1,721,136 research outputs found

    Einfluss der Hinzunahme von Akzeptanz- und Commitment-Therapie zur kognitiven Verhaltenstherapie für Insomnie auf die Emotionsregulation

    No full text
    Schlaf und emotionale Prozesse sind eng miteinander verknüpft. Insomnie, ein weit verbreitetes Gesundheitsproblem, ist oft mit anderen psychischen Störungen verbunden, die durch dysfunktionale Emotionsregulation charakterisiert sind. Obwohl die kognitive Verhaltenstherapie für Insomnie als Leitlinientherapie positive Auswirkungen auf die Schlafqualität zeigt, wird Emotionsregulation darin nicht zentral behandelt.Vor dem Hintergrund dieser Therapielücke ergab sich die Frage, ob die Akzeptanz- und Commitment- Therapie mit ihrem Fokus auf Akzeptanz, Achtsamkeit, Defusion und wertekongruentem Handeln eine sinnvolle Ergänzung darstellen könnte. Das Hauptziel der vorliegenden Studie war, die kombinierte Wirkung beider Therapieansätze hinsichtlich der Emotionsregulationsstrategien – insbesondere kognitive Neubewertung und Unterdrückung von Emotionen – zu untersuchen. Von Mai 2021 bis Juli 2023 wurden 70 Patient*innen mit Insomnie ohne weitere Erkrankungen rekrutiert und randomisiert. In Gruppen von sechs Personen erhielt die Interventionsgruppe achtmal wöchentlich die kombinierte Therapie, während die Kontrollgruppe kognitive Verhaltenstherapie für Insomnie in Verbindung mit Schlafedukation erhielt. Die Sitzungen fanden im Nebengebäude der Universitätsklinik für Psychiatrie und Psychotherapie in Freiburg statt. Vor und nach der Therapie wurden der Emotion Regulation Questionnaire, weitere Fragebögen zum Schlaf und eine einwöchige Echtzeit-Erfassung von Emotionen durchgeführt. Alle Teilnehmenden führten über die gesamte Dauer Schlaftagebücher.Die Analyse einer Stichprobe von 30 Patient*innen mittels Varianzanalyse zeigte keine signifikanten Unterschiede in den Emotionsregulationsstrategien zwischen den Gruppen. Allerdings wies die Interventionsgruppe in der Echtzeit-Erfassung mehr positive und weniger negative Emotionen im Vergleich zur Kontrollgruppe auf. Diese Ergebnisse legen die Vermutung nahe, dass die Akzeptanz- und Commitment-Therapie emotionale Prozesse modulieren kann. Zukünftige Langzeitstudien mit größeren Stichproben sind erforderlich, um emotionale Dysregulation bei Insomnie anzugehen und präventive Maßnahmen gegen die Entwicklung von Begleiterkrankungen zu erforschen

    Tagesklinische Behandlung von Essstörungen: Charakteristika und Prädiktoren des Symptomverlaufs

