Publikationsserver der Europa-Universität Viadrina
Not a member yet
912 research outputs found
Sort by
Rezension: "Lebenserinnerungen eines Posener Pastors (1860–1930)" / Johannes Staemmler, Olgierd Kiec. Herne: Freunde der Martin-Opitz-Bibliothek, 2018. ISBN: 978-3-923371-44-0
Pfarrererinnerungen sind literarische Zeugnisse, die oftmals spannendes Material zur Kirchen-, Kultur- und Gesellschaftsgeschichte liefern. Die vorliegenden Lebenserinnerungen von Johannes Staemmler (geb. 1860 in Duschnik, gest. 1946 in Bad Kösen) sind über weite Strecken ein Musterbeispiel dafür. Mit großer Tiefenschärfe und Ausführlichkeit sind in Staemmlers Lebensrückschau besonders die frühen Präge- und Berufsjahre des Theologiestudenten, Pfarrers und Superintendenten beschrieben, der schließlich Oberkonsistorialrat in der unter preußischer Verwaltung stehenden Provinz Posen wurde.
Beigefügt ist der Edition ein Vorwort Johannes Staemmlers, des Erfurter Urenkels des Autors. Initiator und Herausgeber des Bandes ist der Posener Historiker Olgierd Kiec, der mit seiner umfänglichen Einleitung auf 50 Seiten detaillierte Informationen zur Biographie Staemmlers zusammenträgt. Diese gehen teilweise weit über den Lebensbericht hinaus und zeigen die Vertrautheit des Editors mit der Geschichte der Posener Provinz und den kulturellen Eigenheiten dieses deutsch-polnischen Grenzraums
Review: "Rozliczanie totalitarnej przeszłości: instytucje i ulice" / Andrzej Paczkowski (ed.). Warszawa: Instytut Studiów Politycznych PAN, 2017. ISBN: 978-83-64091-86-5
The Institute of Political Studies of the Polish Academy of Sciences published two books in 2017 as a result of the Polish-French scientific project "Punishment, Memory and Politics: Retribution for the Past after World War II", financed by the National Science Centre (NSC) in Poland. According to the first part of the introduction included in both volumes and prepared by project supervisor Andrzej Paczkowski, the participants sought to study "the scope of similarities and differences in the mechanisms, forms and pace of legal, political and symbolic settlements in various countries from the times of World War II until today" (p. 7). Another overall purpose was to investigate „the relationships between the characteristics of a given settlement process and the progression in the democratic consolidation of former dictatorial regimes" (p. 7). Paczkowski also expresses his hope that the research carried out by the Polish-French group of political scientists and historians would contribute to current discussions on problems that had been repeatedly raised in many publications, however selectively, without any general conclusions (p. 8). Nonetheless, the project supervisor did not provide his readers with a brief overview of the current state of the art including the titles of the most important studies on memory and settlements in order to prove its alleged incompleteness and deficiency. Thereby, the reader has to take his statements for granted without having been offered any convincing arguments
Emerging as an agentic-empathic leader: The effects of a leadership empathy intervention
Purpose – The dissertation seeks to explore the qualitative changes in leadership behavior after an empathy development intervention has been visited.
Design/methodology/approach – Literature on empathy, empathy development, emotion-al intelligence, leadership and leader-member-exchange was used to build a theoretical background for observing changes in behavior of the participating leaders. Results from the literature on empathy and emotional intelligence development were taken to conceptualize an empathy development intervention which was then facilitated for 11 participants, 6 of whom were leaders. Qualitative, unstructured interviews were held with the participants in leadership positions which were then analyzed using Grounded Theory.
Findings – The emergence of an agentic-empathic leadership style was identified in 4 out of 6 participants. These participants used behavioral emotional intelligent skills taught in the intervention to actively shape their own behavior, their team cultures, and their followers’ behavior in an agentic yet empathic way reporting various positive effects from a reduction to sick days to an increase in compliant behavior and motivation. The changed leadership behavior helped them to build up their self-efficacy in situations which they formerly per-ceived as challenging.
Research limitations/implications – The number of participants that contributed to the building of theory was relatively small as only six matched the criteria for inclusion into the sample. The whole research project was undertaken by a single researcher. Though this is not unusual for a doctoral thesis it entails certain limitations since possible distortions and biases in the qualitative design cannot be ruled out. A number of measures have been taken to improve study quality.
Practical implications – The results help to better understand the impact of an empathy intervention on leadership behavior. While it is expected that participants become more empathic afterwards, the occurrence of instances of agentic behavioral traits were surpris-ing. It greatly increased the range of application of the behavioral emotional intelligent skills. A leadership style balancing agency and empathy can be very useful in leading a team of highly skilled individuals, motivating them to high performance as well as retaining them.
Originality/value – As far as I know, the effects of an empathy intervention on the quality of leadership behaviors have not been researched before. Previous held hunches on the effect of empathy/emotional intelligence on leadership behavior were not confirmed.Zweck der Arbeit – Diese Dissertation möchte die qualitativen Veränderungen des Füh-rungsverhaltens nach der Teilnahme an einem Empathietraining untersuchen.
