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    Archäologische Fenster

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    Ausgangspunkt und Zielsetzung: Ausgangspunkt für die Themenwahl zu dieser Masterarbeit war die Frage „Was genau sind archäologische Fenster?“. Die Frage ist nicht ganz unberechtigt, denn eine kleine Umfrage ergab, dass sich ein Großteil der Befragten zwar etwas unter diesem Begriff vorstellen kann, jedoch nur auf eine abstrakten Art und Weise. Die Zielsetzung für diese Arbeit war eine allgemeingültige Definition und Kategorisierung für archäologische Fenster festzulegen und wesentliche Kriterien aufzuzeigen, welche bei der Planung und Umsetzung von archäologischem Fenstern berücksichtigt werden sollten. Die Grundlage bildet die vorgestellte Literatur über die derzeitige Verwendung des Begriffes archäologische Fenster und die wesentlichen Arbeitsgrundlagen im Umgang mit archäologischen Denkmalen im historischen Überblick. Als Beispiele für die näheren Beschreibungen der Kategorien wurden ausschließlich Objekte aus Berlin und Brandenburg gewählt. Der für diesen Zweck erstellte Katalog der archäologischen Fenster in Berlin und Brandenburg ist zugleich die erste Gesamtübersicht zu den derzeit umgesetzten archäologischen Fenstern in der Region und wird am Abschluss der Arbeit kurz erläutert. Ergebnis: In der bisherigen Anwendung des Begriffes archäologisches Fenster zeigt sich eine synonyme Verwendung für die Präsentation von Strukturen baulicher Veränderungen an Gebäuden sowie für die Präsentation von archäologischen Befunden am Fundort nach einer Grabung. Die in dieser Arbeit eingeführte Kategorisierung ordnet diesen beiden Präsentationsformen den Oberbegriff des Befundfensters zu und unterscheidet dann in bauarchäologische und archäologische Fenster. Das bauarchäologische Fenster oder auch bauhistorische Fenster umfasst all jene Präsentationen von baulichen Veränderungen am aufgehenden Mauerwerk, welche durch eine bauarchäologische Untersuchung bzw. Restaurierung aufgedeckt wurden, sowie wieder zugänglich gemachte Räume, wie Keller, Grüfte oder Katakomben. Das archäologische Fenster definiert sich durch den Erhalt von archäologischen Befunden in situ und deren baulicher Eingliederung in die gegenwärtige Umgebung und Nutzungsansprüche, wodurch sie der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. In der Form seiner Umsetzung ist zwischen direkten und indirekten archäologischen Fenstern zu unterscheiden. Diese gliedern sich in weitere Untergruppen auf. In die erste Gruppe der direkten archäologischen Fenster sind Sichtfenster, Sichtgruben und Schaufenster einzuordnen. Dies sind in der Regel eine Öffnungen im Bodenbereich oder ein Bodenbelag, der durchsichtig ist oder eine andere Art von Durchblick gibt, und den Blick auf den darunter liegenden archäologischen Befund gestattet. Die zweite Gruppe umfasst verschiedene Formen von Schutzbauten, wie Schutzdächer oder Schutzhäuser. Sie eignen sich, um größere Grabungsflächen zu präsentieren. Die Freistellung ist die dritte Gruppe von direkten archäologischen Fenstern. Das indirekte archäologische Fenster gibt den archäologischen Befund durch einen Stellvertreter wieder, welcher in der Regel eine Bodenmarkierung oder räumliche Installation aus unterschiedlichen Werkstoffen oder Pflanzen sein kann. Diese Präsentationsform eignet sich vor allem um Gebäudegrundrisse und Mauerverläufe im öffentlichen Straßenraum zu präsentieren Der Erhalt und die Präsentation eines Bodendenkmals ist immer ein Produkt aktiver Kommunikations- und Kompromissbereitschaft aller Beteiligten eines Bauprojektes. Obwohl der Erhalt der archäologischen Denkmalsubstanz von den internationalen Richtlinien und Denkmalschutzgesetzen als oberste Priorität eingestuft wird, zeigt die Praxis, dass bodendenkmalpflegerische Belange häufig zu spät bei der Planung berücksichtigt werden und daher schwer durchzusetzen sind. Die Zielsetzung bei der Installation von archäologischen Fenstern ist der Erhalt des ergrabenen Bodendenkmals und dessen Präsentation am Fundort. Der vorhandene archäologische Befund wird ins kollektive Gedächtnis der Gegenwart zurückgeholt. Zusätzlich wird über die Besiedlungsgeschichte des Ortes informiert. Ferner kann die Denkmalpflege durch solche Beispiele ihr Arbeitsgebiet an die Öffentlichkeit vermitteln und so für den Erhalt des ober- und unterirdischen kulturellen Erbes werben. Die untersuchten 72 archäologischen Fenster aus der Region Berlin und Brandenburg haben gezeigt, dass es sowohl positive und negative Umsetzungen gibt. Vor allen wenn Unkraut, Moose, verwittertes Material und Vandalismus, sowie fehlende Informationen die Installation unverständlich machen, erfüllt das archäologische Fenster nicht seine Funktion. Besonders positiv fallen archäologische Fenster auf, wenn sie in ein Ausstellungskonzept eingebunden sind oder wenn sie als Ergänzung zu sichtbaren Strukturen auftreten, zum Beispiel als Verlängerung von Stadtmauern. Es muss für jedes neu geplante archäologische Fenster Voraussetzung sein, dass ihm eine Konzeption mit funktionalen und didaktischen Ansprüchen zugrunde gelegt wird. Bauliche Eingriffe sollen auf die Denkmalsubstanz vermieden werden, wenn nötig nur minimal erfolgen. Ferner muss ein dauerhaftes Pflege- und Kontrollsystem in dem Konzept mit eingebunden werden. Auf diese Weise können archäologische Fenster, wie es Dölf Wild für Zürich aufzeigt, zu einem positiven öffentlichen Meinungsbild denkmalpflegerischer Arbeit beitragen und gleichzeitig ein historischer Orientierungspunkt für Anwohner, Bewohner und Touristen werden.Starting point and objective: The starting point for the choice of topic for this master's thesis was the question "What exactly are archaeological windows?". The question is not entirely unjustified, as a small survey showed that the majority of those questioned can imagine something under this term, but only in an abstract way. The aim of this work was to establish a generally valid definition and categorisation for archaeological windows and to identify key criteria that should be taken into account when planning and implementing archaeological windows. The basis is formed by the literature presented on the current use of the term archaeological window and the essential working principles in dealing with archaeological monuments in a historical overview. Only objects from Berlin and Brandenburg were chosen as examples for the detailed descriptions of the categories. The catalogue of archaeological windows in Berlin and Brandenburg compiled for this purpose is also the first complete overview of the archaeological windows currently implemented in the region and is briefly explained at the end of the work. Result: The term archaeological window has so far been used synonymously for the presentation of structures of structural alterations to buildings and for the presentation of archaeological features at the site after an excavation. The categorisation introduced in this thesis assigns these two The archaeologist assigns the generic term "feature window" to the various forms of presentation and then distinguishes between building archaeological and archaeological windows. The building archaeology window or building history window includes all those presentations of structural changes to the rising masonry that have been uncovered by a building archaeological investigation or restoration, as well as rooms that have been made accessible again, such as cellars, crypts or catacombs. The archaeological window is defined by the preservation of archaeological features in situ and their structural integration into the current environment and usage requirements, making them accessible to the public. A distinction is made between direct and indirect archaeological windows. These are subdivided into further subgroups. The first group of direct archaeological windows includes viewing windows, viewing pits and display windows. These are usually openings in the floor area or a floor covering that is transparent or provides another type of view and allows a view of the archaeological features below. The second group includes various forms of protective structures, such as shelters or shelters. They are suitable for presenting larger excavation areas. Exposed structures are the third group of direct archaeological windows. The indirect archaeological window presents the archaeological findings through a proxy, which can usually be a ground marker or spatial installation made of different materials or plants. This form of presentation is particularly suitable for presenting the layout of buildings and the course of walls in the public street space The preservation and presentation of an archaeological monument is always a product of active communication and compromise on the part of all parties involved in a construction project. Although the preservation of archaeological monuments is classified as a top priority by international guidelines and monument protection laws, practice shows that ground monument preservation concerns are often considered too late in the planning process and are therefore difficult to enforce. The aim of installing archaeological windows is to preserve the excavated monument and present it at the site where it was found. The existing archaeological findings are brought back into the collective memory of the present. In addition, information is provided about the settlement history of the site. Furthermore, the preservation of monuments can use such examples to communicate their field of work to the public and thus promote the preservation of the cultural heritage above and below ground. The 72 archaeological windows examined in the Berlin and Brandenburg region have shown that there are both positive and negative implementations. Above all, if weeds, moss, weathered material and vandalism, as well as a lack of information, make the installation incomprehensible, the archaeological window does not fulfil its function. Archaeological windows stand out particularly positively when they are integrated into an exhibition concept or when they appear as an addition to visible structures, for example as an extension of city walls. It must be a prerequisite for every newly planned archaeological window that it is based on a concept with functional and didactic requirements. Structural interventions in the fabric of the monument should be avoided and, if necessary, minimised. Furthermore, a permanent maintenance and monitoring system must be integrated into the concept. In this way, archaeological windows, as Dölf Wild demonstrates for Zurich, can contribute to a positive public opinion of monument conservation work and at the same time become a historical landmark for residents, inhabitants and tourists