    No full text
    Da Essstörungen oftmals einen schweren und chronischen Verlauf aufweisen, bleibt eine Exploration von Gründen dafür aktueller Gegenstand der Forschung. Ziel dieser Arbeit war es, neben der Beschreibung von Symptomverläufen während und nach einer tagesklinischen Behandlung, Prädiktorvariablen für die Krankheitsverläufe zu finden, sowie den Symptomverlauf bei Essstörungen mit demjenigen von depressiven Störungen zu vergleichen. Dabei ergaben sich folgende Ergebnisse: Während der (teil-)stationären Behandlung konnte für die beiden Krankheitsbilder eine signifikante Reduktion der störungsspezifischen Symptomatik sowie der generellen psychischen Beeinträchtigung beobachtet werden. Im 3-Monats-Zeitraum nach der Entlassung blieb die Symptomatik weitestgehend stabil. Die allgemeine psychische Belastung der Patient*innen mit einer Essstörung nahm jedoch nach der Entlassung bis zu drei Monate später nochmals signifikant ab. Außerdem zeigten sich auf deskriptiver Ebene Tendenzen, dass die Patient*innen mit einer Anorexia nervosa während der tagesklinischen Behandlung eine geringere Reduktion der Essstörungssymptomatik aufwiesen als die anderen Patient*innen mit einer Essstörung. Beim Vergleich der beiden Krankheitsbilder fiel auf, dass die Patient*innen mit einer Depression im Verlauf der Behandlung signifikant mehr Symptomverbesserungen zeigten als Patient*innen mit einer Essstörung. Essstörungen scheinen damit eher schlechtere Behandlungsverläufe aufzuweisen. Obwohl sich eine komorbide Persönlichkeitsstörung, weitere Achse-I-Diagnosen und eine strukturelle Beeinträchtigung der Patient*innen nicht als signifikante Prädiktoren für den Symptomverlauf bei Essstörungen und depressiven Störungen herausstellten, ließen sich Tendenzen dahingehend zeigen, dass sich die Essstörungssymptomatik bei Vorhandensein einer Persönlichkeitsstörung während der tagesklinischen Behandlung eher weniger reduzierte sowie im 3-Monats-Zeitraum nach der Entlassung eher verschlechterte. Zudem zeigten sich für die Depressionen bei Vorhandensein von zusätzlichen Achse-I-Diagnosen tendenziell mehr Verschlechterungen der depressiven Symptomatik nach der Entlassung bis zur Katamnese als bei Nicht-Vorhandensein einer derartigen Komorbidität. Die Ergebnisse dieser Arbeit implizieren, dass die Behandlung einer komorbiden (Persönlichkeits-)Störung von Relevanz für einen positiveren Symptomverlauf von Essstörungen und depressiven Störungen sein könnte. In größeren Studien sollte die Bedeutung dieser möglichen Prädiktorvariablen nochmals überprüft werden. Die Kenntnis von Prädiktorvariablen könnte eine frühe Berücksichtigung von individuellen Problematiken in der Behandlung mit entsprechender Anpassung der Therapie ermöglichen

    Untersuchung mentalisierungsfördernder therapeutischer Interventionen in der Psychotherapie der Anorexia nervosa und deren Einfluss auf die Mentalisierungsfähigkeit der Patient*innen

    No full text
    Die Verbesserung der Mentalisierungsfähigkeit (das Verstehen eigenen und fremden Verhaltens durch Zuschreibung mentaler Zustände) von Patient*innen wird als möglicher genereller Wirkfaktor in der Psychotherapie angesehen. Bislang konnten solche Verbesserungen bei Patient*innen nach Mentalisierungsbasierter Therapie und psychodynamischen Behandlungen gezeigt werden. Diese könnten teilweise durch mentalisierungsfördernde Interventionen erfolgen, welche von Psychotherapeut*innen durchgeführt werden.Ziel dieser Studie war es, die Anwendung mentalisierungsfördernder Interventionen während der psychotherapeutischen Behandlung von Patient*innen mit Anorexia nervosa und deren Zusammenhang mit der Mentalisierungsfähigkeit in psychotherapeutischen Sitzungen ("In-Session-Reflective Functioning") zu untersuchen. Zusätzlich wurde untersucht, ob das Ausmaß an verwendeten mentalisierungsfördernden Interventionen eine Veränderung der Mentalisierungsfähigkeit im Verlauf der Behandlung oder das Therapieergebnis vorhersagen kann.84 Audioaufnahmen aus Psychotherapiesitzungen von 28 Patient*innen der Anorexia nervosa treatment of outpatients-Studie (drei Sitzungen pro Patientin, jeweils eine vom Beginn, der Mitte und dem Ende der Behandlung) wurden transkribiert und mit der MFI-Rating-Skala und der In-Session Reflective Functioning Scale von geschulten Rater*innen analysiert (14 kognitiv-verhaltenstherapeutische Behandlungen, 14 psychodynamische Behandlungen; 16 mit Therapieerfolg und 12 mit Therapiemisserfolg).Mentalisierungsfördernde Interventionen wurden generell in beiden Verfahren eingesetzt, psychodynamische Psychotherapeut*innen verwendeten sie allerdings in höherem Ausmaß. Es zeigte sich ein positiver Zusammenhang zwischen dem Ausmaß an mentalisierungsfördernden Interventionen in einer Sitzung und dem entsprechenden In-Session-Reflective Functioning der Patient*innen sowie dessen Veränderung im Therapieverlauf. Insgesamt verbesserte sich die Mentalisierungsfähigkeit allerdings nicht. Die mentalisierungsfördernden Interventionen ließen außerdem keinen Rückschluss auf das Therapieergebnis ein Jahr nach Behandlungsende zu. Ein intensiver Einsatz mentalisierungsfördernder Interventionen war folglich mit einem höheren Niveau an In-Session-Reflective Functioning und dessen Veränderung korreliert, Langzeiteffekte bleiben jedoch unklar.Zukünftige Forschung sollte das Ausmaß der Mentalisierungsförderung spezifischer mentalisierungsfördernder Interventionen weiter untersuchen und überprüfen, inwiefern ein Schwellenwert bei deren Gebrauch für eine dauerhafte Verbesserung der Mentalisierungsfähigkeit existiert

