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Stoppt den EuGH? Zum Ort der Politik in einer europäischen Arbeitsverfassung
Vorwürfe gegen den EuGH aus der Sicht mitgliedstaatlicher Rechtsordungen sind nichts grundlegend Neues. Neu ist jedoch, dass sich Sozialwissenschaftler nicht nur explizit zu Gerichtsurteilen äußern, sondern auch politische Folgerungen hinsichtlich der Stellung des EuGH ziehen. Wer heute über eine europäische Arbeitsverfassung reden will, muss sich aber notgedrungen mit dem Verhältnis vom Recht und Politik in der Arbeitsverfassung auseinandersetzen - wobei der Ort des Rechts auch den Ort bestimmen dürfte, der dem EuGH dabei zuzuweisen ist
Linking Resource Mobilization Approaches and Performance in Entrepreneurial Ventures: A Social Network Perspective
ENGLISH ABSTRACT
This PhD dissertation examines the relationship between resource mobilization and new venture performance by presenting a thematic analysis and literature review of resource mobilization in entrepreneurial ventures and an empirical study in the context of Nigerian entrepreneurial ventures.
The thematic analysis and literature review provide an inventory of the domain, and the integrative literature review identifies four main themes in the conceptual and empirical literature on resource mobilization in entrepreneurial ventures. The four themes reveal a) the embeddedness of resource mobilization in the organizing process of entrepreneurial ventures, b) the role of founders/managers in the resource mobilization process, c) the role of social networks in enhancing resource mobilization processes, and d) the focus on firm-level analysis with special emphasis on firm behavior regarding the processes, conditions, strategies, and activities associated with resource mobilization in entrepreneurial ventures. The thematic analysis and literature review contribute to advancing strategic entrepreneurship theories on resource mobilization by identifying the gaps in the literature and suggesting how they can be addressed in future research. They also contribute to the practice of strategic entrepreneurship research by showing that an increased understanding of resource mobilization in entrepreneurial ventures can be achieved by developing new theoretical foundations for research in entrepreneurship.
The empirical study addresses the following research questions: What is the relationship between resource mobilization (approaches) and new venture performance? Under what conditions do resource mobilization approaches provide performance benefits to new ventures? To determine the relationship between resource mobilization and new venture performance, two resource mobilization approaches were examined—namely, optimization and bricolage. These are defined as the use of new and high-quality resources for a specific purpose and the use of existing resources for a new purpose, respectively. The effect of resource mobilization approaches on new venture performance is argued to be contingent upon network complementarity and network diversity. Using data from Nigerian ventures, the findings show that resource mobilization approaches have significant positive and negative impacts on new venture performance, while network complementarity and network diversity, as context variables, positively moderate these relationships.
Overall, this dissertation offers several contributions to the strategic entrepreneurship literature and entrepreneurial network research by providing new directions for researchers to study optimization and bricolage from different viewpoints and offer suggestions for how optimization and bricolage can contribute to new venture performance. The dissertation also takes a step toward addressing the critique that conceptualizes entrepreneurs as nonstrategic actors and lends empirical support to the call to explore the moderating role of social networks in the organizing process of new ventures.
Keywords: Resource mobilization, Bricolage, Optimization, Entrepreneurial ventures, Social networks, Nigeria, Quantitative data.GERMAN ABSTRACT
Zussammenfassung
Diese Dissertation untersucht den Zusammenhang zwischen der Mobilisierung von Ressourcen und der Performance neuer Unternehmen auf Grundlage einer thematischen Analyse und Literaturrecherche zur Ressourcenmobilisierung in neuen Unternehmen sowie eine empirische Studie im Kontext neuer Unternehmen in Nigeria.
