University of Natural Resources and Life Sciences, Vienna
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Landschaftsplanerische Maßnahmen zur Planung einer klimafitten Umfeldgestaltung von Verkehrsstationen mit Personenverkehr
Die Themen Klimawandel und Übernutzung der natürlichen Umwelt sind aktuelle persistente Umweltprobleme, die eine sehr hohe Komplexität und globale Wirkungszusammenhänge aufweisen. In diesem Zusammenhang spielt der Mobilitätssektor eine substanzielle Rolle. Ein bedeutendes Unternehmen im Verkehrssektor sind die Österreichischen Bundesbahnen, die aufgrund der Vielzahl von Verkehrsstationen mit Personenverkehr einen großen Beitrag zur Mobilitätswende leisten können. Zur Bekämpfung der negativen Folgen des Klimawandels sowie der hohen Flächeninanspruchnahme spielt die Umfeldgestaltung der Bahnhöfe eine wesentliche Rolle. Das Ziel ist eine nachhaltige und klimafitte Freiraumplanung zur Attraktivierung und Qualitätssteigerung des Bahnhofsumfelds. Zur Durchführung von Fallstudien wurden drei Bahnhöfe als Bearbeitungsgebiete festgelegt, anhand dessen das Thema dieser Arbeit erörtert wird. Während im Stand der Forschung anhand eines stadtplanerischen und freiraumplanerischen Theoriebezugs die Notwendigkeit für eine klimafitte Freiraumgestaltung aufgezeigt wird, werden die rechtlichen Rahmenbedingen zur Gestaltung von Bahnhofsplätzen im Stand der Technik festgehalten. Aus diesen Kapiteln werden Kriterien zur Analyse der Fallstudien abgeleitet und in einem Kriterienset zusammengefasst. Die freiraumplanerischen Rahmenbedingungen der drei Fallstudien werden deskriptiv und planlich aufbereitet und bezugnehmend auf das Kriterienset tabellarisch zusammengefasst, bewertet und analysiert. Um die aktuellen Herausforderungen an Bahnhofsplätzen zu beleuchten, werden Expert*inneninterviews durchgeführt. Die erarbeiteten Ergebnisse dieser Arbeit werden in der Diskussion der Forschungsfragen zusammengeführt. Das abschließende Ergebnis ist ein Ziele-Maßnahmenkatalog, in dem strategische Ziele zur Planung und freiraumplanerische Maßnahmen zur Umsetzung einer klimafitten Umfeldgestaltung von Bahnhofsplätzen mit Blau-Grüner Infrastruktur vereint werden.The issues of climate change and overexploitation of the natural environment are current, persistent environmental problems that are highly complex and have global interdependencies. The mobility sector plays a substantial role in this context. One important company in the transport sector is the Austrian Federal Railways, which can make a major contribution to the mobility transition due to the large number of stations with passenger transport. The environmental design of railroad stations plays a key role in combating the negative consequences of climate change and the high land consumption. The aim is sustainable and climate-friendly open space planning to make the station environment more attractive and improve its quality. In order to carry out case studies, three railroad stations were defined as study areas, on the basis of which the topic of this thesis is discussed. While the need for climate-friendly open space design is demonstrated in the state of research on the basis of an urban planning and open space planning theory reference, the legal framework conditions for the design of station squares are set out in the state of the art. Criteria for the analysis of the case studies are derived from these chapters and summarized in a set of criteria. The open space planning framework conditions of the three case studies are prepared in descriptive and planning form and summarized, evaluated and analysed in tabular form with reference to the set of criteria. Expert interviews are conducted to shed light on the current challenges at station squares. The results of this work are brought together in the discussion of the research questions. The final result is a catalog of objectives and measures that combines strategic objectives for planning and open space planning measures for the implementation of climate-friendly environmental design of station squares with blue-green infrastructure.verfasst von Sabrina WeberMasterarbeit Universität für Bodenkultur Wien 2024Mit englischer Zusammenfassun
Klimaauswirkungen von Re-Use am Beispiel eines Second-Hand-Ladens
