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Spielbasiertes Lernen in skalierenden Online-Lernumgebungen
Gameful learning describes the use of games or game mechanics for learning purposes, summing up both terms gamification---the use of game elements in non-game contexts---and game-based learning---the actual use of games for learning. The application of gameful learning can foster both the learners' understanding and motivation in general, but it can also be used to improve social interaction between learners. All these aspects are of high relevance in the context of scalable online learning environments, i.e., Massive Open Online Courses (MOOCs), which, per definition, aim at high social interaction rates and rely on the exchange of knowledge and discussion of ideas. However, most learners consume the learning materials passively; hence, they watch most of the provided videos and learning materials, often work on the self-tests and assignments, but seldom participate in forum discussions. Further, learners usually lack practical application of the newly acquired knowledge, as currently available multiple choice exercises predominantly ask the learners to reproduce knowledge but offer no interaction with learning materials.
Both altering some of the learning material's type to address other educational objectives and increasing the learners' social collaboration thus holds the potential of considerably improving the learning experience. These goals can, amongst others, be achieved by gameful learning. This research explores several gameful activities and their specific effects on the learning experience, with a focus on the learners' understanding, motivation, and social collaboration. Therefore, content gamification, icebreaker games, and serious games are considered. We implement all three methods on the \platform. However, we do not pursue serious games beyond a prototypical stage due to the high effort for teachers to implement the method on their own. Consequently, we focus on the first two, which we evaluate in detail. First, we use storification to apply content gamification to multiple courses. We identify that learners rate the course content including storified materials higher, hence this method increases their learning experience. Second, we create self-reflection questionnaires (SRQs) that are used as an ice-breaking activity. They introduce an opportunity for course teachers to receive learner feedback while providing learners with quantitative numbers about the course community and positively impacting the learning experience. We find no statistical evidence that social collaboration is fostered with those two methods, but our results indicate that SRQs can increase the sense of community. Furthermore, the thesis elaborates on how teachers can be supported in applying the described gameful methods. We provide guidelines for both methods evaluated in detail, allowing teachers to autonomously apply content gamification and icebreaker games to their courses.Gameful Learning beschreibt die Verwendung von Spielen oder Spielmechanismen zu Lernzwecken und fasst die beiden Begriffe Gamification---die Verwendung von Spielelementen in nicht spielerischen Kontexten---und Game-based Learning---die tatsächliche Verwendung von Spielen zum Lernen---zusammen. Die Anwendung von Gameful Learning kann sowohl das Verständnis und die Motivation der Lernenden im Allgemeinen fördern, aber auch die soziale Interaktion zwischen den Lernenden verbessern. All diese Aspekte sind im Zusammenhang mit skalierbaren Online-Lernumgebungen, also Massive Open Online Courses (MOOCs), die per Definition auf hohe soziale Interaktionsraten abzielen und auf den Austausch von Wissen und die Diskussion von Ideen setzen, von großer Bedeutung. Die meisten Lernenden konsumieren die Lernmaterialien jedoch passiv, sehen sich also die meisten der bereitgestellten Videos und Lernmaterialien an, arbeiten häufig an den Selbsttests und Aufgaben, beteiligen sich dabei aber nur selten an den Forumsdiskussionen. Außerdem mangelt es den Lernenden in der Regel an der praktischen Anwendung des neu erworbenen Wissens, da die derzeit verfügbaren Multiple-Choice-Tests von den Lernenden überwiegend erfordern, Wissen zu reproduzieren, jedoch keine Interaktion mit den Lernmaterialien bieten.
Sowohl das Verändern der Lernmaterial-Arten, um andere Bildungsziele zu erreichen, als auch die Verbesserung der sozialen Zusammenarbeit der Lernenden birgt daher das Potenzial, die Lernerfahrung erheblich zu verbessern. Diese Ziele können unter anderem durch Gameful Learning erreicht werden. Die vorliegende Arbeit untersucht daher verschiedene Arten von Gameful Learning und ihre spezifischen Auswirkungen auf die Lernerfahrung, wobei der Schwerpunkt auf dem Verständnis, der Motivation und der sozialen Zusammenarbeit der Lernenden liegt. In diesem Zusammenhang betrachten wir Content Gamification, Icebreaker Games und Serious Games. Wir setzen alle drei Methoden auf der HPI-MOOC-Plattform um. Allerdings gehen wir mit Serious Games nicht über ein prototypisches Stadium hinaus, da es für die Lehrkräfte sehr aufwändig ist, die Methode eigenständig zu implementieren. Dementsprechend konzentrieren wir uns auf die ersten beiden Möglichkeiten von Gameful Learning, die wir im Detail evaluieren. Als erstes verwenden wir Storification, um Content Gamification in mehreren Kursen anzuwenden. Wir stellen fest, dass die Lernenden die Kursinhalte, die Material mit Storification enthalten, besser bewerten, so dass diese Methode die Lernerfahrung der Kursteilnehmenden verbessert. Zweitens erstellen wir Umfragen zur Selbstreflexion (SRQs), die als Icebreaker-Aktivität verwendet werden. SRQs bieten Kursleitenden die Möglichkeit, Feedback von Lernenden zu erhalten, während sie den Lernenden quantitative Zahlen über die Kursgemeinschaft liefern und sich positiv auf die Lernerfahrung auswirken. Wir finden keine statistischen Beweise dafür, dass die soziale Zusammenarbeit durch diese beiden Methoden gefördert wird, aber unsere Ergebnisse deuten darauf hin, dass SRQs das Gemeinschaftsgefühl stärken können. Darüber hinaus erläutern wir in dieser Arbeit, wie Lehrkräfte bei der Anwendung der beschriebenen Methoden von Gameful Learning unterstützt werden können. Wir stellen Richtlinien für beide evaluierten Methoden zur Verfügung. Diese ermöglichen es Lehrkräften, Content-Gamification und Icebreaker-Spiele in ihren Kursen selbständig anzuwenden
