027.7 Zeitschrift für Bibliothekskultur / Journal for Library Culture
Not a member yet
69 research outputs found
Sort by
Verbessern Discovery Systeme die Informationskompetenz?
DOI: 10.12685/027.7-1-2-26Mit dem Auftauchen von Discovery Systemen entstand die Hoffnung, dass der Schulungsbedarf und damit der Aufwand für die Vermittlung von Informationskompetenz verringert und durch die Systeme selbst die Informationskompetenz verbessert werden kann. Dieser Beitrag beleuchtet kritisch das Zusammenspiel von Discovery Systemen und Informationskompetenz anhand von Recherchegewohnheiten eher untrainierter Studierender. Anhand einer kurzen Gegenüberstellung der unterschiedlichen Recherchekonzepte von Suchmaschinen und bibliothekarischen Rechercheangeboten werden Rückschlüsse auf die zu fördernden Schwerpunkte bei der Informationskompetenz gezogen und untersucht, welche Schlüsselrolle Discovery Systeme dabei spielen.The dissemination of discovery systems has raised hopes that the need for extensive teaching of information literacy might be reduced in the future. Also, their intuitive approach has been hopefully seen to enable the development of a better information literacy. This article critically focusses on the interaction of discovery systems and information literacy by analysing research behaviours of comparatively untrained students. In order to define which specific themes should be promoted by information literacy education, the author examines various research concepts of search engines as well as research offers of libraries. On this basis the key role of discovery systems will be explored
„Dichtes Verstehen“ als Schritt zu einer begegnenden Bibliothekskultur
DOI: 10.12685/027.7-1-3-35Mit seiner ethnografischen Methode der dichten Beschreibung schlug der amerikanische Sozialwissenschaftler Clifford Geertz eine völlig neue Richtung in der Kulturanthropologie ein. Diese sogenannte „interpretative Wende“ stellt auch jenseits der Ethnografie eine grosse Bereicherung dar. Überall wo Menschen unterschiedlicher sozio-kultureller Herkunft aufeinander treffen, eignet sich die dichte Beschreibung, um kulturelle Bedeutungssysteme besser verstehen und einordnen zu können. Dies hilft nicht nur im Bereich der qualitativen Sozialforschung, sondern auch ganz konkret im alltäglichen Leben, im privaten, wie auch im beruflichen Umgang mit fremden Erfahrungshorizonten. Denn die dichte Beschreibung sprengt vorgefertigte, „dünne“, sozio-kulturelle Typologien und Etikettierungen. Sie möchte vielmehr kulturelle Symbole auf deren tiefe Bedeutung phänomenologisch beschreiben und hermeneutisch ergründen. Diese Fähigkeit kann gerade auch im Umgang mit Kundinnen und Kunden im Bibliotheksbereich eine grosse Bereicherung darstellen und dazu beitragen, eine positive Bibliothekskultur zu begründen.With his ethnographic approach Clifford Geertz established a new way of thinking and doing research in cultural anthropology. This so called “ethnographic turn” continues to be of great significance for many disciplines, not only for ethnological studies. Wherever people of different socio-cultural backgrounds meet, Geertz's method of “Thick Description” helps to understand foreign cultures, or, what Geertz calls “complex systems of meaning-making”. This is important for scientific research settings, but also for day-to-day encounters in multi-cultural societies in a globalized world. “Thin” forms of describing otherness categorize, stereotype or come up with set explanations which will never be able to grasp the complexity and ever changing nature of peoples and cultures. Geertz's method seeks to (1) thoroughly observe and describe human phenomenon in great detail and (2) hermeneutically interpret the observation by focusing on the meaning it has for the people portraying the observed behaviour. Focusing on context and significance, applying thick description in libraries may be of great benefit to found a culture that serves the customers best, because it seeks to thickly describe and understand their needs
