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Frauen in Bewegung
Wie Frauen aus der Türkei ihre politischen Handlungsspielräume zwischen West-Berlin und der Türkei erweiterten – eine neue Perspektive auf Migration, Geschlecht und politische Bewegungen.
Migration hat die deutsche Gesellschaft tiefgreifend verändert. Wenig Beachtung als politische Akteurinnen fanden bislang Frauen, die seit den 1960er Jahren auch aus der Türkei zur Arbeit nach Westdeutschland kamen. Dabei waren Migrantinnen oft treibende Kräfte sozialen und politischen Wandels. Ob Vereinbarkeit von Lohnarbeit und Familie, kommunales Wahlrecht oder eigenständiges Aufenthaltsrecht: Migrantinnen brachten Themen auf die politische Agenda, die geltende Konzepte von Arbeit, Geschlecht und Staatsbürgerschaft in Frage stellten.
Elisabeth Kimmerle untersucht am Beispiel von West-Berlin, wie Migrantinnen aus der Türkei für ihre Rechte kämpften. Entlang sozialer Räume wie der Fabrik, dem Frauenwohnheim, der Straße und Frauenläden zeichnet sie den Wandel migrantischer Selbstorganisation zwischen 1961 und 1989 aus transnationaler und geschlechtergeschichtlicher Perspektive nach. Anhand zahlreicher Archivquellen und Interviews mit Zeitzeuginnen werden deren Erfahrungen und politische Räume jenseits von Parteien und Gewerkschaften sichtbar. Diese intersektionale Perspektive auf Migration und Geschlecht bietet neue Einblicke in die Geschichte migrantischer Kämpfe und zeigt, wie das »Private« in der Einwanderungsgesellschaft zum Politischen wurde
Individuelle Faktoren bei Studienwahlmotiven in informatiknahen Studiengängen
Menschen entscheiden sich aus verschiedenen Gründen für ein informatiknahes Studium. Die individuellen Unterschiede in der Motivation und den Erwartungen, welche in diesem Fachgebiet die Studienwahl beeinflussen, wurden aber bislang nur wenig erforscht. Der vorliegende Beitrag untersucht für drei informatiknahe Studiengänge, ob Studienwahlmotive von Geschlecht, informatischer Vorbildung und Studiengang abhängen. Die Analyse erfolgte durch logistische Regression mit den Daten einer Studie mit 583 Teilnehmenden, die zwischen 2010 und 2022 in der Programmiergrundlagenvorlesung einer deutschen Universität durchgeführt wurde. Es zeigt sich, dass Studienwahlmotive von Studierenden informatiknaher Studiengänge von den fachlichen Vorkenntnissen und dem Studiengang, nicht aber vom Geschlecht abhängig sind. Die Erwartungen an das Studium sind weitestgehend unabhängig von Geschlecht, fachlichen Vorkenntnissen und Studiengang. Die Ergebnisse können zur Weiterentwicklung informatiknaher Studiengänge beitragen, indem die einzelnen Heterogenitätsdimensionen bei Überlegungen zur Studienganggestaltung, -bewerbung und der Betreuung von Studierenden berücksichtigt werden
„Informatik und Gesellschaft“ in der Hochschullehre
Der Beitrag behandelt die hochschuldidaktische Fragestellung nach der Ausgestaltung der Rolle von „Informatik und Gesellschaft“ in der Hochschullehre über eine Untersuchung von Modulhandbüchern ausgewählter Informatikstudiengänge an norddeutschen Universitäten. Die Modulhandbücher wurden qualitativ-inhaltsanalytisch untersucht, wobei insbesondere auch Häufigkeitsanalysen durchgeführt wurden. Die Ergebnisse der Untersuchung legen Handlungsbedarfe in der Curriculumsentwicklung von Informatikstudiengängen offen: So sind eigenständige Lehrveranstaltungen zu „Informatik und Gesellschaft“ häufig nicht (verpflichtend) vorgesehen. Kompetenzen zu diesem Bereich, wie sie bspw. von der Gesellschaft für Informatik für Bachelor- und Masterstudiengänge empfohlen werden, müssten demnach implizit über andere Lehrveranstaltungen hinweg vermittelt werden. Hierbei werden jedoch v. a. Kompetenzen im Zusammenhang mit datenschutzrechtlichen Fragestellungen häufig adressiert, wohingegen ethische Aspekte und gesellschaftliche Implikationen nur selten thematisiert werden
Fontane Blätter
Die „Fontane Blätter“ wurden 1965 als Halbjahresschrift des Theodor-Fontane-Archivs begründet und erscheinen ab 2025 einmal jährlich. Seit Heft 58 (1994) werden sie gemeinsam im Auftrag des Theodor-Fontane-Archivs und der "Theodor Fontane Gesellschaft e.V." herausgegeben. Sie sind nicht nur ein wissenschaftsgeschichtliches Zeugnis und ein Ort wichtiger Editionen von Materialien von und zu Fontane, sondern bis heute das wichtigste Periodikum der Fontane-Forschung.
