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„Bentall“- und „David“-Operation bei Stanford Typ-A-Aortendissektion: mittel- und langfristige Ergebnisse
Einführung
Seit der ersten Beschreibung (Nicholls und Parker, 1761) und bis heute bleibt die akute Aortendissektion (AD) eine der gefährlichsten Erkrankungen mit sehr hoher Mortalität. Eine AD entsteht durch einen Riss in der inneren Schicht der Aorta, wodurch Blut in die mittlere Schicht eindringt, und ein falsches Lumen bildet. Hauptursachen sind arterielle Hypertonie, genetische Bindegewebserkrankungen wie das Marfan-Syndrom und traumatische Ereignisse. Männer sind häufiger betroffen als Frauen, und das Risiko steigt mit dem Alter. Die meistverwendete Stanford-Klassifikation definiert die AD in zwei Typen: Typ A (Beteiligung der Aorta ascendens) und Typ B (keine Beteiligung der Aorta ascendens). Typ A erfordert meist eine sofortige chirurgische Intervention aufgrund des hohen Mortalitätsrisikos.
Die Therapie der akuten Typ-A-Aortendissektion beinhaltet eine schnelle chirurgische Versorgung. Operative Verfahren umfassen den suprakoronaren Ersatz der Aorta ascendens, den Aortenwurzelersatz nach Bentall sowie klappenerhaltende Techniken nach Yacoub oder David. Die Wahl des Verfahrens richtet sich nach dem Ausmaß der Dissektion und der Beteiligung der Aortenwurzel oder -klappe. Die optimale chirurgische Strategie ist für die AD mit einer befallenen Aortenwurzel immer noch umstritten. Deshalb wurde der Vergleich von früh-, mittel- und langfristigen Ergebnissen verschiedener Operationstechniken (Aortenwurzelersatz nach Bentall sowie Aortenwurzelrekonstruktion nach David) als Ziel dieser Arbeit gesetzt.
Materialien und Methoden
In der Zeit zwischen Dezember 1994 und Dezember 2018 wurden 737 Patienten aufgrund einer akuten Typ-A-Aortendissektion am Herzzentrum Leipzig operiert. In dieser retrospektiven Studie wurden 355 Patienten mit Befall der Aortenwurzel eingeschlossen.
Das Kollektiv wurde in zwei Gruppen aufgeteilt: 286 Patienten erhielten einen Aortenwurzelersatz nach Bentall, während bei 69 Patienten eine klappenerhaltende Aortenwurzelrekonstruktion nach David durchgeführt wurde.
Es wurden anonymisierte Patientendaten, Vorerkrankungen, Risikofaktoren sowie intra- und postoperative Informationen zu Verfahren und Komplikationen erfasst. Im Rahmen des Follow-ups wurden Überlebenszeiten und die Freiheit von Reoperationen erhoben. Bei durchgeführten Reoperationen wurden Indikation und Art des Eingriffs festgehalten. Anhand dieser Daten konnten sowohl die 30-Tages-Mortalität als auch die Gesamtmortalität berechnet werden.
Die statistische Auswertung erfolgte mit SPSS® Version 27.0. Kategoriale Variablen wurden durch absolute und relative Häufigkeiten beschrieben. Für metrische Daten wurden Mittelwert und Standardabweichung (normalverteilt) oder Median und Interquartilsbereich (nicht normalverteilt) berechnet. Gruppenunterschiede bei nicht normalverteilten Variablen wurden mit Mann-Whitney-U- und Mediantests untersucht. Zusammenhänge nominaler Variablen wurden mittels Chi-Quadrat- oder Fisher-Test analysiert. Überlebenszeiten wurden durch Logrank- und Breslow-Tests sowie Cox-Regression bewertet. Kaplan-Meier-Kurven visualisierten Überlebenszeiten und Reoperationsfreiheit.
Die Studie wurde von der Ethikkommission der Medizinischen Fakultät der Universität Leipzig am 24. November 2021 genehmigt (Ethikvotum Nr. 366/21-ek).
Ergebnisse
Etwa zwei Drittel der untersuchten Patienten waren männlich (n = 238, 67.0 %). In der 'David'-Gruppe war der Männeranteil höher (78.3 vs 64.3 %, p = .027). Das durchschnittliche Alter der gesamten Kohorte betrug 57.8 Jahre. Die Patienten in der 'David'-Gruppe waren jünger als diejenigen in der 'Bentall'-Gruppe (52.3 vs 59.6 Jahre, p = .021). Ein Marfan-Syndrom wurde bei 27 Patienten (7.5 %) diagnostiziert. Eine bikuspide Aortenklappe wurde bei 44 Patienten (12.4 %) festgestellt, wobei diese häufiger in der 'Bentall'-Gruppe vorkam (15.0 vs 1.4%, p = .002).
