PhyDid - Physik und Didaktik in Schule und Hochschule (E-Journal, FU Berlin)
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Der Einfluss von Videoexperimentieranleitungen auf die Motivation von Schülerinnen und Schülern
Im Rahmen der vorliegenden Untersuchung wurden Video-Experimentieranleitungen erstellt und in eine computergestützte Lernumgebung eingebaut. Eine Gruppe der beteiligten Schülerinnen und Schüler konnte während der Untersuchung das Video vollständig bis zum Ausgang des Experiments betrachten, bevor das selbständige Experimentieren angeregt wurde. Bei einer zweiten Gruppe wurde das Video in zwei Sequenzen unterteilt: es wurde eine Unterbrechung an der Stelle im Video eingebaut, an der der Versuch komplett aufgebaut aber noch nicht durchgeführt worden war, und bereits an dieser Stelle zum selbständigen Experimentieren aufgefordert. Das Video konnte dann in einem zweiten Schritt zu Ende betrachtet werden. Für beide Gruppen wurde dokumentiert, wie häufig die Testpersonen die Gelegenheit nutzten, den Versuch selbständig real durchzuführen. Damit wurde untersucht, inwiefern sich die dargebotene Version des Experimentiervideos, das heißt die Tatsache, ob die Lernenden das Versuchsergebnis bereits kennen oder nicht, auf die Motivation selbständig zu Experimentieren auswirkt
Schülervorstellungen zum Wellenbegriff – Analogien als Anknüpfungspunkt?
Der Wellenbegriff ist in der Physik, insbesondere der Schulphysik, von zentraler Bedeutung. Er findet sich sowohl in der Mechanik, Akustik, Optik, Elektrik als auch der Quantenmechanik wieder. Studien haben gezeigt, dass bestimmte Schülervorstellungen in Zusammenhang mit Wellen (Seilwelle, Schallwelle, Wasserwelle, ...) wiederkehrend auftreten. Insbesondere zeigt sich hierbei eine Newtonsche Wellenvorstellung. In Anlehnung an diSessa [1] werden diese Vorstellungen qualitativ erfasst und anschließend kategorisiert. In einer entsprechenden Unterrichtseinheit wird im Kölner ZdI-Schülerlabor „Unser Raumschiff Erde" mit Hilfe von Analogieexperimenten (z.B. eines Wellenkanals) auf diese Schülervorstellungen eingegangen. Über ein E-Learning Portal wird ein Prä-Posttest angeboten, den die Schüler/innen vor und nach dem Laborbesuch in der Schule absolvieren und mit dessen Hilfe der Lernfortschritt evaluiert werden kann.
Die Qualität von Abbildungen in Physik-Schulbüchern
Die Abbildungen in Schulphysikbüchern spielen eine wichtige und vielseitige Rolle. Doch sind Untersuchungen zu diesem Thema nicht nur in der Physik selten. Im vorliegenden Artikel wurden in vier aktuellen Schulbüchern alle Abbildungen auf ihre Qualität und Aufgabe hin untersucht
Das Demonstrationspraktikum der Humboldt-Universität zu Berlin – eine offene Lehrveranstaltung
Das Demonstrationspraktikum ist eine universitäre Lehrveranstaltung, in der sich die Lehramts-Studierenden für den Physikunterricht relevante Experimentierfertigkeiten aneignen sollen. An der HU Berlin wird sie seit vielen Jahren methodisch als eine offene und projektorientierte Veranstaltung durchgeführt. Dabei konzipieren und realisieren die Studierenden zu einem vorgegebenen Thema jeweils eine Experimentierreihe und stellen sie in einem Seminar öffentlich zur Diskussion. Die kontinuierliche Überarbeitung der Veranstaltung durch die Betreuer macht das Demonstrationspraktikum insgesamt zu einer erfolgreichen Veranstaltung
Granulare Materie und dissipative Strukturbildung bzw. Selbstorganisation: Kontexte, Theorien und Inhalte der Themen – Ergebnisse eine Expertenbefragung
In diesem Beitrag wird ein Überblick über die aktuellen Forschungsbereiche zu den Themenfeldern Granulare Materie, Dissipative Strukturbildung und Selbstorganisation gegeben. Dabei wird unterschieden in Forschungsbereiche, die Modelle und Theorien umfassen, sowie in konkrete Kontexte, die sich auf Anwendungen und Phänomene beziehen. Diese Ergebnisse basieren auf einer Expertenbefragung
ProfiLe-P – Professionswissen in der Lehramtsausbildung Physik. Vorstellung eines Forschungsverbundes
Der Forschungsverbund „Professionswissen in der Lehramtsausbildung Physik" (ProfiLe-P) hat sich zum Ziel gesetzt, ein Rahmenmodell des Professionswissens angehender Physiklehrerinnen und -lehrer sowie von Übungsleiterinnen und -leitern der Physik zu entwickeln. Das Modell soll deklarative, analytische und prozedurale Komponenten fachdidaktischen Wissens sowie physikalisches Fachwissen umfassen. Im Verbund sind drei Teilvorhaben angelaufen. DaWis (Universität Paderborn) setzt sich mit der analytischen und deklarativen Komponente fachdidaktischen Wissens auseinander, EWis (Universität Bremen) beschäftigt sich mit den prozeduralen Komponenten fachdidaktischen Wissens und FaWis (Universität Duisburg-Essen, RWTH Aachen) behandelt das physikalische Fachwissen. Es werden Testinstrumente für alle Bereiche entwickelt und an der Zielgruppe - Physik-Lehramtsstudierende aller Stufen sowie Übungsgruppenleiter - validiert. Als Vergleichsgruppe sind Vollfachstudierende der Physik sowie Lehramtsstudierende der Mathematik einbezogen. Analysiert werden soll insbesondere die Vernetzung der einzelnen Bereiche des Professionswissens. Das Projekt ist im November 2011 gestartet worden und läuft bis Mitte 2015.
