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    Hilfe suchen, bevor es zu spät ist. Interview mit Frau Prof. Dr. S. Walitza

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    Warum nehmen sich Jugendliche das Leben? Die Kinder- und Jugendpsychiaterin Susanne Walitza beschreibt die Psyche der Heranwachsenden und zeigt Möglichkeiten auf, einen Suizid vorzubeuge

    Zwangsstörungen

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    Die Zwangsstörungen zählen mit einer Prävalenz von 1–2 % zu den häufigsten Störungen im Kindes- und Jugendalter. Die Therapie der kindlichen Zwangsstörung orientiert sich am Schweregrad der Zwangsstörung und an dem Vorhandensein komorbider Störungen. Eine evidenzbasierte Therapie bei Kindern und Jugendlichen beinhaltet Elemente der Psychoedukation, der kognitiv-verhaltenstherapeutischen Psychotherapie (KVT) und einer pharmakologischen Behandlung. Die Kombination von KVT und einer Medikation ist hierbei besonders wirksam. Selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRIs) zeigen sich in verschiedenen Metaanalysen, die randomisierte und placebokontrollierte Studien an Kindern und Jugendlichen beinhalten, als hoch effektiv und sind Medikamente der ersten Wahl. Medikament der zweiten Wahl ist das trizyklische Antidepressivum Clomipramin. Zugelassen in Deutschland für die Behandlung bei Kindern und Jugendlichen mit Zwängen sind Sertralin und Fluvoxamin

    Soziale Ängste und Schulangst: Entwicklungsrisiken erkennen und behandeln

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    Wenn Kinder den Schulbesuch verweigern oder vor Klassenarbeiten und Referaten oft nächtelang nicht schlafen können, hat das nicht zwangsläufig mit Faulheit oder mangelnder Intelligenz zu tun – soziale Ängste und Schulangst werden zwar häufig nicht auf den ersten Blick erkannt, betreffen aber sehr viele Schulkinder. Diese Ängste können ganz erhebliche Auswirkungen haben: Neben schlechten Schulabschlüssen oder gar Schulabbrüchen kann auch die Entwicklung psychischer Störungen eine Folge sein. Siebke Melfsen und Susanne Walitza zeigen, wie sich soziale Ängste und Schulangst äußern, wie sie zusammenhängen, wovon man sie abgrenzen muss und welche Behandlungsmöglichkeiten es gibt. Das Buch enthält zahlreiche Fallbeispiele und Tipps zum Umgang mit sozialen Ängsten und Schulangst sowie ein umfangreiches Glossar

    Angststörungen und Phobien

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    Unter Angststörungen und Phobien wird ein breites Spektrum von Erkrankungen verstanden, bei dem eine übermäßige Angst und Vermeidungsverhalten eine bedeutsame Rolle spielt. Die Intensität der therapeutischen Behandlung richtet sich vor allem nach dem Grad der psychosozialen Beeinträchtigung. Eine Pharmakotherapie ist dann indiziert, wenn Beratung und psychotherapeutische Verfahren allein nicht ausreichend wirksam sind oder auch wenn aufgrund der großen Angst die psychotherapeutische Behandlung, z. B. eine Exposition, nicht durchführbar ist. Auch kann die mangelnde Verfügbarkeit von Psychotherapie einen medikamentösen Behandlungsbeginn erfordern. Eine Pharmakotherapie soll immer im Rahmen einer multimodalen Behandlung eingesetzt werden. Selektive Serotonin-Wiederaufnahmerhemmer (SSRIs) sind im Kindes- und Jugendalter die erste Wahl. Im Gegensatz zum Erwachsenenalter ist die Evidenz für andere Wirkstoffgruppen deutlich geringer. Benzodiazepine sind nur dann indiziert, wenn eine sofortige Angstreduktion erforderlich ist. Wegen des Risikos einer Abhängigkeit ist ihre Verschreibung nur für die Kurzzeittherapie geeignet. Eine Unterscheidung der verschiedenen Angststörungen und Phobien ist klinisch sinnvoll. In Bezug auf die medikamentöse Therapie ergeben sich aber keine wesentlichen Unterschiede, da die Evidenz zu therapeutischer Wirksamkeit für alle Angststörungen und Phobien am besten für SSRIs nachgewiesen werden konnte und für die anderen Wirkstoffgruppen eine vergleichbare Evidenz dazu fehlt

