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Sektion 11 Julius-Kühn-Vorlesungen / Pflanzenschutz im Ackerbau I
11-6 - Quo vadis – Pflanzenschutz?Joseph-Alexander Verreet11-6 - Quo vadis – Plant Health?Joseph-Alexander Verreet
 
Sektion 15 Molekulare Phytomedizin / Virologie / Bakteriologie / Mykologie III
15-1 - Die genetische Diversität des Apfelwicklergranulovirus in natürlichen Isolaten und kommerziell angewandten ProduktenJiangbin Fan, Jörg T. Wennmann, Gianpiero Gueli Alletti, Thomas Berner, Jens Keilwagen, Johannes A. Jehle
15-2 - Transkriptomanalyse des Apfelwicklergranulovirus mittels RNAseq Jörg T. Wennmann, Jiangbin Fan, Thomas Berner, Jens Keilwagen, Johannes A. Jehle
15-3 - Das Rz2 kodierte R-Protein aus Beta vulgaris erkennt das Beet necrotic yellow vein virus (BNYVV) Transportprotein (TGB1) als Elicitor in Nicotiana benthamiana und löst Zelltod ausVeronika Wetzel, Mark Varrelmann
15-4 - Elucidating the mode of action of modular dirigent-jacalin proteinsLara Esch, Jana Czichowlas, Björn Sabelleck, Ralph Panstruga, Ullrich Schaffrath
15-5 - Der pflanzliche Immunrezeptor LORE – ein potentielles Werkzeug zur Erzeugung bakterienresistenter Kulturpflanzen?Stefanie Ranf
15-6 - Scopoletin für den PflanzenschutzSebastian Beyer, Alexander Beesley, Philipp Rohmann, Holger Schultheiss, Uwe Conrath, Caspar Langenbach15-1 - The genetic diversity of Cydia pomonella granulovirus in natural isolates and commercially applied productsJiangbin Fan, Jörg T. Wennmann, Gianpiero Gueli Alletti, Thomas Berner, Jens Keilwagen, Johannes A. Jehle
15-2 - Transkriptomanalyse des Apfelwicklergranulovirus mittels RNAseq Jörg T. Wennmann, Jiangbin Fan, Thomas Berner, Jens Keilwagen, Johannes A. Jehle
15-3 - Beta vulgaris resistance protein Rz2 recognizes the Beet necrotic yellow vein virus RNA2 encoded movement protein TGB1 and triggers cell deathVeronika Wetzel, Mark Varrelmann
15-4 - Elucidating the mode of action of modular dirigent-jacalin proteinsLara Esch, Jana Czichowlas, Björn Sabelleck, Ralph Panstruga, Ullrich Schaffrath
15-5 - Der pflanzliche Immunrezeptor LORE – ein potentielles Werkzeug zur Erzeugung bakterienresistenter Kulturpflanzen?Stefanie Ranf
15-6 - Plant secondary metabolite controls crop diseaseSebastian Beyer, Alexander Beesley, Philipp Rohmann, Holger Schultheiss, Uwe Conrath, Caspar Langenbac
Survey on application of chemical pesticides in hops
Seit 2001 werden Erhebungen zur Anwendung von Pflanzenschutzmitteln im Hopfen durchgeführt. Diese Aktivitäten, die unter dem Namen „NEPTUN-Erhebungen“ bekannt geworden sind, werden seit 2011 unter veränderten gesetzlichen Rahmenbedingungen als PAPA-Erhebungen fortgesetzt. PAPA steht für Panel Pflanzenschutzmittel-Anwendungen. Das heißt, es wurde ein Netz von Erhebungsbetrieben aufgebaut, in denen jährlich die PSM-Anwendungsdaten detailliert erfasst und in anonymisierter Form an das Julius Kühn-Institut (JKI) weitergeleitet werden.Alle Erhebungen und Auswertungen beziehen sich auf die Bundesrepublik Deutschland, obwohl fast alle Erhebungsbetriebe zum Anbaugebiet Hallertau gehören. Diese Anbauregion umfasst rund 85% der Hopfenanbaufläche in Deutschland.Die Ergebnisse der Erhebungen zeigen, dass die Häufigkeit und Intensität der Pflanzenschutzmaßnahmen im Hopfen jährlichen Schwankungen unterliegen. Unterschiedliche Witterungsverläufe während der Wachstumsperiode des Hopfens haben eben ein unterschiedlich starkes Schaderregerauftreten zur Folge und beeinflussen somit auch die entsprechenden Aktivitäten zur Gesunderhaltung der Pflanzen. Die witterungs- und schaderregerbedingte gezielte Pflanzenschutzmittelapplikation in Hopfen lässt daher keine Pflanzenschutzmittelreduktion erwarten. Im Gegenteil: Die zunehmende Selektivität der Wirkstoffe fördert das Auftreten von neuen oder selten vorkommenden Schädlingen (z.B. Markeule, Erdfloh). Dem steht eine zu erwartende geringere Verfügbarkeit von Wirkstoffen (vor allem Insektiziden; verbunden mit einem erhöhten Resistenzrisiko) gegenüber, die ein sinnvolles Resistenzmanagement unmöglich machen. Dies führt vermutlich zu eher zusätzlichen Anwendungen von chemischen Pflanzenschutzmitteln, um Hopfen in ausreichender Quantität und marktgerechter Qualität produzieren zu können.Surveys of the application of plant protection products (PPP) in hops have been carried out since 2001 (NEPTUN projects). Since 2011, they