    Spurensuche in Timmel. Die historischen Gebäude Timmels als Teil der Kulturlandschaft rund um die Fehrgebiete Ostfrieslands.

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    Das Dorf Timmel zählt rund 950 Einwohner und liegt in der ostfriesischen Gemeinde Großefehn im Landkreis Aurich. In seiner unmittelbaren Nähe wurde 1633 das "Große Fehn" durch vier Emder Bürger gegründet, die in Erbpachtrecht eine Erlaubnis erhielten, 400 Diemat (1 Diemat = ca. 0,57 ha) Hochmoor des unwegsamen Moorgebietes auf der ostfriesisch-oldenburgischen Halbinsel abzugraben und zu kultivieren. Timmel war zu damaligen Zeit bereits ein ansehnliches Kirchdorf, dessen erste archäologische Spuren bis in das 8. Jahrhundert n. Chr. datieren. Die mittelalterliche Siedlungs- und Wirtschaftsgeschichte war durch den Bau einer Kirche, die Gründung eines mittelalterlichen Klostervorwerks sowie die landwirtschaftliche Nutzung der umgebenen Niederungsgebiete und sandigen Geestböden geprägt, doch mit dem Beginn der Moorkolonisation erlangte der Ort für annähernd 200 Jahre eine zentrale Bedeutung für die Region. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts führte die zunehmende Industrialisierung zu einem wirtschaftlichen Niedergang der Fehnsiedlungen und auch Timmel verlor seine vorherrschende Position, sodass zunehmend wieder die Landwirtschaft zum Haupterwerbszweig der Bewohner wurde. Heute liegt die Gemeinde verkehrsgünstig zwischen den ostfriesischen Städten Aurich, Leer und Emden. Sie gilt gleichermaßen bei den Bewohnern wie auch bei Reisenden als attraktiver Wohnstandort und touristischer Anziehungspunkt in einer weitgehend intakten Kulturlandschaft. Im Spannungsfeld zwischen ostfriesischer Landesgeschichte und der regionalen Bedeutung des Ortes hat sich in Timmel ein vielschichtiges kulturelles Erbe erhalten, das von einem reichen archäologischen Bodenarchiv früher bäuerlicher und klerikaler Bautätigkeit bis zu aussagekräftigen Gebäuden aus der Zeit des Historismus reicht. Dabei zeigt die große Kontinuität im ländlichen Hausbau und regionalen Landesausbau, dass es die Bewohner immer wieder verstanden sich den veränderten Lebensbedingungen anzupassen. Im Laufe der Ortsgeschichte prägte sich eine kontrastreiche Bau- und Kulturlandschaft, deren Entwicklung bis in die Gegenwart als nicht abgeschlossen gelten kann. So gab es gerade in jüngerer Zeit viele positive Effekte, die zu einer Belebung des Ortes führten, doch ebenso gerieten historische Gebäude und Kulturlandschaftsteile im Zuge tiefgreifender Veränderungen landwirtschaftlicher Produktionsprozesse und dörflicher Sozialstrukturen in Bedrängnis. Sie sollten nicht leichtfertig kurzlebigen Interessen geopfert werden und verdienen in einer zukünftigen Betrachtung des Ortsbildes eine größere Beachtung, wozu die vorliegende Masterarbeit beitragen möchte. Die Masterarbeit knüpft an das bereits vor Ort begonnene Vorhaben zur Initiierung eines historischen Rundweges an und liefert einen Beitrag, um den vorhandenen Gebäudebestand unter baugeschichtlichen und denkmalpflegerischen Gesichtspunkten in einen Rundweg einzuordnen. Als Quellen werden Archivalien, ortskundliche Forschungen sowie die Ergebnisse mehrerer Sichtungen des Gebäudebestandes verwandt, die insgesamt ein umfassendes Bild der historischen Bautätigkeit und des ortsnahen Landausbaus ermöglichen. Neben charakteristischen Hausgattungen wie das ostfriesische Gulfhaus, werden auch für den Ort außergewöhnliche Gebäude wie die Kirche und die Navigationsschule besprochen. Details und Spuren des vergangenen Baugeschehens sollen interessierten Teilnehmern am historischen Rundweg anschaulich die lokale Baugeschichte, das Leben und Wirtschaften der Hausbewohner sowie einen über das lokale Erbe hinausführenden Einblick in die historische Baukultur Norddeutschlands vermitteln. „Spurensuche in Timmel“ fordert zudem die Bürger auf, sich aktiv und verantwortungsvoll gegenüber den Schätzen über und unter der Erde zu verhalten und sich auf der Grundlage wissenschaftlicher Erkenntnisse für den Erhalt einzelner historischer Gebäude und ortsbildprägender Strukturen einzusetzen. Dabei stehen in der vorliegenden Arbeit gerade die unscheinbaren Baudenkmale im Vordergrund der Betrachtung, die im ländlichen Kontext zunehmend als bedeutende sozialgeschichtliche Quelle zu verschwinden drohen.The village of Timmel has around 950 inhabitants and is located in the East Frisian municipality of Großefehn in the district of Aurich. The "Große Fehn" was founded in its immediate vicinity in 1633 by four Emden citizens who were granted a leasehold licence to dig up and cultivate 400 diemat (1 diemat = approx. 