LOGOS - Freie Zeitschrift für wissenschaftliche Philosophie
Not a member yet
6 research outputs found
Sort by
Elemente einer Theorie nichtphysischer Akteure in der physischen Welt
Dieser Aufsatz zeigt, dass es eine quantenphysikalische und evolutionsbiologische Perspektive für die (libertarische) Willensfreiheit gibt und dass die sogenannten wissenschaftlichen Argumente gegen diese in Wirklichkeit metaphysische Argumente und nicht stichhaltig sind. Der Aufsatz entwickelt ferner die Idee eines nichtphysischen Organs höherer Organismen: der Domindar (ein Detektor und Restriktor makroskopischer Indetermination)
Aktives Tun und das Prinzip der kausalen Geschlossenheit der physischen Welt
Manche Philosoph*innen sind der Auffassung, dass es für uns Menschen und auch für Tiere unmöglich wäre, selbst etwas aktiv zu tun, wenn die physische Welt kausal geschlossen wäre, d.h., wenn in der physischen Welt alle Ereignisse durch andere physische Ereignisse verursacht wären, sofern sie überhaupt eine Ursache haben. Der Grund für diese Auffassung ist, dass diese Philosoph*innen dem anhängen, was ich das \enquote{traditionelle Bild aktiven Tuns} nennen möchte. Diesem Bild zufolge ist ein Verhalten nur dann etwas, was ein Akteur aktiv tut, wenn dieses Verhalten letzten Endes durch den Akteur selbst auf akteurskausale Weise verursacht wird. In den letzten Jahren hat Martine Nida-Rümelin versucht, dieses Bild mit phänomenologischen Überlegungen zu verteidigen. In diesem Beitrag werden drei Argumente gegen die Idee der Akteurskausalität angeführt: (1) Wir verstehen gar nicht, was Akteurskausalität eigentlich ist. (2) Falls es Akteurskausalität gäbe, müsste man die eigenartige Tatsache erklären, dass Akteure offenbar nur sehr wenige Ereignisse in ihren Hirnen bewirken können. (3) Empirisch gesehen gibt es keinerlei Hinweise darauf, dass in unserer Welt Akteurskausalität vorkommt. Zum Schluss wird eine Alternative zum traditionellen Bild aktiven Tuns entwickelt, die die Probleme der Akteurskausalität vermeidet und der zufolge es Menschen und Tieren auch dann möglich ist, selbst etwas aktiv zu tun, wenn die physische Welt kausal geschlossen ist
Sollten wir klassische Überzeugungssysteme durch bayesianische ersetzen?
In der neueren Erkenntnistheorie wird der Bayesianismus immer populärer. In diesem Ansatz werden Überzeugungen mit Glaubensgraden versehen. Dazu möchte ich der Frage nachgehen, ob wir den klassischen Ansatz in der Erkennnistheorie mit seinen kategorischen Überzeugungen komplett durch einen bayesianischen mit einem probabilistischen Überzeugungssystem ersetzen könnten. Um das zu klären, rekonstruiere ich zunächst beide Modelle unserer Überzeugungssysteme und vergleiche sie dann im Hinblick darauf, wie leistungsfähig sie jeweils dafür sind, erkenntnistheoretische Probleme zu lösen und als Grundlage für Entscheidungen zu dienen. Dabei zeigt sich eine gewisse Inkommensurabilität der beiden Ansätze und außerdem erweist sich keine der Konzeptionen als eindeutig überlegen. Deshalb argumentiere ich schließlich für eine bestimmte Hybridkonzeption aus beiden Ansätzen, die die Vorteile beider Konzeptionen vereinen kann
Zellen in der Logik des Lebens
In diesem Aufsatz wird im Rahmen des Projekts einer Logik des Lebens die Ebene der Zellen und die Beziehung zwischen Lebewesen und Zellen behandelt. Es werden die Beziehungen "ist Zell-Vorfahre von", "ist Zelle von" und "ist Zelle desselben Lebewesens wie" untersucht. Postulate für Lebewesen werden umgedeutet und auf die Zellebene ertragen. Es werden Mlichkeiten diskutiert, die Vorfahren-Relation für Lebewesen auf der Grundlage der Vorfahren-Relation für Zellen zu definieren. Eine besondere Rolle spielen dabei Einzellflaschenhse ("one-cell bottlenecks" / "single-cell bottlenecks")
Gott als die einfachste Erklärung des Universums
Unbelebte Erklärung ist durch Bezug auf Substanzen mit Fähigkeiten und Dispositionen, ihre Fähigkeiten unter bestimmen Umständen auszuüben, zu analysieren; personale Erklärung ist durch Bezug auf Personen, ihre Überzeugungen, Fähigkeiten und Absichten zu analysieren. Ein entscheidendes Kriterium dafür, daß eine Erklärung wahrscheinlich wahr ist, ist, daß sie die einfachste ist (unter den Erklärungen, welche die Daten erwarten lassen). Einfachheit besteht in der Annahme weniger Substanzen, weniger Arten von Substanzen, weniger Eigenschaften (einschließlich Fähigkeiten und Dispositionen), weniger Arten von Eigenschaften und mathematisch einfacher Beziehungen zwischen Eigenschaften. Die Erklärung der Existenz des Universums durch das Handeln Gottes bietet die einfachste Art von personaler Erklärung, die es geben kann, und einfacher als jede unbelebte Erklärung. Im Lichte neuer Herausforderungen verteidige ich diese Sicht gründlicher als bisher
Die Metaphysik und ihre Möglichkeit
oai:fzwp.de:article/1Auf Kants berühmte Frage „Wie ist Metaphysik möglich?“ wird eine bejahende Antwort gegeben – eine, die Metaphysik als eine selbständige und unentbehrliche Disziplin darstellt, deren Aufgabe es ist, das Reich der wirklichen Möglichkeiten zu erforschen. Die Begriffe der „wirklichen“ oder „metaphysischen“ Möglichkeit und Notwendigkeit werden verteidigt und von den Begriffen verschiedener anderer Arten von Modalität unterschieden, z.B. physischer, logischer und begrifflicher Möglichkeit oder Notwendigkeit. Es wird dargelegt, daß die Gegner der Metaphysik, von den Relativisten bis zu denen, welche die Metaphysik den empirischen Wissenschaften, der Erkenntnislehre oder der Sprachphilosophie unterordnen möchten, inkohärente Auffassungen annehmen