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Tanzen in der Salsa-Szene. Eine methodenintegrative empirische Analyse von Verhalten und Erleben
Musik und Tanz sind wie Sport Produkte kultureller Prozesse. Sie spiegeln die Traditionen von Epochen und Gesellschaften wider und entwickeln sich im Kontakt mit anderen Kulturen weiter.
In der vorliegenden Arbeit werden das Verhalten und Erleben in einer neuen Tanzszene, der deutschen Salsa-Szene, mittels eines methodenintegrativen Ansatzes empirisch untersucht. Die Methodentriangulation basiert auf Teilnehmender Beobachtung, leitfadengestützten Interviews mit Tänzer/innen und einer standardisierten Befragung (Online-Survey; N=2416). Im Rahmen einer qualitativen und einer quantitativen Teilstudie wurden Verhalten, Motive, Einstellungen und Gefühle der Tänzer/innen und die sozialen Strukturen, in die diese eingebettet sind, analysiert.
Die Begeisterung für das Salsa-Tanzen und das Entstehen einer Salsa-Szene werden sowohl als Ausdruck als auch als Reaktion auf Prozesse der gesellschaftlichen Individualisierung interpretiert. Dabei hängen Verhalten und Erleben des Salsa-Tanzens tendenziell von sozialen Merkmalen wie Geschlecht, kulturellem Hintergrund, Bildung und Alter ab. Das Tanzniveau allerdings ergibt sich im Rahmen multivariater Regressionsmodelle als größter Einfluss auf das Tanzverhalten und -erleben, da Status über Könnerschaft und Körperkapital zugewiesen wird.
Ein zentrales Ergebnis der Studie ist die Feststellung einer Ausdifferenzierung des Salsa-Tanzens als eine Folge der in Deutschland verankerten Distanz- und Leistungsnormen. Es zeigen sich u.a. Tendenzen einer ‚Versportlichung’ des Salsa-Tanzens. Diese differenzieren sich aus im Sinne einer Fitnessorientierung und einer figurenorientierten Umsetzung mit perfektionistischem Anspruch. Die Tänzer/innen nehmen ihre gesellschaftlich geprägte Leistungsorientierung mit in die Szene hinein und erzeugen Anerkennung, aber auch sozialen Druck. Tendenzen der Szeneentwicklung wie Kommerzialisierung, Eventisierung und Professionalisierung unterstützen zum einen diese Veränderung des Tanzens, zum anderen werden sie selbst dadurch beeinflusst.
Kulturtransfer verläuft demnach nicht einseitig, sondern bringt neue Verhaltensweisen und Bedeutungsnuancen hervor. So ist das Salsa-Tanzen in Prozesse der „Akkulturation“ eingebunden.
Abstract
Music and dance, like sports, are products of cultural processes. They reflect the traditions of historical periods and societies and continue to develop in contact with other cultures.
The behaviour and experience of salsa dancers in the new German salsa scene were examined empirically using an approach which integrates various methods. The empirical study is based on expert interviews about the local salsa scene, observational research in salsa clubs, problem centred interviews of dancers and a standardised online survey (N=2,416). The empirical research focuses on the behaviour, motives, attitudes and emotions of dancers and the social structures of the scene in which they are embedded. These aspects are analysed both by qualitative and quantitative perspective.
The enthusiasm for salsa dancing and the growing scene can be interpreted both as an expression of and as a reaction to the process of individualization in society. Multiple regression models show that experience and behaviour are influenced by social characteristics such as gender, cultural background, education and age. However, the level of dancing skills is identified as the most influential effect on experience and behaviour because status is ascribed with reference to ability and body capital.
One main result is the detection of the differentiation of salsa dancing. This can be interpreted as a consequence of Germans` social norms of distance und achievement. Trends towards a sporty way of dancing salsa can be observed in an orientation towards fitness dancing and a perfectionism in the field of turning figures. Dancers take their internalised achievement orientation into the scene and this produces appreciation as well as social pressure. Trends towards commercialisation, professionalism and bigger events support this development and are in turn influenced by it.
This reciprocal effect of cultural transfer creates new attitudes and connotations. Thus, salsa dancing is included into processes of “acculturation”
Effekte einer elfwöchigen Intervention in den Ausdauersportarten Walking, Nordic Walking und XCO-Walking auf die Maximalkraft und Kraftausdauer der Schulterblattfixatoren
Die United World Colleges und ihre aktuelle pädagogische Bedeutung
Weltweit gibt es 13 United World Colleges (UWC). Die Oberstufen-Internate zeichnen sich durch eine internationale Schüler- und Lehrerschaft aus. Die Bewerbungsverfahren werden von über 120 nationalen Komitees durchgeführt. Mit einer Ausnahme bereiten die UWC ihre 16- bis 19-jährigen Schüler innerhalb von zwei Jahren auf das International Baccalaureate (IB) vor. In Deutschland gibt es kein UWC.
In ihrer pädagogischen Arbeit verfolgen die UWC gemeinsame Grundsätze und sind verbunden durch einen Leitspruch: das „UWC Mission Statement“. Das übergeordnete Ziel der Völkerverständigung erklärt sich vor dem Hintergrund der UWC-Entstehungsgeschichte zur Zeit des Kalten Krieges. Es ist untrennbar verbunden mit dem deutschen Pädagogen Kurt Hahn (1886-1974) sowie dem britischen Luftmarschall Sir Lawrence Darvall (1898-1968). Sie gelten als geistige Mentoren und Initiatoren dieses Schultyps.
Forschungsgegenstand der vorliegenden Untersuchung ist die allgemeine Entstehungsgeschichte der UWC, ihre Konzeption, Wirksamkeit sowie Modellhaftigkeit für andere Schulsysteme. Die Untersuchung setzt in der Weimarer Republik an, mit dem von Hahn mitgegründeten Landerziehungsheim Schule Schloss Salem (1920). Sie führt über das von Hahn nach seiner Emigration in Schottland gegründete (1934) Internat Gordonstoun, über die Gründung der ersten Outward Bound School in Aberdovey (1941) bis hin zum Atlantic College (AC) in Wales (1962). Das AC gilt als einer der Vorreiter in der Entwicklung des heute weltweit anerkannten Schulabschlusses IB.
