Querelles - Jahrbuch für Frauen- und Geschlechterforschung (QJB)
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    Review of: Angela Koch: Ir/Reversible Bilder. Zur Visualisierung und Medialisierung von sexueller Gewalt. Berlin: Verlag Vorwerk 8 2015.

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    Angela Koch legt eine umfangreiche Betrachtung der Darstellbarkeit von sexueller Gewalt in den Bildmedien Film, Fernsehen und Fotografie vor. Indem sie theoretische Positionen des Poststrukturalismus mit konkreten Film- und Bildanalysen konfrontiert, zeigt sie auf, dass den Möglichkeiten der (Audio-)Visualisierung sexueller Gewalt Grenzen gesetzt sind. Über die Herstellung und Bedienung ästhetischer Konventionen wird ein normiertes Wissen über sexuelle Gewalt hergestellt, das die hegemoniale Geschlechterordnung unterstützt und aufrechterhält. Während auch grenzüberschreitende Momente der Darstellbarkeit aufgespürt werden, liegt das Hauptgewicht der Studie auf der Kritik des medial vermittelten Geschlechterverhältnisses als Gewaltverhältnis.Angela Koch presents here a comprehensive reflection on the representability of sexual violence in the visual media: film, TV and photography. By juxtaposing theoretical positions of poststructuralism with concrete analyses of films and images, she highlightens the fact that the audio-visualisation of sexual violence has its limits. Producing and reproducing aesthetic conventions creates a standardized knowledge about sexual violence that fosters and perpetuates the hegemonic gender order. While also dealing with transgressive moments of representability, the main focus of this study is to criticize the gender relation as conveyed in the media: as a relation of violence

    Review of: Vera Cuntz-Leng: Harry Potter Que(e)r. Eine Filmsaga im Spannungsfeld von Queer-Reading, Slash-Fandom und Fantasyfilmgenre. Bielefeld: transcript Verlag 2015.

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    Vera Cuntz-Leng brilliert mit einer queertheoretischen Untersuchung der Romanreihe um den Zauberlehrling Harry Potter und ihrer Verfilmung, die beide durch eine Form der Fanfiction, dem Slash, einer queeren Auswertung ausgesetzt sind. Mit der Verzahnung von queertheoretischer Relektüre und der Analyse queerer Fanpraxis gelingt es der Autorin herauszustellen, weshalb sich die Septalogie herausragender Beliebtheit bei queerer Harry-Potter-Fan-Art erfreut. Sie erweitert dadurch nicht nur den Blickwinkel auf das Phänomen Harry Potter, das durch das inflationäre Neu- und Weiterschreiben durch Fans ein Eigenleben entwickelt hat. Sie trägt damit auch zur Verwissenschaftlichung des Subgenres Fantasy bei und dem mangelnden Interesse der Queer Theory am popkulturellen Phänomen des Fandom Rechnung.Vera Cuntz-Leng shines in her queer theoretical analysis of the Harry Potter series. Both the books and films are exposed to a queer interpretation by Slash, a specific form of fanfiction. By presenting both a queer theoretical re-reading and an analysis of queer fan practices the author succeeds to show why the septalogy is that popular with the queer Harry Potter Fan Art Community. Not only does she offer a new perspective on the Harry Potter phenomenon, which has developed a life of its own due to the excessive number of re-writings and sequels produced by fans. She also contributes to the scientification of the subgenre \u27fantasy\u27 and takes into account the lack of interest on the part of Queer Theory as refers to the pop-cultural phenomenon of fandom

    Review of: Anna Katharina Knaup: Der Männerroman. Ein neues Genre der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur. Bielefeld: transcript Verlag 2015.

