Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg: Elektronische Zeitschriften
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    Grünlandbewertung mit Hilfe von Zikaden: ein Beispiel aus dem Osterzgebirge

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    Vorwort

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    Smithers Lake in Texas: Johannes WEIGELT'S Aktuo-Feldlabor für die eozäne Geiseltalforschung

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    Zustand, Leitbild, Defizite, Maßnahmenvorschläge und Probleme bei der Renaturierung des Oberflächenwasserkörpers (OWK) Wenkbach

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    Der Oberflächenwasserkörper (OWK) Wenkbach repräsentiert ein kleines Fließgewässer, dessen Zustand weit von der Zielvorgabe der EG-WRRL abweicht. Entsprechend den Vorgaben der EG-WRRL muss der OWK Wenkbach als ein erheblich veränderter Wasserkörper bezeichnet werden. Daraus ergibt sich ein Verbesserungsbedarf, der mittels Renaturierung umgesetzt werden kann. Der Erarbeitung von Maßnahmenvorschlägen gingen die Einbeziehung vorhandener Grundlageninformationen zur biologisch-chemischen Gewässergüte, zur morphologischen Gewässerstruktur sowie der allgemeinen Einzugsgebietscharakteristik und eigens durchgeführte Erhebungen zur biologisch-chemischen Gewässergüte, zur morphologischen Gewässerstruktur, zur ökologischen Durchgängigkeit sowie zur Landnutzung und Vegetation im Einzugsgebiet voraus. Die Maßnahmenvorschläge wurden gezielt für die Verbesserung des gewässermorphologischen Zustands mit dem Ziel der Initiierung eigendynamischer Entwicklungen für die bis jetzt per Gewässerstrukturgütekartierung schlechter bewerteten Unterläufe von Wenk- und Walkerbach erarbeitet. Durch den Vergleich des ökologischen Ist-Zustands des Wasserkörpers mit den Leitbildcharakteren für diesen Gewässertyp, konnten die bestehenden ökologischen Defizite beider Bäche heraus gearbeitet werden. Unter Berücksichtigung der Defizite sowie der im Einzugsgebiet bestehenden Restriktionen war es möglich, die Entwicklungsziele verschiedener Maßnahmenvorschläge aufzuzeigen. Im Zuge dieser Maßnahmenvorschläge wurden sieben konkrete Renaturierungsmaßnahmen erarbeitet und Handlungsempfehlen für die Beseitigung von 32 Wanderhindernissen sowie für die zukünftige Gewässerunterhaltung ausgesprochen. Zwei davon werden exemplarisch dargestellt. Abschließend findet eine Erörterung der während der Renaturierungsplanung auftretenden, allgemein repräsentativen Probleme und Schwierigkeiten statt.The hydrological surface water body Wenkbach represents a small river. Its status quo conditions are far from EU Water Directive aims. The consequence is a strong need of improvements, which can be realized with the help of renaturation measures. Proposals for appropriate actions were given on the basis of existing data for water quality, river structure quality and water basin data, as well as on our surveys of the water quality, the river structure quality, the stream flow, land use and vegetation. These proposals are supposed to improve the hydro-morphological structure with the help of self-regulation processes at the highly degraded river structure quality within the downstream sections of both the Wenkbach and the Walgerbach Rivers. The comparison between the ecological status quo and the general master plan (“Leitbild”) allows the identification of ecological deficits for both rivers. Development targets for different renaturation measures were detected under consideration of the existing deficits andrestrictions within the water basin. Seven concrete renaturation measures were suggested. Recommendations were given for the clearance of 32 migration barriers and for the future river management. Two examples are discussed in detail. Finally, apparent problems and difficulties that have occurred during the planning phase of the renaturation process are discussed

    Struktur und Metamorphose im Norden des Fjällfjäll-Fensters in den Skandinavischen Kaledoniden (Västerbotten, Schweden)