Beiträge für die „Fontane Blätter“ werden entsprechend dem Peer-Review-Verfahren von einem unabhängigen Beirat begutachtet. Über die Veröffentlichung entscheiden die Herausgeber gemeinsam mit dem Beirat
Strukturelle Aufklärung von Schlüsselenzymen beim anaeroben Cholesterinabbau in Sterolibacterium denitrificans
Sterols are a class of highly stable hydrocarbon molecules that are abundant as membrane constituents, leading to their prevalence in the environment as micropollutants. The betaproteobacterium Sterolibacterium denitrificans is capable of complete metabolism of cholesterol to carbon dioxide and serves as the model organism for oxygenase-independent sterol degradation research. The metabolic pathway for isoprenoid sidechain degradation differs depending on the type of sidechain, whether saturated (e.g. cholesterol) or unsaturated (e.g. stigmasterol). The activation of unsaturated side chains is catalysed by hydroxylation at the C25 position by an αβγ-heterotrimeric molybdenum-dependent steroid C25 dehydrogenase (S25DH1), whereas saturated side chain sterols are desaturated at the C24 position, introducing a second double bond by an, only recently described, flavin-containing Δ24-steroid desaturase (Δ24-SD). In this thesis, the structure of both enzymes was determined using cryo-electron microscopy single particle analysis. The S25DH1 structure reveals a membrane-binding mechanism involving a N-terminal membrane anchor and an amphipathic helix, likely allowing efficient substrate extraction from the inner plasma membrane. Given the S25DH1 ’s potential as a catalyst for the production of 25-hydroxycholecalciferol, a precursor of the active form of vitamin D, a mutation was proposed to enhance its productivity in vivo. Comparison with homologous enzymes was undertaken, which revealed a comprehensive mechanism for membrane binding in each of the different enzymes. The Δ24-SD was found to form a novel βααβ-tetrameric complex containing an FAD-cofactor in each subunit, which was then analysed to demonstrate a possible substrate-dependent complex-assembly mechanism.Sterole werden als eine Klasse hochstabiler Kohlenwasserstoffmoleküle klassifiziert, die als Bestandteile von Membranen in hohen Konzentrationen vorkommen und in der Umwelt als organische Mikroschadstoffe bestehen. Das Betaproteobakterium Sterolibacterium denitrificans ist in der Lage, Cholesterin vollständig in Kohlenstoffdioxid umzuwandeln und dient als Modellorganismus für die Erforschung des oxygenase-unabhängigen Sterolabbaus. Der Stoffwechselweg für den Abbau von Isoprenoid-Seitenketten unterscheidet sich je nach Art der Seitenkette des Sterols, ob gesättigt (beispielsweise Cholesterol) oder ungesättigt (beispielsweise Stigmasterol). Die Aktivierung ungesättigter Seitenketten wird durch Hydroxylierung an der C25-Position durch eine αβγ-heterotrimere molybdänabhängige Steroid-C25-Dehydrogenase (S25DH1) katalysiert, wohingegen gesättigte Seitenketten-Sterole an der C24-Position entsättigt werden, wobei eine zweite Doppelbindung durch eine erst kürzlich beschriebene, Flavin-haltige Δ24-Steroid-Desaturase (Δ24-SD) eingeführt wird. In der vorliegenden Arbeit wurde die Struktur der beiden Enzyme durch kryo-elektronenmikroskopischen Einzelpartikelanalyse bestimmt. Die Struktur von S25DH1 zeigt einen Membranbindungsmechanismus, der durch einen N-terminalen Membrananker und eine amphipathische Helix charakterisiert ist. Dieser Mechanismus ermöglicht eventuell eine effiziente Substratextraktion aus der inneren Plasmamembran. Angesichts des Potenzials von S25DH1 als Katalysator für die Produktion von 25-Hydroxycholecalciferol, einer Vorstufe des aktiven Vitamin Ds, wurde eine Mutation vorgeschlagen, um die Enzymproduktivität in vivo zu steigern. Ein Vergleich mit homologen Enzymen ergab einen umfassenden Mechanismus für die Membranbindung in jedem der verschiedenen Enzyme. Für die 24-SD wurde ein neuartiger tetramerer Komplex entdeckt, der auf einen möglichen substratabhängigen Mechanismus für die Komplexbildung hinweist
Ein kombinierter Ansatz zur Erforschung der Gehirngesundheit: Etablierung eines in-vitro-Modells der Blut-Hirn-Schranke und Untersuchung der Spurenelementhomöostase in vivo
