Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg: Elektronische Zeitschriften
Not a member yet
1474 research outputs found
Sort by
Results of geoscientific Investigations in the Wienrode Basin (Harz)
1999 fanden im Becken von Wienrode geowissenschaftliche Arbeiten statt. Neben geoelektrischen Messungen und einer geologischen Kartierung sollten vor allem zwei kartierbegleitende Bohrungen dem Nachweis und der Untersuchung känozoischer Sedimente dienen. Daraus resultiert ein Kenntniszuwachs zum geologischen Modell, insbesondere zu den Lagerungsverhältnissen, zur tektonischen Entwicklung, zur Subrosion im Zechsteinkarst und zum Bewegungsregime an der Harznordrandstörung. Das braunkohlenführende Tertiär (Rupel) östlich Wienrode befindet sich im Bereich des schmalen Zechsteinausstrichs, ist subrosiv bedingt und weist nach den Ergebnissen der Bohrung Wien 1/99 söhlige Lagerung auf. Es ist damit nicht in den Bewegungsablauf an der Harznordrandstörung einbezogen. Die zur Überprüfung von zwei angeblich braunkohleführenden Mutungsbohrungen südlich Cattenstedt geteufte Bohrung Wien 2/99 erbrachte ein 46,2 m mächtiges Quartärprofil mit elsterzeitlichem Geschiebemergel, einem holsteinwarmzeitlichen Abschnitt sowie jüngeren quartärenSedimenten mit Verbraunungshorizonten. Dieses Vorkommen dürfte seine Existenz der bruchtektonischen Zerstückelung der paläozoischen Unterlage verdanken.In 1999 geoscientific work was undertaken in the Wienrode basin. Geoelectric measurements, geological mapping and drilling allowed an investigation of the Cenozoic sediments. An increase of knowledge results, especially concerning the problems of bedding conditions, tectonic development, subrosion in the Zechstein karst and movements on the Harznordrand fault.The brown coal bearing Tertiary (Rupel) in the east of Wienrode is located in the area of the narrow Zechstein outcrop. Its origin is subrosive and it has horizontal bedding, according to the results of the well Wien 1/99. Therefore it is not included in the moving regime on the Harznordrand fault. The well Wien 2/99, south of Cattenstedt, bored to check two allegediy brown coal bearing wells, found a 46.2 m thick Quarternary with Elstrian till, a Holsteinian interglacial part and younger sediments with brownish horizons. This deposit could have developed because of the tectonic fracturing of the Paleozoic underground
The Beginning of Lignite Production in Central Germany
In Mitteldeutschland hat eventuell die früheste Gewinnung von Braunkohle in Deutschland stattgefunden. Schon 1382 wird eine Kohlengrube bei Lieskau, im Nordwesten von Halle (Saale), genannt, die nur eine Braunkohlengrube gewesen sein kann. Bis 1800 war bereits an mehr als 130 Orten in Mitteldeutschland nach Braunkohle geschürft worden. Die Braunkohle wurde zuerst in sehr kleinen Gruben unterirdisch gewonnen, seit dem 18. Jh. auch oberirdisch. Im 17. Jh. begann ihre Nutzung als Brennmaterial in Kalkbrennereien und Ziegeleien. Für die Zunahme des Braunkohlenverbrauchs wurde im 18. Jh. ihr Einsatz in den großen mitteldeutschen Salinen sehr wichtig. Die Braunkohle wurde versuchsweise schon zu Beginn des 18. Jh. und in relativ großem Umfang am Ende des 18. Jh. zu sog. Kohlensteinen in Form von Ziegeln oder Mauersteinen verstrichen und diese an der Luft getrocknet. Dadurch verbesserten sich die Brenneigenschaften der Braunkohle. Gegen 1800 war sie zu einem gut verwendbaren Brennmaterial auch in Haushalten und für die frühesten Dampfmaschinen in Mitteldeutschland geworden.Central Germany had the earliest production from lignite in the whole of Germany. As early as 1382 a coal pit existed in the Lieskau region, northwest of Halle (Saale), that could only have been a lignite pit. Until 1800 there were more than 130 places in Central Germany where lignite was excavated. The lignite was at first excavated from very small mines under the earth and, after the 1800s, also from surface pits. In the 1700s use was made of lignite as a heating material in kilns for lime production and brick-making works. In the 1800s lignite became extremely important as a needed material with the increase salt evaporation requirements for Central Germany. Already at the beginning of the 1800s and relatively massively at the end of the 1800s, Lignite was shaped into so-called “coalbricks” in the forms of bricks or tiles that were dried in the air. In this way the burnable properties of the lignite were improved. Around 1800 lignite was improved to the point of being an extremely good burnable material in homes and also for the earliest steam machines in Central Germany
