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New clinical and pathophysiological perspectives defining the trajectory of cirrhosis
Traditionally, the complications of cirrhosis, namely variceal bleeding, ascites and hepatic encephalopathy, were thought to result predominantly from circulatory dysfunction and altered organ perfusion arising as a result of portal hypertension. Over the past 20 years, large, international prospective studies have indicated the importance of systemic inflammation and organ immunopathology as additional determinants of organ dysfunction in cirrhosis, which not only manifests in the liver, brain, circulation and the kidneys, but also the immune system, gut, muscles, adrenal glands, reproductive organs, heart and lungs. This review provides an overview of the traditional and emerging concepts around the initiation and maintenance of organ dysfunction in cirrhosis and proposes a new paradigm based upon a better understanding of acute decompensation of cirrhosis. The interaction between the traditional concepts and the emerging perspectives remains a matter of great interest and the basis for future research
Die Effekte des Multikinase-Inhibitors Regorafenib auf die zirrhotische und nicht-zirrhotische portale Hypertension im Rattenmodell
Einleitung: Chronische Lebererkrankungen führen zu einer portalen Hypertension mit schwerwiegenden Komplikationen für Patienten. Eine pathologisch gesteigerte, extrahepatische Angiogenese ist ursächlich an der Entstehung der portalen Hypertension beteiligt. Der Multikinase-Inhibitoren Regorafenib, der bereits zur Therapie des hepatozellulären Karzinoms eingesetzt wird, könnte anti-angiogenetische und anti-fibrotische Effekte haben. Somit war das Ziel dieser Arbeit, die Bedeutung von Regorafenib als neue therapeutische Option der portalen Hypertension im Tiermodell zu untersuchen.
Methoden: In Ratten wurde mittels Gallengangsligatur eine zirrhotische- und mittels Portalvenenligatur eine nicht-zirrhotische portale Hypertension induziert. Nach akuter oder chronischer Regorafenib Gabe wurden Veränderungen in der Fibrose und Angiogenese untersucht und hämodynamische Veränderungen in vivo gemessen.
Ergebnisse: Regorafenib konnte in verschiedenen Tiermodellen der portalen Hypertension die Angiogenese hemmen und dadurch den Pfortaderdruck sowie den mesenterialen Shuntfluss und in der experimentellen Zirrhose den hepatischen Widerstand senken. Regorafenib hatte jedoch keinen Einfluss auf die Fibrose. Zusätzlich zeigten sich hepatotoxische Nebenwirkungen bei der Langzeitgabe von Regorafenib in zirrhotischen Tieren. Dagegen waren bei der akuten Gabe oder im Modell der nicht-zirrhotischen portalen Hypertension keine hepatotoxischen Effekte festzustellen.
Diskussion: Regorafenib könnte eine vielversprechende Therapieoption für Patienten mit portaler Hypertension und erhaltener Leberfunktion darstellen
Effektivität der selektiven internen Radiotherapie in Abhängigkeit von der Lokalisation des Primärtumors bei hepatisch metastasiertem kolorektalem Karzinom
Ziele Die Seite des Primärtumors erweist sich zunehmend als einer der wichtigsten Prognosefaktoren für Patienten mit metastasiertem Kolorektalkarzinom (mCRC). In der Vergangenheit wurde ein signifikanter Überlebensvorteil bei Patienten mit rechtsseitigem Primärtumor (RSP) nach selektiver interner Strahlentherapie (SIRT) plus mFOLFOX6-Chemotherapie (Folinsäure [Leucovorin], 5-Fluorouracil, Oxaliplatin) als Erstlinienbehandlung gegenüber der Chemotherapie allein beschrieben. Andere Studien kamen jedoch zu gegenteiligen Ergebnissen. Auf der Grundlage dieser Ergebnisse soll hier die Patientengruppe ermittelt werden, die am ehesten von einer SIRT profitieren würde.
