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    Machiavellismus: Bedeutung für Rezeption und Produktion von Fehlinformationen sowie für Bullying und Cyberbullying

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    Eine Vielzahl von Studien befasste sich mit den interpersonellen und intrapersonellen Korrelaten des antagonistischen Persönlichkeitsmerkmals Machiavellismus. Dieses wurde abgeleitet aus den Schriften des Renaissance-Philosophen und -Politikers Niccolò Machiavelli. Machiavelli empfahl unter anderem die Anwendung manipulativer Verhaltensweisen für eigene Ziele und die Ablehnung fester moralischer Werte. Gleichzeitig nahm er an, dass alle Menschen von egoistischen und böswilligen Motiven getrieben seien, was Misstrauen und Skepsis bezüglich der menschlichen Natur im täglichen Leben rechtfertige. Machiavelli behandelte in seinen Schriften insbesondere Empfehlungen zur Herstellung und Sicherung eigener Machtpositionen und hob den besonderen Wert strategischen Handelns hervor. Demnach führt kluges und unauffälliges Handeln zu Erfolg. Die psychologische Forschung zu Machiavellismus fußt seit jeher direkt oder indirekt auf einem nach heutigen Standards kritikwürdigen Messinstrument, der Mach IV-Skala. Diese weist unter anderem Probleme mit der inhaltlichen Struktur, Itemformulierungen, der Vergleichbarkeit zwischen verschiedenen Gruppen und der Konstruktvalidität auf. In Studie 1 dieser Dissertation wurde daher ein neuartiges, zweidimensionales Instrument zur reliablen, faktoranalytisch differenzierten, geschlechtsinvarianten und im Sinne relevanter Korrelate konstruktvaliden Messung von Machiavellismus entwickelt und erprobt. Der inhaltliche Fokus lag — den in Machiavellis Schriften propagierten Motiven zur Machtakquise und -Verteidigung folgend — auf solchen Kognitionen und Verhaltensweisen, die die eigene egoistische Zielerreichung gewährleisten (Machiavellian Approach) oder das Erleiden unerwünschter Zustände vermeiden sollen (Machiavellian Avoidance). In zwei Teilstudien (beide Ns = 500, 79% Frauen) wurde die Angemessenheit der zweifaktoriellen Struktur, die Messinvarianz und die Konstruktvalidität des Machiavellian Approach and Avoidance Questionnaire gezeigt. So zeichnet etwa Machiavellian Approach für die Suche nach Macht verantwortlich, während Machiavellian Avoidance affektive Kriterien sowie physische Aggressionsneigung erklärt. In Studie 2 (N = 525, 72% Frauen) wurde geprüft, ob diese beiden neu entwickelten Facetten von Machiavellismus mit der Verbreitung unterschiedlicher Arten trügerischer Fehlinformationen zusammenhängen (sogenannter Bullshit). Die Produktion von Bullshit kann dazu dienen, erwünschte Zustände zu erreichen (etwa andere vom eigenen Standpunkt zu überzeugen [persuasives Bullshitting]) oder unerwünschte Zustände abzuwenden (etwa durch das „Herausreden“ aus einer misslichen Situation [evasives Bullshitting]). Demnach korrespondieren die Motive und Ziele zur Produktion von Bullshit mit den in Studie 1 skizzierten Motiven von Machiavellismus. Positive Zusammenhänge zwischen Machiavellian Approach (Avoidance) mit persuasivem (evasivem) Bullshitting untermauerten dies. Aufgrund ihrer vorsichtigen, sozialskeptischen und verlustaversiven Konzeption fand sich zudem, dass Machiavellian Avoidance mit einer besseren Differenzierung von Bullshit und Nicht-Bullshit assoziiert war. Diese Effekte zeigten sich unabhängig davon, ob für kognitive Fähigkeiten kontrolliert wurde. Studie 3 prüfte, ob Machiavellian Approach und Machiavellian Avoidance für unterschiedliche Arten von Bullying und Cyberbullying in weiterführenden Schulen verantwortlich zeichnen und ob die Ausübung dieser aversiven, intentional und repetitiv durchgeführten Verhaltensweisen durch entmenschlichende Kognitionen vermittelt werden. In einer Adoleszenten-Stichprobe (N = 634, 54% Mädchen) zeigte sich, dass Machiavellian Approach gemäß seiner manipulativen Konzeption vor allem relationales Bullying, aber nicht relationales Cyberbullying, vorhersagte (z.B. Schädigung der Reputation einer Person und Verbreitung von Gerüchten). Gleichzeitig erklärte Machiavellian Avoidance gemäß seiner emotional dysregulierten Konzeption physisches (z.B. Schlagen und Treten) und verbales (z.B. Beleidigen) (Cyber-)Bullying. Alle Zusammenhänge wurden mindestens partiell durch offene Entmenschlichung mediiert. Die Arbeit schließt mit dem Aufruf an nachfolgende Forschung, die ökologische Validität der Datenerhebung bei Studien zu Machiavellismus stärker zu berücksichtigen, da situative Merkmale bei diesem Konstrukt besonders relevant sind. Ferner sollte verhaltensbezogenen Messungen von Kriterien mehr Beachtung geschenkt werden