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    Anna Katharina Knaup legt eine erste Genrekonfiguration für den deutschsprachigen Männerroman vor und leistet damit Grundlagenforschung im Bereich der Gattungstheorie. Darüber hinaus wird jene Tradition, in der männliche Autorschaft als ‚Norm‘ galt und daher nicht ─ wie die ‚Frauenliteratur‘ - gesondert deklariert werden musste, zumindest für den Bereich der zeitgenössischen Unterhaltungsliteratur, in Frage gestellt. Während die komparativ verfahrende Untersuchung von ihrem literaturwissenschaftlichen Anspruch her überzeugt, wäre aus gendertheoretischer Perspektive ein etwas reflektierterer Umgang mit Sprache und Genderkonzepten wünschenswert.Anna Katharina Knaup presents here a first configuration of genre for the German-language ‘Männerroman’, thus contributing to fundamental research in the field of genre theory. At least as concerns contemporary light fiction, she questions the tradition whereby male authorship is considered the ‘norm’, so that - unlike ‘women’s writing’ - it need not be labeled specifically. Her comparative analysis convinces in terms of literary criticism; from a gender theory perspective, though, it would have been desirable had she used language and gender concepts in a more conscious way

    Review of: Almut Peukert: Aushandlungen von Paaren zur Elternzeit. Arbeitsteilung unter neuen Vorzeichen? Wiesbaden: Springer VS 2015.

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    Vor dem Hintergrund der Novellierung des Elterngeldgesetzes im Jahr 2007 thematisiert die vorliegende Arbeit die Frage nach Veränderungen innerfamilialer Aushandlungen zur Arbeitsteilung während der Familiengründungsphase. Dazu werden im Rahmen von Paar- und Einzelinterviews im Forschungsstil der Grounded Theory Doppelverdiener- und Doppelkarrierepaare befragt und diverse Begründungsfiguren zur Elternzeit entwickelt. Zentrales Ergebnis der Studie ist die Notwendigkeit einer stärkeren Berücksichtigung der zugrunde liegenden Aushandlungen innerhalb von Paarbeziehungen.Against the backdrop of the 2007 amendment to the Parental Allowance Act, the present study examines the changes in intra-familial negotiations as to the division of labor in the phase of starting a family. To this end, double-income and dual-career couples were questioned in the research style of Grounded Theory, including both individual and couple interviews. Diverse patterns of justification regarding parental leave are presented. One main conclusion of the study is that the underlying negotiations within couples need to be taken into account more fully

    Review of: Sarah K. Hackfort: Klimawandel und Geschlecht. Zur politischen Ökologie der Anpassung in Mexiko. Baden-Baden: Nomos Verlag 2015.

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    In der Veröffentlichung ihrer politikwissenschaftlichen Doktorarbeit, welche im Forschungsfeld der Feministischen Politischen Ökologie verortet ist, analysiert Sarah Hackfort aus intersektionaler Perspektive Dynamiken von Geschlecht und Ungleichheit im Kontext des Klimawandels. Ihre Arbeit wird empirisch durch qualitative Feldforschungen im mexikanischen Chiapas unterfüttert und bietet aufgrund ihrer Vielschichtigkeit und Aktualität einen wichtigen Beitrag zur sozialwissenschaftlichen Klimaforschung. Das zentrale Anliegen der Autorin, Tendenzen der Homogenisierung sowie der Viktimisierung von Frauen in Debatten der Klimaforschung um Verwundbarkeit und Anpassung mit Hilfe intersektionaler und kontextbezogener Analysen entgegenzuwirken, ist hierbei besonders hervorzuheben.In this publication of her PhD thesis in political sciences, located in the field of feminist political ecology, Sarah Hackfort analyzes the dynamics of gender and inequality in the context of climate change from an intersectional perspective. Her work is underpinned empirically by qualitative field studies in Chiapas/Mexico. Due to its multifaceted approach and its topicality it constitutes an important contribution to social-scientific climate research. It needs to be highlighted that the author\u27s major concern is to use intersectional and contextualized analyses as a means of countering tendencies of homogenization and of victimizing women in debates on vulnerability and adaptation within the field of climate research

    Review of: Anna Döpfner: Frauen im Technikmuseum. Ursachen und Lösungen für gendergerechtes Sammeln und Ausstellen. Bielefeld: transcript Verlag 2016.