Im Mittelpunkt der Arbeit steht zudem die Analyse der Wurzeln der heutigen IB-Kernanforderungen und ihrer ursprünglichen Teilaufträge. Es wird der Frage nachgegangen, inwieweit das Extended Essay, die Project Week und die Elemente Action und Service in das pädagogische Konzept der Hahn`schen „Erlebnistherapie“ (ET) zurückreichen. Darüber hinaus wird die aktuelle Position der UWC in der internationalen Schullandschaft verortet. Dies erfolgt anhand eines Vergleichs mit einer renommierten und voll entwickelten internationalen Schule in Deutschland: am Beispiel der Internationalen Schule Düsseldorf e.V. (ISD).
Anhand einer empirischen Erhebung erfolgt darüber hinaus die Bewertung der pädagogischen Zielsetzung der Schulform UWC. Im Mittelpunkt einer online durchgeführten Befragung ehemaliger deutscher Schüler/-innen der IB-Jahrgänge 2004 bis 2008 stehen Ausrichtung und Inhalte des UWC-Konzeptes mit Schwerpunkt auf der internationalen Völkerverständigung durch interkulturelle Erziehung sowie dem CAS-Programm und den „Diensten“ im Besonderen. Am Kriterium der Selbstwahrnehmung der ehemaligen Schüler/-innen wird darüber hinaus bewertet, wie wirksam die spezifische Schulform UWC ist. Eine Diskussion über die UWC als Vorbild für andere Schulen schließt die Arbeit ab.
There are 13 United World Colleges (UWC) worldwide. The secondary education boarding schools are marked by their international students and staff. The application schemes are carried out by more than 120 national committees. With one exception the UWC prepare their 16-19-year-old students for the International Baccalaureate (IB) within two years. There is no UWC in Germany.
With their pedagogical work the UWC follow common guidelines and are linked through a motto: the „UWC Mission Statement“. The superposed aim of international understanding can be explained on the background of the history of origins of the UWC. It is inseparately connected to the German pedagogue Kurt Hahn (1886-1974) as well as with the British Air Marshal Sir Lawrence Darvall (1898-1968). They are regarded as the spiritual mentors and initiators of this kind of school.
The object of research of the present examination is the general history of origins of the UWC, their conception, efficiency as well as their model character for other school systems. The examination starts in the Weimar Republic with the School Schloss Salem (1920), co-founded by Hahn. It leads across the boarding school Gordonstoun in Scotland, founded by Hahn after his emigration in 1934, furthermore across the foundation of the first Outward Bound School in Aberdovey (1941) to the Atlantic College (AC) in Wales (1962). The AC is regarded as one of the pioneers in the development of the school exam IB that is acknowledged worldwide nowadays.
The focal point of the present examination the analysis of the main requirements of nowadays' IB and its original mandates. Moreover, the question whether the Extended Essay, the Project Week and the elements Action and Service go back to the concept of Hahn's „Erlebnistherapie“ (ET) is dealt with. On top of that, the current position of the UWC within the international educational landscape is positioned. Therefore a comparison of the UWC with a renowned and fully develope
Aikido üben: Motivationsgefüge - Selbstregulierung im Erwachsenenleben und Erwerb entsprechender Kompetenzen
Abstract deutsch
key words: Aikido – wettkampffrei – Schmerz – Motivation – psychomotorische Defizite – psychomotorische Reorganisation – Amae (Nachsichtigkeitsbeziehung) und Fürsorglichkeit – Fragebogen und Interviews – Selbstregulation (Physiologie, Motorik, seelische Gestimmtheit) – soziale Regulation – Erwerb (selbst)regulatorischer Kompetenz
In der japanischen Kampfkunst Aikido werden die meist runden, dynamischen Bewegungen mit Würfen oder Haltetechniken beendet. Es werden keine Wettkämpfe ausgetragen. Die komplexen Techniken sind schwer zu lernen; die Verdrehungen der Gelenke und das sog. „Laufen“ auf den Knien sind schmerzhaft. Die Motivation der Aikidoka wurde untersucht. Es wurde angenommen, dass die Besonderheiten der Aikidobewegung (u.a. die haptonomische Feinabstimmung im paarweisen Training) eine Reorganisation defizitärer Psychomotorik ermöglichen. Dies wird unterstützt durch Elemente des japanischen Beziehungsangebotes wie die ruhige, höfliche und respektvolle Haltung der Lehrenden.
Ein selbst erstellter Fragebogen wurde in einer Feldstudie an Aikidoka als Untersuchungsgruppe ausgegeben sowie zum Vergleich an Karateka und Standard-Tänzer. Aufbauend auf den quantitativen Ergebnissen wurden Interviews mit durch eine Cluster-Prozedur ermittelten prototypischen Aikidoka aller Schülerstufen durchgeführt.
Ergebnisse: Aikido ermöglicht vielfältige kurzfristig wirksame sowie erst nach längerem feststellbare positive Effekte. In kritischen Situationen half Fürsorglichkeit von Lehrern und Fortgeschrittenen. Selbstmotivierende Strategien bildeten sich ab. Als zu Grunde liegendes Anliegen erwies sich der Wunsch, mit Hilfe des Aikido eine umfassende Regulation physiologischer, emotionaler, mentaler und sozialer Parameter zu realisieren und entsprechende Kompetenzen zu erwerben. Aikido scheint hierfür vergleichsweise das breiteste Spektrum an facilitatorischen Bedingungen zur Verfügung zu stellen.
Abstract englisch
key words: aikido – no competition – pain – motivation – psychomotor deficit – psychomotor reorganisation – amae (sweet dependency) and caring – questionnaire and interviews – self-regulation (physiology, motor system, moods) – social regulation – gain of (self)regulative competence
In aikido, a Japanese martial art, round and dynamic movements are ended with projections or immobilizations. There is no competition. The complicated techniques are hard to learn; the torsions of the joints are painful. The study investigates into the motivation of aikidoists. It was assumed that unique elements of aikido (e.g. haptonomic attunement processes in training in twos) help to reorganize psychomotor deficits. Elements of Japanese relationships as the quiet, polite and respectful teaching attitude are supportive.
A self-constructed questionnaire was handed out to aikidoists as well as karate students and standard-dancers (field study). Statistical findings lead to a cluster-procedure which yielded prototypes of aikidoists in different stages of learning. Individuals fitting these types were asked to be interviewed.
