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Einschätzung der Gefahrenzonenplanung aus Sicht der österreichischen Raumentwicklung
Der begrenzte Dauersiedlungsraum, bevölkerungsdynamische Prozesse und der Strukturwandel in der Gesellschaft bewirken einen steigenden Siedlungsdruck. Hinzu kommen Veränderungen im Naturraum, die eine Erhöhung der Naturgefahrenexposition bewirken. Daraus ergibt sich ein Spannungsfeld aus begrenztem sicherem Lebensraum und dem steigenden Bedarf an Nutzfläche für Wohn- und betriebliche Zwecke. Vor allem in den alpin geprägten Bundesländern mit wenig Standortalternativen, ist dies deutlich spürbar. „Im Wesentlichen geht es um den Raumanspruch der Natur gegenüber dem des Menschen“ (Hemis, 2012: 43). Der Beitrag beleuchtet die Gefahrenzonenplanung im Kontext der Raumordnung. Dabei werden die Herausforderungen und Wechselwirkungen zwischen Naturgefahrenmanagement und Siedlungsentwicklung aufgezeigt
Die Sicherung der Finanzstabilität: Eine empirische Analyse von ukrainischen Einlagen in Kriegszeiten.
Diese Arbeit untersucht die Stabilität des Finanzsystems während militärischer Konflikte anhand einer empirischen Analyse von Daten des ukrainischen Bankensektors für den Zeitraum von Januar 2019 bis August 2025. Die Arbeit behandelt drei Forschungsfragen: (1) Welche geeigneten Mittel gibt es zur Sicherung der Finanzstabilität in Zeiten militärischer Konflikte? (2) Welche Bankentypen sind anfälliger für systemische Instabilität? (3) Welche Einlagenarten reagieren am stärksten auf verschiedene Kriegsphasen? Im Rahmen des hypothetisch-deduktiven Ansatzes wurden auf Basis einer systematischen Literaturrecherche zu Bankenregulierungen, Vertrauen in den Finanzmarket und krisenbedingtem Einlegerverhalten sowie Eigenheiten des ukrainischen Bankenmarktes fünf Hypothesen entwickelt. Diese betreffen Stabilitätsunterschiede zwischen Kundentypen, Produkttypen, Auswirkungen von Einlagensicherungssystemen, Bankeigentümerstrukturen sowie negative öffentliche Verbindungen zum Krieg. Die empirische Analyse verwendet- je nach Hypothese und verfügbaren Daten - Bayes’sche Modellierung, frequentistische statistische Tests und Regressionsanalysen, teilweise auf mehreren Aggregationsebenen und immer in den definierten Kriegsphasen. Zentrale Ergebnisse zeigen, dass Privatpersonen über den gesamten Nachkriegszeitraum niedrigere Abflusswahrscheinlichkeiten als juristische Personen aufweisen, gleichzeitig sind allerdings Unterschiede bei Wachstumsraten unbedeutend. Entgegen des unmittelbaren Verhaltens nach Kriegsausbruch weisen gebundene Einlagen in späteren Kriegsphasen niedrigere Abflusswahrscheinlichkeiten auf. Die erweiterte Einlagensicherung in der Ukraine hatte keinen Einfluss auf Wachstumsraten oder Abflusswahrscheinlichkeiten. Entgegen der Erwartungen aus der Literaturrecherche erwiesen sich privat geführte inländische Banken als am anfälligsten in Krisenzeiten, während staatseigene Banken am stabilsten blieben. Banken mit starker negativer öffentlicher Verbindung zum Krieg verzeichneten signifikant niedrigere Wachstumsraten als nicht verbundene Wettbewerber, während schwach verbundene Banken keine solchen Effekte zeigten. Basierend auf den datengestützten Erkenntnissen und den Ergebnissen der Literaturrecherche liefert die Arbeit konkrete Empfehlungen für Regulatoren und Finanzinstitutionen zum Liquiditätsmanagement für Krisensituationen. Besondere Bedeutung kommt hierbei ausgewogenen Verbindlichkeitsstrukturen, der Reputationsrisikobewertung und der öffentlichen Wahrnehmung des Finanzsektors in dem jeweiligen Land zu.This thesis examines financial systemic stability during military conflict through anempirical analysis of Ukrainian banking sector data from the National Bank of Ukraine covering the period from January 2019 to August 2025. The research addresses three main questions: (1) What are appropriate means to ensure financial systemic stability in times of military conflict? (2) Which types of banks are more vulnerable to systemic instability? (3) Which types of deposits react strongest to different war phases?Following a hypothetico-deductive approach, five hypotheses are developed based on a systematic literature review examining banking regulations, trust in financial institutions, and crisis-related depositor behaviour as well as specifics of the Ukrainian market. The hypotheses concern stability differences between customer types (individual and legal entities), deposit types (term and demand deposits), effects of deposit guarantee scheme extensions, bank ownership types, and negative public connections to war. The empirical analysis employs - depending on the hypothesis and the available data - Bayesian modeling, frequentist statistical tests, and