    Die Erfassung der Bindungsrepräsentation bei Kindern im Vorschulalter: Entwicklung und Validierung eines Klassifikationsschemas für Geschichtenergänzungsverfahren

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    Die Qualität familienrechtspsychologischer Gutachten ist seit ihrer Etablierung in der Rechtspraxis Gegenstand kontroverser Diskussionen und es konnten diverse, methodische Mängel aufgezeigt werden. Ziel der vorliegenden Studie war es daher, das einschlägige Methodenrepertoire im Bereich der Bindungsdiagnostik zu erweitern. Hierzu wurde das Attachment-focused Coding System (AFCS; Reiner & Splaun, 2008), das der Kodierung von Geschichtenergänzungsverfahren zur Bindung dient, konzeptionell weiterentwickelt, sodass eine systematische Ableitung der Bindungsrepräsentation möglich war. Im Rahmen einer Querschnitterhebung an einer Stichprobe von 156 fünf- bis sechsjährigen Kindergartenkindern (49 % weiblich, 51 % männlich) fand eine Validierung dieser Bindungsrepräsentationen statt. Zur Erfassung der konvergenten Validität wurde das bereits in Deutschland etablierte Geschichtenergänzungsverfahren zur Bindung (GEV-B; Gloger-Tippelt & König, 2016) herangezogen. Des Weiteren wurde der Zusammenhang der Bindungsrepräsentation zu Verhaltensauffälligkeiten (Caregiver-Teacher Report Form, Arbeitsgruppe Deutsche Child Behavior Checklist, 2000) sowie Entwicklungsbereichen (Dortmunder Entwicklungsscreenings für Kindergartenkinder, Tröster et al., 2016) erfasst, die unter Beteiligung der Erzieherinnen und Erzieher der Kindergärten erhoben wurden. Die psychometrischen Aspekte des AFCS bestätigten die Zulässigkeit der systematischen Ableitung der Bindungsrepräsentation. Die Ergebnisse lieferten Belege für eine vorhandene konvergente Validität. Ebenso zeigte sich, dass sich die vier Bindungsrepräsentationen (sicher, unsicher-ambivalent, unsicher-vermeidend und desorganisiert) hinsichtlich der Ausprägung der verschiedenen Verhaltensauffälligkeiten und Entwicklungsbereiche überwiegend hypothesenkonform voneinander unterschieden. Einige spezifisch angenommene Gruppenunterschiede konnten sich jedoch nicht bestätigen lassen. Der Vorhersagewert der Bindung mittels AFCS ist dem des GEV-B nahezu gleichzusetzen. Die in der vorliegenden Arbeit weiterentwickelte und konzeptionell überarbeitete Version des AFCS kann einen wertvollen Beitrag für die familienrechtpsychologische Begutachtungspraxis liefern. Weitere Studien stehen jedoch noch aus

    Mother-bonus in family law psychology decision-making contexts: An experimental psychological study