Results: Aikido renders multiple immediate or long term positive effects. Teachers’ and advanced students’ caring was helpful in critical situations. Self-motivating strategies were displayed. The ultimate goal to be achieved by aikido seems to be a comprehensive regulation of physiological, emotional, mental and social functions and to acquire the necessary regulatory competences. In comparison, aikido seems to offer the widest range of facilitatory conditi
Behavioral characteristics and neural localization of sensorimotor adaptation
Die sensomotorische Adaptation ist eine spezielle Form des motorischen Lernens, die immer dann auftritt, wenn veränderte Umweltbedingungen die Anpassung eines bereits bestehenden motorischen Verhaltens erfordern. Sie spielt sowohl bei Alltagshandlungen als auch im Bereich des Sports eine wichtige Rolle. Die vorliegende Arbeit befasste sich mit Verhaltensmerkmalen der Adaptation und ihrer neuronalen Lokalisation.
Ein Experiment konnte erstmals einen positiven Effekt von explizitem Wissen auf die sensomotorische Adaptation belegen. Aus diesem Ergebnis folgt die Annahme, dass eine Beteiligung des dorsolateralen präfrontalen Kortex zu einer verbesserten Adaptation führen kann. In einem weiteren Experiment wurde die Adaptation an unterschiedliche Veränderungen des visuellen Feedbacks untersucht. Da für verschiedene Adaptationen die gleichen kontinuierlichen und diskreten Prozesse gezeigt werden konnten, liegen ihnen möglicherweise ähnliche neuronale Netzwerke zugrunde. Diese Arbeit zeigte zudem, dass die Adaptation bei bestimmten Veränderungen des visuellen Feedbacks richtungsabhängig erfolgt. Dieses Resultat deutet auf die Beteiligung des motorischen oder des parietalen Kortex hin, da beide Hirnareale Neuronen aufweisen, die in ähnlicher Weise richtungsabhängig kodiert sind.
Außerdem untersuchte diese Arbeit die Rolle des Kleinhirns in der sensomotorischen Adaptation. Zwei Experimente ergaben, dass Patienten mit degenerativen Erkrankung des Kleinhirns und Patienten mit Läsionen im Gebiet der oberen Kleinhirnschlagader sowohl eine Verminderung der Adaptation als auch eine Beeinträchtigung der motorischen Durchführung zeigen. Diese Ergebnisse lassen vermuten, dass entweder die motorische Durchführung im Kleinhirn lokalisiert und eine Voraussetzung für die Adaptation ist, die an einer anderen Stelle im zentralen Nervensystem stattfindet. Oder es ist möglich, dass sowohl die motorische Durchführung als auch die sensomotorische Adaptation im Kleinhirn lokalisiert sind.
Summary:
The present thesis investigates behavioral characteristics of sensorimotor adaptation and its neural localization. This special form of motor learning occurs whenever an altered environment requires the adjustment of already existing motor behavior. Sensorimotor adaptation does not only play a dominant role in everyday life, but it is also an intrinsic element in the field of sports. For instance, tennis players have to adjust their movements to rackets, balls or field conditions. In the following, the main results of the individual studies of this thesis as well as their implications are summarized.
To this day, it is not entirely clear whether explicit knowledge has a beneficial or a detrimental effect on sensorimotor adaptation. This thesis therefore tries to determine the role of explicit knowledge in sensorimotor adaptation, and is the first to reveal a positive effect of explicit knowledge on adaptation. In particular, our results lead to the assumption that the positive effect is related to strategic control. Furthermore, they suggest that an involvement of the dorsolateral prefrontal cortex leads to improved sensorimotor adaptation.
Furthermore, the present thesis scrutinizes whether adaptation to different alterations of feedback is based on common principles. It compares the adaptive processes caused by a rotation and a reversal of visual feedback, and it shows for the first time that adaptation to reversed vision is based on the same continuous and discrete processes as adaptation to visual rotations. According to this finding, similar neuronal networks for both adaptive processes can be assumed.
The thesis also investigates whether adaptation to a change of visual feedback is a directionally local or a global phenomenon. We show that variable practice in all directions does not lead to an improved adaptation to a visual rotation, which is thought to be achieved by directionally tuned modules. Accordingly, variable practice does presumably not induce a greater generalization or a global adaptation process, respectively. Also, we show direction-specific adaptive processes during adaptation to reversed vision. Moreover, transfer to unpracticed targets could well be predicted by the superposition of neighboring adapted modules. These results lead to
the conclusion that adaptation to reversed visual feedback is based on a local process. This finding is associated with the involvement of Gaussian tuned neural units in sensorimotor adaptation.
Finally, this thesis scrutinizes the contribution of the cerebellum to sensorimotor adaptation by investigating adaptation processes and motor performance in two cerebellar patient groups. In particular, we investigate whether different parts of the cerebellum play different roles during adaptation. The results suggest that adaptive recalibration is impaired in patients with cerebellar cortical degeneration as well as in patients with lesions within the territory of the superior cerebellar artery. The findings further indicate an intact recalibration but degraded strategic control in patients with lesions within the territory of the posterior inferior cerebellar artery. A partitioning-of-variances analysis supports the suggestion that (superior) cerebellar regions are exclusively involved in motor performance or are involved in both motor performance and adaptation
Der Einfluss einer sporttherapeutischen Trainingsintervention auf die Dichte der Monocarboxylattransporter in Skelettmuskulatur und Erythrozyten bei nicht-insulinpflichtigen Typ 2 Diabetikern
Zusammenfassung:
Der Forschungsschwerpunkt der gegenwärtigen Literatur befasste sich bisher überwiegend mit den kinetischen Parametern zum Laktattransport im Erythrozyten und in der Skelettmuskulatur. Die zugrundeliegenden aktivitätsbedingten Regulationsmechanismen des MCT1- und CD147-Protein im Erythrozyten wurden zuvor noch nicht an humanen Erythrozyten untersucht. Eine Zielsetzung dieser Arbeit lag in der Aufdeckung dieser kurzfristigen aktivitätsbedingten Regulationsmechanismen des MCT1- und CD147-Proteins in den Erythrozyten nach einer Maximalbelastung. Neben diesen kurzfristigen Anpassungserscheinungen wurden auch die langfristig trainingsbedingten Veränderungen der MCT1- und CD147-Dichte im Erythrozyten und der MCT1- und MCT4-Dichte in der Skelettmuskulatur bei nicht-insulinpflichtigen Typ 2 Diabetikern nach einem dreimonatigen sporttherapeutischen Ausdauer- und Krafttraining immunhistochemisch untersucht.