0.57 ha) of high moorland in the impassable moorland area on the East Frisian-Oldenburg peninsula. Timmel was already a sizeable church village at the time, with the first archaeological traces dating back to the 8th century AD. The medieval settlement and economic history was characterised by the construction of a church, the foundation of a medieval monastery and the agricultural use of the surrounding lowlands and sandy Geest soils, but with the beginning of moor colonisation, the village became of central importance for the region for almost 200 years. In the second half of the 19th century, increasing industrialisation led to an economic decline of the fen settlements and Timmel also lost its dominant position, so that agriculture increasingly became the main occupation of the inhabitants again. Today, the municipality is conveniently located between the East Frisian towns of Aurich, Leer and Emden. It is regarded by residents and travellers alike as an attractive place to live and a tourist attraction in a largely intact cultural landscape. In the field of tension between East Frisian regional history and the regional significance of the town, a multi-layered cultural heritage has been preserved in Timmel, ranging from a rich archaeological archive of early rural and clerical building activity to significant buildings from the period of historicism. The great continuity in rural house construction and regional land development shows that the inhabitants have always been able to adapt to changing living conditions. Over the course of the village's history, a richly contrasting architectural and cultural landscape has been formed, the development of which can still be considered incomplete to the present day. In recent times in particular, there have been many positive effects that have led to a revitalisation of the village, but historic buildings and parts of the cultural landscape have also come under pressure as a result of far-reaching changes in agricultural production processes and village social structures. They should not be lightly sacrificed to short-lived interests and deserve greater attention in a future consideration of the townscape, to which this master's thesis would like to contribute. The master's thesis builds on the work already begun on site to initiate a historical circular route and provides a contribution to categorising the existing building stock into a circular route from the point of view of architectural history and monument preservation. Archival documents, local history research and the results of several inspections of the building stock are used as sources, which together provide a comprehensive picture of historical building activity and local land development. In addition to characteristic house types such as the East Frisian gulf house, buildings that are unusual for the town such as the church and the navigation school are also discussed. Details and traces of past building activity are intended to give interested participants on the historical circular route a vivid insight into the local building history, the life and economy of the inhabitants and an insight into the historical building culture of northern Germany that goes beyond the local heritage. "Searching for Traces in Timmel" also calls on citizens to take an active and responsible attitude towards the treasures above and below ground and to work towards the preservation of individual historical buildings and structures that characterise the village on the basis of scientific findings. In the present work, the focus is on the inconspicuous architectural monuments, which are increasingly in danger of disappearing as an important source of social history in the rural context

    Das Andere des Arbeitsrechts. Perspektiven feministischen Rechtsdenkens

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    Recht ist geprägt durch vergeschlechtlichte Machtverhältnisse: Marginalisiert wird, was nicht 'männlich', also 'anders' ist. Dies gilt in besonderer Weise für das Arbeitsrecht. Klassische Felder feministischer Interventionen wie Diskriminierung, Elternschaft und Sorgearbeit sind hier von unmittelbarer Bedeutung.Der vorliegende Band von Eva Kocher versammelt Beiträge aus mehr als zwanzig Jahren Forschung über »das Andere des Arbeitsrechts«. Die Texte weisen auf die Relevanz feministischer und queertheoretischer Debatten allgemein für das Recht hin und legen die Chancen, aber auch Schwierigkeiten einer interdisziplinären Rechtswissenschaft dar. Vor diesem Hintergrund werden konkrete Probleme der rechtlichen Normalisierung vergeschlechtlichter Lebens- und Arbeitsverhältnisse ebenso in den Fokus gerückt wie das gespannte Verhältnis von individuellen Arbeitsrechten und kollektiver Solidarität sowie Fragen des Antidiskriminierungsrechts

    Memorandum 3 : Wulkow Memorandum on the Identity and Profile of Language Teachers in Language Centres in Higher Education Institutions

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    In January 2019 Language Centre directors from thirteen countries came together to mark the 11th annual workshop of the Wulkow Group.Im Januar 2019 trafen sich Leiterinnen und Leiter von Sprachenzentren aus dreizehn Ländern zum 11. Jahresworkshop der Wulkow-Gruppe

    Das ehemalige Rittergut der Industriellenfamilie Borsig in Groß Behnitz. Bauhistorische Analyse und denkmalpflegerische Zielstellung im Kontext brandenburgischer Gutsanlagen.