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    Sowohl in den Medien als auch in der Forschungsliteratur wird diskutiert, ob es in Sorge- und Umgangsregelungen von Familiengerichten zu einer Benachteiligung von Vätern bzw. zu einer Bevorteilung von Müttern kommt. Das Ziel dieser Arbeit war, die möglichen Effekte einer geschlechterbasierten Wahrnehmung von Eltern im Kontext kindschaftsrechtlicher Entscheidungen mittels verschiedener Forschungsdesigns zu untersuchen. In drei empirischen Studien wurden im experimentellen Vignettendesign verschiedene geschlechts- und erziehungsbezogene elterliche Merkmale als unabhängige Variablen manipuliert und deren Einfluss auf die Zuweisung von Versorgungs- und Betreuungszeiten von Kindern in Nachtrennungssituationen untersucht. Dabei stellte in jeder einzelnen Studie das elterliche Geschlecht als unabhängige Variable den zentralen Untersuchungsaspekt dar und wurde in den Studien mit verschiedenen weiteren unabhängigen Variablen kombiniert, wie bspw. der elterlichen Prototypikalität im Sinne von Geschlechtsrollendefinitionen oder dem elterlichen Erziehungsverhalten. Im Einklang mit bisherigen Befunden konnte in Studie 1 gezeigt werden, dass neben einer generellen Bevorzugung der Mutter als Hauptversorgungs- und -betreuungsperson von Kindern, es prototypisch mit Frauen assoziierte Charakteristika sind, die bei Beurteilungsprozessen entscheidungsrelevant werden. In Studie 2 zeigte sich für drei unterschiedliche Erziehungssituationen abermals, dass prototypisch weibliche Eigenschaften zur Entscheidungsfindung herangezogen wurden. Elternteile mit prototypisch femininen Attributen wurden sowohl bei günstigem Erziehungsverhalten als auch bei eher ungünstigem Erziehungsverhalten zur Betreuung und Versorgung ihrer Kinder gegenüber Elternteilen vorgezogen, die prototypisch maskuline Attribute aufwiesen. In einer Erziehungssituation, die inhärent mit prototypisch femininen Eigenschaften verknüpft zu sein scheint, zeigte sich darüber hinaus, in Nachtrennungsregelungen Mütter vor Vätern zur kindlichen Versorgung und Betreuung zu präferieren. In Studie 3 wurden die Befunde der Studien 1 und 2 zu Geschlechtsdisparitäten in familienrechtsbezogenen Beurteilungsprozessen an einer Stichprobe von Verfahrensbeiständinnen ergänzt und erweitert. Hierbei zeigte sich keine Präferenz Mütter als kompetentere Versorgungspersonen für Kinder gegenüber Vätern anzusehen; im Gegenteil wurden sie bei gleichem Verhalten sogar als inkompetenter bewertet als Väter. Interessanterweise zeigten weiterführende Analysen, dass Einschätzungen der elterlichen Kompetenz ausschließlich bei Vätern, nicht jedoch bei Müttern ausschlaggebend waren für die Empfehlungen zu Unterstützungsmaßnahmen der Kinder- und Jugendhilfe. Schlussfolgerungen aus den Ergebnissen aller drei Studien werden im Hinblick auf weiterführende Forschungsfragen und Anwendungsimplikationen für den familienrechtlichen Kontext diskutiert.Both in the media and in the research literature, there is a debate about whether custody and visitation rulings by family courts disadvantage fathers or favor mothers. The aim of this thesis was to investigate the possible effects of gender-based perceptions of parents in the context of child custody decisions using different research designs. Three empirical studies used an experimental vignette design to manipulate various gender- and parenting-related parental characteristics as independent variables and examine their influence on the assignment of caretaking time to children in post-separation situations. In each study, parental gender as an independent variable was the central aspect of the study and was combined with various other independent variables, such as parental prototypicality in terms of gender role definitions or parental parenting behavior. In line with previous findings, Study 1 showed that, in addition to a general preference for the mother as the main caregiver of children, it is characteristics prototypically associated with women that become relevant in decision-making processes. In Study 2 it was again shown for three different parenting situations that prototypically feminine characteristics were used in decision making. Parents with prototypically feminine attributes were preferred to parents who exhibited prototypically masculine attributes for the care and provision of their children in both favorable parenting behavior and rather unfavorable parenting behavior. Moreover, in a parenting situation that appears to be inherently linked to prototypically feminine attributes, post-separation arrangements were shown to prefer mothers over fathers for child care and provision. In Study 3, the findings of Studies 1 and 2 on gender disparities in family law-related adjudication processes were supplemented and extended to a sample of female guardians ad litem. In this study, there was no preference for mothers to be seen as more competent caregivers for children than fathers; on the contrary, they were even rated as more incompetent than fathers for the same behavior. Interestingly, further analyses showed that assessments of parental competence were exclusively decisive for fathers, but not for mothers, when it came to recommendations for support measures of child and youth welfare. Conclusions from the results of all three studies are discussed with regard to further research questions and application implications for the family law context

    Using Eyetracking to Enable Cervical Spinal Cord Injured Mechanically Ventilated Patients to Report on Pain, Needs, and Appraisals