The blood-brain barrier (BBB) plays a crucial role in regulating the transfer of substances between the blood and the brain, ensuring proper neuronal function and maintaining the brain’s homeostasis. Understanding the mechanisms regulating BBB function is essential for studying both its protective role and its potential vulnerabilities. To investigate these mechanisms, various experimental approaches are employed, including in vitro models that aim to replicate key aspects of the structure and function of the BBB. In this context, establishing an in vitro BBB model that incorporates multiple cell types, including neurons, is essential for replicating the physiological complexity of the brain microenvironment. Such models enable a deeper understanding of BBB permeability and interactions between endothelial cells, astrocytes, and neurons. This interplay is particularly important in the context of neurotoxicants and the homeostasis of essential trace elements, as the transport and regulation of these neuroactive substances are tightly controlled by the BBB. Including neurons in the model allows for a more complex and comprehensive analysis of how TEs and neurotoxicants affect BBB and neuronal health.
In this thesis, building upon a previously established model, a triple co-culture model of the BBB was successfully further refined and further developed using primary porcine brain endothelial cells, astrocytes, and neurons, both of human origin. Preliminary viability testing identified a suitable medium that supported all three cell types. Furthermore, barrier integrity was evaluated as an essential biomarker for BBB models through transendothelial electrical resistance measurements. These showed that co-culturing endothelial cells with astrocytes in direct contact significantly enhanced transendothelial electrical resistance compared to endothelial monocultures, indicating improved barrier function. The functionality of the refined model was validated by testing its permeability to two different forms of the known neurotoxicant mercury: methylmercury and mercuric mercury. Methylmercury served as a positive control for transfer across the BBB, as it is known to penetrate biological barriers, while mercuric mercury served as a negative control, as it can not cross the BBB itself. The results demonstrated that methylmercury passed the in vitro BBB with consistent transfer rates across all concentrations tested, which correlated with reduced neurite mass in neurons, a hallmark of neurotoxicity. In contrast, no transfer of mercuric mercury was observed, highlighting the selective permeability of the model. To investigate potential neuroprotective strategies, the role of the trace element selenium in mitigating mercury-induced neurotoxicity was evaluated. Pre-treatment of neurons with sodium selenite partially protected against mercury toxicity, as evidenced by a reduction in neurite degeneration. However, bioavailability analysis revealed that mercury accumulation in neurons was higher in the presence of selenium, likely due to the formation of Hg-Se complexes, which may sequester mercury and reduce its interaction with cellular targets. A comparative analysis between the triple co-culture BBB model and a neuron monoculture highlighted the importance of physiologically relevant, multicellular systems. Accordingly, the effects of methylmercury on neurite mass were more severe in the BBB model, likely due to the presence of astrocytes, which can modulate Hg transfer and toxicity. However, the protective effect of selenium was consistent across both models, indicating a strong potential as a neuroprotective agent.
To further investigate trace element homeostasis, an in vivo study was conducted with mice exposed to different dietary concentrations of copper, iron, manganese, selenium, and zinc. Analysis of these trace elements in the cerebellum revealed that trace element levels were largely unaffected by dietary fluctuations, suggesting tight homeostatic regulation in the brain. In contrast, age was a significant factor, as total copper and iron accumulated in older mice, while sex-specific differences were observed for manganese and selenium, which were higher in female animals. These findings underline the brain’s ability to maintain balanced trace element levels despite changes in nutritional supply. In addition to trace element quantification, an expression analysis of trace element-related transport proteins was performed. While some changes in transporter expression were determined, they only partially correlated with variations in trace element content, indicating that most of these transport systems are not regulated at the transcriptional level by dietary intake. This highlights the complexity of trace element homeostasis and the need for further studies to understand how transporters, the BBB, and cellular interactions contribute to maintaining proper trace element levels.