Material und Methoden: Retrospektiv wurden die Daten von 140 palliativen Darmkrebs-Patienten ausgewertet, die eine SIRT als letzte Therapieoption erhielten. Zum Vergleich der Überlebenszeiten wurde die Studie von Gibbs et al. herangezogen. Das Überleben wurde für zwei verschiedene Zeitpunkte ermittelt: OS.1 wurde vom Zeitpunkt der Erstdiagnose bis zum Todesdatum (n=136) oder dem letzten Untersuchungstermin definiert und OS.2 vom Beginn der SIRT Therapie bis zum Todesdatum oder dem letzten Untersuchungstermin (n=140). Die Wirksamkeit der SIRT wurde anhand der Kaplan-Maier-Überlebensanalyse und des Log-Rank-Tests bewertet. Patientenmerkmale, die für das Überleben relevant sein könnten, wurden ebenfalls erfasst und ausgewertet. Diese wurden mithilfe der uni- und multivariablen Cox-Regression analysiert. Das progressionsfreie Überleben wurde von der ersten SIRT bis zum ersten Nachweis einer intrahepatischen Progression durch CT oder MRT berechnet.
Ergebnisse: Das Gesamtüberleben (OS) wurde für zwei verschiedene Zeitpunkte definiert. Zum einen, um die Ergebnisse mit früheren Studien vergleichen zu können (OS.1), und zum anderen, um den eigentlichen SIRT-Therapiezeitraum (OS.2) gesondert betrachten zu können. Das mediane OS.1 unserer Population betrug 39,0 Monate für LSP und 23,0 Monate für RSP (p
Zusammenfassung: Es konnten verschiedene Patientenmerkmale definiert werden, die das Gesamtüberleben beeinflussen. Insbesondere das Vorhandensein einer K-RAS-Mutation und eines rechtsseitig lokalisierten Primärtumors erwies sich als negativer prognostischer Faktor für beide Gesamtüberlebensraten (OS.1 und OS.2). Nach dem Vergleich unserer Überlebensraten von SIRT als Last-Line-Therapie mit denen von Gibbs als First-Line-Therapie bei RSP-Patienten haben wir festgestellt, dass SIRT sowohl als First-Line- als auch als Last-Line-Therapie eingesetzt werden kann, um ein ähnlich langes Gesamtüberleben zu erreichen. Dagegen wurde ein Überlebensvorteil für LSP-Patienten nr dann festgestellt, wenn sie SIRT erst nach der Chemotherapie, d. h. als Last-Line-Therapie, erhielten. Somit konnte für beide Kollektive (RSP, LSP) eine positive Korrelation in Bezug auf das Gesamtüberleben bei Einsatz von SIRT als Last-Line-Therapie nachgewiesen werden.Aim: The primary tumor side is emerging as one of the main prognostic factors for patients with metastatic colorectal cancer (mCRC). Previously, a significant survival benefit was described in patients with right-sided primary (RSP) tumors after selective internal radiation therapy (SIRT) plus mFOLFOX6 (folinic acid [leucovorin], 5-fluorouracil, oxaliplatin) chemotherapy as a first-line treatment, versus chemotherapy alone. However, contrary results were provided by other studies. Based on these results, we here aim to identify the patient group, who is most likely to profit from a SIRT alone, administered as last line treatment.
Materials and Methods: Retrospectively, data from 140 palliative CRC patients who received SIRT as the last therapy option were evaluated. The study by Gibbs et al was used to compare survival times. The survival was determined for two different points in time: OS.1 was defined from the time of the initial diagnosis to the date of death (n=136) or the last date of examination and OS.2 from the start of therapy with SIRT until the date of death or the last date of examination (n=140). The effectiveness of SIRT was evaluated using Kaplan Maier survival analysis and the log rank test. Patient characteristics that may be relevant for survival were also recorded and evaluated. These were analyzed using uni- and multivariable Cox regression. The progression free survival was calculated from first SIRT to the first evidence of intrahepatic progression detected by CT or MRT.
Results:
The OS was designed for two different points in time, first to compare the results with previous studies (OS.1) and second to view the actual SIRT therapy period separately (OS.2) The median OS.1 of our population was 39.0 months for LSP and 23.0 months for RSP (p < 0.001) with n=136, of which n=20 were censored patients. This shows a significantly longer survival than in the control group of Gibbs which was not treated with SIRT and equally defined from the time of initial diagnosis until death: LSP 26,6 months and RSP 17.1 months (p < 0.001). The median OS.2 of our population was 7.0 months for LSP and 4.0 months for RSP (p < 0.004) with n=140, of which n=20 were censored patients. The median progression-free survival was 3.0 months for LSP patients and 1.6 months for RSP patients (p < 0.032).