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    Die Entstehung der Skandinavischen Kaledoniden resultiert aus der Kollision Baltikas mit Laurentia. Hierbei kam es zur Ausbildung eines Orogenen Keils, der auf den Baltischen Schild aufgeschoben wurde. Dieser Keil entstand durch die Stapelung verschiedener lithologischer Decken, dem Unteren, Mittleren, Oberen und Obersten Allochthon. Das Mittlere Allochthon diente dabei als Basis und Überschiebungsbahn der mächtigen Deckenkomplexe des Oberen und Obersten Allochthons. In den zentralen Kaledoniden in Västerbotten sind tiefergelegene allochthone Einheiten in tektonischen Fenstern aufgeschlossen. Das Arbeitsgebiet befindet sich innerhalb einer solchen Struktur, dem nördlichen Fjällfjäll-Fenster. Hier sind die Decken des Mittleren und des Oberen Allochthons in einer antiformen Struktur, einem Duplex, aufgeschlossen. Das Obere Allochthon kann in zwei Sub-Decken, die Seve- und Köli-Decke, unterteilt werden, wobei der Kern des Duplexes durch eine Stapelung aller drei Einheiten (Mittleres Allochthon, Seve- und Köli-Decke) aufgebaut ist. Die Umrandung des Fensters besteht ausschließlich aus Gesteinen der Köli-Decke. Alle Einheiten sind regionalmetamorph überprägt. Lithologisch besteht das Mittlere Allochthon hauptsächlich aus Meta-Arkosen, die im Kontaktbereich zum Oberen Allochthon stark mylonitisiert sind. Die Mineralparagenesen dieser Einheit zeigen grünschieferfazielle Druck- und Temperaturbedingungen von bis zu 460°C und 4,2 kbar. Eine jüngere, niedriggradige grünschieferfazielle Überprägung konnte ebenfalls beobachtet werden. Die Seve-Decke des Oberen Allochthons besteht aus granatführenden Meta-Grauwacken. Die Mineralparagenesen deuten auf eine mittlere bis hochgradige amphibolitfazielle Überprägung hin. Die metamorphen Bedingungen werden mit 650°C und 6 kbar angenommen. Vereinzelt zeigen Dünnschliffe aus der Seve- Decke granulitfazielle Relikte, welche auf deutlich höhere metamorphe Bedingungen von über 700°C und 6,5 kbar schließen lassen. Die Köli-Decke ist hauptsächlich aus unterschiedlichen Phylliten aufgebaut. Hier konnten Druck- und Temperaturbedingungen einer oberen Grünschiefer- bis unteren Amphibolitfazies von 550°C und 5 kbar nachgewiesen werden. Beide, die Seve- und Köli- Decke, zeigen ebenso wie das Mittlere Allochthon eine zweite, jüngere grünschieferfazielle Überprägung. Die unterschiedlichen metamorphen Bedingungen erlauben so eine genaue Abgrenzung der Deckenkomplexe und zeigen den Stapelbau der allochthonen Einheiten im Fjällfjäll-Fenster. Während der Aufstapelung der unterschiedlichen Decken bildete sich ein in Richtung Hinterland einfallender Duplex aus, wobei das Mittlere Allochthon mit den Einheiten der Seve- und Köli-Decke intensiv miteinander verschuppt wurden. Dabei wurde die überfahrende Decke, das Obere Allochthon, über die gesamte Aufdomung geschoben („passive roof folding“). Während der Anlage der antiformen Struktur kam es zu duplextypischen Einengungsstrukturen. So konnte im Zentrum des Arbeitsgebietes eine „pop-up structure“ konstruiert werden. Da diese unterhalb des Mittleren Allochthons angelegt ist, wird postuliert, dass die im Westen des Arbeitsgebietes auskartierte deckeninterne Duplex-Struktur des Mittleren Allochthons sich erst nach der „pop-up structure“ ausbildete. Des Weiteren wurde im nördlichen Teil des Fjällfjäll-Fensters eine Rücküberschiebung („out of sequence back thrust“) nachgewiesen, die als letzte, deckenübergreifende Einengung interpretiert wird. Zusammenfassend zeigte sich im Gelände durch eine deutliche Verschuppung der oben genannten Decken der tektonische Stapelbau, der den Kern des nördlichen Fjällfjäll-Duplex repräsentiert. Weiterhin konnte eine inverse Abfolge von niedriggradig metamorphen Einheiten an der Basis zu höhergradig metamorphen Folgen im Top des gesamten Komplexes nachgewiesen werden, was die Entwicklung des paläozoischen Orogenen Keils verdeutlicht