Ichnotaxonomie und Klassifikation von Tetrapodenfährten aus dem Perm
Ausgehend von dem Verständnis von Ichnofossilien werden die Grundlagen zur Taxonomie und Klassifikation für Tetrapodenfährten allgemein dargelegt. Ihr besonderer Status liegt in der engen Relation zur osteologischen Klassifikation der Tetrapoden. Das bestimmt die Rangfolge der Merkmale, die Interpretation, die taxonomische Eignung des untersuchten Materials und seine Faziesrelevanz. Fragmente von Eindrücken, unvollständige Fährtenfolgen sowie sonstige überlieferungsbedingte Veränderungen der optimalen Eindruckmorphologie und des Fährtenmusters haben taxonomisch nur eingeschränkte Bedeutung. Es handelt sich um extramorphologische Erscheinungen, die vielfach faziestypisch bzw. sedimentologisch kontrolliert sind und im Vergleich zu der Fußmorphologie des Erzeugers Phantomen, d.h. Trugbildern, gleichkommen. Taxa nach solchen Überlieferungen werden als Phantom-Taxa bezeichnet. Es ist zu zeigen, daß derartige Problematika einen erheblichen Anteil an den bisher beschriebenen permischen Fährten haben. Durch ihre Mehrdeutigkeit sind sie die Ursache für erhebliche Widersprüche in der Nomenklatur, bei der Interpretation und in der stratigraphischen Bewertung permischer Ichnofaunen. Auf einige Ichnotaxa werden diese Erkenntnisse exemplarisch angewendet. Es resultieren Hinweise auf eine relativ begrenzte Zahl von Ichnogenera der Tetrapoden im Perm, welche mit großer Verbreitung in lithologisch ähnlichen Ablagerungen in Nordamerika und Europa bekannt sind und weithin identische Ichnofaunen belegen. Klar abgrenzbar sind in fluviatiler Fazies die Ichnogenera Batrachichnus (=Anthichnium), Dromopus, Amphisauropus, Limnopus und Dimetropus, denen Chelichnus (=Laoporus) als faziestypisch deformiertes Phantom-Taxon gegenübersteht. Der Nachweis dieser Ichnotaxa der Tetrapoden im kontinentalen Perm belegt in den jeweiligen zeitlich und faziell charakterisierten Abschnitten eine relativ konforme permische Welt. Bedingt durch subjektive taxonomische Differenzierungen erschien diese Welt bislang uneinheitlicher und sehr viel diverser, als sie es inRealität war.An introduction to the general principles of taxonomy and classification of ichnofossils is presented as a means to facilitate our understanding of tetrapod footprints, particulaly from the Permian. The exceptional status of tetrapod footprints results from their close relationship to the osteological classification of the trackmakers. This relationship determines the range of characters, the systematic interpretation, the taxonomic value of the studied material, and the relationship to the facies. Fragmentary tracks, incomplete trackways and other preservational variations of optimal track morphology and trackway pattern are of restricted taxonomic value. These are extramorphological features, mainly controlled by facies and sedimentological influences, and in comparison to the foot-morphology of the trackmakers they are like chimeras. Taxa based on such material are called phantom-taxa. Many of the formerly described Permian footprints are problematics in this regard. Due to their ambiguity such phantom-taxa are the cause of many contradictions in nomenclature, both in the interpretation and the stratigraphic evaluation of Permian ichnofaunas. Some ichnotaxa are discussed as examples in light of these insights. As a result there is evidence of a relatively limited number of tetrapod ichnogenera of Permian age, which are known from lithologically similar deposits with large geographical distribution in North America and Europe, and representing identical ichnofaunas. From deposits of fluvialalluvialfacies we find well established occurrences of the ichnogenera Batrachichnus (=Anthichnium), Dromopus, Amphisauropus, Limnopus and Dimetropus, whereas Chelichnus (=Laoporus) is a phantom-taxon resulting from poor and facies-related deformed preservation. The record of these ichnotaxa for the continental Permian documents a relatively uniform Permian world within formations of certain age and facies. Due to subjective taxonomic differentiation this world hithero appeared to be more diverse than it was in reality
Duplexstrukturen im ehemaligen Kupferschieferbergwerk Röhrigschacht in Wettelrode (Sangerhäuser Revier)