Conclusion:
Different patient’s characteristics influencing OS.1 and OS.2 could be defined. In particular the presence of a K-RAS mutation and a right-sided localized primary tumor proved to be a negative prognostic factor for both overall survivals. After comparing our survival rates of SIRT as a last-line therapy with those of Gibbs as a first-line therapy in RSP patients, we found that SIRT can be used as both first-line and last-line therapy for a similarly prolonged OS. Whereas a survival advantage was found for LSP patients if they received SIRT only after chemotherapy i.e. as last-line therapy. Therefor a positive correlation, in terms of overall survival, could be demonstrated using SIRT as a last line therapy in both collectives (RSP, LSP)
Geschlechtsspezifischer Unterschied von Varizenblutungen und Nicht-Varizenblutungen bei Leberzirrhose auf die Sterblichkeit
Die Erkrankung der Leberzirrhose ist nach wie vor für beide Geschlechter mit einer schlechten Prognose verknüpft. Das klinische Bild einer OGIB (VB und NVB) sind signifikante Diagnosen und Signale, die geschlechtsspezifisch den Therapieverlauf bestimmen sollten.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die PatientInnen-Prognose nicht nur vom Typ der Blutungsursache abhängt, sondern auch vom Geschlecht; es mag nötig sein, verschiedene Bewältigungsstrategien auf Basis dieser beiden Faktoren zu ergreifen.
Die vorliegende Studie zeigt, dass die Komplikation der VB im Vergleich zu NVB eine höhere Sterblichkeit bei Männern verursachen, während bei den Frauen der GIB-Typus keinen Einfluss auf das Ergebnis hat. Dies unterstreicht, dass geschlechtsspezifisches klinisches Management auf dem Blutungstypus nach der Endoskopie basieren sollte
Endotoxin-Spiegel bei Implantation von Transjugularen Intrahepatischen Portosystemischen Shunts : Clearance und Zusammenhänge mit der portalen Hämodynamik
Bei Patienten mit Leberzirrhose und portalem Hypertonus lassen sich im Blut Endotoxine erhöhter Konzentration messen. Endotoxine treiben über den Tumornekrosefaktor α (TNFα) den zirrhotischen Umbau des Parenchyms und die portale Hypertonie an. Auf der anderen Seite kann portale Hypertonie zu bakterieller Translokation und damit zur Endotoxineinströmung in die Leber führen. Wir gehen zunächst der Frage nach der Rolle der Leber als Clearance-Organ für Endotoxine nach. Desweiteren möchten wir den Zusammenhang zwischen Endotoxin und TNFα genauer betrachten und an unserem Patientenkollektiv den Wert als Marker für die Schwere der Leberzirrhose untersuchen. Zuletzt beleuchten wir den Zusammenhang zwischen Hämodynamik und Endotoxinen/TNFα und die Auswirkung hämodynamischer Veränderungen auf Endotoxine und TNFα im Blut. Wir untersuchten 20 Patienten mit alkoholischer Leberzirrhose, denen wegen refraktärem Aszites oder Varizenblutungen elektiv ein transjugulärer intrahepatischer portocavaler Shunt (TIPS) implantiert wurde. Während der Intervention wurden jedem Patienten zunächst hepato-venöse, dann portal-venöse Blutproben entnommen. Aus diesen Proben bestimmten wir die Endotoxinkonzentration. Bei 16 Patienten bestimmten wir zudem die Konzentrationen der löslichen TNFα-Rezeptoren p55 und p75 (sTNFα-R55/-R75). Die Messungen korrelierten wir mittels Spearman-Korrelationskoeffizienten untereinander und zu klinischen, hämodynamischen und laborchemischen Daten. Zwischen portal-venösem und zentral-venösem Blut zeigte sich weder ein Gradient der Endotoxin- noch der sTNFα-R-Konzentrationen. Allerdings ließen sich Korrelationen nachweisen sowohl zwischen Endotoxinspiegel und portaler Flußgeschwindigkeit (p=0,028; Rs=-0,490) als auch systolischem Blutdruck (p=0,007; Rs=-0,581 /p=0,028; Rs=-0,490) Der portale Endotoxinspiegel korrelierte auch mit dem Alter der Patienten (p=0,036; Rs=0,471) und – nach TIPS-Implantation – mit dem Model of Endstage Liver Disease (MELD) (p=0,004; Rs=0,702). Stärker noch korrelierten die sTNFα-R mit MELD und Leberfunktionsstörung gemessen an der Cholinesterase. Es ergab sich kein Hinweis auf eine Filterfunktion der Leber für Endotoxine. Die TIPS-Implantation hatte keine Auswirkung auf die Endotoxinkonzentration im Blut. Indirekt zeigte sich eine Korrelation von Endotoxinen und portaler Hypertension
Die Rolle intestinaler Operationen auf die portale Hämodynamik und die Fibroseentwicklung in der experimentellen Leberzirrhose
Die Leberzirrhose ist eine Belastung der Gesundheitssysteme weltweit und macht einen erheblichen Anteil der weltweiten Sterblichkeit aus. Dabei ist der prognostische Verlauf grundlegend vom Auftreten einer akuten Dekompensation abhängig: Während sich eine kompensierte Leberzirrhose auch subklinisch präsentieren kann, geht die akute Dekompensation und insbesondere das sogenannte akut-auf-chronische Leberversagen mit einer schwerwiegenden klinischen Symptomatik einher, die häufig zur Hospitalisierung führt. Als Auslöser für eine akute Dekompensation bzw. eines akut-auf-chronischen Leberversagens wurde in der Vergangenheit auch ein vorangegangener operativer Insult identifiziert, wenngleich der zugrundeliegende Pathomechanismus noch weitestgehend unerforscht ist.
Zur präklinischen Erforschung dieses Pathomechanismus wurde ein zweistufiges Tiermodell an der Ratte etabliert. Im ersten Schritt wurde eine Leberzirrhose durch bereits bekannte Zirrhosemodelle a) cholestatisch, durch eine Gallengangsligatur (BDL-Gruppe) und b) toxisch, mittels Tetrachlormethan-Inhalation (CCL4-Gruppe) induziert. Neben der partiellen Pfortaderligatur (PPVL-Gruppe), als Modell der nicht zirrhotischen portalen Hypertension, dienten unbehandelte Gruppen (Sham- und AIR-Gruppe) als weitere Kontrollgruppen. Im zweiten Schritt wurde ein extrahepatischer operativer Insult mittels intestinaler Manipulation durchgeführt. Als Kontrollgruppe zur intestinalen Manipulation erhielt eine Gruppe nur eine Medianlaparatomie (LAP-Gruppe) ohne weiteren operativen Insult. Am zweiten und am siebten postoperativen Tag wurden im Rahmen der Analysezeitpunkte Blut und Lebergewebsproben gewonnen. Zudem erfolgte eine kathetergesteuerte Messung des Portaldrucks.
Bei der cholestatischen BDL-Gruppe zeigte sich zwei und sieben Tage nach intestinaler Manipulation eine signifikante Erhöhung des Portaldrucks im Vergleich zur Kontrollgruppe (LAP-Gruppe). Am zweiten postoperativen Tag konnte ein signifikanter Anstieg der Transaminasen und Ammoniak gemessen werden. Weiterhin konnte ein postoperativer Fibroseprogress und der Anstieg der hepatischen Inflammationsexpression am siebten postoperativen Tag nach intestinaler Manipulation nachgewiesen werden. Bei der toxischen CCL4-Gruppe konnte ebenfalls ein erhöhter Portaldruck zu beiden Analysezeitpunkten dargestellt werden. Ein Fibroseprogress zeigte sich sieben Tage nach intestinaler Manipulation nicht, jedoch konnte ein Anstieg der Transaminasen sowie eine erhöhte Expression von alpha-SMA und Interleukin-6 gezeigt werden. Bei der partiellen Pfortaderligatur (PPVL-Gruppe) als nicht-zirrhotischer Kontrollgruppe zeigte sich erwartungsgemäß ein insgesamt erhöhter Portaldruck. Unterschiede zwischen intestinaler Manipulation und Kontrollgruppe (LAP-Gruppe) im Hinblick auf Portaldruck, Inflammation und hepatischer Fibrose zeigten sich nicht. Auch die weiteren Kontrollgruppen (Sham- und AIR-Gruppe) zeigten einen unauffälligen Verlauf nach nach intestinaler Manipulation.
