147 research outputs found
Psychedelic Medicines: A Paradigm Shift from Pharmacological Substitution Towards Transformation-Based Psychiatry
Neuropsychoanalyse: Hirntätigkeit als Zeichenprozess
Fassen wir Geist und Natur nicht als Dichotomie sondern im Sinne von Peirce als Kontinuität auf, dann lässt die genauere Betrachtung des Körpers semiotische Leibphänomene als Zeichen einer Sprache erkennen, deren Grammatik es – im Sinne einer «Bioarchäologie» – zu entschlüsseln gilt. Hierfür stellen die Neurowissenschaften mit modernen Visualisierungstechniken geeignete epistemische Hilfsmittel bereit: Sie machen körperliche Vorgänge des Informationsaustausches sichtbar und heben die semiotisch wenig erschlossene Ebene komplexer neuronaler Zeichentransformationen ans Licht. Um eine Integration der physiologischen und psychologischen Perspektive bemüht sich das transdisziplinäre Projekt der «Neuropsychoanalyse». Sie hebt die Relevanz natürlicher Verarbeitungsmechanismen des Körpers für die subjektiv geprägten Zeichentransformationen des mentalen Erlebens hervor und weicht eine semiotisch allzu undurchlässige Grenzziehung zwischen Psycho- und Neurodynamik etwas auf. Die Hirntätigkeit als potenziell erkenntnisleitenden Zeichenprozess zu verstehen, darf aber nicht in einer unreflektierten Bezugnahme auf neuronale Zeichensysteme münden, wenn die Neuropsychoanalyse mehr als nur eine medienwirksame Neurokarikatur psychodynamischer Konzepte erreichen will
Videogramme / Videograms: Die Bildwelten biologischer Experimentalsysteme als Kunst- und Theorieobjekt / The pictorial worlds of biological experimentation as an object of art and theory
Der Schweizer Künstler und Theoretiker Hannes Rickli (*1959) erforscht seit 1991 audiovisuelles Material aus dem wissenschaftlichen Kontext. Die Videobilder und -töne aus der Verhaltensforschung bei Insekten und Fischen liefern dabei weitreichende Erkenntnisse über naturwissenschaftliche Experimentalsysteme: Dass die Herstellung wissenschaftlicher Tatsachen nicht nach festgelegten Plänen erfolgt, sondern sich im physischen Widerstand zwischen menschlichen, technischen – und tierischen – Akteuren ergibt, wird durch Ricklis künstlerische Reflexionen sichtbar. Dieses umfangreiche Buch reflektiert das aus dem Laborkontext gelöste Videomaterial aus der Perspektive von Wissenschaftssoziologie und -geschichte, Kunst- und Medientheorie, Bild- und Filmwissenschaft und führt die Ergebnisse auch mit Beschreibungen der Laborexperimente sowie Hunderten von Abbildungen vor Augen.
Translation of all texts in English in the Supplement, ISBN 978-3-85881-325-7.+ ID: 579733 + Serientitel: Schriftenreihe des Instituts für Gegenwartskunst ZHd
Bewusstseinserweiternde Substanzen als neue Möglichkeit der Therapie
Affektive Störungen und Stressfolgeerkrankungen stellen eine zunehmende globale Herausforderung an die Gesundheitsversorgung dar und verursachen steigende sozioökonomische Kosten. Auf die Behandlungsstrategie mit herkömmlichen Psychopharmaka spricht ein beträchtlicher Teil der Patienten nicht oder nur vorübergehend an. Seit einigen Jahren wird nun wieder vermehrt der klinisch-experimentelle Einsatz psychoaktiver Substanzen untersucht
Comparative Phenomenology and Neurobiology of Meditative and Psychedelic States of Consciousness: Implications for Psychedelic-Assisted Therapy
Ritual als Therapie: Perspektiven der Transformation
Aktuell wird das therapeutische Potenzial veränderter Bewusstseinszustände wieder vermehrt wissenschaftlich erforscht. Kulturgeschichtlich haben sich Rituale im Umgang mit psychotropen Pflanzen als salutogenetisch erwiesen. Mit «Set» und «Setting» werden Elemente des Ritualkonzepts benannt, die in der Entwicklung neuer Behandlungsansätze mit Psychedelika eine wichtige Rolle spielen. Wenn ritualisierte Kontexte die Kontroll- und Integrationskompetenz im Umgang mit psychotropen Substanzen steigern, beugen sie einer Suchtentwicklung vor
Meditating on psychedelics. A randomized placebo-controlled study of DMT and harmine in a mindfulness retreat
Background: In recent years, both meditation and psychedelics have attracted rapidly increasing scientific interest. While the current state of evidence suggests the promising potential of psychedelics, such as psilocybin, to enhance meditative training, it remains equivocal whether these effects are specifically bound to psilocybin or if other classical psychedelics might show synergistic effects with meditation practice. One particularly promising candidate is N,N-dimethyltryptamine (DMT), an active ingredient of ayahuasca. Aim: This study aims to investigate the effect of the psychedelic substance DMT, combined with the monoamine oxidase inhibitor harmine ( DMT-harmine), on meditative states, compared to meditation with a placebo. Method: Forty experienced meditators (18 females and 22 males) participated in a double-blind, placebo-controlled study over a 3-day meditation retreat, receiving either placebo or DMT-harmine. Participants’ levels of mindfulness, compassion, insight, and transcendence were assessed before, during, and after the meditation group retreat, using psychometric questionnaires. Results: Compared to meditation with a placebo, meditators who received DMT and harmine self-attributed greater levels of mystical-type experiences, non-dual awareness, and emotional breakthrough during the acute substance effects and, when corrected for baseline differences, greater psychological insight 1 day later. Mindfulness and compassion were not significantly different in the DMT-harmine group compared to placebo. At 1-month follow-up, the meditators who received DMT and harmine rated their experience as significantly more personally meaningful, spiritually significant, and well-being-enhancing than the meditators who received placebo. Conclusion: Investigating the impact of DMT-harmine on meditators in a naturalistic mindfulness group retreat, this placebo-controlled study highlights the specific effects of psychedelics during meditation. Trial registration: ClinicalTrials.gov identifier NCT05780216
Die Zeit der grossen Neugierde: über das "Neue" vor dem Ersten Weltkrieg: Ruth Dreifuss und Jakob Tanner im Gespräch
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