The biosecurity individual
Discoveries in biomedicine and biotechnology, especially in diagnostics, have made prevention and (self)surveillance increasingly important in the context of health practices. Frederike Offizier offers a cultural critique of the intersection between health, security and identity, and explores how the focus on risk and security changes our understanding of health and transforms our relationship to our bodies. Analyzing a wide variety of texts, from life writing to fiction, she offers a critical intervention on how this shift in the medical gaze produces new paradigms of difference and new biomedically facilitated identities: biosecurity individuals
Risikoverbund zwischen Banken und Staaten
Die Begrenzung systemischer Risiken ist essentieller Bestandteil der neuen internationalen Finanzmarktordnung. Dabei galt es nicht nur die Verflechtung der Banken untereinander, sondern auch die Verbindung zwischen den Staatsfinanzen und der Solvenz der nationalen Bankensysteme (dem sog. Risikoverbund zwischen Staat und Banken) zu durchbrechen. Der Beitrag beleuchtet die Entwicklung der Forderungen gegenüber Staaten in den Bankbilanzen der Euroländer und des Eurosystems im Zeitverlauf sowie den daraus erwachsenden Risiken für die Finanzstabilität. Hierzu werden die Determinanten des Risikoverbunds theoretisch wie empirisch analysiert. Die fiskalische Kapazität der Eurostaaten wird anhand verschiedener Faktoren wie der Verschuldungsquote, dem Leistungsbilanzsaldo und der Kredit-BIP Lücke aufgezeigt; anschließend werden die Strukturen der Bankensysteme im Euroraum untersucht. Im Einzelnen werden die private und staatliche Gesamtverschuldung, die konsolidierte Bankenbilanzsumme und die darin enthaltenen Verbindlichkeiten sowie der Anteil des Bankensektors an der Bruttowertschöpfung in Relation zur Wirtschaftsleistung betrachtet. Außerdem finden NPE-Bestände in den Bankbilanzen sowie die Renditen der emittierten Staatsanleihen und damit in Verbindung stehenden CDS-Spreads Betrachtung. Zusätzlich werden die Konzentration, der Verschuldungsgrad, Liquiditätsziffern sowie länderspezifische Unterschiede in Art und Fristigkeit der Refinanzierung der Bankensektoren abgebildet. Auf Basis der empirischen Befunde werden im Hinblick auf die wechselseitigen Ansteckungseffekte zwischen Banken und Staaten Implikationen für die Finanzmarktregulierung diskutiert.Limiting systemic risks is an essential part of the new international financial market regulation. The purpose was not only to break the interconnectedness of banks, but also to reduce the link between public finances and the solvency of national banking systems (the so-called sovereign-bank diabolic loop). This article examines the development of sovereign exposures in the bank balance sheets of the euro countries and the Eurosystem over time and the resulting risks to financial stability. To this end, the determinants of the risk network are analysed both theoretically and empirically. The fiscal capacity of the euro countries is checked on the basis of various factors such as the debt ratio, the current account balance and the credit-GDP gap; the structures of the banking systems in the euro area are then examined. Specifically, total private and public debt, the consolidated banking balance sheet total and the liabilities contained therein as well as the share of the banking sector in gross value added in relation to economic output are evaluated. NPE holdings in bank balance sheets as well as the yields on government bonds issued and the associated CDS spreads are also analysed. Moreover, concentration, leverage ratio, liquidity ratios and country-specific differences in the type and maturity of refinancing in the banking sectors are studied. Based on the empirical findings, implications for the financial market regulation are discussed with regard to the reciprocal contagion effects between banks and states
Intersections between Jewish Studies and Habsburg Studies
In the aftermath of the Shoah and the ostensible triumph of nationalism, it became common in historiography to relegate Jews to the position of the “eternal other” in a series of binaries: Christian/Jewish, Gentile/Jewish, European/Jewish, non-Jewish/Jewish, and so forth. For the longest time, these binaries remained characteristic of Jewish historiography, including in the Central European context. Assuming instead, as the more recent approaches in Habsburg studies do, that pluriculturalism was the basis of common experience in formerly Habsburg Central Europe, and accepting that no single “majority culture” existed, but rather hegemonies were imposed in certain contexts, then the often used binaries are misleading and conceal the complex and sometimes even paradoxical conditions that shaped Jewish life in the region before the Shoah.
