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Chancen vergangener Fehler: Flächenpotentiale am Weg zu einem automatisierten Mobilitätssystem
Ansätze integrierter strategischer Planung für automatisierte Mobilität im Kontext der Mobilitätswende
"Guggenheim Museum Istanbul" Transform Waterfront Kadiköy : städtebauliche Verbesserung und Aufwertung der Uferzone
Die seit einiger Zeit geführte Diskussion über die Umnutzung des historischen Bahnhof Haydarpasa hat mich inspiriert mich in dieser Arbeit mit der Uferzone Kadiköys zu befassen und durch den Bau eines öffentlichen Gebäudes einen neuen attraktiven Treffpunkt zu schaffen, der zugleich vernachlässigte Küstenteile wiederbelebt. Seit dem Tag, an dem das Centre Pompidou mehr Aufmerksamkeit generieren konnte, als der Eiffelturm, und seit dem der bekannte -Bilbao Effekt- den Tourismus ganzer Städte beeinflussen kann, zählen Kultur- und Museumsbauten zu ökonomischen und kulturpolitischen Impulsgebern jeder Stadt. Im Juni 2014 wurde von der Guggenheim Stiftung ein weltweit offener Wettbewerb für die Ideenfindung eines Guggenheim Museums in Helsinki ausgeschrieben. Dieser Wettbewerb ist mein Ausgangspunkt für die Fragestellung: Wäre ein Guggenheim Museum in Istanbul willkommen? Ähnlichkeiten der Bauplätze verlockten mich dazu eine Gegenüberstellung der Situationen zwischen Helsinki und Istanbul zu präsentieren. Die Küste Kad-köys bildet eine etwa 21 km lange natürliche Grenze in Istanbul. Das Grundstück, welches ich für das Guggenheim Museum ausgewählt habe, befindet sich direkt am Ufer Kadiköys, in bester Lage, direkt am Wasser. Der Entwurf geht respektvoll mit dem Standort um und schafft neue Freiflächen. Das geplante Guggenheim Museum expandiert, transformiert, befreit die Küste von unbenutzten, undefinierten Bauten und ist direkt an der Entwicklung der kapitalistischen Wirtschaft und Kultur beteiligt. Das Guggenheim Museums macht aus einem vernachlässigten Areal einen markanten Ort und einen nachhaltigen Gewinn für die Stadt Istanbul.The discussion, about the conversion of the ancient Haydarpasa railway station, inspired me to make the coastline of Kadiköys to the centrepiece of this thesis. By planning a new public building, it would become an attractive cultural centre, which revives abandoned parts of the coastline. When the Centre Pompidou in Paris generated more attention than the Eiffel tower a historic president was set. In the new era, cultural centres and museums are economic and political disrupters that can change entire districts of a city. Moreover, in June 2014 the Guggenheim Foundation announced a contest for a new museum in Helsinki. This contest inspired me to think about the possibility of a Guggenheim museum in Istanbul. Would it be welcome? Many similarities arise, when we compare the building sites and therefore it is a very compelling thought experiment to draw parallels like that. It is essential to understand that the coastline of Kad-köy creates a 21k m long natural border in Istanbul. The ground, which I would select for the Guggenheim museum is situated directly at the water. In addition my draft respects the nuances of the location and creates new free spaces that can be used in multiple ways. The planned museum expands, transforms and frees the coastline simultaneously. Unused and undefined buildings will be replaced by an amazing development of economy and culture. Through this Guggenheim building a neglected area will be changed to an notable and remarkable sight, to the benefit of the whole city of Istanbul
The silence of the mountains