Im ehemaligen Kupferschieferbergwerk Röhrigschacht in Wettelrode sind Schichten des Oberrotliegend und des Zechsteins in gestörter Lagerung untertage erschlossen. Dies ist durch eine Vervielfachung von Schichten sowie Änderungen der stratigraphischen Position einzelner lithologischer Einheiten nachzuweisen. Tektonische Messungen sowie eine begleitende Aufnahme sedimentologischer und lithologischer Besonderheiten weisen auf die Existenz von komplizierten Duplexstrukturen hin. Es sind frontale, laterale und schräge Rampengeometrieelemente zu interpretieren. Die Rückenvererzungen des Kupferschiefers treten bevorzugt an diesen Stellen auf. Die Ergebnisse der Untersuchungen lassen einen Zusammenhang mit der oberkretazischen Inversionstektonik vermuten.In the former Röhrigschacht copper shale mine in Wettelrode, a sequence of the Upper Rotliegend and Zechstein is developed. The sequence is disturbed by fault zones. Tectonic measurements of the sedimentological inventory indicate the existence of complicated duplex structures. Frontal, lateral and oblique ramp geometry elements can be interpreted. The ridge mineralisation of the Kupferschiefer occurs preferentially at these locations. The results of the investigations suggest a relationship with the Upper Cretaceous inversion tectonics
Successful transfer of Megamelodes lequesnei, a planthopper threatened with extinc-tion, to newly created wetland patches in a southeast Bavarian fen
Mit 12 bekannten Fundorten in Deutschland ist die Trugspornzikade, Megamelodes lequesnei W. Wagner, bundes- und europaweit eine der seltensten Zikadenarten. Sie lebt monophag an Knoten-Binse, Juncus subnodulosus Schranck, in Kalkflachmooren und Quellrieden, ist mahdintolerant und kommt auf ihrer wesentlich häufigeren Wirtspflanze nur dort vor, wo deren Bestände extensiv beweidet oder zeitweise brachgefallen sind. Daher fehlt sie im konventionell genutzten Grasland wie auch in gemähten Naturschutzflächen oder kommt dort allenfalls reliktär in Randbereichen vor. Da sowohl die Zikade als auch ihre Wirtspflanze an gut auffindbaren und klar abgegrenzten Standorten vorkommen, eignen sich beide Arten gut als Modellsystem der Renaturierungsökologie, zumal sich die Knoten-Binse auf Neuschaffungsflächen oft schnell und dauerhaft etabliert. Im Sommer 2016 wurden von einem Donorstandort im Königsauer Moos bei Dingolfing 4 mal 80 Trugspornzikaden entnommen und auf zwei nahegelegene Rezeptorstandorte übertragen. In den Jahren 2022 und 2023 wurde die Art auf beiden Rezeptorstandorten wiedergefunden, außerdem auch auf zwei weiteren Neuschaffungsflächen, die sie selbständig besiedelt hatte. Weltweit handelt es sich unseres Wissens um das erste Ansiedlungsexperiment mit Zikaden. Obwohl die Wirtspflanze größerflächig vorkam, war die Trugspornzikade auf lineare oder punktförmige Bereiche beschränkt, was ihre Deutung als Mähwiesenflüchter bestätigt. Insgesamt ist die Zikadenfauna im Königsauer Moos aufgrund konventioneller landwirtschaftlicher Nutzung, trotz vieler Wiesen-Vertragsnaturschutzflächen, stark verarmt. Die kleinflächigen Neuschaffungen mit ihrer höheren Feuchte sowie niedermoortypischeren Pflanzenarten zeigen aber, dass großes Regenerationspotenzial besteht. Da die Wiesennutzung derzeit zu großflächig und zu undifferenziert erfolgt und die Trugspornzikade und weitere seltene Zikadenarten im Königsauer Moos als alte Weiderelikte zu deuten sind, empfehlen wir die Einrichtung von extensiven Ganzjahresstandweiden mit Robustrassen von Rindern, Pferden und/oder Wasserbüffeln, ohne Nachmahd und ohne prophylaktische Parasitenbehandlung, verbunden mit einer Anhebung des Wasserstandes. Wie aus anderen Gebieten bekannt, bewirkt eine solche Nutzung eine deutliche Zunahme von Insekten, aber auch Amphibien, Reptilien, Fledermäusen und Vögeln, speziell auch Wiesenbrütern.With currently only 12 known sites in Germany, Megamelodes lequesnei W. Wagner is one of the rarest planthopper species in Germany and the whole of Europe. It lives monophagously on the much more common blunt-flowered rush, Juncus subnodulosus Schranck, in calcareous fens and spring mires. Megamelodes lequesnei does not tolerate mowing and is confined to extensively grazed or temporarily fallow stands of its hostplant. It is therefore absent from conventionally used grassland as well as from areas mown according to nature conservation schemes, or at best is confined there to unmown margin strips. In the field, both the planthopper and its host plant occur in clearly distinct patches and therefore provide a good model system for restoration ecology, especially as the host plant may re-establish quickly from the seedbank