Der weltweite Konsum von Gebrauchsgütern ist in den vergangenen Jahrzehnten stark angestiegen, was mit negativen Auswirkungen auf die Umwelt verbunden ist. Durch Re-Use können eine Nutzungsdauerverlängerung und Ressourcen-, Material- und Emissionseinsparungen angenommen werden, wobei Ökobilanzstudien nicht immer Umweltvorteile für das Re-Use zeigen. Diese Arbeit befasst sich mit den Klimaauswirkungen von Re-Use im Vergleich zum Neukauf. Ein Second-Hand-Laden hat für die Umweltbewertung Daten zur Verfügung gestellt, die durch eine empirische Datenerhebung der Warenströme ergänzt wurden. Zudem wurde eine KundInnenumfrage durchgeführt um Informationen für die Umweltbewertung und Motivation für einen Re-Use-Kauf zu erlangen. Aus den gewonnenen Daten wurden Produktkategorien und resultierende Indikatorprodukte identifiziert. Ergänzt durch LCA-Daten aus der Literatur wurde die Umweltbewertung für die Indikatorprodukte Wasserkocher, Waschmaschine, T-Shirt, Buch, Möbel, Fahrrad, Gesellschaftsspiel, Geschirr und Kleinkram durchgeführt. Die Umweltbewertung zeigt, dass die Emissionen aus den KundInnentransporten bei einigen Produktkategorien einen signifikanten Einfluss auf das Ergebnis haben, wobei für den KundInnentransport verschiedene Szenarien berücksichtigt wurden. Bei vier der betrachteten Indikatorprodukte zeigt sich auf Grund der geringen Gesamtemissionen ein relevanter Einfluss des Transports, weshalb es in einem Szenario zu Umweltnachteilen für das Re-Use kommt. In allen anderen Szenarien werden Umweltvorteile erzielt. Lediglich eines der zehn betrachteten Indikatorprodukte (Wasserkocher) zeigt in keinem Szenario unter den getroffenen Annahmen deutliche Vorteile für das Re-Use. Sofern die transportbedingten Emissionen auf KundInnenseite möglichst geringgehalten werden, zeigen die Ergebnisse damit großteils Vorteile für das Re-Use. Es ist zu berücksichtigen, dass die getroffenen Annahmen mitunter Einfluss auf die Ergebnisse haben.The global consumption of consumer goods has risen over decades, which has negative effects on the environment. For re-use an extending use-duration and savings in resources, materials and emissions can be assumed, although life cycle assessment studies do not always show environmental benefits for re-use. This study discussed the climate impact of re-use in comparison to new items. A second-hand store provided data for the environmental assessment. In addition, empirical data collection on the flow of goods added the missing data. To obtain information for the environmental assessment and motivation for a re-use purchase a consumer survey was carried out. Product categories and resulting indicator products were identified from the data obtained. Supplemented by LCA data from the literature, the environmental assessment was carried out for the indicator products kettle, washing machine, T-shirt, book, furniture, bicycle, board game, crockery and small items. The environmental assessment shows that the emissions from customer transport have a significant impact on the result for some product categories, with different scenarios for customer transport considered. For four of the indicator products considered, transport has a relevant impact due to the low total emissions and therefore there are environmental disadvantages for re-use in one scenario. Environmental benefits are achieved in all other scenarios. Only one of the ten indicator products considered (kettles) does not outline a clear advantage for re-use in any scenario under the assumptions made. Provided that the transport emissions on the customer side are kept as low as possible, the results mainly show an advantage in favour of re-use. It should be noted that the assumptions made can influence the results.verfasst von Marlies SzupperMasterarbeit Universität für Bodenkultur Wien 2024Mit englischer Zusammenfassun
Signalling and cellular memory for secondary metabolite production in Aspergillus nidulans
Von Pilzen produzierte Sekundärmetabolite sind niedermolekulare und für diese überlebenswichtige Stoffe, die gleichzeitig die menschliche Gesundheit im Guten wie im Schlechten beeinflussen. Diese Doktorarbeit befasst sich mit der Regulation der Produktion von Sterigmatocystin (ST) im apathogenen Modellorganismus Aspergillus nidulans. Das Mycotoxin ST ist die vorletzte Vorstufe des Aflatoxins B1, einem der stärksten krebserregenden Stoffe der Natur. Durch den anthropogenen Klimawandel werden Kontaminationen von Lebens- und Futtermitteln durch Aflatoxine auch in Europa zunehmend zum Problem. Vor Beginn dieser Arbeit war nicht bekannt, unter welchen Bedingungen A. nidulans ST produziert, und die Literatur widersprüchlich. Wie bei den meisten Sekundärmetaboliten sind auch die für die Sterigmatocystinproduktion verantwortlichen Gene nachbarschaftlich zu Clustern zusammengefasst, wodurch sie koreguliert werden. Ich konnte nachweisen, dass die Abwesenheit einer Kohlenstoffquelle die Hauptbedingung darstellt, damit dieser Cluster aktiviert werden kann und habe einen neuen Regulator (RimO) beschrieben, der das Signal von der Umgebung der Pilzzelle an den Zellkern