regression analysis.Key findings reveal that individuals show lower outflow probabilities than legal entities over the full post-war period, though growth rate differences are insignificant. Term deposits demonstrate lower outflow probabilities in later war phases, contradicting immediate post-outbreak behaviour. The extended deposit guarantee scheme (Law No. 2180-IX) had no effect on outflow probabilities or growth rates. Contrary to literature expectations, privately-owned domestic banks proved most vulnerable, while state-owned banks remained most stable. Banks with strong negative public connections to the war experienced significantly lower growth rates than their non-connected peers, though weakly-connected banks showed no such effects.Based on the data-driven insights and the findings from the literature review, the thesis provides concrete recommendations for regulators and financial institutions to prepare liquidity management for crisis situations, emphasizing the importance of balanced liability structures, reputational risk assessment and awareness of the public sentiment in the respective country towards the financial secto
Konzeption und Evaluation einer digitalen, gamifizierten Lernplattform für 3D Software Lehre
Diese Masterarbeit untersucht Strategien zur Gestaltung und Implementierung einer digitalen, gamifizierten Lernplattform zur Vermittlung von Umgang von 3D-Software sowie die wahrgenommene Auswirkung des Kurs- und Gamification-Designs auf Motivation, Beteiligung und Lernergebnisse von SchülerInnen der Sekundarstufe. Im Rahmen der Studie wurden eigens entwickelte Lehrinhalte erstellt und in einen gamifizierten Kurs innerhalb des Lernmanagementsystems Moodle integriert, der auf Erkenntnissen aus der Instruktions- und Motivationstheorie basiert. An der Studie nahmen insgesamt 30 SchülerInnen der ersten Klasse der Animationsabteilung der HTBLuVA Spengergasse in Wien teil, die über einen Zeitraum von vier Wochen in acht Einheiten zu jeweils 100 Minuten mit dem Kurs arbeiteten. Die Datenerhebung erfolgte mittels zweier Fragebögen, einer Fokusgruppengespräch mit den SchülerInnen sowie mehrerer leitfadengestützter Interviews mit Lehrpersonen. Trotz der berücksichtigten Limitationen zeigen die Ergebnisse, dass das Kurs- und Gamification-Design von den Teilnehmenden positiv wahrgenommen wurde. Die SchülerInnen berichteten von einem deutlichen positiven Einfluss digitaler Spielele-mente und Personalisierungsfunktionen auf ihre Lernerfahrung. Diese Ergebnisse liefern nicht nur wertvolle Erkenntnisse zur Unterstützung zukünftiger Kurs- und Gamification-Konzepte, sondern leisten auch einen Beitrag zur bestehenden Forschung zu Gamification im Bildungsbereich, insbesondere in den bislang wenig untersuchten Bereichen der Vermittlung komplexer Software sowie der Anwendung gamifizierter Methoden in der Sekundarstufe.This thesis examines strategies for the design and implementation of a digital gamified learning platform for teaching the use of 3D computer graphics software, as well as the perceived impact of course and gamification design on secondary school students’ motivation, engagement, and learning outcomes. The study involved the development of custom educational content, which was integrated into a gamified course within the Moodle learning management system and informed by instructional and motivational theory. A total of 30 first-year students from the Animation Department at HTBLuVA Spengergasse in Vienna participated in the study, engaging with the course across eight 100-minute sessions over four weeks. Data were collected via two surveys, a student focus group, and multiple semi-structured interviews with instructors. Despite acknowledged limitations, the results show that the course and gamification design were perceived positively by students, who reported a substantial positive impact of digital game elements and personalization features on their learning experience. These results not only provide insights to support future course and gamification design but also contribute to the existing body of research on gamification in education, particularly in the underexplored areas of teaching complex software and applying gamified methods in secondary education
Static and fatigue performance of composite deck slabs with notched perfobond ribs