Das Schweigen der Berge ist kein sinnbildlicher sondern sinnstiftender Titel für vorliegende Arbeit. Eine Lichtung im unberührten Wald des Berges Tschirgant in Tirol wird mit mehreren Hütten bespielt. Die Voraussetzung, um sich dort aufzuhalten, ist, dies schweigend zu tun. Denn durch das Schweigen werden Prozesse initiiert, die in unserer sonst sehr lauten und schnelllebigen Umgebung nur schwer zu erreichen sind:In einer Gesellschaft wie der unseren gibt es diverse ausgesprochene und unausgesprochene Verhaltensregeln und Normen. Daraus entstehen mitunter begrenzte Horizonte aus sozialer und wirtschaftlicher Sicht hinsichtlich der persönlichen Entfaltung eines Menschen. Es wird suggeriert, dass zum Wohle der Gemeinschaft das Wir vor dem Ich steht, denn die Freiheit des einen endet dort, wo die Freiheit des anderen beginnt. Vereint mit den auferlegten Konventionen scheint die persönliche Entwicklung des Individuums nicht zur Gänze möglich zu sein.Aus einem Potpourri diverser Sichtweisen aus Psychologie, Philosophie und Architektur wird eine Kritik an unserer– und hier soll sich speziell die westliche Gesellschaft angesprochen fühlen – Wirtschaft, am Bildungssystem und am momentanen Gesellschaftsbild mit seinen Wertvorstellungen, postuliert. Auf jedes theoretische Kapitel folgt ein entwurfsbezogenes, in dem aufgezeigt wird, wie sich aus der Theorie vorliegender Entwurf, ein Ort, der anders sein soll, entwickelt hat.Die Schweigehütten sollen einen Ort darstellen, an dem ein temporäres Entfliehen aus der Gesellschaft und ihren Verhaltensregeln möglich sein soll. Ein Ort, an dem mehr möglich ist, als vorgelebt und vorgegeben wird. Die Besucher*innen erleben einen entschleunigten Alltag, arbeiten miteinander und an sich selbst, während sie eine Existenz in einer wertfreien, bewussten und emphatischen Gesellschaft erfahren.The Silence of the Mountains is not a symbolic but a meaningful title for this work. A clearing in the untouched forest of the Tschirgant Mountain in Tyrol is covered with several huts. The prerequisite for staying there is to do so in silence. For through silence processes are initiated which are difficult to achieve in our otherwise very loud and fast-paced environment:In a society like ours, there are various pronounced and unspoken rules of conduct and norms. This sometimes results in limited horizons from a social and economic point of view regarding the personal development of a person. It is suggested that, for the good of the community, the We comes before the I, because the freedom of one person ends where the freedom of the other one begins. Combined with the imposed conventions, the personal development of the individual does not seem to be entirely possible.From a potpourri of diverse perspectives from psychology, philosophy and architecture, a critique of our - and here Western society in particular should feel addressed - economy, the educational system and the current image of society with its values is postulated. Each theoretical chapter is followed by a draft-related one in which it is shown how the existing draft, a place that is supposed to be different, has developed from the theory.The huts of silence should represent a place where a temporary escape from society and its rules of behavior should be possible. A place where more is possible than is lived and predetermined. The visitors experience a decelerated everyday life, work together and on themselves, while they experience an existence in a value-free, conscious and emphatic society
Sampling Architecture : a design methodology for architecture, adapted from the principles of sample-based hiphop, REC / CUT / PLAY
-ThefunofrapistobeabletotakeanHallOatstrack or-youknow-aBee Gees tune and find something funky in it and then make it into something new.- 1 Ice-T Der Begriff Sample wird in vielen Disziplinen mit unterschiedlichen Bedeutungen verwendet. In der Meinungsforschung versteht man darunter eine repräsentative Stichprobe von der ausgehend Thesen über eine größere Gruppe von Menschen abgeleitet werden können. Etymologisch stammt das Wort vom lateinischen exemplum ab, das mit Beispiel, Abbild oder Vorbild übersetzt werden kann. In der Musik beschreibt ein Sample ein Fragment eines Musikstücks, das in einem anderen musikalischen Kontext verwendet wird. Diese Methode wird als Sampling bezeichnet.2 Hiphop, als Musikrichtung, ist aus dieser Art der Rekontextualisierung von Soundfragmenten entstanden. Mittels loopen der Break-Takte von Funk-, Soul-, Disco-, Rock- oder Popsongs wurde zu Beginn der 1970er Jahre in New York eine neue Tanzmusik begründet. Die Erfindung digitaler Sampler in der Mitte der 1980er Jahre erweiterte die Möglichkeiten Soundfragmente zu schichten. Deejys wurden zu Produzenten und HipHop zu einem globalen Phänomen sowie lukrativen Geschäftszweig. 