The very complexity of Habsburg Central Europe both in synchronic and diachronic perspective precludes any singular historical narrative of “Habsburg Jewry,” and it is not the intention of this volume to offer an overview of “Habsburg Jewish history.” The selected articles in this volume illustrate instead how important it is to reevaluate categories, deconstruct historical narratives, and reconceptualize implemented approaches in specific geographic, temporal, and cultural contexts in order to gain a better understanding of the complex and pluricultural history of the Habsburg Empire and the region as a whole
Altered hydrological and sediment dynamics in high-alpine areas – Exploring the potential of machine-learning for estimating past and future changes
Climate change fundamentally transforms glaciated high-alpine regions, with well-known cryospheric and hydrological implications, such as accelerating glacier retreat, transiently increased runoff, longer snow-free periods and more frequent and intense summer rainstorms. These changes affect the availability and transport of sediments in high alpine areas by altering the interaction and intensity of different erosion processes and catchment properties.
Gaining insight into the future alterations in suspended sediment transport by high alpine streams is crucial, given its wide-ranging implications, e.g. for flood damage potential, flood hazard in downstream river reaches, hydropower production, riverine ecology and water quality. However, the current understanding of how climate change will impact suspended sediment dynamics in these high alpine regions is limited. For one, this is due to the scarcity of measurement time series that are long enough to e.g. infer trends. On the other hand, it is difficult – if not impossible – to develop process-based models, due to the complexity and multitude of processes involved in high alpine sediment dynamics. Therefore, knowledge has so far been confined to conceptual models (which do not facilitate deriving concrete timings or magnitudes for individual catchments) or qualitative estimates (‘higher export in warmer years’) that may not be able to capture decreases in sediment export. Recently, machine-learning approaches have gained in popularity for modeling sediment dynamics, since their black box nature tailors them to the problem at hand, i.e. relatively well-understood input and output data, linked by very complex processes.
Therefore, the overarching aim of this thesis is to estimate sediment export from the high alpine Ötztal valley in Tyrol, Austria, over decadal timescales in the past and future – i.e. timescales relevant to anthropogenic climate change. This is achieved by informing, extending, evaluating and applying a quantile regression forest (QRF) approach, i.e. a nonparametric, multivariate machine-learning technique based on random forest.
The first study included in this thesis aimed to understand present sediment dynamics, i.e. in the period with available measurements (up to 15 years). To inform the modeling setup for the two subsequent studies, this study identified the most important predictors, areas within the catchments and time periods. To that end, water and sediment yields from three nested gauges in the upper Ötztal, Vent, Sölden and Tumpen (98 to almost 800 km² catchment area, 930 to 3772 m a.s.l.) were analyzed for their distribution in space, their seasonality and spatial differences therein, and the relative importance of short-term events. The findings suggest that the areas situated above 2500 m a.s.l., containing glacier tongues and recently deglaciated areas, play a pivotal role in sediment generation across all sub-catchments. In contrast, precipitation events were relatively unimportant (on average, 21 % of annual sediment yield was associated to precipitation events). Thus, the second and third study focused on the Vent catchment and its sub-catchment above gauge Vernagt (11.4 and 98 km², 1891 to 3772 m a.s.l.), due to their higher share of areas above 2500 m. Additionally, they included discharge, precipitation and air temperature (as well as their antecedent conditions) as predictors.
The second study aimed to estimate sediment export since the 1960s/70s at gauges Vent and Vernagt. This was facilitated by the availability of long records of the predictors, discharge, precipitation and air temperature, and shorter records (four and 15 years) of turbidity-derived sediment concentrations at the two gauges. The third study aimed to estimate future sediment export until 2100, by applying the QRF models developed in the second study to pre-existing precipitation and temperature projections (EURO-CORDEX) and discharge projections (physically-based hydroclimatological and snow model AMUNDSEN) for the three representative concentration pathways RCP2.6, RCP4.5 and RCP8.5.
The combined results of the second and third study show overall increasing sediment export in the past and decreasing export in the future. This suggests that peak sediment is underway or has already passed – unless precipitation changes unfold differently than represented in the projections or changes in the catchment erodibility prevail and override these trends. Despite the overall future decrease, very high sediment export is possible in response to precipitation events. This two-fold development has important implications for managing sediment, flood hazard and riverine ecology.
This thesis shows that QRF can be a very useful tool to model sediment export in high-alpine areas. Several validations in the second study showed good performance of QRF and its superiority to traditional sediment rating curves – especially in periods that contained high sediment export events, which points to its ability to deal with threshold effects. A technical limitation of QRF is the inability to extrapolate beyond the range of values represented in the training data. We assessed the number and severity of such out-of-observation-range (OOOR) days in both studies, which showed that there were few OOOR days in the second study and that uncertainties associated with OOOR days were small before 2070 in the third study. As the pre-processed data and model code have been made publically available, future studies can easily test further approaches or apply QRF to further catchments.Der Klimawandel verändert vergletscherte Hochgebirgsregionen grundlegend, mit wohlbekannten Auswirkungen auf Kryosphäre und Hydrologie, wie beschleunigtem Gletscherrückgang, vorübergehend erhöhtem Abfluss, längeren schneefreien Perioden und häufigeren und intensiveren sommerlichen Starkniederschlägen. Diese Veränderungen wirken sich auf die Verfügbarkeit und den Transport von Sedimenten in hochalpinen Gebieten aus, indem sie die Interaktion und Intensität verschiedener Erosionsprozesse und Einzugsgebietseigenschaften verändern.