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    Cervical spinal cord injury (CSCI) resulting in tetraplegia and subsequent permanent artificial ventilation leads to an inability to communicate orally and often also inhibits gestures and mimics. This is due to level of injury, which leads to immobility of all extremities and the destruction of the phrenic nerve, which innervates the diaphragm. The autonomous respiratory activity (also very important for verbal communication) is suspended. Patients with CSCI have been a neglected group within research. This thesis investigates the use of eyetracking (ET) technology as an option for CSCI patients to effectively report their subjective pain perception, needs and appraisals during acute critical illness in the intensive care unit. After familiarizing themselves with the use of the ET (in a practice phase), the device was calibrated and the actual test phase began. Questions about basic needs or the subjective perception of pain were shown on the display of the ET and also read aloud by the ET device. The patients answered the questions by keeping their gaze fixed on one of the proposed answer options (e.g. "Yes"/"No"). In three journal manuscripts the effectiveness of the ET could be demonstrated. The first study examined how people with CSCI cope with the current condition and future limitations. Patients were able to give multifaceted reports of their current state, such as feeling trapped or unsafe. The second study evaluated the perceptions of wearing a tracheostomy tube in critically ill individuals with acute and chronic spinal cord injury (aCSCI, cSCI). It emphasized the importance of regularly assessing the subjective perception of critically ill tracheotomized individuals in the daily routine of an intensive care unit (ICU). The third study examined the relationship of pain and pain perception in CSCI patients with reported needs and appraisals. Contrary to previous research, results suggest that pain is not a dominating factor in needs and appraisals. This thesis shows that it is possible to support communication of ICU patients who cannot communicate orally, and how. The faceted reports on pain, needs and appraisals furthermore underline the relevance of ET usage as well as potential benefits of further research on ET-based communication in ICU patients

    Stressbewältigung im Arbeitskontext: Eine Mixed-Methods-Untersuchung zu Ressourcen und psychosozialem Wohlbefinden von Mitarbeitenden mit neurodiversen Entwicklungsprofilen

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    This dissertation investigates the challenges faced by adults with neurodevelopmental disorders (NDDs), such as autism and attention-deficit / hyperactivity disorder (ADHD), in the workplace. While there is increasing recognition of their specific needs, the role of stress, coping strategies, and workplace accommodations in improving work outcomes for individuals with NDDs remains underexplored. The primary objectives of this thesis are to explore the coping strategies used by adults with ADHD and autism at work, investigate the relationship between these strategies, stress, and burnout, and contribute to the development of inclusive workplace practices. To achieve these goals, this dissertation employs a variety of methodological approaches. Study 1 uses qualitative methods, specifically thematic analysis of in-depth interviews, to explore coping strategies employed by autistic adults at work. Study 2 applies a quantitative design with two measurement points to investigate the relationship between coping strategies and stress/ burnout in autistic employees. Study 3 combines diary methodology and cross-sectional quantitative data to analyze daily stressors, coping behaviors, and burnout risk among working students with and without ADHD. The findings reveal that employees with NDDs engage in both problem-oriented and emotion-focused coping strategies, influenced by workplace characteristics such as autonomy and support. Participants reported stress-related challenges but also exhibited problem-oriented coping mechanisms, particularly in environments with flexible structures. However, emotion-focused strategies also emerged, contributing to higher stress and burnout risk. Additionally, employees with ADHD and autistic employees were found to be highly vulnerable to stress, leading to increased risk of burnout and reduced quality of life. This dissertation emphasizes the need for a deeper understanding of the coping strategies used by employees with ADHD and autistic employees and their impact on stress management and workplace outcomes. The findings highlight the importance of tailored interventions and workplace accommodations that promote inclusivity and well-being. Bridging clinical psychology and industrial-organizational psychology, this research contributes to understanding the intersection of personal resources, stress, and work outcomes for individuals with NDDs

    Bindungsdiagnostik in Kindschaftssachen: Die psychometrische Qualität der deutschsprachigen Fassung des Child Attachment Interviews (CAI)