Im Vergleich der beiden Trainingsformen zeigten sich hinsichtlich der langfristig als auch kurzfristig trainingsbedingten MCT1- und CD147-Dichteveränderungen ähnliche Ergebnisse, wobei das Krafttraining eindeutigere zelluläre Reaktionen im Erythrozyten auslöste. Die Ergebnisse der fluoreszenzmikroskopischen Aufnahmen an den Erythrozyten deuten darauf hin, dass es kurzfristig bei trainierten nicht-insulinpflichtigen Typ 2 Diabetikern zu einer verstärkten aktivitätsbedingten Translokation des MCT1-Proteins und des Chaperons CD147 in die Erythrozytenmembran kommt. Langfristig konnte nur eine Erhöhung der MCT1-Dichte in den Erythrozyten der Kraftgruppe beobachtet werden. Die Untersuchungen am Skelettmuskel zeigten in beiden Trainingsgruppen eine signifikante Zunahme der zellulären MCT1-Dichte, wohingegen die zelluläre MCT4-Dichte nach dem dreimonatigem Trainings-programm eher unverändert blieb. Die absolute membranöse MCT4-Dichte blieb in beiden Trainingsgruppen unverändert, wohingegen nur in der Ausdauergruppe eine signifikante Abnahme der relativen membranösen MCT4-Dichte beobachtet werden konnte.
Für die Zukunft besteht ein großer Forschungsbedarf hinsichtlich der zellulären Auswirkungen von sporttherapeutischen Trainingsinterventionen auf den diabetischen Stoffwechsel. Ein besseres Verständnis der aktivitätsbedingten zellulären Anpassungs-erscheinungen stellt die Grundlage für die Arbeit des qualifizierten Sportwissenschaftlers dar, um individuell dosiert die körperliche Aktivität wie ein Medikament innerhalb der diabetischen Sporttherapie in Zukunft einsetzen zu können und somit langfristig das Gesundheitssystem durch diese kostengünstige und effiziente Therapieform nachhaltig zu entlasten.
Abstract:
The focus of research in contemporary literature is mostly on the kinetic parameters of lactate transport in erythrocytes and the skeletal muscles. The underlying activity-induced regulatory mechanisms of the MCT1 and CD147 proteins in the erythrocytes have never before been analyzed in human erythrocytes. One aim of this study was the exposure of the short-term activity-induced regulatory mechanisms of the MCT1 and CD147 proteins in the erythrocytes after maximal physical exercise. Besides these short-term adaption phenomena the long-term training-induced changes of the MCT1 and CD147 density in the erythrocytes and the MCT1 and CD147 density in the skeletal muscle of non insulin-dependent type 2 diabetics after a three month sport-therapeutic endurance and strength training were analyzed by immunohistochemistry.
In comparison, the two forms of training showed similar results regarding the long-term and the short-term training-induced changes of the MCT1 and CD147 density, whereas the strength training caused clearer cellular reactions in the erythrocytes. The results of the fluorescence microscopy of the erythrocytes indicate that trained non insulin-dependent type 2 diabetics show a short-term translocation of the MCT1 protein and the CD147 chaperone into the erythrocyte membrane. In long-term, only an increase of the MCT1 density in the erythrocytes of the strength training group was observed. Tests on the skeletal muscles in both training groups showed a significant increase of the cellular MCT1 density, whereas the cellular MCT4 density remained nearly unchanged. The absolute membranous MCT4 density remained unchanged in both training groups, while a significant decrease of the relative membranous MCT4 density was observed in the endurance group only.
For the future, a vast need for research exists regarding the cellular effects of sport-therapeutic training on the diabetic metabolism. A better understanding of activity-induced cellular adaption phenomena is a basic key for the professional work of a qualified sport therapist in order to be able to implement individual doses of physical activity just like a medication within diabetic sport therapy in the future and thereby relieving the healthcare system in the long run with this low-cost and efficient form of therapy in a sustainable way
Muskuläre Leistung im Krafttraining. Analyse verschiedener Formen der Bewegungsausführung auf die Maximal- und Schnellkraft nach der Methode der submaximalen Kontraktionen bis zur Erschöpfung unter Berücksichtigung akuter hormoneller Auslenkungen
Die vorliegende Arbeit betrachtet die Auswirkungen von drei unterschiedlichen Bewegungsausführungen im Hypertrophie-orientierten Krafttraining über einen Zeitraum von 6 Wochen:
1. intendiert-explosives Mehrsatz-Training (MSTex), 3 Sätze à 6-9 Wiederholungen bei 80%
1 RM bei einer fraktionellen Verteilung der Kontraktionsarten von intendiert-explosiv konzentrisch, 0 sec. isometrisch und 1 sec. exzentrisch,
2. kontrolliert-zügiges Mehrsatz-Training (MST), 3 Sätze à 6-9 Wiederholungen bei 80% 1 RM bei einer fraktionellen Verteilung der Kontraktionsarten von 1 sec. konzentrisch, 0.5 sec. isometrisch und 1 sec. exzentrisch,
3. betont langsames Einsatz-Training (EST), 1 Satz à 6-9 Wiederholungen bei 65% 1 RM bei einer fraktionellen Verteilung der Kontraktionsarten von 4 sec. konzentrisch, 0.5 sec. isometrisch und 4 sec. exzentrisch.
Ziel der Studie war es, diejenige sportartbegleitende Krafttrainingsform im Muskelaufbautraining zu identifizieren, die zu einer Erhöhung ausgewählter Variablen der muskulären Leistung (Beinpresse, Brustpresse) unter Berücksichtigung von Maximal- (Beinpresse, Brustpresse, Beinstrecken, Bizeps Curl) und Sprungkraftveränderungen (Squat Jump) sowie akuter hormoneller Auslenkungen (human growth hormone, insulin-like growth factor 1, Testosteron, Cortisol) führt. Den theoretischen Ausgangspunkt der Studie bildete die Beobachtung von Behm und Sale (1993a), dass der schnellkraftfördernde Effekt einer Krafttrainingsform in erster Linie von der Absicht, eine schnelle Bewegung auszuführen, abhängt und nicht von einer schnellen Bewegung an sich.