Eine Abschätzung der zukünftigen Veränderungen des Schwebstofftransports in hochalpinen Bächen ist von entscheidender Bedeutung, da sie weitreichende Auswirkungen haben, z. B. auf das Hochwasserschadenspotenzial, die Hochwassergefahr in den Unterläufen, sowie Wasserkraftproduktion, aquatische Ökosysteme und Wasserqualität. Das derzeitige Verständnis der Auswirkungen des Klimawandels auf die Schwebstoffdynamik in diesen hochalpinen Regionen ist jedoch begrenzt. Dies liegt zum einen daran, dass es kaum ausreichend lange Messzeitreihen gibt, um z.B. Trends ableiten zu können. Zum anderen ist es aufgrund der Komplexität und der Vielzahl der Prozesse, die an der hochalpinen Sedimentdynamik beteiligt sind, schwierig - wenn nicht gar unmöglich - prozessbasierte Modelle zu entwickeln. Daher beschränkte sich das Wissen bisher auf konzeptionelle Modelle (die es nicht ermöglichen, konkrete Zeitpunkte oder Größenordnungen für einzelne Einzugsgebiete abzuleiten) oder qualitative Schätzungen ("höherer Sedimentaustrag in wärmeren Jahren"), die möglicherweise nicht in der Lage sind, Rückgänge im Sedimentaustrag abzubilden. In jüngster Zeit haben Ansätze des maschinellen Lernens für die Modellierung der Sedimentdynamik an Popularität gewonnen, da sie aufgrund ihres Black-Box-Charakters auf das vorliegende Problem zugeschnitten sind, d. h. auf relativ gut verstandene Eingangs- und Ausgangsdaten, die durch sehr komplexe Prozesse verknüpft sind.
Das übergeordnete Ziel dieser Arbeit ist daher die Abschätzung des Sedimentaustrags am Beispiel des hochalpinen Ötztals in Tirol, Österreich, auf dekadischen Zeitskalen in der Vergangenheit und Zukunft – also Zeitskalen, die für den anthropogenen Klimawandel relevant sind. Dazu wird ein Quantile Regression Forest (QRF)-Ansatz, d.h. ein nichtparametrisches, multivariates maschinelles Lernverfahren auf der Basis von Random Forest, erweitert, evaluiert und angewendet.
Die erste Studie im Rahmen dieser Arbeit zielte darauf ab, die "gegenwärtige" Sedimentdynamik zu verstehen, d. h. in dem Zeitraum, für den Messungen vorliegen (bis zu 15 Jahre). Um die Modellierung für die beiden folgenden Studien zu ermöglichen, wurden in dieser Studie die wichtigsten Prädiktoren, Teilgebiete des Untersuchungsgebiets und Zeiträume ermittelt. Zu diesem Zweck wurden die Wasser- und Sedimenterträge von drei verschachtelten Pegeln im oberen Ötztal, Vent, Sölden und Tumpen (98 bis fast 800 km² Einzugsgebiet, 930 bis 3772 m ü.d.M.), auf ihre räumliche Verteilung, ihre Saisonalität und deren räumlichen Unterschiede, sowie die relative Bedeutung von Niederschlagsereignissen hin untersucht. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass die Gebiete oberhalb
von 2500 m ü. M., in denen sich Gletscherzungen und kürzlich entgletscherte Gebiete befinden, eine zentrale Rolle in der Sedimentdynamik in allen Teileinzugsgebieten spielen. Im Gegensatz dazu waren Niederschlagsereignisse relativ unbedeutend (im Durchschnitt wurden 21 % des jährlichen Austrags mit Niederschlagsereignissen in Verbindung gebracht). Daher konzentrierten sich die zweite und dritte Studie auf das Vent-Einzugsgebiet und sein Teileinzugsgebiet oberhalb des Pegels Vernagt (11,4 und 98 km², 1891 bis 3772 m ü. M.), da sie einen höheren Anteil an Gebieten oberhalb von 2500 m aufweisen. Außerdem wurden Abfluss, Niederschlag und Lufttemperatur (sowie deren Vorbedingungen) als Prädiktoren einbezogen.