3 -Rap is the new rock & roll. [...] We the real rock stars, and I-m the biggest of all of them.-4 wie es Rapper Kanye West ausdrückte. Bei der Produktion von HipHop-Beats basierend auf der Verwendung von Samples die den Werken anderer Künstler entnommen sind, gibt es keine besonderen Regeln oder Genre-Grenzen. Ein Sample kann ein Drum-Break von James Brown, die unverwechselbare Stimme von Nina Simone, ein Black Sabbath Riff, das weltberühmte Kreischen von Michael Jackson oder Beethovens 9. sein. 5 Hauptsache ist, das finale Produkt - der Beat - klingt -dope-6. Diese Methode Musik zu produzieren kann vereinfacht als Musik aus Musik verstanden werden, da bestimmte Sound-Events zitiert, bearbeitet und zu einem neuen Werk zusammengefügt werden.7 Diese Arbeit versucht, ausgehend von dieser Methode, die in der Musikrichtung Hiphop als -sample- based Hiphop- bezeichnet wird, eine Methodik für den architektonischen Entwurf abzuleiten, die als -sample-based architecture- verstanden werden kann. Um Architektur aus Architektur schaffen zu können müssen Antworten auf die Fragen, was definiert ein Architektur-Sample und welche Anforderungen muss ein Architektur-Sampler erfüllen, gegeben werden. 1 Early Documentary about Sampling (1988) 2011, min. 2:45-2:54 2 Duden 2015 3 Toop 2000 4 BBC 2013, min. 14: 07 - 14: 33 5 Toop 2000 6 Urbandictionary 2004 (adj. cool, nice, awesome) 7 Dramadigs - Musik aus Musik (Ein Film von Julia Haase) 2014-ThefunofrapistobeabletotakeanHall&Oatstrack or-youknow-aBee Gees tune and find something funky in it and then make it into something new.- 1 Ice-T The term sample is used in many disciplines with different meanings. In opinion research it refers to a small part of anything intended to show the quality, style or nature of the whole. Etymologically the word comes from the Latin exemplum and can be translated as example, image or model. In music a sample describes a fragment of a composition which is used in a different musical context. This method is referred to as sampling. 2 Hiphop as musical genre arose from that kind of recontextualization of sound fragments. By looping short break-parts of funk, soul, disco, rock or pop songs a new dance music was founded in New York in the early 1970s. The invention of digital sampler in the mid-1980s expanded the possibilities to layer fragments of sound. Deejays became producers and Hiphop a global phenomenon as well as profitable business. 3 -Rap is the new rock & roll. [...].We the real rock stars and I-m the biggest of all ofthem.-4 asexpressedbyrapperKanyeWest. The production of Hiphop-beats based on the use of musical works of other artists does not follow any restrictions in terms of genre or certain rules. A sample may be a special drum break by James Brown, the unmistakable voice of Nina Simone, a Black Sabbath riff, the world-famous screech of Michael Jackson or Beethoven's 9th.5 The main point is that the final product - the beat - sounds -dope-6. This methodology to produce music can be explained as music from music since certain sound events get cited, processed and assembled into a new piece.7 Starting from this methodology, which is referred to as sample-based Hiphop, this work tries to derive a methodology for architectural design which can be understood as a sample-based architecture. In order to create architecture from architecture answers to the questions what defines an architectural sample and what requirements must meet an architectural sampler have to be given. 1 Early Documentary about Sampling (1988) 2011, min. 2:45-2:54 2 Duden 2015 3 Toop 2000 4 BBC 2013, min. 14: 07 - 14: 33 5 Toop 2000 6 Urbandictionary 2004 (adj. cool, nice, awesome) 7 Dramadigs - Musik aus Musik (Ein Film von Julia Haase) 201
Un(d)endlich