In summary, this work emphasises the importance of physiologically relevant in vitro systems that reproduce the brain’s microenvironment and offers a basis for future research on the interplay between BBB function, trace element homeostasis, and neuronal health.Die Blut-Hirn-Schranke (BHS) reguliert den Stoffaustausch zwischen Blut und Gehirn und gewährleistet damit die Aufrechterhaltung der neuronalen Homöostase sowie die reguläre Funktion der Neuronen. Ein Verständnis ihrer Regulationsmechanismen ist entscheidend, um Schutzfunktionen und Schwachstellen zu erforschen. In-vitro-Modelle, die die Struktur und Funktion der BHS nachbilden, sind hierfür essenziell. Besonders Modelle mit mehreren Zelltypen, einschließlich Neuronen, ermöglichen ein tieferes Verständnis der Barrierepermeabilität und der Interaktionen zwischen Endothelzellen, Astrozyten und Neuronen. Diese sind für die Kontrolle neurotoxischer Substanzen und die Regulation essenzieller Spurenelemente durch die BHS besonders wichtig.
In dieser Arbeit wurde ein bestehendes Modell der BHS weiterentwickelt, welches neben primären Endothelzellen des Schweinehirns und menschlichen Astrozyten auch humane Neuronen umfasst. In Vorversuchen wurde zunächst ein geeignetes Medium zur Unterstützung aller Zelltypen identifiziert. Als wesentlicher Biomarker für Modelle der BHS wurde die Barriereintegrität über den transendothelialen elektrischen Widerstand (TEER) überwacht. Die Kokultivierung von Endothelzellen und Astrozyten erhöhte den TEER deutlich gegenüber der Monokultur, was auf eine verbesserte Barrierefunktion hinweist.
Die Funktionalität des Modells wurde in Permeabilitätsstudien mit zwei Formen des bekannten neurotoxischen Quecksilbers getestet: organischem Methylquecksilber (MeHg) und anorganischem Quecksilberchlorid (HgCl₂). MeHg diente als Positivkontrolle, da es biologische Barrieren überqueren kann, wohingegen HgCl₂ als Negativkontrolle verwendet wurde, da es selbst die Schranke nicht passieren kann. Die Ergebnisse belegten die selektive Durchlässigkeit des Modells, da MeHg über die Barriere transferierte und die Neuritenmasse reduzierte, wohingegen kein Transfer von HgCl₂ beobachtet wurde und die Neuritenmasse unverändert blieb.
Zusätzlich wurde die potenzielle neuroprotektive Wirkung von Selen (als Natriumselenit) untersucht. Dabei ergab sich, dass eine Vorbehandlung der Neuronen mit Selen die MeHg-induzierte Neuritendegeneration verringerte, obwohl die Quecksilberakkumulation in den Zellen zunahm. Dies ist vermutlich auf die Bildung inaktiver Quecksilber-Selen-Komplexe zurückzuführen.
Der Vergleich mit neuronalen Monokulturen zeigte, dass MeHg im BHS-Modell stärkere Schäden verursachte, was die Bedeutung von Astrozyten bei der Modulation von Transfer und Toxizität unterstreicht. Der protektive Effekt von Selen war jedoch in beiden Systemen vergleichbar, was auf sein Potenzial als neuroprotektives Mittel hinweist.
Zur Erforschung der Spurenelementhomöostase wurde ergänzend eine in-vivo-Studie mit Mäusen durchgeführt. Die Tiere erhielten Futter mit unterschiedlichen Konzentrationen von Kupfer, Eisen, Mangan, Selen und Zink. Die Analyse des Cerebellums zeigte, dass deren Gehalte weitgehend unabhängig von der Nahrungszufuhr blieben. Dies lässt auf eine strikte homöostatische Regulation schließen. Im Gegensatz dazu war das Alter ein signifikanter Einflussfaktor, da sich Kupfer und Eisen in älteren Mäusen anreicherten. Daneben wurden auch geschlechtsspezifische Unterschiede beobachtet, da die Mangan- und Selengehalte in weiblichen Tieren deutlich höher waren als in Männchen.