Die zweite Studie zielte darauf ab, den Sedimentexport seit den 1960er/70er Jahren an den Pegeln Vent und Vernagt abzuschätzen. Dies wurde durch die Verfügbarkeit langer Aufzeichnungen der Prädiktoren Abfluss, Niederschlag und Lufttemperatur sowie kürzerer Aufzeichnungen (vier und 15 Jahre) von aus Trübungsmessungen abgeleiteten Sedimentkonzentrationen an den beiden Pegeln ermöglicht. Die dritte Studie zielte darauf ab, den zukünftigen Sedimentexport bis zum Jahr 2100 abzuschätzen, indem die in der zweiten Studie entwickelten QRF-Modelle auf bereits existierende Niederschlags- und Temperaturprojektionen (EURO-CORDEX) und Abflussprojektionen (des physikalisch basierten hydroklimatologischen und Schneemodells AMUNDSEN) in den drei repräsentativen Konzentrationspfaden RCP2.6, RCP4.5 und RCP8.5 angewendet wurden.
Die kombinierten Ergebnisse der zweiten und dritten Studie legen nahe, dass der Sedimentexport in der Vergangenheit insgesamt zugenommen hat und in der Zukunft abnehmen wird. Dies deutet darauf hin, dass der Höhepunkt des Sedimenteintrags erreicht ist oder bereits überschritten wurde - es sei denn, die Niederschlagsveränderungen entwickeln sich anders, als es in den Projektionen dargestellt ist, oder Veränderungen in der Erodierbarkeit des Einzugsgebiets setzen sich durch. Trotz des allgemeinen Rückgangs in der Zukunft sind sehr hohe Sedimentausträge als Reaktion auf Niederschlagsereignisse möglich. Diese zweifältige Entwicklung hat wichtige Auswirkungen auf das Sedimentmanagement, die Hochwassergefahr und die Flussökologie.
Diese Arbeit zeigt, dass QRF ein sehr nützliches Instrument zur Modellierung des Sedimentexports in hochalpinen Gebieten sein kann. Mehrere Validierungen in der zweiten Studie zeigten eine gute Modell-Performance und die Überlegenheit gegenüber traditionellen Sediment-Abfluss-Beziehungen – insbesondere in Zeiträumen, in denen es zu einem hohen Sedimentexport kam, was auf die Fähigkeit von QRF hinweist, mit Schwelleneffekten umzugehen. Eine technische Einschränkung von QRF ist die Unfähigkeit, über den Bereich der in den Trainingsdaten dargestellten Werte hinaus zu extrapolieren. Die Anzahl und den Schweregrad an solchen Tagen, in denen der Wertebereich der Trainingsdaten überschritten wurde, wurde in beiden Studien untersucht. Dabei zeigte sich, dass es in der zweiten Studie nur wenige solcher Tage gab und dass die mit den Überschreitungen verbundenen Unsicherheiten in der dritten Studie vor 2070 gering waren. Da die vorverarbeiteten Daten und der Modellcode öffentlich zugänglich gemacht wurden, können künftige Studien darauf aufbauend weitere Ansätze testen oder QRF auf weitere Einzugsgebiete anwenden
The Relativized Minimality approach to comprehension of German relative clauses in aphasia
It is a well-attested finding in head-initial languages that individuals with aphasia (IWA) have greater difficulties in comprehending object-extracted relative clauses (ORCs) as compared to subject-extracted relative clauses (SRCs). Adopting the linguistically based approach of Relativized Minimality (RM; Rizzi, 1990, 2004), the subject-object asymmetry is attributed to the occurrence of a Minimality effect in ORCs due to reduced processing capacities in IWA (Garraffa & Grillo, 2008; Grillo, 2008, 2009). For ORCs, it is claimed that the embedded subject intervenes in the syntactic dependency between the moved object and its trace, resulting in greater processing demands. In contrast, no such intervener is present in SRCs. Based on the theoretical framework of RM and findings from language acquisition (Belletti et al., 2012; Friedmann et al., 2009), it is assumed that Minimality effects are alleviated when the moved object and the intervening subject differ in terms of relevant syntactic features. For German, the language under investigation, the RM approach predicts that number (i.e., singular vs. plural) and the lexical restriction [+NP] feature (i.e., lexically restricted determiner phrases vs. lexically unrestricted pronouns) are considered relevant in the computation of Minimality. Greater degrees of featural distinctiveness are predicted to result in more facilitated processing of ORCs, because IWA can more easily distinguish between the moved object and the intervener.
This cumulative dissertation aims to provide empirical evidence on the validity of the RM approach in accounting for comprehension patterns during relative clause (RC) processing in German-speaking IWA. For that purpose, I conducted two studies including visual-world eye-tracking experiments embedded within an auditory referent-identification task to study the offline and online processing of German RCs. More specifically, target sentences were created to evaluate (a) whether IWA demonstrate a subject-object asymmetry, (b) whether dissimilarity in the number and/or the [+NP] features facilitates ORC processing, and (c) whether sentence processing in IWA benefits from greater degrees of featural distinctiveness. Furthermore, by comparing RCs disambiguated through case marking (at the relative pronoun or the following noun phrase) and number marking (inflection of the sentence-final verb), it was possible to consider the role of the relative position of the disambiguation point. The RM approach predicts that dissimilarity in case should not affect the occurrence of Minimality effects. However, the case cue to sentence interpretation appears earlier within RCs than the number cue, which may result in lower processing costs in case-disambiguated RCs compared to number-disambiguated RCs.