have been continued under different legislative frameworks as PAPA surveys. PAPA stands for panel pesticide applications. A number of crop-specific networks of farms have been created, in which the PPP application data are recorded annually in detail. The data are forwarded in an anonymised form to the Julius Kühn-Institut (JKI).All surveys and analyses relate to the Federal Republic of Germany, although almost all panel farms belong to the Hallertau region. This region comprises approximately 85% of the hop cultivation area in Germany.The results of the surveys show that the frequency and intensity of plant protection measures in hops are subject to annual fluctuations. Different weather conditions during the growing period of the hops have different effects on the occurrence of pests and, thus, on the action taken to keep plants healthy. Therefore, a sustainable reduction in chemical plant protection intensity is not expected in the coming years. On the contrary, the increasing selectivity of active substances promotes the occurrence of new or rare pests (e.g. rosy rustic, flee beetle). This is associated with an expected lower availability of active substances (especially insecticides) combined with an increased resistance risk making an effective resistance management impossible. This probably leads to additional applications of chemical plant protection products to be able to produce hops in sufficient quantity and market-oriented quality
Agroforestry in Germany: Economic perspectives of alley cropping systems
Die Landbewirtschaftung in Deutschland war in den letzten Jahrzehnten durch eine fortschreitende Intensivierung gekennzeichnet. Im Zuge dieser Entwicklung mussten viele Landschaftselemente wie Heckensäume, Gehölzinseln und Einzelbäume der großflächigen Bewirtschaftung weichen. Im Zeitverlauf haben jedoch ungeachtet des hohen Stellenwertes der Lebensmittelerzeugung weitere gesellschaftliche Ansprüche und Anforderungen an die landwirtschaftliche Fläche an Bedeutung gewonnen. Dazu zählen beispielsweise ökologische Aspekte und der Wunsch nach einer Aufwertung des Landschaftsbildes. Einen Beitrag dazu kann die streifenförmige Implementierung von Kurzumtriebsgehölzen in die landwirtschaftliche Fläche liefern. Die Holzstreifen erhöhen die Biodiversität, wirken einer ausgeräumten Landschaft entgegen und erhalten durch die kombinierte Agrarholz- und Feldfruchtproduktion die Wertschöpfungsfunktion der Fläche. Trotzdem werden Alley-Cropping-Agroforstsysteme in Deutschland nur in sehr geringer Anzahl und nahezu ausschließlich auf Versuchsstandorten angelegt. Die Gründe dafür können möglicherweise in wirtschaftlichen Nachteilen gegenüber der flächigen Bewirtschaftung liegen. Der vorliegende Beitrag stellt in Form eines Literaturüberblicks die ökonomische Bedeutung von Alley-Cropping-Agroforstsystemen im Vergleich zur ganzflächigen Bewirtschaftungsweise dar. Die Ergebnisse zeigen, dass Agroforstsysteme aus ökonomischer Sicht am ehesten auf Standorten mit mäßiger ackerbaulicher Eignung infrage kommen, da mit steigender Ertragskraft des Bodens die Opportunitätskosten der Kurzumtriebsstreifen zunehmen. Gleichzeitig wird deutlich, dass Synergieeffekte zwischen Gehölzen und Feldfrüchten zu einer Steigerung der Feldfruchterträge um drei bis zehn Prozent führen müssen, damit das Alley-Cropping-System unter Rentabilitätsgesichtspunkten gegenüber reinem Ackerbau konkurrenzfähig ist. Die Analyse zeigt ferner, dass aufgrund der verhältnismäßig hohen Anlagekosten und zugleich verzögerter Rückflüsse Liquiditätsengpässe durch die Gehölzimplementierung entstehen können. Die Untersuchungsergebnisse verdeutlichen Ansatzpunkte für gezielte Fördermaßnahmen zur Verbesserung der Rentabilität und der Liquidität von Alley-Cropping-Systemen.Land management in Germany has been characterised by a continued intensification in recent decades. This development has come along with the replacement of landscape elements like hedges, bushes and single trees. Despite the high relevance of food supply, further social claims and requirements with regard to agricultural have land gained in importance over time. These include for example ecological aspects and the enhancement of the appearance of the landscape. Alley cropping systems with short-rotation wood can contribute to an increase of biodiversity and improved landscapes. Furthermore, the