Design/Methodologie/Ansatz – Die umfangreiche Literatur zu den Themen Empathie, Em-pathieentwicklung, Emotionale Intelligenz, Führung, und Leader-Member-Exchange wurde gesichtet, um den theoretischen Hintergrund der Arbeit zu schaffen. Auf Grundlage der Er-gebnisse mehrerer Meta-Studien über Empathieentwicklung wurde ein Empathietraining konzipiert, um es später mit insgesamt 11 Teilnehmern durchzuführen, von denen 6 Füh-rungspositionen innehatten. Mit diesen sechs wurden vier bis fünf Wochen nach dem Trai-ning qualitative, unstrukturierte Interviews zur Datenerhebung durchgeführt, welche mit Hilfe der Grounded Theory analysiert wurden.
Ergebnisse – Bei 4 der 6 Teilnehmer aus der Stichprobe konnte nach dem Training das Auf-treten eines Führungsstils festgestellt werden, der Agency (Handlungsfähigkeit) und Empa-thie im Gleichgewicht hält. Die teilnehmenden Führungskräfte nutzen die im Training ge-lernten emotional intelligenten Verhaltenstechniken um aktiv auf ihr eigenes Verhalten, das Verhalten ihrer Mitarbeiter*innen und die jeweiligen Teamkulturen einzuwirken. Positive Effekte wie Reduzierung der Krankentage, erhöhte Motivation des Teams und eine Steige-rung von regelkonformen Verhalten wurde von den Teilnehmern beobachtet. Mit Hilfe des agentisch-empathischen Verhaltens konnten die Teilnehmer ihren Handlungsspielraum in Situation erweitern, denen sie vorher hilflos gegenüberstanden.
Beschränkungen der Studie – Die geringe Größe und die relative Homogenität der Stich-probe schränken die Aussagekräftigkeit der Studie ein. Wie bei vielen Dissertationen üblich wurde das gesamte Forschungsprojekt von einer einzigen Person durchgeführt, was zu einer Verzerrung der Ergebnisse geführt haben könnte. Eine Reihe von Maßnahmen wurden er-griffen, um die Qualität dieser qualitativen Studie zu erhöhen, wobei der Einfluss von syste-mischen Verzerrungen nicht ausgeschlossen werden kann.
Praktischer Nutzen – Das ein Empathietraining unter bestimmten Umständen die Hand-lungsfähigkeit von Führungskräften erweitern kann, war ein überraschendes Ergebnis, wel-ches sowohl für die Führungsforschung als auch für die Entwicklung von Führungskräften von praktischem Nutzen ist. Im Hinblick auf die Wichtigkeit der Bindung von High Potential und der Ausgestaltung einer wertschätzenden Organisationskultur kann eine agentisch-empathisch handelnde Führungskraft ein Gewinn für die jeweilige Organisation sein.
Originalität der Arbeit – So weit ich weiß, wurde die Auswirkung eines Empathietrainings auf die Qualität der Führung noch nicht untersucht
Europäische Ordnungsvorstellungen nach 1918. Theoretische Aspekte und exemplarische Fälle
Europa wurde in der Folge des Ersten Weltkrieges zum Laboratorium für ein experimentelles Ordnungsdenken in enger Wechselbeziehung mit nationalen Grenzdiskursen. Um diese Wechselwirkung geht es unter vier Aspekten. Zuerst werden theoretische Konzepte angesprochen, die das historische Problemfeld „Ordnungsmuster“, „Ordnungsvorstellungen“ und „Ordnungserfahrungen“ strukturieren und begriffliche Zugänge bereitstellen. Exemplarisch werden zweitens die Pariser Friedensverträge von 1919/20 zu den Vorstellungen befragt, die „Versailles“ zum Erinnerungsort einer „neuen Weltordnung“ gemacht haben. In dieses Problemfeld werden drittens zeitgenössische Kontroversen über „Kapitalismus und Demokratie“ einbezogen. Für wie kompatibel haben nach 1918 sozialwissenschaftliche Experten und Expertinnen die beiden „westlichen“ Ordnungssysteme des Kapitalismus und der Demokratie gehalten? Für die Wissensordnungen des 20. Jahrhunderts ist das bis heute eine offene Forschungsfrage. Abschließend wird die Frage aufgeworfen, welche Narrative zu den modernen Zivilisationsordnungen durch „Versailles“ freigesetzt wurden und auf welche Weise sie Prozesse der Pluralisierung oder der Polarisierung in Europa befördert haben
Le discours orientaliste dans la culture européenne du 18ème siècle : les voyages en Égypte de Constantin-François Volney (1787) et de Jean Potocki (1788)
Review: "The Politics of Memory in Post-Authoritarian Transitions, vol. I: Case Studies, and vol. II: Comparative Analysis" / Joanna Marszałek-Kawa, Joanna Piechowiak-Lamparska, Anna Ratke-Majewska, Patryk Wawrzyński (ed.). Newcastle upon Tyne: Cambridge Scholars Publishing, 2017. ISBN: 978-1-4438-1706-6
The Politics of Memory in Post-Authoritarian Transitions consists of two volumes, the first one covering six case studies, edited by Joanna Marszałek-Kawa, Joanna Piechowiak-Lamparska, Patryk Wawrzyński, Anna Ratke-Majewska, and the second one focussing on comparative analysis, edited by Joanna Marszałek-Kawa, Patryk Wawrzyński and Anna Ratke-Majewska. The two volumes constitute one entity, being the result of a research project funded by Narodowe Centrum Nauki (i.e. the Polish National Centre for Science) and should, therefore, be reviewed together.
