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Hölderlin und die Ästhetik der Dissonanz
Die starke Affinität, die die Komponisten des 20. Jahrhunderts mit Hölderlin und seiner Dichtung fühlten, führte zu der weltweit bemerkenswerten musikalischen Rezeption des Dichters, die in diesem Band durch verschiedene Beiträge exemplarisch vorgestellt wird. Die Gründe dieser Wahlverwandtschaft wurden einerseits auf die Anziehungskraft, die das tragische Schicksal des wahnsinnigen Dichters auf die Musik ausübte, andererseits auf die musikalischen Prinzipien zurückgeführt, auf denen Hölderlin sein Werk und seine Poetik gründete. Um die ‚Musikalität‘ seiner Dichtung zu zeigen, untersuchte die Forschung bis heute Begriffe wie ‚Gesang‘, ‚Harmonie‘, ‚Sänger‘, ‚Wechsel der Töne‘; weniger Beachtung wurde einem musikalischen Gegenbegriff geschenkt, den der Dichter im Hyperion-Roman sowie in den Homburger Aufsätzen verwendet, um die Spannungen, den Schmerz, die Zäsuren, die Zerrissenheit zu bestimmen, die dem Leben und der Seele des Menschen, der Welt sowie auch jedem Gedicht als Voraussetzung sind: die Dissonanz. Gerade die Dissonanzen, die Hölderlins Weltanschauung, Poetik und Dichtung und nicht zuletzt auch die in der Wirkungsgeschichte entstandene ‚Figur‘ des wahnsinnigen Dichters charakterisieren, scheinen im Zentrum des Interesses der Komponisten und der Dichter in der 2. Hälfte des 20. Jahrhunderts zu stehen. Im Aufsatz werden die Bedeutung und die Relevanz der Dissonanz bei Hölderlin im Kontext seiner Lektüren und Quellen und in der Ästhetik des 18. Jahrhunderts untersucht. Wenn die Forschung bis heute den Akzent auf ihre Auflösung setzte, wird im Folgenden versucht, sich auf die Dissonanz und ihren Wert für sich, nicht nur in ihrer Auflösung, zu konzentrieren
Friedrich Hölderlin: Dichtung und Musik. Eine Einführung aus doppelter Perspektive .
Friedrich Hölderlin gründete seine Poetik vom „Wechsel der Töne“ auf musikalischen Gesetzen und entnahm der Musik seine Metaphern, von der Hymne an die Göttin der Harmonie zur „Auflösung der Dissonanzen“ Hyperions, von den „reinen Melodien“ und dem „Saitenspiel“ zum „blinden Sänger“, von den „Nachtgesängen“ zu den „vaterländischen Gesängen“. Die außerordentliche Faszination, die sein Werk im 20. Jahrhundert auf Komponisten unterschiedlicher geographischer Herkunft und ästhetischer Orientierung ausübte, führte zu einer Flut von Vertonungen seiner Gedichte, zu Dramatisierungen seiner Texte, zu Instrumentalwerken und vielen anderen Formen der musikalischen Kreativität. Unter dieser Voraussetzung versucht der vorliegende Band – Ergebnis eines mehrjährigen Austauschs unter Germanisten, Musikwissenschaftlern und Philosophen – einerseits die musikalischen Grundlagen von Hölderlins Werk, andererseits den fruchtbaren Dialog der Komponisten mit dem Dichter näher zu bestimmen und dadurch Formen des interdisziplinären Dialogs zu praktizieren
Die Aufgabe des Übersetzers in der Goethezeit : deutsche Übersetzungen italienischer Klassiker von Tasso bis Dante
"Die andern Nationen werden bald schon deshalb deutsch lernen, weil sie inne werden müssen, daß sie sich damit das lernen fast aller andern Sprachen gewissermaßen ersparen können; denn von welcher besitzen wir nicht die gediegensten Werke in vortrefflichen deutschen übersetzungen?" (J.W. Goethe) Unter dieser Prämisse klärt das Buch den Zusammenhang zwischen übersetzungspraxis, übersetzungsdiskurs, Kritik und Poesie in der Goethezeit. Nach einer Rekonstruktion des „übersetzungsdiskurses" werden die verschiedenen Wege bestimmt, die zur Durchsetzung der italienischen Dichtung (Ariosto, Tasso, dante, Petrarca) im deutschsprachigen Raum führten. die zentralen Kapitel sind jeweils den berühmtesten übersetzern der italienischen Literatur in der Goethezeit gewidmet:W. Heinse, J. d. Gries, J.W. Goethe, K. Streckfuß und A.W. Schlegel; ihre übersetzungen werden analysiert, deren Zusammenhang mit den zeitgenössischen kritisch literarischen Debatten und deren Wirkung auf die Auffassung der Kritik und der „Poesie" der Romantik bestimmt. Schließlich wird Hölderlins übersetzungskonzept als Paradigma der übersetzungsauffassung der Goethezeit vorgestellt.