überträgt. Zusätzlich habe ich die Dynamik der transkriptionellen Cluster-Aktivierung mittels wiederholter Aktivierung (Gedächtnis) ebendieses untersucht und gezeigt, dass die Aktivierung beim zweiten Male beschleunigt ist. Die drei dafür verantwortlichen Faktoren sind 1. die Proteinstabilität des Cluster-spezifischen Transkriptionsfaktors (AflR), 2. ein unbekannter, löslicher Faktor im Überstand hungernder Kulturen des Pilzes und 3. die H3K4me2 Histonmodifikation. Diese Arbeit ist untrennbar mit Chromatinregulation verbunden, die die DNA der Cluster spatial öffnen kann und damit die Gene zugänglich für ihre Transkription macht. Diese Arbeit legt den Grundstein für die Identifizierung von Proteinen und Faktoren, die das Chromatin öffnen und wie die Produktion dieses Mykotoxins inhibiert werden kann.Fungal secondary metabolites are small molecules that are important for fungal fitness and dissemination, but concurrently affect human health in both a positive and negative manner. This thesis focused on regulation of sterigmatocystin (ST) production in the non-pathogenic model organism Aspergillus nidulans. The mycotoxin ST represents the penultimate precursor of aflatoxin B1, one of the most carcinogenic natural substances in the world. As a consequence of the anthropogenic climate change, the contamination of food and feed by aflatoxins is predicted to rise in Europe. Before this work, the exact conditions under which A. nidulans produces ST were still unknown and even contradictory literature reports existed. The genes necessary for ST biosynthesis are grouped in a cluster and are tightly co-regulated. I identified a gene as essential component of the carbon starvation signalling pathway that is absolutely required for this cluster to be activated. I described the function of this new key protein (RimO) of the molecular pathway that transmits the signal from the environment to the nucleus. Additionally, I investigated the dynamics of activation of the ST cluster by testing the fungus for a transcriptional memory. I could show that experiencing a second carbon starvation accelerates cluster activation and that the three main factors driving this memory are i) the stability of the cluster-specific transcription factor (AflR), ii) an unidentified, soluble factor in the supernatant of starved A. nidulans cultures and iii) the H3K4me2 histone modification. This work is inseparable from research investigating chromatin remodelling by post-translational modifications as, ultimately, cluster activation requires three-dimensional opening and accessibility of the DNA for the transcriptional machinery. This work lays the foundation for finding proteins and factors responsible for chromatin opening at the ST cluster and how to prevent production of the mycotoxin.submitted by Franz ZehetbauerDissertation BOKU University 2024Mit deutscher Zusammenfassun
Vergleich der Licht-Interzeption von Mehrachsensystemen im Vergleich zum Bibaumsystem beim Apfel
Im Jahr 2022 wurde in einer seit fünf Jahren bestehenden Anlage bei der Sorte Gala derEinfluss von Mehrachsensystemen im Vergleich zum Bibaumsystem auf dieLichtinterzeption, die innere und äußere Fruchtqualität, die Blattpopulation und den Ertraguntersucht. Die Untersuchung der Lichtinterzeption mittels PAR-Messung ergab, dassMehrachsensysteme in den unteren und oberen Baumbereichen eine bessere Lichtausbeutebesitzen als das Bibaumsystem. Vor allem im Gipfelbereich wiesen die Mehrachsensystemeeine deutlich geringere Beschattung auf als das Bibaumsystem. Die Erhebung derBlattpopulation zeigte, dass Mehrachsensysteme weniger Langtriebblätter alsBibaumsysteme haben. Der Anteil an Fruchtblättern war bei den Mehrachsensystemengrößer als bei den Bibaumsystemen. Die Erhebung des Ertrages ergab bei denMehrachsensystemen mehr Früchte pro Baum. Die Annahme, dass Mehrachsensystemeeinen höheren Ertrag pro Hektar haben, kann bestätigt werden. Das Mehrachsensystempunktet durch die deutlich höhere Ertragsmenge. Bei der inneren Fruchtqualität gab es keineUnterschiede zwischen den Systemen. Die Auswertung der äußeren Fruchtqualität ergab,dass die Äpfel von Mehrachsensystemen im Durchschnitt kleiner sind. Zusammenfassendspiegelt diese Arbeit das Potenzial der Mehrachsensysteme wieder. Um diese Ergebnissevuntermauern zu können und Mehrachsensysteme unbedenklich für die Praxis freigeben zukönnen, müssen weitere Untersuchungen bei verschiedenen Sorten durchgeführt werden.In 2022, a comparison of multi-axis systems and Bibaumsystems on light interception,internal and external fruit quality, leaf population and yield was investigated in a orchardwith five-year old plant material of the apple variety Gala. The investigation