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    Anna Döpfner liefert erstmalig eine Analyse von Geschlechterverhältnissen in technischen Museen. Sie verbindet eine langjährige Innensicht aus dem Deutschen Technikmuseum Berlin mit breitgefächerten Beispielen aus der internationalen Museumslandschaft sowie einer profunden Kenntnis der Frauen- und Geschlechterforschung. Die Autorin zeigt nicht nur die Dominanz eines männlich geprägten engen und affirmativen Technikbegriffs, der Frauen ausschließt, sondern arbeitet auch historische Ursachen dieser strukturellen Ungleichheit sowie kurz- und langfristige Ansätze für eine Veränderung der Museumspraxis heraus. Dabei plädiert sie für eine kritische Kulturgeschichte der Technik, die soziale und geschlechterspezifische Bedingungen, Nutzen, Folgen, Ökonomien und Fortschrittsglaube zur Diskussion stellt.Anna Döpfner presents a first analysis of gender relations in museums of technology. Due to her long-term experience at the German Museum of Technology/Berlin, she both brings an insider\u27s view and offers a vast array of examples from the international landscape of museums, while displaying a profound knowledge of Women\u27s and Gender Studies. The author not only shows the prevalence of a male-oriented, narrow and affirmative notion of \u27technology\u27 that excludes women, but also analyzes the historical causes of this structural inequality and offers short-term and long-term approaches for changing the practice of museums. She advocates a critical cultural history of technology in which to put up for discussion social and gender-specific conditions, beneficial effects, consequences, economies and the faith in progress

    Review of: Anita Engels, Sandra Beaufaÿs, Nadine V. Kegen, Stephanie Zuber: Bestenauswahl und Ungleichheit. Eine soziologische Studie zu Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern in der Exzellenzinitiative. Frankfurt am Main u.a.: Campus Verlag 2015.

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    Das von Anita Engels, Sandra Beaufaÿs, Nadine V. Kegen und Stephanie Zuber vorgelegte Buch bündelt die Ergebnisse der wissenschaftlichen Begleitforschung zur Chancen(un)gleichheit in der deutschen Exzellenzinitiative. Basierend auf einer eindrucksvollen Vielfalt an Forschungsmethoden und leider nur sehr kurz vorgestellten Theorien werden anregende Teilstudien etwa zu Arbeits- und Lebensbedingungen, Führungspositionen, Netzwerkeinbindung und Publikationstätigkeit der Mitglieder von Exzellenzeinrichtungen sowie Gleichstellungskonzepten der beteiligten Universitäten präsentiert, die sämtlich auf die Analyse von Abbau oder Reproduktion der Unterrepräsentanz von Wissenschaftlerinnen in Spitzenpositionen zielen. Schade ist, dass dabei die organisationale Perspektive vernachlässigt wird.This book by Anita Engels, Sandra Beaufaÿs, Nadine V. Kegen and Stephanie Zuber assembles the findings of an accompanying research program concerning gender (in)equality in the German ‘Initiative for Excellence’. Based on an impressive array of research methods and theories (the latter unfortunately dealt only briefly with) the authors present inspiring substudies e.g. about living and labor conditions of the members of institutions of excellence, about their networking and publishing, and executive positions, as well as about concepts of gender equality at the universities involved. All of these concepts aim at analyzing whether the underrepresentation of female academics in top positions is being reduced or reproduced. Regrettably though, little regard is given to the organizational perspective

    Review of: Christie Launius, Holly Hassel: Threshold Concepts in Women’s and Gender Studies. Ways of Seeing, Thinking, and Knowing. London u.a.: Routledge 2015.