The book aims to clarify the relationship between Theory and Practice of translation, critics and literature in the Age of Goethe. After a presentation of the Theories of translation it describes the different ways that led to the diffusion of Italian literature (Ariosto, Tasso, Dante, Petrarca) in German-speaking countries. The central chapters are dedicated to the most famous translators of Italian literature in the Age of Goethe: W. Heinse, J. D. Gries, J. W. Goethe, K. Streckfuß und A. W. Schlegel. The author analyzes their translations of Italian classic authors and defines the relationship between these works and the contemporary critical literary debate and their influence on the concept of critics and “poetry” in the Romanticism. The final chapter presents Hölderlin’s concept of translation as a paradigm for the idea of translation in the Age of Goethe
Der romantische „Ton“ in Herders Übersetzungen von Petrarcas Sonetten
Il contributo indaga alcune traduzioni herderiane del Canzoniere, a lungo trascurate dalla critica mettendole in relazione sia con i contributi critici dell’autore sul Petrarca che con la sua idea e teoria della traduzione. Da un’analisi dei testi risulta che queste traduzioni, diversamente da quanto fino ad oggi affermato dalla critica, non sono affatto testi in prosa, prodotto dello Sturm und Drang, ma poesie liriche, altamente poetiche, che nello stile e nel ritmo sono non solo un’esemplificazione della teoria della traduzione herderiana ma anche e soprattutto un’anticipazione, o meglio, il fondamento dell’arte romantica della traduzione e delle ben più famose traduzioni di A. W. Schlegel del Canzoniere.
Im Beitrag werden Herders lange vernachlässigte Übersetzungen aus Petrarcas Canzoniere einerseits mit seiner Literaturkritik über Petrarca, andererseits mit seiner Übersetzungskonzeption und -theorie in Beziehung gesetzt. Dabei erweisen sich die Übertragungen aus Petrarca nicht, wie die Forschung bis heute hervorhob, als Prosatexte und Produkte der Sturm-und-Drang-Periode, sondern vielmehr als poetische, lyrische Gedichte, deren Stil und Rhythmus nicht nur eine Exemplifikation von Herders Übersetzungstheorie sind, sondern auch und vor allem eine Antizipation, oder besser die Grundlage der romantischen Übersetzungskunst und der viel berühmteren Canzoniere-Übersetzung von August Wilhelm Schlegel.
In this essay the author compares Herder’s long neglected translations from Petrarca’s Canzoniere with his literary criticism about Petrarca and his conception and theory of translation. A more thorough analysis of these translations proves that they aren’t prose works and products of the “Sturm und Drang” period, as the critics have always stated; they are instead poetic, lyrical compositions whose style and rhythm not only are an example for Herder’s translation theory, but also and above all a foretaste, or rather, the foundations of the romantic art of translation and of the much more famous adaptation of Canzoniere by August Wilhelm Schlegel
“Ökoklasse: Ökologisch denken und wohnen. Unità di apprendimento, classe III sec. I grado”.
Unità didattica di Lingua e Civiltà tedesca per la scuola secondaria di I grad
“Giacobazzi, Cesare: Voci e silenzi della storia. Percorsi di lettura in “Il mio secolo” di Günter Grass. Milano: Medusa 2006.”
“Werbung mit Genuss. Unità di apprendimento, classe III sec. I grado”.
Unità didattica di Lingua e Civiltà tedesca per la scuola secondaria di I grad
Pensiero e Poesia. Friedrich Hölderlin a Jena e Francoforte. Milano 1998. Titolo originale: “Gestalten der Welt”. Friedrich Hölderlin: Jena, Frankfurt, Homburg
catalogo di mostra e traduzion
Christine Lavant, Appunti da un manicomio
Riflesso di una breve quanto intensa esperienza di ricovero volontario in un ospedale psichiatrico, seguito a un tentato suicidio, il volume costituisce una vibrante testimonianza biografica e un documento storico unico nel suo genere. Con drammatica lucidità, ma anche con infinita pietas, l’autrice schizza un ritratto di medici, pazienti e infermiere stretti nella morsa della provincia austriaca degli anni Trenta, all’interno della logica della esclusione e della devianza. Il testo non fu mai pubblicato in vita dalla Lavant, preoccupata per le reazioni che ne sarebbero potute derivare, ed è stato ritrovato solo negli anni Novanta tra le carte della sua traduttrice inglese Nora Purtscher-Wydenbruck
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