Bibliothek 2.0 pragmatisch - Teilnahme garantiert keine Mitgestaltung
DOI: 10.12685/027.7-1-1-11Der durchschlagende Erfolg der sozialen Medien ist hinlänglich bekannt. Die inzwischen mannigfaltigen Möglichkeiten des Austausches im virtuellen Raum kommen im Vergleich zum Web 1.0 einer kommunikativen Befreiung gleich und können als Nachvollzug des „linguistic turn“ im Netz verstanden werden. Kommunikation und mit ihr die Kooperation ist dynamisch und nicht mehr statisch. Entsprechend hoch waren die Erwartungen an die Mitgestaltung der Bibliothek 2.0 durch die Bibliotheksbenutzerinnen und -benutzer. Diese hält sich aber in Grenzen. Den Grund dafür sieht der Autor in der These, dass sich der grundsätzlich unverfängliche Gesprächskontext unter gleichberechtigten Usern durch den Eintritt von Institutionen auf Web 2.0-Plattformen nicht aufrechterhalten lässt, denn die Kommunikation zwischen User und Institution ist asymmetrisch. Dennoch ist das Konzept Bibliothek 2.0 nicht am Ende, auch wenn die anfänglich erwartete komplette Umwälzung der Bibliothek sich „lediglich“ als Weiterentwicklung herausstellt. Im Bereich der Öffentlichkeitsarbeit sind die sozialen Medien als interessanter Informationskanal zu betrachten und nicht zuletzt als Mittel, um die steigende Zahl derjenigen zu erreichen, die ausschliesslich in sozialen Medien anzutreffen sind.The striking success of social media is well-known. The various communication possibilities in the virtual world have a liberating effect compared to those of web 1.0. They can be seen as a reenactment of the linguistic turn. Communication and thus cooperation are dynamic rather than static. Correspondingly, expectations about active cooperation of library users in the library 2.0 were high. I suggest that the reason why these expectations could not be fulfilled is because the spontaneous discourse among equal discussants cannot be maintained when institutions are involved. Communication between users and institutions is asymmetric. Nevertheless, the concept of library 2.0 is not at an end, even if libraries will not be entirely revolutionised. In public relations, for example, social media remain interesting especially to reach those users who increasingly can only be contacted via social media
The Reluctance to be on a Facebook Sabbatical: How Facebook Promotes Students’ Academic Life
DOI: 10.12685/027.7-1-3-40Several studies indicate negative effects of Facebook usage on academic performance. This article argues that there is more to the connection between students’ Facebook usage and their academic performance. Three independent studies were carried out: one study examined the effects of a Facebook sabbatical on students; two further studies explored the Facebook usage behaviour of students who felt that a sabbatical would affect them aversely. The results indicate that Facebook plays a more central role in student’s lives than that of a mere platform for procrastination. It is a place that combines education and work with a high degree of social interaction.Bisherige Studien lassen den Schluss zu, dass die Nutzung von Facebook einen negativen Einfluss auf akademische Leistungen hat. Dieser Artikel präsentiert drei neue Nutzerstudien, welche die Beziehung zwischen der Nutzung von Facebook und akademischen Leistungen deutlich komplexer erscheinen lassen als dies bisher vermutet wurde. Die erste Studie untersuchte die Auswirkungen eines Facebook-Sabbaticals auf Studierende; zwei weitere Studien untersuchten die Facebook-Nutzung von Studierenden, die das Sabbatical ablehnten. Die Ergebnisse der Studien zeigen, dass Facebook viel mehr ist als eine rein privat genutzte Plattform, die Prokrastination befördert. Facebook ist ein virtueller Ort, der akademisches Leben und Arbeiten mit einem hohen Grad an Interaktion verbindet
Die Schweizer Verbundlandschaft – ein Hemmnis für die Entwicklung der Bibliotheken?
