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Die Rückseite der Haskala. Geschichte einer kleinen Aufklärung (1650-1770)
Nicht ein Schwinden, sondern ein Zuviel an Religion führte zur Entstehung der jüdischen Aufklärung Seit mehr als einem Jahrhundert ist umstritten, wie es zur Entstehung der jüdischen Aufklärungsbewegung, der Haskala, kam, die am Beginn des neuzeitlichen Judentums steht. Nach der gängigen Auffassung war es ein Prozess der Säkularisation, der das Judentum aus der von Tradition und Orthodoxie bestimmten frühneuzeitlichen Welt herauslöste. Gerhard Lauer argumentiert anders: In den Jahren 1680 bis 1770 glaubten viele, das Kommen des Messias stünde unmittelbar bevor und Religion sei notwendiger denn je. Diese »Rückseite der Aufklärung« trieb die Entstehung der Aufklärung im Judentum voran. Lauer vergleicht die Entwicklungen der aschkenasischen Kultur in den deutschsprachigen Territorien mit denen in den Niederlanden, in England oder Italien; anhand von frommen Sittenbüchern, Fabeln, Missionstraktaten ebenso wie von Gebetbüchern, philosophischen Werken und häretischen Schriften entwirft er die Kulturgeschichte einer fremden Welt, die am Anfang der vertrauten modernen jüdischen Geschichte und Kultur steht
Die Rückseite der Haskala. Geschichte einer kleinen Aufklärung (1650-1770)
Nicht ein Schwinden, sondern ein Zuviel an Religion führte zur Entstehung der jüdischen Aufklärung Seit mehr als einem Jahrhundert ist umstritten, wie es zur Entstehung der jüdischen Aufklärungsbewegung, der Haskala, kam, die am Beginn des neuzeitlichen Judentums steht. Nach der gängigen Auffassung war es ein Prozess der Säkularisation, der das Judentum aus der von Tradition und Orthodoxie bestimmten frühneuzeitlichen Welt herauslöste. Gerhard Lauer argumentiert anders: In den Jahren 1680 bis 1770 glaubten viele, das Kommen des Messias stünde unmittelbar bevor und Religion sei notwendiger denn je. Diese »Rückseite der Aufklärung« trieb die Entstehung der Aufklärung im Judentum voran. Lauer vergleicht die Entwicklungen der aschkenasischen Kultur in den deutschsprachigen Territorien mit denen in den Niederlanden, in England oder Italien; anhand von frommen Sittenbüchern, Fabeln, Missionstraktaten ebenso wie von Gebetbüchern, philosophischen Werken und häretischen Schriften entwirft er die Kulturgeschichte einer fremden Welt, die am Anfang der vertrauten modernen jüdischen Geschichte und Kultur steht
Valentin Groebner, Wissenschaftssprache digital. Die Zukunft von gestern. Universitätsverlag, Konstanz 2014. 176 S., € 16,90
Über Menschen, Schweine und andere Rassen. Die Varietäten der Menschen und ihre zoologische Kritik in der gelehrten Literatur des 18. Jahrhunderts
Gerhard Lauer Über Menschen. Schweine und andere Rassen. Die Varietäten der Menschen und ihre zoologische Kritik in der gelehrten Literatur des 18. Jahrhunderts Es gehör1 nicht eben zu unserem Selbstverständnis. dass wir die letzten Uber-lebenden einer einstmals weitverzweigten Familie von Hominiden sind. Mit einiger wissenschaftlicher Anstrengung und nicht ohne Zufall wissen wir heute von anderen. frliheren Nachfahren des Homo ereclus. dem Neandertaler oder auch dem Denisova-Menschen.r Mindestens die E,uropäer dürften sich auch etwas mit den Neandeftalern vermischt haben. die Menschen in Asien und Ozeanien mit den Denisova-Menschen. Das genetisclre Forlleben der anderen Horniniden ändeft aber nichts daran. dass alle diese Populationen ausgestorben sind. wir aber die verbliebenen Nachfahren der vermutlich vor 70.000 bis 60.000 Jahren aus Afrika ausgewanderten Population des Homo sapiens sind. Angehörige der Unterordnung der Trockennasenaffen, zugehörig zur Familie der Menschenaffen, sagt uns die Taxonomie der Biologie. Genau genomrnen sind wir also nicht mehr als eine übriggebliebene Varietät. die vielleicht nur Glück gehabt hat. nicht ausgestorben zu sein
Über Menschen, Schweine und andere Rassen. Die Varietäten der Menschen und ihre zoologische Kritik in der gelehrten Literatur des 18. Jahrhunderts
Gerhard Lauer Über Menschen. Schweine und andere Rassen. Die Varietäten der Menschen und ihre zoologische Kritik in der gelehrten Literatur des 18. Jahrhunderts Es gehör1 nicht eben zu unserem Selbstverständnis. dass wir die letzten Uber-lebenden einer einstmals weitverzweigten Familie von Hominiden sind. Mit einiger wissenschaftlicher Anstrengung und nicht ohne Zufall wissen wir heute von anderen. frliheren Nachfahren des Homo ereclus. dem Neandertaler oder auch dem Denisova-Menschen.r Mindestens die E,uropäer dürften sich auch etwas mit den Neandeftalern vermischt haben. die Menschen in Asien und Ozeanien mit den Denisova-Menschen. Das genetisclre Forlleben der anderen Horniniden ändeft aber nichts daran. dass alle diese Populationen ausgestorben sind. wir aber die verbliebenen Nachfahren der vermutlich vor 70.000 bis 60.000 Jahren aus Afrika ausgewanderten Population des Homo sapiens sind. Angehörige der Unterordnung der Trockennasenaffen, zugehörig zur Familie der Menschenaffen, sagt uns die Taxonomie der Biologie. Genau genomrnen sind wir also nicht mehr als eine übriggebliebene Varietät. die vielleicht nur Glück gehabt hat. nicht ausgestorben zu sein
Audiomobiles, Sculptures and Conundrums
Roberto Gerhard was a pioneer of electronic music in England creating a number of substantial concert, theatre and radio works from as early as 1954. Gerhard’s electronic music is one of the richest repositories for understanding the development of the composer’s late compositional technique. Apart from the Symphony no.3, ‘Collages’, none of Gerhard’s electronic music is published. This paper will discuss aspects of Gerhard’s electronic music, focusing on Audiomobiles (1958-59) and Sculptures (1963)
Der Trost Der Poesie: Stifters Abdias
Stifters Erzählungen gehören einer Tradition des metaphysischen Erzählens an, die das Autonomiepostulat moderner Kunst nicht teilt. Unverstellt hat Kunst die moralphilosophische Aufgabe, das menschliche Herz zu erkunden und in seinen Beschränkungen zu trösten. Am Beispiel der Abdias-Erzählung untersucht der Aufsatz Stifters Verfahren der moralischen Explikation, Exemplifikation und Einübung, die seinen Erzählungen offensiv Sinn verleihen. Wie der Aufsatz zeigt, bindet Stifter damit die Kunst an Zwecke expliziter Lehrhaftigkeit und die Erzeugung sinnlichen Vergnügens zurück. Mit diesem Anspruch ist Stifter nicht modern. Modern ist er dagegen dort, wo seine Erzählungen die subjektive Perspektive und die nur durch die Kunst zu vermittelnde Erkenntnis betonen. Darin gehört er einem eigentümlich lehrhaften Typus metaphysisch-moralischen Erzählens in der Moderne an
Die zwei Schriften des Hypertexts. Über den Zusammenhang von Schrift, Bedeutung und neuen Medien
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