Zusätzlich wurde die Genexpression von Proteinen untersucht, die für den Transport der Spurenelemente ins Gehirn eine Rolle spielen. Allerdings wurden nur wenige Veränderungen beobachtet und da diese auch nur teilweise mit dem Spurenelementgehalt im Futter korrelierten, kann daraus geschlussfolgert werden, dass die Regulation der Spurenelementtransporter auf transkriptioneller Ebene nicht durch die Nahrungszufuhr reguliert wird. Diese Ergebnisse verdeutlichen die Komplexität der Spurenelementhomöostase im Gehirn und demonstrieren die Notwendigkeit weiterer Studien, um zu verstehen, wie die BHS, ihre Transporter sowie zelluläre Interaktionen zur Aufrechterhaltung der neuronalen Gesundheit beitragen.
Zusammenfassend unterstreicht diese Arbeit die Bedeutung multizellulärer in-vitro-Systeme zur Untersuchung der BHS. Das weiterentwickelte Modell bietet eine physiologisch relevante Plattform zur Analyse möglicher Neurotoxizität und Spurenelementhomöostase. Zudem liefern die in vivo Ergebnisse wichtige Hinweise auf alters- und geschlechtsspezifische Unterschiede sowie auf die strikte Regulation essenzieller Spurenelemente im Gehirn. Diese Erkenntnisse bilden eine Grundlage für zukünftige Studien zum Zusammenspiel zwischen BHS-Funktion, Spurenelementhaushalt und neuronaler Gesundheit
Eine Metaanalyse und Replikationsstudie zu den Auswirkungen von Bewegungstherapie bei Patienten mit Depressionen und die potenzielle Rolle von Leptin
Depression is a common mental disorder that is increasing rapidly across the globe. Despite the significant impact of depression on quality of life and burden on healthcare systems, many affected individuals still do not receive adequate treatment. Traditional therapies, such as psychotherapy and pharmacological therapy, are often associated with side effects, high costs, and long waiting periods. Consequently, there is a growing need for safe, evidence-based, non-pharmacological treatments that can be easily integrated into daily life. Exercise is a promising and easily accessible treatment option, recommended in clinical guidelines for mild to moderate depression, due to the positive effects on depressive symptoms. However, the precise mechanisms of exercise on depression remain unclear.
This dissertation aimed to:
(1) Provide an overview of the effects of exercise on depressive symptoms, highlighting the importance of exercise as an alternative treatment option for depression while accounting for publication bias.
(2) Investigate how endurance exercise interventions of varying intensities influence the alleviation of depression after cognitive-behavioral therapy (CBT) in individuals with major depressive disorder (MDD).
(3) Examine the potential link between leptin dysregulation and depression by comparing leptin levels in individuals with MDD to those in healthy controls (HC) and assessing the effects of both an acute and a 12-week exercise intervention.
The main findings of this dissertation are as follows: (1) The systematic review and meta-analysis of 41 studies revealed that exercise interventions significantly reduced depressive symptoms compared to inactive control groups (Standardized Mean Difference (SMD) = -.946, 95% Confidence Interval (CI) -1.18 to -.71). Subgroup analyses demonstrated particularly large effects in participants with diagnosed MDD (SMD = -.998, 95% CI -1.39 to -.61) and in supervised exercise interventions (SMD = -1.026, 95% CI -1.28 to -.77,). Studies with a low risk of bias showed moderate effects (SMD = -.666, 95% CI -.99 to -.34). (2) The study comparing different exercise intensities and a waiting list control group (WL) as an adjunct to CBT found that high-intensity exercise (HEX) significantly improved physical fitness compared to low-intensity exercise (LEX) and the waiting list control group (WL) (p = .031). All groups, including HEX, LEX and WL, showed a significant reduction in depressive symptoms from baseline to follow-up (p < .001), with no significant differences between the groups. (3) The analysis of the effect of exercise on leptin levels in MDD found no significant differences between MDD patients and HC. However, significant correlations with body weight (HC: p = .005; MDD: p = .043) and body fat content (HC: p < .001; MDD: p < .001) were found in both groups. Exercise did not significantly affect leptin levels, yet depressive symptoms significantly decreased in all groups (HEX, LEX, WL) during the 12-week exercise intervention (p < .001).