    Eye movements in neurodevelopmental disorders: evidence towards a Continuum of Impairment

    No full text
    Neuronale Entwicklungstörungen wie Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung(ADHS), Autismus-Spektrum-Störung (ASS) und Schizophrenie haben verschiedeneGemeinsamkeiten trotz phänotypischer Unterschiede. Forschungsergebnisse deuten aufein Kontinuum hin, auf dem Neuronale Entwicklungsstörungen einschließlichSchizophrenie nach ätiologischen, psychopathologischen und klinischen Aspektenanzusiedeln sind. Das Modell legt einen simultanen Vergleich der Störungen nahe. Dakognitive Beeinträchtigungen den pathophysiologischen Kern dieser bilden, liefern wir zumersten Mal einen differenzierten Vergleich in mehreren kognitiven Funktionen mit dreiSchwerpunkten: wie unterscheidet sich jede der klinischen Gruppen von derKontrollgruppe in verschiedenen kognitiven Prozessen? Wie unterscheiden sich dieklinischen Gruppen untereinander? Wie ähnlich (oder unterschiedlich) äußern sich dieAbweichungsprofile der klinischen Gruppen von der Kontrollgruppe? Wir verglichenTeilnehmergruppen (19,8±1,6 Jahre) mit Schizophrenie (N=20), ADHS (N=28) und ASS(N=26) untereinander, sowie mit einer gesunden Kontrollgruppe (N=29) in zweiAufgabenkategorien: standardmäßigen augenmotorischen und manuellenReaktionszeitaufgaben und einer visuellen Suchaufgabe. Hohe Korrelationen in derAbweichung von der Kontrollgruppe bei den standardmäßigen Aufgaben resultierten auseinem inhibitorischen Kontrolldefizit aller drei Gruppen und erhöhter intra-individuellerVariabilität (IIV) in der Sakkadenmetrik bei Patienten mit Schizophrenie und ASS. Einegenerell erhöhte IIV trat bei Patienten mit Schizophrenie, geringfügig auch mit ADHS auf.Insgesamt erwiesen sich die Patienten mit Schizophrenie als die am stärkstenbeeinträchtigte Gruppe, gefolgt von ASS und ADHS. Ähnlich hohe Korrelationen aus dervisuellen Suche hielten trotz der Unterschiede zwischen den klinischen Gruppen stand, daPatienten mit ASS während der Suche besser abschnitten als die Kontrollgruppe undPatienten mit Schizophrenie eine generelle psychomotorische Verlangsamung underhöhte IIV bewiesen. Insgesamt wurden Patienten mit Schizophrenie als Gruppe mit demgrößten Leistungsdefizit bestätigt, gefolgt von ADHS und ASS. Während die Korrelationender Vektoren auf ein gemeinsames Kontinuum in der Entwicklungseinschränkunghinweisen, deuten die Vektorebenen darauf hin, dass die Störungen in Bezug auf einsolches Kontinuum einander quantitativ, basierend auf der Stärke der Einschränkung,entgegengesetzt werden können. Folgerungen daraus legen unter anderem dieNotwendigkeit eines dimensionalen Ansatzes in der Erforschung der Psychopathologie,über die traditionelle Kategorisierung psychiatrischer Störungen hinaus, nahe

    Essstörungen

    No full text

    Schlankheitswahn und Körperkult. 4.12

    No full text
    corecore