of lightinterception using PAR-sensors showed that multi-axis systems have a better light yield inthe lower and upper tree areas than the Bibaumsystem. Particularly in the summit area, themulti-axis systems showed significantly less shading than the Bibaumsystem. The survey ofleaf population showed that multi-axis systems have fewer long-shoot leaves thanBibaumsystems. The proportion of fruiting leaves was greater in the multi-axis systemscompared to the Bibaumsystems. The yield survey revealed more fruit per tree in the multiaxis systems. The assumption that multi-axis systems have a higher yield per 0,9 hectarecan‘t be confirmed. There were no differences in the internal fruit quality. The evaluation ofexternal fruit quality showed that the apples from multi-axis systems are smaller comparedto the Bibaumsystem. To summarise, this study reflects the potential of multi-axis systems.In order to substantiate these results and to be able to safely release multi-axis systems forpractical use, further tests must be carried out on different varieties.verfasst von Christoph OberhoferMasterarbeit Universität für Bodenkultur Wien 2024Mit englischer Zusammenfassun
Straßenbankette von Landstraßen
Hauptziel der vorliegenden Arbeit ist es, einen Überblick über die tatsächliche Ausführung von Banketten entlang der Landstraßen Österreichs und der Anordnung von Leiteinrichtungen im Querschnitt entlang dieser Straßen zu schaffen. Die erhobenen Daten sollen als Basis für die Überarbeitung der Regelwerke und der künftigen Regelungen dienen können, um eine bessere Praxistauglichkeit der Vorgaben zu erreichen. Basierend auf Literaturrecherche und Richtlinienvergleichen werden Querschnittsbestandteile von zweistreifigen Landstraßen im Gegenverkehrsbetrieb beschrieben. Speziell im Hinblick auf Straßenbankette werden unterschiedliche Regelungen bzw. Anforderungen im deutschsprachigen Raum behandelt und miteinander verglichen. Durch eine Online-Befragung wurden vor Ort zuständige Stellen in den einzelnen Bundesländern Österreichs über die, in den von Ihnen betreuten Abschnitten, vorhandenen Straßenbankette und Leiteinrichtungssysteme befragt. Durch die gesammelte Auswertung der erhobenen Daten konnte eine Abhängigkeit der Bankettbreiten von der Fahrbahnbreite festgestellt werden, wenngleich die Bankette großteils schmäler sind als durch die entsprechenden Richtlinien vorgegeben wird. Die verschiedenen Leiteinrichtungssysteme entlang der Landstraßen Österreichs sind zumeist in relativ einheitlichen Abständen zum Fahrbahnrand aufgestellt, obwohl auch hier eine Abhängigkeit des Abstandes von der vorhandenen Fahrbahnbreite durch Richtlinien vorgegeben wird. Abschließend kann festgestellt werden, dass die vorläufigen neuen Regelungen bezüglich Bankettbreiten und Abständen von Leiteinrichtungen die tatsächliche Situation offenbar besser abbilden werden, als es derzeit der Fall ist.The main object of this study is to obtain an overview of the actual type of road verges along the rural roads of Austria and the positioning of reflector posts and barriers in the cross-section along these roads. The data collected should serve as the basis for a revision of the road design guidelines and future regulations in order to achieve a better practical application of the specifications. Based on research in written records and comparison with guidelines, cross-sections of two-lane country roads with two-way traffic in operation are illustrated. There are assessments and comparisons, especially concerning road verges, of differing rules or requirements in the German-speaking region. An online survey questioned the local authorities in most of the federal states of Austria responsible for the road verges, reflector posts and barriers available in the sections supervised by them. An evaluation of the data collected established that the width of the traffic lane determined the width of the verge, although the verge was mostly smaller than prescribed in the respective guidelines. The reflector posts and barriers along the rural roads of Austria are mainly positioned at a relatively uniform distance to the edge of the traffic lane, although a dependence on the distance from the existent traffic lane width is also determined by guidelines. In conclusion the new provisional regulations regarding the width of the verges and side distances of reflector posts and barriers will reflect the actual situation more accurately than it has previously been the case.verfasst von Johannes HolzapfelMasterarbeit Universität für Bodenkultur Wien 2024 06/2018Mit englischer Zusammenfassun
Von verbauten Ufern und verlorenen Seezugängen : zur Umweltgeschichte des Faakersees ab 1830