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    Zusammenfassung: Gegenstand der Untersuchung ist das ehemalige Rittergut der Berliner Industriellenfamilie Borsig in Groß Behnitz bei Nauen. Es liegt circa 50 Kilometer westlich von Berlin im heutigen Landkreis Havelland. Die Gebäude der Gutsanlage sind zu großen Teilen erhalten. Nur das Herrenhaus fiel im Zuge von Bodenreform und Neubauernprogramm dem Abriss zum Opfer. Die bauhistorisch bemerkenswerte Anlage, bestehend aus repräsentativem Gutstor, Logierhaus und fast vollständig erhaltenen Wirtschaftsgebäuden in Ziegelbauweise, wird in dieser Arbeit umfassend mit allen Baulichkeiten vorgestellt und bewertet. Dabei wird die Gesamtanlage als Ensemble betrachtet, obwohl sie momentan als solches nicht eindeutig wahrnehmbar ist. Der bürgerliche Unternehmer Albert Borsig schuf in Groß Behnitz ab 1866, innerhalb von weniger als zehn Jahren, nach zeitgenössischen Architekturvorbildern aus dem Fabrik- und Industriebau eine moderne Gutsanlage, wie sie in Brandenburg selten zu finden ist. Der Einsatz von Guss- und Schmiedeeisen als Stützen, Decken- und Dachstuhlkonstruktionen war für landwirtschaftliche Bauten zu dieser Zeit ungewöhnlich. Für die Bauaufgabe in Groß Behnitz beschäftigte Borsig keine etablierten Architekten, sondern unbekannte bauausführende Baumeister aus Berlin sowie Handwerksmeister aus der Umgebung. Dennoch lässt die Architektur der Wirtschaftsgebäude die klare Traditionslinie des von Schinkel und seinen Schülern geprägten Berliner Rundbogenstils erkennen. Die zeitgenössische Stilvorstellung des in Potsdam und Berlin verbreiteten sogenannten „italienischen Villenstils" nach dem Vorbild der Fabbrica, eingebettet in die Landschaftsgestaltung, findet in Groß Behnitz mit den beiden Turmhäusern Anwendung. Somit vereinen sich in der Architektur der Behnitzer Gutsanlage Elemente des städtischen Industriebaus mit denen des ursprünglich lärllichen, italienisierenden Villenstils. Die Familie Borsig und ihre Bauten prägten das Dorf Groß Behnitz sowie die ehemals dazugehörenden Vorwerke bis heute nachhaltig. Es stellt sich die Frage nach der Zukunft der baulichen Anlage, deren landwirtschaftlicher Zweck obsolet geworden ist. Das Gutstor mit den beiden Trophäen des ehemaligen Oranienburger Tores in Berlin wurde 1975 unter Denkmalschutz gestellt. Alle Gebäude der Gutsanlage stehen seit 1993 unter Schutz. Neben Erhaltungsgrundsatz und Bestandsschutz steht heute die Aufgabe der adäquaten Umnutzung der Gutsanlage im Mittelpunkt. Voraussetzung für die Findung einer passenden Nutzung ist das Verständnis der Bau- und Kulturgeschichte der Anlage. Hierfür will die vorliegende Arbeit einen wichtigen Beitrag leisten. Neben der Betrachtung denkmalgerechter Umnutzungen von Gutsanlagen werden daher konkrete thematische Nutzungen vorgeschlagen. Einleitend wird ein kurzer Überblick der Firmen- und Familiengeschichte der Borsigs gegeben und die historische Entwicklung der Behnitzer Gutsanlage vom 18. Jahrhundert bis zur aktuellen Situation dargestellt. Die Baugeschichte des Gutes im Zeitraum des Borsig'schen Besitzes von 1866 bis 1945 wird umfassend untersucht. Nach einem Überblick über die Entwicklung der Gutsanlage werden die Baumeister, der Baustil, architektonische Details und das Baumaterial vorgestellt und mit zeitgenössischen Vorbildern verglichen. Abschließend wird der Wert der Anlage zusammengefasst und auf seine heutige Bedeutung hin untersucht. Vor dem Hintergrund vergleichbarer Gutsanlagen in Brandenburg werden Empfehlungen für künftige Nutzungen und Nutzungsstrategien entwickelt. Zum besseren Verständnis der Anlage und der beschriebenen Baudetails dient ein umfangreicher Gebäudekatalog, in dem alle unmittelbar zur Gutsanlage gehörigen Gebäude systematisiert in Text und Bild vorgestellt werden. Der Bildanhang enthält weitere topografische Karten, Situationspläne und Bauzeichnungen des Gutes in chronologischer Reihenfolge.Summary The subject of the study is the former manor of the Berlin industrial family Borsig in Groß Behnitz near Nauen. It is located around 50 kilometres west of Berlin in the present-day district of Havelland. Most of the buildings on the estate have been preserved. Only the manor house fell victim to demolition in the course of land reform and the new farmers' programme. The historically noteworthy complex, consisting of a representative manor gate, lodging house and almost completely preserved farm buildings in brick construction, is presented and evaluated comprehensively with all buildings in this work. The entire complex is considered as an ensemble, although it is not clearly recognisable as such at present. In less than ten years from 1866, the bourgeois entrepreneur Albert Borsig created a modern estate complex in Groß Behnitz based on contemporary architectural models from factory and industrial construction, the like of which is rarely found in Brandenburg. The use of cast and wrought iron as supports, ceiling and roof truss constructions was unusual for agricultural buildings at the time. Borsig did not employ any established architects for the building project in Groß Behnitz, but rather unknown master builders from Berlin and master craftsmen from the surrounding area. Nevertheless, the architecture of the farm buildings reveals the clear traditional line of the Berlin round arch style characterised by Schinkel and his students. The contemporary style of the so-called "Italian villa style", which was widespread in Potsdam and Berlin and modelled on the Fabbrica, embedded in the landscape design, is applied in Groß Behnitz with the two tower houses. The architecture of the Behnitz estate thus combines elements of urban industrial construction with those of the original rural, Italianate villa style. The Borsig family and their buildings have left a lasting mark on the village of Groß Behnitz and the outbuildings that once belonged to it. The question arises as to the future of the buildings, whose agricultural purpose has become obsolete. The estate gate with the two trophies of the former Oranienburg Gate in Berlin was listed as a historical monument in 1975. All buildings on the estate have been listed since 1993. In addition to the principle of preservation and the protection of existing buildings, the focus today is on the task of adequately converting the estate. A prerequisite for finding a suitable utilisation is an understanding of the building and cultural history of the complex. This study aims to make an important contribution to this. In addition to analysing the conversion of manor houses in line with the requirements of listed buildings, specific thematic uses are therefore proposed. The book begins with a brief overview of the company and family history of the Borsigs and describes the historical development of the Behnitz estate from the 18th century to the current situation. The building history of the estate during the period of Borsig ownership from 1866 to 1945 is examined in detail. After an overview of the development of the estate, the master builders, the architectural style, architectural details and the building materials are presented and compared with contemporary models. Finally, the value of the estate is summarised and its significance today is examined. Against the background of comparable estates in Brandenburg, recommendations for future uses and utilisation strategies are developed. A comprehensive building catalogue, in which all buildings directly belonging to the estate are systematically presented in text and pictures, serves to provide a better understanding of the complex and the building details described. The illustrated appendix contains further topographical maps, situation plans and architectural drawings of the estate in chronological order

