Biologie in unserer Zeit (BiuZ - E-Journal)
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Die Heilpflanze des Jahres 2024 aus tierökologischer Sicht
Der Schwarze Holunder (Sambucus nigra) wurde vom Naturheilverein Theophrastus zur Heilpflanze des Jahres 2024 ausgerufen. Wirkstoffe wie Flavonoide und ätherische Öle, ein hoher Vitamin-C-Gehalt der Früchte sowie Gerb- und Mineralstoffe sind ursächlich für die Verwendung als Heilpflanze. Im folgenden Beitrag soll nicht die heilkräftige Wirkung des Holunders im Vordergrund stehen, sondern seine ökologische Bedeutung
275. Geburtstag von Edward Jenner
Widerstand gegen Impfungen gab es zu allen Zeiten. Die Debatten zur Corona-Impfung sind kein neuzeitliches Phänomen. Schon zu Zeiten als sich der englische Landarzt Edward Jenner mit den Menschenpocken beschäftigte, wetterten Kirchenvertreter „Gottlos!“ und druckten in Zeitungen Spottbilder, auf denen sich Geimpfte in Kühe verwandeln. Erste Impfgegnerorganisationen wurden 1869 in Leipzig und Stuttgart gegründet; in der Weimarer Republik hatte der Reichsverband zur Bekämpfung der Impfung rund 300.000 Mitglieder. Doch die Gegenargumente überwogen: Zwar wurden immer wieder durch mangelnde Hygiene und Unkenntnis Krankheiten auf Geimpfte übertragen; auch allergische Reaktionen sorgten für Tote. Und erst im Verlauf des 19. Jahrhunderts erkannte man, dass gegen Pocken bisweilen nur eine Zweitimpfung zum Ziel führte. Doch am Ende war der Pockenschutzimpfung der durchschlagende Erfolg nicht mehr abzusprechen
Immunabwehr fremder Nukleinsäuren – Thema mit Variationen
Ob DNA oder RNA, das Erbgut von Viren und Mikroorganismen zeigt Infektionen an. Die zellfremden Nukleinsäuren werden von den cGAS (cyclic GMP-AMP-synthase) ähnlichen Mustererkennungsrezeptoren aufgespürt, die dabei enzymatisch aktiv werden und zyklische Nukleotide als sekundäre Botenstoffe bilden. Diese wiederum initiieren Signalketten, die das Alarmsignal in den Zellkern weiterleiten und die angeborene Immunabwehr anschalten. Das Erbe von Bakterien, die mit entsprechenden Komponenten Phagen abwehren, haben Metazoa von Hydra bis zum Menschen für ihre angeborene Immunabwehr adaptiert
Nicht nur Gewächshäuser lassen Vögel früher singen
Untersuchungen zur Auswirkung künstlicher Lichtquellen auf freilebende Tiere beschränken sich meist auf die Straßenbeleuchtung. Dem Licht aus anderen Quellen wie Gewächshäusern und Schiffen wurde bislang allerdings wenig Aufmerksamkeit geschenkt
Stadtleben ist anstrengend
Während manche Wildtiere relativ gut in städtischen Lebensräumen zurechtkommen, stellt die Futtersuche Spezialisten wie größere, insektenfressende Fledermausarten vor Herausforderungen: Um satt zu werden, müssen Individuen des Große Abendseglers (Nyctalus noctula, Abbildung 1) in der Stadt länger als ihre Artgenossen auf dem Land fliegen und fangen dennoch weniger Insekten. Zudem gehen städtische Fledermäuse in der Regel alleine auf die Jagd, während auf dem Land die Artgenossen regelmäßig gemeinsam unterwegs sind