Professionalisierung im Schülerlabor: Praxisseminare in der Lehrerbildung
In der Literatur wird vielfach ein Praxisschock beschrieben, den angehende LehrerInnen beim Übergang vom Studium in das Referendariat erleben [1, 2]. Daher wird vielfach gefordert, im Studium mehr praktische Erfahrungen zu ermöglichen. Untersuchungen zeigen jedoch auch, dass diese nur dann zur Verbesserung der Lehrerausbildung beitragen, wenn sie theoretisch fundiert und didaktisch reflektiert werden [3]. Unreflektierte Praxisphasen wie z.B. nicht begleitete Schulpraktika können im ungünstigen Fall sogar zu einer Deprofessionalisierung führen, verbunden mit einer Abkehr von einer theoriegeleiteten Fundierung didaktisch-pädagogischer Entscheidungen [4, 5].Im Projekt „MINT-Lehrerbildung neu denken!” werden an der Freien Universität Berlin die Praxisphasen im Lehramtsstudium durch neu eingerichtete Praxisseminare ausgebaut [6]. In diesen Seminaren entwickeln Lehramtsstudierende der Physik im Schülerlabor PhysLab eigene Unterrichtskonzepte und erproben sie mit Schulklassen. Weitere Praxisseminare für Lehramtsstudierende anderer Fächer werden in den Partnerlaboren NatLab (Chemie, Biologie) und MI.Lab (Mathematik, Informatik) angeboten. Ein Schülerlabor bietet vielschichtige Ressourcen als Lernort für Studierende. Es ermöglicht beispielsweise zusätzliche Freiheitsgrade bei der Wahl der Themen, Methoden oder Materialien und stellt eine ‚geschützte’ Umgebung zur Erprobung neuer Unterrichtskonzepte dar.Durch die Praxisseminare im Schülerlabor soll insbesondere die Kompetenzentwicklung der Studierenden in den Bereichen Fachwissen, fachdidaktisches und pädagogisches Wissen unterstützt werden sowie eine forschend-reflexive Haltung durch Planung, Durchführung und Beobachtung von Unterricht mit anschließender Reflexion der Lehr-Lern-Prozesse gefördert werden.Im Rahmen einer Begleitstudie wird untersucht, inwieweit sich das entwickelte Konzept der Praxisseminare eignet, die Professionalisierung von Lehramtsstudierenden zu unterstützen und damit einen Beitrag zur Verbesserung der Lehrerbildung zu leisten.Das Konzept des Praxisseminars Wärmeübertragung wurde bereits ausführlich vorgestellt [6]. In diesem Beitrag soll nun der Ansatz der Begleitforschung zur Wirksamkeitsüberprüfung der Praxisseminare vorgestellt werden
Reform der Studieneingangsphase im Lehramt Physik
Im Rahmen des von der Deutschen Telekom Stiftung geförderten Projekts „MINT-Lehrerbildung neu denken“ sollen an der Freien Universität Berlin in einem Teilprojekt durch gezielte Interventi-onsmaßnahmen, die die Ausgestaltung der fachwissenschaftlichen und der -didaktischen Ausbil-dungsanteile betreffen, sowohl eine stärkere Verzahnung dieser beiden Studiengebiete als auch ei-ne Stärkung des Professionsbezugs bereits zu Beginn des Lehramtsstudiums erreicht werden. Im Rahmen der Begleitforschung zu diesem Projekt sollen insbesondere die so genannten Beliefs, die die Studierenden in der Schule über die naturwissenschaftlichen Erkenntnismethoden, die wissen-schaftstheoretischen Grundlagen und über das Fach Physik allgemein entwickelt haben sowie de-ren Veränderung im Interventionszeitraum prozessbegleitend untersucht werden.Durch diese neue Konzeption soll darüber hinaus auch das „fachliche (professionsbezogene) Selbstbewusstsein“ der Studierenden gestärkt werden. Auch dafür spielen die Beliefs der Studie-renden über sich als angehende(r) Lehrer/in eine entscheidende Rolle. In einem ersten Schritt wur-den dazu die Beliefs von 26 Studierenden des ersten Semesters untersucht. Die Weiterentwicklung der fachbezogenen und (professionsbezogenen) persönlichen Beliefs soll durch Interventionsmaß-nahmen aufbauend auf dem „Integrative Personal Epistemology Model” [1] erfolgen
Zur Engagiertheit von Kindern im naturwissenschaftsbezogenen Grundschulunterricht
Im Projekt HeiKiWi soll Kindern die Möglichkeit gegeben werden naturwissenschaftliche Kennt- nisse zu erwerben, indem sie vielfältige Experimente (nach Anleitungen) durchführen. Die des so genannten Laborierens führt jedoch dazu, dass die beteiligten Lehrkräfte bei den Kindern nach ei- niger Zeit Ermüdungserscheinungen und ein Nachlassen des Interesses wahrnehmen. Die Lehr- kräfte wünschen sich daher mehr Eigenaktivität der Kinder, die Qualität des Erfahrens und Ler- nens soll gesteigert werden. Eine durch die Initiatoren angeforderte Überarbeitung des Programms und eine parallel dazu verlaufende wissenschaftliche Begleitung beginnt im Herbst 2010. Die suk- zessive Veränderung der Experimentierkurse von der stark angeleiteten Form in Richtung eines forschenden und problemorientierten Lernens führt bei den Kindern zu vermehrter Eigenaktivität. Die quantitative Erfassung dieser Verhaltensänderungen bei den Kindern ist Gegenstand der be- gleitenden Untersuchung