Die thematische Analyse und die Literaturrecherche liefern eine Bestandsaufnahme zu diesem Thema. Die integrative Literaturübersicht identifiziert vier Hauptthemen in der konzeptionellen und empirischen Literatur zur Ressourcenmobilisierung in neuen Unternehmen. Diese vier Themen zeigen a) die Einbettung von Ressourcenmobilisierung in den Organisationsprozess neuer Unternehmen, b) die Rolle von Gründern/Managern im Prozess der Ressourcenmobilisierung, c) die Rolle von sozialen Netzwerken bei der Verbesserung von Prozessen zur Ressourcenmobilisierung und d) den Fokus der Analyse auf Unternehmensebene mit besonderem Schwerpunkt auf dem Verhalten der Unternehmen in Bezug auf Prozesse, Bedingungen, Strategien und Aktivitäten im Zusammenhang mit der Mobilisierung von Ressourcen in neuen Unternehmen. Die thematische Analyse und die Literaturrecherche tragen dazu bei, strategische Entrepreneurship-Theorien zur Mobilisierung von Ressourcen voranzutreiben, indem die Lücken in der Literatur identifiziert werden und Vorgeschläge aufgezeigt werden, wie diese in der zukünftigen Forschung angegangen werden könnten. Sie tragen auch zur Praxis der strategischen Entrepreneurship-Forschung bei, indem sie nachweisen, dass ein besseres Verständnis der Mobilisierung von Ressourcen in neuen Unternehmen durch die Entwicklung neuer theoretischer Grundlagen für die Forschung im Bereich des Unternehmertums erreicht werden kann.
Die empirische Studie befasst sich mit folgenden Forschungsfragen: Welcher Zusammenhang besteht zwischen Ressourcenmobilisierung (Ansätze) und der Performance neuer Unternehmen? Unter welchen Bedingungen stellen Ansätze zur Ressourcenmobilisierung Performancevorteile für neue Unternehmen bereit? Um den Zusammenhang zwischen der Mobilisierung von Ressourcen und der Performance neuer Unternehmen zu ermitteln, wurden zwei Ansätze zur Ressourcenmobilisierung untersucht, nämlich Optimierung und Bricolage. Optimierung wird als der Einsatz neuer und qualitativ hochwertiger Ressourcen für einen bestimmten Zweck definiert und Bricolage wird als die Nutzung vorhandener Ressourcen für einen neuen Zweck definiert. Es wird argumentiert, dass die Auswirkungen von Mobilisierungsansätzen auf die Performance neuer Unternehmen von der Komplementarität des Netzwerkes und seiner Vielfalt abhängen. Unter Verwendung von Daten nigerianischer Unternehmen zeigen die Ergebnisse, dass Ansätze zur Mobilisierung von Ressourcen erhebliche positive und negative Auswirkungen auf die Performance neuer Unternehmen haben, während Netzwerkkomplementarität und Netzwerkvielfalt als Kontextvariablen sich positive auf diese Beziehungen auswirken.
Insgesamt beinhaltet diese Dissertation mehrere Beiträge zur Literatur zum strategischen Unternehmertum und zur unternehmerischen Netzwerkforschung, indem sie Wissenschaftlern neue Richtungen für die Untersuchung von Optimierung und Bricolage aus verschiedenen Perspektiven aufzeigt und Vorschläge dazu liefert, wie Optimierung und Bricolage zur Performance neuer Unternehmen beitragen können. Die Dissertation bezieht sich auch auf die Kritik, die Akteure in neuen Unternehmen als nichtstrategische Akteure konzeptualisiert, und unterstützt empirisch die Forderung, die unterstützenden Rolle von sozialen Netzwerken im Organisationsprozess neues Unternehmen zu untersuchen.