    Johannes Martin Kießling. Die Eisenbahnsiedlung Gremberghoven, Köln und die Gartensiedlung an der Hindenburgstraße, Frankfurt (Oder). Städtebau im Spannungsfeld zwischen Industrialisierung, Reformbewegung und Wohnungsnot.

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    Ziel der nachstehenden Arbeit ist es, am Beispiel der Siedlungen Gremberghoven in Köln und an der Hindenburgstraße in Frankfurt (Oder) das stadtplanerische und siedlungsplanerische Werk des Architekten Johannes Martin Kießling zu analysieren und in einen Kontext zu bringen mit den Strömungen in der Architektur und dem Siedlungsbau zwischen 1900 und 1925. Insbesondere soll hierbei die Bezeichnung Kießlings für die Siedlung an der Hindenburgstraße als „Gartensiedlung“ dahingehend untersucht werden, ob der Architekt sich bewusst an den Theorien der Gartenstadtbewegung orientiert hat und ob sich in den in diesem Zeitraum entstandenen exemplarisch ausgewählten Siedlungen Parallelen in Entwurf und Gestaltung finden lassen. Die Arbeit betrachtet zunächst die Situationen der Städte Köln und Frankfurt (Oder) zwischen 1910 und 1925. Hierbei wird die industrielle Entwicklung und der damit in Verbindung stehende Bedarf an Arbeitskräften als auch der daraus resultierende Bedarf an Wohnungen für ebendiese betrachtet. Ein besonderer Akzent wird dabei auf die Eisenbahn als Arbeitgeber und Wohnungsgeber und dessen reformatorische Ansätze im Bereich des Wohnungsbaus gelegt. Den Theorien und Strömungen des zeitgemäßen Städtebaus in diesem Zeitraum widmet die Arbeit ein Kapitel, in dem städtebauliche Schriften wie „Der Städtebau nach seinen künstlerischen Grundsätzen“ von Camillo Sitte ebenso Beachtung finden wie die allgemeine und die internationale Städtebauausstellung in Berlin und Düsseldorf im Jahre 1910 und der genossenschaftliche Wohnungsbau in Deutschland zu dieser Zeit. Über die Anfänge der Gartenstadttheorien mit den Werken von Theodor Fritsch (Stadt der Zukunft 1896) und Ebenezer Howard (Garden cities of tomorrow 1898) und die sich daraus entwickelnde Gartenstadtbewegung in England und Deutschland führt die Arbeit zu exemplarischen Siedlungsplanungen in beiden Ländern. Um den Vergleich der Siedlungen Gremberghoven in Köln und an der Hindenburgstraße in Frankfurt (Oder) mit den Theorien und Siedlungen der Zeit führen zu können, werden diese systematisch in den folgenden Kapiteln untersucht. Sowohl die Gründungskonzeptionen als auch der städtebauliche Entwurf, die Gebäudetypologien, die Infrastruktur und öffentliche Bauten und Flächen werden hierbei als Vergleichsfaktoren verwendet. Für den Fall der Gartensiedlung an der Hindenburgstraße in Frankfurt (Oder) ist auch die Gegenüberstellung des von Hans Bernoulli entworfenen Bebauungsplans der Nuhnen-Vorstadt in die Betrachtungen mit einzubeziehen. Die Arbeit endet mit einer Schlussbetrachtung zu den Siedlungen Johannes Martin Kießlings im Kontext des Städtebaus der Bauzeit dieser Siedlungen und zur Gartenstadtbewegung.The aim of the following work is to use the example of the housing estates Gremberghoven in Cologne and Hindenburgstraße in Frankfurt (Oder) to analyse the urban planning and settlement planning work of the architect Johannes Martin Kießling and to put it into context with the trends in architecture and housing development between 1900 and 1925. 1900 and 1925, with a particular focus on Kießling's name for the the Hindenburgstraße estate as a "garden estate" will be analysed to determine whether whether the architect consciously orientated himself towards the theories of the theories of the garden city movement and whether the housing estates whether parallels can be found in the design and layout of the exemplary estates and design can be found in the housing estates selected during this period. The work first looks at the situations in the cities of Cologne and Frankfurt (Oder) between 1910 and 1925, focussing on the industrial development and the associated and the associated demand for labour as well as the resulting the resulting need for housing for the same. Particular emphasis is placed on the railway as an employer and housing provider and its and housing provider and its reformatory approaches in the area of housing construction. The theories and trends of contemporary urban urban planning during this period, in which urban planning writings such as "Der Städtebau nach seinen künstlerischen principles" by Camillo Sitte as well as the general and international and the international urban planning exhibition in Berlin and Düsseldorf in 1910 and the co-operative housing construction in Germany at the time. The beginnings of garden city theories with the works of Theodor Fritsch (City of the Future 1896) and Ebenezer Howard (Garden cities of tomorrow 1898) and the garden city movement that developed from this in England and Germany, the work leads to exemplary settlement plans in both countries. In order to compare the Gremberghoven housing estate in Cologne and the Hindenburgstraße in Frankfurt (Oder) with the theories and housing estates of the and settlements of the time, these are systematically analysed in the following chapters. Will be analysed. Both the foundation concepts and the urban design, the building typologies design, the building typologies, the infrastructure and public buildings and areas are used as public buildings and areas are used as comparative factors. In the case of the garden estate on Hindenburgstraße in Frankfurt (Oder), the comparison of the development plan designed by Hans Bernoulli the development plan for the Nuhnen suburb designed by Hans Bernoulli to be included in the considerations. The work ends with a final consideration of Johannes Martin Kießling's housing estates in the context of the urban development and the garden city movement