Auf der Basis von 67 möglichen Variablen zur Schnellkraftoperationalisierung wurden durch eine Überprüfung der Test-Retest-Reliabilität 10 reliable Variablen für die Betrachtung der muskulären Leistung identifiziert:
1. Fmax maximale momentane Kraft
2. RFDmax maximale momentane Kraftentwicklung
3. Pmax maximale momentane Leistung
4. RPDmax maximale momentane Leistungsentwicklung
5. vmax maximale momentane Geschwindigkeit
6. RVDmax maximale momentane Geschwindigkeitsentwicklung
7. DOCC Dauer der konzentrischen Phase
8. tvmax Zeitdauer bis zum Erreichen der maximalen Geschwindigkeit
9. FPmax Momentankraft bei maximaler momentaner Leistung
10. dmax zurückgelegter Gesamtweg
Die Analyse der Trainingsdaten zeigte für alle drei Trainingsgruppen über den Untersuchungszeitraum von 6 Wochen eine signifikante Zunahme des Trainingsvolumens, die prozentual betrachtet in allen Gruppen gleich hoch ausfiel. Die signifikant höheren Leistungswerte der MSTex gegenüber der EST und MST in beiden Trainings- und Testübungen Bein- und Brustpresse verdeutlichen die gelungene Umsetzung der intendiert-explosiven Bewegungsausführung in dieser Gruppe.
Im Hinblick auf die eingangs formulierte Fragestellung lässt sich für ein Hypertrophie-orientiertes Krafttraining feststellen, dass ein EST, MST und MSTex in den Testübungen Brust- und Beinpresse zu signifikanten Verbesserungen der isometrischen und dynamischen Maximalkraft innerhalb von 6 Wochen führen. Im Vergleich zur Kontrollgruppe zeigten sich keine statistisch bedeutsamen Unterschiede. Es scheint, dass eine signifikant höhere Spannungsdauer bei einem Training bis zum Muskelversagen das mehr als 3-fach geringere Trainingsvolumen bzw. die mehr als 3-fach geringere Arbeit durch eine einmalige höhere metabolische Beanspruchung „kompensiert“ und zu gleichwertigen morphologischen Anpassungen führen kann (Bowtell et al., 2003; Wirtz et al., 2009; Gillies et al., 2006). Hier können unterschiedliche Ermüdungsszenarien (Toigo, 2006b) offensichtlich gleichwertige Ergebnisse bedingen. Hinsichtlich der Sprungkraft zeigten sich in der EST, MST und KON keine Veränderungen, die MSTex verbesserte ihre Sprunghöhe tendenziell.
Die Variablen der muskulären Leistung zeigten sowohl gleiche als auch unterschiedliche Ergebnisse für die Testübungen Brustpresse und Beinpresse in den drei Belastungsprotokollen. Gemeinsam konnte für beide Testübungen festgestellt werden, dass zwischen den Gruppen bei einem EST- und MST-Belastungsprotokoll keine statistisch bedeutsamen Unterschiede bestehen. Unterschiede offenbarten sich im Vergleich der MSTex mit den anderen Belastungsprotokollen zum zweiten Messzeitpunkt: die MSTex zeigte in der Brustpresse bei 50% 1 RM eine signifikant höhere RFDmax als die EST und MST, in den Leistungsvariablen Pmax und RPDmax waren signifikant höhere Werte gegenüber der EST zu erkennen. Für die Beinpresse gab es keine bedeutsamen Unterschiede zwischen der MSTex und den anderen beiden Trainingsgruppen. Im Vergleich zur Kontrollgruppe offenbarte keine Trainingsgruppe signifikante Unterschiede in den Variablen der muskulären Leistung bei der Testübung Beinpresse. Für die Brustpresse hingegen waren die Zeitvariablen DOCC und tvmax in der MST gegenüber der KON zum zweiten Messzeitpunkt signifikant verringert. Die MSTex offenbarte eine signifikant höhere RFDmax bei 50% 1 RM sowie eine signifikant höhere RPDmax bei 80% 1 RM gegenüber der KON.
Insgesamt unterstreichen die Ergebnisse der Variablen der muskulären Leistung die Bedeutung der koordinativen Anpassungen im Krafttraining (Enoka, 2008) und bestätigen die klassische Theorie der Geschwindigkeitsspezifität, basierend auf isokinetisch gewonnenen Forschungsergebnissen (vgl. Dvir, 2004; Brown & Brown, 2000; Morrissey et al., 1995; Baltzopoulos & Brodie, 1989; Bell & Wenger, 1992). Betrachtet man die Inferenzstatistik, so ist auf Basis der signifikanten Unterschiede zur Kontrollgruppe für die Kraft- und Leistungsentwicklung ein MSTex das Belastungsprotokoll der Wahl, für die Verbesserung der Zeitkomponenten hingegen ein MST.
Das Hauptergebnis der Betrachtung der hormonellen Auslenkungen stellte die signifikant höhere hGH-Auslenkung der EST in Woche 1 und 6 dar, wohingegen in beiden MST-Belastungsprotokollen keine bedeutsamen Veränderungen zu erkennen waren. Die höhere hGH-Ausschüttung kann eindeutig auf eine höhere Gesamtspannungsdauer und den damit einhergehenden metabolischen Stress in der EST zurückgeführt werden (Goto et al., 2009; Goto et al., 2008). Die Beurteilung der Veränderung der hormonellen Reaktionen vom ersten (Woche 1) zum zweiten (Woche 6) Messzeitpunkt erfolgte auf Basis der „Area under curve with respect to increase“ (AUCi). Für die hormonellen Parameter Testosteron, Cortisol und hGH zeigten sich keine bedeutsamen Veränderungen. Im Hinblick auf das IGF-1 wiesen die Belastungsprotokolle MST und MSTex zum zweiten Messzeitpunkt signifikant höhere Auslenkungen auf. Diese Veränderung ist unter Berücksichtigung der unveränderten basalen hGH-Werte durch eine Zunahme der trainingsinduzierten, muskulär stimulierten IGF-1 Ausschüttung in Folge des gesteigerten Trainingsvolumens zu erklären.
Betrachtet man die dargestellten Ergebnisse im Gesamtkontext, so lassen sich aus der vorliegenden Arbeit sieben Kernaussagen ableiten:
1. Die EST-, MST- und MSTex-Belastungsprotokolle führen zu gleichwertigen Verbesserungen der isometrischen und dynamischen Maximalkraft.
2. Die MST-Belastungsprotokolle weisen eine höhere praktische Bedeutsamkeit zur Verbesserung der dynamischen Maximalkraft auf.
3. Die Ergebnisse der Variablen der muskulären Leistung bestätigen die Theorie der geschwindigkeitsspezifischen Anpassungen im Krafttraining.