Schlagwörter: Ressourcenmobilisierung, Bricolage, Optimierung, Perfomance neuer Unternehmen, Soziale Netzwerke, Nigeria, Quantitative Daten
Customer Relationship Vulnerability: A New Concept in Relationship Marketing
While research on customer relationship management (CRM) focuses on customers’ desire to engage in relationships, the literature has paid little attention to customers’ ability to do so. Drawing on relationship research in psychology, this dissertation demonstrates that the success of CRM is contingent on customers’ inherent ability to maintain relationships. To explain this ability, the current research introduces the concept of customer relationship vulnerability (CRV), that is, the predisposition of a customer to react adversely to the occurrence of critical incidents in relationships. In a series of six studies, this monograph develops and validates a CRV scale and probe the success of various CRM initiatives at different levels of CRV. The results show that customers with high CRV are immune to these initiatives. Integrating CRV in industry surveys can help marketers avoid the wrong customers and, therefore, allocate their CRM resources more strategically and efficiently towards the right customers.Obwohl sich die Forschung zum Customer-Relationship-Management (CRM) hauptsächlich auf den Wunsch des Kunden eine Beziehung aufzubauen konzentriert, findet sich in der Literatur kaum etwas zur Fähigkeit des Kunden dies zu tun. Diese Dissertation basiert auf der Beziehungsforschung aus der Psychologie, um zu beweisen, dass erfolgreiches CRM von der inhärenten Fähigkeit des Kunden, Beziehungen zu pflegen, abhängig ist. Um diese Fähigkeit zu beschreiben, führt die aktuelle Forschung das Konzept der Customer-Relationship-Vulnerability (CRV), d. h. die Anfälligkeit eines Kunden negativ auf das Auftreten von kritischen Vorfällen in Beziehungen zu reagieren, ein. In einer Reihe von sechs Studien entwickelt und überprüft diese Monographie eine CRV-Skala und beurteilt den Erfolg unterschiedlicher CRM-Initiativen auf verschiedenen Ebenen der CRV. Die Ergebnisse zeigen, dass Kunden mit hoher CRV immun gegen diese Initiativen sind. Die Integration von CRV in Branchenumfragen kann Maketiers dabei helfen, „falsche“ Kunden zu vermeiden und somit ihre CRM-Ressourcen strategisch und effizient auf die richtigen Kunden anzuwenden
Prozedurale Individualisierung im Erwerbsleben - Gestaltungsansprüche als rechtliches Instrument der Integration
Für die Integration im Erwerbsleben spielt das Arbeitsrecht eine wichtige ROlle. Es wird allerdings vom Leitbild des "Normalverhältnisses" geprägt, das schon heute nur noch auf 2/3 der Erwerbstätigen in Deutschland zutrifft. Bei dieser Entwicklung spielen aber nicht nur Flexibilisierungsprozesse auf Unternehmensseite eine Rolle, sondern auch Individualisierungen der gesellschaftlichen Einbindungen der Beschäftigten. Der Beitrag zeig, welche Interessen der Beschäftigten dagegen stehen, ein volles Erwerbsleben ohne Brüche mit gleichbleibender Kraft einem einzigen Unternehmen zur Verfügung zu stellen, und welche rechtlichen Instrumente zur Verfügung stehen, um solche gesellschaftlichen Interessen im Unternehmen zur Geltung zu bringen. Gestaltungs- und Verhandlungsansprüche stoßen aber immer wieder an die Grenzen der betrieblichen Logiken; einer Ökonomisierung des Sozialesn kann nur durch eine kollektivrechtliche Einbindung solcher Ansrpüche wirksam begegnet werden
„Das is doch keene Schmalspur“ – Eine Fallanalyse zur Bedeutungsaushandlung in der Face-to-Face- Kommunikation
Dieser Artikel ist das Ergebnis eines Masterseminars (Wintersemester 17/18, Europa-
Universität Viadrina) mit dem Titel „Senden – Empfangen – Verschlüsseln“, in welchem
