1,721,015 research outputs found
Empirische Evidenz der INT
Die INT wurde in einer randomisierten, internationalen Multicenterstudie in der Schweiz, Deutschland und Österreich evaluiert und vom Schweizerischen Nationalfonds unterstützt (Projektnummer 3200 B0‑108133). Insgesamt nahmen 169 Personen an der Studie teil. Personen wurden in die Studie eingeschlossen, wenn sie die Diagnosekriterien für eine schizophrene oder schizoaffektive Erkrankung gemäß ICD‑10 oder DSM-IV‑R erfüllten, in ambulanter oder teilstationärer Behandlung waren, ein Alter zwischen 18 und 50 Jahren sowie eine Krankheitsdauer von mehr als zwei Jahren aufwiesen und einen Intelligenzquotienten über 80 erreichten (Reduzierter Wechsler Intelligenztest, WIP). Ausschlusskriterien waren eine akute psychotische Episode, eine primäre Substanzabhängigkeit sowie eine hirnorganische Erkrankung
Praktische Durchführung der INT
Dieses Kapitel dient der Vermittlung des klinischen Wissens und der praktischen Durchführung der Integrierten Neurokognitiven Therapie (INT). Aufbauend auf dem theoretischen und empirischen Hintergrund (Kap. 1) stellt das 2. Kapitel zunächst das Therapiekonzept der INT vor. Die einzelnen Therapiebereiche (Module), die Handhabung der Therapiematerialien, die didaktische Gestaltung und die infrastrukturellen Anforderungen für die Durchführung werden praxisorientiert und anhand von Beispielen erläutert. Der Anwender kann sich dabei schrittweise mit den therapeutischen Interventionen vertraut machen und an den 30 Beispielsitzungen orientieren. Abschließende Inhalte sind die für die INT – wie für Gruppentherapien im Allgemeinen – zentralen Aspekte des Motivationsaufbaus, der Beziehungsgestaltung sowie der Gruppenprozesse
Rückfallprophylaxe kognitiver Remediationstherapie bei schizophren Erkrankten: RCT-Ergebnisse
Einleitung
Vor dem Hintergrund zunehmender Sparbemühungen ist und bleibt eine effektive Rückfallprophylaxe bei der Behandlung schizophrener Patienten wichtig, auch bei psychosozialen Therapieansätzen. Bislang konnte vor allem bei psychoedukativen Interventionen eine Verringerung von Rückfällen bei schizophrenen Patienten nachgewiesen werden, nicht jedoch bei kognitiven Remediationsansäten (KR). Vor diesem Hintergrund untersuchten wir die rezidivprophylaktische Wirkung der von unserer Arbeitsgruppe entwickelten Integrierten Neurokognitiven Therapie (INT). Dieser kognitive Remediationsansatz im Gruppensetting vereint Interventionen zu allen kognitiven MATRICS-Dimensionen in einem einheitlichen Therapiekonzept. Hypothetisch sollte die INT geeignet sein, Rückfallraten insbesondere bei remittierten Patienten zu reduzieren.
Methode
Innerhalb der Stichprobe einer multizentrischen internationalen RCT mit insgesamt 156 ambualante schizophre Patienten (DSM) wurden remittierte Patienten identifiziert. Dazu verwendeten wir die von der „Remission in Schizophrenia Working Group“ (RSWG) vorgeschlagenen PANSS-Kriterien: 8 der 30 Items dürfen höchstens mild ausgeprägt sein (<3; Range 1-7). Insgesamt 56 Zielpatienten, 32 in der INT-Gruppe und 26 in der Kontrollbedingung (TAU) konnten identifiziert werden. Eine Testbatterie wurde vor und nach der Therapiephase von 15 Wochen sowie nach einer Einjahreskatamnese erhoben. Somit konnte ein Symptomanstieg während 3 Messzeitpunkten über ein Jahr dokumentiert werden.