Dialysepflichtigkeit erwies sich als potenzieller Prädiktor für die 30-Tage-Mortalität (HR 5.250, 95 %-KI 1.850–14.897, p = .002). Ebenso stellte ein Schlaganfall in der Anamnese ein erhöhtes Risiko für die 30-Tage-Mortalität dar (HR 3.046, 95 %-KI 1.436–6.462, p = .026).
Fast die Hälfte der Patienten befand sich präoperativ in einem kritischen Zustand mit einem oder mehreren schwerwiegenden Symptomen (n = 176, 49.6 %). Dieser Zustand war in der 'Bentall'-Gruppe häufiger (52.4 vs 37.7 %, p = .028). Eine präoperative Reanimation erhöhte das Risiko für die 30-Tage-Mortalität (HR 2.601, 95 %-KI 1.429–4.732, p = .002). Eine klinisch relevante Malperfusion wurde bei 123 Patienten (34.6 %) festgestellt. Die häufigsten Formen waren zerebrale (17.5 %), koronare (14.9 %), periphere (8.5 %) und viszerale (5.6 %) Malperfusionen. Malperfusion erwies sich als sehr starker Prädiktor für die Mortalität (HR 3.907, 95 %-KI 2.312–6.604, p < .001).
Die intraoperative Mortalität betrug 3.7 % (n = 13) und unterschied sich nicht zwischen den Gruppen. Postoperativ zeigte die 'David'-Gruppe eine niedrigere intrahospitale Mortalität (8.7 % vs. 18.9 %, p = .043). Allerdings betrug die 30-Tage-Mortalität insgesamt 18.9 % (n = 67), ohne Unterschied zwischen den Gruppen (p = .085).
Im Follow-up betrug die Gesamtmortalität 37.7 % (n = 134), wobei die 'David'-Gruppe tendenziell eine niedrigere Mortalität aufwies (27.5 % vs. 40.2 %, p = .051). Die mediane Überlebenszeit für die gesamte Kohorte betrug 16.2 Jahre, mit tendenziell besseren Ergebnissen in der 'David'-Gruppe (21.8 vs 12.9 Jahre, p = .058).
Mithilfe eines Regressionsmodells wurden Alter, linksventrikuläre Ejektionsfraktion, kritischer präoperativer Zustand und das Vorhandensein einer koronaren Malperfusion als unabhängige Faktoren für die Gesamtmortalität identifiziert (χ²(5) = 114.397, p < .001). Die angewandte chirurgische Technik hat keinen Einfluss auf die Mortalität gehabt (p = .313). Eine Multikollinearität zwischen den betrachteten Faktoren wurde geprüft und ausgeschlossen. Die durchschnittliche Freiheit von Reoperationen an der Aortenwurzel war zwischen den Gruppen nicht unterschiedlich (p = .309); die 15-Jahres-Reoperationsfreiheit betrug 91.7 % in der 'David'-Gruppe und 92.6 % in der 'Bentall'-Gruppe. Im weiteren Verlauf mussten sich 17 Patienten (4.8 %) aufgrund einer Größenzunahme der distalen Aorta einer thorakoabdominalen Aortenaneurysma-Ersatzoperation unterziehen. Zudem erhielten 6 Patienten (1.7 %) eine interventionelle Therapie mittels TEVAR.
Schlussfolgerung
Das 'David'- und das 'Bentall'-Verfahren zeigen gute postoperative Ergebnisse und sind somit geeignete Optionen für Patienten mit Aortendissektion mit Beteiligung der Aortenwurzel. In der vorgelegten Arbeit wurden keine wesentlichen Unterschiede zwischen den beiden Gruppen hinsichtlich der unmittelbaren postoperativen Ergebnisse festgestellt. Im Follow-up zeigte sich eine vergleichbare Freiheit von Reoperationen, wobei die David-Patienten tendenziell eine höhere Langzeitüberlebensrate aufwiesen. Die Wahl des geeigneten Operationsverfahrens sollte daher individuell unter Berücksichtigung des klinischen Status des Patienten, anatomischer Gegebenheiten, der chirurgischen Expertise und prognostischer Faktoren getroffen werden. Eine sorgfältige Fallbewertung ist essenziell, um die bestmögliche Operationsmethode für jeden einzelnen Patienten auszuwählen
Evaluation of a risk screening tool for retinopathy of prematurity (ROP) in a German cohort
Die Veröffentlichung evaluiert den Risikokalkulator DIGIROP-Birth zur Vorhersage einer therapiepflichtigen Frühgeborenenretinopathie (ROP) in einer großen deutschen Kohorte. Anhand retrospektiver Daten von Frühgeborenen eines universitären Perinatalzentrums wird die Vorhersagegenauigkeit des Modells analysiert und mit peri- und postnatalen Risikofaktoren abgeglichen. Die Ergebnisse zeigen eine gute prädiktive Leistung des Tools und verdeutlichen dessen Potenzial, unnötige ophthalmologische Screenings zu reduzieren, ohne dabei behandlungsbedürftige ROP-Fälle zu übersehen, sofern zusätzliche klinische Risikofaktoren berücksichtigt werden.:1 Abkürzungsverzeichnis
2 Einführung
2.1 Epidemiologie
2.2 Pathogenese und Risikofaktoren
2.3 Screening
2.4 Klassifikation
2.5 Risikorechner
2.6 Therapie
3 Zielsetzung