In summary, the findings of the research presented in this dissertation underscore the significance of exercise as a potential treatment for reducing depressive symptoms. The hypothesized role of leptin in this context could not be confirmed. Although previous studies suggested leptin as a potential moderator, leptin levels in this study remained stable, regardless of exercise or the presence of depression. Nonetheless, exercise may influence leptin response under certain conditions. Despite the lack of a direct link between leptin, MDD and exercise, the reduction of fat mass trough exercise remains relevant for leptin regulation and energy balance. The exact mechanisms by which exercise exerts an antidepressant effect remain unclear. However, the positive results of this research underline the potential of exercise as an alternative or complementary treatment for depression. Further studies are needed to better understand the underlying mechanisms, assess the long-term effects, and successfully integrate exercise into clinical practice.Depressionen gehören zu den weltweit am häufigsten auftretenden psychischen Erkrankungen und ihre Prävalenz nimmt weiterhin rapide zu. Trotz der erheblichen Belastungen, die Depressionen sowohl für die Gesundheitssysteme als auch für die Lebensqualität der Betroffenen darstellen, erhalten viele Erkrankte nach wie vor keine adäquate Behandlung. Herkömmliche Therapieansätze wie Psychotherapie und Pharmakotherapie sind häufig mit Nebenwirkungen verbunden, kostenintensiv und führen zu langen Wartezeiten. Daraus ergibt sich ein wachsender Bedarf an sicheren, evidenzbasierten und nicht-pharmakologischen Behandlungsansätzen, die sich leicht in den Alltag integrieren lassen. Eine vielversprechende Option, die in den letzten Jahren zunehmende Aufmerksamkeit erhalten hat, ist körperliche Bewegung. Sie stellt eine niedrigschwellige, leicht zugängliche Behandlungsoption dar, die in klinischen Leitlinien für leichte bis mittelschwere Depressionen anerkannt ist, da sie depressive Symptome nachweislich reduziert. Der genaue Wirkmechanismus von Bewegung bei Depressionen ist jedoch noch nicht vollständig geklärt.
Das Ziel dieser Dissertation war es,
(1) einen umfassenden Überblick über die Auswirkungen von Bewegung auf depressive Symptome zu geben und ihre Rolle als Behandlungsalternative von Depressionen unter besonderer Berücksichtigung von Publikationsverzerrungen hervorzuheben.
(2) die Auswirkungen einer Ausdauersport-Intervention mit verschiedenen Trainingsintensitäten als Ergänzung einer anschließenden kognitiven Verhaltenstherapie (CBT) bei Major Depressionen (MDD) zu untersuchen.
(3) den möglichen Zusammenhang zwischen Leptin-Dysregulation und Depression zu erforschen, wobei der Fokus auf den Leptinspiegeln von MDD-Patient*innen im Vergleich zu gesunden Kontrollpersonen (HC) und den Effekten einer akuten sowie einer 12-wöchigen Sportintervention lag.
Die zentralen Ergebnisse dieser Dissertation lassen sich wie folgt zusammenfassen: Erstens zeigte die systematische Übersichtsarbeit und Meta-Analyse von 41 Studien, dass Bewegungsinterventionen im Vergleich zu inaktiven Kontrollgruppen moderate bis große Effekte auf die Reduktion depressiver Symptome haben (Standardisierte mittlere Differenz (SMD) = -.946, 95% Konfidenzintervall (KI) -1.18 bis -.71, p < .001). Subgruppenanalysen ergaben besonders große Effekte bei Teilnehmer*innen mit diagnostizierter MDD (SMD = -.998, KI -1.39 bis -.61) und bei supervidierten Sportinterventionen (SMD = -1.026, KI -1.28 bis -.77). Studien mit geringem Verzerrungsrisiko zeigten moderate Effekte (SMD = -.666, KI -.99 bis -.34). Zweitens wurde im Rahmen der Untersuchung der Effekte einer Ausdauersport-Intervention in verschiedenen Trainingsintensitäten als Ergänzung zur CBT festgestellt, dass hochintensives Training (HEX) die körperliche Fitness signifikant stärker verbesserte als niedrigintensives Training (LEX) oder die Wartelistenkontrolle (WL) (p = .031). Alle Interventionsgruppen (HEX, LEX, WL) wiesen eine signifikante Reduktion depressiver Symptome auf (p < .001), allerdings ohne signifikante Unterschiede zwischen den Gruppen. Drittens ergaben die Analysen der Leptinwerte keinen signifikanten Unterschied zwischen MDD-Patienten und HC, zeigten jedoch in beiden Gruppen eine Korrelation mit dem Körpergewicht (HC: p = .005; MDD: p = .043) und dem Körperfettanteil (HC: p < .001; MDD: p < .001). Bewegung beeinflusste die Leptinwerte nicht signifikant, dennoch nahmen die depressiven Symptome in allen Gruppen (HEX, LEX, WL) während der 12-wöchigen Trainingsintervention signifikant ab (p < .001).