Ergebnisse
Nebst signifikanten Verbesserungen von INT gegenüber TAU in verschiedenen kognitiven Funktionsbereichen (unmittelbarer Therapieeffekt) über die Therapiephase, welche auch nach der Katamnese aufrecht erhalten werden konnten, wurden auch eine signifikante Überlegenheit von INT im psychosozialen Funktionsniveau und Symptomatik nachgewiesen, was auf Generalisierungseffekte hinweist. Somit überrascht es kaum, dass die Rückfallraten, definiert über eine Erhöhung der Symptomatik über die von RSWG definierten Grenze hinaus, für INT signifikant geringer ausfallen als bei TAU, sowohl während der Therapie als auch in der Katamnesephase. INT, als KR-Gruppenansatz, scheint somit Rückfallraten bei ambulanten schizophrenen Patienten zu reduzierten
Wirksamkeit kognitiver Remediationstherapie bei schizophren Erkrankten mit ausgeprägter Negativsymptomatik
Einleitung
Die Behandlung von Negativsymptomen ist bei schizophren Erkrankten bis heute wenig erfolgsversprechend. Wenige Studien zeigen inkonsistente Befunde und berichten ausschliesslich über eine dimensionale Reduktion von Negativsymptomen, jedoch nicht über Remissionsraten bei ausgeprägter Negativsymptomatik. Gegenwärtig wird der mögliche Nutzen Kognitiver Remediationstherapie zur Behandlung von Negativsymptomen diskutiert. Die von unserer Arbeitsgruppe entwickelte Integrierte Neurokognitive Therapie (INT) stellt einen Kognitiven Remediationsansatz im Gruppensetting dar und vereint Interventionen zu allen kognitiven MATRICS-Dimensionen in einem einheitlichen Therapiekonzept.
Methode
In einer internationalen multizentrischen RCT mit 138 ambulanten schizophrenen Patienten (DSM IV-TR) wurde die INT mit einer Standardbehandlung (TAU) verglichen. In Anlehnung an die vorgeschlagenen PANSS-Kriterien der „Remission in Schizophrenia Working Group“ (RSWG) wurden aus der Stichprobe eine Gruppe mit ausgeprägten Negativsymtomen (GN) während der Baselineerhebung definiert (n=53). Als Referenz diente eine Gruppe mit persistierenden Positivsymptomen ohne Negativsymptome (GP, n=31) sowie eine remittierte Gruppe (RG, n=54) ohne Symptome. Eine Testbatterie zu kognitiven und sozialen Funktionen sowie ein PANSS-Interview wurden vor und nach der Therapiephase von 15 Wochen sowie nach einer Einjahreskatamnese erhoben, um die Wirksamkeit von INT bei Patienten mit ausgeprägter Negativsymptomatik zu quantifizieren.
Ergebnisse
1) Symptomreduktion: in der Zielgruppe GN zeigten signifikant mehr INT-Patienten (55%) als TAU-Patienten (26%) während der Therapiephase eine Remission der Negativsymptomatik. Auch nach der Katamnese erzielte INT (82%) signifiaknt höhere Remissionsraten als TAU (50%). Dagegen waren in GP keine signifikanten Symptomreduktionen gegenüber TAU nachweisbar. In RG waren signifikant geringere Rückfallraten (Symptomanstieg) bei INT (13%) gegenüber TAU (50%) nach der Therapie feststellbar. 2) Kognitive Funktionen: signifiante Effekte in GN und in RG zu Gunsten von INT konnten bezüglich der Geschwindigkeit der Informationsverarbeitung und der Aufmerksamkeit gegenüber TAU nachgewiesen werden. 3) Soziale Funktionen: INT erzielte in GN und in RG eine signifikante Überlegenheit im psychsozialen Funktionsniveau (Generalisierungeffekt). Kognitive Remediationstherapie reduziert ausgeprägte Negativsymptome, unterstützt die Rückfallprophylaxe und verbessert kognitive und soziale Funktionen auch bei Patienten mit Negativsymptomen
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