallopia spec.). Von diesen beiden Knötericharten, die aus sehr unterschiedlichen Habitaten stammen, gibt es bereits Hybridpflanzen, die sich in ihrer neuen Heimat noch besser verbreiten als die Elternpflanzen. Impatiens und die Fallopia-Arten wachsen bevorzugt auf so genannten gestörten Flächen, also vom Menschen durch Wegebau, Kanalbauund Erdbewegungen jeder Art gerodeten Flächen, und sind daher für die sekundäre Sukzession wichtige Wegbereiter. Die Herkulesstaude ist wegen ihrer photosensibilisierenden Inhaltsstoffe, die schwerwiegende Hautentzündungen hervorrufen können, gefährlich und sollte in der Nähe von Schulen, Kindergärten und Spielplätzen nicht geduldet werden. Andererseits ist sie mit ihren riesigen zigtausend Blüten enthaltenden Dolden eine zusätzliche Nahrungsquelle für Bienen und andere Insekten. Die Sinnhaftigkeit der Bekämpfung von Neophyten sollte in jedem Einzelfall geprüft werden.Among the intentionally introduced alien plants there are three very conspicuous invasive species that have occupied large areas for the last 15 to 20 years. These are the Himalayan Balsam (Impatiens glandulifera) and the giant hogweed (Heracleum mantegazzianum), which were once planted into nature as bee plants, as well as two knotweed species: (Fallopia japonica and F. sacchalinensis). These knotweed species – originating from very different habitats – have already developed hybrid plants that spread even better in their new environment than their parent plants. Impatiens and the Fallopia species prefer growing on so-called disturbed areas – areas cleared by humans for road building, canal construction and earthmoving of all kinds. That is why they are important pioneer plants in secondary succession. Hogweed is dangerous because of its photosensitizing ingredients and therefore, it should not be tolerated close to schools, kindergartens and playgrounds. Contact with the plant can cause severe skin inflammation. On the other hand, these umbellifers – with their huge umbels containing tens of thousands of flowers – are an additional source of food for honey bees and other insects. The usefulness of removing neophytes should be examined in each individual case
Genomeditierung von Pflanzen im internationalen und rechtlichen Kontext
Das Urteil des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) vom Juli 2018 und die damit verbundenen Auflagen für die Zulassung Genom-editierter Pflanzen machen die Nutzung entsprechender Verfahren für die Pflanzenzüchtung in Europa nahezu unmöglich. Unser Mitglied, die Gesellschaft für Pflanzenbiotechnologie, begleitet diese Entwicklungen mit großer Sorge. Hier stellt sie sich und ihre Arbeit vor