Ein kreativer Schöpfungsakt, passiert Arthur Koestlers Kreativitätstheorie zufolge, nach einer Periode intensiver Beschäftigung mit einem Thema, also im Moment der Entfernung von jenem Ziel. Als Architekt, hat der Entwerfende im Zuge seines Entwurfes die Möglichkeit, sich unterschiedlicher Methoden zu bedienen, um zu einer Erkenntnis zu kommen. Diese Arbeit entstand aus der Herangehensweise der Bisoziation, um zu einer geeigneten Lösung zu finden, für die Aufgabenstellung Diplomarbeit. Sie nähert sich dem Prozess der Abschlussarbeit auf persönlicher Erfahrungsebene und nimmt darin beispielsweise Bezug auf Marc Auges Raumtheorie des Nicht Ortes. Laut Riklef Rambow, der sich gezielt mit Architekturvermittlung auseinander setzt, ist es bedeutend, im Experten-Laien Verhältnis, eine geeignete Vermittlungsprache zu finden. Architekten wie Archigram, Jimenez Lai und Bjarke Ingels haben den Vorteil der Vermittlung über die Comicdarstellung bereits erkannt, um dem Betrachter die Architektur zugänglich zu machen. In unserer bildorientierten Mediengesellschaft, ist die visuelle Kommunikation also geeignet um Ideen, Aussagen oder Geschichten zu transportieren. Die Zeichnung, ist nämlich nicht nur das verbindende Element unter den Comics, sondern fundiert sich auch im architektonischen Entwurf. Die vorliegende Arbeit nähert sich in der Darstellungsweise, einem aus dem Genre Comic entsprungenen Stil 'Ligne claire' und thematisiert eine immer wieder kehrende Schaffenskrise in kreativen Bereichen wie der Architektur.The act of creation, according to Arthur Koestler, happens after a period of intensive occupation with a topic, in the moment of dissociation. As an architect, the designer is able to make use of various methods, in the course of his draft, to find a proper solution. This project emerges out of bisociation, to find a solution in the task of writing a thesis. It closes in the process of writing a thesis in a personal experimental basis and refers to theories of space, such as Marc Auges Non-Places. Riklef Rambow practices on communications of architecture and explains the importance of convenient ways of communication, especially in the relationship of experts and non-experts. Architects, just as Archigram, Jimenez Lai and Bjarke Ingels, recognize the advantage of explanations in the illustration of a comic, to customize architecture. In our image-oriented media society, the visual communication is an appropriate medium, interfering ideas, opinions and stories. A drawing is not just the joining link in the field of comic, but also consolidates in the architectural draft. The thesis closely resembles the style ¿ligne claire¿ in the way of presentation and addresses the constantly recurring creative crisis in the artistic field of architecture
Wiener Rand : Neue Muster für das Wiener Hinterland
Die räumliche Anziehungskraft urbaner Zentren ist unbestritten. Ihre Bewohnerinnen und Bewohner schätzen deren Vielfalt in vielerlei Hinsicht: Vielfalt an Kulturen, Vielfalt an Bildungsmöglichkeiten und Vielfalt an Lebensgestaltung, um nur einige wenige zu nennen. Doch zumindest ebenso abwechslungsreich ist das Umland dieser Zentren. Oft könnte man, ob der unbegrenzt erscheinenden räumlichen Ressource, meinen, der Stadtrand biete sogar noch mehr Reichhaltigkeit. Er ist durchzogen von Brüchen, unsanften räumlichen Übergängen und unscheinbaren Megastrukturen. Auch im Wiener Umland ist möglich, was der Stadt oft nicht zutraulich ist: ein Flughafen, überproportionierte Konsumräume oder weitläufige, hochautomatisierte Wirtschaftsräume. Unterbrochen werden diese Strukturen von großmassstäblichen, zusammenhängenden Erholungsräumen und mehr oder weniger dichten suburbanen Zentren. Die vorliegende Arbeit versucht, diesen periurbanen Randbereich welcher viele Namen trägt, wie Stadt-Umland, Hinterland oder Rand, und geographisch noch schwieriger zu fassen ist als rhetorisch als städteplanerische Einheit zu verstehen, neu zu verhandeln und in einem weiteren Schritt neu zu gestalten. Ziel ist, vorhandene Qualitäten neu zu entdecken und zu stärken, während tatsächliche räumliche Umstände Gegenstand planerischer Eingriffe werden. Aus einer Mischung historischer Beispiele, persönlicher Beobachtungen und diverser Referenzprojekte, definieren sich randespezifische Handlungsfelder, welche in einem weiteren Schritt die Grundlage für eine referenzielle Übertragung im Nordwesten Wiens bieten.The spatial attraction of cities is undisputed. Its inhabitants esteem its diversity in large varieties: variety