Auf Grundlage unserer Daten scheint das cholestatische Zirrhosemodell mittels Gallengangsligatur (BDL-Gruppe) in Kombination mit der intestinalen Manipulation ein gutes präklinisches Modell zu sein den klinischen postoperativen Zustand von Patienten mit Leberzirrhose zu beschreiben. Insgesamt war die Etablierung eines präklinischen Modells zur Erforschung der postoperativen Dekompensation bei Leberzirrhose erfolgreich. Insbesondere der Anstieg des Portaldrucks ermöglicht die Erforschung von therapeutischen Angriffspunkten zur Portaldrucksenkung anhand dieses Modells
Die Effekte von Udenafil und Propranolol auf die portale Hypertension und erektile Dysfunktion in der experimentellen Leberzirrhose
In der vorliegenden Studie wurde der in der erektilen Dysfunktion etablierte Phosphodiesterase-5-Inhibitor Udenafil in Kombination mit Propranolol als mögliches Therapeutikum in der experimentellen Leberzirrhose evaluiert. Die Leberzirrhose wurde in Ratten in einem cholestatischen Modell nach Gallengangsligatur und in einem toxischen Modell nach CCl4-Inhalation untersucht. Molekulare Mechanismen der Regulierung des Stickstoff-cGMP-Signalweges wurden auf mRNA- und Proteinebene in der Leberzirrhose nach Udenafil- und Propranolol-Gabe in der Leber, der Aorta und dem Penis analysiert. Hepatische und systemische hämodynamische Messungen sowie Corpus-Cavernosum-Druck-Messungen als Maß für die erektile Funktion in vivo und Leberperfusionen in situ wurden unter der Gabe von Udenafil und Propranolol durchgeführt. Das Vorkommen einer erektilen Dysfunktion in der humanen Leberzirrhose wurde in Abhängigkeit der Einnahme von unselektiven β-Blockern analysiert. Die Stickstoffsynthasen und die Phosphodiesterase-5 waren in der zirrhotischen Leber vermehrt exprimiert. Die Hauptquelle der Phosphodiesterase-5 waren aktivierte hepatische Sternzellen. Unter einer Monotherapie mit Udenafil konnte der Pfortaderdruck verringert werden, jedoch kam es zeitgleich zu einer arteriellen Hypotension. In der Kombination mit Propranolol blieb der arterielle Blutdruck allerdings stabil, wobei durch diese Synergie eine weitere Senkung des Pfortaderdrucks erreichen konnte. Die erektile Funktion war in der humanen und tierexperimentellen Leberzirrhose vermindert und wurde durch Propranololgabe zusätzlich verschlechtert. Udenafil konnte die erektile Funktion im Tiermodell verbessern. Somit zeigt diese Arbeit, dass die Kombination von Udenafil mit Propranolol in der experimentellen Leberzirrhose eine Verbesserung der portalen Hämodynamik sowie der erektilen Funktion ohne systemische Nebenwirkungen bewirkt.Combination of phosphodiesterase-5-inhibitors and beta blockers improves experimental portal hypertension and erectile dysfunction
Background & Aims: Phosphodiesterase-5 inhibitors (PDE-5-I) are used for treatment of erectile dysfunction (ED), which is common in patients with cirrhosis. They may improve portal hypertension (PH), but contradictory data on efficacy and side-effects have been reported. Non-selective beta blockers (NSBB) reduce portal pressure, but might aggravate ED. Thus, we evaluated the combination of PDE-5-I with NSBB and its impact on PH and ED in experimental cirrhosis.