after topsoil removal. Between 2005 and 2009 restoration measures were taken in the drained fen of the Königsauer Moos in Lower Bavaria (district of Dingolfing-Landau, southeast Germany) by topsoil removal, creation of temporarily flooded depressions and seed-transfer through hay from nearby species-rich areas. In 2015 we conducted a survey of leafhoppers and planthoppers and discovered a large population of the rare planthopper Megamelodes lequesnei along a ditch margin. As Juncus subnodulosus was common on many of these newly created patches, the idea of transferring the planthopper arose. In late summer 2016, a total of 4 times 80 individuals (20 ♂♂, 20 ♀♀, 40 larvae, mainly in their last stage) were caught at the donor site with a motorized suction sampler and immediately released at two receptor sites. The first receptor site ("Weidgraben") was located 3 km west-southwest, the second ("Hammerstielfläche") 700 m east-northeast of the donor site. To our knowledge, this is the first planthopper transfer experiment worldwide. Furthermore, in 2016, all noteworthy localities of the host plant in the district of Dingolfing-Landau recorded in the ASK database of the Bavarian State Office for the Environment were specifically and intensively searched for any existing occurrences of Megamelodes lequesnei using a motorized suction sampler, but without finding any evidence of its occurrence. Therefore we could largely preclude that colonisation happened through other local donor sites. In 2022, the 2015 survey was repeated, the receptor sites were additionally investigated in 2020 and 2023. In 2023 the planthopper was recorded at both receptor sites, but it had also colonized two other restoration patches by its own. At the Weidgraben site, the section colonized by the planthopper extended over a length of approx. 90 m, while the other three new populations were all apparently confined to a few square meters, respectively. Overall, the fauna of leafhoppers and planthoppers in the Königsauer Moos can be described as severely impoverished due to conventional agricultural land use and despite specified conservation management schemes. However, the small areas of newly restored patches demonstrate that there is still a high potential for regenerating the typical biodiversity of this region. As the large-scale uniform use of meadows is not differentiated enough and Megamelodes lequesnei and other rare hopper species in Königsauer Moos are old pasture relicts we recommend the establishment of extensive pastures. These should be year-round pastures, stocked with robust breeds of cattle, horses and/or water buffalo without any mowing and without prophylactic treatment against parasites, combined with an increase in the water level. As is known from other areas, such pastures lead to a significant increase in the populations of insects, but also amphibians, reptiles, bats and birds, especially those belonging to the meadow fauna
Eupteryx montezuma, a new species of the melissae group from Calabria and Sicily (Rhynchota, Auchenorrhyncha, Cicadellidae)
Eupteryx montezuma sp. nov., (Rhynchota, Auchenorrhyncha, Cicadellidae, Typhlocybinae), eng verwandt mit E. andalusiaca Ferrari, 1882, E. cytinsularis Guglielmino, Lauterer & Bückle, 2011 und E. melissae Curtis, 1837, wird aus Kalabrien und Sizilien beschrieben. Ihre Stellung innerhalb der Gattung Eupteryx Curtis, 1833 wird diskutiert.Eupteryx montezuma sp. nov., (Rhynchota, Auchenorrhyncha, Cicadellidae, Typhlocybinae), closely related to E. andalusiaca Ferrari, 1882, E. cytinsularis Guglielmino, Lauterer & Bückle, 2011, and E. melissae Curtis, 1837, is described from Calabria and Sicily. Its position within the genus Eupteryx Curtis, 1833 is discussed
A young Geotope near Teutschenthal
In den letzten Jahrzehnten entstand am Schachtberg bei Teutschenthal in einer Vernässungsstelle ein sekundäres Gipsvorkommen von ansehnlichen Ausmaßen. Hydrogeologische Untersuchungen zeigen, dass die mineralisierten Wässer sich aus Grundwasser, aus Sole, die aus Sickerwässern der Kalirückstandshalde West der Grube Teutschenthal stammt, sowie ausSickerwässern aus Haldenmaterial vom historischen Braunkohlenabbau zusammensetzen. Das Mischen der Wässer mit sehr unterschiedlichem Chemismus und Verdunstungsprozesse erlauben das flächenhafte Auskristallisieren von Gipskristallen von beachtlicher Größe und haben ein einmaliges neues Geotop geschaffen. Leider führt der ungebremste Raubbau an diesem Vorkommen durch Mineralsammler zu