4. Ein MSTex-Belastungsprotokoll ist geeignet, um die Kraft- und Leistungskomponente der muskulären Leistung zu entwickeln.
5. Für die Verbesserung der Zeitkomponenten ist ein MST-Belastungsprotokoll die Trainingsform der Wahl.
6. Ein EST führt zu signifikant höheren akuten hGH-Auslenkungen nach dem Training.
7. Die MST-Belastungsprotokolle erhöhen die trainingsinduzierte, muskuläre stimulierte IGF-1 Ausschüttung nach einem 6-wöchigen Training.
This doctoral thesis considers the importance of three different movement types in the hypertrophy-oriented strength training over a period of six weeks:
1. intended maximum concentric acceleration multiple-set training (MSTex), 3 sets of 6-9 repetitions at 80% 1 RM, fractional distribution of contraction types: intended maximum concentric acceleration, 0 sec. isometric and 1 sec. eccentric,
2. controlled-fast multiple-set training (MST), 3 sets of 6-9 repetitions at 80% 1 RM, fractional distribution of contraction types: 1 sec. concentric, 0.5 sec. isometric, and 1 sec. eccentric,
3. slow motion single-set training (SST), one set of 6-9 repetitions at 65% 1 RM, fractional distribution of contraction types: 4 sec. concentric, 0.5 sec. isometric and 4 sec. eccentric.
The aim of this study was to identify the sport accompanying hypertrophy-oriented strength training form, leading to an increase of selected variables of muscular power (leg press, chest press) in consideration of maximum strength development (leg press, chest press, leg extension, biceps curl), jump performance (squat jump) and acute hormonal reactions (human growth hormone, insulin-like growth factor 1, testosterone, cortisol). The theoretical starting point of the study was the observation of Behm and Sale (1993a) that the effect of strength training on high-velocity strength performance was primarily caused by the intention to perform a rapid movement, and not by a rapid movement itself.
Ten reliable variables for measuring muscular power were identified through test-retest reliability of 67 possible variables to quantify speed strength:
1. Fmax maximum strength
2. RFDmax maximum rate of force development
3. Pmax maximum power
4. RPDmax maximum rate of power development
5. vmax maximum velocity
6. RVDmax maximum rate of velocity development
7. DOCC duration of the concentric phase
8. tvmax time to maximum velocity
9. FPmax strength at maximum power
10. dmax maximum displacement
The analysis of training data showed a significant increase in training volume for all three training groups over the study period of six weeks. The percental increase in all groups turned out equally high. The significantly higher maximum power of the MSTex compared to the values of EST and MST in both training and testing exercises (leg and chest press) illustrates the successful implementation of the intended maximum concentric acceleration in this group.
With regard to the initially raised question one can assess that within 6 weeks hypertrophy-oriented strength training EST, MST and MSTex lead to a significant increase of isometric and dynamic strength in the test exercises leg press and chest press. Compared to the control group (CON) there were no statistically significant differences. It seems that a significantly higher time under tension in combination with muscular failure can compensate a more than three times lower training volume or a more than threefold lower work by one single higher metabolic stress training set and finally can induce equivalent morphological adaptations (Bowtell et al., 2003, Wirtz et al., 2009, Gillies et al., 2006). Different scenarios of muscular fatigue (Toigo, 2006b) are obviously leading to equivalent results. In reference to the jump performance EST, MST and CON showed no change whereas the MSTex improved its jump height by trend.
Within the three strength training protocols the variables of muscular power showed equal as well as differing results for the test exercises leg and chest press. It was concluded for both test exercises that there were no statistically significant differences between the EST and MST groups. Differences were revealed for the post test measurement of MSTex in comparison with the other training protocols of the second measurement: MSTex showed a significantly higher RFDmax as the EST and MST in the chest press at 50% 1 RM, the variables Pmax and RPDmax were significantly higher compared to EST. There were no significant differences between the MSTex and the other two training protocols for the leg press. The test exercise leg press showed no differences between the control group and the three training groups for all variables of muscular power. For the chest press, however, the time-dependent variables DOCC and tvmax displayed significant lower values in the post test measurement for the MST group compared to the CON. The MSTex revealed a significantly higher RFDmax at 50% 1 RM and a significantly higher RPDmax at 80% 1RM compared to the CON.
Overall, the results of the muscular power variables emphasize the importance of coordinative adaptations in strength training (Enoka, 2008) and confirm the classical theory of velocity specificity in strength training, based on isokinetic research results (see Dvir, 2004; Brown & Brown, 2000; Morrissey et al., 1995; Baltzopoulos & Brodie, 1989; Bell & Wenger, 1992). The statistical comparison between the control group and the training groups favors the MSTex protocol for force and power development on the one hand and on the other hand the MST protocol for the improvement of the time-dependent components.
The main result of the acute hormonal reactions was the significantly higher hGH-response of the EST protocol in week 1 and 6, whereas both MST protocols elicited no significant hGH-changes at both measurement times. The higher acute hGH response is clearly related to the higher total time under tension and the associated metabolic stress as a result of the EST protocol (Goto et al., 2009, Goto et al., 2008). The assessment of change in the long term hormonal responses from the first (week 1) to the second (week 6) time of measurement was based on the "Area under curve with respect to increase" (AUCI). The hormonal response of testosterone, cortisol and hGH showed no significant changes. Both MST protocols elicited significantly higher IGF-1 responses at the second measurement point. Taking the unchanged basal hGH levels into account, this change can be explained by an increased training-induced and muscle-stimulated IGF-1 secretion as a result of the increased training volume.
Overall, seven key points can be deduced from the present study:
1. The EST, MST and MSTex training protocols lead to equivalent improvements in the maximal isometric and dynamic strength.
2. The MST training protocols offer a higher practical significance for improving the dynamic maximum strength.
3. The results of the variables of muscular power confirm the theory of velocity-specific adaptations in strength training.
4. A MSTex training protocol is perfectly suitable to develop the strength and power component of muscular performance.
5. The improvement of the time-dependent component is procured by the MST training protocol.
6. An EST training protocol leads to significantly higher acute hGH reactions after training.
7. Both MST training protocols increase muscle stimulated IGF-1 secretion after six-week of strength training
Ambush-Marketing im Sport. Grundlagen - Strategien - Wirkungen.