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    Das Ziel der vorliegenden Studie war die Prüfung der psychometrischen Qualität der deutschen Version des Child Attachment Interview (CAI, Shmueli-Goetz et al., 2008) zur Erfassung kindlicher Bindungen in der mittleren und späten Kindheit. Eine valide Diagnostik kindlicher Bindungen spielt auch in der Praxis eine Rolle, bspw. bei der Erstellung familienrechtspsychologischer Gutachten zu Fragen des Sorge- oder Umgangsrechts. Die vorliegende Untersuchung wurde als längsschnittliches Forschungsprojekt mit zwei Messzeitpunkten t1 und t2 umgesetzt. Die Latenz zwischen den Messzeitpunkten betrug rund 12 Monate. Untersucht wurden 107 Grundschulkinder (56 % weiblich, 44 % männlich) der dritten Jahrgangsstufe zu t1 bzw. der vierten Jahrgangsstufe zu t2. Die kindlichen Bindungen wurden zu t1 und t2 mit dem Child Attachment Interview (CAI) erhoben. Zur Erfassung der konvergenten Validität wurde der Bochumer Bindungstest (BoBiTe, Trudewind & Steckel, 2009) durchgeführt. Des Weiteren wurde zu beiden Messzeitpunkten mittels eines Elternfragebogens der sozioökonomische Status erfasst sowie Problemverhalten der Kinder mittels der Child Behavior Checklist erfragt (CBCL/6-18R, Döpfner et al., 2014). Die beteiligten Lehrkräfte wurden ebenfalls zu Verhaltensauffälligkeiten der Kinder befragt (TRF/6-18R, Döpfner et al., 2014). Zu t2 wurden die Kinder mittels Fragebögen zu indikativen Kriterien für das Kindeswohl befragt: Empathie, Risikoverhalten und Impulsivität (IVE, Stadler et al., 2004), Aggressivität (FAVK, Görtz-Dorten & Döpfner, 2010), Stressverarbeitungsstrategien (SVK-KJ, Hampel & Petermann, 2016) sowie zum kindlichen Selbstwert in Familie, Schule und Freizeit (ALS, Schauder, 2011). Die Ergebnisse zu den psychometrischen Gütekriterien zeigen eine hohe Interrater-Reliabilität sowie eine hohe Test-Retest-Reliabilität. Die internen Konsistenzen sowie die faktorielle Struktur entsprechen weitestgehend den bisherigen Erkenntnissen aus der internationalen Forschungsliteratur zum CAI. Es zeigt sich ein positiver Zusammenhang zwischen den Bindungsmaßen, woraus sich Belege für eine konvergente Validität ableiten lassen. Ebenso zeigt sich, dass die Bindungsdiagnostik mit dem CAI für das Kindeswohl indikative Kriterien vorhersagt, was als Nachweis der prädiktiven Validität des Verfahrens gedeutet wird. Das Child Attachment Interview (CAI) erfüllt insoweit die maßgeblichen Anforderungen an Reliabilität und Validität auch an einer deutschen Stichprobe. Im Rahmen der Erstellung von familienrechtspsychologischen Gutachten kann eine standardisierte Bindungsdiagnostik mit dem Child Attachment Interview (CAI) wertvolle Hinweise auf das Bindungs- und Beziehungserleben der betroffenen Kinder und derer primärer Bezugspersonen liefern.The aim of the present study was to test the psychometric quality of the German version of the Child Attachment Interview (CAI, Shmueli-Goetz et al., 2008) for the assessment of attachment in middle and late childhood. Valid measures of attachment representations also play a role in practice, e.g., when conducting expert evaluations for the family court. The present study was conducted as a longitudinal research project with two measurement points t1 and t2. The latency between t1 and t2 was about 12 months. 107 primary school children (56 % female, 44 % male) of the third grade at t1 and of the fourth grade at t2 were examined. Child attachment was assessed at t1 and t2 with the Child Attachment Interview (CAI). To assess convergent validity, the Bochumer Bindungstest (BoBiTe, Trudewind & Steckel, 2009) was administered at t1. Furthermore, at both measurement time points, socioeconomic status was assessed by means of a parent questionnaire and children's problem behaviors were assessed by means of the Child Behavior Checklist (CBCL/6-18R, Döpfner et al., 2014). Teachers were also asked about children's behavioral problems (TRF/6-18R, Döpfner et al., 2014). At the second measurement time point t2, the children were asked by means of questionnaires about indicative criteria for child well-being: empathy, risk behavior, and impulsivity (IVE, Stadler et al., 2004), aggressiveness (FAVK, Görtz-Dorten & Döpfner, 2010), stress management strategies (SVK-KJ, Hampel & Petermann, 2016), and child self-esteem in family, school, and leisure time (ALS, Schauder, 2011). The results on the psychometric quality criteria show a high interrater reliability as well as a high test-retest reliability. The internal consistencies as well as the factorial structure are largely in line with previous findings from the international research literature on the CAI. A positive relationship was found between the attachment measures, from which evidence for convergent validity can be derived. Similarly, evidence showed that attachment assessment with the CAI predicts indicative criteria for child well-being, which is interpreted as evidence for the predictive validity of the procedure. In this respect, the Child Attachment Interview (CAI) fulfills the relevant requirements for reliability and validity, even in a German sample. In the context of expert evaluation reports for family courts, a standardized attachment assessment with the Child Attachment Interview (CAI) can provide valuable information about the attachment and relationship experience of the children concerned and their primary caregivers
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