    Feminismus als Denkstil. Zur Frauen- und Geschlechterforschung im Polen der Transformationszeit

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    Der polnische Feminismus der Transformationszeit blickt auf eine bereits 40-jährige Geschichte zurück und prägt bis heute international relevante soziale, politische und wissenschaftliche Praktiken und Diskurse. Die vorliegende Studie geht den feinen Entwicklungslinien zentraler feministischer Denkstilelemente nach und rekonstruiert Motive und Interventionen des feministischen Denkkollektivs seit den 1980er Jahren bis zum EU-Beitritt Polens. Dabei stützt sie sich auf eine breite Quellengrundlage aus öffentlichen und privaten Archiven sowie auf Interviews mit Schlüsselfiguren des Feminismus und nutzt das theoretische Instrumentarium von Ludwik Fleck. Aufgezeigt werden neue Perspektiven auf das „Machen von Wissenschaft“ auch im transnationalen Kontext sowie feministische (Dis-)Kontinuitäten in der Volksrepublik Polen.Looking back at developments in feminism over more than four decades, we see that the Polish feminism of the transformation period continues to exert an influence on internationally relevant practices and discourses in the social, political, and academic fields. This study traces the fine lines of development of the central elements of the feminist thought style, and reconstructs the motives and interventions of the feminist thought collective from the 1980s until Poland’s entry into the European Union. The work is based on a broad range of sources from public and private archives, as well as interviews with key figures in feminism. It additionally makes use of the theoretical tools developed by Ludwik Fleck. Light is shed on new perspectives on “doing scholarship”, including in the transnational context, as well as feminist (dis)continuities in the People’s Republic of Poland.Spoglądając z perspektywy ponad 40 lat na polski feminizm okresu transformacji, zauważamy, że do dziś wywiera on silny wpływ na istotne w skali międzynarodowej praktyki i dyskursy społeczne, polityczne i naukowe. Niniejsza analiza subtelnie przygląda się drogom rozwoju głównych elementów feministycznego stylu myślowego, rekonstruując motywy i interwencje feministycznego kolektywu myślowego od lat osiemdziesiątych XX wieku do przystąpienia Polski do Unii Europejskiej. Praca opiera się na szerokiej bazie źródeł z archiwów publicznych i prywatnych oraz na wywiadach z czołowymi postaciami feminizmu, a w wymiarze teoretycznym wykorzystuje instrumentarium Ludwika Flecka. Autorka ukazuje nowe perspektywy „robienia nauki” także w kontekście transnarodowym oraz (nie)ciągłość myśli feministycznej w PRL

    Whistleblowing-Richtlinie: Die Vereinbarkeit des externen Melderechts mit dem europäischen Primärrecht sowie dem deutschen Grundgesetz

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    Die Europäische Union hat zum Schutz von WhistleblowerInnen die sog. Whistleblowing-Richtlinie erlassen. Die Richtlinie sieht vor, dass die Mitgliedstaaten WhistleblowerInnen, die bestimmte Verstöße gegen das Unionsrecht melden, vor Repressalien schützen müssen. Geschützt werden sollen WhistleblowerInnen dabei selbst dann, wenn sie sich mit ihrer Meldung direkt an die zuständige Behörde wenden und den Verstoß zuvor nicht gegenüber einer unternehmensinternen Stelle melden. Der deutsche Gesetzgeber hat die Richtlinie durch das Hinweisgeberschutzgesetz (HinSchG) umgesetzt und dabei das direkte externe Melderecht insbesondere auf die Meldung von Informationen über Verstöße gegen bestimmte nationale Vorschriften erweitert. In der Literatur werden die direkten externe Melderechte zum Teil kritisiert, da sie die grundrechtlich geschützten Interessen der betroffenen Unternehmen sowie der in der Meldung verdächtigten Personen erheblich zurückdrängen. Vor diesem Hintergrund untersucht die Arbeit, ob das direkte externe Melderecht in der Richtlinie und im HinSchG die von der Meldung betroffenen Unternehmen sowie die in der Meldung verdächtigten Personen in ihren Grundrechten verletzt. Dazu wird zunächst dargestellt, welche Grundrechte durch die direkten externen Melderechte beeinträchtigt werden. In diesem Zusammenhang wird insbesondere auch die Frage erörtert, inwiefern die Geschäftsgeheimnisse der betroffenen Unternehmen durch die Grundrechtecharta und das Grundgesetz geschützt sind. Im Rahmen der Verhältnismäßigkeitsprüfungen widmet sich die Arbeit sodann der Frage, inwiefern das öffentliche Interesse für die Abwägung zwischen den grundrechtlich geschützten Interessen von Bedeutung ist. Schließlich untersucht die Arbeit auch, anhand welcher Kriterien bestimmt werden kann, ob die Meldung bestimmter Verstöße von öffentlichem Interesse ist. Dazu werden drei Ansätze vorgestellt, die sich prägnant als faktischer, formeller und materieller Ansatz bezeichnen lassen