The general objective of the whole research project is to identify the role of remembrance narratives in the process of the reconstruction of state and society. This overarching goal is tackled in two research problems: one deals with the question as to what degree new remembrance narratives were used in the transition period, and the other one addresses the issue of the particular models of politics of memory that were used to construct a new political identity during the transformation. The main hypothesis is formulated as a statement about the universality of the model of transition from an authoritarian to a democratic system at the level of the state's usage of remembrance policies to create a new political identity for society
Rezension: "Women's Voices and Feminism in Polish Cultural Memory" / Urszula Chowaniec, Ursula Phillips (Hrsg.). Newcastle: Cambridge Scholars, 2012.ISBN: 1443847089
Der Sammelband thematisiert aktuelle Beobachtungen zum Stellenwert feministischen Denkens in der polnischen Gesellschaft. Die Beiträge sind in drei thematische Abschnitte gegliedert: Der erste Teil widmet sich neben einer historischen Beschreibung der Kämpfe um Gleichberechtigung (Urszula Chowaniec, S. 26-46) und der Verortung des polnischen Feminismus im spezifischen Ost-West-Kontext (Rosalind Marsh, S. 47-66) auch der Frage nach dessen Herkunft (Ewa Kraskowska, S. 67-77). Der zweite Teil enthält literaturwissenschaftliche Untersuchungen (Ursula Philips, Grażyna Borkowska, Agnieszka Mrozik, Asia Zgadzaj, Elżbieta Wącik). In einem dritten Schritt werden aktuelle Trends in Film (Ewa Mazierska), Drama (Elwira M. Grossman) und Sprachentwicklung (Dorota Hołowiak) sichtbar gemacht. Ziel ist nicht eine erschöpfende Analyse der „women studies" in Polen, sondern die Darstellung von „women's activities" seit dem 19. Jahrhundert sowie nach 1989
Rezension: "Polen og holocaust - polsk antisemitisme" / Palle Andersen. Slagelse: Ellekær, 2018. ISBN: 978-87-92173-33-1
In dem Buch Polen og holocaust: polsk antisemitisme [Polen und der Holocaust – polnischer Antisemitismus] des dänischen Historikers Palle Andersen geht es um die polnisch-jüdischen Beziehungen während des Zweiten Weltkriegs und insbesondere um den polnischen Beitrag zu dem Versuch der Vernichtung der europäischen Juden im Holocaust. Vor dem Zweiten Weltkrieg war Polen ein Zentrum des Judentums in Europa und das Land mit dem größten jüdischen Bevölkerungsanteil (3,3 Mio. Menschen) auf dem Kontinent. Durch den Holocaust wurden ca. 90% dieser Bevölkerung vernichtet, was etwa die Hälfte aller jüdischen Holocaust-Opfer bedeutete – eine unfassbare Tragödie, die in dem Land eine langanhaltende kulturelle und menschliche Leere hinterlassen hat. Der Völkermord an den Juden wäre in diesem Ausmaß nicht ohne umfassende Unterstützung aus der Lokalbevölkerung in den besetzten Gebieten möglich gewesen. Die Situation in Polen war jedoch für die Juden vielleicht besonders schwierig, und in seinem Buch versucht Andersen darzustellen, was das Besondere dieser Situation ausmachte. Das Buch erscheint zu einem Zeitpunkt, da in Polen die Geschichte des Holocaust erneut im Fokus der Auseinandersetzung über das nationale Narrativ vom Zweiten Weltkrieg steht. Befeuert wurde diese Auseinandersetzung erst jüngst wieder, als Anfang des Jahres [2018] auf Vorschlag der Regierung ein Gesetz beschlossen wurde, das es unter Strafe stellte, dem polnischen Volk eine Mitverantwortung für die vom nationalsozialistischen Deutschland begangenen Verbrechen zuzuschreiben. Dieser Hintergrund tritt deutlich in einem eigenen Kapitel des Buches hervor, in dem der Autor die Entwicklung des Streits um die Geschichte in den vergangenen Jahren beleuchtet
The Narrative Structure of Jan Potocki’s “Manuscript Found in Saragossa” in the Novel and in the Motion Picture - Slide show
The narrative structure of Jan Potocki’s “Manuscript Found in Saragossa” in the novel and in the motion picture as a slide show