Die Verbauung der Seeufer und die fehlende öffentliche Zugänglichkeit wurden und werden in Kärnten, wie in Österreich, wiederholt öffentlich diskutiert. In dieser Arbeit werden diese Themen anhand einer historischen Aufarbeitung für das Fallbeispiel des heute touristisch geprägten Faakersees behandelt. Die Landnutzungsänderungen in der Uferregion und die Entwicklung der Zugänglichkeit werden mit fünf auf Katasterdaten basierenden Landnutzungskarten zwischen 1831 und 2023 analysiert. Zudem werden qualitative Quellen für die Darstellung der Rolle des Tourismus und der öffentlichen Diskussion um die Entwicklung des Gewässers genutzt. Das Konzept der Kolonisierung natürlicher Prozesse ermöglicht es, diese Teile zu einer Umweltgeschichte zu vereinen und die Interaktionen zwischen natürlichem und sozialem System aufzuzeigen. Dadurch zeigte sich, dass sich der Faakersee von einem agrarischen zu einem Siedlungsgebiet entwickelte. Der Trend der steigenden Verbauung beschleunigte sich in dem beobachteten Zeitraum ungebrochen trotz zweier Weltkriege, Finanzkrisen und anderer Ereignisse. Die Siedlungsentwicklung fand hauptsächlich auf landwirtschaftlich genutzten Flächen statt. Die gegen Ende des 19. Jahrhunderts aufkommenden touristischen Interessen am Faakersee trieben die Verbauung des Ufergebietes voran. In der Zwischenkriegszeit begann die Parzellierung und Bebauung von Ufergrundstücken, welche sich bis 2023 fortsetzte. Die öffentliche Zugänglichkeit fiel von einem Höchstwert von knapp 60 % der Uferlinie im Zeitschnitt 1907-10 auf 3,8 % im Jahre 2023. Verschiedenste Akteure äußerten Kritik an und lancierten Initiativen gegen diesen Verlust freier Seezugänge und der steigenden Verbauung ab den 1930er Jahren, blieben jedoch erfolglos.In Carinthia, as in the whole of Austria, the building up of lake shores and the lack of public accessibility is a problem that was and is repeatedly discussed in public. In this paper, these issues are addressed through a historical analysis for the case study of Lake Faak (‘Faakersee’ in German), which is nowadays characterized by tourism. The land use changes in the shore region and the development of accessibility are analyzed using five land use maps based on cadastral data between 1831 and 2023. In addition, qualitative sources are used to illustrate the role of tourism and the public debate on the development of the lake. The concept of colonization of natural processes is used to integrate these parts into an environmental history that emphasizes the interactions between natural and social system. The study showed that lake Faak developed from an agrarian area to one characterized by settlement structures. The trend of increasing construction activity accelerated steadily during the period under observation. Agricultural land was mainly used for settlement development. Towards the end of the 19th century, the emergence of tourism at Lake Faak started contributing to the building up of the shore area. In the interwar period, the subdivision of the shoreline properties and their development began and continued until 2023. Public accessibility fell from a peak share of about 60 % of the shoreline in 1907-10 to 3.8 % in 2023. From the 1930s onwards, various criticisms and initiatives against this loss of accessibility and increasing development by a wide range of actors could be demonstrated. However, they were unable to counter the trend of settlement expansion at Lake Faak.verfasst von Luca GroßeggerMasterarbeit Universität für Bodenkultur Wien 2024Mit englischer Zusammenfassun
Konsumentinnen Konsumenten
Die Geschichte zeigt, dass der städtische Raum nicht im Widerspruch zur Landwirtschaft steht. Erfolgreiche Städte haben in der Vergangenheit Landwirtschaft betrieben und so ihre Bevölkerung ernährt. Heutzutage führt die Urbanisierung dazu, dass die Menschen den Bezug zu ihren Lebensmitteln verlieren. Doch Grünflächen in der Stadt sind nicht nur für die Nahrungsmittelproduktion von Bedeutung, sondern auch für das Wohlergehen der städtischen Bevölkerung und die Anpassung an klimatische Veränderungen. Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit dem Thema Urban Agriculture und im Besonderen mit Urban Gardening. Zu Letzterem zählen u.a. Selbsterntegärten, die den „alternative food networks“ zugehören und sich durch soziale Einbindung auszeichnen. Für festgelegte Pauschalbeträge stehen vorbewirtschaftete Flächen Mieter*innen eine Saison zur Verfügung. Selbsterntefelder stellen einen wesentlichen Beitrag zur Wissensgenerierung landwirtschaftlicher Praktiken dar. Für die vorliegende Arbeit wurden anhand von Laddering-Interviews Mieter*innen biologischer Selbsterntefelder nach ihren Gründen für die Bewirtschaftung befragt. Im Anschluss wurden die Ergebnisse der Interviews mithilfe der Means-End Chain Analyse ausgewertet. Zusätzlich wurden mit einem Assoziationstest spontane Einfälle zum Begriff der Selbsterntefelder abgefragt. Die wesentlichen Gründe für die Bewirtschaftung der Selbsterntefelder sind das Naturerlebnis und die Erholung. Diese Attribute resultieren in der Konsequenz, dass die Selbsterntefelder den Befragten physisch als auch psychisch guttun. Der Wert des Wohlergehens ist für den überwiegenden Teil der Befragten ein entscheidendes Kriterium für die Bewirtschaftung, ebenso wie die Werte Nachhaltigkeit und Hedonismus. Der Ausbau von Grünflächen wie Selbsterntegärten in Städten kann als wesentliche Präventionsmaßnahme für die Gesundheit der Bewohner*innen gesehen werden.Schlagwörter: Urban Gardening, Urban Agriculture, Wohlbefinden, Selbsterntefelder, MotiveHistory proves that urban regions do not have to stand in contradiction to agriculture. Successful cities have been farming to nourish their population. Nowadays, due to urbanisation, people lose an emotional and intellectual bond to the production of food. However, green spaces in cities are not only important for the production of food, but also for the well-being of the urban population and the adaption to climate change. The following research deals with Urban Agriculture and in particular with Urban Gardening. The latter includes self-harvest gardens that are part of “alternative food networks”. Pre-cultivated fields can be rented to flat rates for one season. Because of the discourse with the operators, self-harvest gardens make an essential contribution to generating knowledge about agricultural practices. In this research, gardeners of organic self-harvest gardens were asked in Laddering-interviews about their reasons for cultivating vegetables. Finally, the results were analysed by using the means-end chain analysis. Additionally, an association test was conducted to generate spontaneous ideas concerning self-harvest. The main reasons for cultivating self-harvest gardens in this research are the nature-experience and the recreation. The consequence is that self-harvest gardens are good for the gardener both physically and mentally. The value of well-being is a predominantly crucial criteria for doing self-harvesting, as well as the values sustainability and hedonism. Supporting the expansion of green spaces in cities can be seen as a prevention measure for the health of citizens and the adaption to climatic changes.Keywords: Urban Gardening, Urban Agriculture, well-being, self-harvest gardens, motivesverfasst von Lajla MustaficMasterarbeit BOKU University 2024Mit englischer Zusammenfassun
Methodentest Phytotoxikologie
In dem hier beschriebenen Versuch wurde ein einfaches, nicht-zirkuläres Hydroponik-System getestet, um die Wirkung verschiedener Toxine auf Pflanzen ohne potenziell überlagernde Effekte der Bodenmatrix zu untersuchen. Dazu wurden Guizotia abyssinica Pflanzen nach der Kratky-Methode in 1-Liter-Glasgefäßen mit Hoagland-Nährlösung gezogen. Als Toxine wurden Kochsalz (NaCl), Glyphosat, Aminomethylphosphonsäure (AMPA) und Road Dust eingesetzt.Chlorophyllgehalt und Chlorophyllfluoreszenz der Pflanzen wurden jeweils einen Tag vor, einen Tag nach und drei Tage nach der Behandlung mit den Toxinen gemessen. Nach den Messungen am dritten Tag wurden die Wurzeln geerntet und auf die Verteilung der Gesamtwurzelmenge je Durchmesserklasse bis zu einem Durchmesser von 1 mm untersucht.Die Chlorophyllgehaltsmessungen konnten in keiner der Versuchsvarianten signifikante Effekte der Behandlungen nachweisen. Die Chlorophyllfluoreszenzmessungen zeigten nur in der NaCl-Variante signifikant unterschiedliche Ergebnisse. Dies stimmt mit den Beobachtungen vorheriger Studien über die Wirkung von NaCl auf die Photosyntheseleistung von Pflanzen überein. Die Ergebnisse zeigten zunächst eine Beeinträchtigung des Elektronentransports zwischen PSII und PSI und weiterreichende Schäden am Photosyntheseapparat in der Messung an Tag drei nach der Behandlung.Die Analyse der Wurzelarchitektur zeigte nur in der mit Road Dust behandelten Versuchsvariante signifikante Ergebnisse. Vermutlich war dies eine Reaktion der Wurzeln auf die Partikel des Road Dust. Da in keiner der anderen Varianten feste Partikel vorlagen, war der Vergleich erschwert.Ein längerer Beobachtungszeitraum hätte vermutlich weitere Reaktionen der Pflanzen erfassen können. Um dies in zukünftigen Versuchen zu ermöglichen, kann unter anderem die Wahl einer langsamer wachsenden Versuchspflanze, die Nutzung größerer Gebinde für die Nährlösung oder ein früherer Versuchszeitpunkt in Betracht gezogen werden.The aim of the