    Die virtuelle Exkursion als Lehr- und Lernumgebung in Schule und Hochschule

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    Die Deutsche Gesellschaft für Geographie (DGfG) bezeichnet die Geographie als Wissenschaft vom Raum, in deren Mittelpunkt die Erde als System mit ihren Teilräumen unterschiedlicher Abgrenzung und unterschiedlichen Maßstäben steht. Das Schulfach Geographie beschäftigt sich ebenfalls mit Raumkategorien, wobei der Beitrag des Faches in der Auseinandersetzung mit Wechselbeziehungen zwischen Natur und Gesellschaft in Räumen unterschiedlicher Art und Größe zu sehen ist (DGfG 2012). Die entsprechende Methode wird als Raumanalyse bezeichnet und setzt sich aus mehreren Teilmethoden zusammen (Kultusministerium Sachsen-Anhalt 2009). Ein Raum kann sowohl mithilfe von Methoden der realen Begegnung, z. B. in Form einer Exkursion, als auch mit Methoden der medialen Anschauung (z. B. durch Bilder und Filme) analysiert werden. Die virtuelle Exkursion als multimediale Lehr- und Lernumgebung bietet eine neue Möglichkeit, geographische Räume virtuell, multimedial sowie interaktiv zu erkunden. Im vorliegenden Beitrag werden der Begriff der virtuellen Exkursion und deren Merkmale an dem konkreten Beispiel des Elbeeinzugsgebietes erläutert sowie deren Einsatzmöglichkeiten in Schule und Hochschule diskutiert. Abschließend wird ein Vorschlag für die Bewertung von virtuellen Exkursionen im Rahmen von Prüfungsleistungen vorgestellt

    Zur Oberkarbonflora in der Bohrung Jessen 1Z/62 bei Wittenberg (Sachsen-Anhalt)

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    Die Nachuntersuchung der Bohrung Jessen 1 Z/62 im Rahmen der Tiefenkartierung im südöstlichen Sachsen-Anhalt ergab, dass die fossilführenden Schichten zwischen Teufe 1050,40 m und 1202,0 m in das höhere Westfal D eingestuft werden müssen. Damit wird eine Neudefinition der Roitzsch-Formation notwendig. Floristisch kann Stefan nicht belegt werden, ist aber aus lithologischer Sicht höchst wahrscheinlich. Eine paläobotanische Beziehung zum Zwickauer Becken liegt nahe. Paralische Einflüsse in diesem Teilbecken des Saale-Senkungsgebietes zwischen Wittenberg und Torgau sind nicht belegbar. Die Obergrenze des Westfals dürfte bereits bei 1050,40 m und nicht erst bei 1065,30 m Teufe liegen, d.h. erstmalig konnte (sekundär?) rotgefärbtes Westfal D im Bereich der Saale-Senke nachgewiesen werden. The sediments of the drilling Jessen 1Z/62 between 1050,40 m and 1202,0 m are of Westphalian D age. Therefore it is necessary to redefine the so called Roitzsch formation. Stephanian is not verified by plant fossils but is most likely by lithological reasons. Palaeontological relationships to the Zwickau Basin are obvious; therefore paralic influence is unverifiable in this part of the Saale depression between Wittenberg and Torgau. The upper boundary of the Westphalian is located by 1050,40 m, while former authors were opting for the depth of 1065,30 m. So at the first time reddish (secondary coloration) Westphalian D is demonstrated around the Saale depression

    Dr. rer. nat. Günter Krumbiegel (1926-2014), Kustos des Geiseltalmuseums i.R., Nestor der Geiseltalforschung

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    In herzlicher Verbundenheit wird an den im Ruhestand verstorbenen, ehemaligen Kustos des Geiseltalmuseums, Dr. rer. nat. Günter Krumbiegel mit einem kurzen Lebenslauf erinnert. Er starb am 22.12.2014 in seinem 89. Lebensjahr, er war der letzte aus der Generation der Geiseltalforscher, der Zeitzeuge des Auf und Ab der Braunkohlenförderung und der zahlreichen Grabungskampagnen auf Fossilien der Nachkriegszeit war. Er überblickte und begleitete mehr als fünf Jahrzehnte die wissenschaftliche Entwicklung und Erforschung des eozänen Geiseltales und der später sogenannten Fossillagerstätte Geiseltal. Dr. Krumbiegel´s wissenschaftliches Werk wurde in mannigfaltiger Weise durch Ehrungen honoriert. Es wurden auch drei fossile Säugetiertaxa nach ihm benannt. Sein beeindruckendes Publikationsverzeichnis umfasst mehrere hundert Titel, die sich auf die unterschiedlichsten geowissenschaftlichen Disziplinen beziehen. In den letzten 20 Jahren hat er seinen Fokus auf die Bernsteinforschung gerichtet, speziell auf das Bernsteinvorkommen Bitterfeld in Mitteldeutschland.In cordial commemoration a short curriculum vitae of Dr. rer. nat. Günter Krumbiegel, retired curator of the Geiseltalmuseum, Martin-Luther-University Halle- Wittenberg, is recorded. He passed away at 22.12.2014 in his 89th year of life. G. Krumbiegel was the very last nestor of the Geiseltal research, being witness of ups and downs in the history of the mining area and numerous excavation campaigns. He overlooked more than five decades of the development of the middle Eocene Geiseltal site, later entitled Geiseltal–Fossillagerstätte, because of its outstanding scientific meaning in various aspects. His scientific work was already honored in many ways, e. g. by naming fossil mammalian taxa after him. His impressive publication list spans several hundreds of references on diverse disciplines within geosciences. In the last 20 years he had a focus on fossil amber, especially from Bitterfeld in Central Germany