Methods: ED was assessed in cirrhotic patients (n = 86) using standardized questionnaire. Experimental cirrhosis was induced by bile-duct-ligation or carbon-tetrachloride intoxication in rats. Corpus cavernosum pressure – a surrogate of ED -, as well as systemic and portal haemodynamics, were measured in vivo and in situ after acute administration of udenafil alone or in combination with propranolol. mRNA and protein levels of PDE-5 signalling were analysed using PCR and western Blot.
Results: ED in humans was related to severity of liver disease and to NSBB treatment. PDE-5 was mainly expressed in hepatic stellate cells and upregulated in human and experimental cirrhosis. Propranolol reduced corpus cavernosum pressure in cirrhotic rats and it was restored by udenafil. Even though udenafil treatment improved PH, it led to a reduction of mean arterial pressure. The combination of udenafil and propranolol reduced portal pressure and hepatic resistance without systemic side-effects.
Conclusions: ED is common with advanced cirrhosis and concomitant NSBB treatment. The combination of PDE-5-I and NSBB improves ED and PH in experimental cirrhosis
Der MrgD-Rezeptor und seine Rolle in der Leberfibrose und deren Komplikationen im transgenen Tiermodell
Bei der Leberzirrhose handelt es sich um das Endstadium einer jeden chronischen Lebererkrankung. Das Renin-Angiotensin-System ist maßgeblich an der Entstehung der Leberzirrhose und der portalen Hypertension beteiligt. Verschiedene Rezeptoren nehmen auf das System Einfluss, wie der fibrotisch und kontrahierend wirkende AT1-Rezeptor und sein Gegenspieler, der Mas-Rezeptor. In dieser Arbeit wurde die Rolle des MrgD-Rezeptors, welcher eine hohe Homologie zum Mas-Rezeptor aufweist, für die Leberfibrose und derer Komplikationen wie Portale Hypertension und Hepatische Enzephalopathie im transgenen Tiermodell erforscht.
Mittels histochemischer Färbungen, in vivo Messungen, biochemischer Versuche und Versuchsreihen in der Zellkultur von HSCs konnten Aussagen bezüglich der Wirkung des MrgDR auf das Renin-Angiotensin-System sowie auf die Pathologie der Leberfibrose getroffen werden
Die Rolle der nicht-selektiven Betablockertherapie bei Patienten, die eine automatisierte Niedrig-Fluss Aszitespumpe erhalten haben
Im Rahmen der fortgeschrittenen Leberzirrhose stellt die Entwicklung von Aszites eine der lebensbedrohlichsten Komplikationen dar. Des Weiteren ist die Hospitalisierung aufgrund der benötigten Parazentesen mit einer gravierenden Einschränkung der Lebensqualität verbunden. Die Erstlinientherapie des therapierefraktären Aszites ist die Implantation eines transjugulären intrahepatischen portosystemischen Shunts (TIPS). Leider weist ein Teil der Patienten mit dekompensierter Leberzirrhose Kontraindikationen auf, welche eine solche Behandlung nicht ermöglichen. Es sind für die Implantation eines TIPS bereits viele klinische und laborchemische Marker untersucht worden, um das Patientenklientel zu identifizieren, welches von der Anlage eines TIPS profitiert. Auch bezüglich großvolumiger Parazentesen wurden bereits Risikofaktoren ermittelt.
Äquivalente Studien bei Patienten, die mit einer Alfapumpe versorgt wurden, lagen im Vorfeld nicht vor. Wir untersuchten diese Patienten, welche aufgrund von Kontraindikationen für eine TIPS-Anlage bei der Indikation eines therapierefraktären Aszites mit einer Alfapumpe versorgt wurden. Wir konnten zum ersten Mal in diesem Kollektiv zeigen, dass Patienten, welche eine nicht-selektive-Betablocker (NSBB)-Therapie erhielten, ein verzögertes Auftreten eines infektionsbedingten Akut-auf-chronischen Leberversagens (ACLF) aufwiesen.
Einschränkungen der Studie sind zusätzlich zu ihrem retrospektiven Charakter, die kleine Kohortengröße mit nur 17 Patienten. Außerdem besteht bisher keine leitliniengestützte, standardisierte Nachsorge für dieses Patientenkollektiv. So ist zum Beispiel die Gabe von Albumin nach Implantation einer Alfapumpe zentrums- und behandlerabhängig. Die Durchführung einer multizentrischen Studie ist somit nur begrenzt möglich.