experiment reported here was to test a simple non-circulating hydroponic system to investigate the effects of various toxins on plants, without potentially interfering effects of the soil matrix. For this purpose, Guizotia abyssinica plants were grown using the Kratky-method in 1-liter glass containers filled with Hoagland nutrient solution. Table salt (NaCl), glyphosate, aminomethylphosphonic acid (AMPA), and road dust were used as toxin treatments.Chlorophyll content and chlorophyll fluorescence of the plants were measured one day before, one day after, and three days after the toxin treatment. After the measurements on the third day, the roots were harvested and the total root mass per diameter class up to a diameter of 1 mm was analyzed.No significant effects of the treatments could be detected by the chlorophyll content measurements. The chlorophyll fluorescence measurements showed significant results only in plants treated with NaCl. These results are in line with the observations of previous studies on the effect of NaCl on the photosynthetic performance of plants. The results showed an initial impairment of electron transport between PSII and PSI and more extensive damage to the photosynthetic apparatus three days after the treatment.The analysis of the root architecture showed significant results only in the road dust treatment. Presumably, this is a reaction of the roots to the road dust particles in the treatment solution. As none of the other treatments contained solid particles, a comparison between the treatments is difficult.A longer observation period might have been able to document additional reactions of the plants. In future experiments, this could be achieved by selecting a slower-growing plant species, using larger containers for the nutrient solution, or by choosing an earlier stage of plant development for the start of the treatments.verfasst von Daria VielMasterarbeit BOKU University 2024Mit englischer Zusammenfassun
Pollination services and predation rates in dependence of distance to semi-natural habitats in agroecosystems
Die Weltbevölkerung wächst und der Druck auf die Landwirtschaft Nahrungsmittel, Bioenergie, Arzneimittel oder Tierfutter bereitzustellen, nimmt zu. Daher sind Landwirte gezwungen, die Bewirtschaftung landwirtschaftlicher Flächen mittels Düngemittel zu intensivieren oder ihre landwirtschaftlichen Flächen zu erweitern. Durch die Intensivierung gehen Insektenpopulationen räuberischer, bodenlebender Arthropoden und Bestäuber zurück. Ziel des REGRASS II-Projekts ist es, Möglichkeiten für eine umweltfreundliche landwirtschaftliche Produktion durch den Vergleich verschiedener Lebensraumtypen zu untersuchen, mit dem Schwerpunkt auf Grünland. Es wurde die Prädationsrate bodenbewohnender räuberischer Arthropoden an Drosophila-Fliegen (Diptera: Drosophilidae) und der Bestäubungserfolg an Testpflanzen (Hypochaeris radicata (Asterales: Asteraceae)) in alten Grünlandschaften, neu angelegten Grünlandschaften und in Getreidefeldern nahe und fern von neuem Grünland untersucht. Durch die Förderung von Nahrungs- und Überwinterungszonen für Insekten in alten und neuen Grünlandflächen wird eine Einwanderung dieser Insekten als Nützlinge auf landwirtschaftliche Felder erwartet. Die Ergebnisse zeigen, dass die Getreidefelder nahe neu etablierter Grünlandflächen eine höhere Prädationsrate (Anzahl der gefangenen Drosophila-Fliegen) aufweisen, als Getreidefelder weiter entfernt. Zudem nahm die Prädationsraten mit zunehmender Entfernung vom Quelllebensraum ab. Der Bestäubungserfolg zeigte keinen Unterschied in der mittleren Samenzahl oder im mittleren Samengewicht in den verschiedenen Lebensraumtypen. Die Entfernung vom Quelllebensraum hatte keinen Einfluss auf den Bestäubungserfolg. Die Studie zeigt, dass langfristige Maßnahmen wie die Schaffung neuer Grünlandflächen ein guter Ansatz sind, um zumindest bestimmte Ökosystemfunktionen künftig aufrechtzuerhalten.The world population is growing and the pressure on agriculture to provide people with food, bioenergy, pharmaceuticals, or feed for agricultural production is increasing. Due to the increasing pressure, an increasing number of farmers are forced to intensify the management of agricultural land with fertilizers and other chemicals or to expand their agricultural land. Due to intensification, insect populations of predatory ground-dwelling arthropods and pollinators are declining or disappearing. The aim of the REGRASS II project is to study possibilities for ecological friendly agricultural production by comparing different habitat types, focusing on grassland. For this purpose, the predation rate of ground-dwelling predatory arthropods was studied on