    Petrologie und Geochemie laténezeitlicher Verhüttungsschlacken aus dem Thüringer Raum

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    Die vorliegende Arbeit stellt die Ergebnisse der petrologischen und geochemischen Analyse von laténezeitlicher Verhüttungsschlacken, metallischen Verhüttungsprodukten, Teilen von Ofenwandungen, Sedimentgesteinsfragmenten und möglichen Zuschlagsstoffen vor. Diese fünf verschiedenen Probetypen wurden aufgrund ihrer äußeren Erscheinung und Ausbildungsform unterteilt. Die Proben stammen aus Pößneck, einer Kleinstadt im Saale-Orla-Kreis in Thüringen, und wurden 1999 bei einer archäologischen Grabung zusammen mit weiteren archäologischen Artefakten freigelegt. Um mehr Informationen über die Verhüttungsschlacken, die mögliche Herkunft ihrer Edukte und den Zusammenhang zu den anderen vier Probetypen zu erhalten, wurden die Fundstücke unter petrologischen und geochemischen Gesichtspunkten bearbeitet. Die Proben wurden zuerst makroskopisch auf ihre äußerlichen Merkmale und Besonderheiten hin beschrieben. Ein weiterer Schritt war die polarisationsmikroskopische Analyse und Beschreibung, durch die der Phasenbestand ermittelt wurde. Ebenfalls zur Phasenanalyse diente die  Rasterelektronenmikroskopie (REM) und die Röntgendiffraktometrie (XRD). Mittels energiedispersiver Röntgenanalyse (EDX) und semiquantitativer Mikroanalytik wurden lichtoptisch schwer erkennbare oder von opaken Phasen verdeckte Minerale identifiziert. Zur Ermittlung der Gesamtchemie wurden die Probestücke mittels Röntgenfluoreszenzanalyse (RFA) semiquantitativ untersucht. Bei den Analysen stellte sich heraus, dass der für die Verhüttungsschlacken typische Phasenbestand überwiegend Fayalit (Fe2SiO), Magnetit (Fe3O4), Wüstit (FexO) und Leucit (KalSi2O6) beinhaltet. Die Ofenwandungen und Sedimentfragmente bestehen zumeist aus Quarz (SiO2), wobei die Sedimentfragmente zusätzlich einen größeren Anteil Kalzit (CaCO3) beinhalten. In den metallischen Verhüttungsprodukten konnten vorwiegend Kupfer und Kupfer-(Eisen-)Sulfide ermittelt werden. Der typische Phasenbestand der Zuschlagstoffe beschränkt sich auf Kalzit (CaCO3) und wenig Hämatit (Fe2O3). Weiterhin wurden deutliche geochemische Unterschiede zwischen den unterschiedlichen Probetypen ermittelt, besonders im FeO-, CaO- und SiO2-Gehalt. Es wurden darüber hinaus auch verhüttungstechnische Zusammenhänge zwischen den verschiedenen Probetypen erkennbar. So konnten die Ofenwandungen kontaminierende Eigenschaften in Bezug auf den SiO2- und Al2O3-Gehalt nachgewiesen werden. Hämatit, Kalzit und Baryt wurden als Zuschlagstoffe bestätigt. Darüber hinaus wurden unter Berücksichtigung der heutigen Lagerstättensituation in Thüringen und von Informationen zum laténezeitlichen Bergbau im Raum Thüringen Vermutungen in Bezug zur Herkunft des verhütteten Erzes getroffen. Der laténezeitliche Verhüttungsprozess konnte rekonstruiert werden

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