of cultures, variety of lifestyles, variety of educational opportunities. Just as diversified as the city is its surrounding environment. Regarding its sheer endless and diverse spatial potential, you gain the impression, it is even more multi-faced. The hinterlands striking appearance shows a condition full of spatial fractures, rough transitions and invisible megastructures. In particular the surroundings of Vienna compensate, what isnt bearable to its urban core: an airport, huge structures for the purpose of consumption, complex agricultural infrastructures, interrupted only by recreational areas of huge scale and suburban centers. This paper puts its focus on these suburban, peripheral and periurban spaces and tries to understand them as an urban unit. After understanding its structure and state, these spaces should be again negotiated, in order to redesign them. The aim is to rediscover and strengthen its qualities, while actual spacial conditions become the focus of new planning methods. Mixing different methods, such as analyzing historical examples, personal observations and reference projects, specific areas of activity will be defined and tested on a referential projection on the northwestern outskirts of Vienna
Welcome to (r)Austria : Räume des Verbindens
"NEUES SCHAFFEN HEISST WIDERSTAND LEISTEN. WIDERSTAND LEISTEN HEISST NEUES SCHAFFEN." Die internationalen Krisen und Konflikte auf der Welt haben dramatisch zugenommen. Dadurch veränderte Lebenswelten und ihre katastrophalen Auswirkungen treiben fast 51,2 Millionen Menschen weltweit in die Flucht oder "flüchtlingsähnliche" Situationen, dies entspricht ungefähr sieben Prozent der Weltbevölkerung. Am Fall von Traiskirchen, könnte man sagen, dass es sich hier um eine Art Unsichtbarmachen handelt. Auch das wird stark kritisiert und mit städtebaulichen Ansätzen entgegengewirkt. Flüchtlinge sind von Anfang an unterschiedlichen Grenzräü men ausgesetzt, angefangen von dem Fluchtweg bis zum Ankunftsort, in Erstaufnahmezentren. Nicht nur physische Grenzen, auch gesetzliche Rahmenbedingungen, bautechnische Hürden, sogenannte Integrationsmassnahmen und gesellschaftliche Exklusionen lassen unsichtbare Trennungslinien entstehen. Aus räumlicher und organisatorischer Sicht untersucht diese Arbeit Verteilerzentren in Österreich und stellt Lösungsvorschläge und Anregungen für neue Unterbringungs- und Wohnmodelle vor. Durch die komplexe Bewohnermischung werden lagerartige Architekturen abgelehnt, die bei völlig unterschiedlichen sozialen, ethnischen, religiösen und geschlechterspezifischen Bedürfnissen keine Lösungen anbieten. Die angebotenen Lebensflächen sind aus sozialer Sicht für den Alltag der ankommenden Menschen völlig ungeeignet. Zusammenhänge und Auswirkungen von Flüchtlingsströmen werden anhand von Mappings und Timelines dargestellt, die aktuelle Asypolitik und Fluchtbewegungen werden durch Diagramme gezeigt. Nach einem zweitägigen Architektur - Workshop mit unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen entstanden mehrere Architekturmodelle, die dann zu einem zusammengefügt wurden. Wie sollte ein Verteilerzentrum bzw ein Raum des Ankommens am besten ausgestattet sein, so dass sich Menschen, die nach einer langen Flucht in ihrer neuen Heimat ankommen, wohl fühlen. Dieser Workshop soll die Wichtigkeit des nicht über, sondern MITeinander reden mit den Betroffenen symbolisieren und demonstrieren. Weitere Lösungsvorschläge/Visionen und Forderungen: - Raumressourcen neu nutzen: Leerstands- und Zwischennutzungen - Freier Wohnsitz gegen die Gebietsbeschränkung* - Ausnahmeregelungen erweitern und Erleichterung der übermässig hohen Standards von bestimmten Gesetzten in der Bauordnung ... Anhand dieser Situation lassen sich gegenwärtige Probleme, wie Wachstum der Bevölkerung im städtischen Bereich, Privatisierung, vor allem im öffentlichen Raum, Prekarisierung und Hardcore-Neoliberalismus,(...) ablesen. Wohnungen werden immer mehr vom Markt bestimmt um möglichst viel daraus zu profitieren. Die Mietpreise in der Stadt steigen immer mehr an und leistbare Wohnungen werden für einkommensschwache Menschen nicht mehr zahlbar. Sie werden an die Ränder