Zusammenfassung
Ambush Marketing ist die Vorgehensweise von Unternehmen, dem direkten und indirekten Publikum eines Sport-Events durch eigene Marketing-, insbesondere Kommunikationsmaß-nahmen eine autorisierte Verbindung zum Ereignis zu signalisieren, obwohl die betreffenden Unternehmen keine legalisierten oder lediglich unterprivilegierte Vermarktungsrechte an dieser Veranstaltung besitzen. Ambush Marketing stellt somit eine Alternative zum Sportsponsoring dar. Ziel des Ambush Marketing ist es, von den Erfolgen des Sport-Event-Sponsoring zu profitieren, ohne die Pflichten eines offiziellen Sponsors einzugehen. Der Grat zwischen kreativer Kommunikationspolitik und der Verletzung von Sponsorenrechten ist dabei sehr schmal. Offizielle Sportsponsoren sprechen von einem "Diebstahl" teuer gekaufter Werberechte. Ambusher sehen sich dagegen als eine "kreative Kraft", die dem Sportsponsoringmarkt zu mehr Effizienz verhilft. Ambush Marketing ist somit sehr umstritten. Das Buch beschreibt das Phänomen Ambush Marketing und analysiert es im Rahmen einer detaillierten empirischen Untersuchung.
Abstract
Ambush marketing occurs when companies signal to the direct and indirect audience an au-thorized association with a sports event by means of marketing, especially marketing communication, although they possess no or only underprivileged marketing rights of this event. Thus ambush marketing is an alternative to sports sponsorship. The objective of ambush marketing is to benefit from the success of sports sponsorhip without having the duties of an official sponsor. It is fine line between creative marketing communication and infringing on sponsorship rights. Official sponsors call it "theft" of expensive advertising rights. Ambushers consider themselves to be a "creative power" helping the sports sponsorship market to become more efficient. Ambush marketing is discussed controversially. This book describes the phenomenon of ambush marketing and analyzes ambush marketing in the framework of a detailed empirical study
Frühindikatoren und Eingrenzungsfaktoren zur Identifikation und Beschreibung von Interventionsbedarf im Rahmen der Betrieblichen Gesundheitsförderung. Eine empirische Studie zur mehrstufigen Gesundheitsanalyse im Betrieb.
Maciej Czarny (2010):
Frühindikatoren und Eingrenzungsfaktoren zur Identifikation und Beschreibung von Interventionsbedarf im Rahmen der Betrieblichen Gesundheitsförderung - Eine empirische Studie zur mehrstufigen Gesundheitsanalyse im Betrieb.
Dissertation an der Deutschen Sporthochschule Köln.
Vor dem Hintergrund der gesamtgesellschaftlichen und gesundheitspolitischen Entwicklung gewinnen nachhaltige Konzepte zur Gesundheitsförderung und Prävention im Setting Betrieb zunehmend an Bedeutung. Eine nachhaltige und zielgruppenspezifische Umsetzung gezielter Maßnahmen setzt voraus, dass potentieller Interventionsbedarf im Rahmen des Kernprozesses der Gesundheitsanalyse bereits auf betrieblicher Ebene möglichst frühzeitig identifiziert und eingegrenzt wird. In Anbetracht der bisherigen Strategien zur Betrieblichen Gesundheitsförderung besteht ein konkreter Bedarf zur Weiterentwicklung der betrieblichen Gesundheitsanalyse in Richtung einer systematischen, indikatorgestützten Gesundheitsberichterstattung.
In der vorliegenden Arbeit wird ein mehrstufiger Ansatz zur betrieblichen Gesundheitsanalyse vorgestellt und umgesetzt. Im Vordergrund steht die empirische Untersuchung relevanter Einflussfaktoren auf die Gesundheitssituation von Beschäftigten sowie der Ermittlung und Überprüfung entscheidungsrelevanter Frühindikatoren und Eingrenzungsfaktoren für Interventionsbedarf.
Unter Berücksichtigung des multifaktoriell bestimmten Verhältnisses zwischen Arbeit und Gesundheit stellt die Ableitung eines theoretischen Modells zur Entstehung von krankheitsbedingten Fehlzeiten den Ausgangspunkt der Untersuchung dar.
Die multizentrische Studie in einem Unternehmen des Dienstleistungssektors stützt sich auf die mehrstufige Analyse von Routinedaten der Krankenversicherung, die Auswertung der betrieblichen Daten zu krankheitsbedingten Fehlzeiten sowie auf eine Mitarbeiterumfrage.
Die Ergebnisse belegen signifikante Zusammenhänge zwischen hohen arbeitsbezogenen Ressourcen und niedrigen krankheitsbedingten Fehlzeiten. Hohe Belastungen zeigen signifikante Zusammenhänge zu erhöhten Fehlzeiten auf. Die Bestimmungsfaktoren zur Entstehung krankheitsbedingter Fehlzeiten, das körperliche und das psychische Gesundheitsbefinden, sowie die Arbeitszufriedenheit können durch unterschiedliche Prädiktoren- bzw. Merkmalskombinationen vorhergesagt werden. Daraus ergeben sich unterschiedliche inhaltliche Ansätze für gezielte Interventionen. Die Anzahl der Krankheitsfälle innerhalb von max. 12 Monaten erweist sich als ein entscheidungsrelevanter Indikator für künftig auffällige Fehlzeitenverläufe von Beschäftigten. Kombinierte Indikatorwerte aus der Anzahl der Krankheitsfälle und der Anzahl der Krankheitstage innerhalb von max. 24 Monaten weist auf potentielle Fehlentwicklungen des psychischen und des körperlichen Gesundheitsbefindens sowie der Arbeitszufriedenheit hin.
Die mehrstufige betriebliche Gesundheitsanalyse bietet die Möglichkeit zum umfassenden Erkenntnisgewinn über gesundheitsrelevante Zusammenhänge im betrieblichen Kontext. Für die bedarfsgerechte und gezielte Umsetzung von gesundheitsbezogenen Aktivitäten im Unternehmen ist die Integration der einzelnen Analyseelemente und Daten in einen gesamtanalytischen Ansatz zur systematischen Gesundheitsberichterstattung eine notwendige Voraussetzung.
Maciej Czarny (2010)
Early indicators and specific criteria to identify and to describe the need for intervention within the scope of workplace health promotion - An empirical study of multi-step workplace-related health factor analysis.
Dissertation at the German Sports University Cologne.