simultaneous growing of wood and crops can bring about economic benefits as well. Despite their ecological, social and economic advantages, only a very limited number of agroforestry systems has been established in Germany, mostly on experimental sites. Reasons for this may be economic disadvantages. This paper presents a comprehensive literature review about the economic effects of alley cropping agroforestry in comparison to traditional cropping. The results show that from an economic point of view agroforestry systems most is preferable for medium quality agricultural sites. Results also show that three to ten percent higher yields due to synergy effects between tree crops and field crops are needed to make alley cropping systems financially attractive. Furthermore, liquidity has to be taken into account due to the relatively high investment costs of the trees and delayed returns moreover. The results provide manifold starting for measures to increase the attractiveness of alley cropping systems
Seasonal detection of pome fruit viruses by RT-PCR in apple mother trees used for scion production
Die Nachweisbarkeit des Chlorotischen Blattfleckenvirus des Apfels (ACLSV), Apfelmosaikvirus (ApMV), Stammfurchungsvirus des Apfels (ASGV) und Stammnarbungsvirus des Apfels (ASPV) wurde an infizierten Reisermutterbäumen von Apfel über einen Zeitraum von 17 Monaten untersucht. Die relativen Viruskonzentrationen wurden einmal monatlich in Blattproben (Mai–November) bzw. in Rinde mit Augen (Januar–April) mittels Silica-Nukleinsäureextraktion und einer Verdünnungsreihe des Saftextraktes sowie der konventionellen RT-PCR als Nachweismethode bestimmt. Die höchstmöglichen Verdünnungen, welche die höchsten Viruskonzentrationen kennzeichnen, fanden sich im Jahresverlauf von Januar bis April, waren aber für die einzelnen Viren unterschiedlich hoch. Die höchsten Werte wurden bei ApMV gemessen, gefolgt vom ACLSV, ASPV und ASGV. In den übrigen Zeiten wurde ein heterogener Verlauf der Viruskonzentrationen für die Viren verzeichnet, die auch vom Jahr der Probenahme beeinflusst wurden. Nichtsdestoweniger war jedes Virus immer mit der niedrigsten Verdünnungsstufe von 1:10 (w/v) im Pflanzenextrakt nachweisbar, unabhängig davon, ob Blätter oder Rinde mit Knospen verwendet wurden. Von Januar bis April konnten jedoch alle Viren auch in einem Verdünnungsverhältnis bis 1:100 zuverlässig nachgewiesen werden, was potentiell die Verwendung von Mischproben verschiedener Bäume ermöglichen würde.The detection of Apple chlorotic leafspot virus (ACLSV), Apple mosaic virus (ApMV), Apple stem grooving virus (ASGV) and Apple stem pitting virus (ASPV) was investigated with infected apple mother trees over a period of 17 months. Relative virus concentrations were estimated once a month in leaf samples and in bark with buds from May to November and January to April, respectively, in a serial dilution series of sap extracts using the silica nucleic acid extraction method and detection by reverse transcription PCR (RT-PCR). The greatest dilution limits, indicating the highest virus levels were found most frequently in the period from January to April, but these were different for the individual viruses. The values were highest for ApMV followed by ACLSV, ASPV and ASGV. In the remaining times a heterogeneous course of virus concentration was recorded for the viruses, also influenced by the year of sampling. Nevertheless, each virus was always detectable with the lowest dilution level of 1:10 (w/v) in plant extracts regardless if leaves or bark with buds were examined. From January to April all viruses were also reliably detected in dilutions up to 1:100, potentially enabling the use of pooled samples from different trees
Composted biowaste digestates as fertilizers: effects on soil chemistry and plant development in a three-year field trial