In study I, target sentences varied with respect to word order (SRC vs. ORC) and dissimilarity in the [+NP] feature (lexically restricted determiner phrase vs. pronouns as embedded element). Moreover, by comparing the impact of these manipulations in case- and number-disambiguated RCs, the effect of dissimilarity in the number feature was explored. IWA demonstrated a subject-object asymmetry, indicating the occurrence of a Minimality effect in ORCs. However, dissimilarity neither in the number feature nor in the [+NP] feature alone facilitated ORC processing. Instead, only ORCs involving distinct specifications of both the number and the [+NP] features were well comprehended by IWA. In study II, only temporarily ambiguous ORCs disambiguated through case or number marking were investigated, while controlling for varying points of disambiguation. There was a slight processing advantage of case marking as cue to sentence interpretation as compared to number marking.
Taken together, these findings suggest that the RM approach can only partially capture empirical data from German IWA. In processing complex syntactic structures, IWA are susceptible to the occurrence of the intervening subject in ORCs. The new findings reported in the thesis show that structural dissimilarity can modulate sentence comprehension in aphasia. Interestingly, IWA can override Minimality effects in ORCs and derive correct sentence meaning if the featural specifications of the constituents are maximally different, because they can more easily distinguish the moved object and the intervening subject given their reduced processing capacities. This dissertation presents new scientific knowledge that highlights how the syntactic theory of RM helps to uncover selective effects of morpho-syntactic features on sentence comprehension in aphasia, emphasizing the close link between assumptions from theoretical syntax and empirical research.Personen mit Aphasie (PmA) verstehen Objektrelativsätze (ORS) häufig schlechter als Subjektrelativsätze (SRS). Im linguistisch basierten Ansatz der relativierten Minimalitätstheorie (RM; Rizzi, 1990, 2004) wird diese sog. Subjekt-Objekt-Asymmetrie dadurch erklärt, dass bei PmA aufgrund reduzierter Verarbeitungskapazitäten ein sog. Minimalitätseffekt in ORS auftritt (Garraffa & Grillo, 2008; Grillo, 2008, 2009), der die Verarbeitung erschwert. Dieser entsteht dadurch, dass das eingebettete Subjekt in der syntaktischen Abhängigkeit zwischen dem bewegten Objekt und seiner Spur interveniert. Im Gegensatz dazu gibt es in SRS kein intervenierendes Element. Anhand von Ergebnissen aus psycholinguistischen Studien (Belletti et al., 2012; Friedmann et al., 2009) wird zudem angenommen, dass der Minimalitätseffekt in ORS reduziert wird, wenn sich das bewegte Objekt und das intervenierende Subjekt hinsichtlich ihrer syntaktischen Merkmale unterscheiden. Für das Deutsche wird von der RM vorhergesagt, dass die Merkmale Numerus (Singular vs. Plural) und [+NP] (volle Nominalphrasen vs. Pronomen) für das Auftreten des Minimalitätseffekts relevant sind. Je stärker sich die Konstituenten hinsichtlich relevanter syntaktischer Merkmale unterscheiden, desto stärker wird die Verarbeitung von ORS fazilitiert, weil PmA leichter zwischen dem bewegten Objekt und dem intervenierenden Subjekt unterscheiden können.
In dieser kumulativen Dissertation wird überprüft, ob mithilfe der RM Leistungsmuster bei der Verarbeitung von Relativsätzen in deutsch-sprechenden PmA erklärt werden können. Zu diesem Zweck wurden zwei Studien durchgeführt, in denen das Visual-World-Eyetracking-Paradigma mit einer auditiven Referenten-Identifikationsaufgabe kombiniert wurde, um die Offline- und Online-Verarbeitung von Relativsätzen zu untersuchen. Dabei wurde überprüft, (a) ob bei PmA eine Subjekt-Objekt-Asymmetrie auftritt, (b) ob die Verarbeitung von ORS durch die unterschiedliche Markierung des Objekts und des Subjekts hinsichtlich der Merkmale Numerus und/oder [+NP] fazilitiert wird und (c) ob die Satzverarbeitung weiter fazilitiert wird, wenn sich die Argumente in mehreren Merkmalen unterscheiden. Darüber hinaus wurden kasus-markierte (Desambiguierung durch Kasus am Relativpronomen oder am Determinierer der nachfolgenden Nominalphrase) oder numerus-markierte Relativsätze (Desambiguierung durch Flexion des satzfinalen Verbs) verglichen. Dadurch wurde untersucht, ob der Zeitpunkt der Disambiguierung einen Einfluss auf die Verarbeitung von Relativsätzen hat. Laut der RM sollte der Minimalitätseffekt nicht durch Kasus als morpho-syntaktisches Merkmal beeinflusst werden. Dennoch werden kasus-markierte Sätze früher desambiguiert als numerus-markierte Sätze, weshalb ein Verarbeitungsvorteil für kasus-markierte Relativsätze zu erwarten ist.