einer schnell fortschreitenden Zerstörung dieser Naturerscheinung. Die Autoren fordern einen wirksamen Schutz des Geotops.In the last few tens of years a secondary, seemly large, gypsum development has occurred in a wet region in Schachtberg in the Teutschenthal area. Hydrogeologic investigations indicate that the mineralized water comes from groundwater and from saline waters that originate from drainage waters in the potassium-rich hills of mine failings, west of the Teutschenthal mine; they also arise from drainage waters of the residual material from the historical lignite mining. This mixture of waters, with extremely variable chemical and evaporation processes, permits the largearea crystallisation of remarkably sized gypsum crystals and has created an unique new geotope. Unfortunately, the uncontrolled exploitation of this deposit by mineral collectors is bringing a rapidly increasing destruction to this phenomenon of Nature. The authors demand powerful protection of these geotope
Quaternary Stratigraphy and Pleistocene Evolution of salt Diapirs in the northern Altmark (NE-Germany)
Anhand der Stratigraphie und Lithologie der quartären Ablagerungen wird die jüngste Entwicklung der Salzstöcke im Gebiet der nördlichen Altmark dargestellt. Es wurden drei Bewegungsphasen ausgehalten, die den Aufstieg des Salzes, aber auch Einbrüche der Dachregionen durch Subrosionsvorgänge beinhalten. Die erste quartärzeitliche Bewegungsphase fand in der späten Elster-Kaltzeit statt und reichte bis in die Holstein-Warmzeit. Die zweite Phase begann nach dem Abschmelzen des Warthe-Eises. Die dritte Phase setzte am Ende der Weichsel-Kaltzeit ein und reicht bis in die Gegenwart (Subrosion). Die Salzstrukturen sind an rheinischen (NNE - SSW) und herzynisch (NW - SE) streichende Störungszonen des präquartären Untergrundes gebunden. Diese Störungszonen beeinflussen über die Bereiche der Salzstöcke hinaus die Sedimentation im Quartär. Die verschiedenen Oberflächenformen der Salzstöcke weisen auf den Entwicklungsstand der Salzstrukturen hin (Aufstieg, Ablaugung).The youngest, Pleistocene evolution of salt diapirs in the northern Altmark were investigated by means of geological mapping and drilling programs. The Altmark belongs to the southern part of the Northeast German Basin, where many salt pillows reached the diapiric stage at Cenozoic time. In the Pleistocene, three periods of enhanced salt growth and/or subrosion of salt diapirs can be distinguished, 1) from the late Elsterian period to the Holsteinian interglacial, 2) after the decay of Warthenian ice and 3) from the end ofthe Weichselian period to recent. The salt structures are tied to the pre-Quaternary underground by the trough-crossing NNE - SSW and NW - SE striking fault zones. These fault zones influence not only the direct vicinity of the salt diapers, but also Quaternary sedimentation as a whole. The various surficial forms of the salt stocks provide informations concerning the development stages of the salt structures (rising, leaching)
Charophyten des Kimmeridgium, Tithonium und Berriasium aus Bohrungen in Mecklenburg und Brandenburg (Nordostdeutschland)
Aus dem Kimmeridgium, Tithonium und Berriasium von Nordostdeutschland werden 24 Charophytenarten aus 8 Gattungen beschrieben, 6 davon in offener Nomenklatur. Es zeigt sich eine sehr enge Florenbeziehung zum Niedersächsischen Becken mit ähnlichen stratigraphischen Reichweiten der Taxa. Als Ganzes gehören die nordostdeutschen Charophyten im Kimmeridgium/Tithonium einer Florenregion relativ kühler Wintertemperaturen an, die sich nach Westen bis in das U. S. Western Interior erstreckt. Im Detail ergibt sich im direkten Vergleich zum Niedersächsischen Becken sogar ein noch etwas höherer Anteil an Anzeigern relativ kühlerer Gewässer in Nordostdeutschland.From the Kimmeridgian, Tithonian, and Berriasian of Northeast Germany, 24 charophyte species out of 8 genera are described, amongst them 6 species in open nomenclature. The flora is very close to the one from the Lower Saxony Basin (Northwest Germany), even revealing similar stratigraphical ranges of the taxa. In the Kimmeridgian/Tithonian, the northeast German charophytes are part of a floral region indicating relatively cool winter temperatures and extending westwards onto the North American continent. In detail, however, direct comparison with the charophytes from Lower Saxony Basin even results in a slightly higher portion of taxa indicating relatively cooler water temperatures in Northeast Germany