    Zwangsstörungen im Kindes- und Jugendalter

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    Unter Zwangsstörungen werden wiederkehrende und anhaltende Verhaltensweisen, Ideen, Gedanken und Impulse verstanden, die sich gegen inneren Widerstand aufdrängen und vom Patienten als unsinnig, übertrieben oder quälend erlebt werden. Zwangsstörungen lassen sich untergliedern in • Zwangsgedanken und/oder • Zwangshandlungen Bei den Zwangsgedanken handelt es sich um Ideen, Vorstellungen oder Impulse, die sich dem Erkrankten gegen seinen Willen aufdrängen und ihn immer wieder beschäftigen. Meist sind es zwanghafte Befürchtungen, die sich inhaltlich auf Verschmutzung, Bakterien, Infektionen, Symmetrie, Genauigkeit oder das Sammeln von Gegenständen beziehen können. Oder es sind Vorstellungen und Bilder aggressiver, sexueller oder religiöser Natur, die sich dem Bewusstsein aufdrängen

    Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung

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    In der spezifischen Behandlung der Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) findet die medikamentöse Therapie häufige Anwendung. Dabei stehen in erster Linie die Psychostimulanzien Methylphenidat und Amphetamin sowie Atomoxetin als Nicht-Psychostimulanz zur Verfügung. Langwirksame Formulierungen von Methylphenidat bieten häufig Vorteile in Wirkung und Compliance. In der Wahl des geeigneten Medikamentes sind, eingebettet in ein multimodales Behandlungskonzept, individuelle Gegebenheiten wie Komorbiditäten zu berücksichtigen. Unter der Behandlung sind regelmäßige Kontrollen z. B. der Gewichtsentwicklung zur Erfassung eventueller unerwünschter Arzneimittelwirkungen durchzuführen. Das folgende Kapitel gibt neben der Störungsdefinition einen Überblick über diagnostische Voraussetzungen, die individuelle Indikationsstellung und Anwendung der Psychopharmakotherapie der ADHS

    Psychostimulanzien und andere Arzneistoffe, die zur Behandlung der Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) angewendet werden

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    Als Psychostimulanzien oder Stimulanzien wird die Gruppe von Neuro-/Psychopharmaka bezeichnet, die vorwiegend eine erregende Wirkung auf das zentrale Nervensystem und die Psyche ausüben. Das Hauptanwendungsgebiet der Psychostimulanzien Amphetamin und Methylphenidat ist die Therapie der Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS), eine der häufigsten Erkrankungen in der Kinder- und Jugendpsychiatrie. Neben diesen Psychostimulanzien werden Nicht-Psychostimulanzien wie Atomoxetin, Clonidin und Guanfacin zur Behandlung der ADHS verwendet. In diesem Kapitel wird ein kurzer Überblick zu den Erklärungsmodellen der Wirkmechanismen von Psychostimulanzien und anderen Substanzen gegeben. Weiter werden wichtige Aspekte der klinischen Psychopharmakologie wie Indikationen, klinische Wirksamkeit und Studienlage, Dosierungen, Pharmaka-Wechselwirkungen, Anwendungseinschränkungen, Dauer der Behandlung und Kontrolluntersuchungen als Orientierungshilfe für die klinische Anwendung besprochen

    Zwangsstörungen im Kindes- und Jugendalter

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    Die Zwangsstörungen zählen mit einer Prävalenz von 1–2 % zu den häufigsten Störungen im Kindes- und Jugendalter. Die Therapie orientiert sich am Schweregrad der Zwangsstörung und am Vorhandensein komorbider Störungen. Eine evidenzbasierte Therapie bei Kindern und Jugendlichen beinhaltet Elemente der Psychoedukation, der kognitiv-verhaltenstherapeutischen Psychotherapie (KVT) und einer pharmakologischen Behandlung. Die KVT und ihre Bausteine Exposition und Reaktionsverhinderung sind besonders wirksam. Je nach Alter der Patienten sollte die Familie in die Therapie einbezogen werden. Auch selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRIs) zeigen sich in verschiedenen Metaanalysen, die randomisiert-placebokontrollierte Studien an Kindern und Jugendlichen eingeschlossen hatten, als sehr wirksam und sind Wirkstoffe der ersten Wahl. Um eine ausreichende Wirkung zu erzielen, bedarf es bei der Behandlung von Zwangsstörungen in der Regel mehr Zeit und oft höherer Dosen als bei anderen Indikationen. Die Kombination von KVT und einer Medikation zeigt nicht immer eine Überlegenheit, hat sich aber bei besonders schwierigen Konstellationen, z. B. bei komorbiden Depressionen, bewährt. Wirkstoff der zweiten Wahl ist das trizyklische Antidepressivum Clomipramin. Zugelassen in den meisten europäischen Ländern und in den USA für die Behandlung bei Kindern und Jugendlichen mit Zwängen sind Sertralin und Fluvoxamin. Fluoxetin hat zwar keine explizite Zulassung für Zwangsstörungen, aufgrund der positiven Studienlage nimmt die Bedeutung jedoch zu. Zur Augmentation mit Antipsychotika ist die Studienlage im Kindes- und Jugendalter gering
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