Drosophila flies (Diptera: Drosophilidae), and the pollination success was studied on potted test plants Hypochaeris radicata (Asterales: Asteraceae) in old grasslands, newly established grasslands and within cereal fields near and far from new grasslands. By promoting feeding and overwintering zones for insects in old and new grasslands, they are expected to migrate to agricultural fields as beneficial insects, for example to reduce the use of pesticides or to ensure a high degree of pollination. The results show that the cereal fields near the new grasslands have a higher predation rate (number of taken Drosophila flies) than the cereal fields far away. Predation rates have also been shown to decrease with increasing distance from source habitat. Pollination success showed no difference in the mean seed number or in mean seed weight in the different habitat types, and distance from the source habitat also had no influence on pollination success. The study shows that long-term measures such as the establishment of new grassland are a good approach to maintaining at least certain ecosystem services.submitted by Marlene EbnerMasterarbeit BOKU University 2024Mit deutscher Zusammenfassun
Oxidation von eisen- und manganhaltigen Wässern mittels nicht-thermischem Plasma
Eisen und Mangan liegen im Grundwasser in gelöster Form vor und oxidieren durch die Förderung und den Kontakt mit (Luft-) Sauerstoff zu schwerlöslichen Verbindungen. Diese äußern sich durch partikuläres Ausfallen, Geruchsbildung sowie Farbänderung des Wassers, bernsteinfarben bei Mangan und rötlich-gelb für Eisen. Neben diesen ästhetischen Veränderungen des Trinkwassers sind Ablagerungen im Verteilersystem, und somit hydraulische Kapazitätsverluste, ein größeres Problem. Daher werden diese Stoffe präventiv durch chemische Verfahren (Oxidation mit Ozon, Kaliumpermanganat, Wasserstoffperoxid, Sauerstoff) oder der chemiefreien biologischen Kontaktfiltration entfernt. Da diese Verfahren allerdings gewisse Schwächen aufweisen, zum Beispiel die Entstehung von Bromat bei der Verwendung von Ozon oder der benötigten Einarbeitungszeit bei der biologischen Kontaktfiltration, wird hier ein neues Verfahren getestet. Dabei wird die Oxidation durch Sauerstoffradikale bewerkstelligt, welche durch kaltes Plasma gebildet werden. Diese oxidieren zwar Eisen und Mangan, führen aber keine Oxidation von Bromid zu Bromat aus. Eine anschließende Filtration entfernt den Niederschlag. Getestet wurden unterschiedliche Konzentrationen von Eisen und Mangan, sowie mögliche Einsatzgrenzen und Beeinträchtigungen. Für die ausschließliche Oxidation der Inhaltsstoffe Eisen und Mangan reicht eine Behandlung mit nicht-thermischem Plasma, erzeugt aus Umgebungsluft, für 15 Minuten bei einem Versuchsvolumen von 50 Litern und Konzentrationen bis 900 µg/l Eisen und 450 µg/l Mangan. Eine Oxidation von Bromid zu Bromat konnte nicht festgestellt werden, allerdings gibt es bei höheren DOC-Werten Einschränkungen der Oxidationswirkung des kalten Plasmas.Iron and manganese are present in groundwater in dissolved form and oxidise into poorly soluble compounds when pumped and in contact with (atmospheric) oxygen. This is manifested by particulate precipitation and odour formation as well as colour changes, amber-coloured for manganese and reddish-yellow for iron. In addition to these aesthetic changes in the drinking water, deposits in the distribution system, and therefore hydraulic capacity losses, are a major problem. These substances are therefore removed preventively using chemical processes (oxidation with ozone, potassium permanganate, hydrogen peroxide, oxygen) or chemical-free biological contact filtration. However, as these processes have certain weaknesses, for example the formation of bromate when ozone is used or the time required for biological contact filtration, a new method is being tested here. Oxidation is achieved by oxygen radicals, which are formed by cold plasma. Although these oxidise iron and manganese, they do not oxidise bromide to bromate. Subsequent filtration removes the precipitate. Different concentrations of iron and manganese were tested, as well as possible application limits and impairments. Treatment with non-thermal plasma, generated from ambient air, for 15 minutes with a test volume of 50 litres and concentrations of up to 900 µg/l iron and 450 µg/l manganese is sufficient for the exclusive oxidation of iron and manganese. Oxidation of bromide to bromate could not be detected, but at higher DOC concentrations there are limitations to the oxidising effect of the cold plasma.verfasst von Andreas Johannes MattersbergerMasterarbeit BOKU University 2024Mit englischer Zusammenfassun