DOI: 10.12685/027.7-1-2-29Der Artikel beschreibt die Kataloggestaltung und die Metadatenqualität der Schweizer Bibliotheksverbünde auf universitärer und nationaler Ebene vor dem Hintergrund internationaler Trends in den Bereichen Standardisierung, Metadatenmanagement und Bibliotheksverwaltungssystem. Basierend auf der historischen Entwicklung des Schweizer Bibliothekswesens seit den 1990er Jahren wird vorgeschlagen, den durch mehrfache Datenhaltung entstehenden Verwaltungsoverhead zu verringern. Aus diesem Grund soll eine nationale, auf internationalen Standards fussende Metadatenbasis aufgebaut werden.Referring to international trends concerning standardisation, metadata management and library administration tools, the article describes catalogue designs and the quality of metadata in university and national library networks in Switzerland. Based on the analysis of the historical growth of these networks since the 1990ies, the author suggests that administration overhead which is a consequence of the use of diverse data formats in different library networks must be reduced. It is therefore crucial to establish a new basis for metadata on a national level which follows international standards
Die Diktatur der Suchmaschinen
DOI: 10.12685/027.7-1-2-31Die „Googlisierung“ mit ihren Algorithmen hat sich in der Bibliothekswelt breit gemacht. Die Einschlitzsuche scheint notwendig geworden zu sein, damit die BenutzerInnen auch im Bibliothekskatalog einfach und schnell ihre Informationen finden können. Bei näherer Analyse erweist sich dies als Illusion, denn auch mit der Einschlitzsuche ist ein grosser Teil der BenutzerInnen überfordert. Dafür werden sinnvolle Suchmöglichkeiten (zum Beispiel Erweiterte Suche und Indexsuche), die ergänzend zur Einschlitzsuche benutzt werden könnten, ausrangiert. Der in diesem Artikel entworfene „OPAC 2000plus“ versucht, die alten Tugenden mit den neuen Möglichkeiten, die die Suchmaschinentechnologie bietet, zu vereinen.„Googlisation“, i.e. the use of algorithms, has spread more and more widely in the library world. Single search features seem to be necessary, since they allow users of library catalogues to easily find the information they need. A closer look however reveals this assumption to be an illusion: A great part of the users are still unable to cope with the single search. At the same time, useful supplementary alternatives like extended search and indexed search are being discarded more and more. The article suggests that old and new search possibilities could be united in a catalogue called „OPAC 2000plus“.
Knowledge Creation Platforms: The Next Step after Web-Scale Discovery
DOI: 10.12685/027.7-1-2-32Technology has long been used to provide access to the holdings of libraries. Yet, end-users continue to migrate towards web search tools. This article suggests attractive differentiation could be provided using business processes to develop “Knowledge Creation Platforms”, i.e. technology for accessing knowledge and allowing end-users to seamlessly start creating new knowledge using social networking, publishing it using Open Access and moving the resulting work into digital repositories.Obwohl Bibliotheken durch die Entwicklung neuer Technologien einen immer besseren Zugang zu ihren Beständen gewährleisten, wandern BenutzerInnen immer mehr zu Internet-Suchwerkzeugen ab. Dieser Artikel schlägt vor, mittels attraktiver Geschäftsprozesse sogenannte „Knowledge Creation Platforms“ zu schaffen, das heisst Technologien zu entwickeln, die es BenutzerInnen erlauben, nahtlos neues Wissen zu erarbeiten, indem sie soziale Medien bedienen, ihr Wissen Open Access publizieren und die Ergebnisse in digitalen Repositorien lagern
„Individuum est ineffabile“ oder: Verstehen Bibliothekare ihre Zielgruppe wirklich?
DOI: 10.12685/027.7-1-3-36Bibliothekare kennen „Ihre“ Einrichtung wie ihre Westentasche, aber wie gut wissen sie um die Erfahrungen und Wünsche ihrer Zielgruppe im Umgang mit „Ihrer“ Bibliothek? Der Beitrag wirbt für einen frischen Blick aus ungewohnter Position auf das eigene Tagewerk. Er probt den Perspektiv- und beschwört einen Rollenwechsel. „Hang around and be alert“ oder „going native“ lauten ethnografische „Beschwörungsformeln“, um sich Fremdes professionell aus der Innen- und Aussenperspektive zu erschliessen. Der Beitrag ist ein Plädoyer dafür, sich anders als bisher auf die vertraute Arbeitswelt einzulassen.Librarians know their “own” library like the backs of their hands, but how well do they understand the experiences and expectations of their target groups in dealing with “their” library? This article takes a fresh look at how to approach the daily tasks from a different and unusual perspective; looking at things from a different point of view and evoking a change of roles. “Hang around and be alert” or “going native” are ethnographical mantras on how to professionally expand your internal and external perspectives of matters that are alien to you. This article is a plea to engage differently with the familiar working world as has been the case in the past