In Studie I wurden die Zielsätze hinsichtlich der Wortstellung (SRS vs. ORS) und des [+NP]-Merkmals variiert (volle Nominalphrase vs. Pronomen als eingebettetes Element). Darüber hinaus wurde der Einfluss dieser Manipulationen in kasus- und numerus-markierten Relativsätzen untersucht. Dadurch wurde beeinflusst, inwiefern sich die Konstituenten in relevanten morpho-syntaktischen Merkmalen unterscheiden. Die PmA zeigten eine Subjekt-Objekt-Asymmetrie, was durch das Auftreten eines Minimalitätseffekts in ORS erklärt werden kann. Im Gegensatz zu den Vorhersagen der RM konnte in ORS kein fazilitierender Effekt festgestellt werden, wenn sich die Konstituenten nur im Merkmal Numerus oder [+NP] unterschieden. Stattdessen verbesserten sich die Verstehensleistungen für solche ORS, in denen sich das bewegte Objekt und das eingebettete Subjekt hinsichtlich beider Merkmale Numerus und [+NP] unterschieden. In Studie II wurden kasus- und numerus-markierte ORS untersucht, wobei verschiedene Zeitpunkte der Disambiguierung berücksichtigt wurden. Hierbei zeigte sich ein leichter Verarbeitungsvorteil für kasus-markierte verglichen mit numerus-markierten ORS.
Zusammenfassend können mithilfe der RM nicht alle empirischen Daten von deutschsprachigen PmA erklärt werden. Die Verarbeitung von Relativsätzen wird durch das Auftreten des intervenierenden Subjekts in ORS beeinflusst. Die in der Dissertation berichteten Ergebnisse zeigen, dass die Satzverarbeitung bei Aphasie durch strukturelle Unterschiede zwischen den Konstituenten beeinflusst werden kann. Insbesondere kann der Minimalitätseffekt in ORS überwunden werden, wenn sich die Konstituenten hinsichtlich der morpho-syntaktischen Merkmale maximal unterscheiden. In diesem Fall können PmA das bewegte Objekt und das intervenierende Subjekt trotz ihrer reduzierten Verarbeitungskapazitäten voneinander unterscheiden. Das heißt, dass mithilfe der RM aufgezeigt werden kann, wie morpho-syntaktische Merkmale die Satzverarbeitung von PmA selektiv beeinflussen können. Dies betont die enge Verknüpfung zwischen Annahmen aus der theoretischen Syntax und empirischer Forschung
Mendelssohn Studien
Zum Gedenken an Cécile Lowenthal-Hensel (1923–2012) Christoph Schulte War Moses Mendelssohn ein deutscher Jude? Uta Lohmann »Geist der lebendigen Unterhaltung«. Moses Mendelssohn, seine Nachfolger und die Schauplätze skeptischer Reflexionen über Religion und Bildung in der Berliner Haskala Yael Sela Biblische Poesie als Entstehungsgeschichte der jüdischen Nation. Mendelssohns Psalmenübersetzung und ihre Wirkungsgeschichte in der Berliner Haskala Sebastian Panwitz Die Testamente der Brüder Joseph Mendelssohn (1813/18) und Abraham Mendelssohn Bartholdy (1833) Roland Dieter Schmidt-Hensel »Zigaro und Colifichette«. Ein musikalischer Silvesterspaß im Hause Mendelssohn Bartholdy Wolfgang Dinglinger »Was die Gefeierte an Klang geliebt, soll sichtbar nun ihr vor die Seele rücken«. ›Fête monstre‹ in der Leipziger Straße Nr. 3 am 15. März 1841 Christian Siebeck Enole von Mendelssohn. Eine Französin in der Familie Mendelssohn Jürgen Böhme »Das gänzliche Fehlen lyrischer Partien aber erschwert die Aufführung«. Arnold Mendelssohn und die Wiederentdeckung von Heinrich Schütz Eva Reineke und Roland Dieter Schmidt-Hensel Wer war Hugo Wach? Notizen zu Leben und Schaffen eines Architekten und Zeichners Stephan Dathe Felix Gilbert. Ein Professor aus dem 20. Jahrhundert – und ein Historiograph der Familie Mendelssohn (wider Willen?) Sebastian Panwitz Zur angeblichen Mitwirkung der Mendelssohn-Bank bei der Finanzierung Adolf Hitlers
Kultivierung ausgewählter Halophyten im salinen Indoor Farming und Modulation der Anbaubedingungen zur Optimierung der Metabolitenprofile für die menschliche Ernährung
With the many challenges facing the agricultural system, such as water scarcity, loss of arable land due to climate change, population growth, urbanization or trade disruptions, new agri-food systems are needed to ensure food security in the future. In addition, healthy diets are needed to combat non-communicable diseases. Therefore, plant-based diets rich in health-promoting plant secondary metabolites are desirable. A saline indoor farming system is representing a sustainable and resilient new agrifood system and can preserve valuable fresh water. Since indoor farming relies on artificial lighting, assessment of lighting conditions is essential. In this thesis, the cultivation of halophytes in a saline indoor farming system was evaluated and the influence of cultivation conditions were assessed in favor of improving the nutritional quality of halophytes for human consumption. Therefore, five selected edible halophyte species (Brassica oleracea var. palmifolia, Cochlearia officinalis, Atriplex hortensis, Chenopodium quinoa, and Salicornia europaea) were cultivated in saline indoor farming. The halophyte species were selected for to their salt tolerance levels and mechanisms. First, the suitability of halophytes for saline indoor farming and the influence of salinity on their nutritional