sich die Studierenden mit unterschiedlichen Perspektiven zu Bedeutungskonstitution
und Bedeutungsherstellung in der Face-to-face-Kommunikation beschäftigten. Das
zugrundeliegende Material dieses Artikels ist eine Videosequenz, in welcher die
Gefilmten verschiedene Studienkonzepte diskutieren. Ziel dieses Artikels ist es,
anhand einer empirischen Fallanalyse Methoden aus der Gesprächsanalyse mit
Methoden aus der kognitiven Linguistik, im Speziellen aus dem Feld der
Sprachgebrauchsforschung und multimodalen Kommunikation, zu vereinen und diese
auch theoretisch zu verbinden. Die Forschungsfrage lautet: Wie wird das Verständnis
von Studienverlaufsformen in der vorliegenden Gesprächssequenz ausgehandelt und
welche Interaktionsprozesse sind dabei besonders aktiv? Dieser Artikel zeigt auf der
einen Seite eine Möglichkeit und das theoretische Potenzial, diese beiden Ansätze zu
vereinen. Auf der anderen Seite wird in durch die Analyse gezeigt, dass Bedeutung
intersubjektiv, interaffektiv, dynamisch situativ verhandelt bzw. konstituiert wird, wobei
multimodale Metaphern aktiviert werden und (mit Variationen) im Verlauf des
Gesprächs genutzt werden, um dieses organisieren
Recenzja: "Breslau museal. Deutsche und polnische Geschichtsausstellungen 1900–2010" / Vasco Kretschmann. Köln, Wien, Weimar: Böhlau Verlag, 2018. ISBN: 978-3-412-50938-5
Książka Vasco Kretschmanna Breslau museal. Deutsche und polnische Geschichtsausstellungen 1900-2010 poświęcona jest analizie stałych i czasowych wystaw historycznych, jakie miały miejsce we Wrocławiu w XX i początku XXI wieku. Jest to nie tylko pierwsze syntetyczne ujęcie wybranej dziedziny muzealnictwa wrocławskiego, ale także pierwsza próba szerokiej analizy porównawczej wystaw polskich i niemieckich przeprowadzona w sposób ciągły, bez zamykania lub rozpoczynania narracji, co do tej pory zwykle czyniono, na 1945 roku. Pomimo, iż wrocławskimi muzeami zajmowano się już wcześniej, do tej pory nie postawiono pytania o formy autoprezentacji miasta, regionu i społeczeństwa realizowane na wystawach historycznych organizowanych w różnych okresach politycznych: od cesarskich Niemiec, poprzez Republikę Weimarską, III Rzeszę, PRL i wreszcie po 1989 roku w III Rzeczypospolitej. Celem książki jest ukazanie w jaki sposób pokazywano i interpretowano przeszłość miasta (na szerokim tle regionu Śląska), jakim funkcjom i politycznym celom wystawy te służyły, jak reprezentowane były religijne i narodowe mniejszości oraz w jaki sposób pokazywano polską i niemiecką historię tego regionu. Autor zadaje pytania o cechy szczególne wystaw, o rolę wątków kontynuacji i dyskontynuacji, przełomów i nawiązań. Szczególnie interesuje go „długie trwanie" pewnych narracji, istniejące pomimo radykalnych zmian politycznych, społecznych i narodowościowych i narzucanych nowych interpretacji związanych z obowiązującą ideologią
Recenzja: "Privatising Capital: The Commodification of Poland’s Welfare State" / Gavin Rae. Frankfurt am Main: Peter Lang, 2015. ISBN: 978-3631657324
Książka autorstwa Gavina Rae "Privatising Capital. The Commodification of Poland's Welfare State" dotyka problematyki prywatyzacji w Polsce po 1989 roku. Jednak proces ten nie jest rozumiany w recenzowanej pozycji wyłącznie w konwencjonalny sposób, jako transfer praw własności z rąk publicznych do prywatnych. Taka zmiana formy własności poszczególnych przedsiębiorstw, czy nawet całych gałęzi przemysłu jest stałym zjawiskiem w dynamicznej gospodarce wolnorynkowej. Autor odnosi się do zdecydowanie szerszego pojęcia prywatyzacji, obejmującego swoim zasięgiem również poszczególne polityki publiczne, funkcje państwa (opiekuńczego) czy wybrane elementy umowy społecznej