    Kulturerbe im ländlichen Raum als touristisches Produkt – ein Erfolgsmodell? Eine Untersuchung am Beispiel der Historischen Dörfer Portugals

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    Aufgabenstellung: Zahlreiche ländliche Regionen in Europa sehen sich mit erheblichen demographischen Herausforderungen wie der Überalterung der Bevölkerung und einer anhaltenden Verringerung der Bevölkerungszahl konfrontiert. Neben ökonomischen und sozialen Problemen erschwert dies den Erhalt historischer Baudenkmale, die nicht mehr genutzt werden, leer stehen und allmählich verfallen. Demgegenüber steht gewachsenes Interesse an ländlichen Räumen, das sich nicht zuletzt in sich wandelnden Nachfragetendenzen im Tourismus abbildet. Die vorliegende Arbeit untersucht Aspekte dieses Komplexes anhand des Beispiels des Netzwerks der Historischen Dörfer Portugals, evaluiert Erfolge und Herausforderungen und erwägt die Übertragbarkeit des Projektkonzepts auf den Kontext Deutschlands. Forschungsstand: Im Zuge aktueller touristischer Trends ist eine gesteigerte Aufmerksamkeit für touristische Phänomene in ländlichen Räumen entstanden. In Veröffentlichungen aus der touristischen Praxis wird der (Kultur-) Tourismus vielfach als Mittel zur Linderung wirtschaftlicher, sozialer und demographischer Probleme sowie zum Erhalt materiellen wie immateriellen Kulturgutes dargestellt. Eine Überprüfung dieser Annahme anhand der Analyse von Fallbeispielen findet dabei in der Regel allerdings kaum statt. Als stark vom Tourismus abhängiges Land kann Portugal eine große Zahl wissenschaftlicher Veröffentlichungen zur beschriebenen Thematik vorweisen. Auch zum Fallbeispiel existieren diverse Publikationen, die sich meist mit ausgewählten Aspekten des Themas aus einem jeweils spezifischen fachlichen Blickwinkel widmen. Eine Gesamtbetrachtung über Erfolg, Herausforderungen und Perspektiven des Projekts der Historischen Dörfer liegt aktuell nicht vor, auch fehlt es an Einem europaweiten Vergleich mit ähnlichen Projekten. Quellen: Für das Grundlagenkapitel zu den Themenbereichen Kulturtourismus, Tourismus im ländlichen Raum und Destinationsmanagement konnten aktuelle Monographien und Sammelbände, oft mit Bezug zur touristischen Praxis, herangezogen werden. Für die Untersuchung des Fallbeispiels stellen mehrere Publikationen von Maria Isabel Boura unverzichtbare Quellen dar, ergänzt durch weitere Veröffentlichungen portugiesischer Autoren. Als wichtige Primärquellen konnten Aktionspläne bzw. Strategiepapiere des Netzwerks selbst sowie aktuelle Strategien der nationalen und regionalen Tourismusagenturen ausgewertet werden. Erkenntnisse über die touristische Positionierung des Netzwerks liefern ihre Website und Social-Media-Kanäle. Demographische und touristische Kennzahlen wurden der Online-Datenbank des portugiesischen statistischen Landesamts INE entnommen. Für die Überprüfung der Übertragbarkeit des Fallbeispiels auf den deutschen Kontext liefert u.a. die 2019 veröffentlichte nationale Tourismusstrategie wichtige Informationen. Methoden der Bearbeitung: Zunächst erfolgt eine Einführung in den bearbeiteten Themenkomplex durch die Auswertung aktueller Literatur aus den Bereichen des Kulturtourismus, des Tourismus im ländlichen Raum und des Destinationsmanagements. Der Hauptteil der Untersuchung mit der Betrachtung des Fallbeispiels beginnt mit einer Einführung in den regionalen Kontext unter besonderer Berücksichtigung touristischer und demographischer Aspekte. Darauf aufbauend wird die Gründung des Netzwerks der Historischen Dörfer Portugals mit ihren Beweggründen, Zielen und Rahmenbedingungen beschrieben und seine seither erfolgte Entwicklung nachgezeichnet. Zusammen mit einer Betrachtung ausgewählter demographischer Daten dient die touristische Analyse der Evaluation von Erfolgen und Herausforderungen des Netzwerks. Im Folgenden wird die Möglichkeit diskutiert, die aus der Betrachtung der Historischen Dörfer abgeleiteten Erkenntnisse auf den deutschen Kontext zu übertragen. Ergebnisse der Masterarbeit: In ihrer Evaluation des Fallbeispiels kommt die vorliegende Arbeit zu einem ambivalenten Ergebnis. Erfolge wie die vorläufig gesicherte Bewahrung der historischen Bausubstanz der Historischen Dörfer, eine verbesserte Lebensqualität für die verbliebenen Bewohner der Orte und eine Zunahme der touristischen Übernachtungen stehen in Kontrast zu ungelösten Problemen wie der mangelnden ökonomischen Tragfähigkeit des Projekts und der weiterhin überalterten und schrumpfenden lokalen Bevölkerung. Diese gemischten Ergebnisse deuten auf Potenziale, aber auch Begrenzungen des Ansatzes hin. Der bis zur Corona-Pandemie wachsende Tourismus könnte in ländlichen Regionen lokal neue Chancen eröffnen, Projekte wie die Historischen Dörfer Portugals können dabei auch in Deutschland wichtige Impulse liefern. Angesichts des hohen finanziellen Aufwands, des nur durchschnittlichen touristischen Erfolgs und fehlender demographischer Effekte dürfen an den Ansatz des Fallbeispiels indes keine überzogenen Erwartungen gestellt werden. Die vielfältigen Herausforderungen ländlicher Räume werden sich allein auf dem Wege des (Kultur-) Tourismus kaum lösen lassen.Assignment: Numerous rural regions in Europe are facing significant demographic challenges such as an aging population and a continuous reduction in population numbers. In addition to economic and social problems, this complicates the preservation of historical monuments that are no longer in use, vacant, and gradually deteriorating. In contrast, there is a growing interest in rural areas, reflected in changing tourism demand trends. This work examines aspects of this complex situation using the example of the network of Historical Villages of Portugal, evaluates successes and challenges, and considers the transferability of the project concept to the context of Germany. State of Research: Due to current tourism trends, increased attention has been given to tourist phenomena in rural areas. Publications from tourism practice often depict (cultural) tourism as a means of alleviating economic, social, and demographic problems, as well as preserving material and immaterial cultural heritage. However, a thorough examination of this assumption through the analysis of case studies is usually lacking. Portugal, as a country heavily dependent on tourism, has a large number of scientific publications on the described topic. There are various publications on the case study, mostly addressing selected aspects from specific professional perspectives. Currently, there is no comprehensive analysis of the success, challenges, and perspectives of the Historical Villages project, and there is a lack of a European-wide comparison with similar projects. Sources: For the foundational chapter on cultural tourism, tourism in rural areas, and destination management, recent monographs and anthologies, often related to tourism practice, were consulted. Several publications by Maria Isabel Boura are essential sources for the examination of the case study, supplemented by other publications by Portuguese authors. Action plans or strategy papers of the network itself, as well as current strategies of national and regional tourism agencies, were used as important primary sources. Insights into the network's tourism positioning were obtained from its website and social media channels. Demographic and tourism data were extracted from the online database of the Portuguese statistical institute INE. The 2019 national tourism strategy provides crucial information for assessing the transferability of the case study to the German context. Methodology: Firstly, an introduction to the processed topic complex is provided by evaluating current literature in the areas of cultural tourism, tourism in rural areas, and destination management. The main part of the study, focusing on the case study, begins with an introduction to the regional context, with special consideration of tourism and demographic aspects. Building on this, the establishment of the network of Historical Villages of Portugal is described, along with its motives, goals, and conditions, and its subsequent development is traced. Alongside an examination of selected demographic data, the tourism analysis serves to evaluate the successes and challenges of the network. Subsequently, the possibility of transferring the insights derived from the Historical Villages to the German context is discussed. Results: In the evaluation of the case study, this work arrives at an ambivalent result. Successes such as the provisionally secured preservation of the historical infrastructure of the Historical Villages, improved quality of life for the remaining residents, and an increase in tourist overnight stays contrast with unresolved problems such as the project's lack of economic viability and the ongoing aging and shrinking local population. These mixed results indicate potentials but also limitations of the approach. The growing tourism until the COVID-19 pandemic could locally open up new opportunities in rural regions; projects like the Historical Villages of Portugal can provide important impulses in Germany as well. However, given the high financial investment, only average tourism success, and the lack of demographic effects, no exaggerated expectations should be placed on the case study approach. The diverse challenges of rural areas are unlikely to be solved solely through (cultural) tourism