vertrieben. So auch mit den lagerartigen Erstaufnahmezentren (Verteilerzentren) für Flüchtlinge in österreich, die sich in der Peripherie befinden. Dieses Projekt versucht, im Rahmen des Zulassungsverfahrens, eine räumliche Unterbringungsstrategie für Asylwerber*innen in Österreich zu entwickeln. Anhand Wiens wird ein Forschungsszenario im Detail ausgearbeitet, das prototypisch für das gesamte Bundesgebiet seine Anwendung finden kann. Die Frage, ob eine menschenwürdige Unterbringungsstrategie während der Eingangsphase für Asylwerber*innen in der Errichtung eines differenzierten räumlichen Systems liegen kann, dass sich aus unterschiedlichen Öffentlichkeitsbezügen konstituiert, wurde bis heute noch nicht ausreichend gestellt. Trotz der Tatsache, dass es sich bei Migration vor allem um ein räumliches Phänomen handelt, gibt es in der österreichischen Politik kein adäquates räumliches Konzept zu diesem Thema. Ziel ist es, eine Raumfolge zu erhalten, die den Bewohner*innen einen idealen Einstieg in die neue Umgebung bereiten. Das Forschungsprojekt - Willkommenszentren Wien - hat sich als Ziel gesetzt eine menschenwürdige Unterbringungsstrategie für Asylwerber*innen zu entwickeln. Es handelt sich um ein Projekt, dass das Thema Asyl in Österreich aus Sicht der räumlichen Gegebenheiten betrachtet. Kritisiert wird die bestehende Politik, die Raum als wichtigen Faktor einer gelungenen Integration nicht ausreichend beachtet, und schlägt eine neue Strategie vor. Die Arbeit kritisiert die Kapitalisierung des Wohnens und Bauens, und jegliche Art von Abschottungsarchitekturen und versucht die Architektur und Stadtplanung aus einem sozialen, gesellschaftskritischen und politischen Blickwinkel zu sehen. - Welche Verantwortung tragen Architekt*innen? - Gibt es so etwas wie eine architektonische Würde? - Kann Architektur mit städtischen oder architektonischen Denkweisen die Gesellschaft verändern? - Wie kann man aus räumlicher und planerischer Sicht Kritik ausüben? - Welche Mitteln sollen/werden dafür verwendet? Architektur muss sich einmischen, um das Thema des Asyls und Migration in den Architekturdiskurs einfliessen zu lassen.NEW WELCOME CENTERS The international conflicts have increased dramatically during past years. As an impact of the unstability in the crisis areas, almost 51,2 million people worldwide (7% of the earth population) abandon their domicile in order to seek refuge. Beyond the physical borders during the journey to a safe country, asylum seekers are confronted with difficulties after their arrival. The spatial isolation embodied by the architecture and outlying location of the first entry care centers, social and legislative exclusions create invisible borders that seem to be designed to make people feel 'not welcome' in the new environment. The mechanism of the admission process unveils the high complexity of the prevailing power structures. This project lays its focus on the strategies for the accomodation for asylum seekers. Analysing the existing situation with mappings, statistics, timelines, diagramms and interviews with different acteurs, the project proposes a spatial strategy for Vienna, which can be a prototype for other cities. In spite of the fact that migration is a spatial phenomenon, there are no political concepts in Austria referring to this topic In this sense, it is essential to analyse and criticise the existing policies in order to understand the dynamics and aspects which must be re-thought from the prespective of a social architecture and urban planning. The project reflects the policy in Austria on spatial conditions and considers the issue using urban and spatial approaches. The nation-wide system, the urban context, the internal organisation and self-organisation to provide a humane accomoda tion are main areas of the research. Furthermore, a possible legislative regulation regarding the building law is proposed to enable necessary spatial adaptions. The interaction between the refugees and the admission process in the target country show us the high complexity of the prevailing power structures. Paradoxically, the self-certain life as one of the main reasons why people flee is hardly an issue in today's refugee policy. This makes the concept of self-organization all the more important, to avoid pushing them into the role of a paralyzed victim. If a decent accommodation strategy during the initial phase for asylum seekers through establishing a differentiated spatial system that may be constituted from different spaces of privacy, should be challenged. The contemporary city despite its problems (such as the impacts of hardcore neoliberalism, privatisation, population growth, unaffordable housing, peripheries which grow into ghettos etc.) provides a great potential with its infrastructure and network