To accelerate the construction of composite deck slabs (CDSs), a novel detail (NCDS) is proposed, where regular perfobond ribs are replaced with notched ones so that the perforating rebars can be easily placed inside the holes. First, finite element models were established to reveal the static load transfer mechanism and compare it with regular CDSs. Then, the fatigue performance was evaluated by employing the Smith-Watson-Topper model based on critical plane method. Finally, the effects of geometric parameters were investigated through a parametric study. Results show that NCDS shows no significant difference in static performance compared to regular CDSs. The fillet welds connecting the bottom plate and notched ribs are subjected to multiaxial stress, and the shear-bending region is the most critical position for fatigue crack initiation. The parametric study demonstrates that with proper design of rib geometries, NCDSs could reach a 36.4% higher fatigue life than regular CDSs
Microcantilever-assessed fracture toughness of industrially deposited TiZrN coatings at various nitrogen partial pressures
TiZrN coatings were deposited using reactive magnetron sputtering under industrial conditions at three different nitrogen partial pressures: 0.008, 0.040, and 0.200 Pa. TiN and ZrN coatings were also prepared as reference materials. All ternary TiZrN coatings exhibited a face-centered cubic (FCC) structured solid solution. TiZrN coating deposited at a nitrogen partial pressure of 0.040 Pa exhibited the highest hardness of 31 ± 1 GPa, while TiN and ZrN approached 25 ± 3 GPa and 26 ± 1 GPa, respectively. The fracture toughness of the coatings was evaluated using the microcantilever bending method. KIC (critical stress intensity factor in mode I) for TiN reached 2.2 ± 0.4 MPa.m1/2 compared to 2.6 ± 0.3 MPa.m1/2 for ZrN. Incorporating Zr to TiN led to an enhanced fracture resistance by 17-27%, depending on the nitrogen partial pressure. The highest KIC recorded was 2.8 ± 0.3 MPa.m1/2, achieved at a partial pressure of 0.040 Pa
Funktionale Strukturen in Chitin und Keratin – Von Naturmaterialien lernen für nachhaltige Technologien
Chitin und Keratin – zwei der häufigsten Strukturmaterialien in der belebten Natur – sind weit mehr als bloße Hüllenstoffe. Sie bilden die Panzer von Insekten, die Schuppen von Fischen, die Federn der Vögel, die Hörner von Schafen und Rindern, die Haare von Säugetieren und die Hufe von Pferden. Ihre faszinierenden Eigenschaften verdanken sie nicht nur ihrer chemischen Zusammensetzung, sondern vor allem ihrer hierarchisch aufgebauten Struktur: von der Nano- bis zur Makroskala.
Diese natürlichen Materialien zeigen erstaunliche Funktionalitäten: Sie können - wenn sie smart strukturiert sind - Wasser gezielt abweisen oder aufnehmen, Farben ohne Farbstoffe erzeugen (sogenannte Strukturfarben), passive Strahlungskühlung ermöglichen, mechanisch extrem belastbar sein – und manche von ihnen wirken sogar antibakteriell, selbst gegen Krankenhauskeime.
Im Vortrag zeige ich, wie wir diese Prinzipien mithilfe der Bionik verstehen und in bioinspirierte, bio-basierte und biologisch abbaubare Materialien übertragen – etwa in Chitin- oder Keratin-basierte Verbundstoffe. Die Anwendungen reichen von nachhaltiger Architektur über funktionale Textilien bis hin zu Medizin und Kosmetik. Dabei wird auch der interdisziplinäre Zugang zwischen Physik, Chemie, Biologie und Technik beleuchtet – und wie er im Unterricht fruchtbar gemacht werden kann
Forgotten Layers: Souterrain & Raised Ground Floor in Vienna’s 9th District
Als Schnittstelle zwischen öffentlichem und privatem Raum und als Ort des alltäglichen Austausches spielt die Erdgeschosszone eine Schlüsselrolle hinsichtlich der Aktivierung sozialer, wirtschaftlicher und räumlicher Vielfalt in urbanen Gebieten. In vielen Städten, darunter auch Wien, sind Erdgeschosszonen durch steigende Mieten, Monotonisierung der Nutzungsmuster und die Verdrängung lokaler Gewerbe in ihrer städtebaulichen Rolle stark beschädigt (vgl. Psenner et al. 2024). Zunehmend werden diese stadtbelebenden Flächen Opfer von Zweckentfremdung und Nichtnutzung, weshalb sie nicht mehr nach außen kommunizieren können.Bei genauerem Blick fällt ein Typus in Wien besonders auf. Vor allem abseits der Einkaufsstraßen und innerhalb der Wohngebiete erstrecken sich etliche sogenannte Souterrains. Meist genutzt als Kellerflächen, bewirken die Tiefparterre einen subjektiven Leerstand und damit, plakativ formuliert: ‚tote‘ Straßenzüge (vgl. Psenner 2023).Um dieser verheerenden Auswirkung eine Alternative entgegenzusetzen, untersucht die folgende wissenschaftliche Arbeit den Typus „Souterrain & Hochparterre“ und dessen Ursprung. Hierzu ist eine historische Aufarbeitung der baulichen Perioden Wiens notwendig sowie die detaillierte Fokussierung auf einen Wiener Bezirk. Aufgrund der hier bestehenden Zugänglichkeit der Verfasserin wird der 9. Wiener Bezirk bezüglich Tief- und Hochparterre kartografisch analysiert und in späterer Folge in unterschiedlichen Maßstäben beleuchtet. Ziel ist das weitreichende Verständnis historischer, wie auch aktueller Gegebenheiten, um darzulegen, was wir heutzutage