properties, e.g. plant secondary metabolites and minerals, were investigated. Changes in plant performance and nutritional properties were observed as a function of salinity. The response to salinity was found to be species-specific and related to the salt tolerance mechanism of the halophytes. At their optimal salinity levels, the halophytes showed improved carotenoid content. In addition, a negative correlation was found between the nitrate and chloride content of halophytes as a function of salinity. Since chloride and nitrate can be antinutrient compounds, depending on their content, monitoring is essential, especially in halophytes. Second, regional brine water was introduced as an alternative saline water resource in the saline indoor farming system. Brine water was shown to be feasible for saline indoor farming
of halophytes, as there was no adverse effect on growth or nutritional properties, e.g. carotenoids. Carotenoids were shown to be less affected by salt composition than by salt concentration. In addition, the interaction between the salinity and the light regime in indoor farming and greenhouse cultivation has been studied. There it was shown that interacting light regime and salinity alters the content of carotenoids and chlorophylls. Further, glucosinolate and nitrate content were also shown to be influenced by light regime. Finally, the influence of UVB light on halophytes was investigated using supplemental narrow-band UVB LEDs. It was shown that UVB light affects the growth, phenotype and metabolite profile of halophytes and that the UVB response is species specific. Furthermore, a modulation of carotenoid content in S. europaea could be achieved to enhance health-promoting properties and thus improve nutritional quality. This was shown to be dose-dependent and the underlying mechanisms of carotenoid accumulation were also investigated. Here it was revealed that carotenoid accumulation is related to oxidative stress.
In conclusion, this work demonstrated the potential of halophytes as alternative vegetables produced in a saline indoor farming system for future diets that could contribute to ensuring food security in the future. To improve the sustainability of the saline indoor farming system, LED lamps and regional brine water could be integrated into the system. Since the nutritional properties have been shown to be influenced by salt, light regime and UVB light, these abiotic stressors must be taken into account when considering halophytes as alternative vegetables for human nutrition.Angesichts zahlreicher Herausforderungen wie Wasserknappheit oder Verlust landwirtschaftlicher Nutzflächen aufgrund des Klimawandels, Bevölkerungswachstum und Verstädterung sind neue Systeme der Agrar- und Lebensmittelproduktion (Agrifood-Systeme) erforderlich, um die Ernährungssicherheit in der Zukunft zu gewährleisten. Eines dieser neuen Agrifood-Systeme ist das Indoor Farming. Es bietet den Vorteil einer nachhaltigen und resilienten Nahrungsmittelproduktion. In Kombination mit dem Anbau von Salzpflanzen kann wertvolles Süßwasser eingespart werden, da diese mit Salzwasser bewässert werden können. Durch eine pflanzliche Ernährung, die reich an sekundären Pflanzenstoffen mit gesundheitsfördernden Eigenschaften ist, kann eine gesunde Ernährung erreicht werden. Dadurch kann das Risiko für nicht übertragbare Krankheiten wie Diabetes oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen gesenkt werden. In dieser Arbeit wurde untersucht, ob salztolerante Pflanzen (Halophyten) als alternatives Gemüse für die menschliche Ernährung geeignet sind und ob sie in einem salzhaltigen Indoor Farming System angebaut werden können. Zu diesem Zweck wurden fünf essbare Halophyten (Palmkohl, Gartenmelde, Löffelkraut, Quinoa und Europäische Queller) untersucht. Mit diesen Halophyten wurden verschiedene Pflanzenstudien durchgeführt, um den Einfluss von Salz, Licht und UVB-Strahlung auf für die menschliche Ernährung relevante Inhaltsstoffe zu untersuchen. In der ersten Studie wurde untersucht, welchen Einfluss das salzhaltige Indoor Farming System auf die Salzpflanzen und ihre Inhaltsstoffe hat. Es konnte festgestellt werden, dass sich die Inhaltsstoffe mit steigender Salzkonzentration im Wasser verändern. Weiterhin wurde untersucht, ob sich regionales Solewasser aus einer Thermalquelle als Salzwasserressource eignet. Es zeigte sich, dass das Solewasser keine negativen Auswirkungen auf das Wachstum oder die Inhaltsstoffe hat. Darüber hinaus wurde das Indoor-Farming System mit dem klassischen Gewächshausanbau von Salzpflanzen verglichen. Dabei zeigte sich ein Einfluss der unterschiedlichen Beleuchtung auf die Inhaltsstoffe. Schließlich wurde der Einsatz von UVB-LEDs als zusätzliche Beleuchtung getestet. Dabei wurde eine Verbesserung des Inhaltsstoffprofils erreicht.
Zusammenfassend konnte in dieser Arbeit gezeigt werden, dass Salzpflanzen in Indoor-Farming kultiviert werden können und dass die ernährungsphysiologischen Eigenschaften durch Salz, Beleuchtung und UVB-Licht beeinflusst werden können