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    Wie können Perspektiven, Methoden und Theorien der Geschlechterforschung, der feministischen Theorie und der feministischen Praxis in einer Einführungsveranstaltung vermittelt werden? Christie Launius und Holly Hassel gehen in ihrem Band dieser Frage auf Basis langjähriger Erfahrung als Lehrende der University of Wisconsin nach. Der Band wurde als Arbeitsmaterial für Studierende konzipiert und kann somit als Textgrundlage im Unterricht verwendet werden. Studierende lernen in den Kapiteln vier spezifische Schwellenkonzepte, ihre Implikationen und Signifikanz kennen und anzuwenden. Das Interessante an dem Buch ist indes weniger die Frage nach der Auswahl der zentralen Konzepte als vielmehr der Schwerpunkt auf einer dezidiert feministischen Praxis in der Lehre. How to teach perspectives, methods, theories and practices of Gender and Women\u27s studies in an introductory course? Christie Launius and Holly Hassel address this question in their volume, based on their long-term teaching experience at the University of Wisconsin. This volume has been developed as working material for students and can be used as textbook in class. In four chapters, students will be presented four specific threshold concepts, will learn how to apply them and get to know about their respective implications and significance.  The interesting point of this book is not so much the key concepts chosen, but the authors\u27 focus on a decidedly feminist practice in teaching

    Review of: Mona Motakef: Prekarisierung. Bielefeld: transcript Verlag 2015.

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    Mona Motakef gibt in ihrem Buch einen guten Einblick in die aktuelle soziologische Prekarisierungsdebatte. Prekarisierung meint jene Prozesse sozialen Wandels, die mit einer Erschütterung bisher gültiger gesellschaftlicher Institutionalisierung und Normalität verbunden sind und zu sozialer Verunsicherung führen. Motakef geht von einem weit gefassten Prekarisierungsverständnis aus, wobei sie den Blick über die traditionelle industrie- und arbeitssoziologische Perspektive auf Aspekte aus der Genderforschung erweitert. Die Autorin referiert, dass die Prekarisierung der Existenz Ausgangspunkt für vielfältige politische Aktionen wie den Postoperaismus sein kann. Welchen Gewinn diese Erweiterung der Prekarisierungsdiagnose bringt, wird in der Rezension kritisch erörtert.In her book Mona Motakef offers a valuable insight into the on-going sociological debate about increasing precariousness. The phenomenon of increasing precariousness includes all processes of social change which unsettle a society\u27s traditional institutionalizations and normality, leading to social insecurity. Motakef takes a broad view of \u27increasing precariousness\u27, thus not only providing the perspective of traditional industrial sociology, but also including aspects of gender research. The author states that the increasing precariousness of existence could form the starting point for a wide range of political actions such as \u27postoperaism\u27. The review discusses what can be gained from an expanded definition of precariousness

    Review of: Joris Gregor: Constructing Intersex. Intergeschlechtlichkeit als soziale Kategorie. Bielefeld: transcript Verlag 2015.

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    Joris Gregor zeigt in ihrer Dissertation anhand von fünf narrativen Interviews mit intergeschlechtlichen Menschen, wie eine medizinische Zurichtung auf die Biographie, den Körper, aber auch auf die geschlechtliche Identität Einfluss nimmt. Damit verknüpft sie drei Kernbereiche der Soziologie: Biographie, Körper und Geschlecht. Im Zentrum stehen die (Re-)Konstruktion der biographischen Erzählung und die Auseinandersetzung mit der Medizin als machtvoller Instanz im Diskurs. Anschließend an diese Analyse entwickelt Gregor ein vierstufiges Modell von Emanzipationsprozessen, welche das Coming In, Coming Out, Coming Off und Coming Clean umfassen.In her doctoral thesis Joris Gregor reveals how forced medical interventions influence biography, body and gender identity, by presenting five narrative interviews with intersexual people. Thus, she connects three core areas of sociology: biography, body and sex/gender. Her main point of interest lies in the (re-)construction of biographical narratives and in discussing medicine as a powerful institution in discourse. Subsequently, Gregor develops a four-level model of processes of emancipation, comprising the stages of Coming In, Coming Out, Coming off and Coming Clean

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