4 Publikation
5 Zusammenfassung der Arbeit
5.2 Datenübersicht
5.3 Peri- und postnatale Risikofaktoren
5.4 Vorhersagewahrscheinlichkeit DIGIROP-Birth
5.5 Limitation der Studie und Forschungsperspektive
6 Literaturverzeichnis
7 Anlagen
7.1 Darstellung des eigenen Beitrags
7.2 Selbstständigkeitserklärung
8 Danksagun
Relationality, Affect and the Wound of Race: A Conversation on an Artistic Intervention into Global Colonial Whiteness
Angiotensin Receptor–Neprilysin Inhibition (Sacubitril/Valsartan) Reduces Structural Arterial Stiffness in Middle-Aged Mice
Background
Increasing arterial stiffness is a prominent feature of the aging cardiovascular system. Arterial stiffening leads to fundamental alterations in central hemodynamics with widespread detrimental implications for organ function resulting in significant morbidity and death, and specific therapies to address the underlying age‐related structural arterial remodeling remain elusive. The present study investigates the potential of the recently clinically available dual angiotensin receptor–neprilysin inhibitor (ARNI) sacubitril/valsartan (LCZ696) to counteract age‐related arterial fibrotic remodeling and stiffening in 1‐year‐old mice.
Methods and Results
Treatment of in 1‐year‐old mice with ARNI (sacubitril/valsartan), in contrast to angiotensin receptor blocker monotherapy (valsartan) and vehicle treatment (controls), significantly decreases structural aortic stiffness (as measured by in vivo pulse‐wave velocity and ex vivo aortic pressure myography). This phenomenon appears, at least partly, independent of (indirect) blood pressure effects and may be related to a direct antifibrotic interference with aortic smooth muscle cell collagen production. Furthermore, we find aortic remodeling and destiffening due to ARNI treatment to be associated with improved parameters of cardiac diastolic function in aged mice.
Conclusions
This study provides preclinical mechanistic evidence indicating that ARNI‐based interventions may counteract age‐related arterial stiffening and may therefore be further investigated as a promising strategy to improve cardiovascular outcomes in the elderly
Assessment of new-onset heart failure prediction in a diabetic population using left ventricular global strain: a prospective cohort study based on UK Biobank
Background: Impaired glucose utilization influences myocardial contractile function. However, the prognostic importance of left ventricular global radial strain (LV-GRS), left ventricular global circumferential strain (LV-GCS), and left ventricular global longitudinal strain (LV-GLS) in predicting new-onset heart failure (HF) in a population with diabetes is unclear.
Methods: The study design is prospective cohort from the UK Biobank. Totally 37,899 participants had a complete data of cardiac magnetic resonance (CMR), of which 940 patients with diabetes were included, and all the participants completed follow-up. LV-GRS, LV-GCS, and LV-GLS were measured by completely automated CMR with tissue tagging. Cox proportional hazards regression analysis and C-index was performed to evaluate the association between the strain parameters and the new-onset HF in patients suffering from diabetes.
Results: The average age of the 940 participants was 57.67 ± 6.97 years, with males comprising 66.4% of the overall population. With an average follow-up period of 166.82 ± 15.26 months, 35 (3.72%) patients reached the endpoint (emergence of new-onset HF). Significant associations were found for the three strain parameters and the new-onset HF (LV-GRS—hazard ratio [HR]: 0.946, 95% CI: 0.916-0.976; LV-GCS—HR: 1.162, 95% CI: 1.086-1.244; LV-GCS—HR: 1.181, 95% CI: 1.082-1.289). LV-GRS, LV-GCS, and LV-GLS were closely related to the related indicators to HF, and showed a high relationship to new-onset HF in individuals with diabetes at 5 and 10 years: LV-GRS: 0.75 (95% CI, 0.41-0.94) and 0.76 (95% CI, 0.44-0.98), respectively; LV-GCS: 0.80 (95% CI, 0.50-0.96) and 0.75 (95% CI, 0.41-0.98), respectively; LV-GLS: 0.72 (95% CI, 0.40-0.93) and 0.76 (95% CI, 0.48-0.97), respectively. In addition, age, sex, body mass index (BMI), and presence of hypertension or coronary artery disease (CAD) made no impacts on the association between the global strain parameters and the incidence of HF.