Zusammenfassend konnten wir zeigen, dass die NSBB–Therapie bei Patienten, die eine Alfapumpe erhalten haben einen prognostisch günstigen Effekt in Bezug auf das Überleben hat.Non-Selective Beta Blocker Therapy Improves Survival in Patients Receiving Alfapump©
Background: Ascites is the common cause of decompensation in patients with cirrhosis. It has been ascertained that 5% to 10% of patients with end stage liver disease showed in case of compensation the develop of ascites every year. The alfapump© reduces the need for large volume paracentesis and can improve life quality. The aim of our study was to assess the role of the use of non-selective beta-blocker (NSBB) characteristics and outcomes of patients with cirrhosis receiving alfapump© and to find predictors of a longer life in a palliative concept.
Methods: Seventeen (13 males) patients with liver cirrhosis receiving an alfapump© were included in this case-series. Clinical parameters were assessed before the insertion of the alfapump© and during follow-up. As part of the follow-up, all patients received the standard of care as recommended by European Association for the Study of the Liver and DGVS.
Results: Could generally be identified as the cause of death. If the patients were stratified according to the use of a non-selective beta-blocker, we can see that the group taking non-selective beta-blocker had a longer survival. These data to verify previous finding that non-selective beta-blocker in this very high-risk patient may delay infections and improve outcome.
Conclusion: This study suggests a protective effect of non-selective beta-blocker in patients after implantation of an alfapump©. Although confirmation is needed, this may help management of patients receiving the device
Neprilysin und seine Rolle in der Fibrogenese und portalen Hypertension
In der vorliegenden Arbeit wurde der Einfluss von Neprilysin in der Entstehung der Leberzirrhose untersucht. Das Hauptaugenmerk war gerichtet auf Auswirkungen auf Fibrosierungsprozesse und den portalen Blutdruck. Zu diesem Zweck wurden Neprilysin defiziente Tiere mit Wild-Typ Tieren verglichen. Beide Gruppen wurden weiter unterteilt in eine unbehandelte Kontrollgruppe und eine Gruppe in der mittel CCl4 Intoxikation eine Leberzirrhose induziert wurde. Neben hämodynamischen Messungen wurde das gewonnene Lebergewebe weiter untersucht. Zusätzlich zu den Proteinspiegeln wichtiger Signalmoleküle wurden die kontraktilen Eigenschaften myofibroblastischer Leberzellen, die sogenannten hepatischen Sternzellen, untersucht. Durch spezielle Färbungen konnten bestimmte Markerproteine für Fibrose und Kontraktilität nachgewiesen werden. Neprilysin defiziente Tiere zeigten eine geringere Fibrosierung des Lebergewebes. Dies zeigte sich bei der Bestimmung des Hydroxyprolin-Gehalt im Lebergewebe und Siriusrot Färbungen der untersuchten Leberschnitten. Zusätzlich zeigten Neprilysin defiziente Tiere einen pathologisch-gesteigerten Portaldruck. In vitro konnte dieser Phänotyp bei den hepatischen Sternzellen nachgewiesen werden. Diese Zellen zeigten in Abwesenheit von Neprilysin ein geringeres profibrotisches Potenzial aber gesteigerte Kontraktilität. Dieser Phänotyp hängt mit der Spaltung von Neuropeptid Y zusammen. Die höheren Spiegel von Neuropeptid Y in Abwesenheit von Neprilysin können die Fibrose hemmen, führen jedoch zu einem gesteigerten Pfortaderdruck. Damit konnte Neuropeptid Y als Schlüsselprotein zwischen diesen beiden Achsen identifiziert werden. Da Neprilysin das Neuropeptid Y spaltet und somit inaktiviert, kontroliert Neprilysin diesen Schlüssel (Abb. 20). Da es bereits kombinierte Angiotensin-II-Typ-1-Rezeptor-blocker/Neprilysin-inhibitoren für Herzinsuffizienz in der klinischen Routine eingesetzt werden, könnten diese auch für die Behandlung von frühen Stadien der Leberzirrhose eingesetzt werden
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