Insgesamt heben die Ergebnisse der in dieser Dissertation zusammengefassten und aufeinander abgestimmten Studien die Wirksamkeit von Bewegung als Intervention zur Verringerung depressiver Symptome hervor. Die vermutete Rolle von Leptin als vermittelnder Mechanismus konnte jedoch nicht bestätigt werden. Obwohl frühere Studien Leptin als möglichen Einflussfaktor vorgeschlagen hatten, blieben die Leptinwerte in dieser Untersuchung sowohl unabhängig von Bewegung als auch von der Depression stabil. Bewegung scheint jedoch die Leptinantwort in Abhängigkeit von mehreren Faktoren beeinflussen zu können. Trotz des fehlenden direkten Zusammenhangs zwischen Leptin und MDD sowie der unbeeinflussten Leptinwerte durch Bewegung, bleibt die durch Bewegung bedingte Reduktion der Fettmasse ein relevanter Aspekt im Zusammenhang mit Leptin und dem Energiehaushalt. Die genauen Mechanismen, durch die Bewegung ihre antidepressive Wirkung entfaltet, sind weiterhin unklar. Die positiven Ergebnisse dieser Studien heben dennoch das Potenzial von Bewegung als ergänzende oder alternative Therapieform bei Depressionen hervor. Weitere Forschung ist notwendig, um die zugrunde liegenden Mechanismen besser zu verstehen, die Langzeiteffekte zu untersuchen und Bewegung effektiv in die klinische Praxis zu integrieren
Zwischen Stabilität und Stagnation
This report presents descriptive evidence on recent developments in the effectiveness and openness of international organisations between 1980 and 2023. Building on updated versions of two core datasets – the PIO dataset on output performance and the Transaccess dataset on non-state access – it provides comparative evidence on whether global governance has experienced stagnation or decline amid rising geopolitical tensions and autocratisation. The analysis shows that decision-making performance has remained relatively stable, with modest recovery following pandemicrelated disruptions, while institutional openness has largely stagnated since 2010. These findings suggest that earlier momentum toward greater democratic participation in global governance has levelled off but has not regressed. At the same time, the analysis reveals no apparent trade-off between institutional effectiveness and inclusiveness: both dimensions appear to be shaped by the democratic composition of member states. Overall, the report finds that multilateral institutions remain institutionally robust, maintaining stable outputs and participatory rules despite growing political pressures.Dieser Report präsentiert deskriptive Erkenntnisse zu den Entwicklungen in der Effektivität und Offenheit internationaler Organisationen zwischen 1980 und 2023. Basierend auf aktualisierten Versionen zweier zentraler Datensätze - dem PIO-Datensatz zur Output-Performance und dem Transaccess-Datensatz zu Zugangsmöglichkeiten nichtstaatlicher Akteure - liefert er vergleichende Erkenntnisse darüber, ob die globale Governance angesichts zunehmender geopolitischer Spannungen und wachsender Autokratisierung stagniert oder abnimmt. Die Analyse zeigt, dass die Performanz der Entscheidungsfindung relativ stabil geblieben ist und sich nach den pandemiebedingten Störungen leicht erholt hat, während die institutionelle Offenheit seit 2010 weitgehend stagniert hat. Diese Ergebnisse deuten darauf hin, dass die frühere Dynamik hin zu einer stärkeren demokratischen Teilhabe an der globalen Governance zwar abgeschwächt, aber nicht zurückgegangen ist. Gleichzeitig zeigt die Analyse keinen erkennbaren Zielkonflikt zwischen institutioneller Effektivität und Inklusivität; beide Dimensionen scheinen jedoch von der demokratischen Zusammensetzung der Mitgliedstaaten geprägt zu sein. Insgesamt kommt der Bericht zu dem Schluss, dass multilaterale Institutionen robust bleiben und trotz wachsenden politischen Drucks stabile Ergebnisse und partizipative Regeln aufrechterhalten