    Die Rolle von sozialen Konflikten für die Erhaltung von historischen Grünräumen in der Stadt. Fallbeispiel Park des heiligen Jura in Lviv, Ukraine

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    Zusammenfassung Die Rolle von sozialen Konflikten bei der Erhaltung historischer städtischer Grünflächen Sv. Yura Park in Lviv, Ukraine. Ziel dieser Masterarbeit ist es, ein besseres Verständnis der verschiedenen Gründe für die Entstehung von sozialen Konflikten um städtische Grünflächen und deren Nachhaltigkeit für die Erhaltung des grünen Stadterbes zu entwickeln. Öffentliche Parks, die gleichzeitig ein natürlicher Ort und ein Ort der Stadtgeschichte sind, rufen ein breites Spektrum an Motiven hervor, mit denen die Bürger versuchen, diese Räume zu schützen. In dem Konflikt um den St.-Georgs-Park (Sviatoho Yura Garden Square) in der westukrainischen Stadt Lviv waren viele verschiedene Aspekte miteinander verwoben, was zeigt, wie vielschichtig und komplex das Phänomen der Stadtparks für ihre Nutzer ist. Der interessanteste und umstrittenste Punkt in diesem lokalen Konflikt war, dass der Haupt-"Gegner" des Parks ein Denkmal war, was einen symbolischen Kampf zwischen diesen beiden Medien des kulturellen Gedächtnisses der Stadt auslöste. Dank der starken Position der städtischen Aktivisten überdachte die Stadtverwaltung das Projekt der Platzrekonstruktion und schaffte es auf diese Weise, das Denkmal zu installieren und den historischen Park zu erhalten. Darüber hinaus hat der Konflikt eine Reihe weiterer positiver Veränderungen im kulturellen Bewusstsein der Einwohner von Lviv bewirkt. Verschiedene aktuelle Ereignisse in Lviv zeugen von diesen Veränderungen.The role of social conflicts in the preservation of historic urban green spaces Sv. Yura Park in Lviv, Ukraine. This Master thesis seeks to develop a better understanding of different reasons for the emergence of social conflicts around urban green spaces and their sustainability for preservation of the green city heritage. Public parks, which are a natural site and an urban history spot at the same time, generate a wide range of motives through which citizens attempt to protect these spaces. In the conflict around the St. George's Park (Sviatoho Yura Garden Square) in the Western Ukrainian city of Lviv, many different aspects were intertwined, illustrating how multifaceted and complex the phenomenon of city parks is for their users. The most interesting and controversial point in this local conflict was, that main “opponent” of the park was a monument, which caused a symbolic struggle of these two mediums of cultural memory of the city. Thanks to the strong position of the urban activists, local government reconsidered the project of the square reconstruction, this way managing to install the monument and preserve the historical park. In addition to this fact, the conflict has boosted a number of other positive changes in the cultural consciousness of Lviv inhabitants. Various current events in Lviv evidence these changes

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