Revitalization of a used-car showroom
Im Fokus dieser Diplomarbeit steht eine, in St. Pölten in den 60er Jahren errichtete, Gebrauchtwagenhalle aus Stahlbetonfertigteilen. Nach mehreren Jahren Leerstand soll dieses Gebäude, davon ausgehend, dass St. Pölten die Kulturhauptstadt 2024 wird, revitalisiert werden. Dies soll durch die Erweiterung und Aufstockung des Bestandes sowie über die Entwicklung eines neuen Nutzungskonzeptes geschehen. Um herauszufiltern welche Elemente des Objektes erhaltungswürdig sind, führe ich eine detaillierte Analyse seiner Bestandteile durch und unterstützte diese durch eine Fotodokumentation. Besonderes Augenmerk wird dabei auf das Tragwerk und die Fassade des Gebäudes gelegt, welche beide aus Stahlbetonfertigteilen hergestellt wurden. Die Statik des Gebäudes ist von großer Bedeutung, weil sie es ermöglicht den Bestand mit drei weiteren Geschossen aufzustocken und so zusätzliche Nutzflächen geschaffen werden können. Die wabenartige Fassade im Obergeschoss war früher Ornament und Außenhülle zugleich. Aus bauphysikalischer Sicht bedarf es eines sehr sensiblen Umgangs um die Fassade als Gestaltungselement zu erhalten und gleichzeitig ein eine neue, thermische Hülle, nach heutigem Stand der Technik, für das Gebäude zu schaffen. Die Verbindung von Alt und Neu, verknüpft mit öffentlich, halb-öffentlich und privaten Nutzungen, wie unter anderem ein Café, Co-Working Spaces, ein Veranstaltungsraum und Wohnflächen, soll es ermöglichen den unterschiedlichen Bedürfnissen der Stadt und ihrer Bewohner sowie Besucher, nicht nur im Rahmen der Kulturhauptstadt, gerecht zu werden. Diese Arbeit zeigt, dass es von hoher Wichtigkeit ist Bestandsgebäude auf ihren historischen Wert, ihren baulichen Zustand und ihre zukünftigen Nutzungsmöglichkeiten zu überprüfen um sie, wenn sinnvoll, durch eine Revitalisierung in einen neuen Lebenszyklus zu überführen.The focus of this thesis is a former used car hall, made of pre-fabricated reinforced concrete elements, built in St. Pölten in the 1960s. After several years of vacancy, this building will be revitalized, assuming that St. Pölten becomes the European capital of culture in 2024. The revitalization should be done by expanding and increasing the existing building and by developing a new usage concept. In order to filter out which elements of the object are worth preserving, I conduct a detailed analysis of its components and support them with a photo documentation. Particular attention is paid to the structure and the facade of the building, both were manufactured from pre-fabricated reinforced concrete elements. The statics of the building is of great importance because it enables the existing building to be topped up with three additional storeys to create additional usable space. The honeycomb like facade on the upper floor used to be both, ornament and outer shell. From a building physics point of view, it requires a very sensitive handling to preserve the facade as a design element and to create a new, thermal shell. The connection of old and new, combined with public, semi-public and private uses, including a café, co-working spaces, a function room and living space, enables to fulfil the diverse needs of the city and its residents as well as its visitors. This paper shows that it is very important to verify existing buildings for their historical value, their structural condition and their potential uses in the future in order to revitalize them and transfer them into a new life cycle
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