Rezension: "Imperiale Polenpolitik in den Weltkriegen. Eine vergleichende Studie zu den Mittelmächten und zu NS-Deutschland"/ Stephan Lehnstaedt. Osnabrück, fibre Verlag, 2017. ISBN: 978-3-944870-57-1
„Die Geschichte der deutschen Überheblichkeit beginnt mit der Geschichte", so Stephan Lehnstaedt mit Blick auf die aktuellen Beziehungen zu Polen in einem Beitrag für den Tagesspiegel im Februar dieses Jahres. [1] Wer verstehen will, was gemeint ist, dem sei Lehnstaedts Habilitationsschrift über den deutschen Imperialismus in Polen vom Ersten bis zum Zweiten Weltkrieg wärmstens empfohlen. Der Professor für Holocaust-Studien und Jüdische Studien am Touro College Berlin und langjährige Mitarbeiter des Deutschen Historischen Instituts in Warschau legt hiermit ein Standardwerk zur Geschichte des deutschen Imperialismus in Polen im 20. Jahrhundert vor, das die empirischen Voraussetzungen für erinnerungsgeschichtliche Asymmetrien klärt, die die deutsch-polnischen Beziehungen bis in die jüngste Vergangenheit hinein prägen
Rezension: "Geschichtskultur im Strukturwandel. Öffentliche Geschichte in Katowice nach 1989" / Juliane Tomann.Berlin/Boston: De Gruyter Oldenbourg, 2017. ISBN: 978-3-11-046609-6
Im Mittelpunkt dieser Studie über die Hauptstadt der Woiwodschaft Schlesien, Kattowitz/Katowice, steht die kulturelle Neuerfindung der Stadt nach 1989 und ihr Umgang mit der lokalen Geschichte. Die Metropole im oberschlesischen Industrierevier entstand vergleichsweise spät und wuchs besonders rasant. Erst 1865 wurden der Ansiedlung die Stadtrechte verliehen – sie bildete eine Industriemetropole, geplant auf dem Reißbrett. An die dörflichen Strukturen ihrer Ursprungssiedlungen erinnert heute fast nichts mehr. Die wechselhafte und kurze Entwicklungsgeschichte prägt das Antlitz der Stadt, das stark von zwei Weltkriegen und mehrfachen Grenzverschiebungen zwischen Deutschland und Polen beeinflusst wurde.
Den heutigen Umgang von Kattowitz mit seiner Geschichte beleuchtet Juliane Tomann, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Imre Kertész Kolleg in Jena, in ihrer 2015 vom Fachbereich Geschichts- und Kulturwissenschaften der Freien Universität Berlin angenommenen Dissertation anhand der Erzählungen meinungsbildender Akteure und Institutionen wie Museen, Stadtverwaltung, Journalisten und Politiker. Die Autorin stellt dabei fest, dass nicht die Suche nach einer langen Tradition oder die Entdeckung der deutschen Vergangenheit diesen neuen Umgang prägte, wie es in Breslau/Wrocław oder Danzig/Gdańsk nach 1989 zu beobachten war, sondern vor allem eine bewusste Abwendung von den alten Bildern, vom Image der Industriestadt, stattfand. Der Umgang mit der deutschen Vergangenheit und der oberschlesischen Regionalgeschichte blieb hingegen bis heute vergleichsweise zaghaft und verkrampft
Rezension: "Die große Angst. Polen 1944–1947: Leben im Ausnahmezustand" / Marcin Zaremba. Paderborn: Ferdinand Schönigh, 2016. ISBN: 978-3-506-78093-5
Es ist ein faszinierendes Buch, das Marcin Zaremba im Jahr 2012 in polnischer Sprache publiziert hat und das nun in deutscher Übersetzung vorliegt. Sicher ist: Die große Resonanz, die Die große Angst erfahren hat, kam nicht von ungefähr und die vielfachen Auszeichnungen zurecht. Und um auch dies vorwegzunehmen: Auf die Frage, was diese Große Angst genau sei, die in Polen zum Ende und kurz nach dem Zweiten Weltkrieg geherrscht habe, wird der Text keine einfache Antwort liefern. Er ließe sich jedoch als sozialpsychologisch informierte Emotionsgeschichte bezeichnen, die den Raum untersucht, in dem sich zwischen 1944 und 1947 die polnische Gesellschaft reorganisierte. Es ist die Offenheit des titelgebenden Begriffs, der die Studie zu einem wichtigen Bezugspunkt in den Debatten über die Nachkriegszeit in Polen macht, die sowohl wissenschaftlich als auch publizistisch geführt wird