Conclusion: LV-GRS, LV-GCS, and LV-GLS is significantly related to new-onset HF in patients with diabetes at 5 and 10 years
Zur geschichtsphilosophischen Grundlegung praktischer Philosophie oder Habermas und das Problem des nachmetaphysischen Zeitalters
Die Ermittlung geschichtsphilosophischer Grundlagen praktischer Philosophie, als
selbst-reflektorische Tat und als Erstellung eines sinn-kritischen Narratives der interdisziplinären Forschung, ist sowohl das Ziel als auch das Problem der vorliegenden Studie. Die Studie versteht sich nicht nur als geschichtsphilosophisches Narrativ über geschichtsphilosophische Vorstellungen, vielmehr ist sie ein Beitrag zur Forschung der praktischen Philosophie im weitesten Sinne; Die Problematisierung der geschichtsphilosophischen Grundlegung der praktischen Philosophie selbst.
Das Werk von Jürgen Habermas stellt den Versuch der sinnkritischen sowie praktischen Hinterfragung unserer geteilten Hintergrundannahmen vor dem Ablauf der philosophisch wissenschaftlichen Entwicklung dar. Aber auch bei Habermas findet sich die problematische Weitergabe des Bildes einer technisch-rationalen und herrschaftlichen Dominanz des Positivismus im vermeintlich nachmetaphysischen Zeitalter. Sein Bild der Geschichte der Philosophie ist, obwohl es geschichtsphilosophisch reflektiert wurde, unkritisch auf die eigenen
Hintergrundannahmen. Mit der Kritischen Theorie, ihrer Stellung im wissenschaftlichen Diskurs, ihrer selbst-reflektorischen Entwicklung und ihrer institutionellen Einbindung lässt sich ein Schema der Vorstellung der Entwicklung der Philosophie extrahieren, welches eine sinn-kritische Hinterfragung ermöglicht. Diesem Ausschneiden von Figurationen oder Verflechtungen, die seit
der eigenwilligen kantischen Neuinterpretation in der Mitte des 19. Jahrhunderts systematisch tradiert werden, gebührt die Aufmerksamkeit. Die Beschäftigung mit einem derartigen Problem, das nicht nur auf eine systematische Verbindung von Menschenbild, Weltbild und weltanschaulichem Positionsbezugs setzt, sondern auch auf die eigene kritische epochale Stellung bezogen ist, kann deswegen nur durch eine Kombination von praktischer-philosophischer Deutung und sinnkritischer-historischer Betrachtung erreicht werden.:Einleitung Seite 8
I. Habermas Theorie und Praxis Seite 22
II. Vorgängigkeit, Akosmismus und der Umgang mit dem Positiven - Das Problem positiver Philosophie Seite 138
III. Neukantische Wende Seite 1245
Literaturverzeichnis Seite 145
Long-term studies of the summer wind in the mesosphere and lower thermosphere at middle and high latitudes over Europe
Continuous wind measurements using partial-reflection radars and specular meteor radars have been
carried out for nearly 2 decades (2004–2022) at middle and high latitudes over Germany (∼ 54° N) and northern
Norway (∼ 69° N), respectively. They provide crucial data for understanding the long-term behavior of winds
in the mesosphere and lower thermosphere. Our investigation focuses on the summer season, characterized by
the low energy contribution from tides and relatively stable stratospheric conditions. This work presents the
long-term behavior, variability, and trends of the maximum velocity of the summer eastward, westward, and
southward winds. In addition, the geomagnetic influence on the summer zonal and meridional wind is explored
at middle and high latitudes. The results show a mesospheric westward summer maximum located around 75 km
with velocities of 35–54 m s−1, while the lower-thermospheric eastward wind maximum is observed at ∼ 97 km
with wind speeds of 25–40 m s−1. A weaker southward wind peak is found around 86 km, ranging from 9 to
16 m s−1. The findings indicate significant trends at middle latitudes in the westward summer maxima with
increasing winds over the past decades, while the southward winds show a decreasing trend. On the other hand,
only the eastward wind in July has a decreasing trend at high latitudes. Evidence of oscillations around 2–3,
4, and 6 years modulate the maximum velocity of the summer winds. In particular, a periodicity between 10.2
and 11.3 years found in the westward component is more significant at middle latitudes than at high latitudes,
possibly due to solar radiation. Furthermore, stronger geomagnetic activity at high latitudes causes an increase in
eastward wind velocity, whereas the opposite effect is observed in zonal jets at middle latitudes. The meridional
component appears to be disturbed during high geomagnetic activity, with a notable decrease in the northward
wind strength below approximately 80 km at both latitudes