für den oben genannten Typus lernen können. Können wir Regelungen, Nutzungsweisen oder kreative Ideen aus der Gründerzeit adaptieren? Welche Rolle hinsichtlich eines Fortschritts spielen dabei Souterrains anderer Städte? Und was gilt es baulich konkret zu verbessern? Diesen Fragen wird folglich auf den Grund gegangen.As an interface between public and private space and as a place of everyday exchange, the ground floor zone plays a key role in activating social, economic and spatial diversity in urban areas. In many cities, including Vienna, the role of ground floor zones in urban development has been severely damaged by rising rents, monotonisation of usage patterns and the displacement of local businesses (cf. Psenner et al. 2024). Increasingly, these city-revitalising areas are falling victim to misuse and disuse, which is why they can no longer communicate with the outside world.On closer inspection, one type of space in Vienna is particularly striking. Away from the shopping streets and within residential areas, there are numerous so-called souterrains. Mostly used as storage, the basement floors create a subjective vacancy rate and thus, to put it plainly: ‘dead’ streets (cf. Psenner 2023). With the intention of countering this devastating effect with an alternative, the following academic paper explores the origins of the ‘semi-basement & raised ground floor‘. This requires a historical review of Vienna‘s architectural periods as well as a detailed focus on one Viennese district. Due to the author‘s accessibility Vienna‘s 9th district is analysed cartographically in terms of its ‚souterrains and raised ground floors‘ and subsequently examined at various scales. The aim is to gain a broad understanding of historical and current circumstances in order to explain what we can learn today from the above- mentioned type. Can we adapt regulations, utilisation methods or creative ideas from the Gründerzeit period? What role do semi-basements in other cities play in terms of progress? And what specific structural improvements need to be made? These questions will be therefore be explored in depth
Equisphere: Where well-being takes first place: Design of an equine-centered well-being facility in Čačak. Serbia
Die Arbeit entwickelt ein architektonisches Konzept für ein Zentrum in Čačak, das Pferdewohl und therapeutische Arbeit gemeinsam denkt. Ausgangspunkt ist die einfache, aber entscheidende Annahme, dass die räumliche Qualität den therapeutischen Prozess unmittelbar beeinflusst – und dass ein Pferd nur dann verlässlich arbeiten kann, wenn es selbst stabil, gesund und sicher bleibt. Die Bedürfnisse des Pferdes werden daher nicht nachgeordnet, sondern gleichwertig mit denen der Nutzerinnen und Nutzer betrachtet.Die Analyse umfasst die Proportionen, Bewegungsmuster und Wahrnehmungslogiken des Pferdes sowie die Anforderungen eines therapeutischen Settings. Ebenso wird der Standort im Übergang zwischen städtischer Kante und offener Landschaft untersucht, mit seinen klimatischen, topografischen und infrastrukturellen Bedingungen. Daraus entstehen räumliche Typologien, die Rückzug ermöglichen, klare Sichtbeziehungen schaffen und eine kontrollierte Offenheit zulassen.Das architektonische Konzept arbeitet mit natürlichen Materialien, ruhigen Linien und einer klaren Wegeführung. Es richtet sich an der emotionalen Sicherheit und der Interaktion zwischen Mensch und Tier aus. Das Ergebnis ist ein ortsbezogenes und funktionsgerechtes Modell, das die Voraussetzungen für stabile, sichere und langfristig tragfähige pferdegestützte Interventionen schafft.The work develops an architectural concept for a center in Čačak that combines horse welfare and therapeutic work. The starting point is the simple but crucial assumption that spatial quality directly influences the therapeutic process—and that a horse can only work reliably if it remains stable, healthy, and safe. The needs of the horse are therefore not considered secondary, but equal to those of the users. The analysis covers the proportions, movement patterns, and perception logic of the horse, as well as the requirements of a therapeutic setting. The location at the transition between the urban edge and open countryside is also examined, with its climatic, topographical, and infrastructural conditions. This results in spatial typologies that allow for retreat, create clear sightlines, and permit controlled openness. The architectural concept works with natural materials, calm lines, and clear pathways. It is geared toward emotional security and interaction between humans and animals. The result is a site-specific and functional model that creates the conditions for stable, safe, and long-term sustainable horse-assisted interventions