261 research outputs found
Elena Brandenburg: Karl der Große im Norden. Rezeption französischer Heldenepik in den altostnordischen Handschriften
Laura Sonja Wamhoff:Isländische Erinnerungskultur 1100–1300. Altnordische Historiographie und kulturelles Gedächtnis
Erzähltes Recht oder Erzählen vom Recht? Praxis, Theorie und Gender in isländischen Sagatexten
AbstractThe society depicted in the Icelandic family sagas has often been characterised as the archetype of a ‘feuding society’. The disputing strategies found in the sagas have therefore served as an argument that the prescriptions of the laws which curb revenge were irrelevant in socio-legal practice. This dominance of the feud as the actual ‘law’ crystallising in saga disputes is questioned through a close analysis of gender roles. While ‘classical’ sagas frequently apply the motif of the female whetter who forces a male character to take action or lose his manly honour, thus stabilising the feuding mechanism, the contemporary sagas and non-canonical family sagas display a wide variety of male-female interaction in the negotiation of social resources and legal obligations. The systematic look at non-canonical passages reveals a discourse of counsel, in which gender roles are fluid and interchangeable. This fluidity reveals an implicit theory of ‘law’ in the sense of doing conflict which stresses the stabilising forces supporting written law opposed to the motif of the whetter, which comes to form a central element of the imagination of the Icelandic heroic age
Regesta Norvegica, Regesta Norvegica, 10: 1420–1430. Uttgitt av Gunnar I. Pettersen. Oslo, Riksarkivet 2015
Scandinavian Studies in Germany
Scandinavian Studies in Germany are usually conceived of as comparative literary and cultural studies, encompassing the historical and current spaces where Northern Germanic languages were or are spoken. The article focuses on the current situation of Medieval Scandinavian Studies—one of the three branches of the discipline—in the German-speaking area, explaining their comparatively strong institutional position as a result of the long and peculiar history of the research and its entanglements with political ideology. Against this background, an overview is presented of the present research projects, and current structural and political problems, as well as challenges for the future are discussed
Anfänge ohne Archäologie: Zu Narrativierungsstrategien von Anfängen und Übergängen im hochmittelalterlichen Norden
On the slow emergence of Danish royal power
Die Monographie des Kopenhagener Historikers Niels Hybel folgt einem ungewöhnlichen und im Ergebnis ausgesprochen ertragreichen Programm. Er zeichnet die Entwicklung des dänischen Königtums durch ein halbes Jahrtausend in Bezug zur gesamteuropäischen Ideen- und Rechtsgeschichte nach, behandelt also ein Thema der Nationalgeschichte aus einer dezidiert globalen Sicht, so dass der Blick aus einer epistemologisch sehr fruchtbaren Außenperspektive erfolgt. Zugleich werden so die klassischen Quellen zur Geschichte des dänischen Königtums den Narrationen der Nationalgeschichte produktiv verfremdet. Dass die Arbeit in englischer Sprache vorliegt, ist äußerst begrüßenswert, wird doch so die Geschichte des dänischen Königtums einem internationalen Publikum in einem weitgehend aktuellen Überblick zugänglich gemacht. Hybel knüpft mit seiner vom europäischen Ideen- und Strukturkontext her angelegten Studie an frühere Dekonstruktionen etablierter Meistererzählungen zur dänischen Geschichte an, die mit der Infragestellung älterer Lesarten von Chroniken und archäologischen Funden zum Frühmittelalter bzw. der als "Wikingerzeit" bezeichneten und seit dem 19. Jh. im Nationalbewusstsein so bedeutsamen späten Eisenzeit provozierten. Dieser kritische Impetus zeigt sich auch im vorliegenden Werk, dessen erstes von insgesamt zehn Kapiteln ("Historiography") den Zugang über die Forschungsdebatte zum Status des dänischen Königtums zwischen "Wikingerzeit" und Hochmittelalter wählt. Dänische "Könige" sind seit dem 8. Jh. in fränkischen Quellen zu fassen, und mit dem großen Runenstein von Jelling liegt ein Selbstzeugnis vor, das Harald Blauzahn (ca. 970–86) als König "ganz Dänemarks" ausweist. Bis heute deutet eine von zwei konkurrierenden Schulen dies als Beweis für die Existenz eines dänischen Königtums und eines souveränen "Reichs", jedenfalls aber als Nachweis einer seither existierenden Zentralmacht, während eine zweite Schule die Konsolidierung eines solchen mittelalterlichen Königtums erst nach der Mitte des 11. Jh.s erkennen will. Der Dissens basiert v.a. auf der Frage, ob ausnahmslos erst im 12. Jh. einsetzende, heimische chronikalische Quellen in ihrem Geschichtsbild ernst zu nehmen und archäologische Funde des 10. Jh.s wie die Ringburgen ("Trælleborge"), die auf eine Zentralmacht hinweisen, in ihrem Lichte zu interpretieren oder ob Geschichtsbilder primär als Zeugnisse synchroner Diskurse aufzufassen sind. Analoges gilt für Rechtstexte und Urkunden. Diese grundlegende Frage, von der aus Hybel das Material erschließt und die aus der deutschsprachigen Diskussion um den Status des Frankenreichs oder ottonischer Herrschaft durchaus vertraut wirkt, erweist sich als ganz aktuell, wie sich etwa an der Interpretation des unlängst neu ergrabenen und datierten Danewerks an der alten Südgrenze dieses (vermeintlichen?) dänischen "Reichs" zeigt. ..
Skandinavien und Byzanz. Bedingungen und Konsequenzen mittelalterlicher Kulturbeziehungen
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