In einem dreijährigen Feldversuch wurden kompostierte Gärreste aus Bioabfällen hinsichtlich ihrer pflanzenbaulichen Einsatzmöglichkeiten und ihrer Wirkung auf bodenchemische Parameter geprüft. Zudem wurden die Aufbereitungsverfahren Pelletierung und Agglomeratbildung und deren Auswirkung auf die Gärprodukteigenschaften untersucht. Es wurde festgestellt, dass die unmittelbare Düngewirkung der Produkte aufgrund der niedrigen Stickstoffverfügbarkeit gering ist. Allerdings zeigte sich nach der Anwendung eine deutliche Erhöhung der Kohlenstoffgehalte im Boden, was auf ein relevantes Humusreproduktionspotential durch derartige Gärprodukte schließen lässt. Agglomeratbildung und Pelletierung scheinen die Mineralisierung der Produkte weiter zu verlangsamen, was sich auf die Nährstofffreisetzung negativ, auf eventuelle Kohlenstoffsequenzierung jedoch positiv auswirkt. Problematisch sind speziell bei Bioabfällen hohe Gehalte an Schwermetallen und anderen Störstoffen. Die gesetzlich vorgegebenen Grenzwerte wurden in 50% der untersuchten Chargen überschritten, wobei jedoch nur max. 7% der ausgebrachten Schwermetalle im oberirdischen Pflanzenmaterial wiedergefunden wurden.In a three-year field trial, composted digestates from biowaste were tested for their potential for plant cultivation and their effect on soil chemical parameters. In addition, the preparation processes of pelleting and agglomeration and their effect on the digestate properties were investigated. It has been found that the immediate fertilising effect of the products is low due to the low nitrogen availability. However, there was a significant increase in carbon content in the soil, suggesting a relevant humus reproduction potential from such digestate products. Agglomerate formation and pelleting appear to further slow the mineralization of the products, negatively affecting nutrient release but positively impacting carbon sequencing. Particularly problematic in biowaste are high levels of heavy metals and other impurities. The statutory limits were exceeded in 50% of the batches examined, but only max. 7% of the discharged heavy metals were recovered in the aboveground plant material
On the state of implementation of the provisions in the National Action Plan for the Sustainable Use of Plant Protection Products in the field of Minor Uses
Im Nationalen Aktionsplan zur nachhaltigen Anwendung von Pflanzenschutzmitteln (NAP) hat die Bundesregierung für den Bereich Lückenindikationen/Sonderkulturen und für den Vorratsschutz zur Verbesserung der Verfügbarkeit von Pflanzenschutzmittel folgendes Ziel formuliert: „in 80% aller relevanten Anwendungsgebiete stehen bis zum Jahr 2023 mindestens 3 Wirkstoffgruppen zur Verfügung“. Im Rahmen der Bund-Länder Arbeitsgruppe Lückenindikationen (BLAG-LÜCK) führten die zugehörigen Unterarbeitsgruppen Lückenindikationen (UAG) und das Julius Kühn-Institut (JKI) im Jahr 2017 eine Analyse zum Ist-Stand für alle Sparten der UAG durch. Als Grundlage für die Analyse wurden von den UAG insgesamt 194 relevante Anwendungsgebiete ausgewählt, für die das JKI zum Stichtag, dem 3. Oktober 2016, insgesamt 1.058 Zulassungen ermittelte. Diese Zulassungen wurden hinsichtlich ihrer „Passfähigkeit“ zu den Anwendungsgebieten bezüglich Kultur, Schadorganismus und Anwendungsbedingungen eingeteilt. Nachfolgend schätzten die UAG aufgrund ihrer fachlichen Expertise ein, ob mit den ausgewiesenen Zulassungen und den damit vorhandenen Wirkstoffklassen die „Lücken geschlossen“ sind oder nicht. Das Ergebnis der Analyse belegt, dass die Zielquote des NAP „mindestens 3 Wirkstoffgruppen stehen zur Verfügung“ derzeit bei keiner Sparte erreicht wird.In the National Action Plan for the Sustainable Use of Plant Protection Products (NAP), the following goal was formulated by the Federal Government for the area of minor uses/speciality crops and for storage protection to improve the availability of pesticides: “in 80% of all relevant uses at least 3 groups of active substances are available by 2023”. Within the scope of the German Bund-Länder Working Group on Minor Uses, the associated Sub-Working Groups Minor Uses (UAG) and the Julius Kühn-Institute (JKI) conducted an analysis of the current status in all crop sectors in 2017. For this purpose, a total of 194 relevant uses were designated by the UAG, for which the JKI identified 1,058 different authorisations at a key date, the 3rd of October 2016. These approvals were grouped according to their suitability for the selected uses regarding crop, pest and application conditions. Subsequently, based on their technical expertise, the UAG assessed whether or not the “gaps are closed” with the approved registrations and the classes of active substances they contain. The result proves that the target ratio of the NAP “at least 3 active ingredient groups available” is currently not achieved in any crop sector