In the context of the general sociological and health-care related political developments, sustainable concepts of health promotion and prevention in the workplace environment are gaining more and more significance. A sustained and target group-related implementation of specific measures requires that – within the scope of the basic process of health factor analysis – a potential need for intervention is identified and narrowed down in the workplace environment as early as possible. In view of the current strategies of workplace health promotion there is a definite demand for a continued development of workplace-related health factor analysis toward systematic, indicator-based health reporting.
This thesis presents and realizes a multi-step approach to workplace-related health factor analysis. The emphasis is on the empirical study of relevant factors influencing the health situation of employees as well as the establishing and examination of relevant early indicators and criteria to determine the need for intervention.
The derivation of a theoretical model for the origin of illness-related absentee hours is the starting point of this study, taking into consideration the relationship of work and health that is determined by many factors.
The multi-centered study in a service sector company is based on a step-by-step analysis of routine data of the health insurance company, the evaluation of company data about illness-related absentee hours as well as a survey of the employees.
The results show a significant relation between strong work-related resources and low illness-related absentee hours. High pressure shows a significant relation to increased absentee hours. The determining factors for the development of illness-related absentee hours, the physical and psychological well-being, as well as the job satisfaction can be predicted through different combinations of indicators or characteristics. This results in different approaches for specific ways of intervention. The number of illnesses within a maximum of 12 months is a relevant indicator for the development of future absentee hours of employees. The combination of indicators based on the number of illnesses and the amount of illness-related absentee days within a maximum of 24 months points toward a potentially deficient development of the psychological and physiological well-being as well as job satisfaction.
The multi-step, company-based health factor analysis offers the possibility to gain comprehensive insights into health-relevant connections within a workplace context. The integration of the individual elements and data of the analysis into a comprehensive approach to systematic health reporting is the necessary prerequisite for an appropriate and well-directed realization of health-related activities within a company
Soziale und kulturelle Kontextbedingungen des Sportengagements von Mädchen in der Türkei
Abstract (deutsch)
Die Türkei ist ein Land voller Widersprüche zwischen Tradition und Moderne. Türkischen Frauen und Mädchen werden sowohl in der Forschungsliteratur als auch in den politischen Debatten als überaus problematische und konfliktreiche Randgruppe betrachtet. Die Lebenssituationen der Frauen und Mädchen unterschieden sich je nachdem woher sie stammen und wo und unter welchem kulturellen, soziallen und ökonomischen Bedingungen sie leben.
Das Ziel dieser Arbeit soll ein Versuch sein, das breite Feld der Probleme und Hindernisse, warum türkische Mädchen sportlich kaum in Erscheinung treten und welche gesellschaftlichen Faktoren darauf Einfluss haben könnten, aufzuzeigen. Die Arbeit soll aber auch helfen zu verstehen, welche Rolle der Islam, die Tradition und die Familie in Bezug auf eine Sportbeteiligung der Mädchen und Frauen spielen.
Im Zentrum dieser Studie stehen leitfadengestützte Interviews sowie eine schriftliche Befragung türkischer Mädchen im Alter von 14 bis 18 Jahren.
Als methodischer Ansatz für den ersten Teil dieser Arbeit wurde die qualitative Befragungsmethode als problemzentriertes Interview gewählt und im Februar und März 2008 in verschiedenen Stadtteilen von Istanbul durchgeführt. Es wurden 20 Schülerinnen in soziokulturellen Zentren, in Schulen und im familiären Umfeld interviewt.
Für den zweiten Teil dieser Arbeit wurden die von den Interviews gewonnenen Ergebnisse als Anhaltspunkte für eine groß angelegte quantitative Erhebung genutzt und die Befragung wurde im August/Juni/Juli 2009 ebenfalls in verschiedenen Stadtteilen von Istanbul durchgeführt. Die Befragung wurde mit 572 Teilnehmerinnen in Schulen und Sportvereinen durchgeführt.
Die Ergebnisse zeigen, dass die sportliche Aktivität der türkischen Frauen/Mädchen im Zusammenhang mit der Sportbeteiligung, dem Einkommen und dem Bildungsstand der Eltern steht. Die regionale Ansichten des sozialen Umfeldes und die Herkunft der Eltern beeinflussen auch das Verhältnis zum Sport. Junge Frauen/Mädchen, deren Familien aus dem Osten der Türkei nach Istanbul gekommen sind, leben häufig abgeschottet und traditionell und vor diesem Hintergrund fällt es jungen Frauen/Mädchen schwerer sich freier sportlich zu betätigen.
Des Weiteren weisen die Ergebnisse darauf hin, dass Religion und Traditionen, insbesondere deren Auslegung durch die Eltern, einen bedeutenden Einfluss auf junge Frauen/Mädchen und ihr Verhältnis zum Sport haben.
Schlüsselwörter: Stellung der Frauen/Mädchen, Sportbeteiligung, Religion, Tradition, Benachteiligung.
Abstract (english)
Turkey is a land full of contrarieties between traditions and the modern society. Turkish women and girls are considered quite a problematic and conflict-filled marginalized group in the research literature as well as in political debates. The living situation of women and girls differs according to regional provenance and social origin as well as cultural, social and economical conditions.
The aim of this work is an attempt to identify the broad field of problems and barriers that hinder Turkish girls to appear in sports as well as demonstrate which social factors may have an impact on this. The work should also help understand the role of the Islam, traditions and the family that affect women’s and girls’ participation in sports. The main part of this study consists on interviews according to a manual and written questionnaires that were conducted with Turkish girls aged 14 through 18 years.
As a methodical approach to the first part of this study, the qualitative interview technique as a problem-orientated interview was chosen and conducted in various districts of Istanbul in February and March 2008. Twenty school girls were interviewed in sociocultural centres, schools and in the environment of the family.
For the second part of the study, the findings from the interviews were used as a guide for a large-scale quantitative census. The survey was conducted in various districts in Istanbul in August/June/July 2009 with 572 female participants in schools and sports clubs.
The findings demonstrate that female women’s/girls’ physical activity regarding sports is related with the sports participation, income and educational background of the parents. The regional view of the social surroundings and the origin of the parents also influence the relationship to sports. Young women/girls whose families came to Istanbul from the East of Turkey often live sealed off and traditional and thus find it harder to participate freely in sports.
Furthermore, the findings lead to conclude that religion and tradition, and particularly the parents’ interpretation of these, largely influence young women/girls and their relationship to sports.
Key words: position of women/girls, participation in sports, tradition, discrimination